Beiträge von Larry

    Als die Blackhawkes kamen und gegen sie ohne ihre Stars Toews und Kane spielten, wurden die Bündner mit 2:9 geklatscht und nach Hause geschickt. Es ist einfach eine Mär, dass der HCD immer volles Tempohockey gespielt hat.

    War dabei! Es stimmt einfach nicht das in der Schweiz schnelles (schnelleres Hockey) gespielt wird! Malgin ist in der CH einer wenn nicht der schnellste, war er in der NHL nie!

    Die Panthers schlagen die Flyers und stellen den Rekord der Blackhawks aus der Saison 63/64 ein: 11 Heimsiege zum Start der Saison! Am Samstag gegen die Kraken können sie einen neuen Rekord aufstellen - bin dabei!

    Habe das Spiel am TV verfolgt und was mir im Vergleich zum ZSC aufgefallen ist: Die talentierten Panthers haben sich gegen die eher limitierten Flyers sehr schwer getan und man gewinnt ein solches Spiel nur mit harter, sehr harter Arbeit!

    Der ZSC sollte sich das vielleicht mal zu Herzen nehmen.....

    Ich frage mich, ob in der NHL auf mentaler Ebene mehr gemacht wird als bei uns?


    Deshalb meine Frage bezüglich NHL. Oder gibts dort auch Teams, bei welchen auf einmal niemand mehr seine gewohnte Leistung abrufen kann?

    Wenn ich Montreal (waren im Final, nun 29.) oder die Islanders (Platz 28, letzte 6 Spiele verloren) in der letzten und nun diese Saison sehe frage ich mich auch was da los ist.

    irgendwie habe ich immer das Gefühl, dass das Stadion so klein ist, aber das liegt wahrscheinlich daran, dass "hinten" nur 1 Rang ist und es so offen aussieht...

    Das Raymon James Stadium, nach der Eröffnung 1998 "Crown Jewel of the NFL" genannt wo bis jetzt drei mal der Super Bowl stattfand, ist mit einer Kapazität von 65'857 Plätzen eher an der unteren Grenze in der NFL. Obwohl die ganze Saison ausverkauft ist reicht dies nur für Platz 20 von 32 Teams. Von aussen wirkt es gewaltig, auch von innen wenn man die beiden Tribünen entlang den Spielfeld anschaut. Hinter den beiden Toren hätte man auch Tribünen hochziehen können, aber das Stadion wirkt so wie es ist viel besser. Dank riesiger HD Screens kann man das Spiel von jedem Sitz aus perfekt verfolgen.

    Der FCZ mit zwei Spielen und sechs Punkten mehr

    So gesehen half dieser Punktgewinn gegen Atalanta den Young Boys auch bei der Rechtfertigung ihres Weges. Es war ein Punkt, der womöglich nicht genügt für den Verbleib in den europäischen Wettbewerben – aber es war ein Punkt für die Selbstsicherheit, ein Punkt für die Moral.

    Denn was vielleicht auch noch fast unterging, in diesem Moment, als der Schiedsrichter einen Funken Mitgefühl zeigte und sich die Champions League aus der Stadt verabschiedete: dass YB am Sonntag im Spitzenkampf beim FC Zürich gastiert, bei einem hungrigen Herausforderer mit zwei Spielen und sechs Punkten mehr. Es gibt Leute, die finden, dass YB in der Super League unter einem gewissen Zugzwang steht – frei nach dem YB-Trainer Wagner könnte gesagt werden: Wer es so sehen möchte, kann’s gerne tun.

    Was Wagner wirklich sagte: Sie hätten sich in der zurückliegenden Länderspielpause gesagt, dass den Young Boys 2021 noch mehrere «richtig, richtig grosse Spiele» bevorstünden. Es liege nun an YB, «das Ganze wieder mit positiver Energie zu füllen, mit Teamspirit, mit Hunger und Gier. Und da haben wir heute einen ersten Schritt getan. Und wir haben nicht gesagt, wir wollen das nur einmal machen.»

    Wer es so sehen möchte, kann’s auch so tun: dass YB in den vergangenen acht Spielen nur einmal siegte; und dass der FCZ die Young Boys am Sonntag um neun Punkte distanzieren könnte, um neun Punkte, die YB in den Nachholspielen gegen Lugano und Basel nicht so kinderleicht aufholen könnte. Aber auf die Idee einer solchen Sichtweise kamen am Dienstagabend nicht viele. (NZZ)

    Für den Millionenvertrag liess er seine Liebsten sitzen

    Ein Glücksfall für ihn, ein kalkuliertes Risiko für seinen Club: Der Zürcher bekommt in Detroit alle Chancen, seine NHL-Karriere so richtig zu lancieren.

    Simon Graf
    Simon Graf

    Abklatschen mit den Teamkollegen: Pius Suter feiert eines seiner vier Saisontore.


    Abklatschen mit den Teamkollegen: Pius Suter feiert eines seiner vier Saisontore. Foto: Gregory Shamus (Getty Images/AFP)

    Manchmal ereilt einen die Zukunft schneller, als man ahnt. Pius Suter hatte an diesem Mittwochabend, dem 28. Juli, einige seiner Liebsten bei sich zu Hause zum Abendessen eingeladen, als in der NHL die «Free Agency» begann. Die Periode, ab der die Clubs die vertragslosen Spieler engagieren können – wie eben Suter. Um 18 Uhr ging es los, und der 25-jährige Zürcher hatte vor, die Angebote zuerst mal auf sich zukommen zu lassen und sich dann nach ein paar Tagen festzulegen.

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    Doch es wurde nichts aus dem gemütlichen Abend. «Ich hatte es völlig unterschätzt», sagt Suter schmunzelnd. «Statt bei meinen Gästen sass ich nur noch vor dem Laptop, die ganze Zeit verbunden mit meinem Agenten Georges Müller.» Dieser weilte in Ägypten in den Ferien, sortierte von da die Angebote und unterhielt sich mit den Clubverantwortlichen der Interessenten. Müller sagt: «Normalerweise sprichst du mit den Assistenz-GMs, aber Detroits Steve Yzerman meldete sich persönlich.»

    Die saftige Lohnerhöhung

    Gegen 23 Uhr hatten sie sich mit ihm auf einen Zweijahresvertrag für 6,5 Millionen Dollar brutto geeinigt. Im Schnitt mehr als das Dreifache dessen, was Suter in seiner ersten NHL-Saison bei Chicago verdient hatte (925’000 Dollar). Eine saftige Lohnerhöhung. Da galt es, so schnell wie möglich zuzupacken. Per Videochat stiessen Suter und Müller spätabends noch mit einem Bier auf den neuen Vertrag an.

    Reporterin Helene St. James, die die Red Wings seit 25 Jahren für die «Detroit Free Press» begleitet, sagt: «Steve wollte Suter unbedingt. Er brauchte einen Center für die zweite Linie. Der hatte die letzten Jahre schmerzlich gefehlt. Und Suter passt auch mit seinem Alter ideal zum Neuaufbau des Teams.»

    «Wenn sich Suter bewährt, muss es nicht bei zwei Jahren bleiben. Dann kann er fünf, sechs Jahre in der NHL spielen.»
    Helene St. James, Red-Wings-Insiderin

    Auch für Suter sei Detroit ein Glücksfall, ist St. James überzeugt. «Er bekommt hier die Gelegenheit, sich zu zeigen. Wenn er sich bewährt, muss es nicht bei zwei Jahren bleiben. Dann kann er fünf, sechs Jahre in der NHL spielen.» Und für Detroit sei seine Verpflichtung ein kalkuliertes Risiko. «Er verdient gut, aber nicht exorbitant viel. Und wenn er die Erwartungen nicht erfüllt, haben die Red Wings keinen langen Vertrag am Bein. Zwei Jahre, das ergibt Sinn. Viele finden sich erst im zweiten Jahr richtig zurecht in einem neuen Team.»

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     00:14

    Suter hatte einen diskreten Start in seine Premierensaison mit den Red Wings, blieb die ersten sechs Spiele ohne Skorerpunkt. Trotz reichlich Eiszeit, auch im Powerplay. Danach begann er zu punkten und schoss einige wichtige Tore. Inzwischen ist er nach 20 Spielen bei 7 Punkten angelangt, immerhin. «Es ist klar, wir müssen liefern, unsere Linie muss auch Tore schiessen», sagt er. «Die Chancen sind da, aber es macht noch nicht richtig klick.» New Kid in Town: Pius Suter wird gefeiert nach dem 2:1 im Heimspiel gegen Montreal.


    New Kid in Town: Pius Suter wird gefeiert nach dem 2:1 im Heimspiel gegen Montreal. Foto: Patrick Hauser

    In Chicago hatte er in seiner ersten NHL-Saison oft neben Starspieler Patrick Kane stürmen können und davon offensiv profitiert (27 Punkte in 55 Spielen), in Detroit führt er die zweite Reihe mit Robby Fabbri und dem jungen Tschechen Filip Zadina an. Und weil die Red Wings keine absolute Toplinie haben, muss die offensive Last auf viele Schultern verteilt werden. «Meine Leistungen waren bis auf zwei, drei Ausnahmen gut, aber punktemässig muss mehr kommen», sagt Suter selbstkritisch.

    Red-Wings-Insiderin St. James sagt, sie habe das Gefühl, dass er nur noch besser werde. «Er ist keiner, den wir oft in den Highlight-Shows sehen werden. Aber er spielt sehr smart. Und obschon er nicht riesig ist, scheut er sich nicht, vors Tor zu gehen.» Sie habe nur Gutes gehört über Suter, er sei mit seiner unkomplizierten Art sehr beliebt im Team.

    Da traf er gleich auf drei Spieler, mit denen er 2014/15 als 18-Jähriger bei Guelph in der Ontario Hockey League gespielt hatte, auf höchster kanadischer Juniorenstufe: auf die Stürmer Tyler Bertuzzi, Fabbri und Givani Smith. Bertuzzi, Suter und Fabbri waren damals die Nummern 1, 2 und 4 der internen Skorerliste.

    Der Impfverweigerer

    Bertuzzi ist auch in Detroit einer der Produktivsten, doch vor allem provozierte er Schlagzeilen mit seiner Weigerung, sich gegen das Coronavirus impfen zu lassen. Als Ungeimpfter verpasst der Kanadier alle neun Spiele in seiner Heimat und büsst über 400’000 Dollar seines Lohns ein. Suter sagt dazu: «Uns wurde im Camp gesagt, dass er sich nicht impfen lasse. Damit war die Sache abgehandelt.»

    Gemäss St. James ist Bertuzzi inzwischen der einzige ungeimpfte NHL-Stammspieler. Eigentlich könnten die Wings nicht auf ihn verzichten. Denn lange erfolgsverwöhnt, haben sie seit 2017 stets das Playoff verpasst. Yzerman hat ihnen nun wieder Leben eingehaucht. Er hat einen Kern versammelt mit Spielern im Alter zwischen 24 und 26, dazu kommen zwei herausragende Neulinge: der deutsche Verteidiger Moritz Seider (20) und der schwedische Shootingstar Lucas Raymond (19). Nur Augen für den Puck: Pius Suter und Dallas-Stürmer Tyler Seguin (#91).


    Nur Augen für den Puck: Pius Suter und Dallas-Stürmer Tyler Seguin (#91). Foto: Tom Pennington (Getty Images/AFP)

    Diese erlebten kürzlich in Las Vegas die feuchtfröhliche «Rookie»-Taufe. Die Spielerstadt ist beliebt für dieses Initiationsritual, das immer noch in jedem NHL-Team gang und gäbe ist.

    Die Red Wings waren bisher oft unterwegs. Er habe noch kaum Zeit gehabt, seine neue Heimat kennenzulernen, sagt Suter. Er wohnt in Royal Oak, einem schmucken Vorort 20 Autominuten ausserhalb von Detroit mit rund 60’000 Einwohnern. «Aber die Stadt Detroit ist besser als ihr Ruf», wirft Suter ein. Und die Begeisterung der Leute fürs Eishockey sei gross. Nicht umsonst wird Detroit «Hockeytown» genannt.

    «Ich brauchte ein Auto, also habe ich mir eines gekauft. Sonst nichts. Ich habe ja auch erst zwei Gehaltschecks erhalten.»
    Pius Suter

    Hat er sich, da er einen Millionenvertrag erhalten hat, schon etwas Grösseres geleistet? «Ich brauchte ein Auto, um zu pendeln, also habe ich mir eines gekauft», sagt er. «Sonst nichts. Ich habe ja auch erst zwei Gehaltschecks erhalten. Und ich wüsste gar nicht, was ich mir kaufen sollte. Ich habe ja alles.»

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    Damit er in Michigan fahren darf, musste er nochmals eine Autoprüfung machen. «Theorie, dann kurz fahren und parkieren. Nach 15 Minuten war es vorbei. Die sahen ja auch, dass ich schon fahren konnte.» Die Prüfungen auf dem Eis sind anspruchsvoller für ihn, als Schlüsselspieler in einem jungen Team, das so lange wie möglich ums Playoff kämpfen möchte.

    Ich stelle einfach fest das wir beim ZSC nun seit Jahren (!) mit Gehirnerschütterungen zu kämpfen haben die schon zum Ende der Karriere (Nilsson, Blindi) geführt haben. Bei den Florida Panthers oder bei Tampa sehe ich das nicht obwohl dort das Tempo höher ist aber halt auch der Ausbildungsstand und wohl eben auch der Respekt!

    ich habe so ziemlich das Spiel verschlafen & bin pünktlich zum Schluss wieder wach geworden… danke für die Infos & fröhliche Rückreise!

    Erster Drive, erster TD! Wie ein heisses Messer durch Butter! Ohne den INT von Brady hätten die Giants gar keinen TD zu Stande gebracht. So wurde das Spiel souverän zu Ende gespielt, Mike Evans ist neuer Rekordhalter für TD's bei den Bucs, es geht weiter. Wir konnten so etwas früher gehen, haben dem Verkehr ein Schnippchen geschlagen und waren früher als erwartet wieder zu Hause. War gut wieder einmal im Stadion gewesen zu sein! Fire the cannons!:geil:

    Mein Senf zum Artikel und zu den vielen Gehirnerschütterungen die in der Schweiz passieren, auch im Unterschied zur NHL: In der Schweiz wird dreckig gespielt und niemand stoppt das! Es fehlt der Respekt vor der Gesundheit des Gegners!

    Rikard Grönborg vs. John Fust

    «Kopfjäger!» – diese Fehde begann bereits vor sechs Jahren

    Die Trainer der ZSC Lions und des Lausanne HC gerieten am Sonntag heftig aneinander – schon wieder. Ihre Geschichte reicht zurück bis auf die U-20-WM in Finnland.

    Kristian Kapp
    Kristian Kapp

    Hätten Sie ihn erkannt? Rikard Grönborg vor fast sechs Jahren, damals noch in Diensten des schwedischen Eishockeyverbands.


    Hätten Sie ihn erkannt? Rikard Grönborg vor fast sechs Jahren, damals noch in Diensten des schwedischen Eishockeyverbands. Foto: Stuart Franklin (Getty Images)

    Ein Trainerstab mit Headcoach Rikard Grönborg, der Zeter und Mordio schreit wegen eines gegnerischen Staffs mit Chef John Fust an der Bande: Das sahen wir am Sonntag nach ZSC - Lausanne, dem neuesten «Hassduell» im Schweizer Eishockey. Die Playoff-Serie zwischen den beiden Teams war schon im April aus dem Ruder gelaufen, nachdem Lausannes Mark Barberio Sven Andrighetto kopfvoran in die Bande befördert hatte, dafür sechs Spielsperren kassierte und auch der ZSC-Stürmer für einen Crosscheck gegen den Kopf von LHC-Stürmer Charles Hudon für ein Spiel aussetzen musste.

    Nun stand am Sonntag beim 1:0-Sieg der Lions in Zürich erneut Barberio im Mittelpunkt. Sein Crosscheck ins Gesicht von ZSC-Stürmer Garrett Roe hatte doppelt Folgen: Roe wird wegen eines Kieferbruchs wochenlang ausfallen, gegen Lausannes Captain wurde ein Verfahren eingeleitet. Für noch mehr Wirbel sorgte indes ZSC-Headcoach Grönborg, der nach dem Spiel zusammen mit seinem Assistenten Peter Popovic Fust und dessen Staff sowie den LHC als Ganzes beschimpfte und auch später in Interviews, als er sich wieder beruhigt hatte, zum verbalen Rundumschlag gegen die Waadtländer ansetzte.

    Tatort U-20-WM in Helsinki

    Und damit zurück zum Trainerstab mit Headcoach Rikard Grönborg, der Zeter und Mordio schreit wegen eines gegnerischen Staffs mit Chef John Fust an der Bande. Am 26. Dezember 2015 war da schon mal was, und das zog noch viel weitere Kreise als der aktuelle Vorfall. An der U-20-WM in Helsinki geriet das Duell zwischen Schweden und der Schweiz (8:3) aus den Fugen. Headcoach der Schweden? Grönborg. Cheftrainer der Schweiz? Na klar: Fust.

    Das Politikum: William Nylander, kommender Superstar der Schweden und vor allem der Toronto Maple Leafs. Die Tat: ein Check des Schweizers Chris Egli, bei dem Nylander k. o. ging. Als würde das nicht reichen, kamen noch mehr Vergehen dazu: jene von Fabian Heldner und Calvin Thürkauf, die zwei weitere verletzte Schweden sowie ebenfalls Restausschlüsse für die beiden Schweizer zur Folge hatten. Ebenfalls sechs Jahre her, aber unverkennbar: Der heutige Lausanne-Trainer John Fust an der Schweizer Bande.


    Ebenfalls sechs Jahre her, aber unverkennbar: Der heutige Lausanne-Trainer John Fust an der Schweizer Bande. Foto: Alexander Hassenstein (Getty Images)

    Schweizer und Schweden logierten während der WM im selben Hotel, man lief sich also noch gleichentags und für den Rest des Turniers über den Weg. Wie damalige Teilnehmer der Schweizer Delegation belegen können, konnten zumindest dort die Wogen sehr schnell wieder geglättet werden. Doch via Zeitungen und soziale Medien liessen der schwedische Staff und auch die Fans die Schweizer klar und deutlich wissen, was sie von ihnen hielten: «Kopfjäger» seien Fust und sein Team. Das brachte die Eishockeywelten Schwedens und von Toronto auf die Palme: Der Check von Chris Egli gegen William Nylander. Video: TSN/Youtube

    Das mediale Interesse am Turnier war enorm in Kanada, dem Mutterland des Eishockeys, denn es war eine unfassbar gut besetzte U-20-WM: Jesse Puljujärvi, Sebastian Aho, Mikko Rantanen, Patrik Laine, Auston Matthews, Mitch Marner, Matt Barzal, Brock Boeser, Matthew Tkachuk, Zach Werenski, Kirill Kaprizov, Thomas Chabot, Joel Eriksson Ek, Ilja Samsonow, Mackenzie Blackwood und noch einige weitere heutige NHL-Topspieler waren nebst Nylander dabei. Im Schweizer Kader standen zudem der damals erst 16-jährige Nico Hischier und der heutige ZSC-Stürmer Denis Malgin.

    Aus kanadischer und schwedischer Sicht spielte aber vor allem dies eine grosse Rolle: Der kommende Superstar Nylander wird von einem unbekannten und ungedrafteten Schweizer ins Spital gecheckt. Vorwürfe an Egli und die Schweizer kamen auch vom kanadischen TV-Sender TSN.

    Teenager Egli am Pranger

    Was folgte, war vor allem für Egli ein riesengrosser Shitstorm via soziale Medien, der damals 19-Jährige wurde von kanadischen und schwedischen «Fans» rund um die Uhr übelst beschimpft. Egli wurde für drei Spiele gesperrt, für Nylander war das Turnier nach dem ersten Spiel vorbei, seine Karriere als Junioren-Nationalspieler Schwedens ebenfalls, nie mehr lief er für die U-20 auf.

    Wenn also Grönborg am Sonntag gegenüber Fust die Contenance verlor und ihm auch die grundsätzliche Berechtigung als Coach absprach, weil er seine Spieler nicht im Griff habe, dürften tief im Innern des Schweden auch Erinnerungen an 2015 wach geworden sein.

    weisst Du per Zufall, ob es wirklich so wenig Pullover für Kids gibt?
    Im Online Shop hatte es eine riesige Auswahl für Erwachsene, wo ich zugeschlagen habe, aber leider nur sehr wenig für Kinder.
    Fire the cannons & pirates wäre der Renner für meinen Kleinen :)

    Hm....hab schnell reingeschaut....scheint im Moment vieles ausverkauft zu sein. Tampa ist SB Champion, da kommen viele Bandwagon Fans dazu. Dann haben wir bald Weihnachten.....plus Lieferengpässe.....

    Geld, ein Stadion und Know-how: Der Lausanne HC hätte alles, um Erfolg zu haben – nur die Ruhe will er nicht finden

    Seit der ehemalige NHL-Profi und Spieleragent Petr Svoboda in Lausanne das Sagen hat, geht es wie auf dem Basar zu und her. Spieler werden in der Liga herumgeboten. Das führt zu Verunsicherung und Vertrauensverlust – ob das der Nährboden ist für den ersehnten Titelgewinn?

    Ulrich Pickel (NZZ) John Fust ist der dritte Lausanne-Trainer in drei Jahren – der Klub bewegt sich weit weg von seinen Ansprüchen.

    John Fust ist der dritte Lausanne-Trainer in drei Jahren – der Klub bewegt sich weit weg von seinen Ansprüchen.

    Michael Buholzer / Keystone

    Seit Ende Mai 2020 ist in Lausanne alles auf Erfolg getrimmt. Mit dem russisch-amerikanischen Geschäftsmann Gregory Finger und den Tschechen Zdenek Bakala und Petr Svoboda übernahm ein finanziell potentes Trio den ambitionierten Klub, um im nagelneuen Stadion den Traum vom Meistertitel zu realisieren. Finger und Bakala bleiben im Hintergrund. Nach aussen sichtbar ist nur Svoboda.

    Und dieser hat es geschafft, zu einer Reizfigur zu werden. Zweifel an der Kompetenz gibt es keine, bringt er doch als langjähriger NHL-Spieler und erfolgreicher Spieleragent massenhaft Erfahrung mit. Aber fragwürdig ist der Führungsstil des 55-Jährigen.

    Joel Genazzi: ein typischer Fall

    In bester NHL-Manier bietet er Spieler anderen Klubs an, in der Absicht, Tauschgeschäfte abzuwickeln. Doch anders als in der NHL gilt hierzulande das Schweizer Arbeitsgesetz, und das erlaubt keinen Stellenwechsel ohne Plazet des Arbeitnehmers. Seit Svoboda das Sagen hat, wurden wahrscheinlich trotzdem etwa drei Viertel der Mannschaft in der Liga anderen Klubs offeriert.

    Das jüngste Beispiel: Joel Genazzi, 33-jähriger Verteidiger, Gewinner von WM-Silber 2018, ein Mann, der in jedem Kader der Liga einen Platz auf sicher hätte. Im Herbst fiel er in Ungnade, er war zeitweise überzählig. Genazzi wurde anderen Klubs angeboten, dann erhielt er einen Anruf von Svoboda – und was geschah? Ihm wurde nicht wie erwartet der Abschied mitgeteilt. Stattdessen erhielt er wie aus dem Nichts einen Dreijahresvertrag, den er unterschrieb. Ein nagelneues Stadion, doch der Erfolg fehlt: die Vaudoise aréna wurde 2019 eröffnet.

    Ein nagelneues Stadion, doch der Erfolg fehlt: die Vaudoise aréna wurde 2019 eröffnet.

    Laurent Gillieron / Keystone

    Die Kehrtwende zeigt, wie Lausanne mit Svoboda funktioniert. Es geht um Kommunikation, Wertschätzung und Wankelmütigkeit – Ruhe kommt so keine auf. Wird einem Spieler mitgeteilt, dass man ihn loswerden will, erzeugt dies Verunsicherung. Kommt dann kein Deal zustande, ist die Folge ein Vertrauensverlust. Ein solcher kann mit einem neuen und gut dotierten Kontrakt vielleicht übertüncht werden – aber ob dies der Nährboden für Erfolg ist?

    Chaotisch ging es Ende Oktober auch auf dem Lausanner Eis zu und her. Der EVZ-Stürmer Dario Simion wurde von einer Schlittschuhkufe am Unterschenkel getroffen und zog sich eine Schnittwunde zu. Für solche Fälle gibt die Liga klare Regeln vor, für die Umsetzung ist der Platzklub zuständig. Doch bis Simion medizinisch betreut wurde, verstrichen Minuten, weil Lausannes Arzt zunächst nicht erreichbar war. Schliesslich wurde Simion mit einem Material-Bus ins Spital gefahren. Der EV Zug protestierte, die Liga-Führung forderte Lausanne auf, das Konzept anzupassen. Petr Svoboda, Mitbesitzer und der starke Mann des Lausanne HC.

    Petr Svoboda, Mitbesitzer und der starke Mann des Lausanne HC.

    Jean-Christophe Bott / Keystone

    Vorfälle wie jene mit Genazzi und Simion kontrastieren mit den Ambitionen der Westschweizer. Auf die Frage, wie er sich nach einem Jahr in der hiesigen Liga zurechtfinde, sagte Svoboda in einem NZZ-Interview Mitte April selbstsicher: «Wir sind relativ neu hier. Es ist ein Lernprozess. Manche Dinge versteht man, manche nicht. Aber wir hören zu und finden uns immer besser zurecht.»

    John Fust: wie lange noch?

    Da sind Zweifel angebracht, auch den Trainer betreffend. Er heisst John Fust und ist nach Ville Peltonen und Craig MacTavish der dritte Coach innert drei Jahren. Fust, 49, wirkt in Lausanne seit vier Jahren in diversen Funktionen und kennt die Verhältnisse. Ob er der richtige Mann ist, um die Meisterträume zu verwirklichen, steht hingegen auf einem anderen Blatt. Als grösster Erfolg in seinem Trainer-Palmarès steht die erstmalige Play-off-Qualifikation mit den SCL Tigers 2011.

    Der Erfolg im bisherigen Meisterschaftsverlauf fällt bescheiden aus, in der letzten Saison war schon im Viertelfinal gegen die ZSC Lions Schluss – eine Enttäuschung. Bringt Fust die Equipe nicht weiter, dürfte auch seine Ära von kurzer Dauer sein.

    Am Sonntag spielte Lausanne im Hallenstadion. Die gehässige Partie gegen den ZSC zeigte, wie sehr da wie dort die Nerven angespannt sind – vom eigenen Anspruch ist man in Zürich genauso weit entfernt wie in Lausanne. Die Lions gewannen 1:0; Fust ist mit sechs Niederlagen in den letzten zehn Spielen im Elend. Der ZSC-Coach Rikard Grönborg kann kurz durchatmen. Aber das ist eine andere Geschichte.