Posts by Iceman

    Letztlich sitzt der Trainer am kürzesten Hebel, und gerade beim ZSC kann man es auch nicht daran festmachen, dass es an Klasse fehlen würde. In der Führungsetage wird man nun so etwa 10 Spiele ins Land gehen lassen. Wenn sich nichts ändert, ist Grönborg kaum zu halten. Wenn es wieder einen Peitschenknaller à la Hartley braucht, ist das auch eine Erkenntnis. Wobei die Spieler einen solchen Trainer ebenfalls früher oder später zu Fall bringen können. Womit das Problem dann so langsam eingekreist wäre. Entweder muss man den "Charakter" des Teams in Zweifel ziehen, oder dann wirkt die Kombination von hohem Aufwand, hohen Salären und hohen Erwartungen derart lähmend, dass gewisse Spieler dauerhafte Betreuung durch einen Sportpsychologen benötigen.


    Die nächste Einzelmaske auf der Abschussrampe wäre Sven Leuenberger - er holt zwar Klassespieler um Klassespieler ins Team, welche eigentlich fanseitig allesamt mit viel Applaus empfangen werden, trotzdem kann er dem Team die - zumindest von aussen diagnostizierte - Larifari-Einstellung nicht austreiben. Ich habe jedoch nicht den Eindruck, dass der Sven - wie es bei Lugano lange der Fall gewesen ist - einfach ein paar berühmte Namen einkauft und glaubt, damit sei der Erfolg gesichert.


    Aber eben, für tiefschürfende Analysen ist es noch viel zu früh. Da es aber nicht gerade fundamentale Umwälzungen im Team gegeben hat, ist schon klar, dass man die Saison 2022/23 fanseitig nicht gerade als "Neuanfang, der etwas Zeit braucht" interpretiert, sondern den Link zur letzten Saison öffnet.

    Iceman, dein Gegenargument?

    Ob z.B. Hollenstein einen Klub findet, der ihm gleich viel bezahlt? Ich gehe davon aus, dass er zu einem kleineren Lohn beim ZSC verlängern wird. Der vergleichsweise immer noch sehr gut sein wird. Klar, die die Effekte sind nicht riesig, und beschränken sich vorläufig auf die Spieler, welche lohnmässig auf dem Niveau der ausländischen Top-Cracks sind. Mit der Aufblähung der Liga hat man sich natürlich in den Fuss geschossen, und den bereits vorher sichtbaren Mangel an Spielern mit NLA-Niveau noch verstärkt, was bezüglich Lohnkosten sicher nicht dämpfend wirkt. Die 2 zusätzlichen Ausländer sind ja deswegen erst auf's Tapet gekommen. Für Langnau, Kloten und Ajoie besteht der Effekt darin, dass sie nun 2 Positionen qualitativ besser besetzen können, als wenn sie es mit CH-Spielern hätten tun müssen, welche dort grösstenteils nicht NLA-Niveau haben.

    ...zumindest werden nun bereits mit 6 Ausländern gewisse Grossverdiener mit CH-Pass unter Druck geraten. Ein Sportchef wird sich 2x überlegen, ob er für einen CH-Spieler der oberen Business-Class soviel Geld abladen will, wie dies bis anhin teilweise der Fall gewesen ist. Oder ob er für das gleiche Geld nicht einen Ausländer auf KHL-Niveau einkauft, der nicht so lange Pausen zwischen den Performance-Schüben hat.


    Etwas mehr Markt statt geschützte Werkstatt ist nicht ganz so falsch, wie das gewisse Exponenten behaupten. Ja, es werden (in gewissen Lohnregionen...) nicht mehr so gleich viele CH-Spieler einen Platz finden, bzw. der Konkurrenzdruck wird dort grösser. Nur hat uns die geschützte Werkstatt eben auch nicht wirklich weitergebracht. Vielmehr wurde bei jedem internationalen Anlass deutlich, dass sich die in der Nati versammelten Top-Spieler - mit Ausnahme der NHL-Cracks - gar nicht mehr gewöhnt sind, 60 Minuten voll konzentriert zu spielen, und dies über ein ganzes Turnier.

    Klaus pusht den SCB und disst dafür andere Teams - im Westen nichts neues!

    Vor ein paar Wochen schrieb der Klaus, der SCB hätte die schlechtesten Ausländer. Und nun soll Bern auf Rang 4 kommen? Oder, wenn der Klaus noch mehr Medis eingeworfen hat, sogar Platz 3? Passt irgendwie nicht ganz zusammen. Bern hat zwar nicht gerade die schlechtesten Ausländer, aber besser als beim Rest (die Kellerkinder evtl. ausgenommen) sind sie nicht. Bleiben noch die CH-Spieler. Sind diese in Bern besser als bei Servette, Davos, Lugano, Gottéron und Co.? Auch hier fehlen wirklich nachvollziehbare Argumente. Neuzuzug Bärtschi ist kein Andrighetto und kein Malgin. Wie schnell oder lange es gehen wird, bis sich die zu über 50% neubesetzte Mannschaft wirklich findet, wird man sehen. Und dabei sollen gefestigte Teams, welche sich in den letzten Jahren stetig weiterentwickelt haben, nun plötzlich hintenanstehen? Gehe eher davon aus, dass man im Mittelfeld (Platz 6 oder 7) zu liegen kommt, wenn nicht allzuviel schief geht.


    Ich vermute eher, dass der Klaus mit der Polemik-Planung beschäftigt ist. Den ZSC kann er erst richtig in die Pfanne hauen, wenn er den Final verliert. Vorher muss er es auf kleiner Flamme belassen, selbst wenn beim Z der übliche Quali-Schlendrian herrscht. Da bleibt noch Langnau, wo er angesichts des schwachen Kaders aber dem Paterlini nicht viel wird vorwerfen können. Im Welschland (Servette, Gottéron, Ajoie, Lausanne) interessiert man sich nicht so für Klausens Gepoltere. In Lugano hat der Klaus Beisshemmung bei McSorley, und Domenichelli und Vicky Mantegazza hat er schon öfters in den höchsten Tönen gelobt. Da wird es ihm der Kopf nicht zugeben, dort allzu sehr am Stuhl zu sägen. Und eben, im Sottoceneri wird der Klaus auch weniger gelesen als in der Deutschschweiz. In Bern hingegen sind die Aussichten rosiger: Je höher der Klaus den SCB in den Himmel lobt, desto kleiner kann er den Trainer zusammenfalten, wenn es nicht so rund läuft, wie Klaus es herbeiphantasiert.

    Es tönt bei vielen gut auf dem Papier. Es wird aber beim einen oder anderen Schlicht und einfach nicht aufgehen. Und hat schon einige Clubs bei denen kaum ein Stein auf dem anderen geblieben ist. Bin gespannt ob es dann in Bern zum Selbstläufer wird (immerhin hat man die halbe Mannschaft neu). Lausanne ebenfalls auch wieder mit viele wechseln.

    Es ist Grönis letzte Saison. War meist gut für uns, wenn ein Trainer nicht über die Saison hinaus blieb....

    In Bern liefen über 10 Verträge von CH-Spielern aus. Dass man mit Sciaroni, Alain Berger, Jan Neuenschwander, T. Thiry & Co. nicht verlängerte, hat einen nachvollziehbaren Grund. Dazu kam noch die Entsorgung von hochbezahlten Spielern wie Praplan + Andersson, deren "Null-Leistung" bei hohen Salären die Kabinenatmosphäre nicht erst letzte Saison belastete. Auch der Abgang von Ausländern wie Conacher oder Daugavins wird bei genauerem Hinsehen kein Erstaunen auslösen. Das Vertragsende von sportinvaliden (Blum) und lange verletzten (Rüfenacht) Spielern kommt noch dazu. Oder anders gesagt: Der Totalumbau war - um ein Lieblingswort von "Mutti" Merkel zu zitieren - alternativlos. Dass es etwas dauern wird, bis das Team gefestigt ist, muss dabei in Kauf genommen werden.

    Es gilt verschiedene Hebel in Bewegung zu setzen, um die Qualität der CH-Spieler zu steigern. Und vor allem die Anzahl der Spieler zu steigern, welche international konkurrenzfähig sind. Dass da immer wieder einer kommt, der dieses Niveau schafft, kann nicht darüber hinweg täuschen, dass es zu wenige sind. Spieler wie Niederreiter, Josi & Co. hätten es wohl auch mit etwas "schlechteren" Trainern geschafft; d.h. man kann die Güte der Nachwuchsausbildung in der CH nicht primär an solchen Ausnahmen festmachen. Die U-irgendwas WM's sind schon eher Gradmesser. In vielen Klubs wird die Nachwuchsausbildung hochprofessionell betrieben, aber offenbar noch in zu wenigen. Denn wir müssen gegenüber den grossen Hockeynationen nicht nur die berühme "Lücke" schliessen, sondern gleichzeitig auch den Nachteil des kleineren Spieler-Pools kompensieren. Wir müssen somit aus weniger "Rohstoff" mehr herausholen.


    Roost stimmt nicht in den Chor derjenigen ein, die behaupten, der Grund für die mangelnde Qualität seien Trainer, welche die "Jungen" zu wenig einsetzen würden, oder es liege an der Anzahl Ausländer. Denn dass sind Ausreden, welche in anderen Ligen längst widerlegt sind. Auf die obligate solche Frage kontert Roost mit dem Fakt, dass die Spieler der Teams, welche die Schweizer kurz abfertigten, noch nie über das Nachwuchshockey hinausgekommen seien. Mit dem entscheidenden Unterschied, dass in den besagten Ländern das Nachwuchshockey - insbesondere die Nachwuchs-Meisterschaften - ein erheblich höheres Niveau haben, als es bei uns der Fall ist. Hier kann organisatorisch sicher etwas getan werden, um einer Verzettelung und Verwässerung entgegenzuwirken. Kommen bessere Nachwuchsspieler an die Schwelle zur 1en Mannschaft, so haben die auch bessere Chancen auf Einsätze. Denn diese gehören nicht zum "Ausbildungsprogramm", zu welchem ein Trainer verpflichtet ist, sondern für solche Einsätze muss man sich aufdrängen.


    Bei den "Grossen" ist seit einigen Jahren zu beobachten, dass z.B. in Deutschland dass Niveau der einheimischen Spieler gestiegen ist, und diese insbesondere in Spielen mit hoher Intensität ihren CH-Konkurrenten etwas voraus haben. Die höhere Anzahl Ausländer mag die Schwelle für den Eintritt zwar etwas erhöhen, führt aber eben auch dazu, dass die heimischen Spieler sich einer ebenfalls höhere Intensität und Qualität stellen müssen. Bei der CH-Nationalmannschaft ohne die "konkurrenzgestählte" NHL-Fraktion benötigt es umgekehrt in Turnieren und Spielen immer eine gewisse Anlaufzeit, bis sich die Spieler aus der geschützten Werkstatt "National League" daran gewöhnt haben, dass man 60 Minuten lang voll da sein muss. Denn bei zu vielen von ihnen spielt es im Liga-Alltag keine grosse Rolle, wenn man in Spielen ab und zu etwas "abtaucht". Fallweise dauern diese "Taucher" auch mehrere Spiele an.


    Kurz und gut: Es ist halt bequem, wenn man das Problem der Qualität beim Nachwuchs auf die Trainer der Fanionsteams oder die Anzahl Ausländer abschieben und sich weiterhin der Selbstbeweihräucherung widmen kann. Das ficht gewisse Journalisten und "Chronisten" in ihren mantra-ähnlichen Wiederholungen des immer gleichen Sermons aber nicht an. Der Verband hat sich dieser Linie angeschlossen und ist froh, gerät er nicht in die Kritik. Letztlich findet die Ausbildung jedoch auf Klubebene statt. Und dort ist die Chance auf Verbesserung auch am grössten. Wobei ich nicht davon ausgehe, dass bei den NLA-Klubs ungenügend ausgebildete Trainer am Werk sind. Die unteren Ligen, welche einen erheblichen Teil der "Hockeyjugend" aufnehmen, benötigen aber vermutlich Schützenhilfe und mehr Zusammenarbeit.

    Ist einer jener Spieler, welche die grössere Anzahl Ausländer spüren könnten. Ein Sportchef wird überlegen, ob er die (angeblichen...) TCHF 600 nicht besser in einen "Kracher" von Ausländer investiert, und dafür einen etwas günstigeren CH-Spieler verpflichtet. Und mit "etwas günstiger" ist man natürlich noch weit oberhalb der Stolperi-Fraktion. Vermutlich wird Hollenstein aber mit dem Gehalt etwas zurückrudern müssen, und dann sind beide Parteien auch weiterhin zufrieden. Nehme nicht an, dass er gerade soviel rudern will, damit Kloten an eine Verpflichtung denken könnte.

    Sceviour wird - trotz vieler NHL-Spiele - kaum zu den teuren Imports auf CH-Eis gehören. Er "überlebte" in der NHL lange als Rollenspieler, insbesondere als ausgesprochener Unterzahlspezialist. Beim Mass aller Dinge im Fan-Ranking - dem Erzielen von Toren - war Sceviour aber selbst in der AHL eher "unauffällig". Das wird sich in der National League erfahrungsgemäss nicht grundlegende ändern.

    Wie so oft siehts du es von aussen wohl am "richtigsten". Ja eigentlich fast immer, finde ich.

    Ausser die Del Curtschen Understatements betreffend CB stimmen jeweils hinten und vorne nicht.

    Bist natürlich trotzdem ein Scheiss-Berner.

    Aber wie gesagt, so gut wie immer deiner Meinung.


    ...OK, die letzten paar Saisons musste ich nicht gross auf Understatement machen, da war die Realität ernüchternd genug :suff:

    Es ging mir nur darum, keine absichtlichen Schikanen und Nachteile einzubauen, wie dies in einigen Stadien der Fall ist, um Gästefans möglichst abzuschrecken. Dass der Platz in der Ecke in Bern nicht optimal ist, ist ebenfalls klar. Seit auf der Seite aber auch Sitzplätze geschaffen worden sind, blieb nicht viel anderes übrig, um getrennte Sektoren zu erreichen.

    Ohne den "Spass" verderben zu wollen, aber es schadet dem Hockey, den Klubs und den Fans, wenn Gästefans insgesamt unter Terrorverdacht gestellt und so behandelt werden. Dass es unrühmliche Beispiele und Affenkäfige in CH-Stadien gibt ist bedauerlich, nachahmenswert sind sie nicht. Probleme mit Fans in den Stadien sind selten und rechtfertigen die "Vergrämungs-Aktionen" nicht.

    Der ZSC ist gewiss nicht als Softie-Truppe aufgetreten. Was sich im Final letztlich zum Nachteil für den ZSC auswirkte, war schon in den 1/4-Finals teilweise erkennbar. Nämlich dass es immer und immer wieder an Malgin/Andrighetto hing, egal ob die jetzt in höchster Not den ZSC noch in die Verlängerung schossen, diese mit einem Treffer beendeten, oder in den letzten Minuten der regulären Spielzeit den Siegtreffer markierten.


    Das mag für ein weniger üppig dotiertes Team der Normalfall sein, weil schlichtweg nicht viele andere Top-Spieler (....und -Verdiener) auf dem Gletscher stehen. Und dass den paar wenigen Top-Cracks dann halt irgendwann das Benzin ausgeht, ist ebenfalls nicht die grosse Überraschung. Dass sich beim ZSC aber in den Play-off's sonst niemand ausser den beiden Ausnahmekönnern als Leistungsträger etablieren konnte, ist doch erstaunlich. Nach dem einen oder anderen Kommentar hier könnte man glauben, man habe halt ansonsten nur noch ein paar willige Mitläufer gehabt, von denen man nicht mehr erwarten könne. Oder das Problem sei gewesen, dass man zuwenig Nachwuchsspieler eingesetzt habe. Selbst wenn der eine oder andere Punkt das berühmte Körnchen Wahrheit enthält, so ist der "Elefant im Raum" am Ende die Leistung der "Business Class" der CH-Spieler beim ZSC, mit Ausnahme von Malgin und Andrighetto.


    Ob man dies dem Trainer anhängen kann, ob dieser während der Quali auf mehr Ernsthaftigkeit und weniger Larifari hätte pochen müssen, um gewisse Herren aus der Komfortzone zu holen, kann man sicher diskutieren.


    Ich bin absolut damit einverstanden, dass man einen 2en Platz und die Finalteilnahme nicht als "missglückte Saison" bezeichnen kann. Die Art und Weise, wie ein derart hochgerüstetes Team wie der ZSC dorthin kam, ist allerdings eine etwas andere Geschichte. Vor allem eben deshalb, weil es nicht sooo wahnsinnig viel gebraucht hätte, um den 3:0 Vorsprung der Serie ins Ziel zu retten. Es dürfte daher für die kommende Spielzeit weniger entscheidend sein, ob man statt des Top-Ausländers "A" nicht besser den Ober-Super-Ausländer "B" hätte holen sollen. Sondern dass das zweifellos vorhanden Potential im Team auch auf's Eis gebracht wird.

    Die Frage ist was passiert, wenn mit den "Ausnahmen" begonnen wird. Kommen dann noch zig andere Nachwuchsspieler und deren Agenten oder Eltern mit Argumenten, weshalb der Filius die Vorbereitungszeit nicht mitmachen könne und sich "individuell" vorbereiten müsse? Weil eben gerade ein Termin in Nordamerika, eine wichtige Prüfung in der Schule oder der 80igste Geburtstag vom Grosi ansteht.


    Mag sein, dass im Fall Bichsel oder bei anderen tatsächlich eine Ausnahme vertretbar gewesen wäre. Die Erfahrung zeigt aber leider immer wieder, dass es dann überbordet, weil jeder Schlaumeier auch für sich etwas herausholen will. Ich habe deshalb ein gewisses Verständnis dafür, dass man beim Verband eine sture Linie verfolgt, auch wenn dies im einen oder anderen Fall keine optimal Lösung ist.

    Da sich Kloten auf dem "Heimmarkt" kaum verstärken konnten ist klar, dass dort sehr viel von den Ausländern abhängt, und Ausfälle grössere Konsequenzen haben würden als bei etwas "gefestigteren" Teams. Dass unter solchen Umständen eine Reserve keine schlechte Idee wäre, damit man nicht zur Unzeit irgendwo einen aus der Versenkung holen muss, ist für mich nachvollziehbar.

    Wenn die Camps in Nordamerika sich dem Ende zuneigen, kommt wohl der Eine oder Andere auf den Markt, dem es nicht gelangt hat. Der Exodus aus der KHL dürfte wohl mittlerweile abgegrast sein.

    Eine absolut zutreffende Bemerkung von Grönborg, welche zu seiner Zeit beim SCB auch Kari Jalonen in ähnlicher Weise machte. In den CH-Medien wird hingegen viel zu oft die (irrige...) Meinung vertreten, man müsse die "Jungen" nur lange und oft genug in der 1en Mannschaft spielen lassen nach dem Motto "...irgendwann macht der dann schon noch den Knopf auf...". Dabei wird oft auf die Verhältnisse in SWE und FI verwiesen, wobei man im geistigen Kurzschluss das Alter von Spielern hervorstreicht, welche dort in den Fanionteams regelmässig spielen. Darob geht jeweils meist vergessen, die besagten Spieler etwas genauer unter die Lupe zu nehmen. Ansonsten würde rasch klar, dass es sich bei den Kandidaten überwiegend um Nachwuchsspieler handelt, welche schon längst weit oben in den Notizblocks der NHL-Scouts stehen. Es ist keineswegs so, dass die "Beförderung" in die 1e Mannschaft in Skandinavien quasi zum Ausbildungsprogramm gehört, vielmehr wird dort viel strenger gesiebt. Die plärrenden Journalisten wären vermutlich erstaunt, bei wie wenigen CH-Nachwuchsspielern, welche in ihren Klubs im Fanionteam zum Einsatz kommen, dies auch in den hochgelobten nordischen Ligen der Fall wäre. Natürlich kann aufgrund der hierzulande kleineren Spielerbasis nicht gleich streng ausgesiebt werden, d.h. man muss etwas mehr "pampern", um nicht versehentlich einen Spätzünder zu verlieren. Aufgrund des Mangels an NLA-tauglichen Spielern kann man sich dies in der CH nicht leisten, mit 12 NLA-Teams nicht, um mit 14 nocht viel weniger.

    Es war schon immer so, dass mit steigendem Budget und Dichte der "Stars" auch der Druck wächst, den Titel zu holen. Im Play-off System bleiben aber immer noch genügend Unsicherheiten, um das Favoritensterben zu begünstigen, oder eine gute Phase eines Aussenseiters mit einer faustdicken Überraschung zu begünstigen. Es verhält sich dabei ähnlich wie bei den Naturgesetzen in Sachen Tempo, wo der Energiebedarf - je höher das Tempo ist - auch überproportional ansteigt, um auf der Tempo-Skala noch höher zu klettern. Dennoch ist die Art und Weise, wie der ZSC, der eine Hand faktisch schon am "Kübel" hatte, diesen doch noch verspielte, zumindest auf den ersten Blick spektakulär. Beim genaueren Hinsehen ist es aber keineswegs ein Mysterium, weshalb man auf den letzten Metern noch überholt worden ist. Mit Malgin + Andrighetto lieferten zwar die beiden Superstars im Team, aber es hing viel zu früh im Play-off Rennen viel zu viel von den beiden ab. Sie retteten schon im Viertel- und im Halbfinal öfter in extremis, vermieden mit ihren Toren kurz vor Schluss Verlängerungen oder erzwangen solche, und entschieden sie öfters auch gleich selber. Die anderen Hochkaräter im Team blieben aber seltsam blass und weit hinter ihrem vom Klub teuer bezahlten "Potential" zurück. Ob dies die "Schuld" des Trainers oder des Sportchefs ist, wurde in allen Variationen durchgekaut. Ob nicht die Spieler selber dafür verantwortlich sind, dass sie in der wichtigsten Phase der Meisterschaft in Topform sind, ist eine Frage, die üblicherweise etwas zu kurz kommt. Dennoch, viel hochkarätigers und teureres als das, was beim ZSC unter Vertrag steht, ist kaum aufzutreiben. Ausser Niederreiter, Fiala und Josi beschliessen, ihre Karrieren in der CH fortzusetzen. Es liegt somit insbesondere an den Spielern eine Stufe unterhalb der Malgin-Andrighetto Kategorie, welche von ihrem Renommé und noch mehr von ihrem Gehalt her eigentlich in jedem Spiel den Unterschied machen können müssten, dies aber viel zu selten auch tun. Solange diese während den Play-off's "unsichtbar" sind in den wichtigen Momenten, ist das Risiko eines erneuten Scheiterns gross. Ob mit Grönborg oder einem anderen Trainer.

    Die Klage geht um, infolge des grösseren Ausländerkontingents bekämen Nachwuchsgoalis nun keine echte Chance mehr, weil diverse Klubs ausländische Goalis verpflichten. Gerade Schlange stehen die hoffnunsvollen Jung-Goalis aber nicht, um die mittlerweile 14 Posten als #1 zu besetzen.


    Descloux in Genf (...relativ oft verletzt...), Aeschlimann in Davos, van Pottelberghe bei Biel (...wenn dann wieder fit...) und Wüthrich in Bern gehören wohl noch zur Garde der "jungen" Goalis, welche als "Goali Nummero Uno" zählen.

    Die Altmeister Nyffeler (Rappi), Berra (Gotterong) und Genoni (EVZ) kann man nicht mehr dazu zählen. Auch Luca Boltshauser (neu an der Ilfis) ist mit 28 Jahren kein "Nachwuchsspieler" mehr

    Waeber wäre ein "Junger", aber beim ZSC wird er offenbar (...noch...) als "zu leicht" eingeschätzt

    Schlegel ist nach Bern auch in Lugano nicht die #1 geworden

    Neben Punnenovs + Tobias Stephan gibt es beim HC Lausanne kaum viel Raum, selbst wenn hoffnungsvoller Nachwuchs vorhanden wäre

    Im Jura sondiert man trotz guten Leistungen des tapferen Tim Wolf den internationalen Markt, weil man Wolf entlasten will. Ob ein "neuer" dann gleich die Nr. 1 wird, oder eine Art Gleichberechtigung herrscht, wird man sehen. Mit 30 Lenzen gehört Tim Wolf aber so oder so nicht mehr zur Gilde der aufstrebenden Nachwuchsgoalis.


    Letzteres ist auch gleich der Aufhänger für die Binsenweisheit, dass die Zeiten vorbei sind, wo der Goali #2 eine Saison lang die Bandentüre bediente, bis auf die 5 Minuten, wo dem Goali #1 die Maske geflickt werden musste.


    Aber um die Klammer zu schliessen: Mir schwirren jetzt nicht gerade zig Namen von hoffnungsvolle Talenten im Kopf herum, denen nächste Saison ein Ausländer vor der Sonne steht. Mir kommt da derzeit wirklich nur Ludovic Waeber in den Sinn, der mit 25 Jahren in einem anspruchsvollen Umfeld zwar gute Leistungen zeigt, sich aber auch der Doktrin unterordnen muss, dass man sich nicht noch einmal vom EVZ die Butter vom Brot nehmen lassen will. Und dazu gehört halt auch, dass man im Tor die bestmöglichste Lösung will. Als diese wird Waeber nocht nicht eingeschätzt.

    Eigentlich wie immer: Solange man nur den Vorwärtsgang benötigt, und genügend Feuerunterstützung aus der NHL dabei ist, spielt es keine Rolle, dass der Coach keine andere taktische Alternative als "mit fliegenden Fahnen nach vorne" auf Lager hat. So etwas wie "hinten gut stehen und erst mal ins Spiel finden" oder "Resultat halten für 5 Minuten" usw. kennt man nicht bzw. fühlt sich im Stolz verletzt, wenn einem etwas anderes als offensive Zauberei zugemutet wird. Schliesslich sind "wir" doch auf Augenhöhe mit den "Grossen" und müssen uns nicht (mehr...) in der Defensive verstecken. Dass dies auch gegen Gegner schief gehen kann, welche man mehr oder weniger weit hinter sich wähnt, wurde in den Partien gegen Frankreich oder Deutschland angetönt. In Jahren mit weniger prominenten Verstärkungen verliert man schon solche Partien, denn Coach Fischer passt seine Taktik auch dann nicht an, wenn klar ist, dass kein Meier, Hischier, Niederreiter etc. die Tore dann schon noch macht, wenn die taktischen Fehldispositionen ansonsten ins Unglück führen. Malgin gehört auch zu dieser Kategorie, notabene, und dürfte nicht nur für den ZSC, sondern auch für die Nati der offensiven Glücksfall sein - solange er nicht wieder in die NHL wechselt.


    Niemand spricht davon, dass man sich hinten einigeln muss, wie seinerzeit unter Krüger, der dem Team eine auf dessen damalige Fähigkeiten massgeschneidertes taktisches Kostüm verpasst hatte. Selbstverständlich hat man Fortschritte gemacht, zumindest auf dem Eis. Noch nicht bis in die Büros von Fischer und Weibel gedrungen ist die Tatsache, dass grosse und erfolgreiche Teams und Trainer ihr Spiel taktisch den Umständen anpassen. Wenn es sein muss, spielt man halt humorloses Defensivhockey. Und auch das muss man eben auf Weltklasseniveau können.


    Das Team gerät immer wieder wegen den gleichen Fehlern aus dem Tritt, bzw. verpasst die stets vollmundig formulierten Ziele: Man kann keine Resultate halten, man findet den Tritt zu Beginn zu lange nicht, und man neigt in der Defensive zu Aussetzern und zu riskantem Spiel.


    Aber solange Fischer von einem Teil der Sportjournalisten wegen dessen schönen Zielsetzungen abgefeiert wird, und "Swissness" auf der Position des Coaches die wichtigste Qualität darstellt, dürfte sich das Schauspiel noch einige Male wiederholen. Dazu gehört auch, dass durchaus mal wieder eine Medaille drinliegt. Was mit den fallweise zur Verfügung stehenden Verstärkungen aber auch kein Weltwunder darstellt.


    Wenn man aber nicht im Sonntagsgewand bzw. mit NHL-Verstärkungen an eine WM oder Olympiade reisen kann, und es darauf ankäme, dass man eine auf die Qualitäten des Teams abgestimmte Taktik anwendet, dann zeigen sich die Qualitäten eines Coaches. Und da steht Fischer immer noch beim gleichen Nullpunkt wie bei seinem Trainerversuch in Lugano. Macht aber nichts, denn für die letzten paar Aussetzer hatten er und Weibel vor der WM ja das "fehlende Feuer" in den damaligen Teams ausgemacht. Besonders feinfühlig war, dass man gleichzeitig mit diesen Worten auch Spieler aus der Nati verabschiedete. Es braucht keine Überempfindlichkeit, um dies etwas "negativ" (für die Verabschiedeten...) auszulegen.


    Nun aber fertig. Angesichts des schönen Wetters soll die Litanei an Pleiten, Pech und Pannen ein Ende haben....