Was mich gestern gefreut hat: obwohl es ja immer heisst, die Jungen haben keine Eiszeit, stand Kimo Gruber gleich lange auf dem Eis wie unser Topscorer und länger als Andreoff. Offenbar konnte er sich, im Gegensatz zu anderen, mit Leistung aufdrängen
Yep, Gruber macht einen guten Job, bringt Gardemasse mit und hat ein gutes Auge fürs Spiel. Aber in der Organisation ist er leider aktuell die Ausnahme.
Was mir nicht gefällt ist der Satz "mit Leistungen aufdrängen".
Von einem jungen Spieler kann man nicht erwarten, dass er in seinen Skills perfekt ist. Nein, denn er muss ausgebildet werden.
Wer selber mal im Leistungssport aktiv war weiss, dass gerade im Alter von 16-ca. 22 Jahren der Trainer die entscheidende Figur ist. In dieser Phase entscheidet es sich ob es zu einer Karriere kommt oder nicht. Man kann noch so viel Einsatz und Wille mitbringen, wenn man nicht einen Trainer hat der einem die notwendige Fähigkeiten beibringen kann und einem täglich besser machen kann, hat man keine Chance. Wie auch.
Nehmen wir mal Suter und Siegenthaler als Beispiel.
Beim ZSC schon gut bis sehr gut. Was sie dann aber in der NHL für Fortschritte erzielt haben, ist schon bemerkenswert, beide wären in Zürich nicht auf diesen Level gekommen. Niemals.
In der NHL wird akribisch gearbeitet, jeder Spieler will täglich besser werden und der Staff tut mit der entsprechenden Fachkompetenz das seine dazu.
Davon hat auch die CH-Nati extrem profitiert, ohne die Fortschritte diverser Spieler in der NHL wäre Fischi nicht mal in die Nähe einer Medaille gekommen. Mit dem Ausbildungssystem in der Schweiz schlicht nicht möglich.
Der ZSC hat in den vergangen Jahren stark von der Arbeit von MC profitiert. Er hat es verstanden, auch "fertige Spieler" wie z.B. Malgin oder Ghetto immer noch ein kleines bisschen besser zu machen. Von der Arbeit mit den jungen Spielern ganz zu schweigen. Aber er kam eben auch aus der besten Liga der Welt.
Mit Bayer erleben wir nun gerade das Gegenteil. Die renommierten Spieler stagnieren, es ist niemand mehr da der versucht, sie immer noch etwas besser zu machen, sie zu pushen. Daher wird deren Leistungskurve schrittweise nach unten gehen. So fühlt sich dies wenigstens für mich an.
Auch Superstars wie Federer oder Odermatt mussten/müssen Saison für Saison immer noch besser werden, sonst reicht es nicht. Dies gilt nun halt mal auch im Hockey. Nur schon Stillstand bedeutet in der Regel Rückschritt.
Und wenn ich nun auf die "Fortschritte" der einzelnen Spieler im Kader sehe, ja dann fällt definitiv nur Gruber auf, vielleicht noch Zumbühl.
Der ganze Rest läuft unter Stillstand und Rückschritt. Und dies ist wahrlich keine Auszeichnung für den gesamten Staff.