«Playoff-Talk»
Tambellini: «Der nächste Sieg ist immer der schwierigste»
Mittwoch, 7. März 2012, 18:18 Uhr
Jeff Tambellini ist eine der offensiven Attraktionen der Liga. Mit den ZSC Lions fehlt dem Kanadier nur noch ein Sieg, um Meister Davos zu eliminieren. Im Interview spricht er über das veränderte Auftreten der Lions in den Playoffs, das Wettkampfglück und sein Wohlergehen in der Schweiz.
Jeff Tambellini, Sie führen mit den ZSC Lions gegen den Meister aus Davos nach 3 Partien mit 3:0. Wie überraschend kamen die Erfolge für Sie?
Tambellini: Es mag ein wenig überraschend sein. Aber wir sind 25 Jungs, die am gleichen Strick ziehen. Wir können in dieser Liga jedes Team bezwingen. Aber es sind erst 3 Partien gespielt.
Vor den Playoffs hatte der HCD gegen die Lions eine Siegesserie von 8 Partien aufzuweisen. Was machen Sie nun anders?
Die Qualifikation und die Playoffs sind als zwei verschiedene Saisons zu betrachten. In den Playoffs geht es härter zur Sache. Unser Team war fähig, sich für diese Spielzeit zu steigern, um jeden Puck zu kämpfen und alles für den Sieg zu tun.
Es fällt auf, dass die Mannschaft äusserst stabil und selbstsicher auftritt. Woher kommt diese plötzliche Überzeugung?
Wir haben uns während der Qualifikation nicht gross darum gekümmert, auf welchem Platz wir stehen. Wir mussten nicht bei Spiel 20 bereits top sein. Wichtig war, dass wir unser Top-Level bei Playoff-Beginn erreichen konnten.
Diejenigen Teams, die das Glück auf ihre Seite zwingen können, stehen am Ende oben.
Jeff Tambellini
Neben den stilsicheren Auftritten war Ihrer Mannschaft bis anhin auch das Wettkampfglück hold. In Spiel 3 machten Sie jeweils nach Pfostenschüssen der Davoser die Tore.
In jeder Meisterschaft, sei dies hier in der Schweiz oder auch in der NHL, braucht man immer etwas Glück, um sich durchsetzen zu können. Diejenigen Teams, die das Glück auf ihre Seite zwingen können, stehen am Ende oben.
Wird der vierte Sieg der schwierigste sein?
Nein, der schwierigste Sieg ist immer der nächste, egal der wievielte dies ist. Jedes Spiel und jeder Sieg in den Playoffs ist enorm wichtig. Wir werden in der nächsten Partie alles geben und schauen, wie es rauskommt.
Nach 248 NHL-Einsätzen und 6 Saisons haben Sie für 3 Jahre in die Schweiz zu den Lions gewechselt. Vor einigen Monaten nannten Sie dies als eine der «besten Entscheidungen des Lebens». Ist dies noch immer so?
Es ist eine fantastische Erfahrung, die ich dank dem Wechsel in die Schweiz mache. Das Land und vor allem die Stadt Zürich gefallen mir sehr, ich fühle mich ausgesprochen wohl hier.
Ich versuchte, meinem Spiel treu zu bleiben.
Jeff Tambellini
Sie spielten eine überzeugende Qualifikation mit 45 Skorerpunkten. Hatten Sie keine Mühe, sich an die grösseren Eisfelder und die Rahmenbedingungen zu gewöhnen?
Ich musste lernen, mit einem etwas anderen Spielstil und dem grösserem Feld zurecht zu kommen. Aber im Endeffekt geht es überall darum, den Puck im Netz zu versenken. Ich versuchte, meinem Spiel bei der Anpassung treu zu bleiben. Meine Mitspieler in Zürich machten mir die Umstellung einfach.
Was ist mit den ZSC Lions in diesen Playoffs noch alles möglich?
Darüber sprechen wir gar nicht. Wir schauen auf das Hier und Jetzt. Wenn man zuweit vorausblickt, kommt man in Schwierigkeiten.
(Interview: Philippe Jäggi)
quelle: sf