Ja absoluter Schock für mich, Claude Lemieux, der vierfache Stanley-Cup-Sieger und Vater von HCD-Spieler Brendan Lemieux, hat sich im Alter von 60 Jahren das Leben genommen.
Man ist einfach nur in Schockstarre, wenn man das liest. Erst am vergangenen Montag stand er noch im Bell Centre auf dem Eis, trug voller Stolz die Fackel vor dem Playoff-Spiel der Montreal Canadiens und wurde von den Fans mit tosendem Applaus gefeiert. Er wirkte glücklich. Und nur drei Tage später der absolute Albtraum.
Inzwischen liegen die offiziellen Berichte der US-Behörden vor, unter anderem veröffentlicht durch das US-Magazin People Magazine und die New York Post. Das Palm Beach County Sheriff's Office in Florida hat die traurigen Details der Nacht auf Donnerstag (28. Mai 2026) bestätigt:
- Vermisstenmeldung: Da Lemieux abends nicht nach Hause kam, begann seine Familie nach ihm zu suchen.
- Der Fund: Um 3:23 Uhr morgens fand einer seiner Söhne den leblosen Körper im hinteren Lagerbereich des familieneigenen Möbelgeschäfts „Andros Home“ in Lake Park, Florida.
- Todesursache: Die Ermittler bestätigten Tod durch Erhängen. Es gab keinerlei Anzeichen für Fremdeinwirkung.
- Quellen & Akten: Die Gerichtsmedizin (Medical Examiner's Office) hält die Autopsieberichte und Fotos gemäss einem speziellen Gesetz Floridas zum Schutz von Suizidopfern vorerst für die Öffentlichkeit unter Verschluss.
💔 Eine absolute Tragödie
Es ist einfach nur unendlich traurig, völlig egal, wer es ist oder was man früher von seinem harten Spielstil auf dem Eis hielt. Hier geht es um den Menschen. Da steht ein gestandener Mann, eine absolute Legende, finanziell abgesichert, erfolgreich als Spielerberater tätig. Er hat eine Ehefrau, vier Kinder, steht mitten im Leben und hätte seine zweite Lebenshälfte im Kreis seiner Liebsten einfach geniessen sollen. Und dann bricht im Verborgenen eine solche Dunkelheit über einen herein, dass man keinen Ausweg mehr sieht. Es bricht einem das Herz für die Familie, vor allem für den Sohn, der ihn finden musste.
Ich nutze das gerne als kurzer Appell an uns Männer und Ihr Umfeld: Psychische Gesundheit ernst nehmen!
Dieses Drama zeigt uns einmal mehr etwas, das man gar nicht oft genug betonen kann: Die psychische Gesundheit von Männern.
Gerade im Eishockey und im Leistungssport allgemein wird oft dieses Bild vom „harten Hund“, vom unbezwingbaren Krieger transportiert, der keine Schwäche zeigen darf.
Aber innerlich sieht es oft ganz anders aus, sei es durch Depressionen oder auch die Spätfolgen von unzähligen Gehirnerschütterungen (CTE), wie sie in der Eishockey-Community nach solchen Tragödien immer wieder zurecht diskutiert werden.
Deshalb mein Appell an jeden hier im Forum: Redet mitenand!
- Geht auf eure Kollegen, Kumpels, Brüder und Väter zu, wenn ihr merkt, dass sich jemand zurückzieht, auch nicht direkte konfrontation sondern meist die einfachheit macht es aus.
- Und vor allem: Schluckt es nicht in euch hinein, wenn es euch selbst dreckig geht.
- Sich Hilfe zu suchen oder über seine Ängste zu sprechen, ist keine Schwäche, sondern die grösste Stärke überhaupt.
- Es gibt immer jemanden, der euch versteht ofer es zumindest versucht, der euch zuhört und der für euch da sein will. Ihr müsst diesen Kampf nicht alleine kämpfen.
In diesem Sinne: Schaut aufeinander.
Trotz den traurigen News ein schönes Rest-Wochenende an alle.
Hopp Schwiz! 🇨🇭