Beiträge von Mushu

    Zitat von Balz

    62, hat letzte Saison ein KHL Top Team trainiert, davor mehrere Jahre Jokerit in der KHL. Er ist quasi die aktuelle Form von Alpo Suhonen. Wird in Finnland der Hockey-Professor genannt und war instrumental beim Umkrempeln des Ausbildungssystems, das nun zu mehreren U18 und U20 Erfolgen geführt hat.

    OK; habe ich mit dem Schweden Nati-Trainer verwechselt.

    Alter; hmm ...
    Weg; ok; kann klappen; oder auch nicht.

    So, oder so, schwierig ...
    Und der "Schatten AdC" wird immer über dem SC liegen. Die Chance, dass der SC seinen Kopf verlieren wird, ist wohl nicht wirklich kleiner, als dass der nächste Trainer einschlägt ...

    Zitat von Larry

    Hat umfangreiche Erfahrung. Die letzten zwei Jahre in Buffalo nicht sehr erfolgreich. Diese Saison hatten sie einen guten Start sind dann aber abgestürzt. Wäre ich SL würde ich einen wie Westerlund holen. Erfahren, Finne (im Trend, Bonus bei Presse und Fans).

    Finde die Herkunft durchaus interessant; aber: wie alt ist der? Und wann hat er letzmals eine Clubmannschaft trainiert ...

    Zitat von ZüriBueb

    Nein also biel ist passée, die habens verschenkt. Die werden weinen. Möchte sowieso sehen, wie sich Norwegen nun gegen bern schlägt, wo es zählt. Evtl. war nun doch alles für nichts bei zug.

    Würde ich nicht unterschreiben. Aber gut für Biel, wenn möglichst viel so denken ...

    Der FCZ-Präsident Ancillo Canepa sagt: «Die Welt stürzt nicht ein, wenn wir den Europacup-Platz verpassen.»

    Im Schatten der GC-Krise ist auch der FCZ eingebrochen. Der Präsident Ancillo Canepa spricht vor dem Derby über die Misere. Und sagt, warum er an Ludovic Magnin festhält.
    Interview: Flurin Clalüna
    6.4.2019

    Ancillo Canepa, was ist los mit dem Zürcher Klubfussball 2019? GC und Ihr FC Zürich liegen in der Rückrundentabelle auf den letzten beiden Plätzen.

    Ich muss gestehen: Es ist in meiner über zwölfjährigen Amtszeit noch nie vorgekommen, dass die beiden Zürcher Klubs gemeinsam an der Tabellenspitze standen. Jetzt ist leider quasi das Gegenteil der Fall. Beide erfüllen derzeit die sportlichen Erwartungen nicht. Aber wir haben dank der gewonnenen Stadionabstimmung Perspektiven. Wenn alles so läuft, wie wir uns das vorstellen, haben wir 2022 ein neues Stadion.

    Und was würde es für dieses Stadion bedeuten, wenn ein Klub absteigen und in der Challenge League spielen sollte?

    Nichts. Die Businesspläne sehen auch ein Worst-Case-Szenario für das Stadion vor. Es wäre auch tragbar, wenn nur noch ein Klub in der Super League spielen sollte. Das Stadion würde wirtschaftlich nicht darunter leiden.

    Aber der FCZ müsste mehr bezahlen?

    Nein. Das ist alles in den Plänen geregelt. Wir gehen vor allem davon aus, dass wir dank den neuen Einnahmequellen aus dem Stadion ab Anfang der Saison 2022 kein strukturelles Defizit mehr haben.

    Um ein altes Thema aufzubringen: Hat schon jemand von GC angeklopft, um wegen einer Fusion nachzufragen?

    Es ist schon oft diskutiert worden, aber für uns ist es kein Thema. Zwei Klubs mit unterschiedlicher Geschichte und Kultur zu fusionieren, ist nicht realistisch. Ich bin Präsident des FC Zürich, zusammen mit meiner Frau Heliane. Seit ein paar Jahren haben wir die Mehrheit und können allein entscheiden. Das würde ich nicht aufgeben wollen. Die Führung mit Drittpersonen teilen zu müssen, kommt für uns nicht mehr infrage.

    Kommen wir in die Gegenwart zurück: Warum ist der FCZ kein Spitzenteam?

    Wenn ich die Antwort wüsste, würden wir sofort Massnahmen ergreifen.

    Das heisst, Sie sind ratlos.

    Nein, natürlich gibt es Gründe. Aber diese diskutieren wir primär intern. Wir haben zum Beispiel Verletzungspech und konnten in den letzten Wochen nie mit den gleichen elf Spielern spielen.

    Das geht anderen Teams auch so.

    Ja, aber bei uns betraf es arrivierte Spieler, kreative Spieler, die Tore erzielen oder vorbereiten können. Ich denke an Benjamin Kololli, Antonio Marchesano oder Adrian Winter. Auch in der Abwehr haben wichtige Spieler lange gefehlt, Kevin Rüegg oder Pa Modou. Zudem war die Belastung im Februar mit vielen Spielen sehr gross. Das ist keine Entschuldigung, aber eine Erklärung.

    Genügt das wirklich als Erklärung? Der Absturz des FC Zürich in der Rückrunde ist heftig, bloss sieht man ihn in der Tabelle noch nicht.

    Wir sind alle nicht zufrieden mit den Resultaten. Von einer Krise würde ich dennoch nicht reden. Wir sind in einer resultatmässigen Baisse.

    Das ist jetzt aber Wortklauberei.

    Nein, das ist es nicht. Denn Bilanz gezogen wird erst Ende Saison, im Mai. Sorry, wir können alle unsere Ziele noch erreichen. Wir können in der Meisterschaft immer noch Dritter werden und auch den Cup gewinnen.

    Welches war das letzte Spiel, das Sie vorbehaltlos begeisterte? Das Heimspiel im Herbst gegen Leverkusen?

    Ja, so ist es.

    Erzählte dieses Spiel die Wahrheit über die Qualität des FCZ? Oder sind es die vielen Partien, die danach kamen?

    Das ist für mich keine Frage: Die Wahrheit liegt näher beim Leverkusen-Spiel. Dort hat die Mannschaft ihr wahres Potenzial gezeigt.

    Lassen Sie uns grundsätzlich werden: Ist das Kader des FCZ qualitativ vergleichbar mit jenem von Basel oder YB?

    Allein die Personalkosten sind bei den beiden anderen Klubs mehr als doppelt so hoch wie unser gesamtes Budget. Das sagt auch etwas über die Kaderqualität aus. Die Young Boys und der FC Basel können eher fertige Spieler kaufen. Unser Weg ist anders. Wir wollen unsere eigenen Jungen ausbilden und in die erste Mannschaft integrieren.

    Vielleicht kann man dann aber auch nicht den Anspruch haben, ganz vorne mitspielen zu wollen.

    Doch, das geht. Wir haben 14 Spieler aus dem eigenen Nachwuchs im Kader der ersten Mannschaft. Und mit jedem Spiel gewinnen sie an Erfahrung. An jedem Spiel sitzen 30, 40 Scouts von ausländischen Klubs bei uns auf der Tribüne, weil sie sie für besonders talentiert halten.

    Auf diese Jungen allein können Sie sich nicht verlassen.

    Das tun wir auch nicht. Im Rahmen der Kaderplanung suchen wir punktuell nach Ergänzungen von aussen. In einer Mannschaft braucht man eine Achse.

    Eine solche fehlt beim FCZ.

    Genau deshalb versuchen wir ja, diese im Rahmen der Kaderplanung zu bilden.

    Sie sind bereit, Geld in die Hand zu nehmen, um das Team zu verbessern?

    Wir haben wirtschaftliche Rahmenbedingungen. Wir können nicht zehn Millionen Franken für einen Spieler ausgeben. Aber selbstverständlich sind wir bereit und in der Lage zu investieren. Ich bin stolz, dass es uns beispielsweise gelungen ist, Mimoun Mahi aus Groningen für die nächste Saison zu verpflichten.

    Er erinnert in seiner Art an den früheren FCZ-Spieler Yassine Chikhaoui.

    Als ich Mahi das erste Mal sah, dachte ich, er sei der jüngere Bruder von Yassine. Ich teilte Yassine dann mit, dass wir seinen Nachfolger gefunden hätten.

    Und was hat er geantwortet?

    Mahi sei nicht schlecht, «aber er ist noch nicht so gut wie ich» (lacht).

    Chikhaoui ist ein gutes Stichwort.

    Weshalb?

    Weil der FCZ immer mit dieser Art Fussball in Verbindung gebracht wird, mit dem schönen Favre-Fussball von früher. Aber er kann es nun schon länger nicht mehr zeigen. Jagt man da nicht einem Phantom hinterher?

    Ich gebe zu: Es ist eine Gratwanderung. Denn am Ende zählen die Punkte. Und niemand fragt, wie man sie gewonnen hat. Ich habe zu Beginn meiner Amtszeit tatsächlich einmal gesagt, Erfolg allein interessiere mich nicht. Er müsse mit schönem Fussball zustande kommen. Heute sehe ich das nicht mehr so esoterisch. Aber trotzdem: Wir wollen offensiven, spektakulären Fussball bieten.

    Macht der Trainer Ludovic Magnin die Mannschaft besser?

    Mit Sicherheit. Sonst hätten wir ihn nicht zum Cheftrainer befördert. Und bevor Sie fragen: Wir werden auch in Zukunft den Weg mit ihm weitergehen. Magnin ist überhaupt kein Thema.

    Magnin hat den schlechteren Punktedurchschnitt als sein Vorgänger Uli Forte. Oder als Urs Meier.

    Der Punktedurchschnitt ist nicht alleinseligmachend. Mit Magnin haben wir den Cup gewonnen, mit Magnin haben wir im Europacup überwintert, und mit Magnin können wir auch in dieser Saison noch alle Ziele erreichen.

    Und was geschieht, wenn der FCZ einen Europacup-Platz verpassen sollte? Das war bei Ihnen in den letzten Jahren immer so etwas wie die rote Linie.

    Wir sitzen alle im gleichen Boot. Magnin ist zum ersten Mal Profitrainer, und er hat eine junge Mannschaft. Das heisst, wir brauchen etwas Zeit und Geduld. Ich habe die Navigation zeitlich deshalb auch etwas anders eingestellt. Natürlich ist der Europacup auch aus wirtschaftlichen Überlegungen extrem wichtig. Aber die Welt stürzt bei uns nicht ein, wenn es nicht klappen sollte.

    Magnin sagt, er sei zuletzt zu brav gewesen. Wenn er eine verrückte Mannschaft haben wolle, brauche es auch einen verrückten Trainer. Sehen Sie das auch so?

    Ich würde das differenzierter beurteilen (lächelt). Magnin hatte die Tendenz, sich an den Schiedsrichtern aufzureiben.

    Magnin meinte, er habe sich auch im Coaching zu sehr zurückgehalten.

    Das glaube ich nicht unbedingt. Er hat zuletzt nicht anders gecoacht als vorher. Coaching muss situativ sein. Ich bin sowieso eher dafür, dass sich Trainer beim Coaching zurückhalten. Als aktiver Fussballer habe ich es beispielsweise überhaupt nicht geschätzt, wenn der Trainer dauernd aufs Spielfeld gerufen hat, ich solle nicht dribbeln.

    Man weiss schon lange, dass Magnins Temperament ein Problem sein kann.

    Am Ende muss man authentisch sein dürfen. Auch wenn man sich halt öffentlich gelegentlich auch politisch korrekt äussern und verhalten muss. Das gilt für alle beim FCZ, für den Trainer, die Assistenztrainer, die Spieler. Und manchmal auch für mich.

    Zitat von ZSColin

    Auf deinen ersten Teil gehe ich nicht ein. Ist eine leichte Provokation. Und da ich ja auch provoziere (wobei ich ja nur von den Fakten geschrieben habe und dass dies ein schöner
    Tag sei, also eigentlich niemand hier persönlich angegriffen habe, wie ich meine) - ist das grundsätzlich auch ok.

    Betr. Kontinuität gebe ich dir wirklich Recht. Und ja, ich finde auch, dass dies absolut kein gutes Zeugnis für den Z, bzw. unsere Führung ist.
    Aber lieber Thomi, wo waren den deine und v.a. alle anderen Statements zur Kontinuität als Aubin OHNE NOT entlassen wurde, hä???
    Ach hör doch auf, ehrlich. Alle dies das jetzt so entrüstet von sich geben sollen sich dies mal kurz vor Augen halten!

    Und betr. veni, vidi, vici - es hat nicht geklappt, was nicht wirklich erstaunt. Aber ES KANN klappen ...... Frag mal den Hans K.

    Komm Colin

    Aubin war in grösster Not und der Zustand der Mannschaft lamentabel. Und wenn man die Statements der Sportlichen Führung lange vor der Entlassung gelesen hat, kamen da desavouiernde Internas con mangelhafter Trainingsqualität, mangelhafter Intensität und noch viel mehr zutage. Die Suppe war am Überkochen und schlussendlich untragbar. Unabhängig von der getroffenen Notlösung!

    Dass du dich diesen Tatsachen absolut verschliesst, erstaunt mich und verstehe ich nicht.

    Zitat von Der Weise

    Und wo ist übrigens der Kommentar von Arno Jünger Simon Graf?

    Freitag 05. April 2019 13:18
    Del Curto wird entsorgt wie ein x-beliebiger Trainer

    Kommentar von Simon Graf

    Als Arno Del Curto Mitte Januar nach 25 Jahren zum ZSC zurückkehrte, verkaufte der Stadtclub ADC-T-Shirts und stellte seine Playlist im Hallenstadion um. Man holte ihn gerade deshalb, weil er kein Trainer ist wie jeder andere. Und hoffte wohl, mit seiner Arno-Magie verzaubere er die Mannschaft. Vielleicht sprinkle er Goldstaub über die Spieler oder sage einen Zauberspruch, und dann werde alles besser.

    Doch der Engadiner ist kein Magier. Und er traf auf eine Mannschaft, die tief verunsichert war. Bei der ein Schlüsselspieler wie Kevin Klein verärgert reagierte auf die Entlassung seines Landsmannes Serge Aubin. Bei der schon bald der Nummer-1-Goalie ausfiel und sich viele andere mit Verletzungen plagten. Die Monate des Laissez-faire hinter sich hatte. Die als Meister nichts zu gewinnen, sondern nur zu verlieren hatte.

    So verpassten die ZSC Lions das Playoff. Einen Monat später hat man nun den Schuldigen dafür benannt: Es ist Arno Del Curto. Der 62-Jährige muss den Stadtclub nach nicht einmal zweieieinhalb Monaten wieder verlassen. Er wird entsorgt wie ein x-beliebiger Trainer. Dabei hätten die Zürcher nun gerade die Chance gehabt, mit Del Curto etwas aufzubauen, endlich wieder etwas Kontinuität in den Verein zu bringen. Der Engadiner hatte gar keine Zeit, bei den ZSC Lions anzukommen. Nun muss er schon wieder gehen.

    Wenn die Zürcher nun sagen, man habe sich gemeinsam für die Beendigung des Engagements entschieden, so ist das eine fantasievolle Interpretation. Del Curto wollte bleiben, ihn hätte es gereizt, beim Stadtclub nochmals etwas aufzubauen. Der ZSC hat einen speziellen Platz in seinem Herzen. Darum übernahm er auch diesen Nothelferjob, nachdem ihm nach 22 Jahren HC Davos wohl auch eine längere Pause gutgetan hätte.

    Man fragt sich: Welche Kräfte wirken bei den ZSC Lions im Hintergrund? Wer trifft die Entscheidungen? Der Sportchef? Der Geschäftsführer? Der Präsident? Andere Verwaltungsräte?

    Nun hat sich offenbar die Anti-Arno-Fraktion gegen die Pro-Fraktion durchgesetzt, mit dem Argument der fehlenden Punkte unter Del Curto. Doch selbst für jene, die obsiegten, ist es kein Triumph. Denn die Trennung von Del Curto ist nicht nur sportlich ein Fehler, mit ihr verspielen die ZSC Lions nach einer völlig verpatzten Saison auch noch weiter Goodwill.

    Und wenn nun unterschieden wird zwischen Trainerwechseln und Trainerentlassungen, so ist das Wortklauberei. Fakt ist: Innert weniger als zwei Jahren beschäftigen die Zürcher fünf verschiedene Headcoaches. Del Curto muss gehen, die ZSC Lions wursteln weiter.

    Zitat von snowcat


    hani vo dier glärnt, ha dänkt, probiers au emal! :mrgreen:

    Du bist lernfähig?!?

    Ein kleines Fünkchen der Hoffnung glüht in mir ...

    :mrgreen:

    Zitat von snowcat


    ungenügender sportchef...? :mrgreen:

    ah, nein, der zsc macht ja alles richtig. toporganisation, sorry...

    Und mich "Provokateur" schimpfen ...

    Zitat von Larry

    Darum will ich ja das Arno bleibt! Und auch ein neuer braucht keine Zeit über die Vorsaison hinaus! Tangnes bei Zug, Jalonen bei Bern (auf Anhieb Meister), brauchten auch keine Anlaufzeit! Diese Meinung herrscht nur im ZSC Forum.

    Beim FCZ gibts das auch, da gibt es ernsthaft Exponenten, die Magnin noch in der Anlaufzeit sehen und ihn erst im Sommer beurteilen wollen, wenn er dann mit geeigneten Stürmern arbeiten darf. Erst ab dann soll er an seinen Resultaten gemessen werden ...

    ABO+ Samstag 30. März 2019 00:30

    «Wir erfüllen unsere Ansprüche nicht»
    von Peter M. Birrer, Thomas Schifferle

    Die Rangliste liest sich für den FC Zürich immer noch so wie im Winter: recht freundlich. Die Mannschaft belegt Platz 4, sie führt das breite Mittelfeld der Liga an. Und trotzdem stockt sie in ihrer Entwicklung. Sie hat im neuen Jahr in sieben Partien gerade einmal acht Punkte geholt, und vor allem: Sie verdient sich stilistisch gar keine guten Noten.

    Sportchef Thomas Bickel erwartet eine Steigerung. Aber der 55-Jährige, seit bald drei Jahren im Amt, wirkt nicht im geringsten so, als wäre er nervös. Als er sich an den Tisch gesetzt hat, einen Espresso vor sich, sagt er: «Was wollen Sie von mir wissen? Der FCZ ist doch ein skandalfreier Club, es ist ruhig.»

    Als wir im Oktober 2017 mit dem damaligen GC-Sportchef Mathias Walther und Ihnen ein Interview vor einem Derby führten, sagten Sie: «Bei allem Respekt, ich lasse mich nicht von GC inspirieren.»
    Sehen Sie …!

    Ist es beim FCZ wirklich ruhig?
    Ja!

    Wäre es das auch, wenn es vor zwei Wochen gegen Xamax nicht zu einem 2:1-Sieg gereicht hätte?
    Wir wären auch in diesem Fall geschlossen und mit Überzeugung gegen aussen aufgetreten. Wir spielen nicht einfach etwas vor. Wir sind echt. Aber wir waren zweifellos erleichtert, als wir die drei Punkte gegen Xamax geholt hatten.

    Der FCZ profitiert sicher davon, dass beim Stadtrivalen etwas mehr Aufregung herrscht …
    ... der Druck der Öffentlichkeit und der Medien ist vielleicht nicht so gross. Aber wir lassen Unruhe gar nicht erst aufkommen.

    Die nüchternen Zahlen nach 25 Runden sagen, dass sich der FCZ im Mittelmass bewegt: 8 Siege, 9 Unentschieden, 8 Niederlagen, 35:36 Tore.
    Wir kennen die Fakten sehr wohl und setzen uns damit selbstkritisch auseinander.

    Wie weit geht die Selbstkritik?
    Wir in der Vereinsführung sind nicht zufrieden mit den letzten Auftritten, die Trainer und die Spieler sind es ebenso wenig. Das Team muss lebendiger werden, die Kommunikation muss besser werden. Wir hatten viele Spiele, ja, wir hatten ein paar Verletzte, ja. Nur: Wir haben ein breites Kader, mit dem wir Ausfälle kompensieren können. In absehbarer Zeit muss eine positive Entwicklung stattfinden. Wir müssen uns steigern.

    Also dulden Sie keine Ausreden?
    Nein. Fakt ist, dass zu viele Spieler ihrer Form etwas hinterherhinken, und wir unsere Ansprüche nicht erfüllen. Wir lieben guten, schönen, leidenschaftlichen, dynamischen Fussball, aber den zeigen wir derzeit zu wenig. Wir brauchen nichts schönzureden. Vielleicht ging mit unserer Planung nicht alles so auf, wie wir uns das vorgestellt hatten.

    Was meinen Sie konkret?
    Wir planten nicht damit, dass der neu verpflichtete Georgier Lewan Charabadse als 19-Jähriger gleich alle Spiele bestreitet. Aber dann fielen mit Kevin Rüegg, Pa Modou und Joël Untersee gleich drei Aussenverteidiger aus. Schon sahen wir uns mit der Kritik konfrontiert, dass wir zu wenig vorsichtig waren, was die Besetzung dieser Position angeht.

    Betrachten Sie auch Entscheide aus der Vergangenheit selbstkritisch?
    Zum Beispiel?

    Im Februar 2018 musste Trainer Uli Forte trotz Rang 3 gehen, Ludovic Magnin kam – aber merklich weiter ist der FCZ nicht.
    Wir haben den Entscheid, den Trainerwechsel vorzunehmen, nie bereut. Und wenn Sie sagen, dass wir nicht merklich weiter sind, muss man schon berücksichtigen: Wir haben Chancen, die Saison auf Platz 3 abzuschliessen, wir stehen im Cup-Halbfinal (gegen Basel), und wir haben in der Europa League die Gruppenphase überstanden. Das sind überragende Resultate.

    Aber die Höhepunkte sind seit dem 3:2 gegen Leverkusen ausgeblieben.
    Das lässt sich schwer widerlegen.

    Mangelt es dem FCZ an Persönlichkeiten?
    Vielleicht. Aber dieses Problem haben viele andere Mannschaften auch.

    Eine offensichtliche Veränderung fand in der Winterpause mit dem Captain-Wechsel statt: Der 20-jährige Kevin Rüegg übernahm das Amt vom 27-jährigen Victor Palsson, der im Januar zu Darmstadt wechselte. Diese Wahl war …
    ... gewagt. Wir sagen ja: Wir wollen mutig sein. Kevin Rüegg verkörpert das, er verkörpert die Philosophie des FCZ, ist eine Identifikationsfigur und verfügt auch bereits über die nötige Reife. Es macht sehr wohl Sinn, dass Rüegg diese Rolle übernommen hat. Er war die beste Lösung. Aber wir haben noch andere Junge, die ein Beleg dafür sind, dass die Tür vom eigenen Nachwuchs zur ersten Mannschaft offensteht.

    Das behaupten andere Clubs auch.
    Ja, aber wer setzt das auch wirklich um? Schauen Sie einmal, wie viele eigene Junge bei YB oder Basel auf dem Platz stehen. In der Schweiz gibt es keinen anderen Verein, der so eine Quote vorweisen kann wie wir. Wir vertrauen den Jungen mit dem Risiko, dass die Stabilität im Team manchmal fehlt. Und einmal, das haben wir hinterher auch kritisch aufgearbeitet, hat der Trainer übertrieben: In Sitten stellte er zu viele Junge auf einmal auf.

    Sah das Magnin auch so?
    Ja. Es ist wichtig, dass ein Trainer einsieht, wenn er einen Fehler begangen hat, er muss lernfähig sein. Allein ist er verloren. Wer das Gefühl hat, keinen Rat annehmen zu müssen, wird nicht Erfolg haben. Selbst ein Pep Guardiola sagt, dass er noch jeden Tag dazulernt.

    Was überzeugt Sie an Magnin?
    Fussballkompetenz bringt jeder Trainer mit. Magnin ist im Auftreten sicher, er macht die Spieler stärker. Vielleicht kommt jetzt der Einspruch von Ihnen. (schmunzelt)

    Gute Idee: Man merkt es den Resultaten nicht unbedingt an.
    Ja, einige Dinge passen noch nicht ganz zusammen. Aber ich bin überzeugt: Es wird zum Turnaround kommen.

    Wie hat sich Magnin verändert, seit er die Mannschaft übernommen hat?
    Ludo ist Ludo, authentisch, und er soll es bleiben. Aber es ist auch klar, dass er an sich arbeiten und sich wie jeder Trainer täglich praktisch neu erfinden muss.

    An sich arbeiten heisst bei ihm in erster Linie: souveräner werden an der Seitenlinie?
    Wir alle müssen in bestimmten Situationen souveräner werden.

    Und wenn er in Thun nach dem Match sagt, er habe aus 500 Metern gesehen, dass Benjamin Kololli penaltyreif gefoult wurde …
    ... sage ich: Ich hätte es aus einem Kilometer Entfernung gesehen. (lacht) Ach, das ist doch nicht dramatisch, und dafür brauche ich ihn nicht zu tadeln. Ich war auch einmal Trainer, okay, auf einem anderen Level, bei den Junioren. Aber ich war auch eine Furie am Spielfeldrand.

    Wir tun uns schwer mit dieser Vorstellung: Sie als Furie.
    Ja, ja ...! (lacht) Bis zu einem gewissen Grad habe ich Verständnis für Ludo, aber klar: Er muss lernen, und das tut er auch. Es wäre nicht gut, wenn wir in einem Jahr immer noch darüber diskutieren würden, dass er seinen Umgang mit dem Schiedsrichter ändern sollte.

    Haben Sie den Eindruck,dass Magnin dünnhäutiger geworden ist?
    Nein. Es ist einfach so, dass die Trainer einen ungeheuren Druck auszuhalten haben. Es ist ein absoluter Stressjob und sicher nicht immer nur lustig.

    Macht man es sich zu einfach, wenn man fordert: Magnin soll sich einfach ruhiger verhalten.
    Ja. Wir wollen es doch, dass die Trainer mitleben. Und solange alles im Mass passiert, kann das kein Problem sein. Neulich hat Frankfurts Trainer Adi Hütter in den Emotionen eine Wasserflasche weggekickt und wurde dafür auf die Tribüne verwiesen. Was soll das?

    Benjamin Kololli zeigte beim FCZ Emotionen, als er nach einer Auswechslung mit der Faust das Dach der Ersatzbank zertrümmerte.
    Er ist einer, der polarisiert. Aber wir wollen Spieler, die Emotionen zeigen. Es müssen ja nicht gleich elf Kolollis sein. Und was seinen Ausbruch angeht: Ich sagte ihm, dass das nicht geht. Trotzdem wäre es unangemessen, daraus eine grosse Geschichte zu machen.

    Welche Perspektiven hat der FCZ mittelfristig?
    Mit diesem Thema beschäftige ich mich täglich. Die Schere im Weltfussball geht noch weiter auseinander. Wenn wir im Sommer auf dem Transfermarkt etwas unternehmen, wollen wir uns verstärken. Nur: Da sind Kreativität und das richtige Timing die Voraussetzung. Es wird immer schwieriger, einen Coup zu landen. Mimoun Mahi (der marokkanisch-holländische Doppelbürger kommt in der neuen Saison von Groningen) könnte nun einer sein, von ihm versprechen wir uns einiges.

    Wie viele Millionen stehen Ihnen für Sommereinkäufe zur Verfügung?
    Fragen Sie den Präsidenten. Die Buchhaltung ist einfach: Wenn man Geld ausgeben will, muss man welches einnehmen. Bislang haben wir das sehr gut hinbekommen.

    Gibt es bereits Angebote für Spieler?
    Noch nicht. Aber es wird welche geben.

    Für wen konkret?
    Für Spieler. (lacht)

    Zitat von snowcat

    doch, doch, das funktioniert schon!

    aber „nur“ für gesunde finanzen, nicht für den ligaerhalt. wie eine firma bedeutet in niederhasli budget auf +/- 10 millionen runterfahren...

    der ehc kloten ist heute finanziell gesund, hat diese gesundung aber eben mit dem hohen preis abstieg bezahlt.

    Alles Schönschwätzertum!

    Kloten gesund? Nein; es sind - glaube ich - weiterhin keine schwarzen Zahlen; mit dem Resultat, dass das kaum je mehr reicht, A-tauglich zu werden. Konsequenz: das Produkt wird weiter Marktanteile verlieren; und die Spirale dreht sich weiter nach unten!!
    Gibt nur zwei Möglichkeiten:
    Tschüss Profisport; oder "wo bist du Financier, der bereit ist jährlich Millionen persönliche Mittel zu verlochen?"

    GC wie eine Firma führen; das würde eine neutrale, sachliche Marktanalyse erfordern. Das sachliche Resultat kann nur eines sein: dieses Produkt hat seine Endzeit erreicht und hat marktanalytisch keine Daseinsberechtigung mehr. Ausser: Tschüss Profisport; oder "wo bist du Financier, der bereit ist jährlich Millionen persönliche Mittel zu verlochen?"

    Zitat von snowcat


    weil du dich in der art der formulierung wieder mal selber übertroffen hast! wenn mein herzensclub scheisse spielt, dann rege ich mich auf, aber schämen? wüsste nicht wieso! schämen tu ich mich nur für sachen, welche ich selber verbockt habe und dementsprechend auch selber hätte beeinflussen können.

    de anliker hät gnueg...:

    https://www.blick.ch/sport/fussball…id15235696.html

    So; und nun die Spekulationen. Wer soll/wird es sein?

    «Nachfolger wird ein erfahrener Schweizer Wirtschaftsführer mit umfangreichen Kenntnissen als CEO und Verwaltungsrat»

    Zitat von Larry

    Wenn man sich das heute bekannte Kader anschaut sehe ich Probleme bei der Verletzungsanfälligkeit von Spielern wie Flüeler, Blindenbacher, Wick. Nilsson kann man vergessen. Fällt Flüeler wieder aus habe ich mit Guntern eher ein schlechtes Gefühl. Mit Cervenka würde ich nicht verlängern. Es wäre wohl besser mit Arno weil das Team ihn nun schon kennt aber es geht auch ohne.

    Cervenka ist für mich der einzige Ausländer, dem ich nochmals eine Chance gäbe. Hatte nach seiner Rückkehr einige Szenen, in denen man sah, dass er das "Stücken Extraklasse" hat, welche den Unterschied ausnacht. Wenn der fit ist ...

    Zitat von Sevi

    Sehe ich ähnlich, wenn auch nicht ganz so extrem. Aber speziell die Verteidigung scheint mir qualitativ nur Durchschnitt zu sein. Falls wir tatsächlich nächste Saison mit 3 ausländischen Stürmern spielen, sind wir nicht gut besetzt. Auf der Goalieposition sind wir, wenn Flüeler gesund ist, sehr gut besetzt, da mache ich mir keine Sorgen. Ausser eben seine ständigen Verletzungen. Im Sturm sehe ich weniger Probleme als ZüriBueb, denke da ist vieles eine Frage des Selbstvertrauens und sollte, falls wir einen besseren Saisonstart erwischen, schon kommen. Zudem erhoffe ich mir von den (neuen) Jungen mehr, dieses Jahr gezeigt wurde.
    Noch ist sehr viel Spekulation dabei, wir kennen die neuen Ausländer noch nicht, den Trainer für nächste Saison, etc. Aber ich traue dieser Truppe schon zu, eine gute Rolle zu spielen nächste Saison. Wir sind sicherlich nicht in der Favoritenrolle, aber das spielt keine Rolle. Ende 19/20 feiern wir wieder eine grosse Party :geil: :suff: :geil:

    Über die Qualität des Sturms können wir nur spekulieren. Erfolgreiche Stürmer leben von fähigen Verteidigern. Und welches Verteidigerpaar war diese Saison in der Lage, etwas kreativ zu bewirken? Einen genauen, tödliche Pass zu spielen? Ja; mir kommt auch niemand in den Sinn.

    In der besten Phase waren die Verteidiger knapp in der Lage, Gegentore zu verhindern; aber auch nur in der besten Phase (und auch die hat nicht wirklich Spass gemacht).

    Das genügt nicht ...