Beiträge von The Fan
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Die ZSC Lions wie brave Schüler
Bob Hartley hat den Turnaround noch nicht geschafft. Nun setzt er bei den Routiniers an. Von Simon Graf
Bob Hartley eilt an diesem Frühlingsmorgen im Dezember in seinen Schlittschuhen über die Siewerdtstrasse zum Training. Der ZSC-Coach sprüht vor Energie und Vorfreude. Der Kanadier, der in seiner Heimat einst am Fliessband arbeitete, hat den Job nicht verfehlt. Um zwölf Uhr mittags, als die Einheit längst vorbei ist, ist er immer noch auf dem Eis. Zuerst wirft er bei einer Bully-Übung Pucks ein, zum Dessert spielt er mit den Jungen ein Spielchen im Mittelkreis. Hartley und Yannick Hüsler, der Neue aus dem Farmteam, gegen Reto Schäppi und Patrick Schommer. Es ist ein packendes Duell. Team Hartley verspielt fahrlässig ein 4:2, zeigt aber Charakter und triumphiert noch 6:5.
Der Chef jubelt ausgelassen, als er den Puck zum Siegestor durch die beiden Scheiben gezirkelt hat, die das Tor symbolisieren. Am liebsten, so gewinnt man den Eindruck, würde er selber noch mitspielen. «Ich habe immer Spass an meiner Arbeit», sagt er, als er fertig jubiliert und das Eis verlassen hat. «Am Tag, an dem ich keinen Spass mehr habe, höre ich auf.» Natürlich ist der Spassfaktor bei Spielen wie am Samstag in Biel, beim 0:4, als sich sein Team zuletzt kampflos in sein Schicksal fügte, etwas tiefer. Aber der 51-Jährige sagt: «Von jedem Tag muss man das Gute mitnehmen und das Schlechte in den Abfall werfen. Sonst macht man sich verrückt.»
Mit Fleiss ist eine 4-5 möglich
Der Ruf als gnadenloser, unmenschlicher Schleifer, der Hartley aus Nordamerika vorauseilte, hat sich nicht bestätigt. Er kann sich ärgern und laut werden, vor allem, wenn der Einsatz nicht stimmt. Aber er ist in seiner täglichen Arbeit konstruktiv und meist positiv. Und selten verliert er ein schlechtes Wort über seine Spieler. An diesem Freitag am Tag vor der Reise nach Lugano sagt er: «Ich mag meine Jungs. Sie arbeiten hart, auf dem Eis wie im Kraftraum. Alle wollen besser werden. Sie sind gute Menschen mit den besten Absichten.»
Das Problem ist nur, dass auch Hartley den Turnaround, den man ihm zugetraut hatte, noch nicht geschafft hat. Die ZSC Lions spielen weiter weder erfolgreich noch attraktiv. Die Mannschaft kommt einem vor wie ein fleissiger Schüler, der viel lernt, aber trotzdem nie über eine 4–5 als Note hinauskommt. Vielleicht schafft er mal eine 5, wenn es ganz gut läuft. Aber nie mehr. Nie fällt es ihm leicht. Und wenn er einmal nicht so fleissig ist, resultiert sofort eine ungenügende Leistung wie zuletzt in Biel.
Würde es sich um Ambri, Biel, Langnau oder die Lakers handeln, wäre dies akzeptabel. Doch die ZSC Lions sind ein Grossklub mit höheren Ambitionen. So sagt auch Sportchef Edgar Salis: «Der siebte Rang spiegelt unsere Leistungen. Aber er ist sicher nicht unser Anspruch. Wir wollen um die Top 4 spielen.» Doch die 16 Punkte Rückstand auf Rang 4 sind nicht mehr aufzuholen.
Die Frage ist: Liegt dies am Trainer, der neu ist in Europa? Am Team, in dem einige Routiniers den Zenit überschritten zu haben scheinen? Oder daran, dass Trainer und Team immer noch in einer gemeinsamen Findungsphase sind. Salis sagt: «Es gibt noch mehr Möglichkeiten. Aber wenn ich aus einer dieser drei wählen muss, dann die dritte. Denn Trainer wie Spieler haben schon bewiesen, dass sie es können.»
Hartley tendiert implizit zur zweiten Variante, wenn er sagt: «Wir sind kein Team, das fünf Tore pro Spiel schiesst. Ich würde es mir wünschen. Aber es ist nicht so. Schauen Sie sich die Statistiken der letzten zwei Jahre an.» Die 2,5 Treffer pro Spiel, die sich die Löwen in diesem Winter erarbeiteten, sind allerdings ihr tiefster Schnitt in den letzten zwölf Jahren. 2009/10, im zweiten Jahr unter Sean Simpson, waren sie mit 3,7 Toren noch das offensiv stärkste Team gewesen.
Endloses Kreisen an der Bande
Beim Versuch, ein Kämpferteam zu bauen, ist die Kreativität abhandengekommen. Und die Effizienz. Das endlose Kreisen an der Bande der Offensivzone führt meist zu nichts, und wahrscheinlich hat Michael Nylander, der Richtung freies Eis abzudrehen pflegt, den wenig zielgerichteten Stil des Teams noch beeinflusst. «Es ist besser, man verbringt die Zeit beim Kreisen in der Offensivzone als im eigenen Drittel», sagt Hartley, um einzulenken: «Aber natürlich, an der Bande sind keine Netze befestigt, also schiesst man da auch keine Tore.»
Dazu kommt, dass das Forechecking der Zürcher meist wirkungslos verpufft, weil sie zu wenig kompakt sind. Und dass sie mit ihrer neuen Zonendeckung im eigenen Drittel zuweilen zu statisch sind. Es wäre wohl sinnvoll gewesen, Hartley einen Assistenten zur Seite zu stellen, der die hiesigen Gegebenheiten kennt. Aber wer schlägt einem NHL-Coach schon gerne einen Wunsch aus?
Das Eishockey sei in Europa nicht grundsätzlich anders, findet Salis. «Hartley ist einfach ein neuer Trainer. Und das braucht immer Zeit. Es ist noch ein weiter Weg, bis wir die ausgewogene Mannschaft sind, die in der Liga eine dominierende Rolle einnimmt.» Eishockey sei keine «Raketentechnik», findet Hartley. Und: «Ich bin happy mit den Fortschritten in vielen Bereichen. Aber schlägt sich das in Siegen nieder? Nicht oft genug.»
Monnets Degradierung
Er habe das Team nicht besonders hart angepackt nach dem Biel-Spiel, sagt er. Ein Zeichen hat er aber gesetzt: Thibaut Monnet, der verhinderte Goalgetter, fasste gestern das rote Leibchen der Überzähligen, an seiner Stelle dürfte in Lugano der 20-jährige Hüsler debütieren. Und Musterschüler Ronalds Kenins wurde in Abwesenheit Nylanders (Rücken) in den Sturm um Pittis promoviert. Hartley versucht, im Team für eine neue Dynamik zu sorgen. Denn auch ihm dürfte klar sein: Im Playoff kommt man mit einer 4–5 nicht weit.
Quelle: Print Tagi
--------Mein Senf: Mach weiter, Coach!!!
Monnet als überzähliger Stürmer ist sicher ein richtiges Zeichen. Mal schauen, ob es den nötigen Hallo-Wach-Effekt bringt.
Genf wird immer stärker, wir sollten in den nächsten Spielen besser punkten, ansonsten wirds sogar für die Playoffs eng. Auf gehts.
Die Hoffnung stirbt zuletzt!
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Zitat von LarryAlles anzeigen
Das Prinzip Hoffnung
Nach dem 0:4 in Biel steht der ZSC mitten im Strichkampf. Die Führung will Ruhe bewahren.
Von Philipp Muschg
Die Worte, mit denen Peter Zahner die Leistung seiner Mannschaft bedachte, liessen an Deutlichkeit nichts zu wünschen übrig. «Der Lächerlichkeit preisgegeben» hätten sie sich im Schlussdrittel, sagte der Zürcher CEO nach dem 0:4 in Biel. In der Tat: Das Team von Bob Hartley hatte seinen Gegner zum Toreschiessen richtiggehend eingeladen und eigene Abschlussgelegenheiten grosszügig ausgelassen. Langsam wird die Lage ungemütlich für die ZSC Lions, die vor der Saison massiv aufrüsteten und mit Hartley einen Stanley-Cup-Gewinner verpflichteten. Noch drei Punkte beträgt der Vorsprung auf die achtklassierten Bieler – bei zwei Spielen mehr.
«Wir haben ein 6-Punkte-Spiel gegen einen direkten Strichkonkurrenten verloren», betonte denn auch Zahner, man dürfe die Lage auf keinen Fall unterschätzen. Auch der Vergleich mit dem krisengezeichneten Vorjahr fällt negativ aus: Der ZSC steht mit 5 Punkten und 4 Toren weniger da. Auf den 5. Platz, den er damals nach 27 Partien belegte, fehlen bereits 13 Punkte – auf einen Playout-Rang nur noch 8. Das Erreichen des Playoffs ist unter diesen Umständen das einzig realistische Saisonziel.
«Haben keinen Kowaltschuk»
Hartley, der im Sommer in typisch kanadischer Manier den Meistertitel als Ziel ausgegeben hatte, war nach dem Fiasko von Biel um Souveränität bemüht. Im ersten Drittel konstatierte er zwei Grosschancen seines Teams, die Anzahl Zürcher Powerplays verringerte er verbal von vier auf zwei, den mangelnden Erfolg im Powerplay – statistisch das schlechteste der Liga – führte er auf Schwankungen zurück, die normal seien.
Trotzdem liess der Coach keine Zweifel daran, dass er gerade von den erfahrenen Spielern mehr erwartet. «Vielleicht wissen sie es nicht zu schätzen, was für ein Privileg es ist, mit Eishockey Geld zu verdienen», mutmasste er. Dann kramte er in seinen NHL-Erinnerungen: «Vielleicht sollte ich den einen oder anderen daran erinnern, dass ich auch Ilja Kowaltschuk einmal auf die Bank verbannt habe.» Auf die Frage, wer denn der Kowaltschuk des ZSC sei, antwortete der Kanadier: «Wir haben keinen Kowaltschuk.»
Einen russischen Superstar haben die Zürcher zwar nicht, prominente NLASpieler aber schon – und keiner von ihnen erfüllt zurzeit die Erwartungen. Bärtschi und Monnet kommen gemeinsam auf mickrige sechs Saisontore, sämtliche Legionäre sind vor allem mit sich selbst beschäftigt, und Ambühl verkörperte das Zürcher Malaise in Biel perfekt, als er nach einem Sololauf ohne gegnerische Einwirkung umfiel und den Puck verlor. Der ZSC kämpft, doch gelingen will nichts.
Trainer Hartley unbestritten
«Hilflosigkeit und Verkrampftheit» hat Sportchef Edgar Salis beim Team ausgemacht, «fehlende Harmonie in allen Linien». Für Peter Zahner findet zu viel Spiel in den Ecken statt, wird zu wenig geschossen und zu selten der direkte Weg zum Tor gesucht. Die Probleme sind also erkannt, nur mit ihrer Beseitigung tut man sich schwer.
Viele Massnahmen bleiben nicht mehr. Zwei zusätzliche Ausländer wurden bereits verpflichtet, und «gute Schweizer Spieler sind derzeit fast nicht zu bekommen», wie Salis erklärt. Dass auch Hartley zum Thema werden könnte, verneint er vehement. «Den Trainer infrage zu stellen, wäre das Dümmste, was wir tun könnten», so Salis. Er hofft, dass die Spieler ihre Fehler mit harter Arbeit im Training ausmerzen und dass es bald wieder aufwärts geht. Die nächste Gelegenheit dazu bietet sich am Samstag in Lugano. Gut möglich, dass Hartley bis dann einen Zürcher Kowaltschuk findet.
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Das einzig Positive:
Der Trainer scheint dieses Mal nicht zur Debatte zu stehen.
Anosonsten wurde hier alles gesagt:

Auch der Schommer Transfer passt einfach ins Bild. Einmal mehr.
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Breitbach ist bis anhin ein teueres Maskottchen!
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Zitat von EdgarAlles anzeigen
so ich hoffe unser Sportchef ist auch am puck, falls wirklich was dran ist :
Wenn HCD-Superkeeper Leonardo Genoni (24) die Möglichkeit in den Raum stellt, nächste Saison vielleicht im Unterland spielen und studieren zu wollen, werden die Sportchefs hellhörig.
Zum Beispiel EVZ-Stratege Patrick Lengwiler. Obwohl Jussi Markkanen noch bis 2013 beim EVZ unter Vertrag steht.
Lengwiler: «Es gab einen Kontakt zu Genonis Berater, das stimmt. Wenn so ein Klassemann auf dem Markt ist, muss man sich zumindest um ihn bemühen.»
Sucht der EVZ einen Ersatz für Markkanen? «Dass wir mit seinen Playoff-Leistungen in den vergangenen zwei Jahren nicht zufrieden sind, weiss Jussi. In dieser Saison ist er aber bisher so konstant wie nie.»
Und wie stehts nun mit den Chancen bei Genoni? «Ich glaube, er bleibt beim HCD», sagt Lengwiler.
Gerüchte, wonach Genoni bereits bei den ZSC Lions unterschrieben hätte, schlägt er in den Wind – genauso wie HCD-Chef Arno Del Curto: «Genoni wird sich in den nächsten Wochen entscheiden. Ich denke aber, wir haben die besten Chancen. Eine Möglichkeit wäre höchstens, dass er in Übersee den Markt testen will und dann in die NHL geht.»
Der Zürcher Keeper Lukas Flüeler stoppte Riesen mit exzellenten Paraden und sicherte seiner Equipe den ersten Sieg ohne Gegentor.
18 Nov 2011 (20:54 GMT)
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Mc Carthy bekommt laut SOZ Vertrag bis Ende Saison, Nylander noch offen
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ESPN America überträgt ab 8.Nov wieder NHL

NHL continues on ESPN America in much of Europe
More than 100 games live across more than 35 European and African countriesWith the NHL season newly underway, ESPN has reached an agreement with Advisers Media International (AMI)/Medge Consulting and the NHL for continued English-language coverage of the NHL on the sports media company’s ESPN America network across more than 35 countries in Europe, as well as sub-Saharan Africa. Coverage will begin on ESPN networks from 8 November.
The agreement will mean that ESPN America – which reaches nearly 19 million homes – will continue its coverage of the NHL, televising as many as six live games per week, as well as coverage throughout the NHL’s Stanley Cup Playoffs and the entire Stanley Cup Finals.
In total, fans throughout Europe will see more than 100 games during the season, with authentic and authoritative coverage and commentary direct from the US and Canada. ESPN networks in sub-Saharan Africa will also continue coverage of the NHL.
The deal covers all countries in which ESPN America is available across continental Europe and Turkey, excluding the United Kingdom, Ireland, Norway, Sweden, Finland, Denmark and the Baltic States region. The agreement also includes local language rights in some markets. In Africa, ESPN networks across sub-Saharan Africa will feature the NHL, including ESPN in South Africa and Nigeria on the leading television platform, DSTV/Multichoice.
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Ich kenne kein Leben ohne Eishockey»
Michael Nylander ist 39 und blickt auf eine illustre Karriere zurück. Doch der ZSC-Stargast geniesst den Sport wie als kleiner Junge.Mit Michael Nylander sprach Simon Graf, Zürich
Ein spitzbübisches Lächeln und die Mütze mit der schwedischen Krone: Michael Nylander an seinem Platz in der ZSC-Garderobe. Foto: Reto OeschgerWie haben Sie sich in Zürich eingelebt?
Ich kenne mich schon recht gut aus hier, weil ich wegen meines Rückens herumrennen musste zwischen Physiotherapeut, Osteopath und Chiropraktiker. Und ich erkundete schon ein paar Mal die Altstadt. Zürich ist eine wunderbare Stadt, und alle Menschen, die ich getroffen habe, waren freundlich. Ich machte ja schon in Lugano gute Erfahrungen mit der Schweiz. So weit, so gut. Mir macht es Spass hier. Und wir gewinnen die Spiele und haben gute Jungs im Team.
Mit welcher Einstellung kamen Sie nach Zürich? Wollen Sie sich für die NHL fit machen?
Ich will einfach Eishockey spielen. Ich war schwer verletzt, hatte zwölf Monate kein Spiel bestritten. Mein Plan war, in der NHL zu spielen. Aber das hat nicht geklappt, ich wurde nach dem Trainingscamp Philadelphias freigestellt. Ich kam hierher und fing mir einen Hexenschuss ein. Das hat mich weiter zurückgeworfen. Jetzt will ich einfach in Form kommen.
Wo stehen Sie momentan?
Ich würde sagen bei 75, 80 Prozent.
Könnten Sie sich vorstellen, die ganze Saison hier zu bleiben?
Bis jetzt war die Erfahrung sehr positiv. Auch wenn das Team einen schwierigen Saisonstart hatte, zeigte sich das nicht in der Garderobe. Alle sind guten Mutes. Hoffentlich können wir weiter gewinnen, noch mehr Selbstvertrauen sammeln.
Was ist Ihr Eindruck vom Eishockey, verglichen mit Ihrem Jahr in Lugano 1996/97?
Das ist so lange her, dass ich mich kaum daran erinnere. Und ich war damals ein anderer Spieler. Das Tempo ist hoch, die grösseren Felder sorgen aber für ein anderes Spiel als in der NHL. Die Schweizer Liga ist sicher eine der besten Europas geworden. Ich denke nicht, dass es noch einen grossen Unterschied gibt zwischen hier und der schwedischen Elitserien.
Ihre Familie ist in Stockholm.
Planen Sie, dass sie nachkommt?
Wenn ich länger hier bleiben sollte, würde ein Teil der Familie sicher hierherkommen. Vielleicht nach Weihnachten. Aber die älteren Kinder würden wohl in Schweden bleiben.
Sie sind Vater von sechs Kindern zwischen 5 und 17. Wollten Sie schon immer eine grosse Familie?
(lacht) Es ist einfach passiert. Die Kinder waren sehr unkompliziert. Sie schliefen in der Nacht durch, als sie klein waren, stritten nie gross miteinander und halfen einander aus. Das machte es einfach. Wir geniessen das Familienleben. Aber es ist nicht so, dass wir geplant hätten, sechs Kinder zu haben. Die Familie ist einfach immer gewachsen.
Ihre Kinder wuchsen fast ganz in Amerika auf. Sind sie mehr amerikanisch geprägt als schwedisch?
Wir sprechen Schwedisch zu Hause, pflegen die Traditionen, feiern Feste wie Mittsommer oder Weihnachten nach schwedischer Art. Oder kochen schwedisches Essen. Und im Sommer gingen wir immer für drei Monate zurück, weshalb sie mit Schweden etwas Schönes assoziieren. Wenn sie dort waren, hatten sie Ferien. Die Schulen haben sie alle auf Englisch absolviert.
Sie sind in Ihrer Karriere oft gereist. Wo fühlen Sie sich zu Hause?
Schwer zu sagen. Am besten gefiel es uns in New York und in Chicago. Ja, Chicago war die Nummer 1. Das war auch praktisch für die Familie, weil die Schulen in der Nähe waren. Sonst können die Distanzen in den USA ja recht gross sein.
Ihre Söhne spielen Eishockey, Ihre Töchter Tennis. Haben Sie Ihre Kinder ermutigt, Sport zu treiben?
Sie sahen mich immer beim Eishockeyspielen. So war es für sie normal, auch Sport zu treiben. Ich finde das gut. Man trainiert seinen Körper, lernt, andere zu respektieren, in einem Team seinen Platz zu finden. Sport ist die beste Schule für Kinder. Ich liebe ganz viele Sportarten, Squash, Tennis, Golf, Eishockey. Man sollte alles probieren und dann das wählen, was einem am besten gefällt. Und wenn meine Kinder den Sport wirklich mögen, ihn als Beruf ausüben möchten, werde ich sie natürlich unterstützen.
Bob Hartley sagte, auf dem Eis seien Sie noch wie ein kleiner Junge. Wie bewahren Sie sich die Freude?
Ich fühle immer noch das Gleiche wie früher, wenn ich Eishockey spiele. Mir macht es einfach Spass. Ich kenne kein Leben ohne Eishockey. Und ich habe enorme Lust, nochmals mit voller Kraft darauf hinzuarbeiten, mein bestes Niveau zu erreichen.
Was macht Ihnen am meisten Spass?
Mir gefällt alles, auch das Training. Aber natürlich sind die Spiele am schönsten. Als ich jünger war, wollte ich Tore schiessen. Jetzt gefällt es mir besser, schöne Pässe zu spielen.
Dachten Sie nach Ihrem schweren Unfall im Oktober 2010, als Sie kopfvoran in die Bande prallten, es sei vorbei mit Ihrer Karriere?
Ich hatte Glück im Unglück. Ich konnte selber aufstehen und in die Garderobe gehen. Zuerst dachte ich, ich hätte nur etwas an der Schulter verletzt. Als ich erfuhr, dass Halswirbel gebrochen waren, war ich schon beunruhigt. Aber ich war in guten Händen. Die Ärzte sagten, die Chancen für eine erfolgreiche Operation stünden gut. Zuerst wollte ich einfach wieder ein normales Leben führen können. Nach der Operation, die gut verlief, musste ich sechs Wochen eine Halskrause tragen. Danach ging es mir immer besser.
Wann spürten Sie, dass Sie nochmals spielen wollen?
Im Sommer, als sich beim Trainieren alles normal anfühlte.
Sie spielten 15 Jahre in der NHL. Was sind Ihre besten Erinnerungen?
Mir gefiel es überall. Aber wenn ich wählen muss, dann schon die Zeit mit den New York Rangers (2005 bis 2007), in der ich mit Jaromir Jagr harmonierte.
Erlebte man da den besten Nylander?
Wenn man die Statistiken anschaut, dann schon. Aber ich spielte ähnlich gut in Boston, Chicago oder Washington. In New York passte es einfach mit Jaromir. Wir haben uns sehr gut verstanden.
Wie ist Ihre Beziehung?
Er war ja nun ein paar Jahre in Russland, da sahen wir uns nicht mehr. Aber im Sommer haben wir stets Kontakt gehalten, und nun gingen wir ja auch gemeinsam nach Philadelphia. Ich hätte dort gerne wieder mit ihm gespielt. Aber das hat vorerst nicht geklappt.
Sie zogen mit 20 in die NHL aus. Wie war diese Erfahrung? Was würden Sie anderen Spielern raten?
Es ist schwer, anderen etwas zu raten. Denn jeder funktioniert anders. Ich wäre vielleicht besser noch ein Jahr länger in Schweden geblieben. Ich tauchte in ein komplett neues Leben ein. In Europa wird dir alles abgenommen, du bekommst eine Wohnung, ein Auto, für alles wird gesorgt. Drüben bist du auf dich alleine gestellt. Du wirst einfach ins kalte Wasser geworfen.
Sie spielten bei Chicago auch mit Reto von Arx. Stimmt die Geschichte, dass er damals den Babysitter für Ihre Kinder spielte?
(lacht) Reto? Ich glaube, wir luden ihn einmal zum Abendessen ein, und er spielte mit meinen Kindern. Aber Babysitten würde ich das nicht nennen.
Reto von Arx führte danach Davos zu fünf Titeln. Hätten Sie ihm das zugetraut?
Wieso nicht? Er war auch in Chicago ein guter Spieler. Schnell, kräftig, gut am Stock. Aber du musst eben auch die Chance bekommen, ein bisschen Glück haben. Jeder Coach mag andere Spieler. Und es ist anfangs schon ein Handicap, wenn du aus Europa kommst. Und mehr noch, aus einem Land wie der Schweiz zu stammen, das kaum NHL-Spieler hervorgebracht hat.
Sind das ständige Reisen und die Tauschgeschäfte – Sie wurden fünfmal transferiert – ein hoher Preis für eine NHL-Karriere?
Ich klage nicht. Man weiss ja, wie die Regeln sind, wenn man einen NHL-Vertrag unterschreibt. Natürlich ist es eine seltsame Erfahrung, wenn man das erste Mal transferiert wird. Aber wenn man zu einem neuen Team kommt, merkt man, dass es, was das Eishockey betrifft, überall das Gleiche ist. Alle haben die gleichen Routinen, nur die Umgebung ist anders. Und das Reisen macht mir Spass. Ich bin froh, dass ich mit meiner Familie so viel von der Welt sehen konnte.
Sie sind 39. Haben Sie schon Pläne für die Zeit nach Ihrer Karriere?
Ich will im Eishockey bleiben, könnte mir vorstellen, Coach zu werden. Ja, das würde mich reizen. Aber dafür bin ich noch nicht bereit. Ich will noch spielen.
"«Es ist nicht so, dass wir geplant hätten, sechs Kinder zu haben. Die Familie ist einfach immer gewachsen.» «Was das Eishockey betrifft, ist es überall das Gleiche. Alle haben die gleichen Routinen. Nur die Umgebung ist anders.»" -
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Zitat von Larry
Zwei Vertragsverlängerungen
19.10.2011
Die ZSC Lions freuen sich mitzuteilen, dass die 2012 auslaufenden Verträge mit Ronalds Kenins und Luca Cunti vorzeitig um 2 weitere Jahre bis 2014 verlängert wurden.
Beide Spieler sind auf diese Saison hin von den GCK Lions zu den ZSC Lions gestossen. Ronalds Kenins hat in dieser Saison sämtliche 16 Spiele bestritten während Luca Cunti wegen einer Verletzung beim letzten Vorbereitungsspiel den Saisonstart verpasste, und gegen den EV Zug am 15. Oktober 2011 sein Meisterschaftsdebüt für die ZSC Lions gab.
Gooood news!
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Kloten Flyers
Eldebrinks Frustration
Von Silvan Schweizer, ZürichNach dem verlorenen Derby herrschte vor der Klotener Garderobe emsiges Treiben, aber auch eine seltene Ernsthaftigkeit: Jenni wuchtete seine Tasche mit einem Knall in die Ecke, als ob er damit sagen wollte: «Verdammt noch mal!» Coach Eldebrink stapfte zuerst wortlos an den Journalisten vorbei, drehte sich dann doch noch um und brüllte: «Immer das Gleiche!» Assistent Hollenstein blieb still, meinte nur: «Es wäre nicht gut, wenn ich jetzt etwas sagen würde.»
Sie alle haderten mit Schiedsrichter Kurmann und dem Entscheid, Topskorer Santala nach 48 Minuten auf die Strafbank zu schicken. Der Finne hatte vor dem Tor ZSC-Stürmer Tambellini zu Boden gedrückt, und die Zürcher nutzten danach das Powerplay zum 2:1. «Ich weiss nicht, ob das eine Strafe war oder nicht. Ich versuchte ihn normal aus dem Spiel zu nehmen. Ich muss es mir noch einmal auf Video ansehen», sagte Santala.
Santalas bittere Derbyserie
Der Finne hatte nicht zum ersten Mal einen schwarzen Derbyabend erlebt. Die Lions scheinen ihn als Ziel für Provokationen ausgesucht zu haben. Und der Center geht oft darauf ein: Letzte Saison sammelte er fast ein Fünftel seiner gesamten Strafzeit gegen die Stadtzürcher (20 Minuten). Gestern verbüsste er alle drei kleinen Strafen der Flyers. Nach der Partie gab er sich jedoch wieder recht zahm: «Ich sollte cooler reagieren und keine dummen Fouls machen.»
Sein Trainer Eldebrink kühlte sich derweil an der frischen Luft etwas ab und stellte sich dann doch noch den Medien. Er zeigte sich frustriert, vor allem darüber, dass Referee Kurmann nicht konsequent gewesen sei in der Regelauslegung. Die gleiche Szene wie mit Santala hätte es im Match noch einige Male gegeben, sagte er. Eldebrink sah sein Team als das initiativere, mit den besseren Chancen. Trotzdem blieb ihm am Ende nur ein kleiner Trost: Lemm war nicht zum ersten Mal bester Klotener. Der frühere Captain scheint Selbstvertrauen und Instinkte wieder gefunden zu haben, schiesst am öftesten aufs gegnerische Tor, fast 50-mal in dieser Saison. Mit seinem gestrigen neunten Treffer hat er bereits jetzt das Total der letzten Saison egalisiert.

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Also wenn sogar Larry sagt, dass Flüeler gut gespielt hat, dann war das wohl so -;)
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Zitat von Edgar
Murphy spielt wohl nie mehr bei uns, sondern eher bei GCK oder in Polen
Nylander und seine superpässe, ja, braucht nur noch gute nebenspieler die was
anfangen damitüberbewerten sollte man diesen sieg immer noch nicht, die tiefflieger sind
nichts besonderes,ein sieg in bern würde da schöner aussehen und dann im derby im schluefweg, ok
Ich denke nach einer Siegesserie von 15 Spielen ohne Gegntore lässt sich dann etwas positiver in die Zukunft blicken, vorher nicht!

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Wichtige Sieg!
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ieso McCarthy Hartley vermisste
Von Simon GrafDer ZSC-Testspieler braucht eine harte Hand, um sein bestes Eishockey zu spielen.
Steve McCarthy.Der Mann im grünen Trikot wirkte in seinem ersten ZSC-Training noch wie ein Fremdkörper und schaute manchmal fragend zu seinen neuen Kollegen. Doch er deutete auch an, wieso er einst als grosses Talent galt und über 300 NHL-Spiele bestritt. Läuferisch scheint er nicht eingerostet. «Mein Knie ist okay», sagte Steve McCarthy nach der zweistündigen Einheit strahlend. «Und das war es wohl, was Bob sehen wollte.» Mit Bob meint er ZSC-Trainer Hartley, unter dem er seine besten Jahre hatte. Und dieser hat dem 30-Jährigen nun die Chance gegeben, die Karriere in Zürich neu zu lancieren.
2009 erlitt der Verteidiger mit dem AHL-Team Chicago Wolves eine schwere Knieverletzung bei einem Zusammenprall und fiel sechs Monate aus. «Alles war gerissen, was reissen konnte», blickt er zurück. «Und auch wenn man sagt, dass man nach einem halben Jahr wieder okay ist, braucht es doch 18 Monate, um wieder der Alte zu sein.»
Letzte Saison habe er bei Turku noch Mühe gehabt, erzählt er. «Aber jetzt fühle ich mich wieder richtig gesund.» Und bereit, den ZSC Lions in ihrer prekären Situation zu helfen. Der zweifache Vater, dessen Familie in Chicago wartet, will sich für einen Vertrag empfehlen und hat wegen der langen Zürcher Verletztenliste zumindest auf ein befristetes Engagement gute Aussichten. Vor der vergangenen Saison hatte er schon zwei Wochen bei Servette mittrainiert, sich aber offenbar nicht aufgedrängt.
Nie wohl fühlen als Maxime
«Er ist ein guter Junge und liebt den Wettkampf», sagt Hartley über den Testspieler. Mehr lässt er sich noch nicht entlocken. Sicher werden sich die ZSC Lions vor dem Samstagsspiel in Zug entscheiden. Und McCarthy hat immerhin den Vorteil, dass er den Trainer schon kennt: «Bob ist einer, der dafür sorgt, dass du dich nie zu wohl fühlst», hat er erfahren. «Er will dich mit allen Mitteln besser machen. Als junger Spieler musste ich mich zuerst daran gewöhnen. Doch es zahlt sich aus. Als er nicht mehr mein Coach war, vermisste ich ihn.»