Beiträge von Larry

    Suchst du wieder eine Ausrede? Billig!

    Fischer hat nun zum x-ten mal den Viertelfinal verloren, wurde wie immer ausgecoacht, wie übrigens schon in Lugano.

    Während die USA perfekt auf die Schweiz eingestellt wurde hat Fischer wohl gesagt wir brauchen nicht auf den Gegner zu schauen, wir sind stark genug:

    ....und noch einer: Alan White (Yes) wurde 72 Jahre alt.

    Fletcher 60, Liotta 67. Wollte kürzlich einer ehem. Freundin zum Geburtstag gratulieren die gleich alt ist wie ich. Hab dann gesehen das sie schon einen Monat nicht mehr Online war im WhatsApp. Stellte sich heraus dass sie kurz vor ihrem 65. Geburtstag gestorben ist.

    Geniesst Euer Leben, schiebt nichts auf die lange Bank!

    KOMMENTAR

    0:3 gegen die USA: Wieder scheitert das Schweizer Eishockey-Nationalteam im WM-Viertelfinal – für den Coach Patrick Fischer ist es gut, dass er nicht Glen Hanlon heisst

    Sechsmal ist die Schweiz unter Patrick Fischer an einer WM angetreten. Den Viertelfinal hat sie nur ein einziges Mal überstanden. Die Bilanz ist so ungenügend, dass sie ein anderer Coach kaum überstehen würde. Dass es bei Fischer anders ist, sagt viel über die schwache Führung von Swiss Ice Hockey aus.

    Nicola Berger, Helsinki (NZZ)


    In den entscheidenden Momenten ohne Fortune: der Coach Patrick Fischer.

    In den entscheidenden Momenten ohne Fortune: der Coach Patrick Fischer.

    Peter Schneider / Keystone

    Seit sechs Jahren verantwortet Patrick Fischer die Schweizer Eishockey-Nationalmannschaft. Er hat vieles angeschoben, bewegt, ausgelöst. Veraltete Denkmuster aufgebrochen. Diesem Team eine moderne, attraktive, mutige Spielweise verpasst. Seine Anstellung war anfänglich sehr umstritten und hat sich doch gelohnt.

    Seine Errungenschaften beruhen partiell darauf, dass er stets kühne Ziele formuliert. Oft sprach er vom Titel, von Medaillen. Aber in sechs Jahren und an acht WM- und Olympia-Turnieren hat die Schweiz ein einziges Mal den Viertelfinal überstanden: 2018, als sie in Kopenhagen in den Final stürmte.

    Wieder eine vorteilhafte Konstellation nicht genutzt

    Es ist keine verheerende Bilanz, weil man schon den Standpunkt vertreten kann, dass die kleine Schweiz mit ihrer tiefen Anzahl an Lizenzierten nun einmal keine Top-4-Nation ist. Aber in gewisser Weise ist Fischer Opfer der von ihm selbst geschürten Erwartungshaltung geworden. Der Viertelfinal-Einzug sei nicht mehr gut genug, das ist ein Fischer-Satz.

    Wer stets vom ganz grossen Wurf redet, muss ihn irgendwann schaffen, sonst macht er sich unglaubwürdig. Wieder ist das nicht gelungen. Trotz dem Ausschluss der Topnation Russland sowie einem erneut nicht übermächtigen Viertelfinalgegner. Und obwohl die Schweiz davon profitiert, dass den besten Spielern des Landes die WM wichtig ist, dass sie oft und gerne anreisen, im Gegensatz zu den Stars der USA oder Kanadas.

    Fischer geniesst in der Schweiz ein sehr hohes Standing, er bewegt sich in ähnlichen Sphären wie einst Ralph Krueger, der das Nationalteam 13 Jahre lang betreut hatte. Er ist ein exzellenter Botschafter und jovialer Redner, dem die Sympathien zufliegen, und um den herum es nur wenig Misstöne gibt. Hiesse der Coach mit dieser Bilanz Glen Hanlon oder Sean Simpson – die Entlassung wäre beschlossene Sache. Bei Fischer ist es anders, er ist innerhalb von Swiss Ice Hockey die mit einigem Abstand stärkste Figur.

    Seinen Vorgesetzten, dem Nationalmannschaftsdirektor Lars Weibel, dem erstaunlicherweise zum CEO aufgestiegenen Buchhalter Patrick Bloch und dem umstrittenen Präsidenten Michael Rindlisbacher, fehlt es am Format, um Fischer infrage zu stellen. Gepaart mit einem üppig dotierten Vertrag bis 2024 macht das den Coach eigentlich unantastbar.

    Die Zweifel des Trainers

    Es gibt Gründe dafür, weshalb eine Fortführung der Arbeit von Fischer Sinn ergibt. Er ergänzt sich gut mit dem 130 000 Franken teuren und ebenfalls bis 2024 gebundenen Assistenztrainer Tommy Albelin. Die Spieler mögen das Duo, die Atmosphäre im Team ist gut, die Resultate und Auftritte in der Gruppenphase an den Weltmeisterschaften sind fast immer erfreulich. Das Geknorze aus den Krueger- und Simpson-Jahren erscheint wie eine vage Erinnerung aus längst vergangenen Zeiten.

    In den entscheidenden Spielen fehlt der Schweiz unter Fischer aber oft die Reife, die Kaltblütigkeit. Das war bei den vermeidbaren Niederlagen gegen Kanada 2019 und Deutschland 2021 so. Und es war nun in Helsinki gegen die USA nicht anders. Es ist darum nicht ganz auszuschliessen, dass der Donnerstag der Schlusspunkt der Ära Fischer war. Schon nach dem enttäuschenden Turnier in Peking schien er sich die Frage zu stellen, ob er noch der richtige Coach sei. Die Zweifel dürften sich nach diesem neuerlichen Rückschlag nicht verflüchtigt haben.

    Ich würde Fischer entlassen, sofort.

    Er hatte jetzt genug Chancen seine Wichtigkeit zu zeigen, hat aber kläglich versagt.

    Aber, und auch das ist die Realität: Im entscheidenden Moment schaffte es die Equipe wieder nicht, ein kapitales Spiel zu gewinnen. Nach über sechs Jahren Wirken des Trainers Fischer ist das zu einem der Erkennungsmerkmale der von ihm gecoachten Teams geworden. (NZZ)

    Seine "Leistungsbilanz" ist eine Katastrophe aber er hat noch Vertrag bis 2024 und wird den vermutlich auch erfüllen dürfen.

    Was Finnland dagegen in den letzten Jahren leistet, ist beeindruckend. Ich weiss nicht, was sie in Finnland genau geändert und aufgebaut haben. Aber es interessiert mich sehr. Haben Schweden überholt und sind in Europa momentan die Nummer 1.

    Das finnische Eishockeywunder - Wieso Finnland mehr Erfolg hat als die Schweiz!
    Fehler im Juniorenalter bedeuten nicht gleich die Ersatzbank
    sport.ch

    Der Artikel ist 4 Jahre alt aber der Aufstieg begann schon vorher, seither sind sie auf der Überholspur.

    Miese Viertelfinal-Bilanz

    Fast höhnisch wirkt in der Nachbetrachtung die Ansage des Eishockeyverbandes auf Social Media – dass mit den Viertelfinals jene Spiele beginnen, für die wir Schweizer das Eishockey so lieben. Tun wir das wirklich? Seit der Jahrtausend-Wende bestritt die Schweiz an Weltmeisterschaften 13 Viertelfinals und gewann nur zwei davon: 2013 in Schweden und 2018 in Dänemark, als die Schweiz jeweils Silber holte. Elf Mal aber verloren die Schweizer Viertelfinals. Acht Mal verpassten sie sogar die Viertelfinals. Und an Olympischen Spielen, wo die Schweiz noch nie die Halbfinals erreichte, präsentiert sich die Bilanz nicht besser.

    WM-Aus im Viertelfinal – die Schweizer Gold-Träume erleiden Schiffbruch
    Die Schweiz holt am Ende einer beeindruckenden Eishockey-WM in Finnland keine Medaille. Die Eisgenossen verlieren in Helsinki den Viertelfinal gegen die USA…
    www.watson.ch

    Der rote Teppich bis in den Final war ausgerollt, aber.....

    Quali Top, Playoffs flop!

    Was haben die Schweizer Medien nicht alles geschrieben, sogar das Wort "Weltmeister" wurde gebracht.

    Tja.....

    Nervt mich heute auch ungemein...Er ignoriert komplett, dass die US Boys es bisher sehr gut verstehen wie sie die Schweiz unter Kontrolle halten können. Die Führung ist zwar aus zwei "glücklichen" Situationen entstanden..aber sie ist keinesfalls gestohlen!

    Voila!

    Und kämpferisch sind sie bis jetzt auch besser, die rustikale AHL wo viele dieser Boys regelmässig spielen lässt grüssen!

    Hei ei ei.........

    Die USA mag nicht so talentiert sein aber sie kämpfen, wie Kanada!

    Reto Müller nervt mich wieder total.....überheblich!

    Somit sind die Schweden zum dritten Mal in Serie an einer WM ausserhalb der Top 4 klassiert, vor einem Jahr waren sie gar in der Vorrunde gescheitert.

    Wenn ich den Modus richtig verstehe:

    Im Halbfinale am 28. Mai spielen der Bestplatzierte der Vorrunde gegen die letztplatzierte verbliebene Mannschaft, die restlichen beiden Mannschaften spielen das andere Halbfinale.

    würden wir im Halbfinale gegen Tschechien spielen. Die Türe zum Final steht weit offen.......

    Medaillenjagd des Schweizer Eishockeyteams – doch das «Wolfsrudel» muss aufpassen, nicht selbst erlegt zu werden

    Die Schweiz ringt Deutschland an der Eishockey-WM im Penaltyschiessen nieder und hat sämtliche Gruppenspiele gewonnen. Am Donnerstag warten im Viertelfinal die USA.

    Nicola Berger, Helsinki (NZZ)


    Rudel auf der Pirsch: die Schweizer um den Trainer Patrick Fischer.

    Rudel auf der Pirsch: die Schweizer um den Trainer Patrick Fischer.

    Martin Meissner / AP

    Finnland hat den grössten Anteil an Jägern in Europa, fast 300 000 Menschen lösen jedes Jahr einen Jagdschein und fühlen sich aus welchen Gründen auch immer bemüssigt, ein Blässhuhn zu schiessen. Elche. Schneehasen und Bisamratten. Es entspricht also einer gewissen Logik, dass sich die Schweiz im hohen Norden auf die Jagd begibt, wenn auch nur nach Medaillen. Am Dienstag steht der Trainer Patrick Fischer in Helsinki im Kapuzenpulli in der Mixed Zone, an den Unterarmen funkeln Tattoos, und er sagt: «Wir sind jetzt wieder wie ein Wolfsrudel auf der Jagd.»

    Es ist für Fischer eine erfreuliche Entwicklung. Denn als die Schweiz vor zehn Tagen in ihr WM-Abenteuer startete, tat sie das mit einigen Fragezeichen. Das miserable Olympiaturnier mit vier Niederlagen in fünf Partien hatte Spuren hinterlassen, Wunden auch, Fischer schien erstmals mit Selbstzweifeln konfrontiert. Doch im Frühling von Helsinki sind die Sorgen von einer Welle der Euphorie weggespült worden. Die Schweizer sind souverän Gruppensieger geworden, mit sieben Siegen aus sieben Spielen.

    Am Dienstagmittag bezwang das Team auch Deutschland, 4:3 nach Penaltyschiessen, es war ein wichtiger Erfolg, weil die Schweizer damit einem Rendez-vous mit dem vom ehemaligen SCB-Meistercoach Kari Jalonen trainierten Tschechien aus dem Weg gingen. Stattdessen treffen sie im Viertelfinal am Donnerstag auf die USA.

    Es ist lange her, dass die Schweiz sich Gruppensieger hat nennen dürfen. 2013 in Stockholm war das der Fall, als sich das Team die erste Medaille seit 78 Jahren sicherte, Silber unter dem Trainer Sean Simpson. Auch damals gewannen die Schweizer alle Gruppenspiele und bewahrten sich diesen Elan in den K.-o.-Spielen, sie zehrten davon, beim Sturm in den Final, mit Siegen gegen Tschechien und die USA.

    Die Parallelen zur Silbermedaille von 2013

    Das Team profitierte davon, dass die NHL-Profis, Roman Josi und Nino Niederreiter etwa, das Selbstverständnis dieser Equipe transformierten. Josi und Niederreiter fehlen in Helsinki, aber die Präsenz eines in Nordamerika aktiven Oktetts hat auch 2022 dafür gesorgt, dass die Schweizer mit breiterer Brust antreten. Der Vergleich mit den Olympischen Spielen, wo das Team ohne Kavallerie aus der NHL hat antreten müssen, ist frappant. Der Torhüter Reto Berra, neben dem unverwüstlichen Andres Ambühl der einzige Spieler, der schon 2013 zum Kollektiv gehörte, sagt: «Es gibt schon Parallelen zu 2013. Die Stimmung ist ähnlich, wir sind als Team zusammengewachsen.»

    Es wäre zu verkürzt, die Erfolge dieser Gruppenphase allein den in Übersee beschäftigten Spielern zuzuschreiben. Denn eine Stärke dieser Equipe ist ihre Ausgeglichenheit, die Tiefe des Kaders: Ein Dutzend Spieler kommen auf mindestens vier Skorerpunkte. Der Angreifer Denis Malgin schwang sich wie schon im ZSC zum überragenden Skorer auf, zwölf Punkte in sieben Einsätzen, und hat sogar beste Aussichten, WM-Topskorer zu werden.

    Die Schweiz als Profiteur einer sehr schwachen Gruppe

    Die Schweiz hat ihre Aufgaben in der Gruppenphase so bravourös erledigt, dass es keinen Anlass zu Kritik gibt. Aber, und auch das ist eine Wahrheit, sie profitierte davon, wie bescheiden diese Gruppe A nach dem Ausschluss von Russland besetzt war. Selbst die Kader der einzigen beiden Konkurrenten um den Gruppensieg, Kanada und Deutschland, waren weit von ihrer Idealbesetzung entfernt.

    Die Deutschen verloren mit Tim Stützle am Wochenende einen ihrer wichtigsten Spieler mit einer Knieverletzung und traten am Dienstag noch mit drei NHL-Spielern an. Die Favoritenrolle lag in dieser Konstellation eindeutig auf Schweizer Seite – unabhängig davon, dass die Schweiz an der WM 2021 und in Peking sehr schmerzhafte Niederlagen gegen diesen Gegner erlitten hatte.

    Auch gegen die USA ist die Schweiz zu favorisieren. Doch es wäre töricht, den Widersacher zu unterschätzen. Der Captain Seth Jones ist eines der wenigen Aushängeschilder, die Abwehr ist das Prunkstück der Equipe. Der Coach Fischer sagt: «Die Amerikaner haben eine gute Mentalität, sie leben für die grossen Momente.» Im eigenen Team hatte Fischer nach dem Turnier in Peking einen Mentalitätswandel gefordert – und einen Erneuerungsprozess eingeleitet, um diesen zu beschleunigen. Bis jetzt fühlt er sich in seinen Entscheiden bestätigt. Aber auch er sagt: «Wir wissen, dass das Turnier jetzt erst richtig beginnt.»

    Fischer und die Seinen sollten gewarnt sein: Auf diesen Winter hin hat Finnland beschlossen, seinen Wolfsbestand zu «regulieren», was eine eigenartig harmlose Bezeichnung dafür ist, einem Lebewesen eine Kugel in den Kopf zu jagen. Die Schweizer müssen vorsichtig sein, um auf der Pirsch nicht selbst erlegt zu werden.

    Der FCZ muss eine riesige Lücke füllen

    Nach nur elf Monaten zieht es den Trainer schon wieder zurück in die Bundesliga – der FCZ dagegen steht vor der grossen Herausforderung, einen passenden Nachfolger zu finden.

    Florian RazThomas Schifferle
    Thomas Schifferle, Florian Raz (TA)

    Tschüss! André Breitenreiter verabschiedet sich nach nur elf Monaten aus Zürich, nachdem er den FCZ zum 13. Meistertitel geführt hat


    Tschüss! André Breitenreiter verabschiedet sich nach nur elf Monaten aus Zürich, nachdem er den FCZ zum 13. Meistertitel geführt hat Foto: Michael Buholzer (Keystone)

    Auf der Seite des FC Zürich tönt es auf den ersten Blick geschäftsmässig: «Stellungnahme zum Abgang von André Breitenreiter.» Bei der TSG Hoffenheim heisst es: «Willkommen, André.»

    Am Dienstagnachmittag wird offiziell, was sich seit Sonntag angebahnt hat, als der «Kicker» mit der entsprechenden Meldung an die Öffentlichkeit geplatzt war. Breitenreiter zeigte sich darüber zuerst noch etwas pikiert, es sei noch nichts fix, sagte er. Aber er dementierte nichts. Das war auch so etwas wie eine Bestätigung.

    Jetzt ist er also weg, mit einem Vertrag bis zum Sommer 2024 im Kraichgau. Am neuen Ort wird der 48-jährige Hannoveraner mit warmen Worten begrüsst. Alexander Rosen, Direktor Profifussball in Hoffenheim, schwärmt von Breitenreiters «fachlicher Expertise», von seiner «einnehmenden, empathischen Art». Und er schreibt: «Er steht für Teamspirit, Leidenschaft und Kommunikation.»

    In Zürich wird der Trainer mit warmen Worten verabschiedet. Da schwingt bei Präsident Ancillo Canepa zum einen das Bedauern mit, diesen Trainer verloren zu haben. Zum anderen auch der Stolz, dass es Breitenreiter zurück in die Bundesliga geschafft hat. Und natürlich die Dankbarkeit für die geleistete Arbeit. Canepa schreibt ihm bereits «Legendenstatus» zu. Ein Bild für die Geschichtsbücher: Ancillo Canepa und André Breitenreiter auf Abschiedstour mit dem Pokal.


    Ein Bild für die Geschichtsbücher: Ancillo Canepa und André Breitenreiter auf Abschiedstour mit dem Pokal. Foto: Claudio Thoma (freshfocus)

    Dass es Breitenreiter in die Bundesliga zurückzieht, früher oder später, das war eigentlich immer klar. Er wollte nochmals da arbeiten, wo er als Spieler und Trainer gross geworden war. Paderborn, Schalke und Hannover hatte er in der deutschen Premiumliga trainiert. Nachdem er im Januar 2019 in Hannover entlassen worden war, zog er sich aus privaten Gründen vom Geschäft zurück. Er erhielt in seiner Auszeit wohl Angebote, aber offenbar keines aus der Bundesliga.

    Mit seiner Arbeit beim FCZ hat er sich nun die Tür zurück nach Hause aufgemacht. Er hat nie etwas vorgespielt, als in diesem Frühling die Spekulationen um seine Person aufkamen. Er hat wohl pflichtbewusst auf seinen Vertrag bis 2023 verwiesen, aber er hat auch immer gesagt: «Wer weiss schon, was in ein paar Wochen ist?»


    Die Liebe zur Bundesliga


    Die ewige Treue auf den FCZ hat er nie geschworen. Einmal sagte er, etwas salopp: «Ich bin kein Quacksalber, der heute das Wappen küsst und sich morgen verpisst.» Den FCZ hat er lieben gelernt, den Club und seine Menschen, Ancillo und Heliane Canepa an erster Stelle. Er bezeichnet sie als «fantastische Menschen».

    Aber die Liebe zur Bundesliga geht halt doch noch einmal ein Stück tiefer. In Hoffenheim findet er die Arbeitsbedingungen vor, die er so sehr zu schätzen weiss: Ruhe, Verlässlichkeit, das Gegenteil von Hektik und medialem Druck, wie er es in der Saison 2015/16 bei Schalke erlebte. Ein paar Euro gibt es auch in der Provinz zu verdienen. Gemäss den letzten verfügbaren Zahlen aus dem Geschäftsjahr 2019/20 entlöhnte Hoffenheim sein Personal mit 83 Millionen Euro, nur sieben Clubs gaben sich in der Bundesliga spendabler.


    Er gab allen das Gefühl, wichtig zu sein


    In Zürich dagegen hinterlässt Breitenreiter eine grosse Lücke, um nicht zu sagen: eine riesige. Er war wie geschnitzt, um den Club mit neuem Leben zu erfüllen und nach drei Jahren des Darbens und Leidens zurück nach ganz oben zu führen. Vom ersten Tag an nahm er die Menschen im Verein mit seiner Art ein, auf sie zuzugehen und ihnen das Gefühl zu geben, wichtig zu sein, «von der Wäschefrau bis zum Materialwart», sagte er gern.

    Breitenreiters elf Monate sollen an dieser Stelle nun nicht gleich überhöht werden. Aber ihm ist in dieser recht kurzen Zeit ganz viel gelungen. Er hat verunsicherten Spielern den Glauben an sich selbst zurückgegeben und den Club auf vorzügliche Art repräsentiert. «Er ist ein alter Fuchs», hat Blue-Experte Rolf Fringer Anfang Jahr über ihn gesagt, «als Mannschaft kann man ihn gern haben.»

    Wenn der FCZ nun einen Nachfolger verpflichten muss, dann muss er das auch immer im Wissen darum tun, wie gut Breitenreiter kommuniziert hat – nicht nur nach innen, gerade auch nach aussen. Er ist ein Botschafter gewesen. Und natürlich ein Trainer, der die Mannschaft im Griff gehabt hat. Er hat dank der Vorarbeit von Sportchef Marinko Jurendic schnell gemerkt, dass ein 3-4-1-2 für sie massgeschneidert ist. Und er hat nur einmal etwas daran geändert, das ging auch schief, im Cup in Yverdon.

    «Wir wünschen André bei Hoffenheim von ganzem Herzen viel Glück und viel Erfolg!», schreibt Canepa, «wir werden auch in Zukunft persönlich und emotional in Verbindung bleiben!» Die Ausrufezeichen machen deutlich, wie wichtig ihm diese Aussagen sind.

    Zitat
    Bei seiner Suche ist der FCZ gut beraten, nicht jeden Kandidaten mit Breitenreiter zu vergleichen.

    Jetzt ist die Frage: Wie weiter beim FCZ? Neun Cheftrainer hat Canepa selbst verpflichtet, seit er im Dezember 2006 die Nachfolge von Sven Hotz angetreten hat. Mit Bernard Challandes wurde er 2009 Meister, mit Urs Fischer einmal Zweiter, mit Rolf Fringer wurde er nicht glücklich, mit Urs Meier, Uli Forte und Ludovic Magnin Cupsieger, mit Sami Hyypiä tat er einen kolossalen Fehlgriff, der mit dem Abstieg endete, mit Massimo Rizzo verspekulierte er sich auch. Breitenreiter war sein Glücksfall, aber nicht nur für ihn, für die ganze Super League.

    Der FCZ will ein ambitionierter Spitzenclub sein, der auf die Ausbildung setzt. Er pflegt ein in der Super League recht gängiges Modell. Aber wo findet er diesen Trainer, der das Anforderungsprofil erfüllen kann? Bei seiner Suche ist er gut beraten, nicht jeden Kandidaten mit Breitenreiter zu vergleichen, mit seiner Ausstrahlung und Eloquenz.


    Mögliche Kandidaten


    An Angeboten aus dem Ausland wird es dem FCZ nicht fehlen. Der Markt, besonders in Deutschland, ist voll mit Trainern, die bei einem solchen Club arbeiten möchten, mit der Perspektive, sich für die Champions League qualifizieren zu können. National ist die Auswahl kleiner.

    St. Gallens Peter Zeidler ist von der sprachlichen Gewandtheit und Energie mit Breitenreiter vergleichbar, Mario Frick hat Luzern wiederbelebt, Raphael Wicky ist verfügbar, seit er nicht mehr bei Chicago ist. Ist Bruno Berner, aktueller Trainer der U-19-Nationalmannschaft, allenfalls in Winterthur besser aufgehoben als gleich beim FCZ? Oder noch ein Name, der in der Schweiz allerdings weitgehend unbekannt ist: Thomas Stamm. Muss einer ein Thema sein, der nicht ohne die Fürsprache von Christian Streich in Freiburg die U-23 führt?

    «Wir werden auch nächste Saison eine gute Mannschaft haben», sagt Canepa gern. Zur guten Mannschaft gehört ein guter Trainer dazu. Er ist, zusammen mit Sportchef Jurendic, herausgefordert.

    Jep! Die nächsten Spiele sind nun wichtig, das bis jetzt war nur Quali, Freundschaftsspiele wie hier oft gesagt wird.

    Jetzt geht es um die Wurst! Gegen die USA ist ein Sieg praktisch Pflicht.

    Ansonsten ist man wieder gleich weit wie immer.

    Ich glaube an einen Sieg!