Ha, ha, ha, der TV-Reporter beim Spiel der Colombus Blue Jackets gegen die Red Wings: "Here is Brunner, the rookie from Sweden....". ;o)
Beiträge von Benny
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Dustin Brown per heute und nach 5 Spielen der NHL Meisterschaft auf dem 627. Rang von 637 Spielern, was die Plus-/Minus-Statistik angeht.(!) Soll nur eine Randnotiz sein, aber nichtsdestotrotz, diese Stats sprechen nicht für ihn.
Hatte immer gedacht, dass Brown - wäre die NHL per 2013 nicht gestartet - bei uns in den PO die Chose reissen würde.
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Alexandre Giroux (CAN) per sofort zu Kloten.
http://www.nhl.com/ice/player.htm…id=nhl-keymatch
http://de.wikipedia.org/wiki/Alexandre_GirouxSein Namensvetter Claude Giroux (während dem Lockout bei den Eisbären Berlin, jetzt wieder bei seinen Philadelphia Flyers) - das wäre DIE Gaydoul-Transfer-Bombe gewesen. Aber dieser Alexandre Grioux hat bislang noch keine so dicken Stricke zerrissen. Denke nicht, dass der in unserer Liga ein wichtiger Faktor werden wird.
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P.J. Sapienza, ein Chronist der Detroit Red Wings, schreibt in seiner Positiv-/Negativbilanz nach 5 Spielen im ersten positiven Punkt folgendes:
Quote:
Damien BrunnerDamien Brunner looks like he might be the next great find by the Red Wings. He leads the team with two goals on the season plus he scored the game winner during the shootout against Columbus.
He's also been able to flash some impressive moves. Once he starts to finish his chances more often, he will be difficult to stop. He plays smart and appears to show very little concern over the smaller ice compared to Europe.
Unquote:
Heute Abend Match in Detroit gegen Dallas. Start in 5 minutes. -
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Brunner Interview uf SRF:
http://www.srf.ch/player/tv/spor…2b-ca010249f126Sini Antworte gfalled mer. Wiiter so! Au ufem Iis.
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Dem Bob seine Flames werden schon noch kommen. Wir wissen ja, er ist mit seinen Teams eher ein Langsam-Starter. Wenn er die PO schafft wird auch dort etwas los sein. Aber das scheint noch ein hartes Stück Arbeit zu werden. Sven Bärtschi hält sich bislang recht gut. Schade ging sein Pfostenschuss gegen die Sharks nicht rein. Goalie Kiprusoff sehe ich nicht als Schwachpunkt; einige Tore waren etwas unglücklich.
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Da hebet eine erscht mal en Finger uuf:
Quote:
The star of the Swiss-A League has made his debut in the NHL. Though he did not have a dream game, he handled himself well.Brunner was introduced to the physicality of the NHL very early when David Backes hit him hard only 25 seconds into the game. He quickly got up and did not shy away from contact.
He was able to flash a few good moves, but was not able to finish. He did have three shots, which tied for the team lead.
As Brunner gets better acclimated to the team and NHL game, he will be expected to produce. There are other players that would love to be on a line with Pavel Datsyuk and Henrik Zetterberg.
The offense only produced 14 shots on goal against the Blues. If that does not quickly change, then head coach Mike Babcock will be forced to make some line changes.
Unquote:
Ich säge: Mal abwarte, s'isch erscht ein Match gspillt. Aber klar, d'Quali isch churz, z'lang dörfsch nöd verlüüre. -
Klar Larry, wobei das wohl jedem (Spieler, Trainer, Journalist und Fan) eh klar sein dürfte.
Ich hab mehr an folgendes gedacht:
- Die tolle Performance der Lockout-Zuger (die Mischung stimmte)
- Dito, die der Kladno Fraktion (die Heimat motiviert!)
- Die absolut herausragenden Werte eines Malkin (Giroud hatte nur wenige Spiele und war dann schon wieder verletzt, aber genial ist er gleichwohl)
- Die guten Eckdaten eines Nicht-NHL Spielers wie Micflikier (genau solche Spieler brauchen wir bei uns in der Schweiz!)
- Und sicher auch: Uns fehlt beim ZSC ein richtiger Sniper! -
Hab eine Aufstellung über die Effektivität der Europa-Lockout-Spieler gemacht und einige der besseren "normal" in der Schweiz tätigen Spieler plus ZSC'ler dazu gemischt. Entscheidender Wert für die Rangliste war der Wert der Tore + Assists während des Lockouts. Im Vergleich dazu die selben Werte der Vorsaison.
There we go:
Saison 2012/13 bis LO Saison 2011/12
Spieler Club während Lockout Goals/Assists per Match Heimclub Goals/Assists per MatchClaude Giroux Eisbären Berlin 2.10 Philadelphia Flyers 1.21
Evgeni Malkin Magnitogorsk 1.76 Pittsburg Penguins 1.45
Damien Brunner EV Zug 1.73 EV Zug / Detroit Red Wings 1.36
Jaromir Jagr Kladno 1.67 Philadelphia Flyers 0.74
Danny Brière Eisbären Berlin 1.62 Philadelphia Flyers 0.70
John Tavares SC Bern 1.50 New York Islanders 1.01
Tomas Plekanec Kladno 1.44 Montreal Canadians 0.64
Henrik Zetterberg EV Zug 1.39 Detroit Red Wings 0.84
Tyler Seguin EHC Biel 1.38 Boston Bruins 0.83
Patrice Bergeron HC Lugano 1.38 Boston Bruins 0.79
Linus Omark EV Zug 1.36 Edmonton Oilers/Oklahoma 0.59
Thomas Vanek Graz 1.36 Buffalo Sabres 0.78
Nicklas Backstrom Dynamo Moskau 1.32 Washington Capitals 1.05
Glenn Metropolit HC Lugano 1.31 EV Zug 0.86
Alexander Ovechkin Dynamo Moskau 1.29 Washington Capitals 0.83
Ilya Kovalchuk St. Petersburg 1.21 New Jersey Devils 1.08
Pavel Datsyuk CSKA Moskau 1.16 Detroit Red Wings 0.96
David Krejci Pardubice 1.13 Boston Bruins 0.79
Patrick Kane EHC Biel 1.11 Chicago Blackhawks 0.81
Jacob Micflikier EHC Biel 1.11 Hershey Bears 0.98
Joe Thornton HC Davos 1.09 San Jose Sharks 0.94
Jason Spezza Rapperswil Jona Lakers 1.07 Ottawa Senators 1.05
Rick Nash HC Davos 1.06 New York Rangers 0.72
Logan Couture Genf 1.05 San Jose Sharks 0.81
David Desharnais Fribourg Gottéron 1.00 Montreal Canadians 0.74
Marek Zidlicky Kladno 1.00 New Jersey Devils 0.36
Brooks Laich Kloten 0.95 Washington Capitals 0.50
Rafael Diaz EV Zug 0.91 Montreal Canadians 0.27
Andrej Bykov Fribourg Gottéron 0.91 Fribourg Gottéron 1.03
Julien Sprunger Fribourg Gottéron 0.91 Fribourg Gottéron 1.04
Roman Wick ZSC Lions 0.87 Kloten Flyers 0.62
Ryan Shannon ZSC Lions 0.82 Tampa Bay 0.27
Mark Streit SC Bern 0.81 New York Islanders 0.57
Dustin Brown ZSC Lions 0.81 Los Angeles Kings 0.66
Tyler Ennis Langnau 0.80 Buffalo Sabres 0.71
Sergei Gonchar Magnitogorsk 0.78 Ottawa Senators 0.50
Thibaut Monnet ZSC Lions 0.76 ZSC Lions 0.44
Yannick Weber Genf 0.66 Montreal Canadians 0.30
Andres Ambühl ZSC Lions 0.41 ZSC Lions 0.65
Luca Sbisa HC Lugano 0.40 Anaheim Ducks 0.30Was fällt auf?
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War ja noch witzig, Zahner sagte am Mittwochabend um Viertel nach sechs, er müsse noch ins Büro, hätte heute nichts gearbeitet. "Muss noch einen Spieler verpflichten" meinte er. Ob's denn ein guter sei? "Einer der gut zu uns passt", war seine präzise Antwort.
Nun, nach dem Durchchecken der verschiedenen Best-of-Videos denke ich, dass Salis/Zahner einen guten Spieler verpflichtet haben. Sicher ein happiger 'more value' im Vergleich mit Gilbert Brulé. Guter Schlittschuhläufer, Skorer, Zweiwegstürmer, körperlich stark und furchtlos (komme darauf zurück) und dass er bei den Kings Captain war spricht für seine Fach- und Sozialkompetenz. I'm happy.
Wegen seiner Checks: Sehe das ähnlich, wie die meisten hier auf dem Board. Das wird bei uns in der Schweiz bei jedem Check eine Zitterpartie, ob er bestraft wird oder nicht. Mich dünkt, er hat oft Tendenz mit erhobenem Oberarm zu checken und davon werden bei unseren Schiris 3 von 4 Checks mit Strafen geahndet werden. Aber Spektakel ist auf jeden Fall garantiert, no doubt.
Übrigens war Brown's Check gegen Vancouvers Henrik Sedin im April 2012 fair, was Sedin später selbst zu Protokoll gab.
Siehe: http://www.youtube.com/watch?v=3DJTe5iSvWEFreuen wir uns also auf Dustin Brown, unsere neue Nummer 32. Good Job von unserem Management!
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Lachs oder Poulet (aus der "NZZ Online" vom 2.4.2012)
ZSC Lions vollziehen eine erstaunliche Entwicklung vom Sorgenkind zum TitelaspirantenAm Dienstag beginnt der Play-off-Final. Der SC Bern trifft auf die ZSC Lions – auf ein Team, in dem zuletzt ein Wandel sichtbar geworden ist. Dahinter stehen persönliche Geschichten von Anpassung und Beharrlichkeit.
Von Ulrich Pickel
Bob Hartley ist nicht im Zweifel, ob er ein gerechter Mensch ist. Und er weiss auch immer, was für seine Spieler am besten ist. An den von ihm eingeführten gemeinsamen Mittagsmahlzeiten vor jeder Partie lässt er ihnen die Wahl zwischen Lachs und Pouletbrust. Etwas anderes will Hartley nicht serviert haben. Einmal erdreistete sich der Küchenchef des Hallenstadions, zur Abwechslung einen Zander aufzutischen. Die Standpauke des Trainers liess nicht lange auf sich warten.
So ist Hartley. Seine Anweisungen sind nicht mit Eigeninitiative anzureichern. Einer seiner Leitsätze lautet: «Ich gebe die Linie vor. Danach müssen die Spieler entscheiden, was sie daraus machen.» Es geht dabei um mehr als Fisch und Geflügel. Diese Worte sind eine versteckte Drohung: Wer nicht bereit ist, restlos auf seine Linie einzuschwenken, hat keine Chance.
Wenn sich Hartley an einem Ort verpflichtet, dann «mit vollem Einsatz oder gar nicht», wie er selber sagt. Die Lions sind sein erster Klub in Europa. Aber das interessierte ihn nicht. Er machte sich nie die geringste Mühe, auf die neue Umgebung und Mentalität Rücksicht zu nehmen. Er ist seit 1987 im Trainergeschäft, gewann in Nordamerika auf jeder Stufe, im Junioren- und im Profi-Eishockey, zumindest einen Titel, als Krönung den Stanley-Cup 2001. Daraus hat er eine Erkenntnis gezogen: Seine Linie funktioniert immer. Weil sie die richtige ist. Auch die durchzogene Qualifikation brachte ihn nie vom Kurs ab. Mit Ratschlägen musste dem 51-Jährigen keiner kommen.
Doch sosehr nun Besserwisser im Offside stehen, so sehr erleben die Willigen, was Hartley mit «vollem Einsatz» meint. Sei es in körperlicher, technischer oder taktischer Hinsicht: Im ZSC hat noch nie zuvor ein Trainer so sorgfältig und intensiv mit den Spielern gearbeitet. Über jenen, die mitziehen, schüttet er mit nie erlahmender Energie jeden Tag seinen ganzen Erfahrungsschatz aus den letzten 25 Jahren aus. Für sie beginnt er täglich um sieben Uhr morgens zu arbeiten, bereitet die Trainings und die berühmt-berüchtigten Video-Sitzungen vor, analysiert die Gegner und überlässt nichts dem Zufall.
Der Wandel vom Verliererteam zum Titelkandidaten hat viel mit Hartleys Sturheit zu tun, immer auf der Linie zu bleiben. Und er hat damit zu tun, dass es viele Willige gab. Die meisten von ihnen waren wie Seger und taten sich lange schwer. Jetzt, im Erfolg, ist das Zutrauen gewachsen. Mehr verlangt Hartley nicht. Man muss nur glauben, dass er immer weiss, was das Beste ist.
Der irritierte Captain SegerMathias Seger spielt seit 1999 im Hallenstadion und ist in dieser Zeit zum präzisen Seismografen des Teams geworden. Wer wissen will, wie es um die Befindlichkeit in der Kabine steht, muss ihm nur genau ins Gesicht blicken.
Seger ist der Captain, und er verhält sich wie eine Mutter, die sich alles, was im Klub geschieht, zu Herzen nimmt. Seger mag Harmonie, bemüht sich immer um Verständnis für alle Positionen. Das Autoritäre, Hierarchische liegt ihm gar nicht. Das musste Konflikte geben, als ihm Bob Hartley vor die Nase gesetzt wurde. Der Kanadier kam, um eine neue Leistungskultur zu etablieren. Und wie alle anderen bekam Seger vom ersten Tag an zu spüren, dass Hartley ein umfassendes Verständnis seines Auftrages mitbrachte. Die Pflege des für Seger so wichtigen demokratischen Miteinanders gehört allerdings nicht dazu.
Der 34-jährige Ostschweizer steht stellvertretend für die meisten in der Mannschaft, von denen jeder seinen ganz persönlichen, mühsamen Anpassungsprozess durchmachte. Anfang Saison war er verletzt und musste dem miserablen Start mit sechs Heimniederlagen in Serie tatenlos zusehen.
Der Verteidiger Seger hatte danach mit dem Trainer Hartley keine ernsthaften Probleme, wurde nie wie andere in den vierten Block oder auf die Ersatzbank strafversetzt. Trotzdem lief nichts wie gewünscht. Seger war sich bewusst, dass im stagnierenden Stadtklub frischer Wind nötig war. Aber wie die über Jahre auch von ihm aufgebaute Hierarchie rücksichtslos umgestossen wurde, irritierte ihn. Und wie Adrian Wichser, der gesundheitlich angeschlagen war, unsentimental ausgemustert wurde, irritierte Seger auch.
Die Gewöhnung an den harten Trainingsbetrieb und die Umstellung auf das neue System weg von der simplen Manndeckung hin zu einer anspruchsvollen Zonen-Verteidigung brauchten Zeit. Die meisten Spieler kamen an ihre Grenzen, die Angst vor Fehlern grassierte. Mit seiner ewigen Kritik und dem ständigen Fordern nach noch mehr Einsatz wurde der Trainer von Seger zunehmend als Bedrohung für den inneren Zusammenhalt wahrgenommen. Nach aussen blieb er immer Profi, flüchtete sich in Floskeln und Durchhalteparolen. Ein Captain hat loyal zu sein. Sträusse werden nur intern ausgefochten. Aber es war sichtbar: So hatte sich Seger den frischen Wind nicht vorgestellt.
Zum Bruch kam es trotz allem nie. Seger merkte allmählich, dass ihn die ungeliebte Schinderei topfit und widerstandsfähiger machte. In seinem zur Rundlichkeit tendierenden Gesicht sind jetzt mehr Kanten als auch schon zu sehen. Und dann gab es auch positive Signale, die mit dem Begriff Gerechtigkeit zu tun haben, der in Segers Werteordnung eine zentrale Rolle spielt.
«Gerechtigkeit ist, wenn alle gleich behandelt werden», sagt er. Seger sah, wie auch der ehemalige NHL-Star Michael Nylander beim ehemaligen NHL-Trainer Hartley keinen Bonus hatte und bald ebenso unsentimental wie Wichser verabschiedet wurde. Und Seger sah, wie der ehemalige NLA-Topskorer Juraj Kolnik wochenlang wie der letzte Junior übers Eis gejagt wurde, bis er fit genug war. Jetzt weiss Seger: Hartleys Kurs muss nicht unbedingt zum Schiffbruch führen. Man kann wachsen unter ihm, wenn man sich anpasst. Ein liebenswerter Chef ist er für ihn noch immer nicht. Aber wenigstens ein gerechter.
Der anspruchslose Lieblingsschüler AmbühlAndres Ambühl hatte nie Mühe, den Trainer so anzunehmen, wie er ist. Er repräsentiert damit die Minderheit, zu der noch die von Hartley zu Hauptdarstellern beförderten Jungen wie Cunti, Schäppi und Kenins sowie die Kanadier Tambellini und McCarthy gehören. Sie verfügen ebenso wie der 28-jährige Bündner über ein sonniges Gemüt. Ambühl aber ist Hartleys erklärter Lieblingsschüler. Das liegt nicht nur daran, dass er bei Tisch anspruchslos ist.
Er verfügt in Hartleys Augen auch über die richtige Herkunft. Ambühl wuchs in einer Bergbauernfamilie im Sertigtal auf. «Bauern arbeiten immer», schwärmt Hartley. Da ist es unerheblich, dass Ambühl nach dem Training immer zu den Ersten gehört, die vom Eis gehen. Solches Gebaren registriert Hartley normalerweise mit Missfallen. Er sieht es lieber, wenn die Spieler freiwillige Zusatzarbeit leisten – was mittlerweile auch ziemlich viele tun.
Dafür zeigt Ambühl im Ernstkampf genau den vollen Einsatz, der Hartley vorschwebt. Ob ihm ein Gegner einen Zahn ausschlägt oder ein blaues Auge verpasst, Ambühl kämpft weiter. Natürlich setzte die magere Qualifikation auch ihm zu. Aber grundsätzliche Sorgen wie Seger machte er sich nicht. Und den Trainer sah er schon gar nie als Problem an. Hartley war für Ambühl auch deshalb keine besondere Herausforderung, weil er schon wusste, wie man mit einem fordernden Chef auskommt. Unter Arno Del Curto entwickelte er sich in neun Jahren mit dem HCD prächtig.
In seinem Fall sind es keine Worthülsen, wenn er sagt: «Es ist jetzt ähnlich wie in Davos. Man hat einen Trainer, der bestimmt, wo es langgeht. Das finde ich gut, dafür wird er schliesslich bezahlt. Hartley hat es hier unbedingt gebraucht.» Seine mentalen Hürden hatte Ambühl im Jahr davor zu überwinden, als er nach einem missglückten Nordamerika-Abstecher nach Zürich gekommen war. Fast das ganze Leben hatte er im Bündnerland verbracht, er musste sich erst an das neue Umfeld gewöhnen. In dieser Saison reifte der Center in Ruhe zum grössten Leader der Zürcher. Bei so viel Routine, Kampfgeist und spielerischer Klasse war diese Entwicklung programmiert.
Jene der ZSC Lions vom Verlierer-Team zum Meisterkandidaten hingegen nicht. Klar ist: Viele Krämpfe zwischen Trainer und Spielern haben sich nunmehr gelöst. Warum aber die Zürcher ausgerechnet auf die Play-offs hin ihr Gesicht so deutlich erkennbar verändert haben, kann auch Ambühl nicht bis ins letzte Detail erklären. Seger auch nicht. Und selbst Hartley, der ja sonst alles weiss, kann es nicht. Aber warum sollten sie auch? Die Lions können jetzt um den Titel kämpfen. Nur das zählt.
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Zwischenbilanz Eishockey PLAYOFFS:
Zug - Biel 4 : 1 Siege
Die Seeländer wehrten sich gegen den Quali-Sieger gewohnt kämpferisch und, wie man das von ihnen erwartete, bravourös. Zu mehr als einem, allerdings sehr hart umkämpften, und mit dem Glück des Tüchtigen errungenen, Sieg reichte es nicht. Der "most valuable player" dieser Saison, Biels Goalie Reto Berra, konnte allerdings nicht an seine besten Einsätze anknüpfen. Er spielte die PO 2012, wie einer der vielen verschiedenen Torhüter, die vor ihm in Biel zwischen den Pfosten standen, nämlich auf biederem Durchschnittsniveau. Um Zug etwas mehr zu kitzeln oder deren Haudegen in den orangen, oder sogar in den roten Bereich zu bringen hätte Berra aber hexen müssen!Zug qualifiziert sich mit 4:1 Siegen für den Halbfinal gegen den ZSC.
Davos - ZSC 0 : 4 Siege
Wer hätte das gedacht? Eine 4:0 Schlappe für die amtierenden Schweizermeister und Spenglercup-Sieger. Wohl die wenigsten der Hockeyfans beider Lager, noch die Eishockey-Sachverständigen des Landes hätten so etwas für möglich gehalten. Aha, Arno dagegen schon? Denkste! Natürlich spürte er im entscheidenden Moment der Schweizer Eishockeymeisterschaft, dass einige seiner Schlüsselspieler auch schon besser in Form waren, dass verschiedene Verletzungen den Platzhaltern zusätzliche Energie raubten. Aber in den PO vor 3 Jahren im Final gegen Kloten war die Situation ähnlich. Del Curtos Worte von dannzumal glichen den diesjährigen Parolen. Nur.... Davos wurde seinerzeit trotzdem Meister, schlug nicht nur Kloten in 7 nervenaufreibenden Matches, sondern musste auch schon im Viertels- und im Halbfinal über die Volldistanz von 7 Spielen gehen. Del Curto sprach dann (als CH Meister) von etwas, was eigentlich gar nicht möglich gewesen wäre.(!)Ich traute im ersten PO Spiel 2012 in Davos meinen Augen kaum, als sich der ZSC anschickte, mit schnellem Lauf- und sehr gut funktionierendem Kombinationshockey dagegen zu halten. Es war wohl bis zu jenem Zeitpunkt das beste Spiel der Saison der Zürcher. Auch war der ZSC bereit, gegen Davos' Powerhockey auf den Mann dagegen zu halten. Die Provokationen insbesondere gegen Tambellini und Ambühl verpufften ohne (strafbare) Gegenreaktionen. Selbst Pittis 5 min plus Spieldauer-Strafe für ein unglückliches 'high sticking' überstand man trotz Gegentor relativ unbeschadet. Um..... jene Aktion setzte dem ganzen dann natürlich die Krone auf.... kurz vor Schluss durch eine Hereingabe von hinter der Torlinie das Siegestor zu erzielen. Es war Kolnik's bisher einzige erwähnenswerte Aktion und Hüter Genoni kann später einmal seinen Enkelkindern erzählen, wie er es schaffte, jenen Puck im eigenen Tor unterzubringen.
Im zweiten und dritten PO Spiel traten die Zürcher ebenso diszipliniert und mit nochmals gestärktem Selbstvertrauen auf. Ob ihrer Laufbereitschaft und ihrem Kombinationsspiel rieb sich manch ein Zürcher Saisonkartenbesitzer die Augen. Was war denn da passiert? Wieso sahen wir denn das vorher nie? Unwichtig. Davos ging folgerichtig weitere zweimal ein, wobei sich der ZSC in Spiel 2 im Hallenstadion im Schlussdrittel in einen wahren Spielrausch steigerte und in Match 3 in Davos auch das Glück, bei verschiedenen Schüssen gegen die Torumrandung, beanspruchte. Was blieb war eine konsequente Chancenauswertung und..... ein sehr wichtiges Element... sehr wenige 'genommene Strafen'.
Spiel 4 schliesslich war 'the odd one out'. Dieses passte so ganz und gar nicht mehr zu den drei vorhergehenden. Nervosität zürcherseits. Das scheinbar blind klappende Kombinationsspiel war weg. Was blieb war der marginale Qualitätsunterschied der beiden Teams. Der ZSC war auch in jenem Match das um eine Nuance bessere, oder anders gesagt weniger müde, stumpfe, verbrauchte und willensstärkere Team. Das Resultat von 1:0 entsprach dann dem Gezeigten recht gut. Und, auch das soll erwähnt sein: Auch jene Partie wurde beidseits leidenschaftlich und intensiv geführt. Schliesslich... Goalie Flüeler trat mit seiner PO Leistung 2012 aus dem Schatten von Ari Sulande.
Der ZSC trifft im Halbfinal auf den EV Zug.
Fribourg - Lugano (momentan) 3 : 2 Siege
Die Serie steht nach je 2 Auswärtssiegen und dem gestrigen Heimsieg der Fribourger 3:2 für die Westschweizer. Tendenz: Fribourg sollte sich - entsprechend der Tabellensituation und der m. E. qualitativ besseren spielerischen Substanz - für die Halbfinals qualifizieren. Larry Huras konnte die "Gotteronisti" zweimal in ihren Heimspielen, wo sie einfach nicht auf Touren zu kommen schienen, dupieren. Nun aber scheinen die wahren Stärkenverhältnisse für klare(re) Verhältnisse zu sorgen. Ein Szenario mit einem 7. Spiel in der Saane Metropole ist wohl ebenfalls nicht auszuschliessen. Attraktiv würde es allemal. Abwarten.Der Sieger wird auf den SC Bern treffen.
Kloten - Bern 1 : 4 Siege
Dass die Playoffs eigene Gesetze haben mussten dieses Jahr auch die Spieler der Kloten Flyers, Anders Eldebrink, die Feige Hollenstein und mein lieber Freund Werni Huber zur Kenntnis nehmen.Dieser Serie war ich zu fern, habe nur wenige Sequenzen der Spiele gesehen. Was mir dennoch auffiel: Ronnie Rüeger war nicht das Bollwerk, über welches jede Mannschaft, die im PO etwas ausrichten will, verfügen muss. Andere Schlüsselspieler schienen ebemfalls nicht in PO Form zu sein (Dupont, Santala, Wick, Liniger). Ferner müssen wohl die genommenen Strafen analysiert werden, denn Bern hat die Serie - auf einen einfachen Nenner gebracht - im Powerplay gewonnen.
Gestern verfolgte ich die letzten 8 Spielminuten des 5. Spiels live am TV. Kloten hätte noch ein Tor gebraucht, um zumindest die Overtime zu erreichen. Doch, doch, möglich wäre dies schon gewesen, aber der Gelbhelm hätte alleine vor Bührer treffen müssen. Im übrigen meinte ich zu spüren, dass zürcherseits Nervosität, Verunsicherung und Angst vor dem definitiven Ausscheiden vorherrschte, um mit allerletzter Konsequenz und Powerhockey den notwendigen Ausgleich zu realisieren. Kloten wird aber kaum die PO in der letzten Phase des 5. Spiels verloren haben.
Ich erinnere mich, dass es früher hiess, mit dem Dielsdorfer Marco Bührer im Tor könne man keinen Titel gewinnen. Trotzdem ist er mit Bern zweimal Meister geworden. Und heute würde es nicht erstaunen, wenn die Schlagzeilen im April "SCB dank Bührer Schweizermeister" heissen würden. Doch soweit es es noch lange nicht. Andererseits, wer so konsequent bei gegnerischen Ausschlüssen zu profitieren vermag, muss ein Titelkandidat sein.
Ein Halbfinal gegen Fribourg Gottéron wäre nach der Vorspeise der Kloten Flyers allerdings erst der Hauptgang. Und wer käme wohl zum Dessert?
PLAYOUTS:
Genf - Rapperswil 1 : 4 Siege
Das Hadern ob der knapp verpassten PO Qualifikation wird wohl noch nachgehallt haben, als man sich bereits voll und ganz auf die kurzfristigen Ziele hätte konzentrieren sollen. Andererseits haben Harry Rogenmosers Lakers (fast) alles richtig gemacht und den Favorit mit ihrem frechen Spiel überrascht, ja schockiert. Good job Rappi; so etwas hätte man euch nach der sehr mediokren Saison gar nicht zugetraut.Für Genève Servette geht nun die Saison unerwarteterweise weiter. Ambri kommt. Ich traue dem Chef der Leventinesi, Kevin Constantine, zu, noch den einen oder anderen Trumpf aus dem Ärmel zu zaubern......
Langnau - Ambri Piotta 4 : 0
Die Tigers aus dem Emmental erreichten letztes Jahr zum ersten Mal in ihrer Clubgeschichte die CH Playoffs. Nach 4 Spielen gegen den nachmaligen Meister SC Bern war zwar alles schon vorbei. Dennoch, seit John Fust in Langnau an der Bande steht ist vieles besser geworden. Das sah man auch in der diesjährigen ersten Playout-Serie gegen Ambri. Gewissen Schwierigkeiten zum Trotz setzten sie sich schliesslich klar und diskussionslos auf dem schnellst möglichen Weg durch und durften (zusammen mit den Davosern) als erste CH Profi-Eishockeyspieler die Ferien buchen.Ambri muss in einer weiteren Serie versuchen, diesmal gegen Genf, den Klassenerhalt zu schaffen. Gelingt dies nicht kommt es wohl zur "Belle" gegen den Favoriten der National League B Lausanne, wo nochmals eine best-of-seven Serie wartet.
Die zu Papier gebrachten Einschätzungen und Meinungen stammen vom Verfasser.
Grüsse und weiterhin spannende Playoff-Spiele.
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Bob Hartley, der „weisse Obama“
von Klaus Zaugg
Die ZSC Lions haben erstmals seit dem Titelgewinn von 2008 eine Playoff-Serie gewonnen. Und das gegen Titelverteidiger Davos. In erster Linie ist der Erfolg Trainer Hartley zu verdanken.
Bob Hartley, der Stanley Cup-Sieger von 2001, wird Trainer der ZSC Lions. Diese Meldung hatte mich elektrisiert. Und im letzten Sommer zur gewagtesten Prognose seit Erfindung der Prophetie verleitet. Platz 1 für die ZSC Lions in der Qualifikation 2011/12. Für den Spott brauchte ich nicht zu sorgen. Die Zürcher haben die Qualifikation gerade mal auf Rang 7 abgeschlossen.
Und doch: Ich habe mich in der Wirkung von Hartley nicht geirrt. Sondern nur im Zeitraum. Inzwischen hat der Kanadier mit den ZSC Lions Titelverteidiger HC Davos gestürzt. Die Nummer 1. Der Prophet ist rehabilitiert.
Wie ist das möglich geworden? Wir analysieren immer nur die Niederlage des HC Davos. Weil sie uns so unfassbar erscheint wie der Untergang der Titanic. Wir befassen uns mit dem Seelenleben von Arno Del Curto. Dabei vergessen wir die Würdigung des Siegers. Übersehen, dass Hartley eine der erstaunlichsten Leistungen der letzten 25 Jahre vollbracht hat.
Die grossen Erwartungen in Hartley
Sein Amtsantritt im letzten Sommer löste bei den ZSC Lions ähnliche Erwartungen aus wie die Wahl von Barack Obama in der amerikanischen Gesellschaft: «Change you can believe in» («Veränderungen in die man Vertrauen haben kann»). Unter diesem Motto hatte Obama den Wahlkampf geführt. Die Amerikaner erhofften sich vom charismatischen neuen Präsidenten eine Veränderung der Gesellschaft. Eine Revolution «von oben her». Nun wissen wir, dass geschichtliche Prozesse ungleich länger dauern als Revolutionen im Sport. Obama hat sein Ziel noch nicht erreicht.
Hartley hingegen ist nicht gescheitert. Auch er hatte die Aufgabe, ähnlich wie Barack Obama, eine Gesellschaft (die Organisation der ZSC Lions) «von oben her» zu verändern. Eine mit Geld überdüngte Leistungskultur mit satten, politisch zu mächtigen Leitwölfen und verunsicherten jungen Spielern zu erneuern. Hierarchien zu zerschlagen. Begeisterung zu wecken.Der «sture» Stanleycup-Sieger
ZSC-Sportchef Edgar Salis hatte also die Probleme in seiner Organisation erkannt. Und mit Hartley den richtigen Mann geholt. Einen Hardcore-Kanadier ohne Neigung zu Kompromissen und politischen Spielchen. Ohne Vorgeschichte in der Schweiz. Ein Coach, der ohne Rücksicht auf Namen, Verdienste und Beziehungen nur eines will: Das bestmögliche Eishockey spielen und gewinnen. Und dafür jeden Preis bezahlt und von den Spielern verlangt, dass sie auch jeden Preis dafür bezahlen. Und vor allem ein Coach mit einer starken, ja sturen Persönlichkeit, mit Beharrungsvermögen und mit Charisma. Ein Coach aber auch, der bei aller Unerbittlichkeit seines Leistungsdenkens seine Spieler nie beleidigt. Ein «Nobody» hätte bei den ZSC Lions gar keine Chance gehabt und wäre gescheitert wie zuvor Colin Muller, der nette Kumpel. Aber einem Stanley Cup-Sieger hört jeder zu. Auch der stolzeste ZSC-Löwe.Die Gefahr des Scheiterns war erheblich. Es hat sogar eine kurze Zeit gegeben, da schien es mir, als ob Hartley resigniere. Doch er hat sich schliesslich gegen alle offenen und verdeckten Widerstände durchgesetzt. Und mit Hartley hat sich bei den ZSC Lions endlich das Eishockey gegen die Politik, die Leistungsbereitschaft gegen das Salär durchgesetzt. Spektakulärster Beweis: Luca Cunti schien wegen allen möglichen Vorurteilen chancenlos zu sein. Unter dem neuen Trainer ist er ein Schlüsselspieler und der «Neuling des Jahres» geworden.
Hartleys Handschrift ist erkennbar
Spät, aber nicht zu spät hat Bob Hartley die ZSC Lions dazu gebracht, so zu denken und zu spielen wie er sich das vorstellt. Auf dem Papier haben die Zürcher seit dem letzten Titel von 2008 alle Einzelteile, die, richtig zusammengesetzt, ein Meisterpuzzle ergeben. Aber niemand hat es seither geschafft, diese Einzelteile im richtigen Moment – für die Playoffs - zusammenzufügen. Sean Simpson (heute Nationaltrainer) gelang es immerhin für ein paar Monate – und gewann gleich die Champions Hockey League und bodigte auch noch Chicago. Aber dieser Triumph hatte zwei Seiten: Einerseits war der Beweis für das Potenzial erbracht. Andererseits wurden die Spieler nun politisch noch mächtiger und noch schwieriger zu coachen. Der Triumph in der Champions Hockey League war näher am wahren Potenzial der ZSC Lions als das klägliche Scheitern in den heimischen Playoffs 2009, 2010 und 2011.Hartley hat nun, gleich einem «weissen Obama», die Gesellschaft der ZSC Lions verändert. Mit ein bisschen Glück und mit Torhüter Lukas Flüeler in Hochform werden die ZSC Lions den EV Zug (ich gehe davon aus, dass die Zuger das Halbfinale schaffen) aus den Playoffs kippen. Weil dessen Trainer Doug Shedden sehr genau weiss, dass er jetzt gegen einen wahren Hockeygott coachen muss. Gegen einen Stanley-Cup-Sieger. Zugs charismatischer Feuerkopf fürchtet im Eishockey nicht Tod und Teufel und er hat es verstanden, dieses rockige Selbstvertrauen auf die Spieler zu übertragen. Aber Shedden hat, wie jeder wahre Kanadier, tief in seiner Seele einen Heidenrespekt vor jedem Träger eines Stanley-Cup-Rings. Ein grosser General kann eine ganze Division ersetzen. Ein charismatischer Bandengeneral eine ganze Sturmlinie. Hartleys Persönlichkeit wird in einem grossen, spektakulären Halbfinale mit viel Arbeit für Einzelrichter Reto Steinmann eine Schlüsselrolle spielen.
Die Serie EV Zug gegen die ZSC Lions (so sie denn zustande kommt) wird alleine schon wegen des Duells Hartley gegen Shedden von unbezahlbarem Unterhaltungswert sein: Sozusagen der «weisse Obama» gegen den «Republikaner des Hockeys».
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Erfreulich war natürlich der Aufmarsch der Leute in der Halle. Wie schon am letzten Sa war auch gestern praktisch "full house" und die Stimmung funky.
Aber.... das Spiel unserer Helden war nicht mehr in der Art der ersten drei PO-Partien, welche aus meiner Sicht absolut hervorragend geführt wurden. Bislang präsentierte sich das Team ausgeglichen, jeder kämpfte (und auch jeder für jeden), die Laufbereitschaft war hoch, darüber hinaus wurde ein hohes Tempo angeschlagen. Der ZSC spielte aber auch sehr diszipliniert und hielt sich wohl perfekt an die taktischen Vorgaben des Chefs.
Gestern nun musste man Konzentrationsfehler, die es bisher in den PO schlichtweg nicht gab, konstatieren (u.a. Tambellini in einer Powerplaysituation, als Sykora alleine auf Flüeler losziehen konnte; Blindenbacher ebenfalls im PP, als er vollständig freistehend in guter Position zum Slapshot ansetzen konnte..... und die Scheibe verfehlte). Ferner wirkten unsere Helden etwas müde, stumpf, ausgelaugt, zeitweilen nervös. Das Passspiel klappte vielfach nicht.
Dass es dennoch relativ locker zum Sieg reichte, lag am HCD: Die waren noch müder, noch stumpfer und noch ausgelaugter und ihr Passspiel in vielen Phasen noch einen Zacken ungenauer. Der Wille war bei beiden Teams unübersehbar und von dem her war der "Kampf" auch gestern intensiv. Und daneben lebte die Partie natürlich von der Spannung.
Auf beiden Seiten standen untadelige Torhüter und ein torloses Spiel hätte nicht überrascht. Das um den einen Tick frischere, stärkere, ja bessere Team sollte aber die goldene Kiste schiessen: Der Davoser 6er (Tim Ramholt) verlor die Scheibe in Bandennähe, Cunti übernahm, passte perfekt vors Tor, wo Bärtschi heranbrauste und wuchtig einschoss, ohne Genoni eine Chance zu lassen.
Der Rest der Partie zürcherseits? Viel Kampf, Einsatz bis zum letzten, die eine oder andere Halbchance, das Skore auf 2:0 zu stellen und der eine stoische Ruhe ausstrahlende Lukas Flüeler, der alles ihm entgegen kommende festhielt oder abwehrte.
Tolle Reaktion des Publikums im 3. Drittel, das spürte, dass man den "Z" von den Rängen aus unterstützen musste. Und so zerrannen auch noch die letzten Minuten und Sekunden, ohne dass nochmals gross Hektik aufkam. Die Zuschauer feierten ihre PO Helden, Ausgabe 2012.
Toll gemacht Boys. Diese Serie wird wohl für längere Zeit als das Mass der Dinge für (nahezu) perfektes PO Hockey herhalten.
Ich persönlich freue mich speziell für Bob Hartley und Jacques Clouthier. Ihre seriöse Arbeit hat also im entscheidenden Moment zu einem ersten Highlight und zum Erreichen des Minimum-Ziels geführt. Doc Gery Büsser scheint darüber hinaus eine Art Hilfscoach oder "gute Seele an der Bande" geworden zu sein. Auch gut!
Wir alle freuen uns auf weiteres Playoff Hockey.........
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Hey Dantheman, wo ist Dein Posting geblieben? Wie kann das wegkommen?
Wenn ich etwas falsches gedrückt haben sollte - sorry man. Du hattest ja sowas von recht.
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Gsehs wie de Gysino: D'WM 2006 isch vum Fuessball her gseh nöd besser gsi. Wohl ehner um einiges schlächter. Has e glungni WM gfunde mit einige Highlights:
- D-AUS (toller Auftritt von D gegen ein etwas naives AUS)
- ESP-CH (Spannung pur; und.... da war die CH Welt noch in Ordnung!)
- BRA-ELF (Supertore, auch wenn einige "Hands" dabei waren
- S.A.-FRA (vielleicht das einzige Offensivspektakel an dieser WM)
- ITA-SLO (wegen der ungemein spannenden Schlussphase)
- D-ENG (war ein Highlight und wird ein Dauerbrenner bleiben)
- D-ARG (aus dem wieder auferstandenen Maradona wurde ein Pajass)
- D-ESP (das von den wenigsten erwartete traf ein!)Z'Tütschland 2006 isch mer ussert de Schwiizer Uuftritt und em Halbfinal I-D nur no s'Techtelmechtel zwüschet em Materazzi und em Zidane im Final in Erinnerig.
De Final geschter hätt mi an Match NL-POR a de WM z'Tütschland erinneret. Au deete isch zueglanget worde, fascht wie z'Sempach anno dazumal. De Schiri Lubos Michel hätt dänn en Rüffel iigfange wäg so villne Charte. Und de Howard Webb geschter hetti no es paar meh müese zieh. Vor allem die eint oder andere rooti wäge Läbesbedrohig (de Jong) oder Bedrohig vum Bewegungsapparat (van Bommel). Vu Ballwägschlah oder nach Pfiff wiiterspile jetzt mal abgseh, hetti au de Puyol müese voorziitig go dusche, nachdem er de Robben klar ghebet hätt bi dem sinere zweite Soloaktion uf de Casillas zue. Wohl dänn ehner e0n Freistoss vu öppe 16 m, als en Penalty. Aber säb isch ja nur ein Fähler gsi vu (wiederum) vill z'villne vu de Herre Unparteiische. Und de Gäg isch ja no: "Nei, eigetli hätt er - de Schwierigkeite vu somene Match Rächnig trägend - das Spiel sogar guet und vor allem unverfälscht hei bracht."
Was bliibt suscht no?
S'peniible Uusscheide vu de Schwiiz. E "Schäm-di-Vorstellig" vor aller Wält gäge en karibische Inselstaat mit Fuessball-Amateurnivoo.
Die sich masslos überschätzende Superstare vu F, I, BRA, ENG wo sich allisamt nöd zumene Team zämegfunde händ. D'Resultat sind umso ernüechternder gsi.
Südafrika, leider e bitz z'spat, und Ghana händ für Sympathie für ihre Kontinänt gworbe. Ghana hätt wenig gfählt für d'Halbfinal-Quali, aber ebe, d'"Big Points" muesch mache, suscht gitts nüüt.
Spanien hätt en g'macht de "Big Point" und wie de Larry seit, chan au ich guet mit Spanie als WM läbe.
Bliibt Tütschland: Drü tolli Spiel (gäg AUS, ENG, ARG und URU) es mittelmässigs (gäg Serbie) und eis, wo mir de Jogi Leu dänn igend emal mues erchläre, was für e taktischi Marschroute er und siin Staff de Mannschaft uf de Wäg geh hätt. Komischi Sach gsi. Und chuum emal sind Tütschland-Fans eso riesig enttüscht gsi wie nach em Spanie-Halbfinal. Chas verstah, ja.
Also, i vier Jahr dänn wieder......... z'Brasilie. Villicht hämmer bis dänn ja de Videobewiis analog em Hockey, wer weiss.
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Soll niemand sagen, man hätte das Weiterkommen nicht im 7. Spiel vergeigt. Es gab Hochs und Tiefs in den 6 vorherigen Spielen gegen den EVZ, aber wie bereit man im siebten und entscheidenden Match ist, darauf kommt es an!
Dass es in der Schlussphase überhaupt nochmals spannend werden konnte war ja eigentlich ein Hohn in Anbetracht des vorher gesehenen.
Die Frage, wieso wir im wichtigsten Spiel der Meisterschaft "nicht da" waren bleibt offen. Allerdings kann davon ausgegangen werden, dass das Trainergespann wohl irgend etwas in der Matchvorbereitung falsch machte. Oder, die andere Theorie, die Mannschaft nicht (mehr) erreichte. Müdigkeit lasse ich als Argument nicht gelten. Die Zuger waren gleich müde, aber sie wollten. Wie heisst es doch von Eishockeytrainern so schön: "Im 7. Spiel spielt der Kopf, der Wille die ausschlaggebende Rolle, ob man müde ist oder ob man gewinnen will."
Episode während des Spiels: Seger fährt Ryan Gardner verbal an den Karren, scheisst ihn zusammen. Und Herr Gardner lächelt zurück und nickt ironisch mit dem Kopf. Kommentar überflüssig.
Nein, dieses gestrige Spiel war weiss Gott kein Ruhmesblatt für den ZSC. Dieses lausige Spiel, dieser mutlose Auftritt wird in der Erinnerung hängen bleiben, wenn wir an die Saison 2009/2010 zurückdenken. Und dieses Spiel wird auch auch der grosse "Tolggen" im Reinheft von Sean Simpson sein und bleiben. (Während man das Ausscheiden in den letzten Playoffs noch mit der Zusatzbelastung der internationalen Spiele begründen konnte, fällt eine solche Entschuldigung jetzt weg.)
Das gestrige Spiel war, wenn wir es genau betrachten, ein exaktes Abbild der zweiten heurigen Saisonhälfte. Der Mannschaftsgeist, oder auf gut kanadisch, "the team spirit" fehlte. Ohne den spielt keine Mannschaft auf der Welt um einen Titel.
Über Sulo brauchen wir keine Worte zu verlieren. Er war der, den wir kennen und der nach wie vor Höchstleistungen bietet. Dank ihm blieben wir gestern bis zum Schluss zumindest im Spiel.
Bärtschi hatte einen sehr guten Lauf. War gestern mit Abstand der beste Zürcher Feldspieler. Kämpfte vorbildlich. Ist als Stürmer und Vollstrecker eigentlich ein "Ausländer".
Seger hatte eine tolle Saison. Er ist das Herz des ZSC. An ihm lag die gestrige Niederlage nicht, wenngleich auch ihm Ermüdungserscheinungen anzusehen waren.
Suchy und Pittis waren ok. Sie kämpften. Suchy beim Tor etwas unglücklich gegen McTavish. Aber wie der das 1:0 schoss war schon Klasse. Typisch kanadisch, typisch McTavish halt. Auch Krutov gehörte gestern noch knapp zu den zürcher Aktivposten. Monnet schon knapp nicht mehr. Allerdings merkte man es ihm an, dass er sich mit dem lethargischen Spiel seines Teams nicht anfreunden mochte.
Der ganze Rest war gestern ungenügend, tat zu wenig! Ganz bitter der "unsichtbare" Alston (auch McTavish und Di Pietro, die beiden Zuger Torschützen von gestern, hatten ja eine volle Meisterschaftsrunde und 6 PO-Matches in den Beinen..... und sind zudem noch Alterskollegen). Noch schlimmer Ryan Gardner, der jetzt Gott sei Dank kein ZSC Leibchen mehr spazieren fahren darf....!
Ja, es war ein misslicher Abschluss dieser Saison. Da mag auch der tolle Auftritt im "Victoria Cup" letzten September nichts daran ändern.
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Bin ja mal gespannt auf die Playoffs. Also heute war's wieder mal ein kollektives "zusammen spielen". Vermisste ab dem 2. Drittel das Engagement, die Zielstrebigkeit, Tore erzielen zu wollen, welche Kloten schliesslich zeigte. Drum..... verdienter Sieg.
Und.... de Gardner mag i jetzt dänn nüme gseh im ZSC Dress! Regt mi ächt uuf......