Beiträge von Iceman

    Man muss auch nicht zu viel in das Spiel hineininterpretieren. Der bzw. die Schlüsselmomente waren die ersten beiden Powerplays des SCB, welche mit einem Tor endeten. Dafür braucht es aber auch immer etwas das Glück (...des Tüchtigen...) Wie man in anschliessenden Überzahlsituationen gesehen hat, ist das Powerplay aber nicht unbedingt eine SCB-Stärke. Danach sah man deutlich, wie gefährlich der ZSC in seinem gewöhnlichen Trott sein kann, und warum er eben meist auch in diesem "Normalmodus" problemlos reüssiert.

    Diese Überlegenheit ist gleichzeitig wohl auch das grösste Handicap des ZSC. Man ist sich so daran gewöhnt, dass die nötigen Tore dann schon noch fallen, dass es schwierig wird, wenn es ausnahmsweise mal nicht so läuft. Ich bleibe deshalb bei "meiner" Einschätzung von vor dem Spiel: Für einen SCB-Sieg brauchte es etwas ausserordentliches, eben sowas wie die beiden frühen Überzahltreffer. Im Normalmodus zahlt sich die höhere Dichte an individueller Klasse für den ZSC aber aus. Wird eindrücklich illustriert wenn Crawford Leute wie Fritsche oder Nilsson in den hinteren Reihen laufen lassen kann.

    Die Ausgeglichenheit über 4 Linien wie der ZSC hat der SCB nicht, auch wenn die "Grobmotoriker" Linie (grosser Berger, Reichert, kleiner Berger) letzthin sogar Tore schiesst. Es müsste schon einer der designierten Torschützen wie Holloway, Kobasew etc. einen guten Abend erwischen. Läuft alles im "Normalmodus", so orgelt der ZSC sein Programm runter, und schiesst im Verlauf einfach ein paar Tore. Das einzige Problem des ZSC scheint derzeit zu sein, während dem Spiel nicht gänzlich einzuschlafen, um die Pace erhöhen zu können, wenn der Gegner plötzlich Morgenluft wittert.

    Finde es noch bemerkenswert, dass man die Sache nicht nur mit Klub-Scheuklappen anschaut, sondern sich überlegt, wie man wohl reagieren würde, wenn ein vergleichbares "Kaliber" im besten Hockeyalter seinen Rücktritt aus der Nati erklären würde - einfach von einem anderen Klub.

    Als im Frühling Sprunger der Nati eine Absage erteilte (OK, er liess glaub schon relativ früh im 2014 verlauten, er werde dann während der WM so müde sein, dass er nicht teilnehmen könne...) wurde dies ja auch nicht gerade mit tosendem Beifall aufgenommen.

    Aber die Zauggsche Analyse hat schon etwas für sich - das Pensum wurde in den letzten Jahren schrittweise erhöht, und die Top-Cracks stemmen mittlerweile eine wohl tatsächlich etwas überrissene Last.

    Automatisch kommt der Vergleich mit der NHL - dort haben die Spieler der qualifizierten Teams bereits ohne Firlefanz-Cups + Nationalmannschaft ein horrendes Pensum. Und eine Art "B-Team" auf der Ersatzbank, wie es im Fussball der Brauch ist, haben die NHL-Teams meines Wissens nicht, trotz der Möglichkeit von Wechseln mit den AHL-Teams. Es ist ja aber auch nicht so, dass die "Verschleissprobleme" in der NHL unbekannt wären. Bei den grossen Stars ist ab und an mal einer länger "weg vom Fenster" - wohl auch nicht einfach, weil es Weicheier sind.

    Unabhängig von der Klubrhetorik kann man aber lapidar festhalten, dass - sollten andere Nati-Cracks die gleichen Überlegungen anstellen - die Nati wohl bald um den Abstieg spielen würde. Denn im Gegensatz zu den grossen Hockeynationen haben wir nicht einfach mal so ein paar "etwas schwächere Wicks" in der Hinterhand, welche einspringen, wenn die Original-Tenöre absagen.

    Ein Verlust für die Nationalmannschaft - zumal wir ja nicht gerade mit torgefährlichen Stürmern im Übermass gesegnet sind, und uns deshalb meist auf Fleiss + gute Organisation verlassen müssen.

    Dass ein Wick vermutlich mehr einstecken muss als irgend ein Grobmotoriker aus den hinteren Linien ist wohl so. Das trifft aber auf praktisch jeden "valablen" Stürmer in den Offensiv-Blöcken zu.

    Der Vergleich mit dem HCD geht nicht ganz auf, da dort die "Verweigerung" praktisch aller HCD-Spieler der Nati gegenüber mit dem Zerwürfnis zwischen RvA und Krüger begründet wurde. Dieses "Arrangement" hatte dem HCD sicher nicht geschadet, und die lange Amtsdauer von Krüger war für den HCD von dem her schon fast ein Segen. In der kurzen Amtszeit von Simpson hatte es dann aber keiner geschafft, Krach mit ihm anzufangen, um das Fernbleiben wiederum als Protestaktion gegen die Ungerechtigkeit des Nati-Trainers verkaufen zu können. Was aber infolge der Entwicklung in der Hockeylandschaft auch nicht mehr so ins Gewicht fiel. Schliesslich bot Simpson die Davoser nicht gerade blockweise in die Nati auf.

    Ich hoffe für die Nationalmannschaft, dass das Beispiel "Wick" ein Einzelfall bleibt. Solche Stürmer im besten Hockeyalter haben wir, wie gesagt, nur sehr wenige...

    Zitat von Larry

    Falls Fribourg heute das Zähringer Derby gewinnt wird es in Bern mit dem Theater losgehen!

    Die haben heute gerade mal einen Punkt mehr auf dem Konto als letztes Jahr, dem Playout Jahr!

    Ich würde aber mal Abstand nehmen vom ewigen Trainer Kicken zu Bern und mal im Team aufräumen!

    Mag punktemässig so sein, aber die Auftritte sind doch ziemlich anders als vor einem Jahr. Der vom "Kader aufräumen" kann man immer bringen, ob jetzt aber altgediente Spieler wie Plüss, Jobin, Gerber oder Gardner die grossen Problemverursacher sind, ist eher zu bezweifeln. Auf der Goaliposition müsste natürlich etwas gehen, zuerst muss man aber einen Kandidaten haben, der die Aufgabe auch schultern könnte. Die Versuche mit der Jugendförderung auf dieser Position - ob jetzt mit Absicht oder aus der Not heraus z.B. in Genf, Fribourg, Biel - sind nicht gerade "Erfolgsstories", auch wenn die jungen Torhüter wie Bays, Nyffeler oder Meili ja nicht talentfrei sind. Beim ZSC und dem Wechsel zwischen Sulo und Flüeler war dies damals eine schrittweise Einführung ohne Druck. Sulo war als Absicherung immer noch da, solange es ihn brauchte. Dies ist aber eher der Ausnahmefall, und nicht die Regel.

    Beim SCB hat man zwar nicht alles auf den Kopf gestellt, aber doch eine ganze Reihe neuer Spieler im Team. Dass bei einem neuen Trainer mit einer völlig anderen Philosophie nicht nach 11 Spielen alles wie am Schnürchen läuft, hat man vor noch nicht allzu langer Zeit bei Hartley und dem ZSC auch gesehen. Wie Du aber richtig sagst, Larry, sollte vom ewigen Trainer Kicken so oder so Abstand genommen werden. Ich hätte aus diesem Grund auch mit Törmännen leben können, oder mit sonst einem. Denn letztlich stellt der Trainer sein Team nach seinem Gusto und Spielverständnis zusammen. Wenn es dauernd Wechsel zwischen teils grundverschiedenen Philosophien gibt, hat jeder "Neue" zuerst 1 - 2 Saison am Erbe des Vorgängers zu kauen.

    Zitat von Larry

    Da wollte jemand den SCB kopieren, aber das ist eben nicht so einfach!

    http://www.watson.ch/Eishockey/arti…n-Verlust%C2%A0

    Ich habe grössten Respekt und wundere mich auch ein bisschen wie der SCB im Gastrobereich Gewinn machen kann wenn man weiss wie hart die Gastro Szene in der Schweiz ist!

    Bin sicher, dass es auch beim SCB immer wieder Betriebe gibt, bei welchen es nicht klappt. Nur hat man dort eine ganze Gastro-Kette (...und nicht nur die paar Stadion-Beizen...), wo einzelne "Aussetzer" eher aufgefangen werden können. Die Marge ist aber tatsächlich klein, was den von Journalisten oft gross herumposaunten Umsatz sehr relativiert (...sind halt Sport- und keine Wirtschaftsjournalisten...).

    Zitat von Blackstar

    Schon krass wie alle ihre Schäfchen ins trockene bringen. Dann müssen ja Bern und Lugano jetzt schon Spieler ab 2017 und 2018 verpflichten.

    Ist nicht erst seit dieser Saison so, dass die Sportchefs praktisch dauernd irgendwo "am Ball" sind. Das müssen nicht mal unbedingt konkrete Verhandlungen sein, sondern läuft unter "Kontaktpflege", dem Signalisieren von Interesse - und dies ist dann tatsächlich auf ein mögliches Engagement erst in ein paar Jahren ausgerichtet. Bin überzeugt, dass z.B. ein Weber in Übersee von verschiedenen Sportchefs regelmässig nach seinem Befinden gefragt wird.

    Derzeit versuchen tatsächlich alle, ihre "Schäfchen" ins Trockene zu bringen bzw. die Vertragssituation zu klären. Als Folgeerscheinung wird man - neben Vollzugsmeldungen punkto Vertragsverlängerungen - auch mitbekommen, bei wem man den Vertrag nicht verlängern konnte oder wollte. Je nach dem, wie ein solcher Spieler tickt oder welche Qualität er aufweist, wird er sich kurzum nach Alternativen umsehen, oder aber noch abwarten in der Gewissheit, dass er sich seinen Arbeitsplatz so oder so wird aussuchen können. Man kann sich also darauf gefasst machen, dass in nächster Zeit der eine oder andere Wechsel per nächsten Frühling publik wird.

    Ob dies dann weniger Hysterie auslöst als vor 5 Wochen? Oder ob es die bessere Lösung ist, Fragen zur Zukunft (trotz bereits geleisteter Unterschrift) im Sinne einer Notlüge so zu beantworten, dass man sich "erst nach der Saison" entscheiden wird?

    Wer das Eishockeygeschehen nicht erst seit gestern verfolgt, wird andererseits auch schon zur Kenntnis genommen haben, dass Verträge unter Umständen das Papier nicht wert sind. Beim "Z" verfügt man ja über eine gewisse Erfahrung mit Spielern, welche unversehens und trotz laufendem Vertrag plötzlich den Abgang machen....

    Der russische Rohstoffhändler buttert auch ganz schön was rein in Genf - da würde man wahrscheinlich noch staunen. Die Mannschaft ist auch keineswegs "günstig" - die Abgänge hat McSorley ja nicht gerade mit Ausschussware ersetzen müssen. Darben tut man in Genf nicht. Das "Schema" McSorley bewährt sich seit Jahren, zumindest von der Konstanz her und in der Qualifikation. In den Play-off's fehlte teilweise nicht viel, aber doch immer etwas. Entweder gingen McSorley die Nerven durch, und er schadete dem Team durch sein Theater an der Bande (wurde auch schon mit 2 Min bestraft...), oder der kräfteraubende Stil erschöpfte das Team im PO-2-Tages-Rythmus. Offenbar lässt sich das "Schema McSorley" nicht so einfach ändern.

    Das Über- bzw. Unterzahlspiel war letztlich entscheidend, da hat der ZSC seine Stärken ausgespielt. Im Unterzahspiel setzt man in Bern auf eine zu enge und zu passive Box, was dem Gegner stets viel Raum und Zeit zum störungsfreien Zielschiessen bietet. Hoffentlich kommt Boucher auch noch zu dieser Erkenntnis. Was die strittige Szene bzw. den Vorwurf der "Schwalbe" an Rüfenacht betrifft, so habe ich auch nicht mehr gesehen als der Rest im Stadion. Ein Check gegen das Knie wie auch einer gegen den Kopf wird aber auch dann härter als andere Fouls bestraft, wenn der gefoulte Spieler nicht im Spital landet. Absicht kann man dem "Gitterlibueb" aber kaum unterstellen. Mit der SCB-Fanbrille auf dem Kopf könnte man auch noch anmerken, dass der Schiri danach bei mindestens 2 Umfallern eines Zürchers "ausgleichend" wirkte.

    Der SCB bisher bestenfalls punkto Eifer, Krampf + Murksen genügend - Angriffsauslösung, Passspiel, Powerplay etc. sind noch Fremdwörter. Da praktisch kein Pass ankommt, rennt man eigentlich nur der Scheibe hinterher. In diesem Spiel für Grobmotoriker kommen Spieler wie Holloway oder Kobasew kaum dazu, ihre sicher vorhandenen Qualitäten auszuspielen. Für den ZSC sehe ich die "Herausforderung" vorallem darin, sich vom konfusen Spiel nicht verwirren oder einschläfern zu lassen.

    Was Kloten auch entgegenkommen könnte ist, dass Ambri + Lausanne derzeit noch nicht gerade einen Lauf wie im Vorjahr haben. Besonders Lausannes "Defensiv-Riegel" ist - möglicherweise durch die grösseren Endzonen - nicht mehr ganz so wasserdicht wie auch schon. Und vorne geht derzeit fast gar nichts, so dass bereits 2 Gegentore eine unaufholbare Hypothek darstellen. Dafür die Davoser mit hochtourigem Fräserhockey im Spektakelmodus erfolgreich. Ist aber noch etwas früh in der Saison für Trendanalysen.

    Komisch, immer wenn ein Team tief in der Krise steckt, bzw. Klaus das Thema aufgreift, hat der Goali eine Fangquote von unter 90%.... :mrgreen: Beim Nationaltorhüter Gerber sind's nun 86% - Aber Spass beiseite. Natürlich ist der Torhüter eminent wichtig, nur ist der irgendwann mit seinem Latein auch am Ende, wenn seine Kollegen permanent im Schilf stehen.

    Die von Klaus ab und an gezogenen Vergleiche zu "früher" - wo verschiedenenorts die von ihm als "Titanen" bezeichneten Goalis Wundertaten verrichteten - hinken leicht bis mittelschwer. Das Tempo + das Niveau der Feldspieler ist heutzutage bedeutend höher, die taktische Schulung und die Arbeit vor den Toren um Klassen besser.

    Im Cup wird's wahrscheinlich irgend eine Sonderaktion geben - fast sicher wird, wie im Fussball, der Tagesablauf von Amateur XY mitgefilmt, zuerst am Arbeitsplatz (...sofern nicht wegen dem besonderem Anlass frei vom AG...), danach die Ansprache des Trainers in der Garderobe etc. oder das Umziehen der NLA-Truppe in einer kleinen Kabine oder in einem Container.

    Allgemein wird der TV-Aufwand für das Hockey während der Saison aber schon nicht gerade übertrieben.

    Wenigstens ist der mit dem "Gentleman's agreement" wieder mal zur Sprache gekommen - inkl. Praxisbeispiel, wie gut oder eben wie schlecht die Sache funktionierte. Es gäbe dazu wahrscheinlich weitere schöne "Geschichten", wenn man noch ein paar andere Spieler aus der damaligen Generation befragen würde, wann sie bzw. ihre Agenten anno dunnemals das erste Mal kontaktiert worden sind.

    Zitat von Larry

    Bei jedem Team wurden 5 Spieler gefragt. Spieler des eigenen Teams durften nicht genannt werden.

    Zeigt für mich dass es die Spieler nicht anders sehen als die Fans! :twisted:


    ...habe das irgendwo auf einem Portal gesehen und (bis jetzt...) geglaubt, es habe sich ein Spötter mit Hilfe von Photoshop & Co. einen Spass erlaubt. Offenbar ist's "real".... :mrgreen:

    Wobei: Beim Leichtgewicht Bykov kann ich's noch halbwegs nachvollziehen, dass er alle Nasen lang "umgemüpft" wird. Bei Sprunger verstehe ich dies (...und manch anderes...) nicht so ganz. Es ist zwar nicht jeder zum grossen Athleten geboren, aber mit entsprechendem Training hätte Sprunger schon längst gewisse Defizite mindestens verkleinern können. Evtl. wären dann gewisse Verletzungen - z.B. aus dem damaligen Zusammenstoss mit Keslar - weniger schlimm ausgefallen.

    Zitat von ZüriBueb

    http://www.20min.ch/sport/eishocke…ollen--23397114

    Schon krank wie die in Bern funktionieren. Da haben sie es mit dem teuersten Kader nicht geschafft, die Playoffs zu erreichen und geben deswegen nochmals viel Geld aus. Das kann eigentlich nur schief gehen.

    Wer in der Lage ist, die Kader der NLA-Teams halbwegs objektiv zu vergleichen, kommt schnell darauf, dass das "teuerste Kader" kaum in Bern am Werk war. Dass man mit dem Team trotzdem die Play-off Qualifikation hätte schaffen müssen, ist ebenso klar.