In der Liga hat man das Problem, dass die Spieler der "Business-Class" keiner Konkurrenz ausgesetzt sind. Selbst wenn sie wochenlang nichts zeigen, was ihr Salär rechtfertigen würde, sind sie (meistens...) immer noch besser als die Alternativen, welche der Trainer zur Verfügung hat. So müssen die Trainer gehauen oder gestochen ein wie auch immer geartetes "gutes Verhältnis" mit ihren Stars pflegen, zumindest wenn sie nicht sowieso gehen, und ihnen egal sein kann, wer beleidigt ist und wer nicht. Es kommt vermutlich nicht von ungefähr, dass Coaches unter diesen Bedingungen dann erfolgreich sind, wenn sie sich nicht (mehr...) um die Launen ihrer CH-Starspieler scheren müssen. Damit will ich nicht behaupten, dass die betreffenden Spieler faul sind oder absichtlich den Schongang einlegen, aber tief im inneren ist eben keine "Dringlichkeit" da, welche sich ergeben würde, wenn einem ein potentieller Konkurrent im Nacken sitzt.
Kann sein, dass beim einen oder anderen dieser "Stress" leistungshemmend wirken würde. Nur könnte man auch die Meinung vertreten, dass solche Spieler eben auch sonst unter Druck ihre Leistung nicht bringen.
Mit der Vergrösserung der Liga wird es nicht besser, die überdurchschnittlichen Spieler werden dadurch noch rarer und teurer und (vermeintlich...??) unersetzbarer. Nicht von ungefähr ist man international primär dann erfolgreich, wenn auch die Spieler mit dabei sind, welche sich im Ausland durchgesetzt haben, und nicht in einer geschützten Werkstatt tätig sind. Dass sind nicht einfach die viel grösseren Talente als diejenigen, welche in der heimischen Liga herumkurven. Aber sie sind sich Druck gewöhnt, insbesondere wenn sie in ihren Teams zu den Führungsspielern gehören. Da kann man nicht - wie bei uns - einfach ein paar Wochen abtauchen und darauf hoffen, dass dafür einer der anderen Stars die Pucks versorgt.