Beiträge von theshadow72

    absolut korrekt!

    nenne mir doch bitte ganz konkret…

    …in welcher form ein club für vorkommnisse wie der wiesendanger chilbi oder überfall auf eine s-bahn in urdorf, die mit hoppern besetzt ist, mitverantwortlich ist und noch wichtiger…

    …wie er seine verantwortung auch wahrnehmen kann/soll/muss, dass so etwas nicht mehr vorkommt bzw. vorkommen kann!

    Lach genau. Oder mit welcher ersthaften Begründung und auf welcher zulässigen Rechtsgrundlage ein solcher Vorfall die Miete im Letzigrund erhöhen sollte bzw. kann... Das sind doch lächerliche Ideen. Dass die sich nicht schämen so einen Blödsinn zu diskutieren.

    Hauptsache sie wissen wovon und worüber sie im Gemeinderat reden:


    Zürich soll auf Vier-Säulen-Modell im Kampf gegen Fangewalt setzen

    Am zweiten Budgettag stand zu Beginn die Fangewalt im Fokus. SVP und FDP wollten, dass sich die beiden Fussballvereine, GC und FCZ, stärker an den Sicherheitskosten beteiligen müssen. Konkret forderten sie eine halbe Million Franken mehr, aktuell bezahlen sie für Liga- und Cupspiele maximal je eine halbe Million Franken.

    Trotz grosser Probleme passiere nichts, sagte Johann Widmer von der SVP. Deshalb brauche es finanzielle Konsequenzen, das sei die einzige Sprache, welche die Vereine verstünden. Ähnlich tönte es von den Freisinnigen. FDP und SVP blieben allerdings in der Minderheit, weil die übrigen Parteien keinen Handlungsbedarf bei den Sicherheitskosten sahen. Dies aus zwei Gründen: Erstens gebe es laufende Verträge, fürs Budget 2025 könnten diese gar nicht gekündigt werden. Zweitens, führte die AL an, seien Polizeikosten nicht weiterzuverrechnen.

    Einig war sich der Rat hingegen, dass sich die Stadt aktiver gegen Fangewalt engagieren sollte. Die Ratsmitglieder überwiesen ein Postulat der FDP- und Mitte/EVP-Fraktion. Darin fordern diese, dass der Stadtrat die Einführung eines 4-Säulen-Modells prüfen soll: Prävention, Deeskalation, Sicherheit und Repression.

    «Ich bin auch Fussballfan», sagte Karin Stepinski von der Mitte. Doch die Gewalt gehöre bekämpft. Man solle sich dabei an der Drogenpolitik orientieren, die grosse Erfolge erzielen konnte, in dem man alle Parteien ins Boot geholt habe. Marita Verbali von der FDP forderte, dass die Belastung der Bevölkerung durch die Fussballmatches reduziert werden müssen. Regelverstösse sollen geahndet werden, gleichzeitig solle das Positive der Fankultur, die Kreativität, gestärkt werden. Dies strich auch Roland Hurschler von den Grünen heraus.

    Florian Utz von der SP schloss den Bogen zu den Sicherheitskosten. So könnte man beispielsweise die Miete mit einem neuen Anreizsystem ausstatten. Kommt es zu Gewalt, steigt die Miete im Letzigrund, bleibt die Gewalt aus, würden die Kosten sinken.

    Sympathisch:


    Lions: So leben Jesper Frödén und Juho Lammikko in Zürich

    Das Leben der ZSC-Ausländer

    Fachsimpeln übers Wickeln, spassige Autofahrten und ein perfekter Babysitter

    Jesper Frödén und Juho Lammikko verlängerten ihre Verträge bei den ZSC Lions langfristig. Wegen guter sportlicher Perspektiven, aber auch, weil es neben dem Eis passt.

    Simon Graf

    Simon Graf

    Publiziert heute um 16:26 Uhr


    Jesper Frödén und Juho Lammikko: In Ihren Karrieren viel gereist, sind die beiden Stürmer bei den ZSC Lions sesshaft geworden.

    Jesper Frödén und Juho Lammikko: In Ihren Karrieren viel gereist, sind die beiden Stürmer bei den ZSC Lions sesshaft geworden.

    Fotos: ZSC Lions


    In Kürze:

    • Die ZSC Lions sind dank eines 5:2 in Lugano wieder auf Kurs.
    • Jesper Frödén und Juho Lammikko verlängerten ihre Verträge langfristig.
    • Beide betonen die Bedeutung des familiären Zusammenhalts im Club.

    Die Stimmung im ZSC-Teambus ist ausgelassen am Samstag spät auf der Rückreise aus Lugano. Mit einem 5:2 erkämpften sich die Zürcher Rang eins zumindest temporar zurück, nun können sie in der Nationalteam-Pause kurz durchschnaufen. Es war eine intensive Woche. Am Dienstag flogen sie nach Berlin fürs Hinspiel im Viertelfinal der Champions League. Am Mittwoch siegten sie 4:3, am Donnerstag kehrten sie zurück, am Freitag empfingen sie Ambri und verloren 2:5, am Samstag stand noch der Trip nach Lugano an.

    Nebenbei regelten Jesper Frödén (30) und Juho Lammikko (28) noch ihre Zukunft. Der Schwede unterschrieb für zwei weitere Jahre bis 2027 bei den ZSC Lions, der Finne sogar für drei. «Es war eine einfache Entscheidung», sagt Lammikko im Telefongespräch auf der Heimreise aus Lugano. «Hier haben wir jedes Jahr die Chance, zu gewinnen. Zuvor spielte ich fast jede Saison in einem neuen Team. Nun sind wir hier sesshaft geworden. Unser Sohn Eemil wurde hier geboren, im Sommer kam in Finnland unsere Tochter Ellen zur Welt. Zürich fühlt sich an wie unser zweites Zuhause.»

    Sogar Hrubec mag finnische Musik

    Die Lammikkos leben wie die anderen ZSC-Ausländer in Winkel. Mikko Lehtonens dreiköpfige Familie wohnt einen Stock über ihnen, den Garten hat Lammikko neben dem von Simon Hrubec und dessen Familie. Oft spielen deren Kinder miteinander.

    Lammikko, Lehtonen und Hrubec fahren jeweils die 20, 25 Minuten gemeinsam zum Training, wobei sie sich am Steuer abwechseln. Lammikko ist meist für die Musik zuständig und diskutiert oft rege mit Hrubec, derweil es Lehtonen lieber etwas ruhiger haben würde. «Wir sind eine super Crew», sagt Lammikko lachend. «Hrubec mag sogar finnische Musik, und wenn wir reden, vergeht die Zeit wie im Flug.»

    Juho Lammikko vom ZSC feiert sein Tor zum 2:0 beim Eishockey Playoff Final, Spiel 7 der National League zwischen den ZSC Lions und dem Lausanne HC am Dienstag, 30. April 2024 in der Swiss Life Arena in Zurich. (KEYSTONE/Urs Flueeler)

    Die Swiss-Life-Arena in Ekstase: Juho Lammikko hat im siebten Finalspiel gegen Lausanne das 2:0 erzielt.

    Foto: Urs Flüeler (Keystone)

    Frödén wohnt in Winkel etwas höher gelegen als die anderen, wie er betont. «Dort, wo es am schönsten ist», wie er augenzwinkernd anfügt. «Es ist cool, dass so viele Jungs aus dem Team in der Nähe sind. Das macht auch die Suche nach einem Babysitter einfach. Santtu Kinnunen ist der Erste, den ich anrufe. Er hat am meisten freie Zeit.»

    Frödén wurde im August erstmals Vater, Olivia kam in Stockholm zur Welt. Er sei ein Vater, der anpacke, betont er. Weil er einen 17 Jahre jüngeren Bruder hat, lernte er schon als Teenager, Windeln zu wechseln. Seine Vertragsverlängerung in Zürich sei eine Familienentscheidung gewesen, sagt Frödén. «Hier haben wir es als Familie am besten. Die letzten fünf, sechs Jahre bin ich ziemlich viel herumgereist. Wir fühlen uns sehr wohl in Zürich und in diesem Club. Es ist schön, mehr Stabilität zu haben.»

    Der Schwede inmitten von Finnen

    Frödén ist in einem Team mit drei Finnen der einzige Schwede. Immerhin kann er sich mit Goaliecoach Magnus Wennström in seiner Muttersprache unterhalten. Und manchmal sogar mit den Finnen, weil die in der Schule ja Schwedisch lernen mussten. Die besten Schwedischkenntnisse attestiert er Lehtonen. Er selbst spricht kaum Finnisch, obschon er zu einem Viertel Finne ist, väterlicherseits. Doch sein Vater redete mit ihm nur Schwedisch.

    Der Titel habe die Mannschaft weiter zusammengeschweisst, sagt Frödén, der das Meistertor in Spiel 7 gegen Lausanne (2:0) auf Pass von Lammikko erzielte. «Für mich war es das erste Mal, dass ich Meister wurde. Wenn du das erlebt hast, gibt dir das Extra-Motivation, es nochmals zu schaffen.» Lammikko ergänzt: «Es war ein magischer Abend in der Swiss-Life-Arena. Die Stimmung mit all den Fans war unglaublich. Das will ich unbedingt nochmals erleben.»

    L'attaquant des SZC Jesper Froeden, gauche, celebre la victoire a la fin du match du championnat suisse de hockey sur glace de National League entre Lausanne HC, LHC, et ZSC Lions, ZSC, ce mardi 19 decembre 2023 a la patinoire de la Vaudoise arena a Lausanne. (KEYSTONE/Laurent Gillieron)

    Sein erster Titel: Meisterschütze Jesper Frödén feiert den 2:0-Sieg im siebten Finalspiel gegen Lausanne.

    Foto: Laurent Gilliéron (Keystone)

    Obschon die ZSC Lions punktemässig auf Kurs sind, sind sich die beiden Nordländer einig, dass das Team noch um einiges besser spielen kann. «Ich glaube, wir werden eine gute zweite Saisonhälfte zeigen», sagt Frödén. Lammikko fügt an, das gedrängte Programm mit der Champions League störe ihn überhaupt nicht, im Gegenteil: «Es macht Spass, schon im Dezember und Januar entscheidende Spiele zu haben.»

    Die Champions League zu gewinnen, ist ein erklärtes Ziel der Zürcher. Falls sie sich gegen die Eisbären Berlin durchsetzen sollten, dürfte ein Halbfinalduell mit Titelverteidiger Servette winken.

    Im Team der vielen Jungväter sind die Kinder in den Diskussionen in der Kabine immer wieder ein Thema. So wird übers Wickeln und andere Fachthemen diskutiert. «Jeder ist stolz, Vater zu sein», sagt Lammikko. «Und es ist schön, können wir uns zwischendurch auch mal mit den Kindern treffen.» Dann ist das Eishockey für ein paar Stunden ganz weit weg.

    ZSC Lions: Die Nordländer bleiben

    «Wenn du gewinnen willst, brauchst du Spieler wie sie»

    Der Meister hat die Verträge mit Jesper Frödén (bis 2027) und Juho Lammikko (bis 2028) verlängert. Sportchef Sven Leuenberger erklärt, wieso er die beiden Stürmer so schätzt.

    Simon Graf

    Simon Graf

    Publiziert heute um 17:25 Uhr


    Mikko Lehtonen (ZSC), Jesper Froeden (ZSC) und Juho Lammikko (ZSC) (v.l.n.r) bejubeln den Treffer zum 2:2 im Spiel der Eishockey National League zwischen den ZSC Lions und dem EHC Biel, am Dienstag, 22. Oktober 2024 in der Swiss Life Arena in Zuerich. (KEYSTONE/Til Buergy)

    Sie werden auch die nächsten Jahre im ZSC-Dress jubeln: Jesper Frödén (links) und Juho Lammikko (rechts).

    Foto: Til Buergy (Keystone)


    Die ZSC Lions setzen bei den Ausländern auf Kontinuität. Die Verträge von Simon Hrubec, Mikko Lehtonen und Rudolfs Balcers laufen noch eine Saison weiter, nun haben die Zürcher die Stürmer Jesper Frödén (30) und Juho Lammikko (28) länger an sich gebunden. Der Schwede unterschrieb für zwei weitere Jahre, der Finne sogar für drei. Damit ist für nächste Saison nur noch eine Ausländerposition offen. Diese will Sportchef Sven Leuenberger entweder mit Derek Grant (34) oder einem anderen ausländischen Stürmer besetzen.

    Leuenberger setzt bei den Ausländern nicht auf reine Skorer, und deshalb schätzt er auch Frödén und Lammikko so sehr. «Sie sind immer wieder für entscheidende Tore gut. Aber sie machen auch vieles, um Tore zu verhindern. Sie sind sich nicht zu schade für die Drecksarbeit und damit gute Vorbilder für die Jungen, die wir entwickeln wollen. Wenn du gewinnen willst, brauchst du Spieler wie sie, die jeden Abend ihre Ärmel nach hinten krempeln und ihr Bestes geben. Auch wenn es blitzt und donnert.»

    Sie entschieden Spiel 7 gegen Lausanne

    Dass sie wichtige Tore schiessen können, zeigten die beiden auch im siebten Finalspiel gegen Lausanne, als Frödén das 1:0 und Lammikko das 2:0 erzielte. Mit dem aktuellen ZSC-Topskorer Grant hat Leuenberger noch nicht geredet. «Ich wollte zuerst einmal abwarten, bis sein Kind auf der Welt ist. Nun möchte ich gerne hören, was seine Pläne sind. Ob er nochmals eine Saison in Europa bleiben möchte.»

    Noch keine Verhandlungen führt Leuenberger vorderhand mit Verteidiger Santtu Kinnunen (25). Er plant, mit einem ausländischen Verteidiger (Lehtonen) in die nächste Saison zu steigen.

    Das ZSC-Wunder von Berlin

    Crawford brilliert beim grandiosen Comeback als Psychologe

    Nach einem 0:3 gewinnen die Zürcher bei den Eisbären Berlin noch 4:3. Damit schaffen sie sich eine gute Ausgangslage fürs Rückspiel im Champions-League-Viertelfinal.

    Simon Graf

    Simon Graf

    Publiziert: 04.12.2024, 22:33


    04.12.2024; Berlin; Eishockey Champions Hockey League - Eisbaeren Berlin - ZSC Lions; Trainer Marc Crawforf von den ZSC Lions (City-Press/freshfocus)

    Er kann toben, aber diesmal bleibt er ruhig: ZSC-Coach Marc Crawford.

    Foto: Freshfocus


    Marc Crawford ist bekannt dafür, laut zu werden, wenn ihm etwas nicht passt. Manchmal so richtig laut. Doch als seine ZSC Lions in Berlin erstmals in dieser Saison so richtig in Nöte gerieten, tobte er nicht, sondern sprach mit ruhiger Stimme auf seine Spieler ein. Die Zürcher lagen im Mittelabschnitt 0:3 zurück und waren völlig verunsichert, als er während des Power Breaks mantramässig zu den Spielern sagte: «Beruhigt euch, beruhigt euch. Das schaffen wir schon noch.»

    Und tatsächlich fanden die Zürcher danach allmählich zurück ins Spiel. Grant (30.) schloss eine schöne Kombination zum 1:3 ab, Andrighetto (33.) traf im Powerplay mit einem kernigen Schuss zum 2:3, und so war die Partie wieder offen. Für die grosse Wende benötigten die ZSC Lions dann auch etwas Glück. Kukan (51.) glich mit einem Weitschuss aus, der wohl noch von einem Berliner Spieler abgelenkt wurde, Frödén (57.) rutschte beim 4:3-Siegtor in den Puck hinein und skorte mit dem Oberschenkel.

    5218 Zuschauer. – Tore: 14. Boychuk (Ronning, Pföderl) 1:0. 22. Fontaine (Tiffels) 2:0. 24. Bergmann (Fontaine) 3:0. 30. Grant (Andrighetto, Malgin) 3:1. 33. Andrighetto (Lehtonen, Malgin/Ausschluss Stettmer) 3:2. 51. Kukan (Lammikko) 3:3. 57. (56:00) Frödén (Lammikko) 3:4. – Strafen: 3-mal 2 Minuten gegen die Eisbären, 2-mal 2 Minuten gegen die ZSC Lions.

    ZSC Lions: Hrubec; Trutmann, Marti; Geering, Kukan; Lehtonen, Weber; Kinnunen; Baechler, Lammikko, Frödén; Grant, Malgin, Andrighetto; Zehnder, Sigrist, Rohrer; Riedi, Henry, Baltisberger; Hollenstein.

    Bemerkungen: ZSC Lions ohne Balcers (verletzt), erster Saisonauftritt von Hollenstein.

    Scheinbar hoffnungslos zurück, haben sich die Zürcher in diesem Viertelfinal damit eine gute Ausgangslage fürs Rückspiel vom 17. Dezember in der Swiss-Life-Arena verschafft. Ihnen reicht ein Unentschieden zum Weiterkommen. Sollten sie mit einem Tor Unterschied verlieren, würde es zu einer maximal zehnminütigen Overtime mit drei gegen drei Feldspielern kommen und allenfalls noch zu einem Penaltyschiessen.

    04.12.2024; Berlin; Eishockey Champions Hockey League - Eisbaeren Berlin - ZSC Lions; Jesper Froeden von den ZSC Lions feiert das Tor zum 3:3(City-Press/freshfocus)

    Und plötzlich jubelten die ZSC Lions: Kukan, Frödén und Lammikko (v. l.) feiern das 3:3.

    Foto: Freshfocus

    Allzu sehr in Sicherheit wiegen dürfen sich die ZSC Lions aber nicht. Ihr 0:3-Rückstand sollte ihnen eine Warnung sein. Sie wurden in den ersten 25 Minuten von der Intensität und der Gradlinigkeit der nordamerikanisch geprägten Eisbären Berlin überfordert.

    Die sonst so stabile Defensive bröckelte, immer wieder kamen gegnerische Stürmer alleine vor Hrubec zum Abschluss. Der ehemalige SCB-Meisterstürmer Boychuk (14.) eröffnete das Skore, Fontaine (22.) doppelte ebenso unbedrängt vor Hrubec nach. Schliesslich erwischte Bergmann (24.) den Tschechen im ZSC-Tor nach einem gewonnenen Bully.

    04.12.2024; Berlin; Eishockey Champions Hockey League - Eisbaeren Berlin - ZSC Lions; Fans der ZSC Lions (City-Press/freshfocus)

    Ihre Treue wurde belohnt: Mitgereiste ZSC-Fans in Berlin.

    Foto: City-Press (Freshfocus)

    Das ist ja das Spannende an der Champions Hockey League: Hier treffen die Schweizer Teams auf Gegner, die zuweilen einen ganz anderen Stil pflegen als jenen, den die Zürcher aus ihrem Meisterschaftsalltag gewöhnt sind. Aber es sprach für die ZSC Lions, wie sie sich nach den Worten Crawfords fingen und noch zum Sieg kämpften. Wobei Hrubec noch ein paarmal in extremis retten musste.

    Gross durchatmen können die Zürcher nicht: Bereits am Freitag empfangen sie Ambri, am Samstag steht die Reise nach Lugano an.

    Zumal: Wenn es nur nach guten Stats ginge, bräuchten wir keinen erfahrenen Sportchef. Das kann jeder scouten und auf die Liste nehmen. Insofern gehe ich schon davon aus, dass er sich sowohl zum Spieler als auch dazu, wie er ins Team passt und was er dazu mitbringt seine Gedanken machte uund das eben anders bewertet, als die reinen Stats.

    So soll es auch sein.

    Die Überraschung beim ZSC

    Sein Lachen ist ansteckend – und nun wird er im Tor sogar zum Showman

    Robin Zumbühl sorgt für gute Laune und Traumwerte bei den Goalie-Statistiken – er übertrifft selbst die Nummer 1 Simon Hrubec.

    Simon Graf

    Simon Graf

    Publiziert heute um 19:35 Uhr


    30.04.2024; Zuerich; EISHOCKEY NATIONAL LEAGUE - Playoff Final - Spiel 7; ZSC Lions - Lausanne HC;  Torhueter Robin Zumbuehl (ZSC)   (Martin Meienberger/freshfocus)

    Eine Tellerwäscherkarriere: Mit 24 debütierte Robin Zumbühl im ZSC-Tor, mit 26 ist er definitiv in der National League angekommen.

    Foto: Martin Meienberger (Freshfocus)


    In Kürze:

    • Robin Zumbühl überzeugt als Backup-Goalie bei den ZSC Lions.
    • Seine Statistiken übertreffen selbst jene von Simon Hrubec.
    • Kürzlich hat er einen neuen Vertrag bis 2027 erhalten.

    Robin Zumbühl bringt gute Laune in die ZSC-Kabine. Sein markantes Lachen ist ansteckend, und wenn die Team-Komiker Christian Marti und Justin Sigrist Spässe machen, bleibt bei ihm kein Auge trocken. «Ich habe ihn noch nie schlecht gelaunt gesehen», sagte der abtretende Stürmer Simon Bodenmann über Zumbühl, als er die Spieler des Meisterteams charakterisierte.

    Am Samstagabend, nach dem 5:1 über Lugano, strahlt der 26-jährige Torhüter jedenfalls übers ganze Gesicht. Er bewahrte sein Team, das anfangs noch arg verunsichert war, mit seinen Paraden vor einem frühen Rückstand und feierte im fünften Spiel den vierten Sieg.

    Als Ludovic Waeber auf die Saison 2023/24 hin sein Glück in Nordamerika versuchte, rutschte Zumbühl nach drei Jahren als Stammgoalie bei den GCK Lions nach. Gerade mal ein Spiel hatte er bei den ZSC Lions bestritten, und die Skepsis war gross, ob er Simon Hrubec adäquat vertreten könne, um dem Tschechen ab und zu eine Verschnaufpause zu gönnen.

    In seinen fünf Spielen erzielte er Traumwerte

    Zumbühl bestritt in seiner ersten National-League-Saison 2023/24 zehn Spiele und gewann davon die Hälfte. Mit ihm kamen die ZSC Lions auf einen Punkteschnitt von 1,4. In diesem Winter liegt der Ertrag mit ihm bisher bei 2,2, mit Hrubec bei 2 Punkten pro Spiel.

    Auch bei den persönlichen Statistiken liegt Zumbühl mit einem Schnitt von 1,59 Gegentoren (Hrubec: 2,12) und einer Fangquote von 95,6 Prozent (Hrubec: 92,63) vorne. Und es ist nicht so, dass er nur gegen schwache Gegner eingesetzt würde. Bisher spielte er gegen Lugano, Lausanne, Bern, Davos und die SCL Tigers.

    Natürlich, die Hauptlast liegt auf Hrubec, aber ein starker Backup ist für die Zürcher besonders in dieser Saison mit der Doppelbelastung in der Liga und der Champions League äusserst wertvoll. Vor kurzem belohnte Sven Leuenberger den Urdorfer mit einem neuen Zweijahresvertrag bis 2027. Der Sportchef bekam mit, dass sich Ligakonkurrenten wie die SCL Tigers für Zumbühl zu interessieren begannen, und er band diesen an den ZSC, bevor sich das Goaliekarussell zu drehen begann.

    Leuenberger: «Er hat das Glück des Tüchtigen»

    Leuenberger sagt: «Zumbühl hat uns alle positiv überrascht. Er kämpft um jeden Puck und hat das Glück des Tüchtigen. Bei ihm zweifelte man anfangs, ob er es in die Swiss League schaffen würde. Dann zweifelte man, ob es ihm für die National League reichen würde. Mit seiner gesunden Einstellung hat er es immer weiter nach oben geschafft. Er ist für uns eine ideale Ergänzung zu Hrubec.» Dazu gehört auch, dass er seine Rolle als Nummer 2 voll und ganz akzeptiert.

    In seiner täglichen Arbeit hat es Zumbühl vor allem mit dem schwedischen Goalietrainer Magnus Wennström zu tun. Doch er spürt auch das Vertrauen von Marc Crawford. «Mit ihm hat sich viel geändert», sagt er. «Er setzt auf die Jungen, wenn er sieht, dass sie alles geben. Er gibt jedem eine Chance, der sie sich verdient.» Die Zusammenarbeit mit Wennström, der kaum Deutsch spricht, bringt Zumbühl auch sprachlich weiter. Vor zwei Jahren war sein Englisch noch nicht so gut, inzwischen hat er auch da markante Fortschritte gemacht.

    30.04.2024; Zuerich; Eishockey National League - Playoff Final, Spiel 7 - ZSC Lions - Lausanne HC, Schweizermeister 2023/2024 ZSC Lions, Torhueter Simon Hrubec (ZSC) Torhuetertrainer Magnus Wennstroem (ZSC) Torhueter Robin Zumbuehl (ZSC)  (Claudio Thoma/freshfocus)

    Ein funktionierendes Trio (von links): Simon Hrubec, Goalietrainer Magnus Wennström und Robin Zumbühl.

    Foto: Claudio Thomas (Freshfocus)

    Mit 1,78 Metern ist Zumbühl einer der kleinsten Goalies der Liga. Er selbst beschreibt sich als schnell und flink und als einer, der das Spiel gut lesen kann. Seine beiden Vorbilder hatten den Vorteil, ein paar Zentimeter grösser zu sein als er und so mehr Netz abzudecken. Zumbühl bewunderte Ari Sulander und später Lukas Flüeler und sagt: «Sie haben mich inspiriert.» Als er zehn war, nahm ihn sein Vater öfters ins Hallenstadion mit. Es war die Saison 2008/09, als die Zürcher die Champions League gewannen.

    Der Sanitärinstallateur musste sich gedulden

    Zumbühl schloss seine Lehre als Sanitärinstallateur ab. Doch für ihn war schon früh klar, dass er alles unternehmen würde für eine Eishockeykarriere. Er habe auch kein Problem damit gehabt, sich zu gedulden, bis er mit 24 erstmals eine Chance bei den ZSC Lions erhalten habe, sagt er. Das sei normal in einer solch grossen Organisation. Und wahrscheinlich brauchte er auch diese Zeit, um sich zu entwickeln.

    An die grosse Kulisse in der Swiss-Life-Arena hat sich Zumbühl inzwischen gewöhnt. Am Samstag war das Stadion mit 12’000 erneut ausverkauft. «Ich sehe das nicht als Druck, sondern als Ansporn», sagt er. Er wirkt immer selbstbewusster, baut bei seinen Paraden nun auch ab und zu eine Showeinlage ein. Zumbühl ist in der National League angekommen, und er kostet jeden Tag aus.

    Aus dem Tagi:


    Nach 25 Heimsiegen

    Die schöne ZSC-Serie findet ein abruptes Ende

    Der HCD bezwingt die Zürcher 3:2 in der Overtime, dank des goldenen Tores von Dahlbeck. Es ist für den Meister die erste Heimniederlage seit dem 20. Januar.

    Fast alle hatten sich schon auf ein Penaltyschiessen eingestellt, als der Davoser Ryfors nochmals nach vorne stürmte und vors ZSC-Tor preschte. Der Schwede verpasste das Tor, aber der Puck gelangte hinter das Tor zu Tambellini, der den heranstürmenden Dahlbeck zum 3:2-Siegestor bediente. 0,8 Sekunden vor Ablauf der Overtime erzwangen die Davoser damit den Sieg in einem intensiven und zuletzt zusehends giftigeren Spiel. Hrubec war beim entscheidenden Treffer chancenlos. Lammikko passte einen Moment nicht auf und liess so Dahlbeck frei schiessen.

    Damit mussten sich die ZSC Lions nach 25 Siegen erstmals wieder geschlagen geben in der Swiss-Life-Arena. Ihre letzte Heimniederlage hatten sie am 20. Januar gegen Kloten (1:3) kassiert. Stets hatten sie seitdem zu Hause reagieren können, wenn es brenzlig wurde. Und auch diesmal erzwangen sie den späten Ausgleich: Frödén traf nach einer längeren Druckphase zum umjubelten 2:2 in der 56. Minute, das eine Overtime nötig machte. Da verpassten die Zürcher im neunten Anlauf erst zum zweiten Mal den Zusatzpunkt.

    Der HCD-Sieg war nicht unverdient. Die Bündner waren im Klassiker lange das bissigere Team. Stellvertretend dafür war die Entstehung des 2:1, als ZSC-Verteidiger Trutmann hinter dem eigenen Tor den Puck gegen den forecheckenden Gredig verlor und Knak vollendete.

    Gut möglich, dass den Zürchern im dritten Spiel innert vier Tagen und zwei längeren Reisen – nach Straubing (4:2) und Lausanne (0:2) – die nötige Frische fehlte. Lange versuchten sie, mit rein spielerischen Mitteln zum Erfolg zu kommen. Und das war gegen entschlossene Davoser und den gewohnt starken Aeschlimann kein Erfolgsrezept.

    Erst im Schlussabschnitt, als die Partie zusehends giftiger wurde, drängten die Zürcher endlich mit der nötigen Entschlossenheit aufs HCD-Tor. Ein ungeahndeter Bandencheck Knaks gegen Weber heizte die Atmosphäre so richtig an, danach sah man endlich wieder einmal so richtig leidenschaftliche Zürcher Löwen. Sogar Grant, sonst ein sanfter Riese, wirbelte nun seine Gegner durch die Luft. All das gipfelte im Ausgleich Frödéns. Doch danach konnten die Zürcher den Schwung nicht weiterziehen.

    Chris Baltisberger: «Wir müssen schon kritisch sein»

    «Es fühlt sich an wie eine normale Niederlage», sagte ZSC-Stürmer Chris Baltisberger. «Die Heimserie war in der Mannschaft nie ein Thema. Wir schauen immer von Spiel zu Spiel. Aber aus Niederlagen kann man meistens mehr lernen als aus Siegen. Wir müssen schon kritisch sein. Unser Powerplay ist beispielsweise eines der schlechtesten der Liga, auf dem Papier müssten wir das beste haben. Wir haben definitiv noch Luft nach oben.»

    Der HCD feierte seinen siebten Sieg in Serie, die Zürcher kassierten ihre zweite Niederlage in Folge. Ein kleiner Trost für sie: Weil Lausanne in Zug zerzaust wurde, übernehmen sie wieder Rang 1. Doch eines ist spätestens seit diesem intensiven, ruppigen Duell in der ausverkauften Swiss-Life-Arena klar: Mit diesem HCD ist wieder zu rechnen.

    Der ZSC unterliegt und verliert die Leaderposition

    Beim Meister setzen nur Malgin und Andrighetto Akzente. Und als Nächstes kommt der formstarke HCD.

    Simon Graf

    Simon Graf

    Publiziert: 14.11.2024, 22:59


    Deception des joueurs du FCZ lors du match du championnat suisse de hockey sur glace de National League entre Lausanne HC, LHC, et ZSC Lions le jeudi 14 novembre 2024 a la patinoire de la Vaudoise arena de Lausanne. (KEYSTONE/Jean-Christophe Bott)

    Enttäuschte Zürcher: In Lausanne verloren sie zum zweiten Mal in dieser Saison zu null.

    Foto: Jean-Christophe Bott (Keystone)


    Lange blickten die ZSC Lions als Leader auf die anderen herab. Damit ist es nun vorbei. Mit einem überzeugenden 2:0-Heimsieg zog Lausanne am Meister vorbei. Und es war erstaunlich, wie wenig die Zürcher gegen die Waadtländer ausrichten konnten. Einzig Malgin und Andrighetto sorgten ab und zu für Torgefahr, alle anderen kurvten weitgehend wirkungslos auf dem Eis herum. Coach Marc Crawford muss sich überlegen, wie er auch den anderen Stürmern wieder etwas mehr Leben einhauchen kann. Schon beim 4:2 in Straubing hatten Malgin und Andrighetto die meiste Offensivarbeit verrichtet und drei der vier Tore geschossen.

    Im 18. Meisterschaftsspiel blieben die Zürcher zum zweiten Mal ohne Tore und Punkte. Hatten sie bisher viele Spiele dank ihrer Klasse noch umbiegen können, fanden sie diesmal keinen Weg an Lausannes Kevin Pasche vorbei. Der 21-Jährige, der den Job von Connor Hughes übernommen hat, der in Laval in der American Hockey League brilliert, hat nahtlos an die starken Leistungen seines Vorgängers angeknüft. Pasche ist zwar mit seinen 1,78 Metern ein eher kleiner Goalie, dafür ist er ein exzellenter Techniker und sehr reflexstark. Das mussten vor allem Andrighetto und Malgin einsehen, die insgesamt elf Torschüsse verzeichneten.

    Auf Wiedergutmachung aus nach dem 0:5 am Dienstag in der Champions League gegen Servette, waren die Lausanner gegen den Meister in den ersten 30 Minuten das klar bissigere, aktivere Team. Sklenicka (10.) eröffnete das Skore mit einem verdeckt abgegebenen Weitschuss, Hügli (12.) stellte kurz darauf auf 2:0. Zwar wurde Zumbühl bei diesem Tor von Heldner behindert, doch Kinnunen hatte ihn ins Tor geschubst. So verzichtete Crawford richtigerweise auf die Coach’s Challenge. Weil beide Goalies eine starke Partie zeigten, war es das auch schon mit den Toren. An Zumbühl, der am Mittwoch seinen Vertrag bis 2027 verlängert hat, lag es bei den Zürchern definitiv nicht.

    Die Vaudoise Aréna entwickelt sich für die ZSC Lions zusehends zur unneinnehmbaren Festung. Schon im Final hatten sie alle drei Spiele in Lausanne verloren – 2:4, 2:5 und 3:5. Dank vier Heimsiegen wurden sie trotzdem Meister. Aber die Waadtländer, exzellent gecoacht von Geoff Ward, haben sich in diesem Winter als ernstzunehmnde Titelkandidaten bestätigt. Und man hat das Gefühl, dass bei ihnen einige Spieler wie Kuokkanen oder Pajuniemi ihr Potenzial noch längst nicht ausschöpfen. Überragend sind die Lausanner in den Special Teams: Ihr Powerplay ist das beste der Liga, ihr Boxplay die Nummer 3.

    Was ist los mit dem Powerplay?

    Die ZSC Lions hingegen haben vor allem in Überzahl noch sehr viel Raum zur Steigerung. Da liegen sie mit einer miserablen Erfolgsquote von 13,46 Prozent auf Rang 13. Was erstaunlich ist angesichts ihrer spielerischen Qualität. In Lausanne fehlte erneut Grant, dessen Frau jeden Moment das erste Kind erwartet. Der NHL-erfahrene Stürmer ist mit seiner Übersicht und Ruhe wertvoll fürs Zürcher Spiel. In Lausanne vermissten ihn seine Kollegen. So funktionierte nur die Malgin-Linie.


    Der neue US-Stürmer De Leo kam zu seinem dritten Einsatz und wirkte erneut völlig verloren auf dem Eis. Man muss dem 29-Jährigen Zeit geben, sich ans Schweizer Eishockey zu gewöhnen. Aber bisher ist er noch kein Gewinn, nimmt er nur einem jungen Schweizer die Spielmöglichkeit weg.

    Bereits am Freitag haben die ZSC Lions im Klassiker gegen den HC Davos die Chance, es besser zu machen. Die Bündner, die gerade den Vertrag mit Coach Josh Holden um zwei Jahre verlängert haben, spielen derzeit gross auf. Mit sechs Dreipunkte-Siegen in Serie sind sie Lausanne und den ZSC Lions im Nacken. Die Zürcher müssen aufpassen, dass die Konkurrenz nun nicht an ihnen vorbeibraust.

    Ist ja klar, dass er das sagt. ^^ Welcher Sportchef in unsere Liga geht hin und sagt, wir haben die teuerste Mannschaft...

    Aber mir ist das eh egal, selbst wenn, huuu kääärs.

    Aber man liest schon raus, dass Sven einfach verdammt viel Erfahrung hat und daraus offenbar auch vieles gelernt hat (was auch nicht bei jedem der Fall ist). Liest sich sehr symphatisch und macht Freude auf mehr.

    Bitte nicht Zeidler...


    Heimniederlage gegen St. Gallen

    GC droht das nächste Schlamassel – kommt jetzt Zeidler?

    GC zeigt eine insgesamt schwache Leistung und bleibt auch im siebten Meisterschaftsspiel in Serie ohne Sieg. Die Zürcher gehen als Tabellenletzter in die Länderspielpause.

    Marcel Rohner

    Marcel RohnerText,

    Simon TribelhornTicker

    Publiziert heute um 15:59 Uhr

    Aktualisiert vor 56 Minuten

    Moustapha Cissé schiesst St. Gallen in Führung.

    Foto: Gaetan Bally (Keystone)

    Wenn der Mittelfeldspieler sagt: «Wir haben noch 24 Spiele.» Wenn der Sportchef findet: «Die ersten 80 Minuten waren nicht gut.» Oder wenn der Captain hadert: «Wenn dieser Schuss in der zweiten Minute reingeht …» Dann haben die Grasshoppers einen schlechten Abend hinter sich.

    1:2 verlieren sie gegen den FC St. Gallen. Die Statements dazu kommen von Tsiy Ndenge, Stephan Schwarz und Amir Abrashi. Während Letzterer spricht, nach Gründen für diese Niederlage und für fehlendes Selbstvertrauen sucht, dröhnt hinter ihm 50 Cents «In da Club» aus der Gästekabine. So viel zur Gemütslage.

    «Es war ein Scheissabend.»

    Abrashi sagt das, weil sein Team Letzter ist, also wieder im Tabellenkeller, dort, wo es auf keinen Fall wieder hingehören wollte nach der gewonnenen Barrage im Mai gegen den FC Thun. 14 Spiele, zwei Siege, die Bilanz liest sich mies, und so ist der Auftritt der Grasshoppers im Letzigrund auch meistens.

    GC ist, wir bleiben bei Schwarz’ Analyse, über 80 Minuten harmlos und kassiert zwei Standardtore, einmal trifft Abdoulaye Diaby per Kopf, dann Lukas Görtler. GC hat einen guten Abschluss in der zweiten Minute, Adama Bojang schiesst drüber, nachdem ihn Abrashi im Strafraum gefunden hat.

    Es sind Schüsse, die reingehen, oder zumindest aufs Tor fliegen, wenn das Selbstvertrauen da ist. Aber bei GC ist es gerade nicht da. Nach dem 1:2 durch Giotto Morandi kommt das Heimteam noch zu einer Chance, wieder ist es Morandi, diesmal per direktem Freistoss. Und die St. Galler müssen sich in diesem Moment fragen, wie es sein kann, dass sie gegen dieses GC noch um den Sieg zittern müssen.

    GC - St. Gallen 1:2 (0:1)

    Letzigrund. – 5819 Zuschauende. – SR San.

    Tore: 27. Diaby 0:1. 60. Görtler 0:2. 84. Morandi 1:2.

    GC: Hammel; Abels (78. Schmitz), Tobers, Seko, Persson, Abrashi, Ndenge (61. Schürpf); Morandi, Bojang (46. De Carvalho), Choinière (69. Meyer); Muci (61. Lee).

    Bemerkungen: GC ohne Decarli (verletzt), Kittel (krank), Abubakar, Veron Lupi und Mabil (nicht im Aufgebot).

    Am Samstagabend gewann Winterthur gegen Lausanne, das Team, das von vielen als erster Abstiegskandidat gesehen wird, liegt nun zwei Punkte vor GC. Yverdon ist sechs Punkte weg, YB sieben und Sion acht. Jetzt geht es in die Länderspielpause, ein bisschen Ruhe, dann kommt es zum direkten Duell gegen Winterthur. Ein Spiel, das unter Umständen ganz schön wichtig werden könnte in Bezug auf den kommenden Verlauf dieser Saison.

    Die Grasshoppers werden dann wohl einen neuen Trainer haben. Gegen St. Gallen werden sie noch von Giuseppe Morello angeführt, der das Team nach der Entlassung Marco Schällibaums interimistisch übernahm. Es kursieren viele Namen, Michael Wimmer seit einer Weile, er war zuletzt Trainer bei Austria Wien und ist seit Mai vereinslos.

    Dann ist da Peter Zeidler, der sich im Letzigrund blicken lässt, gut verhüllt, aber halt doch auszumachen auf der Haupttribüne. Er war während sechs Jahren Trainer der St. Galler, darum sagt GC-Sportchef Schwarz auch: «Es überrascht mich, dass er da war, aber er ist ehemaliger St. Galler, da kann ich es ein Stück weit verstehen.» Ist es trotzdem ein Indiz? «Für mich erst mal nicht, nein.» Erst mal? «Ja, erst mal.»

    Eine grosse Aufgabe wartet

    Wer auch immer es sein wird, eine deutsche, eine Schweizer oder sonst irgendeine Lösung, er wird auf eine Mannschaft treffen, die Hilfe braucht. Die aufgepäppelt werden muss, die daran glauben muss, dass ihre Qualitäten eigentlich mehr hergeben als noch letzte Saison. Wer diesem GC am Sonntagabend zuschaut, weiss: Es ist eine grosse Aufgabe.

    Nicht einer aus diesem Team bringt gegen St. Gallen eine gute Leistung zustande. Morandi kann für sich reklamieren, dass er das Tor schiesst und dann Lawrence Ati-Zigi mit dem Freistoss kurz vor Schluss zu einer Parade zwingt. Aber sonst ist da nichts. Kein Aufbäumen. Kein Mut. Kein Biss. Einfach nichts. Und dabei spielt St. Gallen nicht einmal gut.

    Vor der Partie beschliesst GC, Ayumu Seko zu ehren, den japanischen Innenverteidiger. Es ist sein 100. Einsatz für die Grasshoppers. Diese könnten nicht besser illustrieren, wie verschwenderisch sie in den letzten fünf Jahren waren. Nur schon die chinesischen Vorgänger der jetzigen Eigentümer aus den USA holten über 50 Spieler nach Zürich – Seko ist nach Dominik Schmid der zweite von ihnen, der auf 100 Einsätze für GC kommt.

    Diese Art der Vereinsführung hat GC letzte Saison beinahe komplett ins Schlamassel gestürzt, am Ende ging es gerade noch gut. Nun kommen die nächsten unangenehmen Wochen auf diesen Verein zu.