Reto von Arx ein paar Fakten zu ihm. (Mochte ihn nicht, jedoch habe ich immer bewundert was er auf dem Eis zeigte. Ehre wem Ehre gebührt.. Starke Karriere!)
Auszeichnungen, Ausraster und 1 Tag auf der Strafbank
Mit dem 38-jährigen Stürmer verliert das Schweizer Eishockey eine ihrer ganz grossen Figuren. Zeit also, noch einmal auf die grosse Karriere des Emmentalers zurückzuschauen. Wir tun dies aufgeteilt in neun Kategorien.
Das Thema NLA-Titel:
Kaum ein Schweizer Spieler war so erfolgreich wie Reto von Arx. Bereits im zarten Alter von 17 Jahren gewann er seinen ersten Titel - denjenigen in der 1. Liga mit Langnau. Was dann aber noch kommen sollte, konnte er sich wohl in seinen kühnsten Träumen nicht vorstellen.
Sechsmal holte der heute 38-Jährige mit dem HC Davos den Meisteritel in der NLA, und stets war er - mit Ausnahme der vergangenen Saison - ein wichtiger Eckpfeiler in der Meistermannschaft. Dass er im vergangenen April im entscheidenden Spiel der Finalserie gegen die ZSC Lions den ''game winner'' erzielte, passte perfekt zur Geschichte des Centers.
Das Thema NHL:
Im Jahr 2000 wurde von Arx im ''NHL entry draft'' in der 9. Runde von den Chicago Balckhawks gezogen. Nach starken Auftritten bei den Norfolk Admirals in der AHL bestritt er als erster Schweizer Feldspieler am 06. Oktober eine NHL-Partie - und verlor gegen die Buffalo Sabres mit 2:4.
Nur drei Tage später erzielte der Emmentaler dann sein erstes Tor in der besten Liga der Welt. Es war zugleich auch das erste NHL-Tor eines Schweizers. Nach 19 Spielen (3 Tore und 1 Assist) war das Abenteuer für von Arx dann aber vorbei.
Nach einer Rückenverletzung entschied der damals 25-Jährige, in die Schweiz nach Davos zurückzukehren. Damit war das Kapitel Nordamerika abgeschlossen, obwohl von Arx lange Zeit als einer der besten Center ausserhalb der NHL galt.
Das Thema Ralph Küger:
An den Olympischen Spielen in Salt Lake City kam es zum Bruch zwischen Reto von Arx und Ralph Krueger - und schliesslich auch mit der Nationalmannschaft. Nach der 2:5-Pleite gegen die Ukraine und dem damit verbundenen Verpassen der Finalrunde schauten Reto von Arx und Marcel Jenni etwas zu tief ins Glas - und wurden vom Nationaltrainer sofort heimgeschickt.
"Es gibt Zeiten, wo ich als Führungsperson gewisse Linien neu ziehen muss", sagte Krueger damals. "Und das war so ein Fall. Ich konnte dieses unsportliche Verhalten der Mannschaft gegenüber nicht akzeptieren." Der Rest ist bekannt. RvA lief nie mehr im Trikot der Eisgenossen auf.
Das Thema Nationalmannschaft:
Trotz der relativ kurzen Dauer - die Gründe wurden zuvor erläutert - legte Reto von Arx eine ziemlich anständige Nationalmannschaftskarriere hin. So gehörte er zum Überraschungsteam, dass an der Heim-WM 1998 sensationell den 4. Platz erreichte.
Der Berner bestritt für die Schweiz vier Weltmeisterschaften (davon 2 B-WMs) und nahm an den Olympischen Spielen 2002 in Salt Lake City teil. Ingesamt lief er 105 Mal in Dress der Eisgenossen auf, erzielte dabei 22 Treffer und verbuchte 27 Assists.
Das Thema Zahlen:
Die statistischen Werte der Nationalmannschaft haben wir bereits gesehen, bleiben noch diejenigen aus 19 NLA-Saisons mit Davos nachzuliefern.
1004 NLA-Partien bestritt Reto von Arx zwischen 1995 und 2015 für den HCD, dabei erzielte er 265 Treffer, verbuchte 551 Assists und sammelte so total 816 Punkte - ein starker Wert. Auch die Strafbank sah er hin und wieder. So verbrachte er kumuliert einen Tag, zwei Stunden und 15 Minuten auf der Strafbank.
Das Thema Awards:
Zahlreiche offizielle und inoffizielle Auszeichnungen hamsterte Reto von Arx in seiner langen Karriere. So wurde Linksschütze beispielsweise dreimal zum MVP der NLA ausgezeichnet - in den Saisons 01/02, 05/06 und 08/09. Zwei Jahre später wurde er nochmals mit der MVP-Auszeignung geehrt, diesmal allerdings von den Medien.
2002/03 erhielt der Emmentaler die Auszeichnung zum Stürmer der Jahres, in der Saison war er der beste Skorer in den Playoffs und 2010/11 wurde er ins All-Star-Team des Spengler Cups gewählt.
Das Thema Ausraster:
Das Video, welches Reto von Arx im Playoff-Final 2006 zeigt, wie er SCB-Stürmer Ivo Rüthemann die Worte ''Such dir doch einen Stricher, du schwule Sau'' entgegenschreit, hat Kultstatus erlangt, wurde aber mittlerweile von der Videplattform YouTube gelöscht.
Das Thema Bruder:
Zusammen mit Jan verbrachte Reto - mit Ausnahme seines Jahrs in Nordamerika - seine gesamte Karriere. Die Verbundenheit zu seinem Bruder war so gross, dass es die von Arx' stets nur im Doppelpack gab.
So kam es auch zum mehr oder weniger unschönen Abgang aus Davos. Reto wollte nur bleiben, wenn Jan auch einen Vertrag erhalten hätte, das aber wollte der HCD nicht. So beeendeten die beiden zusammen ihre Karrieren.
Das Thema Spengler Cup:
Viermal konnte Reto von Arx mit dem HC Davos das Traditionsturnier in der Altjahreswoche gewinnen. Im Jahr 2000, als der HCD den Spengler Cup das erste Mal seit 42 Jahren wieder gewinnen konnte, fehlte er allerdings, da er sich in Nordamerika versuchte.
Mit den Titeln in den Jahren 2001, 2004, 2006 und 2011 wurde er für dieses Verpassen aber ausgesprochen gut entschädigt.