Zitat von Larry

Wie hat er die Bedingungen (Toiletten, wenig Tickets, etc.) erklärt?
Was die Platz- und Sichtverhältnisse und die Toiletten anbelangt vermutlich damit, dass es mit der Generalrevision des Stadions dereinst besser werden würde. Habe aber keine Ahnung, wann die Renovation durchgeführtwird. Ob dafür auch die Kantonalbank und die EOS bezahlen werden? Gehe mal nicht davon aus, dass bei Gottéron in den Jahren seit dem Umzug von der "Basse-ville" bzw. dem ehemaligen Hühnerstall in das "neue" Stadion viel Geld in den Erneuerungsfonds geflossen ist. Mit einem Zuschauerdurchschnitt von 6'000 liess sich vor Jahren eine wesentlich günstigere Mannschaft als die derzeitige schon nicht finanzieren; Ambri-mässig hiess es damals so alle 2 Jahre "Sauvez Gottéron". Irgendwelche Reserven hatte man da kaum ansammeln können. Und seit die beiden genannten Geldgeber den Klub alimentieren, hat man das Geld vornehmlich in die Aufrüstung des Teams investiert. Ist allgemein noch interessant, wie sich bei verschiedenen Klubs die gleiche Problemstellung bietet.
Ambri generiert jährliche Strukturdefizite; wer dort das nötige neue Stadion bezahlen soll (...ausser dem Steuerzahler...) ist mir unklar. Ein wahnsinnig attraktives "Investitionsobjekt" für Dritte ist eine CH-Durchschnittseishalle in einer Randregion kaum.
Beim HC Davos spricht man ebenfalls seit Jahren vom aufgestauten Renovations- bzw. Erneuerungsbedarf. Die olympischen Winterspiele wären da eine willkommene Gelegenheit gewesen, die Vaillant-Arena auf Kosten der Steuerzahler zu erneuern. Etwas bösartig könnte man noch anmerken: Damit die Gemeinde Davos + der Kurverein die Halle in den nächsten 20 Jahren dem HCD wieder praktisch gratis überlassen können. Es ist zwar nichts ungehöriges dabei, wenn die beiden Institutionen einen (angeblich) wesentlichen Werbeträger (auch) auf diese Weise unterstützen. Dabei ging aber wohl vergessen, dass nicht nur der laufende Betrieb einer Eishalle finanziert werden muss, sondern dass irgendwann mal auch grössere Renovationen und evtl. Erweiterungen bezahlt werden müssen. Gehe mal davon aus, dass die Davoser selber schon bereit sind, dafür Steuergelder zu sprechen. Wie die Olympia-Abstimmung zeigte, denkt man aber im Rest des Bündnerlandes aber etwas anders.
In Genf drängt McSorley den Staat seit längerem zur Eile beim Umbau der Les Vernets Halle. Immerhin erhält er seit einigen Jahren - als Kompensation für mögliche entgangene Einnahmen aus einer erneuerten Halle - Direktzahlungen vom Staate Genf.
Im Lichte stetig knapper werdender Mittel bei der öffentlichen Hand sind über kurz- oder lang hitzige Diskussionen über die mehr oder weniger offene Finanzierung von Profi-Sportklubs durch den Steuerzahler zu erwarten. Wobei natürlich auch zu berücksichtigen ist, dass beispielsweise für Kulturförderung noch viel mehr Geld für einen viel kleineren Teil der Öffentlichkeit aufgewendet wird.