Beiträge von Eggi

    Mehr als ein Hartley-Ersatz

    Ulrich Pickel

    Es sind anstrengende Wochen, die Marc Crawford erlebt. Seit dem Play-off-Beginn am 2. März sind seine ZSC Lions fast permanent in einen Existenzkampf verwickelt, den sie selber verursacht haben. Im Viertel- wie im Halbfinal ging der Start schief. Gegen den HCD glückte die Aufholjagd vom 1:3 zum 4:3. Und nun, gegen Fribourg-Gottéron, ist nach dem verdienten 5:2 am Dienstag aus dem 0:3 wenigstens ein 1:3 geworden.

    Die Hoffnung ist zurück, aber der Glaube an ein neuerliches Happy End wird getrübt durch die Grosswetterlage. Die Lions haben bis jetzt schon doppelt so viele Niederlagen eingesteckt wie im ganzen letztjährigen Play-off zusammen. Die nächste gegen Gottéron wäre die letzte in dieser Saison.

    Kein Shedden oder McSorley
    Nehmerqualitäten bleiben gefragt, nicht zuletzt auch vom Coach des Meisters. Marc Crawford hat sie gezeigt. Frei von Emotionen ist er dabei nicht. Während der Spiele lebt er mit, gestikuliert, feuert an, lobt und kritisiert. Und in der Garderobe wurde er schon mehrfach in dieser Saison richtig laut. Gegenüber der Öffentlichkeit aber betreibt er gekonnt eine Strategie der Deeskalation. Vom Kanadier war bis jetzt nie ein Gejammer zu hören, auch keine verbalen Rundumschläge oder wilden Verschwörungstheorien. Was den öffentlichen Auftritt angeht, so hebt sich Crawford in wohltuender Weise von seinen Landsleuten Shedden und McSorley ab.

    «Während der Qualifikation muss man ab und zu für Stimmung sorgen. Aber in den Play-offs geht es nur noch um die Spieler. Der Blick auf ältere Coachs brachte mir bei, dass man emotional in der Balance bleiben muss», sagt der 52-Jährige. Konzentration ist der Schlüssel zum Erfolg: «Sie ist für die Spieler am wichtigsten, und das will man ihnen demonstrieren. Wenn rundherum die Hektik ausbricht, setzt sich am Ende meistens jenes Team durch, das auch mitten im grössten Sturm eher ruhig bleiben kann.» Jetzt, im Play-off, seien die Emotionen permanent so hoch, da wolle er sie nicht noch anheizen. «Man braucht Emotionen und Leidenschaft, aber man muss sich auch unter Kontrolle haben», sagt Crawford.

    Botschaften kommen an
    Wenn er in Anzug und Krawatte solche Sätze in die Mikrofone spricht, hat Crawford etwas Professorales an sich. Er bleibt immer der nüchterne Analytiker, ist kaum je Geschichtenerzähler wie sein Vorgänger Bob Hartley. Crawford besitzt weniger Unterhaltungswert, aber intern kommen seine Botschaften nicht weniger gut an. Im Gegenteil.

    Crawford mag bisweilen laut werden, aber in der Kabine ist er auch deshalb beliebt, weil er anders als Hartley nie in den Verdacht gerät, ein Selbstdarsteller zu sein, der das Gesicht des Diktators nach aussen gegen die freundliche Miene der jovialen Vaterfigur tauscht. Die Spieler haben viel weniger Mühe, sich auf den Coach und seine Vorgaben einzulassen. Nur mit deren Umsetzung hat es bisher allzu selten so gut geklappt wie beim 5:2 am Dienstag. Dennoch spricht für Crawford und sein Team, dass das generelle Niveau, auf dem sich die ZSC Lions in diesen Play-offs zeigen, nicht weniger hoch ist als im letzten Jahr.

    Auch Notnägel halten
    Am Donnerstag folgt in Freiburg die nächste Chance, das drohende Saisonende nochmals zu verschieben. Sollten die Lions scheitern, wird sich auch Crawford Kritik anhören müssen – und den Vergleich mit Hartley. Als er im letzten Sommer vorgestellt wurde, haftete ihm das Etikett an, im Grunde nur eine Ersatzlösung für den nach Calgary abgesprungenen Vorgänger zu sein. Vielleicht wird Crawford nicht den Beweis erbringen können, dass auch er ein Zürcher Meistertrainer sein kann. Aber wie auch immer die Saison ausgehen wird, etwas hat Crawford längst gezeigt: Auch Notnägel können überzeugen.

    Zitat von Adm. Bööf

    Absolute Skandal so was... unglaublich. Chan das nöd fasse... De Abplanalp hät sich völlig falsch verhalte... I däre Situation chunt i 90% vo de Fäll en Stürmer
    go vorchecke, er hät nöd mal de Chopf treit zum luege ob eine chunt... Und de Ambühl wird jetzt für s Fehlverhalte vo ihm bestraft... Das es ihn grad so verwütscht
    hät isch zwar scheisse für ihn, isch aber absolut nöd absehbar gsi...

    Zitat von ZSColin

    Tja, wobi mir fascht alli CH "Franchise-Players" nöd gern händ:

    - RvA
    - Brunner
    - Sprunger
    - Fige
    - Stoney/Suter

    D'Lischte chan beliebig wiitergfühert werde. Gange au nöd devo us, dass en Zesi/Zeiter/Segi usw. bi de Fans vo andere Teams beliebt (gsi) sind.

    Aber - who cares! Wär ja s'geilscht, wänn mer nüt nomal "zueschlönd" ..... ähm, siege würdet und dänn am SA i de Halle es 7. Spiel erzwinge chöntet. Gott isch Ishockey geil!!

    Das isch klar, bringt d Wichtigkeit vo däne Spieler für ihri Verein natürlich mit sich... Wobi die vo dir gnennte scho alles chli spezielli Figure sind. Bis uf de Brunner, gäg dä han i nie was gha bis zu sinere Geste i de letschte Playoffs gäg de Flüeler, gäbts anderi bi Zug. Finde de Sprunger eifach es "Weichei", siehe Situation damals wo er sich so grausam benachteiligt behandled gfühlt hät gäg eus i de Playoffs und dänn sekunde spöter de Usglich gschosse hät im Spiel 4...

    Und ja, mir schlönd hüt wieder zue und chönd am Samstig wieder es Bierli zäme trinke... :geil:

    Zitat von ZSC_Forever

    Saisonende für Dubé
    Mittwoch, 27. März 2013, 14:46 - Martin Merk
    Laut "Radio Fribourg" ist die Saison für Christian Dubé zu Ende, nachdem er im gestrigen Auswärtsspiel in Zürich verletzt ausgeschieden ist.

    Dubé zog sich im Spiel eine Schulterverletzung zu und fällt offenbar für den Rest der Saison aus. Dubé war als Ersatz für den erkrankten Andrei Bykov in die erste Linie nachgerückt. Bykov dürfte dafür morgen wieder einsatzbereit sein, ebenso Shawn Heins und Tristan Vauclair.

    Marc Abplanalp wurde gestern Nacht mit einer Hirnerschütterung in ein Zürcher Spital eingewiesen und wird vorderhand fehlen.

    Quelle: hockeyfans

    Dubé isch en Null Faktor gsi bis jetzt, vo dem her... Aber ja, trotzdem en erfahrene Center wo ihne jetzt fehlt.

    Zitat von Der Weise

    Eins der Hauptprobleme im Forum. Egal welchen Ausländer wir holen, er ist nie gut genug....


    Wer sagt dir denn dass der Paulsson in Davos einschlägt?

    ich glaube er meinte mit "wieso geht das bei uns nicht" eher die Tatsache das vor Saisonschluss keine Transfers verkündet werden dürfen.

    Zuversichtlich war auf der anderen Seite aber auch Plüss, der hoffte, dass '' es am Dienstag vielleicht einfacher sein könnte, die Serie zu entscheiden, weil sie mental in einem Loch sein könnten.'' Doch sollten die Lions gewinnen, könne es noch einmal schwer werden.

    Ich denke diese Aussage zeigt wie sehr Gottéron hofft am Dienstag fertig zu machen. Irgendwie gewinnen morgen und dann kommt auch bei Fribourg nochmals ein bisschen Nervosität
    auf, da bin ich mir sicher...

    Zitat von Joey_88

    Die Statistik ist schon krass muss man sagen...

    Aber ich bin überzeugt das heute der erste Sieg gegen diese
    Deppen eingefahren wird!!

    Hoffe die Halle kocht wieder wie am Samstag! Das war der Wahnsinn!

    Weiss einer wieviele Tickets schon weg sind??

    Gemäss online ticketing sind noch ca 800 Tickets erhältlich... wird also schon ordentlich voll sein...

    Die ZSC Lions im Kampf gegen die Statistik

    Die 2:3-Auswärtsniederlage am Dienstag zeigt einmal mehr, dass die Freiburger den ZSC Lions nicht liegen. Der Play-off-Halbfinal wird zunehmend zu einem Kampf gegen die Statistik. Auch im Hallenstadion ist die Zürcher Bilanz gegen Freiburg nicht rosig.

    Ulrich Pickel

    Und wieder eine Niederlage. Nimmt man die Resultate aus Play-offs und Qualifikation zusammen, war das 2:3 am Dienstag zum Beginn der Play-off-Halbfinals die neunte Enttäuschung in Serie für die ZSC Lions gegen Freiburg. Überboten wird dieser Wert nur noch von einer anderen Negativserie: 14 Niederlagen. Der Gegner: Freiburg.

    Das ewiggleiche Strickmuster
    Eine solch verheerende Gesamtbilanz weist der Meister gegen kein anderes NLA-Team auf. Was macht prompt den HC Fribourg-Gottéron zu einem so schwierigen Gegner? «Gute Frage», entgegnen der Captain Mathias Seger und der Sportchef Edgar Salis am Tag nach dem Fehlstart in Freiburg unisono.

    Freilich gilt es zu differenzieren: Die erste, monumentale Niederlagenserie stammt aus der Ära Bykow/Chomutow, und der ZSC der frühen neunziger Jahre war viel eher Abstiegskandidat als Titelanwärter. Mehr zu denken gibt, was derzeit geschieht. Auch der isolierte Blick auf die Play-offs hilft nicht. Die letzte Serie gegen Gottéron, der Viertelfinal 2009, ging 0:4 verloren. Freilich könnte man auch hier differenzieren. Damals waren die Lions als Meister und Favorit angetreten. Aber kurz vor Play-off-Beginn hatten sie die Champions Hockey League gewonnen. Vor lauter Freudentaumel und Festivitäten gelang es danach nicht mehr, genügend Spannung, Konzentration und Erfolgshunger aufzubauen.

    Was ist zu tun, damit sich die Geschichte nicht wiederholt? Zunächst ist es so, dass die Freiburger eine starke Equipe stellen, die nicht umsonst die Qualifikation gewann. Mit ihrem Tempospiel und der ausgeglichen besetzten Offensive haben sie schon viele Gegner an die Wand gespielt. Für zusätzlichen Druck sorgt ihre Taktik. Zusammen mit den Stürmern schalten sich regelmässig auch die Verteidiger in den Angriff ein. Wenn ihnen die Umstände entgegenkommen, können sie sich in einen wahren Spielrausch steigern. Gleichwohl können die Freiburger nichts, wozu die Lions im Prinzip nicht auch fähig wären. Auch sie haben Tiefe und Breite im Kader, sind tempofest, technisch beschlagen, routiniert und selbstbewusst.

    Auffallend ist, dass die jüngsten Zürcher Niederlagen einem fast schon ewiggleichen Strickmuster folgen: Die Westschweizer kommen wie die Feuerwehr aus den Startlöchern, die Zürcher geraten darob ins Schwimmen und in Rücklage. So war es auch am Dienstag. Der Hypothek des frühen 0:2 liefen sie danach zu lange vergeblich hinterher.

    Was bleibt, ist der Hinweis auf die vielbeschworenen Details, die zwischen zwei auf dem Papier ausgeglichenen Teams für den Unterschied sorgen. «Wir waren einfach sehr schlecht, machten nicht, was wir wollten. Wir gaben ihnen zu viel Raum und spielten zu kompliziert», stellt Seger ohne Umschweife fest. Seine Kollegen und er waren geradezu vorbildliche Gäste. Sie liessen die Freiburger nahezu ungehindert gewähren. Konsequenz: Während die Einheimischen alle Trümpfe ausspielen konnten, brachten die Gäste ihre eigenen, ganz ähnlichen Qualitäten überhaupt nicht ins Spiel ein. «Man hat Chancen gegen sie, wenn man sie in der eigenen Zone unter Druck setzt, aber das machten wir nur im zweiten und dritten Drittel», lautet Salis' Analyse.

    Was den Zürchern fehlte, war nicht eine geniale Taktik oder ein Geheimrezept, sondern die fachgerechte Ausführung des simplen Handwerks. Sie nahmen das Spiel nicht sogleich in die Hand, bewegten ihre Beine zu wenig und vor allem: Von den kämpferischen Qualitäten wie im Viertelfinal gegen den HCD war wenig bis nichts zu sehen.

    Nur das nächste Spiel zählt
    Warum die ZSC Lions ausgerechnet gegen Freiburg so viel Mühe haben, wissen sie letztlich auch nicht. Sie treten jedes Mal mit der Absicht an, den Start nicht zu verschlafen. Warum sie trotzdem auf dem schmalen Grat zwischen Vorsicht und Passivität gegen die Freiburger am meisten ausrutschen, interessiert sie im Moment auch nicht. Jetzt herrscht der Tunnelblick. Was zählt, ist das Erfolgserlebnis im nächsten Spiel, am Donnerstag im Hallenstadion. Wenn das nur gutgeht: Der letzte Heimsieg datiert vom 11. Januar 2011.