Alles anzeigenDie Swiss-Life-Arena im Blick
Die neue Heimat des ZSC irritiert
MEINUNG Hélène Arnet (TA)
Der Countdown läuft: Auf der Homepage wird die Zeit abgezählt, bis der ZSC das erste Bully in der Swiss-Life-Arena gewinnen wird. 1 Jahr, 360 Tage – in zwei Jahren geht es also los im neuen Stadion des traditionellen Zürcher Eishockeyclubs.
Dieses Stadion entsteht derzeit zwischen den Gleisen und der Autobahnausfahrt Zürich-Altstetten, zehn Fussminuten stadtauswärts vom Bahnhof Altstetten entfernt. Die Baustelle sticht nicht nur wegen der vielen Krane in die Augen, sondern auch wegen ihrer Ausmasse. Das abgestufte Gebäude misst 170 mal 110 Meter, das Baufeld umfasst 28’000 Quadratmeter.
Die Arena des britischen Büros Caruso St. John Architects hat in den vergangenen Wochen deutlich Form angenommen. Doch welche Form? An eine Sportstätte denkt man kaum auf Anhieb.
Zum Glück steht es gross und rund und weiss auf weiss auf der Fassade, was dieses riesige Gebäude dereinst sein wird. Allein das Logo hat einen Durchmesser von gegen sechs Metern. Es ziert gleich viermal die künftige Swiss-Life-Arena.
Die Bauherren sprachen schon früh unspezifisch von einem «neuen Wahrzeichen» der Stadt, während die Jurypräsidentin Ursula Müller bei der Präsentation des Siegerprojekts die Adjektive «feingliedrig» und «festlich» anführte.
Die NZZ betonte damals: «Offensichtlich wollte man einen Bau, der sich möglichst gut ins Quartier einfügt, und keine Ikone.» Der Bau erinnere eher an ein Theater oder eine Messehalle als an eine Arena, hiess es damals. Im vergangenen Januar verglich die Quartierzeitung «Zürich West» das Gebäude mit einem ägyptischen Tempel.
Wahrzeichen oder keine Ikone? Sportarena, Messehalle, Theater oder Tempel? Festlich oder – hässlich? Die Antwort dürfte lauten: Geschmacksache.
Jetzt erlebt man vor Ort in Echt, was auf der Visualisierung neugierig machte und die Architekten als «Vorhang» beschreiben, der an ein Theater erinnern soll. Der Name der Arena lautet ja eben nicht das «Stadion der Träume», sondern das «Theater der Träume».
Tatsächlich fliessen die gewellten Betonplatten, die vor Ort gegossen werden, eigenwillig um die runden Fenster. Die Assoziation zu einem Bühnenvorhang stellt sich aber nicht spontan ein. Vielleicht zu einem Puck, der auf dem wässrigen Eis schlittert? Das würde inhaltlich passen, optisch nicht wirklich. Eher Bullaugen, die durch weichen Beton stossen. Also auch noch eine Reminiszenz an ein Kreuzfahrtschiff.
Auch die geschwungenen Fassaden im Westen und Osten des Gebäudekörpers sind schon gut ahnbar. Sie betonen die Ausmasse des Gebäudes, das rund 190 Millionen Franken kostet. Auffällig an den Längsseiten sind die Arkaden aus bauchigen Säulen. Postmodern, nennen die Fachleute das ganze Erscheinungsbild des Gebäudes wohl. Geschmacksache, findet nochmals der Laie.
Im Januar 2021 soll der Betonrohbau fertiggestellt, im Dezember 2021 der Innenausbau so weit fertiggestellt sein, dass umfassende Testbetriebe durchgeführt werden können. Das Eisfeld wird in einem hohen Raum liegen, die steilen Fanrampen beginnen unmittelbar am Spielfeld.
Die Architekten, selbst passionierte – und einst aktive – Eishockeyspieler, versprechen einen «Hexenkessel». Einen «Hexenkessel» für die Löwen, das tönt unbestritten gut. Keine Geschmacksache.
Danke Larry.
Ehrlich gesagt, mir ist's ziemlich egal, wie das Stadion von aussen aussehen wird. Was ich bis jetzt virtuell und in echt gesehen
habe haut mich aber auch nicht vom Sockel, mitnichten.
Aber eben, drinnen muss/sollte es passen - dann ist alles gut für mich!
(Wenn wir denn dann überhaupt ins Stadion gelassen werden......)