Apropos Lausanne und "everybodys Darling" Ambri
Ein Ausblick auf die nächste Saison
Lausannes Weichen sind womöglich bereits gestellt - Ambri mit Spielraum
Für den Lausanne HC und Ambri-Piotta ist die Saison 22/23 bereits vorbei. Das gibt die Gelegenheit, nach vorne zu schauen. Da erkennt man, wie weit fortgeschritten die Kaderplanung im Waadt bereits ist. Ob das nur positiv ist, darf angezweifelt werden.
Lausanne HC
Viele Transfers hat der LHC für die nächste Saison noch nicht offiziell vermeldet. Genauer gesagt ist es sogar nur einer. Connor Hughes wird von Fribourg zu Lausanne stossen und damit das Goalietandem mit Ivars Punnenovs in der nächsten Saison bilden. Er ist der Ersatz für den zurücktretenden Tobias Stephan. Bezüglich sportlicher Qualität ist dies sicherlich ein Upgrade für den LHC. Mit Stephan geht aber viel Erfahrung im Kader der Waadtländer verloren. Zudem wird wohl Christian Djoos vom EV Zug nach Lausanne stossen. Dessen Transfer ist zwar noch nicht offiziell bestätigt, gilt aber als sicher.
Mit Christian Djoos kommen wir sogleich zum Punkt, wo John Fust kaum mehr Handlungsspielraum bleibt. Vorgänger Petr Svoboda hat viele Ausländer mit längerfristigen Verträgen ausgestattet, sodass das Sextett für die nächste Saison bereits fix ist. Ein Upgrade bei den wichtigsten Spielern ist kaum mehr möglich. Wie dringend dieses notwendig wäre, zeigt ein Blick auf die Topscorerliste. Kein Lausanner taucht in den von Ausländern geprägten Top-50 auf. Jiri Sekac war mit 15 Toren und 17 Assists der mit Abstand schlechteste Topscorer der gesamten Liga. So wird eine Qualifikation für die Playoffs schwer und diese soll in Lausanne angestrebt werden. So auch im nächsten Jahr, aber auch dann wird das Team ziemlich identisch wie jetzt aussehen.
Einzig auf dem Schweizer Markt sind einzelne Veränderungen für Lausanne noch möglich. Die Verträge von Guillaume Maillard, Emilijus Krakauskas oder Virgil Thévoz laufen aus. Es sind allesamt keine wichtigen Spieler im Kader vom LHC, die grosse Ansprüche gestellt hätten. Neue Hochkaräter verdrängen womöglich bereits etabliertes Personal, was daran keine Freude finden würde. Was Lausanne allerdings Mut für die neue Saison verleihen darf, ist die Formkurve. Vor dem miserablen Abschlusswochenende konnten die Romands 11 Siege aus 13 Partien feiern. Könnte man dieses Niveau eine ganze Saison lang halten, wäre eine Playoff-Qualifikation reine Formsache.
HC Ambri-Piotta
Drei Neuzugänge stehen zwei Abgängen bei Ambri für die nächste Saison gegenüber. Während mit Yannick Burren und Jannik Fischer zwei Verteidiger den Verein verlassen werden, sticht bei den Neuzugängen vor allem Nationalspieler Nando Eggenberger heraus. Eggenberger erreichte beim SCRJ in dieser Spielzeit zwar nicht mehr das Niveau vom Vorjahr, dürfte aber in Ambris Offensive dennoch ein belebendes Element darstellen. Schöpft er zudem sein Potenzial in der Leventina aus, kann er zum Königstransfer werden. Zudem stossen Dario Wüthrich vom EVZ und Floran Douay von den SCL Tigers zum HCAP.
Filip Chlapik, Michael Spacek, Tim Heed und Jesse Virtanen haben einen Vertrag für die nächste Saison. Damit hat die sportliche Führung noch Platz für zwei weitere Ausländer. Während die Verteidiger als durchschnittliche Imports in dieser Liga gelten, hat der HCAP mit den beiden Tschechen im Angriff gute Transfers getätigt. Dementsprechend kann man auf einem soliden Quartett die Kaderplanung für die nächste Spielzeit aufbauen. Wenn aber mit einem Budget wie bei Ambri-Piotta operiert wird, kann man sich keine Fehlkäufe leisten, soll der Sprung auf die Pre-Playoffplätze in der nächsten Saison gelingen.
Auf dem Papier dürfte der HC Ambri-Piotta im nächsten Jahr etwas besser sein, als noch in dieser Spielzeit. Es wird aber viel von der Konkurrenz abhängen, wie weit es reicht. Strauchelt ein grosses Team? Setzt Langau die leichte Aufwärtstendenz fort? Wie stark ist ein allfälliger Aufsteiger? Es sind allesamt Faktoren, die den Erfolg der Biancoblu in der nächsten Spielzeit beeinflussen werden. Die Hausaufgaben wurden im Tessin auf alle Fälle gewissenhaft erledigt.