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Das sind die stillen Helden bei den ZSC Lions
Welche Spieler nützten in der Qualifikation ihre Eiszeit besonders effektiv? Ein exklusiver statistischer Einblick.
Welcher Spieler holt das meiste aus seinen Einsätzen heraus? Um diese Fragen zu beantworten, wird zu oft bloss auf die Skorerpunkte (Tore und Assists zusammengezählt) geachtet.
Diese erzählen aus diversen Gründen nicht die ganze Wahrheit. Zum Beispiel, weil die Einsatzzeit der Spielers nicht berücksichtigt wird – nicht alle stehen im Eishockey schliesslich gleich lange auf dem Spielfeld. Und auch die Rolle der Spieler wird nicht widerspiegelt in der Skorerliste. Akteure, die in den Special Teams häufiger in Unterzahl (Boxplay) statt Überzahl (Powerplay) eingesetzt werden, können nicht gleich bewertet werden wie die Offensivkräfte, die viel Powerplay-Eiszeit erhalten.
Im Folgenden soll aufgezeigt werden, welcher ZSC-Spieler in der Regular Season 2019/20 am effizientesten seine Eiszeit nutzte. Es geht nicht um Skorerpunkte, sondern darum, wie häufig der Spieler bei Toren und Gegentoren auf dem Eis stand – relativ zu seiner Eiszeit.
Wer bei den ZSC Lions bei allen möglichen Situationen wie oft bei Plus- und Minustoren auf dem Eis stand, ist eine exklusiv von Tagesanzeiger.ch/Newsnet geführte Statistik und nirgends öffentlich einzusehen.
Um die Rollen der ZSC-Spieler besser mit einzubeziehen, unterteilen wir bei den folgenden Ranglisten in die vier Kategorien «Plustore bei numerischem Gleichstand», «Gegentore bei numerischem Gleichstand», «Powerplay» und «Boxplay». Treffer ins leere Tor, wenn der Goalie jeweils durch einen Feldspieler ersetzt wurde, sind in allen Kategorien nicht berücksichtigt.
1. Plustore bei numerischem Gleichstand
Welche ZSC-Spieler benötigten bislang am wenigsten Eiszeit, um bei Plustoren der Mannschaft auf dem Eis zu stehen? Berücksichtigt sind alle Tore bei numerischem Gleichstand (5-gegen-5, 4-gegen-4, 3-gegen-3).
Verteidiger:
1. Maxim Noreau 16:40
2. Christian Marti 22:43
3. Patrick Geering 23:36
4. Tim Berni 24:22
5. Dario Trutmann 25:04
6. Phil Baltisberger 26:01
7. Severin Blindenbacher 26:05
Stürmer:
1. Pius Suter 17:04
2. Garrett Roe 17:06
3. Marcus Krüger 17:53
4. Denis Hollenstein 20:05
5. Chris Baltisberger 21:17
6. Simon Bodenmann 21:20
7. Fredrik Pettersson 21:41
8. Dominik Diem 23:05
9. Marco Pedretti 27:02
10. Raphael Prassl 27:30
11. Roman Wick 26:41
12. Reto Schäppi 34:12
(Eiszeit in Minuten:Sekunden. Nur Spieler berücksichtigt mit mindestens 20 Spielen und mindestens 10:00 Minuten durchschnittlicher Eiszeit bei numerischem Gleichstand pro Spiel)
Wie diese Zahlen zu lesen sind: Beispiel Maxim Noreau: Stand Noreau bei numerischem Gleichstand auf dem Eis, vergingen im Durchschnitt 16:40 Minuten, bis der ZSC einen Treffer schoss. Je tiefer die Zahl, desto besser.
2. Gegentore bei numerischem Gleichstand
Welche ZSC-Spieler standen am längsten auf dem Eis, ohne dass die Mannschaft ein Gegentor kassierte? Berücksichtigt sind alle Tore bei numerischem Gleichstand (5-gegen-5, 4-gegen-4, 3-gegen-3).
Verteidiger:
1. Dario Trutmann 39:35
2. Phil Baltisberger 34:41
3. Christian Marti 34:37
4. Patrick Geering 32:20
5. Maxim Noreau 30:33
6. Tim Berni 29:40
7. Severin Blindenbacher 22:22
Stürmer:
1. Marco Pedretti 40:34
2. Marcus Krüger 37:15
3. Raphael Prassl 35:22
4. Simon Bodenmann 34:49
5. Reto Schäppi 34:12
6. Roman Wick 33:21
7. Garrett Roe 31:39
8. Chris Baltisberger 30:36
9. Fredrik Pettersson 30:07
10. Pius Suter 29:52
11. Dominik Diem 29:30
12. Denis Hollenstein 27:23
(Eiszeit in Minuten:Sekunden. Nur Spieler berücksichtigt mit mindestens 20 Spielen und mindestens 10:00 Minuten durchschnittlicher Eiszeit bei numerischem Gleichstand pro Spiel)
Wie diese Zahlen zu lesen sind: Beispiel Marco Pedretti: Stand Pedretti bei numerischem Gleichstand auf dem Eis, vergingen im Durchschnitt 40:34 Minuten, bis der ZSC einen Treffer kassierte. Je höher die Zahl, desto besser.
3. Powerplay
Welche ZSC-Spieler benötigten am wenigsten Eiszeit, um bei Powerplay-Toren der Mannschaft auf dem Eis zu stehen? Berücksichtigt sind alle erzielten ZSC-Tore im Powerplay.
1. Maxim Noreau 5:17
2. Fredrik Pettersson 5:32
3. Pius Suter 5:40
4. Chris Baltisberger 5:52
5. Garrett Roe 5:53
6. Dominik Diem 6:30
7. Severin Blindenbacher 7:08
8. Denis Hollenstein 7:23
9. Marcus Krüger 7:41
10. Patrick Geering 8:22
11. Simon Bodenmann 8:31
(Eiszeit in Minuten:Sekunden. Nur Spieler berücksichtigt mit mindestens 20 Spielen und mindestens 1:00 Minuten durchschnittlicher Eiszeit im Powerplay pro Spiel)
Wie diese Zahlen zu lesen sind: Beispiel Maxim Noreau: Stand Noreau im Powerplay auf dem Eis, vergingen im Durchschnitt 5:17 Minuten, bis die ZSC Lions einen Treffer schossen. Je tiefer die Zahl, desto besser.
4. Boxplay
Welche ZSC-Spieler standen im Unterzahl-Spiel (Boxplay) am längsten auf dem Eis, ohne dass die Mannschaft ein Gegentor kassierte? Berücksichtigt sind alle Gegentore des ZSC im Boxplay.
1. Severin Blindenbacher 22:02
2. Denis Hollenstein 10:17
3. Maxim Noreau 9:51
4. Marco Pedretti 9:09
5. Pius Suter 8:51
6. Raphael Prassl 8:39
7. Christian Marti 8:35
8. Tim Berni 8:07
9. Marcus Krüger 7:21
10. Dario Trutmann 7:11
11. Reto Schäppi 7:00
12. Patrick Geering 6:36
13. Garrett Roe 6:02
14. Phil Baltisberger 5:17
(Eiszeit in Minuten:Sekunden. Nur Spieler berücksichtigt mit mindestens 20 Spielen und mindestens 1:00 Minuten durchschnittlicher Eiszeit im Boxplay pro Spiel)
Wie diese Zahlen zu lesen sind: Beispiel Severin Blindenbacher: Stand Blindenbacher im ZSC-Boxplay auf dem Eis, vergingen im Durchschnitt 22:02 Minuten, bis die Lions einen Treffer kassierten. Je höher die Zahl, desto besser.
Blindenbachers Zahl ist eindrücklich. Der Verteidiger war zwar oft verletzt, stand bei nur 27 der 50 Qualifikationsspiele im Einsatz. Im Unterzahlspiel war er indes eine Bank: Bei 44:05 Minuten Eiszeit in Unterzahl (1:37 pro Spiel) stand er bei nur zwei Gegentreffern auf dem Eis. Das ergibt seinen fast schon unheimlich guten Wert. Es muss, ohne Blindenbachers Leistung schmälern zu wollen, aber auch festgestellt werden: Hätte er kein einziges der 50 Regular-Season-Spiele verpasst, hätte er diesen Wert kaum halten können.