Beiträge von 007

    Simon Graf / Tagi:

    Kaum einer, der die ZSC Lions vor dieser Saison nicht zu den Meisterschaftsfavoriten erklärte. Die Mannschaft, die 2019/20 im ersten Jahr unter Rikard Grönborg auf Rang 1 abgeschlossen hatte, ehe das Playoff wegen des Coronavirus abgesagt wurde, blieb weitgehend zusammen. Pius Suter wurde durch Rückkehrer Sven Andrighetto ersetzt, dazu kam die Möglichkeit, wegen Suters Abgang trotz laufenden Vertrags fünf Ausländer einzusetzen.

    Doch es ist nichts geworden aus dem siebten Titel der Neuzeit. Die Zürcher landeten in der Regular Season auf Rang 5 und scheiterten im Halbfinal mit 0:3 an Servette. Da gibt es nichts schönzureden: Sie haben nicht erfüllt.

    Bei den ZSC Lions wirkt alles etwas festgefahren. Zum Glück kam mit Sven Andrighetto ein neuer Topstürmer, sonst hätte es sogar noch eng werden können mit der Playoff-Qualifikation. Es waren einige wenige, die das Team durch die durchzogene zweite Saisonhälfte trugen: der erstaunliche Ludovic Waeber im Tor, der pflichtbewusste Captain Patrick Geering, der erfolgshungrige Andrighetto. Dahinter gab es viel zu viel Mittelmass und Genügsamkeit.


    Einen grösseren Umbruch gibt es auf nächste Saison hin nicht. Die Abgänge von Berni, Prassl und Simic stehen fest, Wick dürfte aufhören, bei den Ausländern bleiben Noreau, Roe und Krüger. Zwei neue dürften kommen – in der nächsten Saison dürfen die ZSC Lions, falls Suter in der NHL bleibt, nochmals deren fünf einsetzen. Vom SC Bern kommt Jungstürmer Sopa, zwei weitere Schweizer Transfers sind aufgegleist. Aber die Struktur wird sich dadurch nicht gross verändern. Und die Zürcher haben eines der ältesten Teams der Liga. Sportchef Sven Leuenberger muss sich etwas einfallen lassen.

    Nun gut, wir haben den Halbfinal mit 3:0 verloren. Keine Chance. Ausser, dass wir in keinem Spiel die effektiv schlechtere Mannschaft gewesen sind, gem. den Advance Stats. Aber Scheiss drauf!! Ich als Konsument vor dem TV, will gopferdami nochmal den ZSC Siegen sehen. Ich habe das verdient, weil ich das so erwarte.

    Pandemie? Bundesgelder? Reputation? Scheiss drauf - Hauptsache Erfolg! Und wenn wir schon dabei sind: Dann darf das nicht nur für die Klubleitung gelten,

    sondern muss DNA-mässig von oben nach unten gelebt werden. Also: Alles für den Sieg! Warum hat Törmerness von Riedi nicht einen Kopf-voran-Bandencheck bekommen? Warum hat sich Roe nicht wie damals in Zug gegen den SCB fallen gelassen? Warum haben wir nicht einfach alles für den Sieg gemacht??

    Und es ist mir total egal, was für ein Minimalziel wir hatten! Was interessieren mich die Millionarios aus Lugano und Lausanne, die grossen Clubs SCB und HCD,

    welche alle nicht im Halbfinale standen. MIR SIND ZÜRI ...

    Komm herunter! Wenn man im Halbfinal ausscheidet, muss Kritik erlaubt sein. Und die ist durchaus differenzierter, als du darstellst....

    Es hatten ja fast alle Corona, kann auch ein Faktor sein beim einen oder anderen.

    Dazu wurden einige Spieler Vater, nicht immer einfach bei schreienden Babies zu schlafen.

    Soll aber keine Entschuldigung sein.

    Bin gespannt, welche Lehren gezogen und kommuniziert werden. Stand heute muss schon noch etwas Positives für nächste Saison kommuniziert werden, nur was?

    Ein paar Auszüge von Uli Pickel / NZZ:

    Das Out im Halbfinal gegen Genf/Servette ist aus Zürcher Sicht weder Katastrophe noch Ruhmesblatt. Aber der Klub tut gut daran, diese durchzogene Saison gründlich aufzuarbeiten. Sein Bekenntnis, ein Titelkandidat zu sein und alles für den Erfolg zu tun, muss er in Zukunft wieder stärker unterstreichen.


    Mit dem Einzug in den Halbfinal haben die Zürcher immerhin ein Saisonziel erreicht. Es ist allerdings eher eine Minimalvorgabe. Das andere Ziel, eine Top-4-Platzierung nach der Qualifikation, haben sie knapp verpasst. Und den Cup-Final Ende Februar haben sie auch verloren – alles in allem eine ziemlich magere Ausbeute.

    Die ZSC Lions sind vor allem deshalb im Halbfinal sang- und klanglos ausgeschieden, weil sie sich im Viertelfinal aufgerieben haben. Der Preis in Form von erschöpften und verletzten Spielern, den diese Serie gekostet hatte, musste im Halbfinal gegen Servette teuer bezahlt werden.

    Die Verantwortlichen tun gut daran, den fehlenden Effort in der Garderobe wieder vermehrt ins Bewusstsein zu rücken. Gezielte Blutauffrischungen helfen, die auslaufenden Verträge von Roman Wick, Fredrik Pettersson und Ryan Lasch können hierfür genutzt werden. Die Kontrakte der Ausländer Garrett Roe, Marcus Krüger und Maxim Noreau laufen weiter. Hier besteht auch kein Handlungsbedarf.

    Die ausgeprägt unsportliche Art und Weise, in der die Waadtländer auftraten, konnte nicht erwartet werden. Auch bleibt unverständlich, wieso es vier volle Spiele brauchte, bis die entsprechend verantwortlichen Instanzen der Liga endlich realisierten, was für ein unsägliches Treiben sich in diesem Duell abspielte. Dies ist die eine Seite. Die andere ist: Die hohe sportliche Qualität des Lausanne HC war lange bekannt. Die Zürcher haben sich diesen Gegner selber eingebrockt, mit besseren Leistungen in der Qualifikation wäre er leicht zu umgehen gewesen.

    Die Verantwortung für die nur mässige Saison liegt auch bei der Klubführung. Die ZSC Lions haben sich dem Erfolg verschrieben mit dem Bekenntnis, für ihn zu tun, was immer nötig ist. Dieses Bekenntnis wurde auch schon konsequenter ausgelebt. Mit dem Amerikaner Ryan Lasch verpflichteten die Zürcher einen zusätzlichen Ausländer, er sprang primär für den Langzeitverletzten Fredrik Pettersson ein. Als sich weitere Lücken auftaten, griff der Klub bei den GCK Lions zu. So kamen der Finne Teemu Rautiainen und der Kanadier Ryan Hayes ins Hallenstadion. Unter anderen Umständen hätten die Zürcher nach weitaus grösseren Kalibern Ausschau gehalten. Aber aus Rücksicht auf politische Befindlichkeiten wurden sie nicht aktiv. In Pandemiezeiten mit staatlicher Unterstützung wollten sie nicht als rücksichtslose, unsolidarische Lohntreiber Angriffsfläche bieten. Das ist verständlich, zeugt aber auch von etwas wenig Selbstbewusstsein. Wer den Erfolg sucht, muss mit Neid und Missgunst rechnen und dies auch aushalten können, ob nun eine Pandemie herrscht oder nicht. Die politisch motivierte Zurückhaltung auf dem Transfermarkt hat auf jeden Fall sportliche Substanz gekostet.

    Und schliesslich: Die ZSC Lions sind als KMU schon seit einer Weile ziemlich am Anschlag. Der Bau der 169-Millionen-Arena in Altstetten, in der ab Herbst 2022 gespielt werden wird, beansprucht intern sehr viele Ressourcen. So viele, dass der CEO Peter Zahner schon im Frühling 2019 nach dem Verpassen der Play-offs einräumen musste, der Klub müsse sich wieder stärker um den Sport kümmern. In diesem Jahr kam die Pandemie als weiteres Hindernis hinzu. Vor lauter Businessplänen, Bauetappen und Bundesgeldern ist das Kerngeschäft nun erneut nicht an erster Stelle gestanden. Das darf den ZSC Lions im Hinblick auf die nächste Saison nicht noch einmal passieren. Müsste man ihnen für die abgelaufene Spielzeit eine Zeugnisnote verteilen, hätten sie eine Vier verdient. Genügend. Mehr nicht.

    Fazit: Diese Saison hat wenig Spass gemacht...

    1. Ich sah immerhin 5 Spiele in der Halle mit Maske, den Rest am TV - suboptimal.

    2. Kurze starke Phase noch mit Pius im alten Jahr - für ein paar Spiele der ZSC, den ich eigentlich liebe

    3. Danach eine ungenügende Quali, wo die Grundlage dafür gelegt wurde, dass wir gegen die Oberdreckstruppe von Lausanne spielen durften, was mitentscheidend für das Aus war - massiver Aerger über den PSO/Verband/SIHF/Schiris, die das zuliessen. Noch nie so eine Schlägertruppe wie mit Barberio und Marti gesehen. Werde ich NIE vergessen.

    4. Eine unglaubliche Verletzungsserie, die man glaubte, mit unseren GCK Spielern / Ausländern auszugleichen - ein (bewusster oder in Kauf genommener) Irrtum unserer Führung. Kann damit nicht zufrieden sein aus Fansicht.

    5. Falls Waeber nächste Saison seine Leistungen bestätigt, dann war das der beste Transfer auf diese Saison hin. Ghetto am Anfang und Schluss ungenügend, dazwischen sackstark.

    Insgesamt etwas Abwechslung im Corona-Alltag, aber doch enttäuschend. Und die Aussichten auf das nächste Jahr (ohne Berni, Prassl, Simic, dafür mit Sopa und Riedi, ev neuer Ausländer?) nicht sehr berauschend.

    Du hast den Stanley Cup Sieg der Bolts vergessen! :) 6 Titel in 21 Jahren sind nicht soo schlecht!

    Einerseits ist ja die Saison noch nicht zu Ende, aber man kann trotzdem bereits ein Fazit ziehen. Mir persönlich fehlen die Playoff-Games in der Halle extrem. Wenn ich daran denke, dass ich seit dem Meistertitel im April 2018 kein einziges sehen konnte, dann wird mir schlecht. 2019 sah ich ein Playout Game in Rappi (da ziehe ich Playoffs vor dem TV 1000 mal vor...). 2020 und 2021 hat uns Corona einen Strich durch die Rechnung gemacht.

    Die VF Serie gegen Lausanne hat wieder einmal gezeigt, dass mehr in unserem Team steckt als man in der Quali zeigt. Einerseits cool, aber anderseits halt auch wieder nicht, wenn ich an die vielen blutleeren Quali-Games denke.

    Und die Verletzungen insbesondere von Chris, Freddie, Krüger und Morant haben uns im entscheidenden Moment sehr geschwächt. Alle hätten wir brauchen können... Freddie im Powerplay und die anderen im Slot. Aber das ist halt nun so.

    Bezüglich Ausländer fahren wir immer dieselbe risikoarme Schiene. Wir schauen, wer in der Schweiz funktioniert hat und holen ihn (Freddie bei Lugano, Noreau Bern/Ambri, Roe/Zug, Lasch/Bern etc.). Dh. aber auch, dass wir diese Spieler holen, nachdem sie auf dem Höhepunkt waren und gegen ihr Karrierenende hin bei uns sind (Ausnahme Krüger). Gab es je einen Ausländer, der anderswo in der Schweiz noch erfolgreich war nach uns (ausser Cervenka, das ist aber eine andere Geschichte)?

    Dazu haben wir die Tendenz "kleine" Stürmer zu holen mit ca. 1.75cm (wiederum Ausnahme Krüger). Diese braucht es natürlich auch, aber als Center brauchen wir Krügers und mehr!

    Dann kam halt von Schäppi, Bodi, Wick, Diem & Co. zuwenig. Und die Vertragsverlängerung von Schäppi macht nur zu massiv tieferen Konditionen Sinn.

    Wie schon geschrieben, ist Stillstand im Spitzensport Rückschritt. Unsere Führung hat sich angesichts Corona nach der letzten Saison dafür entschieden, was legitim ist. Es wird aber immer Teams geben, die den Titel um jeden Preis holen wollen, ob gut oder schlecht. Damit ist es normal, dass wir meistens irgendwo auf Rang 3 - 6 sein werden mit Ausreissern nach oben wie 2018 und unten wie 2019, dh. ein Halbfinalout ist der Base Case...

    Unter dem Strich trotz oder wegen Corona eine bestenfalls durchschnittliche Saison, wenn wir nicht die nächsten 3 Spiele in Serie gewinnen.

    Klar hatten wir Verletzungspech. Aber die Halbfinalquali war eigentlich schon mehr, als ich erwartet hatte.

    Unsere Ausländerpolitik müssen wir überdenken und auch mal physisch stärkere Ausländer verpflichten. Dazu waren Routiniers wie Schäppi, Bodi, Wick insgesamt zu schwach und Diem, Siegrist etc noch nicht so weit.

    Wir haben über die ganze Saison gesehen ein Top 6 Team, nicht mehr und nicht weniger. Bin gespannt, wie wir auf übernächste Saison ein Spitzenteam werden wollen. Nächste Saison ja kaum.

    Wenn du mit 5 Langzeitverletzten in die Playoffs gehst, in Game 5 der VF 3 Spieler ausfallen und in Game 6 weitere 2 dann wird es für jedes Team eng.

    Nervt mich extrem, dass der PSO/SIHF/Verband es so weit kommen liess.

    Ich kann unseren Jungs insgesamt nichts vorwerfen. Kaum Erholungszeit, angeschlagen, Zweitagesrhythmus. Trotz allem, lieber angeschlagen fighten als sich unter aller Sau wie Lausanne verhalten. Die haben sich nun auf meiner Hassliste locker auf Nr 1 gehievt.

    Sanktionen gibt es nur bei Verfahren und ein Antrag zum Verfahren kann entweder durch den PSO oder den geschädigtem Verein eingereicht werden.

    Somit haben in den ersten Partien weder der PSO noch der ZSC einen Antrag gestellt. Der "Verband" hat somit wenig zu tun damit.

    Danke für die Klarstellung, eine Spitzfindigkeit für mich.

    Der PSO ist Angestellter vom SIHF, richtig? Das F steht für Federation, auf deutsch Verband.

    Und nach welchen Kriterien muss der PSO zB Zweihänder von Barberio prüfen? Mir scheint, der PSO untersucht nur Szenen, die vom Ref geahndet wurden (Ausnahme Amoklauf von Barberio). Relativ willkürlich aus meiner Sicht.

    Ich kann den Verband/SIHF nicht von der Verantwortung entbinden. Sie sind in letzter Instanz für den Spielbetrieb und die Gesundheit der Spieler verantwortlich.

    Das Board lebt und so soll es sein.

    Colin, ich habe nie gefordert, man hätte mehr investieren sollen. Mir ging es nur darum, die Substanz zu erhalten, vor allem in der Defensive (Blindi). Klar, Capaul und Noah Meier sind noch da, aber da sind wir dann doch auf dünnem Eis, gerade gegen physisch starke Teams wie HCL und Senf.

    In den Playoffs spielt unsere Defense um einiges solidarischer als in der Quali und wir hatten auch relativ Glück, weil zB von 9 Abwesenden nur gerade ein Verteidiger betroffen war (Morant, Blindi steht ja nur versicherungstechnisch auf der Liste).

    Und bezüglich Waeber war ich immer pro! Anfangs Saison habe ich es mir sogar erlaubt den Begriff Ludo "The Wall" zu kreieren, was mich ziemlicher Kritik aussetzte.

    Its a give and take und niemand besitzt eine Kristallkugel!

    Und ja, das Team hat mich in den VF positiv überrascht. Wäre cool, wenn das so weitergeht!