Beiträge von Iceman

    Wie überraschend solche Abgänge sind müsste evtl. noch etwas hinterfragt werden. Aus meiner Sicht sind das eher verzögerte Reaktionen aufgrund der Sparübungen. Das Frohlocken ob den selbstlosen Kloten-Spielern, welche derart begeistert sind von der Entwicklung zurück zum einfachen Dorfklub und deshalb Gehaltskürzungen gerne hinnähmen, habe ich nie so richtig ernstgenommen. Es gab damals verschiedene Erklärungen dafür, warum Spieler die Lohnreduktion akzeptieren (müssen):

      1) Langjähriger Spieler, der in der Region ein Haus besitzt, Kinder hat, vermutlich trotz allem einen schönen Batzen verdient, und deshalb nicht mehr wechseln mag.
      2) Durchschnittsspieler, welche bei einem Wechsel nichts oder nur wenig gewinnen würde.
      3) Überdurchschnittlicher Spieler, welcher noch nicht das passende Angebot bekommen hat, aber bei einem solchen sofort den Abgang machen würde. Es wäre nicht überraschend, hätten solche Spieler den entsprechenden Passus im Vertrag.

    Abgesehen davon hat die Sparbremse nicht bei jedem Spieler gleich grosse Spuren hinterlassen, zudem die Reduktion ohnehin in vielen Fällen auf einer tendenziell überhöhten Basis gerechnet worden ist.

    Irgendwie scheinen Aufwand und Resultat bei der Nachwuchsförderung gegenläufig zu verlaufen. Werden wir schlechter oder die anderen besser? Fehlt es an den Ausbildnern? Ist es der zu kleine Talentpool? Das "Fischer-Amt-halten-Turnier" war ja schön & gut und sicher ideal für diejenigen, welche vorher noch CHL spielten & nächste Woche noch 2 Spiele haben. Aber im Nachwuchsbereich muss man tatsächlich über die Bücher, sinkende Leistung bei steigendem Aufwand kann's nicht sein.

    Gem. früheren Aussagen von Salis ist man ja im Gespräch mit Lugano. Wenn man will, findet man sich da schon. Allenfalls ist man noch gehemmt wegen dem Aberglaube, dass 2 Tage nach dem Abgang von Cunti sich ein Center verletzen und der Edelersatz dann fehlen könnte.

    Kann mir nicht vorstellen, dass ein Farmteam in der CH attraktiv für Hockeyfans ist. Jeder weiss, dass die Funktion primär darin besteht, Spieler für den NLA-Klub heranzubilden, der das Ganze finanziert. Aufstieg geht nicht, und irgend einen Aufbau oder eine Entwicklung gibt's ebenfalls nicht, weil die guten Spieler bald einmal in die NLA berufen werden. Der Rest hört entweder auf oder wechselt zu einem "echten" NLB-Team, oder stuft Hockey zum Hobby zurück in irgend einer unteren Liga. War dieses Jahr an einem Spiel der EVZ Academy, abgesehen von den Gästefans verliefen sich ein paar Familienangehörige, Kollegen + Freundinnen der Spieler in der Halle. OK, in der AHL funktioniert's ja auch, aber die Verhältnisse lassen sich nicht vergleichen.

    Möglicherweise will man in Lugano endgültig ein neues Kapitel aufschlagen - bei den Ausländern hat man ja recht viel Manöveriermasse und kann das Gewicht weg von den Filigrantechnikern hin zu mehr Physis + Kampfkraft verschieben. Nur müsste man darauf achten, dass es einigermassen passt. Die eher basisdemokratisch funktionierenden Schweden passen nicht ganz zu einem NHL-Ursaurier wie Shedden. Wobei auch ein Hartley trotz modernerem Ansatz kaum gross mit sich diskutieren lässt. Nur ist es ja nicht so, dass man in Lugano in den letzten 10 Jahren nur Fallobst an der Bande gehabt hätte. Trotzdem warfen die Trainer früher oder später das Handtuch oder wurden vorher hinauskomplimentiert - praktisch alle scheiterten an der speziellen "Kultur" in Lugano und der grossen Macht der Spieler, welche diese durch ihre Verbindungen zur allgewaltigen Mantegazza-Familie hatten. Will man dort grundlegendes Verändern, so müssen sich die Mantegazzas vollständig aus dem operativen Geschäft zurückziehen und nur noch im VR sitzen - und auch dort die Füsse stillhalten und sich nicht ins sportliche Tagesgeschäft einmischen. Wenn dann Habisreutinger immer noch nicht mehr fertigbringt als bis jetzt, muss ein neuer Sportchef her. Bislang weiss man ja nicht so recht, ob er "schuld" ist oder sich bloss fügen muss.

    Komisch, dass nach eigentlich guten Saisons - ausgerechnet unter harten NHL-Hunden - nun das Tuch so schnell zerschnitten worden ist. Ob man von Klubseite nicht an eine Rückkehr zur gewohnten Stärke glaubte, oder ob Cunti die treibende Kraft gewesen ist (...oder beides zusammen...) ist die Frage. Ebenso, was sich Cunti von diesem Wechsel - ausser einem (weiterhin) schönen Lohn und der relative Nähe zur Deutsschweiz - verspricht. Andere hochtalentierte Spieler wie ein Brunner sind in Lugano eher etwas in der Versenkung verschwunden...

    Zitat von Reto

    Wohl doch ein Rohrkrepierer, diese Champions League.

    Mal schauen, wie es in Bern aussieht, wo die CHL-Spiele in der Saisonkarte inbegriffen bzw. "gratis" sind. Wobei das Modell auch nur deshalb angewandt wird, weil man sich zumindest etwas Bierumsatz verspricht bzw. auf eigene Rechnung arbeiten kann. In Zürich wohl erst mit dem neuen Stadion eine Option.

    Zitat von vancouver

    Für mich ist das nun das erste wichtige Spiel der Saison, die Spannung steigt ! :geil:
    Können wir in den Halb-final vorstossen und wieder vom Final träumen ?

    Weiss jemand wo der Final stattfindet, ich finde nichts im Netz ?

    ...klar ist nur, dass es nicht gegen den SCB sein wird, da man gemäss NZZ im Halbfinal aufeinander treffen würde. Dafür müsste man aber Växjö (ZSC) bzw. Prag (SCB) überwinden...

    Wenn Cunti nicht gerade "frankophob" ist würde ihm Lausanne sicher den roten Teppich bis an den Zürichsee ausrollen, und nachdem Geld dort (...zumindest vorläufig...) ebensowenig eine Rolle spielt wie in Lugano sollte es daran nicht scheitern. In Lausanne scheint man zudem etwas zielgerichteter unterwegs zu sein als im Sottoceneri, wobei man auch am Genfersee noch das eine oder andere "Erwachen" haben wird beim Zusammenstellen eines Meisterteams

    Nach dem Haas-Transfer wird der SCB kein Wettbieten um Cunti eingehen können; wenn Plüss noch eine Saison in Bern anhängt und man mit Ebbett verlängert sind jedoch 3 Center Positionen besetzt (Haas / Plüss / Ebbett). Arcobello will es so schnell wie möglich wieder in Übersee versuchen und ist vermutlich nach dieser Saison weg. Natürlich könnte man auf einen ausl. Center bzw. Ebbett vollends verzichten und dafür Cunti einsetzen, und wenn Plüss sein letztes Hurra bei einem anderen Klub geben will sieht es nochmals anders aus.

    Sonst gibt es vermutlich keinen Klub, der Cunti nicht mit Handkuss verpflichten würde, sofern man sich finanziell einigen könnte. In den Zeitungen wird der Abgang von Cunti aus Zürich teilweise schon fast "herbeigeschrieben", sogar einen vorzeitigen. Da aber ausser etwas Theater in Lugano und Fribourg sonst nicht viel unterhaltsames läuft, wird die "Causa Cunti" auch kräftig aufgebauscht. Plötzlich finden sich Cunti und der ZSC ja doch wieder....

    ...da ist er aber mit einer Spielsperre und einer Busse überraschend glimpflich weggekommen...

    Samstag, 3. Dezember 2016
    Tommi Santala vom EHC Kloten wird wegen eines Checks gegen den Kopf von Patrick Thoresen in der 53. Minute des Meisterschaftsspiels der National League A vom 2. Dezember gegen die ZSC Lions für das heutige Meisterschaftsspiel gesperrt und mit CHF 1‘230.00 (inkl. Verfahrenskosten) gebüsst.

    Die Begründung, insbesondere bezüglich der Verletzung, ist eigenartig:

    Insgesamt ist es fraglich, ob tatsächlich eine Verletzung aus der Situation resultierte.
    Nichts desto trotz sind Cross-Checks gegen Kopf in hohem Masse verletzungsgefährdend, weshalb der vom PSO beantragte Upgrade im Ergebnis nicht zu beanstanden ist. (Regel: 124 IIHF)

    Die Annahme, Thoresen könnte sich die Verletzung bereits vor dem Abtausch von Crosschecks zugezogen haben, scheint etwas sehr weit hergeholt angesichts der Tatsache, dass ein Crosscheck relativ eindeutig ins Gebiss geht.

    ...noch was zum ursprünglichen "Zwischenfall": Ich hatte irgendwie den Eindruck, dass Santala nicht vorsätzlich die Zähne von Thoresen ins Visier nahm, sondern dies eher ein Versehen war, weil beide etwas aus dem Gleichgewicht gerieten. Ändert natürlich nichts an der Strafe und dem noch folgenden Nachspiel.

    Eine Aussage zu den Schiedsrichtern von Jalonen, welche dem Verband bzw. den Schiedsrichtern ein paar Gedanken wert sein sollten:

    "...Ihn ärgere, dass die Spielleiter Stock-Fouls zu wenig pfiffen. «Die Spieler dürfen den Stock gebrauchen, wie sie wollen», sagte er etwa. «Haken, Beinstellen, Behinderung, Crosschecks – in den anderen europäischen Topligen werden diese Vergehen konsequent gepfiffen.» Er habe sich ­bereits mit Unparteiischen darüber unterhalten, und der SCB habe dem Verband Videomaterial zukommen lassen. «Das ist Eishockey wie in alten Zeiten. Zuletzt ist es schlimmer geworden, und die Spieler mögen das auch nicht.» ...."

    Da Jalonen nicht gerade zu den Polemikern gezählt wird, kann seine Feststellung nicht einfach als "Frustabbau" abgetan werden. Aber da man im CH-Schiedsrichterwesen von der eigenen Unfehlbarkeit überzeugt ist, wird man an der nächsten WM wieder diverse erstaunte Gesichter sehen. Einerseits wenn man wegen Stockmissbrauch auf die Strafbank wandert, andererseits wenn die Schiris bei harten Checks nicht standardmässig abpfeiffen.

    Es gilt wohl auch hier, dass man NUR mit der Statistik groben Täuschungen unterliegen kann. Zur Beurteilung eines Spielers muss man ihn, seinen Klub und seine Rolle dort auch näher kennen. Muss ein an sich starker Spieler in einem schwachen Team bei jeder brenzligen Situation auf's Eis, stemmt dauerhaft lange Eiszeiten und leidet dann unter der Unfähigkeit seiner Kollegen? Oder erfüllt einer selbst im 0815-Modus ohne besondere Beanspruchung die Anforderungen nicht? Steht mit ihm ein begnadeter Skorer auf dem Eis? usw. usw.

    Na ja, Klaus schreibt ja nicht, dass sich Cunti derzeit in der Blütezeit seines Hockeyschaffens befinde. Dass Cunti sehr viel Talent hat ist unbestritten. Ob er seinen Ruf als launischer und schwieriger Spieler los wird ist schon weniger klar. Um die Verantwortlichen beim ZSC zu überzeugen, müsste er zumindest Willen und Einsatz demonstrieren und zeigen, dass ihm wirklich etwas am Verbleib in Zürich gelegen ist. Ob seine geschäftstüchtigen Agenten / Berater entsprechend auf ihn einwirken? Schliesslich geht es ja auch um ihre Kohle. Oder haben sie schon derartige Traumofferten erhalten, dass es gar keine Rolle spielt?

    Cunti muss sich bewusst sein, dass er dann zuerst einmal als Spieler dasteht, der zwar hochtalentiert ist, sich aber beim ZSC nicht durchsetzen konnte und auch nicht sonderlich viel dafür getan hat. Möglich, dass man Cunti damit Unrecht tut, und dass er halt einfach nicht "Einsatz" im konventionellen Stil vordemonstrieren kann. An einem neuen Ort müsste Cunti dann aber nachhaltig gute Leistungen bringen, um seinen Ruf nicht zu ruinieren. Auch nicht die einfachste Ausgangslage.

    Die einen sind mehr oder weniger im Strichkampf und im Fokus steht primär das nächste Spiel. Die anderen haben einen beruhigenden Vorsprung, gewinnen ohne grosse Feuerwerke abzubrennen, und die Gedanken wandern naturgemäss weiter: Reicht der routinierte Trott für die PO's? Kann man noch ein Brikett zulegen, oder gewöhnt man sich zu sehr an den Schlafwagenmodus? Hat man ein zu schmales Kader und kann sich bei einer Verletzungswelle zur Un- bzw. Play-off Zeit die Saison versauen? Hat man ein zu breites Kader und provoziert so Probleme im Team, wenn einem keine Verletzungswelle zu Hilfe kommt? Letzteres ist natürlich auf den "Z" gemünzt, aber es ist interessant, dass sich viele Diskussionen in Zürich, Bern oder Zug nicht unähnlich sind, wobei die Schwerpunkte fallweise etwas divergieren... :wink:

    Frage mich, ob Lugano wirklich ein so einfaches Pflaster ist - die Teamchemie scheint mir schwierig um all die Hockey-Granden herum. Nur weil man dort (scheints) abkassieren kann ist der Wohlfühlfaktor möglicherweise nicht so gross, wie dies stets herumgeboten wird. Hat aber nichts mit dem Leistungsdruck zu tun, den hat ein Spieler mit dem Potential (...und dem Gehalt) eines Cunti überall.

    ...die Kehrseite der Medaille - andererseits gibt's Kritik dass die Kaderbreite ungenügend sei, wenn dann mal wieder 8 Spieler über Wochen verletzt ausfallen.

    Beim ZSC besteht noch etwas Manipuliermasse mit den GCK-Lions, wobei dies (vertraglich) wohl nicht mit jedem Spieler möglich ist. Einen Spieler auszuleihen bliebe auch noch, sofern andere Klubs einen (vorübergehenden) Bedarf haben. Der Einsatz beim Farmteam + vorübergehendes Fremdplatzieren löst bei bestandenen Spielern jedoch auch nicht gerade Freude aus. Und dauerhaft will man vermutlich eben trotzdem keinen weggeben, wegen dem Fall der Fälle....

    Sobald die Verletzungshexe etwas gröber zuschlägt und der ZSC noch immer bis in die 4e Linie Spitzenkräfte aufstellen kann, wird das Luxusproblem des zu grossen Kaders kein Thema mehr sein. Die Fitnesskur mit Pestoni war ja auch nur in dieser Konstellation möglich und wäre bei kaum einem anderen Team denkbar.

    Wäre dringend an der Zeit - mit allen Bildern von allen Kameras aus allen Winkeln. Das unsägliche Theater, wenn die Schiris - vor Schweiss triefend - sich in die Zeitnehmer-Loge vor einen Computermonitor drängen, um dann aus diesem Blickwinkel zig Mal eine Szene zu verfolgen, muss endlich beendet werden. Zumal die Zuschauer im Stadion auf dem Videowürfel die Situation mittlerweile wohl in besserer Qualität sehen als die Referees.

    Der War-Room hätte auch den Vorteil, dass die Plage des Geschnorrs der Schiris mit den Trainern aus jedwedem Anlass eingedämmt werden könnte. Mir fällt z.B. auf, dass "Liganeuling" Jalonen sich diese "Redefreudigkeit" offenbar nicht gewöhnt ist, bzw. er sich jeweils einigermassen überrascht an die Bande bemüht, um den (unverlangten) Erklärungen des Schiris zu lauschen.

    ...das Entscheidende ist wohl die "Verletzungsfolge" der Behinderung - da dürfte es vermutlich Sperren absetzen. Aus meiner "Laiensicht" eher nachvollziehbar bei irregulären Aktionen (Check gegen den Kopf, hoher Stock, Stockschlag etc.). Bei einem zwar harten, aber regulären Check stellen sich "regeltechnisch-interpretationsmässig" schon einige Fragen, welche das Disziplinarverfahren zweifellos beantworten wird.

    Die Meinung von K.Z., der Check sei zu besagtem Zeitpunkt "sinnlos" gewesen, zumal Kloten "exemplarisch faires Lauf- und Tempohockey ohne Provokationen spielt", würde in der Umsetzung wohl auch Probleme verursachen. Wer würde entscheiden, welche Checks unter welchen (resultatmässigen) Bedingungen und gegen welche Gegner "sinnlos" oder "überhart" wären oder nicht? Denn hankehrum wird gerühmt, mit dem harten Check von X oder der von Y angezettelten Schlägerei habe man ein Zeichen gesetzt, das letzte Drittel aus kämpferischer Sicht zum 1en Drittel des kommenden Spiels gemacht etc. etc. - - - der Unterschied, ob eine Aktion "überhart-sinnlos" oder ein "Weckruf" gewesen sei wird dabei offenbar von den Folgen solcher "Aktionen" abhängig gemacht. Passiert nichts war's OK, verletzt sich jemand dabei wird es verurteilt. Solange bei der Be- und Verurteilung stets der gleiche Massstab angelegt wird, und nicht nur dann "geurteilt" wird wenn einer liegen bleibt, ist's für mich OK.