Habe die Aufforderung, die Übersicht zu posten leider etwas zu spät gesehen und mittlerweile auch gegoogelt, aber die Info wurde nun ja bereits präsentiert. Bin auch nicht der Meinung, dass die Erhöhung der Ausländerzahl die Lösung aller Probleme darstellt, aber eben, wenn die Lizenz-Schweizer abgeschafft bzw. den Ausländern gleichgestellt werden, ist der Impact nicht so dramatisch, wie das gewisse Journalisten und offizielle Experten verkünden.
Und für die CH-Spieler oberhalb des "Stolperi-Niveaus" ist etwas mehr Konkurrenz nicht so falsch. Ein Top-Ausländer wird auch weiterhin viel Geld kosten, und nachdem es bisher kaum einem Klub gelungen ist, schon nur 4 Top-Ausländer zu finden und zu verpflichten, dürfte es auch inskünftig nicht so sein, dass die Klubs 10 teure Superstars verpflichtet werden. Mal ganz abgesehen davon, dass dies sportlich schwierig würde (Häuptlinge / Indianer) und finanziell nicht erwünscht war, selbst bei den Klubs, welche es sich theoretisch leisten könnten. In letzter Zeit gewinnt man zwar den Eindruck, dass an gewissen Orten die Devise "Meister um jeden Preis" gilt, aber aus den vorgenannten Gründen ist die Umsetzung der "10-Star-Theorie" trotzdem unwahrscheinlich.
Aber gerade bei überdurchschnittlichen CH-Spielern dürften sich die Sportchefs bei mehr Auswahl die eine oder andere Frage stellen. Angesichts der Leistungsschwankungen bzw. der Tatsache, dass das Gros dieser hochbezahlten Spieler nicht unbedingt mit Leistungskonstanz auf entsprechendem Niveau glänzt, finden sich im Ausland Alternativen, welche nicht schlechter sind, aber weniger kosten. Auch hier gilt: Die wirklichen Top-Shots werden nach wie vor abkassieren, weil gleichwertige Ausländer ebenfalls kostspielig sind. Aber da reden wir von einem Niveau, welches in der KHL vergoldet würde - und davon gibt es in der CH-Liga nur wenige.
Dass deswegen begabte Jungspunde zwischen Stuhl und Bank fallen, kann ich mir nicht vorstellen. Ausser ein Talent stellt astronomische Lohnforderungen. In der "fleissiger-Chrampfer" Kategorie herrscht auch immer Bedarf, da die Klubs dafür keine Ausländer anstellen wollen. Man kann ansonsten den Blick etwas nach Skandinavien richten, auch dort bricht die Nachwuchsarbeit nicht zusammen, weil mehr als 4 Ausländer erlaubt sind. Die beliebte Stammtisch-Theorie, wonach in SWE oder FI die "Jungen" viel besser gefördert würden bzw. viel rascher viel mehr Einsätze bekämen als der Nachwuchs in der CH, ist nur bei ungenauem Hinsehen haltbar. In Tat und Wahrheit sind die Anforderungen in diesen Ligen sehr hoch; da lässt man keinen spielen in der Hoffnung, dass da evtl. doch noch mal etwas kommt, wenn man einen nur lange und oft genug spielen lässt. Dass viele dieser in den Ligen von SWE und FI fast nahtlos integrierten Nachwuchskräften innerst Kürze den (erfolgreichen) Sprung nach Übersee schaffen verdeutlicht, warum diese Spieler in der 1en Mannschaft schon wie die "Grossen" eingesetzt werden. Und für jeden solchen Spieler fallen zig andere durch den Rost oder etablieren sich nur mit Mühe und eher auf den hinteren Plätzen. Der grosse Vorteil in SWE und FI ist der grössere Pool an Nachwuchsspielern, daraus gehen auch mehr Talente hervor, was hierzulande mitunter zu einem falschen Eindruck bzw. zu falschen Schlussfolgerungen führt.