Acht Schlüsselspieler für die Endphase der National League
In den Playoffs sollen folgende acht Schlüsselspieler ihren Teams Tür und Tor öffnen
Acht Teams kämpfen ab dem 16. März in den Playoffs um den Schweizer Meistertitel. Der erste Schritt ist dabei der Einzug ins Halbfinale. Um diese harte Phase zu überstehen, müssen in einer Mannschaft alle Rädchen ineinander greifen. Dennoch gibt es einige Akteure, die in den nächsten Wochen besonders herausstechen könnten. Im Folgenden heben wir unsere Schlüsselspieler der kommenden Serien hervor.
Da alle Goalies in den Playoff-Spielen immer eine Schlüsselrolle übernehmen müssen, um an erfolgreiche Ergebnisse einzufahren, haben wir uns auf die Feldspieler konzentriert.
ZSC Lions: Denis Malgin
Denis Malgin bildet das Herzstück der Zürcher Offensive. Dies hat er sowohl in der vergangenen Regular Season als auch in den Playoffs bewiesen. Besonders ansehnlich waren seine Leistungen in der Saison 2021/22. Vor den NHL-Abenteuern in Toronto und Colorado stürmte Denis Malgin damals schon einmal für die Zürcher Grossstädter - und zwar mit grossem Erfolg. Auf eine überaus stattliche Regular Season folgten die Playoffs, in denen bei den Löwen so ziemlich alles über Malgin lief. In 17 Spielen erarbeitete der schweizerisch-russische Doppelbürger ganze 18 Torbeteiligungen. Nur im Final mussten sich die bemühten Zürcher dem EV Zug mit 3:4 in der Serie geschlagen geben.
Seine Wichtigkeit für den ZSC, seine vergangenen Playoff-Leistungen und der Fakt, dass er sich zurzeit in absoluter Topform befindet, verschaffen Malgin einen Platz auf dieser Liste.
EHC Biel-Bienne: Gaëtan Haas
Seit der Saison 2021/22 führt Gaëtan Haas die Bieler als Captain aufs Eis. Der Center ist der Spieler des Vereins, zeigt dies in den regulären Spielzeiten sowie den Playoffs. Nicht zuletzt wegen seiner physischen und vor allem mentalen Präsenz in den Reihen der Seeländer konnte der EHCB sich vor einem Jahr bis ins Finale vorarbeiten. Mit Haas als Dirigenten warf man die ZSC Lions glatt mit einem Sweep aus dem Halbfinale. Die Wiederbelebung, die der EHC Biel unter Interimstrainer Martin Steinegger gerade durchlebt, wird auf dem Feld nicht zuletzt vom Bieler-Captain orchestriert.
Ginge man nur nach Statistiken, so hätte sich vermutlich Toni Rajala an dieser Stelle der Liste wiedergefunden - dieser kam in der Regular Season in 51 Spielen auf 40 Scorerpunkte. Da in den Playoffs allerdings mehr denn je die mentale Stärke gefordert ist, wird Gaëtan Haas zum absoluten Schlüsselspieler der Bieler.
HC Fribourg-Gottéron: Marcus Sörensen
Von Marcus Sörensen wird in der Viertelfinal-Begegnung zwischen Fribourg-Gottéron und Lugano einiges abhängen. Wie wohl kaum einem National-League-Fan entgangen sein wird, ist der Schwede mit 63 Scorerpunkten - darunter 31 Tore - der Topscorer der diesjährigen Regular Season geworden. Diese imposante Form gilt es nun mit in die Playoffs zu nehmen. Leichter gesagt als getan, im letzten Jahr hat's nämlich nicht geklappt. Der 31-Jährige ging mit null Treffern und null Assists in den Pre-Playoff-Spielen gegen den HC Lugano leer aus. Darauf, dass sich das dieses Jahr ändern könnte, deutet einiges hin. Wiegt man die laufende Saison gegen die bisherige Karriere des Schweden auf, so merkt man: Marcus Sörensen ist so gut in Form wie noch nie
Er muss leisten. Von Sörensen hängt aus Sicht der Fribourger im Viertelfinale einiges ab. An seine Tore und Assists am Laufband hat man sich mittlerweile fast schon gewöhnt, würden diese nun wegfallen, läuft der HCFG Gefahr, gegen Lugano das Nachsehen zu haben.
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HC Lugano: Calvin Thürkauf
Calvin Thürkauf ist der einzige Mann, der Marcus Sörensen in den letzten Monaten tatkräftig Konkurrenz gemacht hat. Die beiden lieferten sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen um den Titel des NL-Topscorers. Drei Torbeteiligungen waren es schliesslich, die dem 26-jährigen Schweizer fehlten, um mit seinem schwedischen Pendant gleichzuziehen. Die Bilanz von sechzig Torbeteiligungen - davon 28 Tore - sitzt dennoch so mancher gegnerischen Verteidigung in den Knochen. Der torgefährlichste Schweizer der National League ist für die Luganesi indessen unverzichtbar geworden. Zusammen mit seinen kanadischen Teamkollegen Daniel Carr und Michael Joly bildet Thürkauf die mit Abstand gefährlichste Offensivlinie der Schweiz.65 Tore haben die drei auf dem Konto.
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Ähnlich wie in Fribourg ist man in Lugano auf den eigenen Goalgetter angewiesen. Kann der Center die Tessiner-Offensive weiterhin so stark zusammenhalten wie bisher, so wird er in den kommenden Partien seiner Schlüsselspieler-Rolle gerecht.
Lausanne HC: Antti Suomela
Ein finnischer Sommerneuzugang steht beim LHC im Fokus. Antti Suomela, der Center der Waadtländer, lässt die Lausanner Offensive zaubern. Zu Beginn der Saison ist der heute 29-Jährige als amtierender schwedischer Topscorer in die Schweiz gekommen. Hier spielte er gleich von Beginn weg eine ausschlaggebende Rolle in der Wiederbelebung des LHC. Nun, wo die Löwen wieder auf Kurs sind, hat man mit Antti Suomela einen Topspieler in einem funktionierenden Kollektiv. Nach seiner ersten regulären Saison in der National League hat er schon 52 Spiele auf dem Buckel und schmückt das Résumé mit 12 Toren und 29 Assists. Neben Toni Rajala ist Suomela der einzige Spieler der National League, der in der Regular Season dieses Jahres über 200 Mal den Puck aufs Tor gebracht hat. Das sind knapp vier Torschüsse pro Spiel.

Geniesst Antti Suomela in den Playoffs zu viele Freiheiten, wird er die Albträume der gegnerischen Torhüter wahr werden lassen. Der Finne deckt seine Gegenspieler mit einer Lawine von Torschüssen ein und generiert so viel offensiven Output wie kaum ein anderer. In den kommenden Playoffs ist er der Schlüsselspieler der Waadtländer.
HC Davos: Klas Dahlbeck
Ein erster Verteidiger wird zum Schlüsselspieler des HC Davos. Klas Dahlbecks Wichtigkeit in der Bündner Defensive wird zu diesem Zeitpunkt wohl von niemandem mehr angezweifelt. Zusammen mit Dominik Egli ist er der Hauptverantwortliche, um die Schüsse aufs Bündner Tor zu entschärfen. Was in dieser Spielzeit allerdings heraussticht, sind die rasant ansteigenden Offensivleistungen des Schweden. In 52 Spielen gelangen Dahlbeck 26 Torbeteiligungen - zusammengesetzt aus sieben Toren und ganzen 19 Assists. Eine klare Steigerung gegenüber dem Vorjahr, da waren es noch deren drei, respektive elf.
Das Bemerkenswerte an der offensiven Verbesserung: Klas Dahlbeck kommt auf gerade einmal 19 Sekunden Eiszeit pro Spiel bei Überzahlsituationen. Dies macht ihn zum wichtigsten Davoser Verteidiger bei fünf-gegen-fünf und zum absoluten Schlüsselspieler für die Playoffs.
EV Zug: Jan Kovar
Seit der Saison 2019/20 läuft der Tscheche nun schon für den EV Zug auf, seit bald drei Jahren führt er die Mannschaft gar als Captain an. Ist der Tscheche in Form, so ist er das absolute Ass im Ärmel der Zuger. Allerdings: Die diesjährige Saison lässt von Seiten Kovars zu wünschen übrig, auch wegen temporären körperlichen Beschwerden. 28 Torbeteiligungen gelangen dem Tschechen in der Regular Season. Verglichen mit den Vorjahren - da kam der Center jeweils auf über 40, einmal gar auf über 60 Scorerpunkte - ist das fast schon eine magere Leistung. Spricht natürlich für den Standard, den Kovar sich selbst gesetzt hat. Auch in den Playoffs lässt sich ein Formabfall aufzeigen. Vor zwei Jahren steuerte der heute 33-Jährige mit 21 Torbeteiligungen in fünfzehn Playoff-Spielen zur Zuger Meisterschaft bei, letztes Jahr waren es nur noch vier Scorerpunkte aus elf Spielen, darunter kein Tor.
Eine bessere Zeit seine Form wiederzufinden als jetzt gibt es für Kovar nicht. Sollte ihm das gelingen, avanciert er zum absoluten Schlüsselspieler und kann dem zuletzt formschwachen EV Zug wieder Auftrieb verleihen.
SC Bern: Patrik Nemeth
Den letzten Platz auf dieser Liste krallt sich ein Schwede. Patrik Nemeth wird sich in den kommenden Wochen der Aufgabe annehmen, der gegnerischen Offensivlinie ein Dorn im Auge zu sein. Um dies zu bewerkstelligen, kann er auf reichlich Erfahrung zurückgreifen - der Grossteil davon aus der NHL. Knapp zehn Jahre sorgte er bei seinen amerikanischen Teamkollegen für Erleichterung und Verschnaufpausen. Ob Dallas, Colorado, Detroit, Arizona oder gar New York, überall spielte der Mann aus Stockholm den Bodyguard der Goalies. Seit dieser Saison verrichtet Nemeth seine Dienste nun für den SC Bern und hat neben der defensiven Solidität sein Spiel auch gegen vorne erweitert: Zehn Assists gelangen ihm in der diesjährigen Regular Season - mehr offensiven Output konnte er in seiner langen Karriere erst zweimal verbuchen (2018: 12 Assists und 2012: 11 Assists).

Obschon Teamkollege Dominik Kahun mit fünfzig Scorerpunkten eine fabelhafte Saison gespielt hat, hat Nemeth im Rennen um die Rolle des Schlüsselspielers die Nase vorn. In den Playoffs ist die Defensive enorm wichtig. Sollte es bei Bern hinten heiss werden, so heisst der Fels in der Brandung Patrik Nemeth.