Beiträge von Larry

    Das Pech der Hockeytalente

    Schon wieder um den Höhepunkt gebracht

    Der rasche Abbruch der U-20-WM ist bitter für viele Schweizer Junioren. Sie können das beste Schaufenster für die NHL nicht nutzen. Es geht dabei um ihre Karriere.

    Alex Trunz
    Alex Trunz (TA)

    Goalie Kevin Pasche  im Blickpunkt – die Schweizer Junioren konnten sich an der U-20-WM in Kanada nur in einem Spiel den NHL-Scouts zeigen.


    Goalie Kevin Pasche im Blickpunkt – die Schweizer Junioren konnten sich an der U-20-WM in Kanada nur in einem Spiel den NHL-Scouts zeigen. Foto: Freshfocus

    82’356 Zuschauer. Oder durchschnittlich 11’765 in jedem der sieben Spiele. So viele Fans wohnten 2018/19 den Schweizer Partien an der letzten richtigen U-20-WM in Nordamerika bei. Das Turnier in Vancouver war das, wofür es seit Jahrzehnten bekannt ist: Das grösste weltweite Stelldichein der Stars der Zukunft unter gewaltiger öffentlicher ­Anteilnahme. Bester Schweizer Skorer war mit sieben Punkten Philipp Kuraschew, das Team von Christian Wohlwend belegte den starken vierten Platz.


    Die letzten beiden Jahre fand die WM wieder in Kanada statt, aber unter dem Joch der Pandemie. Im Vorjahr wurde in Edmonton ohne Zuschauerinnen gespielt, nun in Edmonton und Red Deer mit maximal 50 Prozent Auslastung. Am 27. Dezember wollten 1934 Kiebitze das Schweizer Spiel gegen Russland sehen. Es war das Einzige vor dem Corona-Ende.

    Alle Scouts sind da

    Ein Fiasko für den internationalen Verband IIHF, dem viel Geld entgeht, und für die kanadischen Organisatoren, die ihr Flaggschiff zum zweiten Mal in Serie nicht adäquat präsentieren können. Ein Desaster vor allem aber für alle talentierten Spieler – sie ­verpassen den klaren Höhepunkt ihrer Juniorenzeit. Das Turnier, in dem sie sich inspirieren lassen und vor den Augen aller wichtigen Scouts wichtige, ja oft karrierebeeinflussende Schritte auf dem Weg zu internationaler Glorie machen können. So wie Kuraschew, der nun schon knapp 80 NHL-Spiele absolviert hat. Und so wie seine damaligen Teamkollegen Akira Schmid und Janis Moser, die unlängst in der besten Liga der Welt debütierten.

    Viele Spieler können nur einmal an einer U-20-WM teilnehmen. Extrem bitter ist es auch, wenn man zwei Möglichkeiten hat, ­unverschuldet keine davon richtig nutzen kann und dann altersmässig ausscheidet. So wie sieben Schweizer: Goalie Henauer, die Verteidiger Meier und Delémont sowie die Stürmer Allenspach, Derungs, Hofer und Knak. Die IIHF liess verlauten, man plane, das Turnier diesen Sommer nachzuholen. Es wäre vorab diesen Spielern zu gönnen.

    Ausstiegsklausel verstreicht ungenutzt: Rikard Grönborg bleibt Trainer der ZSC Lions

    Bis um Mitternacht an Silvester hätte Rikard Grönborg aus seinem Vertrag bei den ZSC Lions aussteigen können. Der Schwede liess die Option nicht überraschend ungenutzt – er hätte damit nur seine Position geschwächt.

    Nicola Berger (NZZ)


    Weiter im feinen ZSC-Zwirn: Rikard Grönborg.

    Weiter im feinen ZSC-Zwirn: Rikard Grönborg.

    Walter Bieri / KEYSTONE

    Rikard Grönborg hatte sich in den letzten Wochen jeder erdenklichen verbalen Verrenkung bedient, um der Frage auszuweichen, ob er seine Ausstiegsklausel per 31. Dezember denn nun aktivieren werde. Er sei heute ZSC-Trainer und möge diese Stadt, sagte der Schwede etwa nach dem erdauerten 3:2-Sieg nach Verlängerung gegen die SCL Tigers kurz vor Weihnachten, dem finalen Auftritt im Jahr 2021. Alles andere sei «Spekulation», sein Lieblingswort in den letzten Monaten. Davon hatte es in den vergangenen Wochen tatsächlich reichlich gegeben. Verschiedene Medien brachten ihn mit Engagements in der KHL und NHL in Verbindung. Und Grönborg, 53, selbst kokettierte immer wieder mit beruflichen Möglichkeiten in Nordamerika. Selbst seine Vorgesetzten waren bis zuletzt nicht darüber informiert, ob der Trainer sich verabschiedet.

    Doch konkret war offenbar nichts, weshalb der Coach seine Vertragsoption ungenutzt verstreichen liess. Sie war ohnehin auf einen rätselhaften Zeitpunkt gesetzt: Hätte er sie nun aktiviert, wäre sein letztes Vertragsjahr, 2022/23, ungültig geworden. Er jedoch bis zum Ende der laufenden Saison weiter in Zürich im Wort gestanden. Aus der Sicht von Grönborg und dessen Agenten ergab es wenig Sinn, diesen Pfad zu beschreiten - es sei denn, anderswo hätte die wohlige Sicherheit eines üppig dotierten Mehrjahresvertrags gewartet.

    Es ist nicht auszuschliessen, dass sich das im Sommer ändert und Grönborg dann um die Freigabe ersucht. Nach seinen ersten, wechselhaften zweieinhalb Jahren in Zürich muss es nicht sein, dass der ZSC sich einer Veränderung kategorisch entgegenstellt.

    Vorerst aber bleibt Grönborg im ZSC – und noch immer ist es ja möglich, dass die Zürcher ihre bisher unbefriedigende Saison retten. Das Lazarett lichtet sich, unter anderem steht der amerikanische Stürmer Garrett Roe vor dem Comeback. Für den ZSC geht es ab Sonntag mit dem Heimspiel gegen Gottéron darum, den sanften Aufwärtstrend von zuletzt drei Siegen in Serie zu bestätigen. Vielleicht ist es da zuträglich, dass die Trainerdiskussion fürs Erste erstickt ist.

    Es muss ein klares Statement raus, alles andere ist amateurhaft!

    Wie ich gedacht habe: Kein Statement.

    Der Artikel von Zaugg dazu wurde schon gepostet. Gut für Gröni, ob es für den ZSC aufgeht werden wir sehen, habe da so meine Zweifel.

    Acht positive Coronatests bei Servette

    Nun auch noch Servette. Acht Spieler wurden bei den Genfern positiv auf das Coronavirus getestet. Der Club wartet nun auf den Entscheid des Kantonsarztes, wie es weitergeht. Servette sollte kommende Woche gegen Ambri und Lausanne spielen.

    Zur Zeit befinden sich fünf Mannschaften in Quarantäne: Davos, Zug, Lugano, Lausanne und Ajoie. Vor Jahresende wurden auch bei den ZSC Lions drei Spieler positiv getestet, und auch bei Rapperswil-Jona Lakers gibt es Corona-Fälle.

    Die Ergebnisse der gestrigen PCR-Tests der ganzen Mannschaft liegen vor: Drei Spieler wurden positiv getestet. Sie befinden sich in Isolation. Stand jetzt kann das Spiel gegen Fribourg am Sonntagnachmittag stattfinden.

    Unterbruch (noch) kein Thema

    National League spielt vorerst weiter – und passt Regeln an

    Der Meisterschaftsbetrieb im Schweizer Eishockey wird vorerst weitergeführt. Ein Unterbruch würde gemäss den Clubs aus «sportlichen und wirtschaftlichen» Gründen keinen Sinn machen.

    Marco Keller
    Marco Keller (TA)

    «Solange wir von den Behörden die Erlaubnis haben, ist es richtig, dass wir weitermachen»: Die National-League-Clubs haben beschlossen, dass die Meisterschaft nicht unterbrochen wird.


    «Solange wir von den Behörden die Erlaubnis haben, ist es richtig, dass wir weitermachen»: Die National-League-Clubs haben beschlossen, dass die Meisterschaft nicht unterbrochen wird. Foto: Claudio Thoma (Freshfocus)

    Die Corona-Fallzahlen steigen vor allem wegen der aggressiven Omikron-Variante rasch massiv an, in den letzten Tagen kam es hierzulande nicht nur zur Last-Second-Absage des Spengler-Cups, sondern auch zu mehreren Verschiebungen von National-League-Partien vom Jahresanfang 2022. Aktuell sind mit Davos, Zug, Lugano sowie neu auch Lausanne und Ajoie fünf Teams in Quarantäne, dazu gab es zahlreiche Corona-Fälle in Rapperswil, die ebenfalls Partien verunmöglichen, sowie je zwei positive Testresultate in Bern und Langnau.


    Spielplangestalter Willy Vögtlin leistet wieder einmal Akkordarbeit. Bis und mit 8. Januar sind aktuell neun Spiele vorgesehen, dem stehen elf Verschiebungen gegenüber. Weitere Modifikationen dürften in Kürze folgen. Ebenfalls positiv getestet wurden drei Schiedsrichter, sie befinden sich in Isolation.

    Trotz der aktuellen Lage und der wenig erbaulichen Aussichten für die kommenden Wochen haben sich die Clubs am Donnerstag in einer Videokonferenz zum Weiterspielen entschieden. Ganz nach dem Motto: «Jedes Spiel, das durchgeführt werden kann, ist ein gutes Spiel.» Für ein Weitermachen sprechen neben finanziellen Aspekten – bei einem freiwilligen Unterbruch gäbe es keine Entschädigungen – unter anderem auch der bereits sehr enge Spielplan sowie die Olympia-Pause (29. Januar bis 21. Februar). In jener Zeit könnten verschobene Partien zwar im Prinzip nachgeholt werden, allerdings würden jene Clubs, die viele Spieler nach Peking abstellen müssen, ganz besonders bestraft.

    Zwei Änderungen werden per sofort eingeführt: Erstens wird die minimale Grösse eines Teams zum Bestreiten einer Partie von 12 Feldspielern plus 1 Goalie auf 15 + 1 angehoben, zweitens wird die Tabelle wie in der Schlussphase der letzten Saison nach dem Prinzip «Points per games played» geführt, der Punktequotient entscheidet also über die Platzierung. Aktuell hat dies zur Folge, dass Meister Zug die Rapperswil-Jona Lakers überholt und auf den zweiten Rang hinter Leader Fribourg-Gottéron vorstösst. Ziel ist es, möglichst viele Spiele der Regular Season auszutragen und idealerweise alle Playoff-Serien im Best-of-7-Modus. Das Pre-Playoff wird nach best of 3 gespielt.


    Marco Werder, CEO des HC Lugano, ist überzeugt, dass der Entscheid weiterzuspielen aus «sportlichen und wirtschaftlichen Gründen» Sinn macht: «In der Pandemie haben wir gesehen, dass nur eines sicher ist, nämlich die Unsicherheit. Wir fokussieren auf das, was wir beeinflussen können, und solange wir von den Behörden die Erlaubnis haben, ist es richtig, dass wir weitermachen.» Das sieht auch Peter Zahner so, Werders Pendant bei den ZSC Lions: «Stand heute ist das der absolut richtige Entscheid. Wir müssen die Meisterschaft ja irgendwie über die Bühne bringen.»

    Natürlich können die Entscheide schon wieder Makulatur werden, falls der Bundesrat, der an Silvester eine kurzfristig anberaumte Telefonkonferenz abhält, die Massnahmen in Bälde verschärfen sollte. In einem solchen Fall müssten die Clubs dann wohl als Nächstes wieder ohne Zuschauer spielen.

    In der Swiss League sind schon 15 Spiele verschoben

    Ebenfalls getagt hat die Swiss League. Auch auf zweithöchster Stufe sind aktuell fünf Teams nicht spielfähig, wegen Quarantäneanordnungen (Langenthal, EVZ Academy) oder zu vieler Corona-Fälle (Winterthur, Thurgau, Olten). Hier mussten schon 15 Partien verschoben werden – Tendenz unlängst enorm steigend. Zwischen den Festtagen war eine Doppelrunde angesetzt, ausgetragen werden kann davon einzig am Donnerstag das Duell zwischen Kloten und den Ticino Rockets.

    Die Modusänderungen der National League gelten auch im Unterhaus. Ein Teil der verschobenen Spiele soll in der ursprünglich angedachten Pause vom 31. Januar bis zum 9. Februar nachgeholt werden, zusätzlich könnten bei Schiedsrichtermangel aus Covid-Gründen Spiele im altbekannten 3-Mann-System geleitet werden. Damit ein Meister erkoren werden kann, müssen alle Teams mindestens 37 Qualifikationsspiele absolviert haben.

    Nichts kommunizieren ist immer schlecht!

    Variante 1: Grönborg zieht die Option nicht, Vertrag verlängert sich auf Ende 22/23. klares Statement!

    Weiss ja eigentlich jeder aber gut, ist schon professioneller wenn man das noch so verkünden würde.

    am besten unterbrechen.

    Das löst aber rein gar nichts, im Gegenteil, es wird noch trostloser! Das Problem löst sich nicht mit aussitzen, das sollte langsam klar werden.

    Weiter spielen, allenfalls die Saison verkürzen. Im Februar hat es nun genügend Termine um Spiele nachzuholen.

    Bin gespannt, ob und falls ja wann etwas bezüglich Grönborg kommuniziert wird.

    Was sollen sie kommunizieren? Er wird seine Option NHL nicht ziehen da er kein Angebot hat. Er hat noch Vertrag bis Ende nächste Saison. Der ZSC wird vorerst nichts machen. Läuft es schlecht wird er ev. während der Saison oder am Ende entlassen und sie müssen noch ein Jahr zahlen.