Zitat von gringo
Chasch de Pro Biitrag au na poste 
Larry ist ein schlitzohriger Manipulant ...
;o)
Ja
Weshalb gehe ich ins Fussballstadion, wenn ich – befreit von beruflichen Gedanken – einfach geniessen will? Weil ich auf das Besondere warte. Auf den Moment, der immer im Kopf bleibt, von dem ich nachher erzählen kann und von dem alle, die auch dabei waren, mit mir schwärmen. 90 Minuten werden manchmal reduziert auf eine Szene, wenige Sekunden nur, manchmal auf einen einzigen Augenblick. «So gehe ich durch die Welt, den Hut in der Hand, und in den Stadien bitte ich: ‹Nur einen schönen Spielzug, Gott vergelts›», schrieb der uruguayische Schriftsteller Eduardo Galeano in seinem Buch «Der Ball ist rund».
Yassine Chikhaoui, dieser stolze Tunesier mit dem melancholischen Blick, erfüllt diese Sehnsucht. Weil er besonders ist, weil der Ball sich an seinen Füssen wohlfühlt, weil dieser erkennt, da ist einer, der meint es gut mit mir, der weiss, dass ein Spiel auch Kunst ist und nicht einfach nur Kampf und Dreck und Schweiss. Er erinnert manchmal an den jungen Zidane.
Ich weiss, er war oft verletzt, die Sehne, das Knie, der Magen, das gebrochene Bein, und manchmal war er einfach unpässlich, und es gab Spiele, da stand er auf dem Matchblatt und war auf dem Rasen nicht zu sehen. Aber ich schaute trotzdem auf ihn. Weil ich wartete, auf diese Inspiration, die ihm hilft, sich aus allen Problemen zu befreien – wie damals, im September 2007, dem ersten Spiel im neuen Letzigrund, als Chikhaoui, eben in Zürich angekommen und mitten im Ramadan, allen GC-Spielern davonrannte, von der Mittellinie aus. Ein Tor, das nie einer vergessen wird.
Ancillo und Heliane Canepa, schicken Sie mir eine SMS zwei Stunden vor dem Anpfiff, wenn Sie wissen, dass Chikhaoui spielen wird. Ich komme ins Stadion. Um den besonderen Moment ja nicht zu verpassen. Sie sind vielleicht verrückt, sich weiterhin einen Picasso mit dem Ball zu leisten. Offenbar können Sie es. Ich ziehe den Hut.