Beiträge von Ouimet

    aber trotzdem rege ich mich über mindestens 15 grottenlangweilige heimspiele in einem halbleeren, stimmungslosen stadion auf. und ich will dasselbe nicht auch noch im fussball!

    Dafür müsste man die Liga wieder verkleinern. Mit 10 Teams und 36 Runden würden die Spieler die Quali auch ernst nehmen da es um etwas geht. Ob der ZSC 80 oder 100 Punkte hat, 2 mal gegen Ajoie verliert und im November/Dezember nur 4000 Zuschauer das lustlose Gekurve anschauen ist alles egal sobald man ab März ins Halbfinale kommt.

    ui, dann kannst du gleich mal 3/4 des zsc kaders zum fcz transferieren! also die schlechteren bitte nach niederhasli…:mrgreen:

    die 52 qualispiele sind ja nicht freundschaftsspiele weil (immer mehr) und auch ich dass sagen bzw. so empfinden, sondern weil vor allem der zsc >80% der spiele auf dem eis genauso auftritt als wären es eben freundschaftsspiele. aber dank genug individueller klasse, reicht es meistens trotzdem locker für die playoffs!

    warum sind wohl, auch bei 8000 gemeldeten zuschauern, oft nicht mal die hälfte tatsächlich auch anwesend? dementsprechend ist jeweils auch die ambiance im stadion. wie bei einem freundschaftsspiel eben!

    Ist auch dem Modus geschuldet, Rappi kam als Tabellen 10ter letztes Jahr ins Halbfinal und ob der ZSC die Quali gewinnt oder 6ter wird ist per se egal da mit den Playoffs die Saison erst beginnt.

    Aus der NZZ am Sonntag

    Vom Arbeiterverein zum modernen Stadtklub
    Der FCZ ist Meister – und hat sich mit viel Geschick ein neues Image angeeignet, das auf das Lebensgefühl der rot-grünen Stadt abzielt. Der einstige Klassenkampf mit GC ist Geschichte. Büezer gegen Bonzen: Das war einmal. Von Christine Steffen

    Was der FCZ heute im besten Fall ist, zeigte er in der Partynacht am Sonntag auf dem Helvetiaplatz. Die Spieler singen und hüpfen auf dem Balkon des Volkshauses, dann ziehen sie sich zurück. Die Balkontür öffnet sich wieder, die FCZ-Frauen stürmen hinaus und präsentieren den Pokal, den sie am Tag zuvor im Cup-Final gegen GC gewonnen haben. Jetzt hüpfen alle mit ihnen.

    Das war nicht nur Anerkennung. Sondern auch ein Signal. Seht her, hiess es, die Frauen sind ein wichtiger Teil des Klubs. Verstärkt wurde die Botschaft noch dadurch, dass Spieler wie Aiyegun Tosin, Wilfried Gnonto oder Assan Ceesay sowie der Trainer André Breitenreiter am Samstag das Spiel als Zuschauer verfolgt hatten – zusammen mit einem Teil der Südkurve. Was es auch hiess: Wir sind ein moderner Klub, der gesellschaftliche Entwicklungen abbildet. Das klingt nach einer Selbstverständlichkeit, doch der Männerfussball schafft es in der Regel gut, überholte Muster zu pflegen.

    Wer verstehen will, welchen Weg der FCZ gegangen ist, muss zurückschauen. Die Stadt war bis vor zwanzig, dreissig Jahren auf den Fussball bezogen ideologisch sauber aufgeteilt. Im Letzigrund versammelten sich die Büezer, ennet den Gleisen auf dem Hardturm trafen sich die Bonzen von GC – die Erzählung hielt sich auch dann noch, als die Begriffe längst verstaubt klangen. Heute hat der FCZ sein altes Image als Arbeiterklub abgestreift. Was er sein will, prangt auf den Hoodies im Fanshop und erscheint als Hashtag in jedem Tweet: «Stadtklub» steht da, eine selbstbewusste Zuschreibung, und eine geschickte.

    Er zielt ab auf das Lebensgefühl der rot-grünen Stadt, auf den urbanen Sound zwischen Wipkingen und Zürichhorn, auf die alternativ-hedonistische Szene, die sich gern in der Limmat treiben lässt, Negronis mag und die Musik von Stereo Luchs. Meriame Terchoun, Stürmerin der FCZ Frauen, ist in Wiedikon aufgewachsen, in den FCZ sei sie hineingeboren worden, sagt sie, er sei der Stadtklub, ihr «Dihei». In ihrem Quartier hockt er in allen Ecken: In den Bars kann man sich zusammen die Spiele anschauen, die Hauswände sind mit dem FCZ-Schriftzug gezeichnet, und jede freie Fläche ist mit Klebern zugepflastert.

    Kaspar Meng ist Anwalt und Sicherheitsverantwortlicher im FCZ, er begleitet diesen seit Jahrzehnten. «Für mich ist der FCZ der Klub, der offen für alle ist», sagt er, «nicht im Sinne von Beliebigkeit, sondern im Sinn einer modernen Gesellschaft, in der auch Zugezogene und Nichtstadtbewohnerinnen willkommen sind, die sich mit Zürich als offener liberaler Zentrumsstadt identifizieren.» Die Stadt ist für ihn weniger geografischer Ort als Haltung – und der FCZ das Sammelbecken für all jene, die sich mit dieser Haltung identifizieren.

    Auf das Bild des offenen, fortschrittlichen Klubs hat der FCZ hingearbeitet, die Frauen sind Teil davon. Meriame Terchoun sagt: «Die Akzeptanz der Frauen ist hier höher als in anderen Vereinen.» Das liege am Präsidentenpaar, das den Frauenfussball fördere; die FCZ Frauen hätten aber in den erfolglosen Zeiten der Männer mit ihren Titeln auch das Image des Vereins aufgebessert. Am Sonntagabend tanzten sie zum ersten Mal seit 2009 zusammen, damals gewannen beide die Meisterschaft. «So muss es sein», sagt Terchoun.

    Das Zusammenrücken von Frauen und Männern ist im FCZ nicht nur symbolisch. Seit ein paar Wochen trainieren alle Teams auf dem Heerenschürli in Schwamendingen, dem neuen «Home of FCZ». Für die Durchlässigkeit steht am deutlichsten Martina Moser, die am Samstag das 2:1 für die Zürcherinnen erzielt hatte und als Teammanagerin bei der Meistermannschaft arbeitet. André Breitenreiter umarmte sie in Basel mitten in seinem Interview und kürte sie wegen ihrer beiden Titel am Wochenende zur «Königin von Zürich». Es war kein gekünsteltes Lob, sondern echte Wertschätzung.

    Die Transformation des Klubs begann in den 2000er Jahren, als die Südkurve zum Treffpunkt einer alternativen, kreativen Szene wurde. Mit Ancillo Canepa stiess 2006 ein Präsident dazu, der ein Bewusstsein dafür hat, dass die Basis eines Klubs seine Geschichte ist. Als die Zürcher aus dem alten Letzigrund ausgezogen waren, hatten sie auf der Geschäftsstelle achtlos Ordner und alte Papiere hinterlassen – es war, als würde man eine Wohnung verlassen und die Geburtsurkunden vergessen.

    Unter Canepa entstand das Museum und ein Archiv, das gepflegt wird. Er liess Vereinschroniken schreiben, mit dem Film «Nie usenand gah» zum 125-Jahr-Jubiläum wurde eine Art Familienalbum geschaffen.

    Wie der Klub emotional unterfüttert wird, zeigt auch das Sammelalbum «FCZ Total», in dem 2017 im Panini-Stil von der kleinsten Juniorin über die Spieler bis zur Fanshop-Mitarbeiterin und zum Präsidenten alle abgebildet waren, die irgendeine Rolle spielen. Es stärkt nicht nur den inneren Zusammenhalt, sondern bildet auch ein Vereinsgedächtnis – und es ist Arbeit an der Identität. Sie ist wichtig für einen Klub, weil er sich nicht darauf verlassen kann, die Leute mit Erfolgen zu binden.

    Nähe entsteht, wenn sich die Anhänger damit identifizieren können, was ihr Verein darstellt, Treue über Geschichten, die man sich immer wieder erzählt. Die Ideen für solche Aktionen kamen oft von Leuten, die Canepa aus der Fanszene in die Klubadministration geholt hatte. Sie waren mit dem FCZ aufgewachsen, hatten ein Gefühl für ihn und schufen eine direkte Verbindung zwischen Führung und Anhängerschaft. Der verschwörerische Slogan «Nie usenand gah», den der FCZ verwendet, stammt aus dem Song des Zürcher Musikers Elijah Salomon, der von der Südkurve übernommen wurde und die Fans melancholisch-hoffnungsvoll durch die Spiele trägt.

    Als der FCZ am Sonntag auf dem Balkon feierte, umarmten sich dort auch Blerim Dzemaili, Alain Nef und Florian Stahel. Sie waren auf dem Platz, als der FCZ 2006 in Basel Meister wurde. Und sie sind heute noch in verschiedenen Funktionen im Verein, wie auch Daniel Gygax und Davide Taini – auch über Figuren entsteht Identität.

    Dass sich der FCZ die Stadt so nehmen konnte, hat viel mit den Grasshoppers zu tun. Als sie 2005 auf den Campus nach Niederhasli zogen, haben sie mehr aufgegeben als ein paar Fussballfelder im Kreis 5. GC, das für den Zürichberg gestanden hatte, die Zürcher Wirtschaftselite, das Establishment, wurde zu einem Landklub. Es verlor an Bedeutung wie andere Institutionen auch, dem es nahestand: die FDP, die Banken.

    GC schaffte es nicht, eine neue Identität zu entwickeln, nachdem die alte zusammengebrochen war. Hilflos klammerte man sich an die Auszeichnung «Rekordmeister», statt den Klub neu zu denken. 2017 sagte der frühere GC-Goalie und -Präsident Roger Berbig in der NZZ: «Wir haben heute ein Problem, zu wissen, wer wir sind.» Seit GC im April 2020 an eine chinesische Holding mit Firmensitz in Hongkong verkauft wurde, ist aus der Identitätskrise der totale Identitätsverlust geworden. Der FCZ hat in der Stadt praktisch keinen Gegenpart mehr. «Die Frage, was der FCZ ist, sollte gar nicht mehr in Abgrenzung zu GC gestellt werden», sagt Kaspar Meng.

    Doch auch wenn Tausende hüpften auf dem Helvetiaplatz: Der FCZ entfacht kein Fieber, das die ganze Stadt ergreift. Anders als etwa in Basel zeigen sich hier Politik und Wirtschaft lieber an Kulturanlässen als im Letzigrund. Gleichzeitig gewinnt der Klub zurzeit viele Buben und Mädchen, die Südkurve hat enormen Zulauf und prägt mit ihrem Style die Jugendkultur der Stadt. Wer weiss, was ist, wenn sie gross sind.

    Chopfab und Sprint gibt Kopfweh, egal ob mit oder ohne Alk.

    Ist so! Wenn dann das Rekord von Turbinenbräu. 4 grosse Sprint, Chopfab oder Calanda und der nächste Tag ist zum vergessen.

    Von Eichhof wäre das Klosterbräu das beste aber für die Swiss Life Arena gäbe es wohl nur das Lager. Wenn man ein Tsüri Bezug machen möchte müsste es fast das Hürlimann sein.

    Hoffe in der 1930 Sports Bar gibts dann nicht nur Grossbrauereien zur Auswahl.

    Weiss jemand wo wir die Champions League Quali spielen? Swiss Life Arena ist dann ja noch nicht bezugsbereit. Kloten? Rappi und Zug spielen ja selber in der Champions League. Die KEK wird auch renoviert.

    Schade ist Cardiff nicht dabei :(

    Belfast wäre eine coole Auswärtsreise!

    Weiss jemand wo wir unsere Heimspiele austragen?


    Die Gruppenauslosung ist in drei Wochen.


    Die Auslosung der Gruppenphase für die Saison 2022/23 der Champions Hockey League findet am 25. Mai 2022 im Rahmen der IIHF-Eishockey-Weltmeisterschaft in Tampere, Finnland, statt. Beginn der Veranstaltung ist 16:00 Uhr MESZ (17:00 Uhr Ortszeit). Die Live-Show wird sowohl auf der CHL-Website als auch auf den offiziellen Social-Media-Kanälen der Liga übertragen.

    Spieltermine veröffentlicht

    Die Spieltermine für die kommende CHL-Saison wurden auf der CHL-Website veröffentlicht. Die Saison beginnt am Donnerstag, den 1. September 2022, mit dem ersten Spieltag der Gruppenphase und erreicht ihren Höhepunkt mit dem als Einzelspiel ausgetragenen Finale am 18. Februar 2023. Erstmals in der CHL-Geschichte findet dieser ultimative Showdown an einem Samstag statt.


    Ein letzter Startplatz in der Champions Hockey League ist noch zu vergeben
    So präsentiert sich das CHL-Starterfeld
    sport.ch

    Die WM rückt näher und die nationalen Eishockey-Ligen finden ihre Meister. Mit dem Ende der Saisons werden auch die Startplätze in der Champions Hockey League definitiv vergeben. Mittlerweile ist nur noch ein einziger der 32 Startplätze offen.

    Das Playoff-Finale in Schweden zwischen Lulea HF und Färjestad BK ist noch in vollem Gange. In diesem Duell entscheidet sich, an welches Team der letzte Startplatz in der nächsten Ausgabe der Champions Hockey League geht. Die Veranstalter haben kürzlich Olimpija Ljubljana mit einer Wild Card ausgestattet, die Slowenen ersetzen den HK Donbass Donezk, der sich aufgrund der Situation in der Ukraine zurückgezogen hat. Aus der Schweiz nehmen die Top-Fünf der Regular Season teil. Das genaue Teilnehmerfeld findet ihr unten.

    Champions Hockey League 2022/23

    Schweden

    • Rögle BK
    • Färjestad BK oder Växjö Lakers
    • Lulea HF
    • Skelleftea AIK
    • Frölunda HC

    Schweiz

    • EV Zug
    • HC Fribourg-Gottéron
    • ZSC Lions
    • SC Rapperswil-Jona Lakers
    • HC Davos

    Deutschland

    • Eisbären Berlin
    • EHC Red Bull München
    • Grizzlys Wolfsburg
    • Straubing Tigers

    Finnland

    • Tappara
    • Jukurit
    • Ilves
    • TPS

    Tschechien

    • Ocelari Trinec
    • Mountfield HK
    • HC Sparta Praha

    Österreich

    • Red Bull Salzburg
    • Villach SV

    Die weiteren Teilnehmer

    • Fehérvar AV19/HUN
    • Belfast Giants/GBR
    • Brûleurs de Loups/FRA
    • Slovan Bratilava/SVK
    • Stavanger Oilers/NOR
    • GKS Katowice/POL
    • Aalborg Pirates/DEN
    • MKS Cracovia/POL
    • Olimpija Ljubljana/SLO

    Erwarte da nichts. Wenn wir gegen Biel rausgeflogen wären ja. Mit ein bisschen mehr Dusel wären wir CH Meister gewesen… Hoffe man nimmt die Champions League ernster als auch schon. Quali ist alles akzeptiert zwischen Rang 1 und 6. Dann gehts ja erst los. 52 Vorbereitungsspiele zwischen September bis Februar.

    aber beinahe noch schlimmer: das fürchterlich langweilige und uninspirierte gegurke in den 50 qualispielen, wird ein fürchterlich langweiliges und unispiriertes gegurke bleiben! es hat ja schon seine gründe, wieso jeweils sehr viele sk inhaber, sehr vielen spielen in der quali fernbleiben!

    Wahre Worte! Und mit dem Aufstieg von Kloten werden die Spiele nicht besser. Die 52 Freundschaftsspiele interessiert viele nicht, siehe Zuschauerzahlen im November, jeweils 3-4000 zuschauer*innen anwesend. Das was hier helfen würde wäre eine 10er Liga ist aber leider Utopie. Der SCB wie auch der ZSC wünschen mit dem eigenen Stadion eher noch mehr Spiele.

    8 pre season spiele, 52 freundschaftsspiele, 10 champions league spiele und 15 playoff spiele ist für den durchschnittszuschauer viel zu viel dass er das ständig live verfolgen will.

    Oder aber ein Trainer schafft es die Lethargie während der Quali zu eliminieren…. Aber wohl eine Utopie. Ob der Z 1. oder 6. in der Quali wird ist völlig egal.

    Mein Ziel Saison 22/23: dass die 52 Freundschaftsspiele als Zuschauer mehr Spass machen, mehr Emotionen bringen und vom Team ernster genommen wird und man in den Playoffs von Beginn an ready ist.

    Diese 4 Niederlagen am Stück reflektieren wie der ZSC die ganze Saison gespielt hat. Einmal ein Super Spiel um 2 Tage später gegen Ajoie zu verlieren. Der ZSC hat während den 52 Freundschaftsspielen oft lustlos und ohne Emotionen gespielt. Hoffe in Altstetten nimmt man die Quali etwas seriöser.

    Ja.. die anderen machen immer alles besser. Schön haben wir als Organisation noch Luft nach oben. Aber selbst dann würden wohl einige hier das 3-lagige Klopapier in Zug besser finden, als das in der neuen Halle. ;)

    Geht nicht um das. 15’000 an einem Public Viewing ist für ein Kanton mit 30’000 Einwohnern schon eine Hausnummer. Das waren mehr als auf dem Helvetiaplatz.

    Zug bleibt das Mass aller Dinge – Dieser verpasste Titel wird die ZSC Lions noch lange schmerzen
    Der EV Zug komplettiert sein grandioses Comeback mit einem 3:1 in Spiel 7. Bekannt für ihre spektakulären Erfolgsstorys, sind die Zürcher diesmal die…
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    Dieser verpasste Titel wird die ZSC Lions noch lange schmerzen

    Der EV Zug komplettiert sein grandioses Comeback mit einem 3:1 in Spiel 7. Bekannt für ihre spektakulären Erfolgsstorys, sind die Zürcher diesmal die Leidtragenden.

    Die 25-jährige Geschichte der ZSC Lions ist reich an spektakulären Comebacks und Siegen. Nur schon einige Zahlen lassen die Herzen ihrer Anhänger höherschlagen – 59:50, 70:07, 59:58. Das sind die Zeiten, in denen die Meistertore von Adrien Plavsic (2000), Morgan Samuelsson (2001) und Steve McCarthy (2012) fielen. Zweimal drehten die Zürcher ein 1:3 in einem Playoff-Final, zweimal wurden sie in einem Penaltyschiessen Meister. Für einmal waren sie nun auf der anderen Seite: Sie verspielten im Final ein 3:0, mussten den EV Zug vorbei zum Titel lassen.

    Es ist eine Niederlage, die sie noch lange schmerzen wird. Noch nie zuvor hatte im Schweizer Eishockey ein Team im Halbfinal oder Final nach einer 3:0-Führung verloren. Es war erst viermal im Viertelfinal passiert, zuletzt in diesem Jahr den Lakers gegen Davos. Aber wer einmal eine Playoff-Serie überstanden hat, ist so stabil, dass er einen solchen Vorsprung nicht mehr aus der Hand gibt. Dachte man.

    Zugs mentale Stärke

    Es ist nicht so, dass die ZSC Lions nach dem 3:0 auseinandergebrochen wären. Viel müssen sie sich nicht vorwerfen lassen. Das Aussergewöhnliche war, wie die Zuger reagierten: Statt nach drei Niederlagen an sich zu zweifeln, zogen sie einfach weiter ihr Spiel durch, mit einigen Anpassungen. Das war eine bemerkenswerte mentale Leistung. Architekt dieses Comebacks für die Geschichte ist Coach Dan Tangnes, mit Steuermann Jan Kovar und Goalie Leonardo Genoni hatte er zwei Ausnahmespieler, die es ermöglichten.

    Gerade in dieser Serie zeigte sich, wie gefestigt dieser EVZ unter Tangnes geworden ist. Ehrfurchtsvoll wird er von einigen sogar als Maschine bezeichnet. Sein Tempospiel ist zu seinem Markenzeichen geworden, und obschon alle wissen, wie die Zuger spielen, finden sie kein Rezept dagegen. Nur zwei Teams hatten es zuvor im neuen Jahrtausend geschafft, den Titel erfolgreich zu verteidigen: die ZSC Lions 2001 in extremis und der SC Bern 2017 unter Disziplinfanatiker Kari Jalonen.

    Wie Tangnes zum Sieger wurde

    Es entbehrt nicht einer gewissen Ironie, dass die Zuger ausgerechnet unter einem Trainer zu Siegern wurden, der zuvor in Schweden keine Playoff-Serie gewonnen hatte. Mit seinem feinen Gespür für die Menschen hinter den Spielern und die richtigen Worte sowie seiner Besessenheit, die manchmal an die Oberfläche dringt, veränderte Tangnes die Clubkultur. Die Zuger entledigten sich ihrer Komplexe gegenüber den grossen drei, SC Bern, HC Davos und ZSC Lions.

    23 Jahre lang hatten die Zuger auf den Meistertitel warten müssen, nun siegten sie zweimal innert zwölf Monaten. Hatte der Titel 2021 mit verkürzter Halbfinal- und Finalserie und in leeren Stadien noch mit einem Sternchen versehen werden müssen, kann man jetzt nur sagen: Chapeau!

    Der EVZ bleibt also das Mass aller Dinge, zumal seine Aura der Unbesiegbarkeit durch sein famoses Comeback im Final weiter wächst. Aber die Konkurrenten werden alles daransetzen, die Zuger wieder einzufangen. In der Westschweiz ist der Hunger nach Erfolg riesig und inzwischen auch das Geld reichlich, um starke Teams zu stellen. Mit dem SCB wird bald wieder zu rechnen sein. Und die ZSC Lions, die in ihre Swiss Life Arena einziehen und da finanziell wie sportlich verbesserte Voraussetzungen haben, wollen diese bittere Niederlage so schnell wie möglich vergessen machen.

    Ja wie ist die Saison der Zürcher nun zu bewerten? Diese Achterbahnfahrt, die zuletzt doch wieder in ein emotionales Tief mündete? Die Leidenschaft und das Teamwork, das die ZSC Lions im Verlauf der Playoffs entdeckten, waren mitreissend. Im Final fehlte nur ganz wenig, dann hätten die Zürcher den zehnten Titel ihrer Clubgeschichte gefeiert. Wenn sie dieses Gemeinschaftsgefühl und diese Disziplin mitnehmen in die neue Halle, kommt ihre nächste Chance schon bald.

    Wo sind die Jungen?

    Wo sie dem EVZ indes weit hinterherhinken, ist bei der Integration von jungen Spielern. Rikard Grönborg coacht auch bei den ZSC Lions, als wäre er ein Nationalcoach: primär darauf bedacht, für das nächste Spiel das bestmögliche Team aufs Eis zu schicken. Der jüngste Zürcher Stammspieler in diesen Playoffs war der 23-jährige Justin Sigrist. Derweil setzte Tangnes auf eine vierte Linie mit Jungen, und diese fiel keineswegs ab, sondern brachte Energie.

    Wer wie die ZSC Lions die grösste Nachwuchsorganisation des Landes hat, müsste davon auch profitieren können. Das aktuelle Team besteht zwar immer noch fast zur Hälfte aus ehemaligen ZSC-Junioren. Doch wenn die Zürcher den eigenen Talenten nicht einen Weg aufzeigen, wie sie in die erste Mannschaft gelangen können, wird diese Quelle dereinst versiegen. In der Swiss Life Arena sind das Profiteam und die besten Junioren-Mannschaften neu unter einem Dach – das sollte ein Signal für ein Umdenken sein.

    Die wichtigste personelle Frage ist, ob Denis Malgin bleibt oder nochmals einen Versuch in der NHL wagt. Von den Ausländern bleiben nur Justin Azevedo und Garrett Roe, die früheren NHL-Cracks Markus Granlund und Lucas Wallmark werden mit dem ZSC in Verbindung gebracht. Dann bräuchte es noch zwei ausländische Verteidiger. An der spielerischen Klasse wird es den Zürchern nicht mangeln, um nächste Saison wieder anzugreifen. Aber diese vier verpassten Meisterpucks werden noch eine Weile wehtun.