Afrika-Cup: Final vs. Nigeria-Schreibt Gastgeber Elfenbeinküste sein Märchen zu Ende?
Nach viel Drama wollen die «Elefanten» im Traumfinal gegen Nigeria den Heimtriumph perfekt machen. Heute, 08:44 Uhr
Mit Musik, Tanz und lauten Jubelgesängen feierten die Fussballfans der Elfenbeinküste ihre Mannschaft nach dem geschafften Finaleinzug. Die Gastgeber waren beim Afrika-Cup eigentlich längst totgesagt. Doch nun steht den «Elefanten» im eigenen Wohnzimmer ein Traumfinal gegen Nigeria bevor.
«Wir sind stolz darauf, dass wir all diese Menschen glücklich gemacht haben», sagte Sébastien Haller, dem im Halbfinal gegen die Demokratische Republik das goldene Tor gelungen war. Der Stürmer von Borussia Dortmund traf mit einem Volley-Aufsetzer zum verdienten 1:0 über den Kongo. Plötzlich ist alles möglich.
Dass das Team des Gastgebers gegen die «Super Eagles» aus Nigeria am Sonntagabend die Chance auf den ganz grossen Coup hat, gleicht einem Wunder. Nach zwei Vorrunden-Niederlagen musste Trainer Jean-Louis Gasset gehen, einzig die Schützenhilfe der Konkurrenz hievte die Ivorer als einen von vier Gruppendritten in die K.o.-Runde.
Drama pur im Viertelfinal gegen Mali
Die Stimmung war am Nullpunkt, dann folgten Siege gegen Titelverteidiger Senegal, Mali und nun die DR Kongo – doch ohne Drama ging es auch in der K.o.-Phase nicht. Gegen die Senegalesen rettete Frank Kessie die Gastgeber mit dem 1:1-Ausgleich in der 86. Minute in die Verlängerung. Im Penaltyschiessen verwandelten sämtliche Schützen der Ivorer, während Senegal einmal patzte.
Legende:Jubeln sie auch nach dem Final?Die Ivorer nach dem Halbfinal in Feierlaune.KEYSTONE/EPA/LEGNAN KOULA
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Legende:Möchte zum Spielverderber werdenNigeria mit Starspieler Victor Osimhen.IMAGO IMAGES/SHENGOLPIXS
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Der Viertelfinal gegen Mali war an Dramatik kaum zu überbieten: Diesmal schoss Simon Andriga gar erst in der 90. Minute den 1:1-Ausgleich für die «Elefanten», ehe Oumar Diakité das Stadion in Bouaké mit seinem Siegtreffer in der Nachspielzeit der Verlängerung in ein Tollhaus verwandelte.
Gelingt die Revanche gegen Nigeria?
Nun steht der Elfenbeinküste die Krönung bevor. Nigeria, das sich im Halbfinal im Elfmeterschiessen gegen Südafrika durchsetzte, hatte am 18. Januar das Gruppenspiel gegen die Ivorer mit 1:0 gewonnen.
Haller fiebert dem spektakulären Final entgegen. «Es reicht zu wissen, wie wichtig es ist», sagte der 29-Jährige. «Nigeria ist eine sehr, sehr gute Mannschaft, die uns in der Gruppenphase geschlagen hat. Also liegt es an uns, uns zu revanchieren.» Und um am Ende eines turbulenten Turniers den 3. Titel des Landes (nach 1992 und 2015) in der Geschichte der Kontinentalmeisterschaft zu feiern. Nigeria greift nach der bereits 4. Afrika-Cup-Trophäe nach 1980, 1994, 2013.
Der Super Bowl 2024 wirft seinen langen Schatten auf die gesamte US-Sportszene – bald ist es aber „überstanden“.
Quelle: Joël Ch. Wuethrich 7. Februar 2024 • 17:50 Uhr
Für NHL-Teams in den klassischen NFL-Märkten ist die Zeit der Football-Playoffs bezüglich Aufmerksamkeitsvolumen ziemlich hart. Jetzt – vor dem Superbowl nächste Sonntagnacht - ganz besonders. Und mit den San Francisco 49ers und den Kansas City Chiefs stehen zudem noch zwei über ihre geostrategische Kernregion sehr populäre Traditionsteams im Finalspiel. Aber bald ist es „überstanden“, denn für manche NHL-Kernmärkte ist aber die Zeit nach dem Superbowl der Beginn eines neuen Aufmerksamkeitszuspruchs bei Fans und Medien.
Der Superbowl Event 2024 in Las Vegas wird wohl alle Rekorde brechen: Über 113 Millionen waren 2023 live dabei, davon zirka 40 Millionen ausserhalb der USA. Beim NHL-All-Star-Weekend eine Woche vor dem Superbowl waren es knapp 1,5 Millionen. Die NFL hatte schon immer eine Vormachtstellung in der Aufmerksamkeit der US-Sportöffentlichkeit. Und heuer noch mehr denn je – Taylor Swift und Travis Kelce sei Dank. Aber eben nicht nur ihretwegen…
NHL vergrössert ihre Audience um 12 Prozent
Zuerst die gute Nachricht. Die NHL konnte bezüglich Reichweite und Ratings (alle Kanäle) im Vergleich zur Saison 2022/23 im US-Markt zirka 12 Prozent zulegen (Vergleichsmarke: Januar 2023). In Kanada ist das Publikumsinteresse wie immer stabil und hoch. Auch gibt es vermarktungstechnisch Hoffnung für das All Star-Weekendformat: Bereits 2023 konnte man hierfür – eigentlich eine reine PR-Veranstaltung der Liga und derer Sponsoren - in den USA eine Vergrösserung der Audience zu 2022 feststellen: Knappe 1,5 Millionen waren zu Peak-Zeiten über die drei Tage live dabei, während man noch 2022 ein Rekordtief von knapp 1,1 Millionen verzeichnete. Dies hat mit dem leicht angepassten Format zu tun und der Beliebtheit der Skill Competitions. Besonders das All Star-Game war ja in den letzten Jahren an Langeweile kaum mehr zu übertreffen.
NFL überstrahlt alles betreffend Reichweite – nicht nur wegen der „Swifties“
Im Vergleich jedoch zu den Grossereignissen der NFL, namentlich dem Superbowl-Spiel und alles, was sich noch im Umfeld dessen tut, sind diese Zahlen aus der Sicht der Vermarkter fast ein Witz. Kommt noch dazu, dass in diesem Jahr ein besonderer Faktor hinzukam, der die Popularität der NFL multiplizierte und sogar eine ganz neue Zielgruppe erreichte – nämlich eine, die sich bisher kaum für NFL interessierte. Aus dem Segment der Generationen „Alpha“ und „GenZ“ wurden junge, speziell auch weibliche Popstar-Fans zu NFL-Followerinnen. Taylor Swift heisst die Multiplikatorin. Sie hat die Aufmerksamkeit mit ihren 534 Millionen Followers auf die NFL gelenkt und einige Millionen NFL-Fans folgen ihr jetzt auch, obwohl sie keine Fans ihrer Musik sind. Umgekehrt hat auch Travis Kelce mehr als drei Millionen Follower/innen mehr aufzuweisen, die nachweislich aus dem Team Swift kommen. Auch die NFL hat profitiert und seine Reichweite auf den sozialen Medien auf 160 Millionen geschraubt. Und man rechnet, dass der „Swift Hype“ einen Reichweitenwert über alle Interessengruppen hinweg von fast 19 Milliarden erreichen könnte. Auf die Teams heruntergebrochen ist festzustellen, dass besonders die „Swifties“ beim Superbowl dem Titelverteidiger und Finalist 2024 – den Kansas City Chiefs – wegen der Liaison mit Travis Kelce einen starken Zuwachs bewirkten. Die Chiefs führen nunmehr zusammen mit den Dallas Cowboys, Philadeplhia Eagles und Pittsburgh Steelers die Rangliste der meisten Follower auf Social Media an.
Kein Influencer-Boost in Sicht in der NHL
So einen ähnlichen Influencing-Boost gibt es in der NHL nicht. Vergleichbar mit den Möglichkeiten der Jahrhundertwende war der Tennisstar Anna Kournikova einst ein Mini-Boost für die Liga, als sie mit Sergei Fedorov und Pavel Bure jeweils eine Liaison einging. In den letzten Jahren outeten sich Snoop Dogg, Ryan Reynolds, Will Ferrell, Justin Bieber, Mike Myers, Shaq O'Neill, Drake, Margot Robbie, Billy Joel, Zac Efron, Channing Tatum, Macklemore, Jake Gyllenhaal, Shania Twain, Céline Dion oder Kanadas Premier Justin Trudeau als Anhänger. Auch Taylor Swift liess sich hin und wieder, wie Trudeau, Twain, Dion, Gyllenhall und weitere in einem „Habs“-Trikot blicken oder trat an einem Konzert damit auf. Aber diese kurzzeitige Aufmerksamkeit ist weder in der Wirkung noch in der Reichweite zu vergleichen mit dem aktuellen, monatelangen Hype um Swift und Kelce in der NFL.
Die sportartenübergreifend ansteckende Sportbegeisterung
Doch wie beeinflusst der Superbowl in den NFL-Märkten aus rein sportlicher Sicht die Synergie zwischen den grossen Mannschaftssportarten? Nicht ganz uneigensinnig fiebert man gewissen NHL-Märkten dem NFL-Saisonende zu, denn die NFL-Playoffs und der lange Schatten des Superbowls lenkten immerhin die Aufmerksamkeit sehr stark von der eigenen ab. Immerhin stehen 2024 – im Gegensatz zu anderen Jahren – mit den Chiefs und 49ers zwei Teams im Finale, die keine NHL-Mannschaften in ihrer Stadt beherbergen. Geografisch gesehen sind die St. Louis Blues das Team in unmittelbarer Nähe (drei Autostunden entfernt). In der Bay Area jedoch sind die San Jose Sharks nur eine Autostunde von San Francisco entfernt. Tatsache ist: Andere Zahlen aus der jüngeren Vergangenheit beweisen, dass in einigen NHL-Märkten die Medienaufmerksamkeit für den Eishockeysport um das Doppelte stieg, sobald der Superbowl die Berichterstattungen nicht mehr dominierte. Je nachdem, wie erfolgreich das NHL-Team der Stadt oder des Einzugsgebietes in der respektiven Saison agierte und je nachdem wie populär die NHL in den Regionen ist.
Ein Beispiel aus dem Jahre 2016 fällt hierbei auf: Die Colorado Avalanche bekamen nach dem Super Bowl-Triumph der Denver Broncos nicht nur eine grössere Aufmerksamkeit bei den Sportfans und mehr Präsenz in den Medien, es entwickelte sich auch atmosphärisch eine Steigerung der Sportbegeisterung in Denver und im Staat Colorado. Der Vorteil hierbei war, dass die grossen Major-Sports-Mannschaften in der Stadt Denver beheimatet sind. Wenn es den Colorado Avalanche sportlich einigermassen gut läuft und man nach dem Super-Bowl-Weekend noch im Rennen um die Playoff-Plätze ist, kann man im Pepsi Center häufiger ausverkauft melden als vor und während der NFL-Saison oder gar den Playoffs. Die Medienanalytiker/Innen in Nordamerika bestätigen diesen Umstand der sportartenübergreifenden ansteckenden Sportbegeisterung. Ein anderer Umstand ist noch zu beachten: Noch können die NHL- und NBA-Teams viel Aufmerksamkeit generieren und profitieren, bis Ende März dann wieder die Saison in der Major League Baseball startet und sich das Interesse der Sport-Community auf weitere populäre Sportteams verteilt.
Joël Ch. Wuethrich publiziert wöchentlich Hintergrundberichte über die NHL in der führenden Deutschen Fachpublikation Eishockey News und hat ein ausgezeichnetes Beziehungsnetz in Nordamerika. Seit 1992 ist er Chefredaktor diverser namhafter Publikationen, unter anderem auch war er beim Slapshot sowie beim Top Hockey Chefredakteur und war zudem lange Jahre für den Spengler Cup strategisch in Marketing und PR sowie als Chefredaktor tätig. Joël Ch. Wuethrich leitet seit 1992 hauptberuflich eine crossmedial aufgestellte PR-Agentur und eine Player's Management Agentur (Sportagon), ist Crossmedia-Stratege und HF-Dozent mit Lehrauftrag für Kommunikation und Marketing. Er analysiert seit 30 Jahren als Autor/Chefredakteur in der Schweiz, Deutschland sowie in Kanada die NHL und beobachtet das Eishockeygeschehen weltweit intensiv. Der Familienvater (zwei Kinder) arbeitet in der Schweiz und in Montréal, wo ein grosser Teil seiner Verwandtschaft wohnt.
Ich weiss, ist ironisch gemeint. Einzig, was ich mir vorstellen könnte ist folgendes. Du hast Sörensen, Wallmark und De la Rose in deiner Mannschaft. Wenn du einen weiteren Spieler verpflichten könntest/würdest. Wer würde noch passen?
Vielleicht findet man diesen ja in der schwedischen Nationalmannschaft. Just a wild guess 😉
Nur für die Playoffs, würde ICH mich aber zuerst in NA umsehen, da hats dann schon noch ein paar Perlen...
umso mehr dass der Stamm/Kern eh steht, man schauen muss wer kommt/kann/will im April/Mai von der NHL, wer ist noch fit resp. nicht angeschlagen von unserem Playoff?
es spielen im Nov welche dies es eh nie schaffen für die WM, einige spielen sind dann gar nicht mehr aktiv und andere treffen sich in der Nati B wieder oder sind Auffüller und wirklich total überfordert, dazu die Verletzungsgefahr ..
Meiner Meinung nach sollte man über die Bücher
FISCHER und die NATI sind (hauptsächlich?!) Preistreiber und Schuld dafür, warum die Preise für 3. und 4. Linien Spieler in die Höhe geschossen sind. Aber davon spricht keine Sau!
Früher (jaja ich weiss... alles besser gsie, bla bla...) gab es einen Nati Kern und die üblichen Verdächtigen in der 2. Garde plus ein paar Junge. Hier hatte der "Titel" Natispieler noch einen Wert. Heute hast du praktisch 3-4 komplette Auswahlen und es wird wirklich jeder genommen/aufgeboten.
Fast jeder Durchschnittsspieler (U30, Linien 2-4 minus Ausländer) zählt heute zum erweiterten Nati Kader und diese erhalten dann von Fischer auch vielfach ein Aufgebot. Die Medien feiern dies jauchzend und heulen dann ein paar Tage später rum, warum die Schweizer an den Bejier Games oder Freundschaftsspielen ablutschen.
Bei den nächsten Vertragsverhandlungen kommt dann aber der Spielervermittler und sagt: hier mein Mandant, 2 Natiaufgebote, ist Nati Spieler, viel zu tiefes Angebot, hoch damit!
Frage: Wie viele Spieler der aufgebotenen Beijer Games, schaffen es bei Fischer an die A-WM? ca. 5-7 von 25?
Hier mal das Kader für die Beijer Hockey Games...:
Zurück auf Feld 1 – der Skirennsport frisst seine Athleten
Fast ein Dutzend Stars hat es in dieser Saison schon erwischt: Sie stürzten und landeten im Spital. Zwar wird viel in die Verbesserung der Sicherheit investiert, doch Skifahren auf Topniveau verlangt dem Körper schlicht mehr ab, als dieser aushält. Remo Geisser 09.02.2024, 16.00 Uhr 5 min
Skifahren ist eine Verschleisssportart, das zeigt sich in diesem Winter besonders krass. Kaum ein Rennen, das nicht unterbrochen wird, damit gecrashte Fahrerinnen und Fahrer mit dem Helikopter geborgen und ins Spital geflogen werden können. Mindestens zehn Topcracks hat es bisher erwischt, von Mikaela Shiffrin bis Corinne Suter, von Aleksander Kilde bis Marco Schwarz.
Dass es in dieser Saison oft grosse Namen trifft, mag dem Zufall geschuldet sein. Die Häufigkeit der Unfälle hingegen ist dem Skirennsport immanent. Die frühere Spitzenathletin und heutige SRF-Expertin Tina Weirather sagte 2021, sie führe bei den Frauen eine Verletztenliste. Darauf standen zu Beginn der Ski-WM in Cortina d’Ampezzo 35 Namen – alles Athletinnen aus dem Weltcup.
Zu dieser Elite des Rennsports gehören vielleicht 100 Sportlerinnen, und rund ein Drittel davon waren 2021 gleichzeitig verletzt. «Das hat nichts mehr mit Zufall zu tun, dumm gelaufen, zu viel Druck», sagte Weirather damals im Interview mit der NZZ, «wir üben ganz einfach einen Sport aus, den unser Körper nicht aushält.»
Das führt dazu, dass sich die Rennfahrer mit dem Worst Case befassen, bevor dieser überhaupt eintritt. Marco Kohler erzählte im Januar, wenige Tage nach seinem schweren Unfall in Wengen, er habe mit 17 oder 18 Jahren angefangen, mit einer Mentaltrainerin zu arbeiten. «Wir haben von Anfang an thematisiert, wie ich mich verhalte, wenn ich mich schwer verletze.»
Er versucht, den Sturz im Kopf zu überschreiben
2020 passierte es: Kohler stürzte als Vorfahrer am Lauberhorn schwer, sein Knie erlitt Totalschaden, die sportliche Zukunft schien ungewiss. In diesem Winter schien der inzwischen 26-Jährige doch noch den Durchbruch zu schaffen. Dann kam Wengen – Sturz. Helikopter. Spital. Wenig später erzählte er von der mentalen Aufarbeitung des Crashs: die Sturzstelle im Kopf immer wieder anfahren, sie gut meistern und heil ins Ziel kommen. So oft, bis der Kopf den Unfall gelöscht und durch ein positives Erlebnis ersetzt hat.
Das tönt absurd, ist aber wohl die einzige Möglichkeit in diesem Sport: sich einreden, es sei nichts gewesen, damit man wieder fähig wird, Kopf und Kragen zu riskieren. Denn wer nicht bereit ist, an die Grenze zu gehen, kann gleich mit dem Rennsport aufhören. Und Angst verleitet zu Fehlern.
Wenn es dann passiert, hilft die Medizin. Operationstechniken und Reha-Massnahmen wurden perfektioniert, in der Regel steht ein Athlet im Winter nach einem Kreuzbandriss wieder am Start. In Österreich wird derzeit Marco Schwarz von einem Filmteam begleitet. Die daraus entstehende Doku soll jungen Sportlerinnen und Sportlern zeigen, dass man nach einer schweren Verletzung an die Weltspitze zurückkehren kann. Das hat auch eine zynische Seite, aber was soll man machen in einem Sport, in dem fast jede und jeder irgendwann von der Piste abfliegt und im Spital landet?
Der Kreuzbandriss ist die mit Abstand häufigste Verletzung im Skirennsport. Und sie ist derart normal, dass man sich ihretwegen nicht mehr zwingend unters Messer legt. Carlo Janka erwischte es 2017 kurz vor dem Saisonstart, aber weil in jenem Winter Olympische Spiele anstanden, liess er sich konservativ behandeln. Er schaffte es tatsächlich an die Spiele in Korea.
Ein noch extremerer Fall ist Joana Hählen. Sie riss sich in jedem Knie zweimal das Kreuzband. Die ersten beiden Verletzungen wurden nach Schema F behandelt: Operation, Reha, Rückkehr. Als es sie 2018 erneut erwischte, ging sie den Weg ohne Eingriff, aber mit viel Physiotherapie und Übungen für das Knie. Den Tamedia-Zeitungen sagte sie jüngst: «Auf eine Operation zu verzichten, war die beste Entscheidung, die ich treffen konnte.»
Podestplätze ohne Kreuzbänder – das geht
Als sie 2020 erstmals aufs Podest fuhr, war ihr linkes Knie nur noch teilweise intakt, eine Schiene gab zusätzlichen Halt. Kürzlich musste die 32-Jährige in Cortina nach einem harten Schlag die Fahrt abbrechen; ein MRI zeigte erneut einen Kreuzbandriss, diesmal im rechten Knie. Spätere Untersuchungen ergaben jedoch, dass dieses Band bereits 2021 zerstört worden war.
Damals fuhr sie fröhlich weiter, und heute wissen wir, dass sie 2022 und 2023 drei zweite Ränge erreichte, obwohl in beiden Knien ein Kreuzband fehlte. Klar stand nun eine Operation gar nicht zur Debatte, Hählen ist zuversichtlich, bald wieder am Start zu stehen.
Hinfallen, aufstehen, zurückkämpfen. Dieser Zyklus ist im Skizirkus bittere Realität. Und dank den sozialen Netzwerken sind wir heute quasi live dabei. Aleksander Kilde postete einen Tag nach seinem schweren Sturz in Wengen ein Bild aus dem Spital, auf dem seine Freundin Mikaela Shiffrin sich tröstend neben ihn gelegt hat.
Als das Gerücht ging, er könnte bald zurückkehren, stellte der Norweger Bilder seiner Wade mit einer vernähten Fleischwunde ins Netz. Den Medien sagte er, dass er erst zwei Wochen nach dem Sturz fähig gewesen sei, zehn Minuten aufrecht zu sitzen, ohne dabei in Ohnmacht zu fallen.
Wenig später erwischte es auch seine Freundin, doch sie hatte deutlich mehr Glück. Derzeit meldet sie sich regelmässig aus der Reha, ein Comeback noch in diesem Winter scheint möglich. Für die Amerikanerin geht es immerhin um den Sieg im Gesamtweltcup.
Redet man mit Experten und Athletinnen, hört man immer wieder, dass etwas geschehen sollte. Doch Patentrezepte gibt es nicht in einer Sportart, in der Kräfte frei werden, die auch den muskulösesten Körper überfordern. Mit Auffangnetzen und Pistenpräparierung wurde viel für die Sicherheit getan. Wenn es aber um Massnahmen an den Fahrern selbst geht, reagieren diese skeptisch.
2015 wurde ein Airbag eingeführt, doch nur rund 50 Prozent der Athletinnen und Athleten tragen ihn. Ab nächster Saison wird er obligatorisch. Es gibt auch schnittfeste Unterwäsche, sie hätte Kildes Schnittwunde wohl verhindert. Die meisten Fahrer sind renitent, weil sie sich ein wenig in ihrer Bewegungsfreiheit eingeschränkt fühlen. Ab 2025/26 sollen diese Textilien für alle verbindlich sein.
Gegen Kreuzbandrisse könnte wohl nur eine intelligente Bindung helfen, deren Algorithmus die Öffnung auslöst, sobald die Belastung auf das Knie zu gross wird. Darüber geredet wird schon lange, die Einführung steht in den Sternen.
Super BowlAmerican Football: Vor dem TV macht's mehr Spass als im Stadion
American Football im Stadion: Vorsicht, Einschlafgefahr!
Bild: Getty
In der Nacht von Sonntag auf Montag ist es wieder soweit: Super Bowl – bis 4 Uhr morgens wach sein und es am nächsten Tag bereuen, weil das Spiel ja doch nicht das hielt, was es versprach. Aber immer noch gilt: Besser auf dem Sofa einnicken als im Stadion. Ein Erlebnisbericht. Jan Arnet 11.2.2024
Amercian Football, eine unglaublich faszinierende Sportart. Die Vielfalt an Spielzügen und all die Taktiken, welche die Spieler beherrschen müssen. Und am Ende läuft doch vieles immer wieder auf Improvisation hinaus. Auf den entscheidenden Moment zum richtigen Zeitpunkt.
NFL-Spiele schaue ich mir aber doch erst an, wenn die Saison in die heisse Phase geht. Also die paar Wochen vor dem Super Bowl. Zum einen, weil die Spiele meist erst mitten in der Nacht zu Ende sind, zum anderen, weil mich die vielen Pausen ärgern. Fünf Sekunden ist das Ei im Spiel, dann wird die Partie wieder unterbrochen. Teilweise für mehrere Minuten. Aber man kann sich daran gewöhnen, schliesslich werden während den Pausen die Spielzüge von den TV-Experten so gut analysiert, dass man danach auch als Laie versteht, warum der Quarterback jetzt mit dem Football in der Hand auf den Boden kniet, statt ihn zu passen.
So richtig langweilig wird American Football erst, wenn man ins Stadion geht. Das weiss ich seit ich mir zum ersten und wahrscheinlich letzten Mal ein Football-Match live vor Ort angeschaut habe. Denn anders als im Fernsehen werden die Pausen im Stadion nicht mit spannenden Analysen überbrückt, sondern mit fragwürdigen Pausen-Shows: Fans werden auf den Platz gebeten, um Footballs zu fangen. Oder Maskottchen machen mit ihrer T-Shirt-Kanone die Runde. Gähn! Auch die Stadion-Atmosphäre in Nordamerika ist nicht mit jener in Europa zu vergleichen.
Beim Super Bowl hat man zwar noch die bombastische Halbzeit-Show, wo die grössten Stars der Musikbranche für Unterhaltung sorgen. Aber um ehrlich zu sein, braucht dies auch bei einem solch grossen Sport-Event kein Mensch. Deshalb ist mein Ritual während der Halbzeitpause: Zähne putzen gehen, Pyjama anziehen und es mir auf dem Sofa bequem machen. Bis um 4 Uhr wach bleiben – das schaffe ich wohl auch dieses Jahr nicht.
Superbowl Sunday Ich bin mit meinen Jungs vor dem TV dabei und drücke den 49ners die Daumen, kann mit den Chefs aber auch gut leben. Hoffe auf ein offensives Feuerwerk!
«Mr. Irrelevant» greift nach dem Super Bowl – Brock Purdys Aufstieg ist ein Sportepos im Düsenjet-Tempo
Der Quarterback wurde 2022 als allerletzter Spieler im NFL-Draft ausgewählt. Nun bricht er Rekorde und ist mit den San Francisco 49ers nur noch einen Sieg vom Super-Bowl-Triumph entfernt. Nicola Berger10.02.2024, 15.08 Uhr 5 min
Die NFL ist ein Milliardenbusiness, die Entscheidungsträger investieren sehr viel, um bei der Talentschau richtigzuliegen. Jedes Jahr werden um die 260 Talente auf die 32 Teams verteilt. Die Spieler werden umfassend ausgeleuchtet. Es gibt physische Untersuchungen, einen kognitiven Test und teilweise eigentümliche Fragen in den Interviews mit den Managern: Findest du deine Mutter attraktiv? Was wäre deine bevorzugte Mordwaffe? Würdest du deinen Google-Verlauf mit uns teilen?
Aber es lässt sich nun einmal schlecht voraussehen, wie sich junge Sportler entwickeln. Und nicht jede Karriere verläuft linear. Es gibt Erstrundendrafts, die es nie in die Liga schaffen. Und späte Selektionen, die alle Erwartungen übertreffen. Bei der Lichtgestalt Tom Brady war das so; der Quarterback wurde im Jahr 2000 in der sechsten Runde an 199. Stelle von den New England Patriots ausgewählt. Und ist als siebenfacher Super-Bowl-Champion der erfolgreichste Spielmacher der Geschichte.
So weit ist Brock Purdy bei weitem nicht, auch wenn er den inzwischen zurückgetretenen Brady im Dezember 2022 in seinem allerersten Auftritt als Stammspieler mit 35:7 deklassierte. Sein Aufstieg hat etwas Atemberaubendes, denn Purdy, 24, war 2022 der 262. und letzte ausgewählte Spieler. Der «Mr. Irrelevant» jenes Drafts, das ist die Etikette, die man ihm übergestreift hat.
Im vergangenen Jahrzehnt haben es 8,4 Prozent der in der finalen, siebten Runde ausgewählten Quarterbacks überhaupt in die Liga geschafft. Aus Purdy aber ist bei den 49ers kein Wasserträger und Hinterbänkler, sondern ein Stammspieler und Star geworden. Im Vorjahr profitierte er von zahlreichen Verletzungen auf seiner Position und spielte ohne Anlaufzeit so stark, dass er sich nicht mehr verdrängen liess. In der Nacht auf Montag kann er als erster Siebtrunden-Quarterback der Geschichte den Super Bowl gewinnen.
Der Widersacher Patrick Mahomes verdient mit einer Partie mehr als Purdy in der gesamten Saison
Purdys Antipode heisst Patrick Mahomes, er ist so etwas wie das Aushängeschild der NFL. Es ist ein Duell der Extreme, nur schon monetär: Mahomes, 28, verdient in dieser Saison 59,4 Millionen Dollar. Und damit mit einer einzigen Partie mehr als Purdy mit 870 000 Dollar in der gesamten Spielzeit. Selbst sein Stellvertreter bei den 49ers, Sam Darnold, verdient knapp das Fünffache.
Trotzdem: Kein Play-off-Team verwendet so wenig Geld auf die Quarterback-Position wie San Francisco. Das ist nur möglich, wenn man einen Spielmacher aufstellen kann, der für den im Gesamtarbeitsvertrag vorgesehenen Mindestlohn eines Rookies spielt. Was einen enormen Vorteil bedeutet; die Ersparnisse können anderswo ausgegeben werden. Ein NFL-Kader umfasst 53 Spieler, es gibt eine universell gültige Gehaltsobergrenze von 224,8 Millionen. Es ist entsprechend keine Überraschung, dass San Francisco über das qualitativ bessere, ausgeglichenere Team verfügt.
Für die Chiefs kommt erschwerend hinzu, dass Purdy trotz seinem Schnäppchenpreis die bisher bessere Saison spielt als Mahomes: Er hat im Direktvergleich mehr Touchdowns und Yards geworfen. Auch wenn man fairerweise anmerken muss, dass die Abhängigkeit der Chiefs von ihrem Spielmacher deutlich grösser ist – die Equipe hat in der Offensive nicht allzu viele Akteure, die den Unterschied ausmachen können. Das ist der Preis der Mahomes-Millionen. Und auch des Erfolgs der letzten Jahre mit vier Super-Bowl-Teilnahmen seit 2019. Je mehr ein Team gewinnt, desto später kann es draften, das ist der Schlüssel zur Parität im US-Sport.
Bislang hat Purdy wenig aus der Ruhe bringen können, die Metamorphose vom «Mr. Irrelevant» zum unter Dauerbeobachtung stehenden Star hat er erstaunlich souverän gemeistert. Die Frage ist, ob Purdys Nerven auch auf der grösstmöglichen Bühne halten, im Super Bowl, der grössten eintägigen Sportveranstaltung der Welt. Das Fest des Gigantismus und seine lange Vorlaufzeit können einen aus der Bahn werfen.
Seit dem «Nipplegate» um Janet Jackson sind 20 Jahre vergangen
Der Rummel um Purdy war in den letzten Wochen enorm, er hat die Aufmerksamkeit unter anderem dazu genutzt, die Welt an seinem Glauben teilhaben zu lassen. Man weiss jetzt, was sein liebstes Bibelzitat ist, Psalm 23, das kommt an im tiefreligiösen Amerika. Ein Pastor aus Oregon schrieb, dass «christliche Familien am Sonntag für Purdy das TV einschalten» sollten. Warnte aber auch vor der «oft unmoralischen, für Kinder nicht geeigneten Halbzeitshow».
Vor 20 Jahren war dort der Nippel der Sängerin Janet Jackson zu sehen, davon haben sich Amerikas konservative Christen bis heute nicht erholt. Die NFL ist über die Jahre von etlichen Skandalen erschüttert worden. Spieler verprügelten ihre Frauen, in New Orleans setzten Trainer Kopfgeld aus, um Widersacher auf dem Feld zu verletzen. Aber ein Nippel ist der wahre Frevel, klar.
Purdy betet vor jedem Spiel, und es heisst, am College hätten ihn seine Teamkollegen vergeblich darum gebeten, mit ihnen das Nachtleben zu erkunden; das gebe ihm nichts. Lieber ging er fischen oder zum Gottesdienst. Und versuchte daneben, seine Footballfertigkeiten zu verbessern.
Kyle Shanahan, der Coach der 49ers, sagt, zu Purdys wichtigsten Qualitäten würden seine Lernbegierde und die Bescheidenheit gehören: «Er hat dieses Grundvertrauen in sich selbst, er ist zu 1000 Prozent von seinen Fähigkeiten überzeugt. Aber er hat keinerlei Allüren und hat sich nicht verändert, obwohl sich sein Leben radikal verändert hat. Ruhm interessiert ihn nicht, er ist unglaublich geerdet. Er weiss, was er will und welche Person er sein möchte. Das ist verdammt selten, nicht nur im Sport. Er ist ein spezieller Kerl.» Und der Routinier Christian McCaffrey, neben Purdy und dem Wide Receiver Deebo Samuel der wichtigste Offensivspieler San Franciscos, sagt: «Er ist der Anführer dieser Mannschaft. Alles beginnt mit ihm.»
«Beginn» ist ein gutes Stichwort: Diese verblüffende Geschichte, die vor knapp 22 Monaten ihren Anfang nahm, könnte am Sonntag einen vorläufigen Höhepunkt erreichen – ganz so, als würde es sich um ein kitschiges, von Hollywood erdachtes Sportepos handeln: Die Super-Bowl-Spielstätte Allegiant-Stadion in Las Vegas war im April 2022 bereits Austragungsort des Drafts gewesen. Weniger als zwei Jahre, bis sich der Kreis schliesst? Das ist Footballromantik im Düsenjet-Tempo. Es würde zu Purdys kometenhaftem Aufstieg passen.
Trades sind in der NHL so üblich wie das Amen in der Kirche, jetzt gibt es aber einen der ganz speziellen Sorte, nämlich ein waschechter Blockbuster Trade. Welcher es ist, erklärt Thomas Roost in seinem neuesten Blog.
Bei einem Blockbuster Trade werden hochkarätige «Assets» getauscht und/oder viele Assets. So geschehen vor Kurzem zwischen den Calgary Flames und den Vancouver Canucks: Elias Lindholm findet sich neu im Canucks-Roster wieder und Andrei Kuzmenko spielt neu für die Flames. Die Flames erhalten zusätzlich das 1. Rundendraftrecht 2024 der Canucks, ein Midround-Draftrecht 2024 plus die jungen Verteidigertalente Hunter Brzustewicz und Joni Jurmo. Wer als Gewinner aus Trades hervorgeht, kann immer erst in frühestens 1-2 Jahren beurteilt werden. Die Experten, Medien und Fans überbieten sich aber mit Stellungnahmen, Meinungen und Vorhersagen. Ich will da nicht hintenanstehen und präsentiere meine Analyse und Einschätzung:
Die Canucks haben mit Elias Lindholm einen der größten Namen und den wohl besten verfügbaren Center an Land gezogen und versuchen, sich nicht nur mit der Playoff-Qualifikation zufrieden zu geben, sondern wollen ernsthaft um den Stanley Cup mitspielen können. Vancouver führt überraschend die Western Conference an. Die Playoff-Qualifikation für die Flames ist hingegen sehr fraglich und dieser Trade deutet eher auf eine sanfte «Rebuild-Strategie» hin. Die Canucks haben zwar einen großen Fisch an Land gezogen, aber sie haben auch einen hohen Preis dafür bezahlt, indem sie drei Spieler und zwei Draft Picks nach Calgary geschickt haben, um Lindholm zu bekommen. Die Canucks haben das getan, was gute Teams tun: Sie haben sich voll und ganz auf den Stanley Cup konzentriert. Sie tauschten fünf gute «Assets», darunter einen Erstrundenpick, gegen einen Spieler der vielleicht nur temporär das Canucks-Jersey trägt, denn Lindholm wird im Sommer «unrestricted free agent», d.h. er kann sich im Sommer sein nächstes Team aussuchen. Das ist zwar ein gewisses Risiko, aber wenn das Team am Ende den Stanley Cup gewinnt, dann wird diesen Trade niemand mehr kritisieren. Lindholm ist ein begnadeter Zweiweg-Center und ohne Zweifel der beste Spieler in diesem Trade. Ein ungeschriebenes Gesetz unter GMs lautet, dass immer dasjenige Team den Trade gewinnt, das den besten Spieler bekommt. Falls dies stimmt, sind die Vancouver Canucks der Sieger dieses Trades. Für mich sind sie Sieger in diesem Trade, falls es ihnen gelingt, Lindholm spätestens im Sommer für weitere Jahre unter Vertrag zu nehmen. Falls nicht, haben sie einen zu hohen Preis bezahlt, denn Kuzmenko ist zwar nüchtern betrachtet nicht auf dem Niveau von Lindholm, aber ebenfalls ein guter Spieler und immerhin noch bis zum Ende der nächsten Saison unter Vertrag.
Zudem glaube ich, dass Kuzmenko in dieser Saison bisher unter Wert gespielt hat und mit einem Salär von «nur» 5.5 Mio ist er auch ein valables Trade-Asset falls er in Calgary nicht zur Blüte kommen sollte. Auch die weiteren «Assets», die die Canucks an die Flames abgetreten haben, sind für mich zu guten Teilen wertvoll, aber nicht hochkarätig. Der Erstundenpick wird ein später sein und späte Erstrundendraftrechte sind deutlich weniger wertvoll als ein Top10 Pick. Hunter Brzustewicz ist ein vielversprechendes Offensivverteidigertalent, aber er gehört nicht zu den super top gehandelten Nachwuchsspielern; auch hier, ein gutes aber kein hochkarätiges «Asset». Bei Joni Jurmo würde es mich überraschen, wenn er je ein valabler NHL-Spieler werden würde. Ueberspitzt gesagt haben die Canucks für Klasse getradet und die Flames für Masse. So gesehen sind die Canucks aus meiner Sicht die Sieger in diesem Trade. Aber der Trade birgt für die Canucks sehr viel mehr Risiken als für die Flames, denn – wie bereits erwähnt – falls Lindholm im Sommer abspringt und die Canucks in den Playoffs nicht mindestens bis ins Halbfinale stürmen, dann hat sich der Trade für die Canucks nicht gelohnt. Zudem…was ist, wenn sich Lindholm schwer verletzt? Dann stehen die Canucks mit leeren Händen da. Die Canucks gingen mit dem Trade «all in» und die Flames haben defensiv getradet und hoffen, dass sich eines der «nur» guten Assets zum hochkarätigen Asset entwickelt und falls dies der Fall sein wird, dann sind sie die Gewinner in diesem Trade. In diesem Sinne ist der Trade eine «Win-Win-Situation», denn er entspricht den Anforderungen der beiden unterschiedlichen Strategien («All-In» mit der Chance auf den Stanley Cup einerseits und sanfter «Rebuild» mit guten «Assets» andererseits). Ich persönlich favorisiere leicht die Canucks, denn ich meine, der Mut zum Risiko sollte belohnt werden und noch einmal: Der beste Spieler im Trade ist Lindholm.
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Der deutsche Verteidiger Maksymilian Szuber von den Tucson Roadrunners (Farmteam der Arizona Coyotes) steuerte in drei Spielen im Beobachtungszeitraum einen Assist beim 5:4-Heimsieg gegen die Ontario Reign bei (0-1-1) und gewann mit Tucson dreimal in Serie. Der 21-jährige Nationalspieler kommt nach 42 AHL-Einsätzen in dieser Saison auf 18 Scorerpunkte (4-14-18) und steht mit den Roadrunners (27-13-2) auf Platz zwei in der Pacific Division.
Der österreichische Stürmer Marco Kasper von den Grand Rapids Griffins (Farmteam der Detroit Red Wings) blieb in dieser Woche zwar ohne Scorerpunkt in zwei Spielen, verlängerte die Siegesserie seiner Mannschaft aber auf nun sechs Partien. Die Griffins (20-15-5) punkteten in sechs Spielen in Folge (6-0-1) und katapultierten sich in der Central Division auf Rang zwei. Das 19-jährige Erstrunden-Pick (Draft 2022, 8th overall) aus Innsbruck kommt nach 40 AHL-Spielen auf 20 Scorerpunkte (6-14-20).
Der deutsche Verteidiger Leon Gawanke von den San Jose Barracuda (Farmteam der San Jose Sharks) gab nach einer Oberkörperverletzung sein Comeback beim 2:1-Auswärtssieg bei den Abbotsford Canucks. Dabei blieb der 24-jährige Berliner trotz einem Torschuss aber ohne Scorerpunkt. Gawanke steht nach 37 AHL-Spielen bei 27 Punkten (8-19-27) und ist damit nach wie vor punktbester und torgefährlichster Verteidiger bei den Barracuda, dem Schlusslicht in der Pacific Division (14-21-7).
Der Schweizer Torwart Akira Schmid erhielt zwei Starts für die Utica Comets (Farmteam der New Jersey Devils) und zeigte dabei Licht und Schatten: Beim 3:1 gegen die Syracuse Crunch hielt der 23-Jährige aus Bern den Sieg mit 22 Saves und einer beeindruckenden Fangquote von 95,7 Prozent fest. Beim 0:4 gegen die Toronto Marlies schlug es dafür viermal hinten ein (26 Saves, 86,7 Prozent Fangquote). Schmid hat nach elf AHL-Einsätzen eine Fangquote von 88,9 Prozent. Die Comets (17-17-7) sind Letzter in der North Division.
Landsmann Ludovic Waeber von den Charlotte Checkers (Farmteam der Florida Panthers) erhielt einen Start im Beobachtungszeitraum: Bei der 1:6-Niederlage bei den Springfield Falcons zeigte der 27-Jährige aus Fribourg 23 Saves und eine Fangquote von 84,6 Prozent. In seiner ersten AHL-Saison überhaupt kommt Waeber nach 14 Spielen auf 88,8 Prozent Fangquote. Die Checkers (21-19-4) sind Fünfter in der Atlantic Division.
Der deutsche Trainer Marco Sturm musste mit seinen Ontario Reign (Farmteam der Los Angeles Kings) zwei Niederlagen in dieser Woche hinnehmen: Ontario verlor sowohl bei den Tucson Roadrunners (4:5) als auch gegen die Colorado Eagles (3:6). Bitter: Trotz sieben Tore in zwei Spielen holten die Reign (22-17-4) keinen einzigen Punkt und rutschten auf Rang sechs in der Pacific Division ab.
Weitere Talente aus dem DACH-Raum, auf die es zu achten gilt:
In der ECHL lieferte der österreichische Verteidiger Thimo Nickl von den Wheeling Nailers zwei Punkte in drei Spielen in dieser Woche. Der 22-jährige Klagenfurter erzielte beim 8:2-Kantersiegbei den Reading Royales seinen zweiten Saisontreffer (41 ECHL-Spiele, 2-13-15) und gab auch noch einen Assist. Es war Nickls erstes Multi-Punkte-Spiel in der laufenden Saison.
Unter den bereits gedrafteten Talenten aus dem DACH-Raum, die in den kanadischen Juniorenligen zum Einsatz kommen, sammelte der Schweizer Verteidiger Rodwin Dionicio (Draft 2023, 5. Runde, 129. Stelle, Anaheim Ducks) vom Saginaw Spirit (OHL) weitere Punkte: In drei Spielen gab der 19-Jährige drei Assists (0-3-3), darunter ein Multi-Punkte-Spiel gegen die Soo Greyhounds (3:5, 0-2-2).
Derweil blieb der deutsche Abwehrspieler Norwin Panocha (Draft 2023, 7. Runde, 205. Stelle, Buffalo Sabres) von den Chicoutimi Sagueneens (QMJHL) in zwei Spielen ohne Scorerpunkt, hielt zuletzt aber die Null beim Shutout gegen die Gatineau Olympiques (2:0).
Ich bin einfach nur froh, gehen möglichst wenige ZSC Spieler an diese "Plauschturniere". Wenn ich mir vorstelle, Andrighetto und Malgin hätten sich (bei Ghetto wieder) verletzt, kann das Meisterschaftsentscheidend sein. Für was genau? Bisschen Plausch mit vollem Einsatz und neue Erkenntnisse (die jeder schon vor Turnierstart kennt), für Fischi? Ich wäre eher für 10-12 Tage Pause für ALLE; Spieler, Trainer, Fans, Schiedsrichter, Verantwortliche und würde allen gut tun. (Hab das Spiel/die Spiele aber nicht gesehen...)
Grégory Hofmann und Attilio Biasca sind ausgefallen Für zwei EVZ-Spieler ist die Schweizer Niederlage gegen Schweden auch noch schmerzhaft
Die Schweizer Nationalmannschaft kassierte an den Beijer Hockey Games eine bittere Niederlage gegen Schweden. Besonders in den ersten beiden Dritteln wurde dem Nationalteam die Grenzen aufgezeigt. Offenbar haben zwei Stürmer aus dieser Partie auch noch Blessuren davongetragen.
Ein deutlicher Unterschied war in den ersten 40 Minuten zu sehen, zwischen einer stark besetzten schwedischen Mannschaft und einer ziemlich unerfahrenen Schweizer Equipe. Im Schlussdrittel präsentierte sich die Mannschaft von Patrick Fischer dann deutlich positiver. Wie der Nationalcoach nach dem Spiel gegenüber dem SRF durchblicken liess, trugen die beiden EVZ-Stürmer Grégory Hofmann und Attilio Biasca Blessuren davon. Dass die beiden Offensivkräfte vorzeitig passen mussten, ist Fischers Kommentar zum Schlussdrittel zu entnehmen.
Zitat
"Mit einem starken Leadership-Team, allen voran Glauser, Scherwey und Fora. Die Älteren haben wirklich auch gezeigt, dass wir weiter gehen, die jungen dann auch. Wir haben dann noch Atttilio Biasca verloren, auch Grégory Hofmann ist ausgefallen. Marchon hatten wir schon verloren gehabt. Kompliment an die Jungs, wir sind zusammengestanden bis zum Schluss. Es war nicht einfach in dem Stadion gegen die Schweden. Das ist das, was wir mitnehmen.[...]"
Patrick Fischer, SRF, 10. Februar 2024
Besonders auch der EV Zug dürfte darauf hoffen, dass sich die beiden Offensivspieler so kurz vor der ganz hiessen Meisterschaftphase nicht ernsthafter verletzt haben.
Unsere Tipps zu den Playoff-Viertelfinals der Swiss League It's Playoff-Time und die Favoriten werden gefordert sein
In der Swiss League stehen die Playoffs vor der Tür. Am Dienstag, 13. Februar, beginnen die vier Serien. Diese wollen wir etwas genauer unter die Lupe nehmen.
HC La Chaux-de-Fonds (1.) vs. EHC Winterthur (8.)
EHCW vs. HCC 4:3 n.V. HCC vs. EHCW 5:3 EHCW vs. HCC 3:5 EHCW vs. HCC 3:2 n.V. HCC vs. EHCW 2:3 n.V.
Dass der EHC Winterthur überhaupt in den Playoffs steht, hat er den Bellinzona Rockets zu verdanken. Die Tessiner schlugen im letzten Regular-Season-Spiel den HCV Martigny. Bei einem Sieg der Walliser wäre die Saison der Winterthurer zu Ende gewesen. Jetzt kommt es zum Duell mit dem letztjährigen Meister der Swiss League und es könnte spannender werden, als man auf den ersten Blick annimmt.
Natürlich geht der HC La Chaux-de-Fonds als Favorit ins Rennen, aber in der Regular Season ist Winterthur in drei von fünf Duellen als Sieger vom Eis gegangen. Der EHCW startete hervorragend in die Saison und konnte zu Beginn oben mithalten. Damals kamen auch die ersten beiden Siege gegen die Neuenburger zustande. Zuletzt musste das Team von Frédéric Rothen etwas kämpfen, aber jetzt kann es frei aufspielen. La Chaux-de-Fonds darf sich also in der Favoritenrolle nicht zu sicher fühlen.
Unser Tipp: HC La Chaux-de-Fonds vs. EHC Winterthur 4:2
EHC Basel (2.) vs. EHC Visp (7.)
EHCB vs. EHCV 2:6 EHCV vs. EHCB 1:5 EHCB vs. EHCV 3:2 EHCV vs. EHCB 1:0 EHCV vs. EHCB 4:6
Der EHC Basel ist die grosse Überraschung der Saison. Das Team von Eric Himelfarb beendete die Regular Season im zweiten Jahr seit dem Aufstieg auf dem zweiten Rang und konnte sich zuletzt sogar zum Cupsieger krönen. Anders ist die Gefühlslage im Wallis. Der EHC Visp meldet sich Jahr für Jahr für den Aufstieg an, wusste zuletzt aber nicht zu überzeugen. Mit Heinz Ehlers haben die Visper einen erfahrenen Mann an der Bande, der 2008 mit dem EHC Biel das Kunststück des Aufstiegs vollbracht hatte. Dennoch lief es in der Saison nicht nach Wunsch.
Gegen den EHC Basel konnten die Walliser zwei von fünf Partien gewinnen. Dreimal ging es eng zu und her und zwei Spiele endeten mit einem klaren Ergebnis. Vor der Serie stellt sich die Frage, ob sich der EHC Visp auf die Playoffs hin steigern kann? Wir glauben, dass der EHC Basel den Schwung aus dem Cupsieg mitnimmt und die Serie für sich entscheiden wird. Die Resultate werden teilweise knapp sein, die Serie aber deutlich ausgehen.
Unser Tipp: EHC Basel vs. EHC Visp 4:1
EHC Olten (3.) vs. HC Thurgau (6.)
HCT vs. EHCO 1:3 EHCO vs. HCT 2:6 EHCO vs. HCT 2:3 n.V. EHCO vs. HCT 3:0 HCT vs. EHCO 4:5
Die Oltner verloren in der Tabelle aufgrund eines Tiefs den Anschluss an die Spitze und konnten ihn bis zum Ende nicht mehr herstellen. Deshalb müssen sie mit dem dritten Platz vorliebnehmen. Das erwähnte Tief kostete Trainer Lars Leuenberger den Job, Gary Sheehan hat übernommen und zuletzt im Cupfinal eine bittere 2:3-Niederlage einstecken müssen. Olten machte aber gegen die Basler einen guten Eindruck und wird in guter Verfassung in die Playoffs steigen.
Der HC Thurgau beendete die Saison in einem Tief und konnte in den letzten acht Spielen nur gerade zwei Siege feiern. Für das Team von Markus Åkerblom wird es entscheidend sein, dass es den Tritt in die Serie schnell findet, sonst könnte es sehr schwer werden. In den Direktbegegnungen konnte der HCT Olten mehrmals fordern. Wir glauben, dass sich auch hier der Favorit durchsetzen wird.
Unser Tipp: EHC Olten vs. HC Thurgau 4:2
Enttäuschte Oltner nach der Niederlage im Cupfinal (Marc Schumacher/freshfocus)
GCK Lions (4.) vs. HC Sierre (5.)
GCK vs. HCS 1:4 HCS vs. GCK 5:4 GCK vs. HCS 3:4 n.P. HCS vs. GCK 6:5 GCK vs. HCS 4:3 n.P.
Das zweite Walliser Team, das in den Playoffs steht, trifft auf die GCK Lions. Die Zürcher möchten natürlich den Halbfinaleinzug des letzten Jahres nur zu gerne wiederholen. Ein Blick auf die Direktbegegnungen zeigt ein enges Bild, das oft zu Gunsten des HC Sierre ausging. Nur das erste Duell der Saison konnten die Junglöwen für sich entscheiden.
Beide Teams gehen mit der gleichen Form in die Playoffs und konnten nur zwei der letzten fünf Spiele für sich entscheiden. Der Start in die Serie dürfte in diesem Duell besonders wichtigen Charakter haben. Wer sich früh das Selbstvertrauen holt, dürfte sich am Ende durchsetzen, wenn auch nur sehr knapp.
Der Gastgeber Côte d’Ivoire hat am Afrikacup eine spektakuläre Wende geschafft – mit einem in der Not engagierten Ersatztrainer
Dass die Ivoirer in den Halbfinals stehen, kommt einem Fussballwunder gleich. Denn schon mehr als einmal in diesem Turnier schienen sie ausgeschieden. In der Hauptstadt Abidjan ist der Teufel los.
Olaf Jansen, Abidjan 06.02.2024, 15.17 Uhr
Es war eine Explosion der Gefühle, das «Stadion des Friedens» in Bouaké bebte: Die Freude einer ganzen Nation brach sich Bahn, als der junge Fussballer Oumar Diakité am Samstagabend ins Tor traf. Er, der in der legendären Talentschmiede des ivoirischen Vorzeigeklubs Asec Mimosas ausgebildet worden war, erzielte das 2:1 für Côte d’Ivoire im Viertelfinalspiel des Afrikacups gegen Mali – in der letzten Sekunde der Verlängerung. Und das, nachdem die Ivoirer einen Grossteil der Spielzeit mit einem Mann weniger hatten absolvieren müssen.
Der Sieg von Côte d’Ivoire gegen Mali.
Dass das Team des Gastgebers nun in den Halbfinals steht, kommt einem Fussballwunder gleich. Denn schon mehr als einmal in diesem Turnier schien es ausgeschieden. In der Vorrunde hatten die Ivoirer gegen Nigeria verloren, ehe sie gegen den Aussenseiter Äquatorialguinea gleich mit 0:4 untergingen. Nur durch grosses Glück rutschten sie als einer der am wenigsten schlechten Gruppendritten in die K.-o.-Phase. In dieser bezwangen sie dann den Titelhalter, das hochfavorisierte Senegal. Auch in jener Partie war ihnen ein spätes Comeback gelungen – mit einem Last-Minute-Ausgleich und Dramatik im Elfmeterschiessen.
Plötzlich sind wieder altgediente Kräfte gefragt, wie Franck Kessié oder Serge Aurier
Pikanterweise stand da ein in der Not engagierter Trainer an der Seitenlinie. Denn im allgemeinen Stimmungschaos hatten die Ivoirer nach dem letzten Gruppenspiel ihren französischen Coach Jean-Louis Gasset entlassen, der ehemalige Nationalspieler Emerse Faé sprang ein. Wegen der Unerfahrenheit des Ersatztrainers war zunächst gefrotzelt worden. Emmanuel Eboué, ebenfalls früherer Internationaler, sagte über die derzeitige Mannschaft: «Diese Spieler sind so talentiert, die brauchen eigentlich nur jemanden, der sie bei guter Laune hält.»
Aus dem ivoirischen Team gab es Zuspruch für den Trainerwechsel. Der Mittelfeldspieler Franck Kessié sagte: «Bei uns ist wieder gute Stimmung. Ich glaube, wir können noch Grosses erreichen.» Er, der in der letzten Saison für den FC Barcelona gespielt hatte, erhielt unter Faé seinen Stammplatz zurück, ebenso die altgedienten Kräfte Serge Aurier (Galatasaray Istanbul) und Max Gradel (Gaziantep FK), die unter Gasset Bankplätze zugewiesen bekamen.
Bis zur wundersamen Wende waren sie beinahe verzweifelt in Côte d’Ivoire, schliesslich war das ganze Land bei Turnierbeginn am 13. Januar in Feierlaune gewesen. Am Flughafen wurden Fans mit Gesang und Tanzgruppen begrüsst. Kaum eine Strasse in der Sechs-Millionen-Hauptstadt Abidjan, die nicht mit den bunten Fahnen der teilnehmenden Länder geschmückt ist. Kein Café, kein Restaurant, das nicht mit riesigen Fernsehern auf Public-Viewing-Partys setzt. Dazu Hunderte von umtriebigen Händlern, die im ewigen Verkehrsstau der Stadt Trikots und Fähnchen an genervte Autofahrer verramschen.
Sie alle freuten sich auf einen Event, der dem Land, das bis ins Jahr 2011 von einem quälend langen Bürgerkrieg in vielerlei Hinsicht lahmgelegt worden war, weiteren Schwung bringen sollte. Für rund 1,5 Milliarden Euro wurden Stadien gebaut und renoviert sowie Strassen und Spitäler modernisiert.
Das Turnier lief denn auch zufriedenstellend an. Die Organisation klappte mehr oder weniger reibungslos, das fussballerische Niveau war von Anfang an hoch, die Zuschauer waren begeistert. Anfangs lief zwar der Ticketverkauf noch etwas schleppend, doch nachdem das Online-System um einen analogen Billettverkauf in Supermärkten, Postämtern und vor Banken ergänzt worden war, waren die Stadien so gut besucht wie wohl noch nie am Afrikacup. Wenn da nur nicht die sportlichen Auftritte des Gastgebers gewesen wären. Doch diese sind seit der spektakulären Wende passé.
Die Favoritenrolle hat an diesem Afrikacup noch keiner Mannschaft gutgetan
Im Halbfinal geht’s für die Ivoirer am Mittwoch im neuen Olympiastadion in Abidjans Vorort Ebimpe gegen die Demokratische Republik Kongo. Ein klarer Favorit ist nicht auszumachen. Die Kongolesen, die ohne internationale Stars daherkommen, hatte vor dem Turnier kaum jemand für die finale Phase auf der Rechnung gehabt.
Am ehesten wird der Titel unterdessen den Nigerianern zugetraut, die im anderen Halbfinal auf Südafrika treffen. Die «Super Eagles» haben sich von Spiel zu Spiel gesteigert. Ihr Prunkstück ist die Offensive mit Victor Osimhen von Napoli und Ademola Lookman von Atalanta Bergamo. Aber Achtung: Die Favoritenrolle hat an diesem Afrikacup noch keiner Mannschaft gutgetan.
Die kanadischen U20-Weltmeister werden anlässlich des Hockey Canada Foundation Gala & Golf Event, einer Spendengala des kanadischen Eishockey-Verbands, in London, Ontario, geehrt. Es gibt öffentliche Auftritte und Parties. In der Nacht des 18. Junis soll es zu den mutmasslichen sexuellen Übergriffen von 8 Spielern des kanadischen U20-WM-Teams auf eine Frau gekommen sein.
Am nächsten Tag meldet der Stiefvater des Opfers den Vorfall der Personalabteilung von Hockey Canada. Der Verband informiert darauf die Polizei und beauftragt eine unabhängige Untersuchung einer Anwaltskanzlei aus Toronto.
Februar 2019
Die Polizei von London teilt Hockey Canada mit, dass die Ermittlungen zum Vorfall abgeschlossen seien. Es wird keine Anklage erhoben. Die Frau habe es zudem abgelehnt, mit den Behörden zu sprechen.
September 2020
Auch die unabhängige Untersuchung von Hockey Canada wird beendet.
April 2022
Das Opfer reicht seine Klage beim Ontario Superior Court of Justice ein. Die Frau fordert Schadensersatz in Höhe von 3,55 Millionen US-Dollar von Hockey Canada, der Canadian Hockey League und den 8 Spielern.
Legende:Plötzlich im unrühmlichen ScheinwerferlichtHockey Canada.IMAGO IMAGES/ZUMA PRESS
Mai 2022
Hockey Canada erzielt eine aussergerichtliche Einigung mit der Frau. Die Höhe der Entschädigungssumme ist unbekannt.
26. Mai 2022
Der kanadische Fernsehsender TSN berichtet über den Vorfall. Erst jetzt werden der mutmassliche Übergriff, die Klage der Frau und die aussergerichtliche Einigung publik. Der öffentliche Aufschrei ist gross, das mediale Echo ebenso.
Juni 2022
Die damalige kanadische Sportministerin Pascale St-Onge schaltet sich ein. Sie ordnet eine Untersuchung bei Hockey Canada an. Es geht der Verdacht um,der Verband habe Gelder aus öffentlicher Hand für den aussergerichtlichen Vergleich verwendet.
Die finanzielle Unterstützung von Hockey Canada durch den kanadischen Staat wird vorübergehend ausgesetzt. Diverse Sponsoren kehren dem kanadischen Hockeyverband den Rücken. Am 30. Juni tritt Tom Renney als CEO von Hockey Canada zurück.
Legende:Als das Köpferollen begannTom Renney war einer der ersten, der den Hut nehmen musste.IMAGO IMAGES/USA TODAY NETWORK
Juli 2022
Hockey Canada gibt bekannt, dass der Vorfall von 2018 von einer unabhängigen Institution neu untersucht werden soll. Die Polizei von London kündigt ebenfalls eine interne Überprüfung der eigenen Ermittlungen von 2018 an.
Die Canadian Press deckt auf, dass Hockey Canada einen Fonds unterhalten hat, über welchen «nicht versicherte Verbindlichkeiten» bezahlt werden. Dazu gehören auch Vergleichszahlungen wegen sexuellen Missbrauchs. Brian Cairo, der Finanzvorstand von Hockey Canada, bestätigt, dass es diesen Fonds gibt und dass daraus schon Millionenzahlungen im Zusammenhang mit Klagen wegen sexueller Übergriffe getätigt wurden.
Oktober 2022
Der gesamte Vorstand von Hockey Canada tritt zurück, inklusive des neuen CEO Scott Smith.
Dezember 2022
Ambri verpflichtet bis Saisonende den kanadischen Stürmer Alex Formenton, der Teil des U20-Weltmeisterteams und in die strafrechtliche Untersuchung involviert gewesen ist. Die Leventiner stützen sich dabei auf die Unschuldsvermutung, die Fans und Medien hingegen sehen den Transfer sehr kritisch. Im Oktober 2023 kommt es zum zweiten Engagement von Formenton bei Ambri.
Die Polizei von London erhebt Anklage gegen 5 Spieler aus dem kanadischen U20-Weltmeisterteam, darunter auch Formenton. Er wird von Ambri per sofort freigestellt. Die weiteren Spieler kommen aus der NHL: Michael McLeod, Cal Foote (beide New Jersey), Carter Hart (Philadelphia) und Dillon Dube (Calgary). Sie alle müssen sich vor Ort in Ontario einfinden.
Februar 2024
Die Polizei von London informiert in einer Medienkonferenz am 5. Februar über den aktuellen Stand der Ermittlungen und die nächsten Schritte. Sie bestätigt, dass die 5 oben genannten Spieler wegen des Vorwurfs eines sexuellen Übergriffs angeklagt sind.
Die NHL gibt zudem bekannt, dass sie den Vorfall ebenfalls seit längerer Zeit untersuche, die Ergebnisse aber erst nach dem Abschluss des Gerichtsverfahrens der London Police veröffentlichen will.
«It's Oil over»-Edmonton Oilers verpassen historischen Rekord
Das kanadische NHL-Team muss nach 16 Siegen in Folge wieder einmal als Verlierer vom Eis. Gestern, 08:07 Uhr
Die Edmonton Oilers verloren bei den Vegas Golden Knights nach 1:0-Führung mit 1:3. Damit verpasste es der fünffache Stanley-Cup-Sieger, den NHL-Rekord der Pittsburgh Penguins aus der Saison 1992/93 von 17 Siegen in Folge einzustellen. «It's Oil over», hiess es auf nhl.com.
Das Game-Winning-Goal zum 2:1 gelang Chandler Stephenson kurz nach Beginn des Schlussdrittels. «Vegas weiss natürlich, wie man enge Spiele gewinnt. Es hat halt heute leider nicht gereicht», so Edmontons Leon Draisaitl nach der Partie.
Chlie Image ufpoliere in Ambri... Vielleicht wäre die Spende an Vergewa**** ach ich lasse es...
Die Socken sind ebenfalls inbegriffen Der HC Ambri-Piotta versteigert die speziellen Jerseys für den guten Zweck
Der HC Ambri-Piotta trug Anfang Februar im Spiel gegen die SCL Tigers spezielle Jerseys, die nun von den Fans der Leventiner ersteigert werden können.
Der Hockey Club Ambrì-Piotta freut sich, mitteilen zu können, dass die Trikots, die von den Spielern während das Spiel vom Freitag, 2. Februar gegen Langnau getragen wurden, zur Versteigerung stehen. Der gesamte Erlös der Auktion wird an Greenhope gespendet, eine Vereinigung, die im Kampf gegen Krebs aktiv ist.
Der Grundpreis der Auktion beträgt 170 CHF, Socken sind ebenfalls inbegriffen. Die Auktion endet am Sonntag, dem 11. Februar um 12 Uhr. Die Auktion ist unter https://hcap.ch/de/auktion zu finden.
Sie wollten zusammen den Super Bowl anschauen Eine von den SCB-Spielern geplante Party fällt ins Wasser
Der SC Bern ging im letzten Spiel vor der Nationalmannschaftspause als Verlierer vom Eis, unterlag man doch im Tatzen-Derby den SCL Tigers mit 1:2. Dabei verlief zunächst alles nach Plan, konnte man dank eines Treffers von Marco Lehmann früh in Führung gehen.
Zwei Strafen der Kategorie unnötig sorgten jedoch für die Wende, was auch Captain Simon Moser ärgerte. "Wir sind genau so gestartet, wie wir das wollten. Doch dann haben wir uns in Unterzahl nicht so verhalten wie zuletzt. Diese zwei Tore haben Langnau viel Energie gegeben", wie er der Berner Zeitung sagte. Man dürfe die Köpfe aber nicht hängen lassen, schliesslich befinde man sich nach wie vor auf Playoff-Kurs: "Wir dürfen uns das gute Gefühl von diesem Spiel in Langnau nicht kaputtmachen lassen."
Weniger erfreulich ist für die SCB-Spieler die Tatsache, dass eine eigentlich geplante Party ins Wasser fällt. Gemäss der bereits genannten Quelle wollten die SCB-Cracks den Super Bowl, welcher in der Nacht vom 11. auf den 12. Februar steigt, zusammen anschauen. Da man jedoch mit der Planung zu spät dran war, wurde von SCB-Coach Jussi Tapola für Montagmorgen bereits ein Training angesetzt. Eine Freinacht liegt deswegen nicht drin. eine von den scb spielern geplante party faellt ins wasser (sport.ch)
Der Verein äussert sich mittels Medienmitteilung dazu Gegen einen Verantwortlichen des HCAP wurde eine strafrechtliche Untersuchung eingeleitet
Gemäss dem RSI soll ein Verantwortlicher des HC Ambri-Piotta mehrere 100'000 Franken unterschlagen haben, wobei er einen Teil davon bereits zurückerstattet habe. Gegen ihn wurde eine strafrechtliche Untersuchung eingeleitet.
Der HCAP und die «Gruppo di Sostegno HCAP» haben die Einleitung einer strafrechtlichen Untersuchung gegen einen ihrer Verantwortlichen wegen mutmasslicher Finanzverbrechen im Zusammenhang mit der Verwaltung von Konten der Gruppo di Sostegno HCAP zur Kenntnis genommen, wie der Verein in einer Medienmitteilung geschrieben hat. Der GdS ist ein unabhängiger Verein, der Spenden zugunsten des Clubs und seinen Juniorenmannschaften sammelt.
Der HCAP, der Präsident und der Kassier der GdS sind an dieser Untersuchung nicht involviert und die betreffende Person (die ohnehin kein Zeichnungsrecht auf den Konten des HCAP hatte) ist bereits von seinen Ämtern zurückgetreten. Da die Untersuchung derzeit noch am laufen ist, kann der Fehlbetrag der GdS noch nicht beziffert werden.
Bis die Ergebnisse der laufenden Untersuchung vorliegen, werden sowohl der Club als auch die GdS keine Kommentare zu dieser Angelegenheit abgeben. Die GdS tritt in diesem Verfahren als privater Ankläger auf. Für die Wahrung der Interessen wird der Anwalt Elio Brunetti aus Lugano beauftragt.