Playoff-Final Zug - ZSC Lions
Bruderkampf und Künstlertanz – diese Duelle entscheiden
Beim sportlichen Traumfinal zwischen dem EVZ und den Zürchern werden nicht nur die vielen Stars eine entscheidende Rolle spielen. Und doch dürften sie ihn prägen.

Kristian Kapp
Publiziert heute um 12:01 Uhr

Enges Duell: ZSC-Verteidiger Maxim Noreau wird von Zugs Stürmer Sven Senteler in die Bande gedrückt.
Foto: Patrick Straub (Freshfocus)
Kovar gegen Kovar

Bruderduell: Zugs Stürmer Jan Kovar (links) duelliert sich im Playoff-Final mit ZSC-Goalie Jakub Kovar.
Foto: Sven Thomann (Blick/Freshfocus)
Müsste das Duell nicht «Jakub Kovar gegen Leonardo Genoni» lauten? Schliesslich treffen hier zwei der stärksten Goalies aufeinander. Und natürlich wird auch EVZ-Torhüter Genoni bei seiner Suche nach dem siebten persönlichen Meistertitel eine Riesenrolle spielen. Mindestens so reizvoll aber ist das Bruderduell zwischen dem ZSC-Goalie und EVZ-Captain und -Topskorer Jan Kovar, ein familieninternes Playoff um einen Meistertitel ist ja selten. Übrigens: Jan hat in seiner tschechischen Heimat, in Russland und in der Schweiz vier Landesmeisterschaften gewonnen (Plzen, zweimal Magnitogorsk, Zug), Jakub ist noch titellos.
Die Imports in der Abwehr

Nach Anlaufschwierigkeiten immer besser in Fahrt: Christian Djoos wechselte auf diese Saison vom NHL-Club Washington zum EVZ.
Foto: Michela Locatelli (Freshfocus)
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Wie ersetzt man den Abgang der drei besten Schweizer Verteidiger (Diaz, Alatalo, Geisser)? Mit Imports natürlich. Der EVZ setzte mit Niklas Hansson und Christian Djoos als einziges NL-Team von Anfang an auf zwei ausländische Verteidiger und zeigte sich auch da einmal mehr als Trendsetter. Djoos, eigentlich der Talentiertere der beiden, bekundete zunächst Mühe mit dem Wechsel von der kleinen Rolle auf kleinem NHL-Eis auf die grosse Rolle auf grossem europäischem Eis, spielt nun aber überragend. Hansson hat sich in allen Belangen als kompletter, effizienter, wenn auch nicht ganz so spektakulärer Verteidiger entpuppt.
Im Playoff setzt auch der ZSC auf zwei Imports in der Abwehr, die aber unterschiedlicher kaum sein könnten. Hier der am Puck und im Powerplay starke, defensiv aber zu oft suspekte Maxim Noreau, da der unauffällige defensive Stabilisator Tommi Kivistö. In der Summe ist der Vorteil bei Zug.
Denis Malgin und Grégory Hofmann

Da staunt sogar der Drache: Denis Malgin feiert in Spiel 1 in Freiburg seinen Overtime-Treffer.
Foto: Pascal Muller (Freshfocus)
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Beide haben ihren Schweizer Künstler im Sturm, so richtig überzeugt hat zuletzt aber nur Denis Malgin. Flügelstürmer Grégory Hofmann kämpfte im Playoff bislang etwas glücklos, sein später Ausgleich im vierten Halbfinal in Davos dürfte aber Auftrieb geben. Der Einfluss Malgins aufs ZSC-Spiel war im Playoff bislang aber grösser, und das nicht nur positionsbedingt, weil er Center ist. Der kleine, flinke, trickreiche Mittelstürmer wirbelte nicht nur in der Offensivzone und schoss entscheidende Tore, er hat auch im Defensivspiel zugelegt. Das liess seine Flügel Sven Andrighetto und Denis Hollenstein noch mehr zur Geltung kommen.
Marcus Krüger und Anton Lander

Duell der schwedischen Center: Zugs Anton Lander versucht, den Zürcher Marcus Krüger vom Puck zu trennen.
Foto: Marc Schumacher (Freshfocus)
Im Halbfinal trat Marcus Krüger mehrfach ins Rampenlicht und aus seiner Rolle des «Unsung Hero» heraus. Auch wenn sie sich offensiv zu selten belohnte: In ihrer Gesamtarbeit auf dem ganzen Eisfeld war die Linie Azevedo/Krüger/Bodenmann die wohl beste der Zürcher. Auch der EVZ hat mit Anton Lander seinen unscheinbaren, aber wertvollen Defensivcenter. Es wäre in einem Final gespickt mit spielerischer Brillanz keine Überraschung, wenn genau Spieler wie Krüger und Lander für die Differenz sorgten.
Die vierten Linien

Ein Zweikampf der beiden vierten Linien: Zugs Dario Allenspach (links) und der Zürcher Reto Schäppi werden auch im Final eine wichtige Rolle spielen.
Foto: Marc Schumacher (Freshfocus)
Und wenn wir schon bei den (vermeintlich) unscheinbaren Spielern sind. Je länger das Playoff dauert, desto wichtiger werden die vierten Linien – und die Grösse der Rollen, die sie von den Coachs erhalten. Bei Zug frustrierten Suri/Leuenberger/Allenspach den HCD mit ihrer Energie, gleiches galt in jenen Spielen, als Suri fehlte und vom jungen De Nisco in dieser Linie ersetzt wurde. Wie alles andere ist beim ZSC auch die vierte Sturmlinie nicht von jungen Wilden, sondern von Routine geprägt. Doch Chris Baltisberger/Schäppi/Aeschlimann verrichteten ihre Arbeit zuletzt ebenso effizient. Dieses Trio war zuletzt sogar torgefährlich