Posts by Iceman

    Na ja, ein Azevedo z.B. wurde landauf landab in zahlreichen Fan-Foren gewünscht. Ehedem ein hochdekorierter Nachwuchsspieler, dem es wohl hauptsächlich wegen der Körpergrösse nicht für die NHL gelangt hatte, danach aber ein Knipser und wertvoller Spieler in der finnischen Liga und danach in der KHL. Klar, man hat in unserer "speziellen" Liga schon viele Torschützenkönige und MVP's aus anderen, eigentlich stärkeren Ligen scheitern sehen. Quenneville ist auch nicht gerade ein "Nobody" und einer, der es zumindest kurzzeitig in die NHL gebracht hatte. Aus Zufall gelingt dies nicht. Zudem einer, der auch physisch etwas darstellt, was in unserer Tanzmaus-Liga meist erst in den Play-off's vermehrt zur Geltung kommt. Noreau kennt man seit Jahren, eben ein Offensiv-Verteidiger mit gewissen "Bruder Leichtfuss" Attitüden im eigenen Drittel, aber dafür im PP wertvoll. Muss aber mit einem "stay at home" Verteidiger auf dem Eis sein. Als "Mittelmass" kann man die ZSC-Ausländer kaum bezeichnen, auch wenn sie aktuell den Unterschied ebenfalls nicht machen, wenn es nicht läuft. Von den hochdekorierten CH-Spielern (Hollenstein, Andrighetto, Malgin, Weber etc.) muss man gar nicht erst anfangen. Obwohl aus Fan-Sicht sich immer noch dieses und jenes optimieren liesse beim Kader, bleibt die Luft dünn bei der Argumentation, es liege am "falsch" zusammengesetzten Team. Womit branchenüblich der Trainer ins Schussfeld gerät. Es bleibt ein Mysterium, weshalb erfahrene + erfolgreiche Trainer wie Grönborg oder sein unglücklicher Vorgänger Wallson einen derart schweren Stand haben. Funktionieren ihre Ideen nur, wenn die Spieler seit den Moskitos "schwedisch" erzogen wurden? Andererseits wird argumentiert, die grossen Unterschiede wie früher zwischen den "Systemen" gebe es nicht mehr. Zudem wirkt es nicht so, als wüssten die Spieler nicht, wer was zu tun hat auf dem Eis. Aber am Ende erwartet man von einem derart prominent besetzten Team natürlich mehr, als bisher gezeigt worden ist.

    Diese Platte hatte auch McSorbet beherrscht. Wenn man Dummheiten macht, muss man es jenseits des Röstigrabens (…oder des Gotthards…) nur auf die Benachteiligung durch die Deutschschweizer-Mafia schieben, dann ist der Fall erledigt. Machte LaguNO jeweils auch, obwohl denen nach gewissen Vorkommnissen in den Play-off‘s die Halle für 1-2 Spiele hätte geschlossen gehört. Da war jeweils weder die Sicherheit der Spieler, noch der Schiris oder der (auswärtigen) Zuschauer sichergestellt.

    Tempo muss vor allem "im Kopf" verkraftet werden. Dass man es zudem technisch auch noch beherrschen muss, versteht sich von selbst - ansonsten ist die Diskussion eh' müssig. Nur werden in unserer Liga die Spitzenteams zu wenig gefordert, weil schlichtweg die Konkurrenz fehlt. Im optimalen Fall sind bei uns die ersten 4 Klubs in Form, dann werden die wenigstens so alle 2-3 Wochen mal 60 Minuten gefordert, wenn sie gegeneinander spielen. Dieser optimal Fall ist aber selten, weil immer einer (oder mehrere...) aus den unterschiedlichsten Gründen schwächelt. Die Journalisten-Weisheit, dass wir schlittschuhläuferisch "besser" seien, mag vor zig Jahren im Vergleich mit gewissen Nationen eine Berechtigung gehaben haben. Besser als die Top-Nationen waren wir nie und sind es auch heute nicht. Zudem ist dieser Vorteil selbst gegen Nationen, welche wir als "auf Augenhöhe" einschätzen kaum erkennbar, oder dann macht(e) er nicht den grossen Unterschied, weil Tempo ohne Durchsetzungsvermögen brotlose Kunst ist.


    Und eben, die National League mag ja Spektakel und Unterhaltung bieten, aber es ist eine Viel- und Schnelllauf-Liga, in welcher die Spitze schmal ist und die Konkurrenzfähigkeit rasch abnimmt. Was dazu führt, dass sich die Teams mit Starbesetzung einen gewissen "Bequem-Modus" angewöhnen. Natürlich ist es nicht so, dass einer auf's Eis geht mit der Idee, es ruhig angehen zu lassen, weil sich ja dann schon ein paar finden werden, welche die Tore machen. Aber die sich in 2-3 Klubs konzentrierenden Spitzenspieler werden im Durchschnitt zu wenig gefordert. Mit einer Vergrösserung der Liga wird das nicht besser, da ändert auch ein zusätzlicher Ausländer nichts daran.

    Der Eindruck, dass "dreckig" gespielt wird, könnte in der Tat aufkommen. Denn währenddem gewisse Schiri-Entscheide offenbar nach dem "Krach-Faktor" gefällt werden (...je mehr es kracht an der Bande, desto näher eine Strafe...), so stellen sich andererseits nach der Thematisierung von Mehrfachtätern wie Herzog oder eben Barbeiro betreffend "dreckiger" Fouls schon Fragen.


    Eine davon wäre, ob dies wirklich so neu oder vermehrt der Fall ist. Dreckige Fouls hat es grundsätzlich schon immer gegeben. Ich habe zudem den Eindruck, dass es "früher" - z.B. in den 70er und 80er Jahren - bei weitaus geringerem Tempo ebenfalls zu recht brutalen Aktionen kam. Allerdings - tempobedingt - nicht unbedingt zu so vielen Hirnerschütterungen wie heute, sondern zu ausgeschlagenen Zähnen, gebrochenen Knochen infolge Stockschlägen etc.. Checks gegen den Kopf waren (zumindest in meiner Erinnerung) nicht DAS Thema. Es hat sie vermutlich aber auch gegeben, nur mit weniger gravierenden Konsequenzen als heute. Wobei die Ausbildung damals schlechter war, aber trotzdem.


    Man könnte dies statistisch vermutlich aufarbeiten, evtl. sind im Laufe der Zeit auch betreffend Strafen / Fouls so etwas wie "advanced stats" entstanden. Ob im allgemeinen dreckig(er) gespielt wird, ob die hochauflösende bildliche Dokumentation der Missetaten zu einer vermehrten "Wahrnehmung" führt, oder ob dreckige Fouls - entgegen dem aufgrund der jüngsten Ereignisse vermittelten Eindruck - evtl. sogar abgenommen haben, kann man vermutlich zahlenmässig belegen.


    Aber selbst wenn insgesamt ein Rückgang erkennbar wäre, so müssen sich Klubs und Verband die Frage stellen, wie man mit chronischen Tätern umgeht.

    Herzog hat für den zigsten Check gegen den Kopf und nachdem er in glaub' 8 Saisons 7 x für das gleiche Vergehen gesperrt worden nach dem letzten Kurzschluss 5 Sperren erhalten. Da werden es für Barberio nicht mehr, eher weniger. Ebenso wie bei der Attacke von Barberio kann bzw. konnte man auch bei Herzog selten bis nie den Spruch von "dumm gelaufen" bringen, oder dass der andere halt eine halbe Sekunde vor dem Check noch gestrauchelt sei etc.


    Bei dem, was Lausanne bereits letzten Frühling geboten hat, und weil es Typen wie Barbeiro oder Herzog offenbar auch mit Sperren nicht schnallen, müsste sich die Liga schon etwas überlegen. Arbeitsrechtlich sind gewisse Grenzen gesetzt, was aber nicht heisst, dass man sich nicht trotzdem etwas einfallen lassen kann, was Spieler und Klub ab einer gewissen Unverfrorenheit dann nochmals etwas mehr kostet. Anders als Zug hat Lausanne ihren Kandidaten mindestens nicht als Mobbing-Opfer dargestellt, der aber auch immer überhart bestraft werde.

    Ist leider so - etwas neues ist zwar in Planung, aber irgendwer müsste dann auch noch Geld locker machen. In Bern ist die Stadtregierung noch ein paar Umdrehungen mehr "links" als in Zürich, wo sich die öffentliche Hand - neben anderen Investoren - nach meinem Dafürhalten doch einigermassen grosszügig zeigt. Ob sich die PolitikerInnen in Bern überwinden können, etwas mitzufinanzieren, womit allenfalls sogar Geld verdient werden kann, und der Kapitalismus somit nicht überwunden, sondern gefördert wird, ist die Frage. Dass die Stadt von daraus fliessenden Erträgen auch profitieren würde, zählt bei strammen Ideologen wenig - Teufelswerk bleibt Teufelswerk. Wie weit Lüthi mit der Suche nach Geldgebern ist, ist derzeit noch unklar.


    Die aktuell tiefen oder sogar negativen Zinsen sind aber für solche Vorhaben nicht schlecht, immerhin berappt der SCB pro Saison etwas über 4 Mio. "Miete" für das in die Jahre gekommene Stadion. Am Aktien- oder Immobilienmarkt kann man natürlich mehr herausholen, die Absturzgefahr wird aber zunehmend grösser. Womit man auch gleich bei den natürlichen Grenzen der Finanzierung ist. Viel mehr Miete kann sich ein Klub angesichts der Einnahmen praktisch nicht leisten, auch wenn die Stadionauslastung besser wäre als im Moment.

    Anders als ein Vorschreiber gemeint hat, hat in Bern niemand über den ZSC gelacht - höchstens etwas ungläubig gestaunt. Natürlich gilt "hätte hätte Fahradkette", aber dem mental keineswegs gefestigten SCB kam entgegen, dass der Z im ersten Drittel mindestens einen 200%igen nicht machte, dafür mit "Todespässen" im Aufbau dem bis dahin weitgehend eingeschnürten SCB ein Tor ermöglichte. Und mit einem weiteren solchen Pass im Mitteldrittel auch noch ein 2es Tor einleiteten. Soweit war eigentlich nichts weltbewegendes passiert, sondern nur, was einem selbst als haushoher Favorit eben passieren kann. Man setzt viel Druck auf, vergibt 100%ige, und der Gegner nutzt dafür seine wenigen Chancen optimal. Was danach folgte, führte schon eher zu Augenreiben. Denn statt seine spierlerische Überlegenheit weiterhin zu nutzen, stellte der Z den Betrieb weitgehend ein. Es stimmt zwar, dass der SCB mit etwas mehr Selbstvertrauen als üblich nicht ganz so schlecht ist, wie er oft aussieht. Aber so gut, dass es gegen einen vor Klasse nur so strotzenden ZSC in diesem Stil reicht, ist Bern dann doch nicht. Es gibt solche Abende, an welchen einem selbst nichts, und dem Gegner dafür alles gelingt. Das ist aber höchstens ein Teil der Wahrheit.

    Ja, tief ist man gefallen...:verletzt:

    Infolge diverser Fehlentscheide und auch noch etwas wegen Corona hat man mindestens eine Saison "verloren". Nun muss man halt "unten durch". Schadet dem verwöhnten Umfeld aber nichts, und auch im Klub musste man sich von einer gewissen Selbstgerechtigkeit und Betriebsblindheit verabschieden. Schadet auch nichts. Positiv bisher ist, dass der Nachwuchs - insbesondere im Tor - einen guten Eindruck macht. Zumindest die Baustelle im Tor scheint man schliessen zu können. Daneben ist aber das Grüppchen routinierter CH-Spieler, welche den Karren reissen, zu schmal. Und bei den Ausländern ist Jeffrey infolge Operation "out", Daugavins hat den Arm gebrochen (...bei beiden merkt man aber "leider" nicht, dass sie gar nicht mehr auf dem Eis stehen...). Einzig Kahun überzeugt. So ist es die erwartete Seuchensaison, da man im Vergleich zu letzter Saison nochmals Substanz eingebüsst hat. Aber eben, das öffnet(e) im Klub und im Umfeld diversen Leuten die Augen, und statt die Musik des Stadion-DJ zu kritisieren und die Duftrichtung der verwendeten WC-Steine, befasst man sich wieder mit näher beim Hockey angesiedelten Themen...

    Der Klaus meint, dass - wenn gleich aufgesetzt wie in Übersee - die Sache strenger gehandhabt werden könnte. D.h. die Spielergewerkschaft (die sich irgendwie noch als AG konstituieren müsste) und die Liga (welch schon eine AG ist) könnten sich auf härtere Strafen und höhere Bussen einigen. Und es so wie in der NHL machen, wo während der Dauer der Sperre kein Lohn gezahlt wird. Da kommen grössere Sümmchen zusammen als die verhältnismässig lächerlichen Bussen bei uns. Wer jeden Monat 50'000.- überwiesen bekommt, den kümmern doch ein paar tausend Stutz nicht. Aber wenn 1-2 Monate Lohn fehlen bei saftigen Sperren, überlegt es sich einer dann doch.


    Ein eigentliches Berufsverbot mittels Sperren liegt aber wohl nach wie vor nicht drin. Das habe ich aber auch nie vorgeschlagen, sondern nur darauf hingewiesen, dass man die Klubs nicht zwingen kann, z.B. einen Herzog zu beschäftigen, wenn dessen Vertrag ausläuft. Angesichts der knappen Spielerdecke ab einem bestimmten Qualitätslevel dürfte das aber eher Wunschdenken sein.


    Was geschah eigentlich anno dunnemals mit dem Bruder von Chris McSorley, der ja ein legendäres Foul beging und danach lange (...oder für immer?) aus dem Verkehr gezogen worden ist?

    Es kommen nun die übliche Argumentationsketten: Das Foul sei nicht so schlimm gewesen, der Dufner habe sich halt im dümmsten Moment gebückt, der sei halt so klein, da treffe es rasch mal den Kopf etc. etc. Habe die Szene nicht gesehen und mag sie auch nicht ansehen. Aber wenn das tatsächlich zutreffen sollte, und es diesmal nicht so schlimm war wie bei Blum, so wäre dies höchstens bei einem ansonsten relativ "unbescholtenen" Spieler strafmildernd anzurechnen.


    Stelle mir das ähnlich vor wie im CH-Justizsystem: Wenn einer schon zig Vorstrafen aufweist und Bewährungen am laufen hat, dann muss er eben nicht jemanden halbtot schlagen oder eine Bank ausrauben, damit er für ein paar Jahre ins Gefängnis wandert. Da reichen dann schon etwas minder schwere Delikte.


    Gleiches ist, soweit ich mich erinnere, auch im CH-Hockey der Brauch. Und Herzog ist kein übermotivierter Jungspund mehr, der im Eifer eine Dummheit gemacht hat. Der hat praktisch jede Saison eine Sperre wegen eines gesundheitsgefährdenden Fouls. Bisher haben Sperren und Bussen nicht dazu geführt, dass eine Besserung eintritt. Im Prinzip müsste er - neben einer saftigen Sperre und auf eigene Kosten natürlich - auch zu einer ambulanten Massnahme / Behandlung verdonnert werden. Mit dem Ziel, seine Rücksichtslosigkeit und Missachtung der Gesundheit seiner Berufskollegen zu verändern.


    Das wäre dann das letzte Mittel vor einer lebenslangen Sperre. Das Gedönse vom faktischen Berufsverbot und von den Klagemöglichkeiten ist mir bekannt. Andererseits können die Gerichte keinen Klub zwingen, Herzog zu beschäftigen. Würde natürlich etwas Solidarität unter den Klubs benötigen, und mit der ist es ja nicht immer weit her.


    Und somit dürfte Herzog auch weiterhin seine "saisonalen Auszeiten" infolge Sperren haben.

    Man kann sich schon die Frage stellen, weshalb anerkannte (wie Grönborg und Wallson in Zürich) oder angeblich aufstrebende (wie Lundskog in Bern) schwedische Hockeyversteher mit ihrer Philosophie oft Mühe bekunden hierzulande. OK, in Bern gibt es so viele andere Baustellen, dass man nicht wie üblich zuerst auf den Trainer schiessen sollte. Ob es aber als "Ungeduld" bezeichnet werden kann, wenn nach 3 Monaten Eistraining irgendwelche Anzeichen einer Handschrift des Trainers erwartet werden, welche den zugegebenermassen limitierten Skills der Truppe entsprechen?


    Ob in Zürich oder Bern hört man seitens der Spieler überwiegend nur das Beste über die schwedischen Übungsleiter - modern, die Spieler einbeziehend, kommunikativ etc. etc. tönt es lobend allenthalben. Klar ist, dass mit der "heutigen Jugend" bzw. in der heutigen Zeit nicht (mehr...) im Kasernenhof-Ton und (allzu...) autoritärem Führungsstil agiert werden kann. Ob Hartley, dem man dies noch am ehesten zuschrieb, oder Crawford wirklich einen solchen oder zumindest ähnlichen Führungsstil pflegten, ist die Frage. Wobei gerade bei Hartley der Bogen von wegen dem Erfolg um den Preis einer raschen "Abnutzung" der Beziehungen zum Team elegant geschlagen werden kann. Ob sich das in der Realität wirklich so gefügt hat, wie gerne behauptet wird, ist die andere Frage. Keine Frage ist jedoch, dass Hartley praktisch überall Erfolg hat, wo er hinkommt. Auch wenn er offenbar nicht der Typ für ein mehrjähriges Engagement und die "Entwiclung" oder den "Aufbau" eines Teams ist. Immerhin hatte er Cunti aus der Versenkung geholt, welcher unter Hartley seine beste Zeit hatte.


    Beliebt ist auch die These, wonach die CH-Spieler (angeblich...) nicht mit der Selbstverantwortung umgehen könnten, die ihnen die schwedische Philosophie überträgt. Und damit ist nicht gemeint, dass man im Training statt 20 nur 10 Liegestützen macht, sondern dass auf dem Eis situativ und ohne "Schablone" die richtigen Entscheide getroffen werden. Offenbar funktioniert das in Schweden besser, was automatisch zur Vermutung führt, dass dort diese Philosophie quasi "von Kindsbeinen" an gefordert und gefördert wird. Währenddem ich bei uns vermute, dass eher andere Werte gepredigt werden, nämlich dass Individualität und Kreativität egoistisches Teufelswerk seien, und nur das brave Einordnen in eine disziplinierte, vorgegebene Spielorganisation den Hockeygöttern wohlgefällig sei. Ist nur Vermutung und Schwadroniererei, aber irgend einen Grund muss es doch geben?


    Im Gegensatz zum SCB kann man beim ZSC ja nicht behaupten, dass die individuellen Skills nur für "Schablone" reichen würden. Vielmehr besteht die Befürchtung, dass das schiere Übermass an Qualität - quasi ein zu reichhaltiges Gemisch - den Motor stottern lasse. Und eben, auf dem Papier passt ein Trainer wie Grönborg, der mit den schwedischen Stars Erfolg hatte, nicht schlecht zu einem vor hochkarätigen Spielern nur so strotzenden CH-Team. Aber eben, es sind 2 Monate gespielt, und die üblichen "Herbstmeister" sind ganz oben anzutreffen. Wie es im Februar und März aussehen wird, ist eine andere Sache.

    Es ist nichts neues, dass - je besser besetzt ein Team ist - ein Hang dazu besteht, sich auf die individuelle Klasse der Kollegen zu verlassen. Selbst wenn einer nicht mit dem Gedanken auf's Eis geht, sich mal einen gemütlichen Abend zu machen, so ist unterschwellig halt doch immer die Gewissheit da, dass man im Normalfall gewinnt, auch wenn nicht 120% abgerufen werden. Ob z.B. in der NHL die Einstellung eine andere ist, weil das eben die ganz grossen Sportler sind? Oder liegt es vielleicht nicht doch eher daran, dass die Konkurrenz grösser ist, und man sich u.U. schnell in der AHL befindet, wenn die Leistung nicht stimmt?


    Diese "Sorgen" kennt die Business-Klasse der CH-Spieler in der Schweiz nicht. Denn im Normalfall hat der Trainer keinen gleichwertigen Ersatz, und dass man einen Spieler dieser Kategorie "zur Strafe" auf die Tribüne setzt, kommt selten vor und meistens bei Trainern, welche die hiesigen Verhältnisse nicht kennen. Grönborg versucht, an die Spieler zu appellieren, was vermutlich das Vernünftigste ist. Dass einer abtobt, dass die Wände wackeln, wäre zwar auch verständlich. Nur - was dann? Vielleicht ändert sich kurzfristig etwas, vielleicht auch nicht. Dann beginnt die Autorität schon leicht zu erodieren. Auf jeden Fall kann der Übungsleiter nicht allzu oft Tobsuchtsanfälle simulieren, denn irgendwann gehört das dazu und beeindruckt niemanden mehr.

    Für mehr reicht es vorläufig nicht. Vorne ist man phasenweise recht kreativ, aber die Verteidigung dafür umso desaströser. Es sagt einiges aus, dass die Abwesenheit von Verteidiger-Urgestein Bidu Gerber viel mehr Einfluss hat als etwa diejenige von Praplan. Deshalb ist der Punktgewinn heute erstaunlich. Wobei der ZSC mit ordentlich Pomade kräftig mitgeholfen hat, dem taumelnden SCB unter die Arme zu greifen.

    Mit einem coming-out als Homosexuelle(r) ist man heute wohl schon fast altmodisch - en vogue sind viel mehr "fluid-sexuell" und "pan-sexuell". Oder mit anderen Worten: Statt - wie es ZSColin erwähnt - solche Dinge in einen Status abgleiten zu lassen, wo sie nicht mehr aufsehenerregend sind, werden immer neue Abgrenzungs- und Opferrituale ersonnen, um damit etwas auf dem Zeitgeist zu surfen und - gerade für die Pseudoprominenz wichtig - sich in Erinnerung zu rufen. Andererseits ist es schon klar, dass es für Leute, die in der Öffentlichkeit stehen, besonders belastend ist, wenn sie sich permanent verstellen und etwas vorgaukeln müssen.

    Einigermassen komisch, dass ein Mayer in Davos so plötzlich zur "unerwünschten Person" mutiert, nachdem er sich vorher in der Liga jahrelang bewährt hatte. Servette war zu seinen Zeiten noch ohne das Geld der Uhren-Stiftung unterwegs und qualitativ weniger gut aufgestellt, trotzdem war Mayer sehr solide. Dass Goalis spezielle Typen sind, bei denen viel vom "seelischen Wohlbefinden" abhängt, ist nichts neues. Es war daher kaum leistungsfördernd, als man Mayer spüren liess, dass er lieber heute als erst morgen gehen soll. Wobei ZSCColin schon recht hat mit der Bemerkung zu Klaus. Der hat zwar schon immer polemisiert, aber man konnte Facts und Geschwurbel noch einigermassen auseinander halten. Seit etwas mehr als einem Jahr verschwimmen diese Grenzen aber zusehends, weil Facts, welche Klausens Sicht der Dinge nicht entsprechen, ausgeblendet und / oder durch eigene Behauptungen ersetzt werden. Das hat weniger mit Polemik, sondern mehr mit Altersstarrsinn zu tun.

    Man muss sich die Frage stellen, wie man sich positionieren soll. Je nach geforderter Lohnreduktion kann sich ein Klub auch selber den Strick um den Hals legen, weil er dann auf Jahre hinaus blockiert ist. Zumal die Löhne aus den bekannten Gründen weiter steigen werden. Und die Tigers müssten die Löhne dann auf ihrem tiefen Niveau einfrieren, und wer in den letzten Jahren sein Lohnbudget kräftig erhöht hat, bleibt ein paar Millionen "weiter oben"? Das passt doch nicht zusammen. Von dem her ist es ohne Probleme nachvollziehbar, dass wenn immer möglich eine Lösung neben solchen "Hilfen" (...die sich letztlich als Bumerang erweisen...) hindurch gesucht werden.

    Apropos Eismeister:

    Dass er in Dauerfehde mit M. Lüthi liegt, ist ja nichts neues, ebensowenig sein "kolumnenmässiger" Feldzug gegen ihn. Gegen Polemik ist zwar nichts einzuwenden, wenn man dazu aber die Tatsachen zurechtbiegt, Fakten weglässt und dafür Behauptungen in den Raum stellt, so geht das über Polemik hinaus. Mag sein, dass die Reformidee ursprünglich von Lüthi aus gekommen ist. Hätte sie aber derart an der Realität vorbei gezielt, wie Klaus behauptet, so hätten die Klubs nicht grösstenteils zugestimmt. Und der ZSC hatte sich stets nur gegen das Financial Fairplay ausgesprochen, gegen den Rest hatte man nichts. Bei den Ausländern ist man nun nicht weit von dem entfernt, was ursprünglich beabsichtigt war. Damals wäre einfach der "Ausländer-mit-1er-Lizenz-in-der-Schweiz"-Status per sofort abgeschafft worden, dafür hätte man (letztlich) einen "echten" Ausländer mehr bekommen. Nun hat man es etwas anders gedreht. Auch mit 12 Teams hat man aber zu wenig wirklich NLA-taugliche Spieler, mit den bekannten Konsequenzen. Die fehlende Konkurrenz fängt schon auf den Nachwuchsstufen an, und zieht sich durch. Kristian Knapp hat dies mal in einem Artikel ausführlich beleuchtet - braucht aber natürlich etwas mehr Einsatz + Kenntnisse als die zauggschen Polemiken. Kommt aber auch immer auf das Publikum an, für das man schreibt. Apropos Financial Fairplay: Wenn dieses gegen das Wettbewerbsrecht verstösst, so stellt sich die Frage, wie es mit dem Agreement betreffend der Anzahl Ausländer aussieht. Auch hier gäbe es genügend Hebel, um dieses "Gentlemen's Agreement" z.B. als nicht konform mit der Personenfreizügigkeit zu sehen. Der Witz an diesen Vereinbarungen "unter Freunden" ist ja, dass sie juristisch nicht durchsetzbar wären.

    Es war schon beim (tränenreichen...) Abschied aus Biel klar, dass Haas deshalb zum SCB wechselt, um Anlauf für die NHL zu nehmen (möglichst mit einem Titel...), und er danach zu seinem Stammverein zurückkehren wird. Dass man in Biel die Schatulle öffnen wird, um Haas die Rückkehr nicht unnötig schwer zu machen, bzw. ihn nicht in Zweifel kommen zu lassen, war schon länger klar und ist auch legitim. Denn dass auch andere Klubs ihre Angebote platziert haben, ist bei so einem Spieler normal. Um wie viel die sicher nicht knausrige Offerte aus Biel hätte überboten werden müssen, um Haas zum Nachdenken zu bringen ist ein Experiment, dass vermutlich nicht einmal die üblichen Verdächtigen gestartet haben.

    Ganz so "digital" muss man ja nicht unterwegs sein. Zwischen "Vollgas alles nach vorne" und "herumstehen bis der Gegner das Tor macht" gäbe es ja schon noch die eine oder andere taktische Zwischenstufe. Man wird immer wieder Spiele haben, wo es nicht so läuft, und die üblichen Verdächtigen die Kiste nicht treffen. Dann muss man sich halt mit gutem Defensivspiel über Wasser halten und darauf hoffen, dass der Gegner auch mal Fehler macht. Beim CH-Team fällt man aber oft in ein Loch, wenn es nicht wie gewünscht läuft. Statt ein gut organisiertes Defensivspiel aufzuziehen verfällt man in Passivität. Die Defensivorganisation gehört zu den Basics des Hockeys und ist eines der Gebiete, wo der Trainer am meisten Einfluss nehmen kann. Als man noch bedeutend weniger Klasse im Team hatte blieb nicht viel anderes übrig, als mit einer disziplinierte Defensive und hervorragenden Goalileistungen die Chancen auf Punktgewinne zu wahren. Mittlerweile scheint man aber vor lauter Geschwurbel über unsere technische Augenhöhe mit den Grossen zu vergessen, dass es kein "Rückschritt" bedeutet, wenn man sich an die unter Krüger gepflegten Tugenden erinnert.

    Ist ja nicht so, dass eine Erfolgsgarantie erwartet würde. Nur geht mir das immer gleiche Gesülze auf den Geist, wonach wir läuferisch und technisch aber sowas von obenauf wären, um daraufhin immer dann Probleme zu bekommen, wenn der Gegner unseren Viel- und Schnellläufern nicht den nötigen Raum für die schönsten Hockeybögen zwischen Kampala und Basel gewährt. Das Silber kann dem Team niemand nehmen, das war ein sehenswerter Erfolg. Aber Spiele wie gestern sind da deutlich in der Überzahl.


    Zudem scheint das solide defensive Handwerk nicht mehr Mode zu sein, da wir ja dem krügerschen Defensivsystem entwachsen sind und uns nun darauf verlegen können, die Spiele mit offensiven Skills oder doch zumindest mit grossen Sprüchen darüber zu entscheiden. Das Gros der Hockeyjournalisten (...und "Chronisten"...) ist offenbar derart betriebsblind, dass die immer gleichen Probleme auf internationaler Ebene gar nicht wahrgenommen werden. Operettenligen haben in dieser Weltsicht immer nur die Anderen.


    Dass Fischer nicht in der Lage war, dem Team irgendwelche Impulse zu geben, nachdem es mit dem fröhlichen Vorwärtsstürmen je länger je weniger hinhaute, und die Deutschen (...auch schon bei numerischem Gleichstand...) Powerplay im Drittel der Schweiz spielten, überrascht mich hingegen nicht. Fischer ist es guter Verkäufer eines Hockeys, wie wir (...und die Spieler...) es gerne hätten. Wird dieses Bild gestört, ist fertig lustig.


    Aber was soll's, nächstes Jahr geht es mit den gleichen Sprüchen und im gleichen Stil wieder von vorne los.