The NL-Power-Ranking
Die ZSC Lions nutzen die Gunst der Stunde, am anderen Ende taumeln die Rapperswil-Jona Lakers
Die National League befindet sich mitten in einer intensiven Phase. Am vergangenen Donnerstag wurden erste Partien der 27. Runde und damit der zweiten Hälfte der Regular Season ausgetragen. In diesen wegweisenden Wochen bis hin zur nächsten Länderspielpause nutzen wir die spielfreie Zeit bis am kommenden Mittwoch, um einen Überblick über die aktuellen Formstände zu bieten.
Im NL-Power-Ranking tragen wir jeweils die Formstände der Teams anhand der letzten fünf Pflichtspielen zusammen. So zählen in das aktuelle Ranking nicht nur die letzten Meisterschaftsspiele, sondern auch einzelne Einsätze auf der internationalen Bühne.
14. HC Ajoie (0)
Am Tabellenende verändert sich im Vergleich zur National League nichts. Der HC Ajoie belegt auch nach dem aktuellen Formstand den letzten Platz. Elf Niederlagen in Folge haben die Jurassier aneinandergereiht. In den letzten fünf Runden resultierten zwei Punkte aus den Overtime-Niederlagen gegen Lausanne und Kloten. In diesem Zustand wird der HCA nicht mehr vom Tabellenende wegkommen, der Rückstand auf den Lausanne HC beträgt schon elf Zähler.
13. SC Rapperswil-Jona Lakers (-7)
Das hätte man wohl nicht gedacht, aber die SC Rapperswil-Jona Lakers kämpfen auch in der Spielzeit 2022/23 um einen direkten Platz in den Playoffs. Nach den beiden knappen 1:2-Pleiten gegen die direkte Konkurrenz aus Zug und Davos, jubelten die Rosenstädter beim Tabellenleader in der Verlängerung. In den letzten beiden Partien musste man gegen Ambri-Piotta und Kloten als Verlierer vom Eis. Nur gerade zwei Punkte konnte man in den letzten fünf Spielen gewinnen. Wollen die Lakers ihren momentanen Playoff-Platz halten, braucht es dringend wieder Punkte.
12. EHC Kloten (-3)
Der EHC Kloten bereichert die Liga weiterhin mit mutigen und frechen Auftritten. Vor allem Zuhause waren die Flughafenstädter stark. In den letzten fünf Partien mussten sie das Eis jedoch dreimal ohne Punktgewinn verlassen. Zwei der drei Niederlagen zog man Zuhause ein, wo man zuvor siebenmal in Folge gewonnen hatte. Will der EHC Kloten den Pre-Playoff-Platz halten, muss man unbedingt wieder besser in Form kommen und auch im heimischen Stadion wieder Punkte sammeln.
11. Lausanne HC (+2)
Der Trainerwechsel hin zu Geoff Ward hat sich zumindest punktemässig für den Lausanne HC noch nicht ausbezahlt gemacht. Von zehn Partien hat der LHC nur die Hälfte gewonnen, allerdings hat man sich spielerisch deutlich verbessert. Nur einmal, am letzten Donnerstag gegen Biel, hat man mit mehr als einem Tor Differenz verloren. So hat Lausanne dennoch nur fünf Punkte auf dem Konto im Power-Ranking, diese hat man gegen die direkte Konkurrenz aus Ajoie und Ambri gesammelt.
10. HC Ambri-Piotta (+2)
Mit einem Punkt Vorsprung hat sich der HC Ambri-Piotta im Kräftemessen vor dem Lausanne HC gehalten, aber auch die Form der Biancoblù reicht nicht aus, um aus dem Tabellenkeller zu kommen. Die Mannschaft von Luca Cereda zeigte zuletzt immer wieder furiose Phasen, liess sich dann aber von einzelnen Rückschlägen verunsichern und aus dem Konzept bringen. So reichte weder gegen den Zett ein starkes Startdrittel noch gegen Lausanne ein gutes Mitteldrittel aus, um sich am Ende Punkte anschreiben zu lassen. Immerhin gelang im letzten Spiel gegen die Rapperswil-Jona Lakers ein Heimsieg.
9. EV Zug (-4)
Der Schweizer Meister ist alles andere als so souverän, wie man es von ihm in den letzten beiden Saisons gewohnt ist. Der EV Zug befindet sich mitten im Kampf um die direkten Playoffränge. Gut möglich, dass die Zuger dabei vor allem mit dem längeren Atem hintenraus den Unterschied ausmachen werden. In der Zentralschweiz liegt das Augenmerk derzeit nicht ausschliesslich auf der National League. Mit souveränen Siegen gegen den EHC Red Bull München hat man sich in die letzten acht Teams der Champions Hockey League gespielt. Die nächste Hürde kommt aus Tschechien und heisst Mountfield HK. In Zug arbeitet man immer noch am internationalen Titel, dafür nimmt man auch leichte Formschwankungen in der Liga in Kauf, speziell in einer schwierigen Zeit mit verletzten Import-Spielern.
8. Genève-Servette HC (-7)
Der souveräne Tabellenleader hat zuletzt mit einer etwas schwankenden Form zu kämpfen. Ausgerechnet vor dem heimischen Publikum gab es aus den Spielen gegen Bern, Rapperswil-Jona und Zug gab es lediglich einen einzelnen Punkt. Noch ist das Polster gross, aber die Aigles müssen wieder an Flughöhe gewinnen. Jan Cadieux' Team hat dafür vermeintlich einfachere Aufgaben vor sich. Immerhin konnte man gegen den HC Ajoie drei Punkte einfahren. Als Nächstes wartet Ambri-Piotta. Sie lässt man trotz schwankender Form auch im Power-Ranking hinter sich lässt. Es dürfte für die Genfer also schon bald wieder aufwärtsgehen.
7. SCL Tigers (+3)
Mit den SCL Tigers findet man ein Team, welches im Power-Ranking weiter oben steht als in der Tabelle. Gegen Kloten und im ersten Duell gegen den SC Bern hat man zuletzt zwei Siege feiern können. Jüngst konnte man sich am Samstag nach der Niederlage gegen den SCB dank eines guten ersten Drittels gegen Fribourg-Gottéron durchsetzen. In der Tabelle halten die Langnauer noch den Kontakt zu den Pre-Playoff-Rängen. Zwar dürfen die Tigers noch träumen, aber dazu sind weiterhin konstant starke Leistungen notwendig. Immerhin reicht es derzeit aus, den ihnen vorhergesagten Kampf um den Klassenerhalt in den Playouts zu entkommen.
6. HC Fribourg-Gottéron (+2)
International die Segel streichen musste unter anderem der HC Fribourg-Gottéron, dafür läuft es in der Meisterschaft nach Startschwierigkeiten wieder besser. In der National League haben die Saanestädter bislang am wenigsten Meisterschaftsspiele absolviert. Die Formkurve stimmte bis zur letzten Woche, da war auch eine Niederlage gegen die beeindruckend aufspielenden ZSC Lions verkraftbar. Am vergangenen Samstag kassierte man jedoch nach einem schwachen Startdrittel eine ärgerliche Niederlage, was die Formkurve ein wenig schmälert. Mit einzelnen Nachtragsspielen wird der Dezember für Christian Dubés Mannschaft strenger, als für einige Konkurrenten. Es wird richtungsweisend sein, wie der HCFG durch diese Wochen hindurch kommt. Hält die gute Form an, wird man in der Tabelle weiter nach oben klettern.
5. HC Lugano (+6)
Nicht alle Trainerwechsel verpuffen wirkungslos. Unter Luca Gianinazzi hat der HC Lugano sich wieder vermehrt auf seine Stärken berufen und lässt eine Leistungssteigerung erkennen. In den letzten fünf Spielen gab es nur zwei Niederlagen gegen Fribourg-Gottéron und zuletzt gegen Biel. In der Tabelle hat man sich dank der jüngsten Formkurve aus dem Keller wieder näher an die Pre-Playoff-Ränge herangekämpft. Können die Bianconeri diese Form weiterziehen, dürfte es auch möglich sein, dass man die Lücke zur oberen Tabellenhälfte, die derzeit acht Zähler beträgt, langsam einschmelzen kann. Die Spielzeit ist für den HC Lugano trotz sehr schwachem Start noch nicht gelaufen. Will man noch in die Pre-Playoffs kommen, darf man sich wohl keinen Durchhänger mehr leisten.
4. SC Bern (+3)
Wir wären beim nächsten Club, der zuletzt einen Trainerwechsel zugezogen hat. Auch in Bern hat sich das bislang noch nicht vollends gelohnt, doch es geht aufwärts. Zuletzt konnte man die formstarken ZSC Lions auswärts nach Verlängerung schlagen. Niederlagen wie jene gegen die Tigers kann sich der SCB nicht leisten, wenn man sich noch in die obere Tabellenhälfte und die direkten Playoff-Ränge schieben möchte. Vor allem schmerzt die durchzogene Form mit Blick auf das bevorstehende Programm. Als Nächstes geht am kommenden Wochenende mit schwierigen Duellen gegen Zug und Fribourg-Gottéron weiter.
3. HC Davos (+1)
Wir bewegen uns kontinuierlich zur Spitzenposition, nun sind wir beim dritten Platz und damit beim HC Davos angelangt. Nach dem Aus auf der internationalen Bühne haben die Bünder in der Meisterschaft einen höheren Takt angeschlagen. Zuletzt jubelte man gegen Bern, die SCRJ Lakers und gegen den EHC Biel. Nach vier Siegen in Folge verlor man am Sonntag gegen die ZSC Lions. Diese vier Siege in Folge gaben wichtige Punkte, um sich in der Tabelle in den Top-Sechs zu halten. Gleichzeitig bringt sich der HCD auch in Form für ein weiteres Saisonhighlight. In der Altjahrswoche steht dann der Spengler Cup auf dem Programm und dort will sich der Gastgeber im besten Licht präsentieren.
2. EHC Biel-Bienne (0)
Der EHC Biel dürfte jubilieren, konnte man kürzlich endlich den Kalender umblättern. Das gefürchtete Novemberloch fiel in diesem Jahr nicht so extrem aus, wie in anderen Saisons, als man im Seeland gar nichts zu jubeln hatte. Zuletzt holte man vier Siege aus fünf Spielen. Dreimal spielte man sogar zu null. In der Liga hält man derzeit einen Punkteschnitt von knapp über zwei Zählern pro Spiel, mit zwölf Punkten aus fünf Partien ist man da im Formbarometer sogar noch darüber. Die Bieler können also entspannt auf die Adventszeit blicken, zumal gerade noch neue Verstärkung in Biel eingetroffen ist.
1. ZSC Lions (+2)
Das internationale Saisonziel hat man mit dem Ausscheiden aus der Champions Hockey League verpasst, das nationale nimmt man nun dafür mit zusätzlicher Vehemenz in Angriff. In den letzten fünf Partien verlor man nur gerade zwei Punkte bei der Overtime-Niederlage gegen den SC Bern. Weiterhin trügt die Tabelle, weil die Löwen doch beispielsweise drei Partien weniger als Leader Genf ausgetragen haben. In der aktuellen Form dürfte ein Leaderwechsel in der National League gar nicht mehr so weit voraus liegen. Die Zürcher tragen noch zwei Partien mehr aus im Dezember als die Konkurrenz vom Lac Léman, vielleicht reicht das bereits aus, um die Lücke nach vorne zu schliessen.
Die ZSC Lions stürmen derzeit durch die Meisterschaft.