Beiträge von Larry

    Kleine Einschätzung Stand heute:

    Positiv überrascht: Davos (!), Rappi, (!) Biel

    Negativ: Servette, Lugano, Lausanne, ZSC

    Rest in etwa wie erwartet.

    Den Titel traue ich wegen der Goalie Situation nur Zug (Genoni), Fribourg (Berra) und dem ZSC (mit Flüeler) zu.

    Die Goalies in Davos, Biel oder anderswo müssen mich erst überzeugen Meistergoalies zu sein. Das gilt auch für Waeber.

    Hätte das 1:1 von Toronto gegen Boston hier in der Schweiz gezählt?

    Machst Du Witze?:rofl:

    Die Panthers schlagen auch die Canes, Nummer 1 in der NHL und nach 60 Minuten immer noch ungeschlagen!8):geil:

    Niederreiter war nur scratch, die Schweizer mit Ausnahme von Josi und Meier bis jetzt mau.

    Und ja, Malgin macht ein Super-Tor mit seinem Speed und seiner geilen Technik. Erwarte auch von ihm mehr. Vor allem mehr "echten" Einfluss auf's Spiel.

    Malgin steht nun bei mehr als einem Punkt pro Spiel, Topskorer. Du wirst keinen gross anderen Malgin sehen, dann dies IST Malgin! So habe ich ihn nun Jahre beobachten können. Noch zum Speed: Hier in der angeblich "schnellen" Liga fährt er allen davon, das war ihm in der NHL nicht möglich!

    Die Lakers schafften es als erstes Team in der laufenden Meisterschaft, zwei und mehr Drittel lang dem EVZ keinen Torerfolg zuzustehen. Und die St.Galler fügten den Zentralschweizern mit drei Toren Differenz die bislang höchste Niederlage in der laufenden NL-Saison zu. Zudem bremsten die Lakers abermals ein formstarkes Teams aus. Sie hatten bereits die Erfolgsserien von Fribourg-Gottéron (10) und Davos (7) beendet. Nun sind die Lakers selbst das «heisseste» Team der Liga.(watson):shock:

    Der Z hat klar kommuniziert, dass zu einem späteren Zeitpunkt über eine Verlängerung diskutiert wird.
    Und nun hat Flühli selber entschieden, wurde ihm der Druck zu gross ?

    Denke nicht. Im Interview oben sagt er ja es hätte eine Möglichkeit gegeben für ihn zu bleiben, aber die Gelegenheit in der Privatwirtschaft einzusteigen war eben auch gut. Denke passt für beide!

    Rücktritt von Lukas Flüeler

    «Nicht, dass es heisst: Es ist langsam Zeit, dass er packt»

    Der vierfache ZSC-Meistergoalie überzeugt diese Saison wieder, nun hat Lukas Flüeler mit 33 überraschend den Rücktritt per Ende Saison angekündigt. Das steckt dahinter.

    Simon Graf
    Simon Graf
    Publiziert heute um 12:58 Uhr


    Den Blick nach vorne gerichtet: Lukas Flüeler wechselt im Frühjahr 2022 in die Privatwirtschaft.


    Den Blick nach vorne gerichtet: Lukas Flüeler wechselt im Frühjahr 2022 in die Privatwirtschaft. Foto: Thomas Egli

    Am Freitagabend siegten Sie mit den ZSC Lions noch 4:1 in Lugano, nun geben Sie Ihren Rücktritt per Ende Saison bekannt. Wie kam es dazu?

    Ich bin heute um 7 Uhr aufgestanden und habe es entschieden. (lacht) Nein, natürlich nicht. Der Prozess begann vor einem guten Monat, als Sie ein Interview mit mir führten. Gedanken machte ich mir schon vorher. Schon vor dieser Saison. Ich sagte mir nach der verpatzten letzten Saison: Ich will nochmals um einen Vertrag kämpfen, mein bestes Eishockey zeigen, alles andere ausblenden. Ich hatte inzwischen sehr positive Gespräche mit Sven (Leuenberger, dem Sportchef). Er gab mir Zeit, mir das Ganze durch den Kopf gehen zu lassen. Ich arbeite ja schon jetzt gleichzeitig nebenbei, 30 Prozent bei der Swiss Life. Nun hat sich da eine Möglichkeit ergeben, die ich packen wollte.


    Was heisst gute Gespräche mit Leuenberger? Hat er Ihnen einen Vertrag angeboten?

    Es hätte schon eine Lösung gegeben. Aber es ging nicht darum, wie viel Geld oder wie viele Jahre. Sondern zuerst einmal darum, den Puls zu spüren. Ob ich nochmals bleiben könnte in dieser Rolle. Die November-Pause ist immer eine Zäsur, in der entschieden wird. Es hätte schon eine Möglichkeit gegeben. Aber ich entschied mich dagegen.

    Sie wurden gerade 33. Normalerweise spielen Goalies bis 35, 36. Zugs Leonardo Genoni ist noch ein Jahr älter als Sie. Wieso schon jetzt?

    Es ist bei jedem individuell. Jeder hat seine Vorstellung, wann, wie und wo er seine Karriere beenden möchte. Für mich war klar: Ich möchte, wenn ich abtrete, noch ein Goalie sein, der in den Spiegel schauen kann. Ich bin sehr glücklich damit, wie ich in dieser Saison zum Siegen zurückgefunden habe. Und ich möchte meine Karriere beenden, da mein Körper noch mitmacht. Es ist der richtige Zeitpunkt.

    Welche Möglichkeit hat sich für Sie ergeben bei der Swiss Life?

    Ich arbeite jetzt schon bei der Swiss Life in einem mega lässigen Team. Ich komme aus dem Teamsport und habe da ein ähnliches Arbeitsklima. Wir haben es sehr gut miteinander. Ich arbeite im Project Controlling. Das heisst: Alle Projekte, die durch die Swiss Life laufen, gehen bei uns durch. Sei das IT, HR, und so weiter. Es ist sehr spannend. Ich freue mich, da weiterzumachen. Und umso schöner ist, dass die Swiss Life noch einen Bezug zum neuen ZSC-Stadion hat, der Swiss Life Arena.

    Werden Sie auch beim Stadion involviert sein?

    Nein, da bin ich nicht involviert. Aber ich werde es natürlich von beiden Seiten beobachten.

    Sie spielen seit 14 Jahren beim ZSC und haben im Team viele Freunde. Wann haben Sie Ihren Rücktritt da kommuniziert?

    In dieser Woche. Zuerst jenen, die ich am längsten kenne wie Patrick Geering oder Reto Schäppi. Mit Geering habe ich viel durchgemacht. Von Anfang an, als ich von GC zum ZSC hochgekommen bin. Mir war wichtig, dass er es zuerst erfährt. Wir haben in diesen 14 Jahren immer das Zimmer geteilt in der Champions League. Etwa beim Final gegen Magnitogorsk im Seedam in Rapperswil.


    Wie hat Geering reagiert?

    Er versteht mich und hat mir gratuliert. Es ist schade, geht dieser Weg zu Ende. Aber es ist für mich eine Riesenmotivation, nochmals alles reinzuwerfen.

    Was hat Coach Rikard Grönborg gesagt?

    Er hat mir auch gratuliert. Er sagte, es sei immer schön, wenn man die Entscheidung selber in der Hand habe. Mir war wichtig, selber zu entscheiden. Ich wollte nicht, dass es heisst: Es ist langsam Zeit, dass er packt. Grönborg weiss aber auch, dass sich dadurch für mich nichts ändert in den nächsten Spielen, in dieser Saison.

    Sie holten die letzten beiden ZSC-Siege gegen die SCL Tigers (5:2) und Lugano (4:1). Hat Ihnen das den Entscheid nicht noch schwerer gemacht?

    Nein. Wie gesagt: Ich bin froh, bin ich zurück in der Erfolgsspur. Ich habe nochmals extrem viel investiert. Das begann schon im Sommer mit einem Extratrainer. Und jeder Sieg gibt mir Vertrauen. Das ist extrem wichtig, spielt sich doch bei einem Goalie 95 Prozent im Kopf ab. Ich hoffe, ich kann das bis zum Schluss durchziehen.

    Gibt es einen Abschluss, der Ihnen vorschwebt?

    (lacht) Das sollte man einen Hockeyspieler nie fragen. Man nimmt Tag für Tag. Aber natürlich wäre es schön, wenn ich das letzte Spiel mit einem Sieg beenden könnten. Und Sie wissen ja, was das heisst.

    Gibt immer zwei Seiten der Medaille. Der ZSC muss für sich schauen. Das Logo vorne auf dem Shirt ist wichtiger als der Name hinten.

    Von da her kann ich gut mit dem Entscheid leben.

    :shock::shock::shock:

    Wow! Bin sprachlos.

    Danke für drei Meistertitel!:applaus:

    PS: Wir brauchen einen guten Goalie hinter Waeber.......

    Bob Hartley hat auf der ZSC FB Seite bereits reagiert

    Assan Ceesay, der neue FCZ-Goalgetter: Als Kind spielte er barfuss auf staubigen Strassen und nannten sie ihn «Spaghetti», heute ist er ein Nationalheld

    Einst war er im FC Zürich das Sinnbild der Krise, jetzt ist Ceesay die Symbolfigur des Höhenflugs. Der schnelle Angreifer aus Gambia erfüllt mit drei Jahren Verspätung die hohen Erwartungen. Eine Aufsteigergeschichte mit Rückschlägen.

    Fabian Ruch (NZZ)


    Assan Ceesay wird als Kind wegen seiner langen, dünnen Beine «Spaghetti» gerufen.

    Assan Ceesay wird als Kind wegen seiner langen, dünnen Beine «Spaghetti» gerufen.

    Karin Hofer / NZZ

    Vielleicht müsste Assan Ceesay unter die Buchautoren gehen. Sein Werk wäre ein Ratgeber, eine Lebenshilfe, gespickt mit Motivationssprüchen. Wer sich mit dem Stürmer des FC Zürich unterhält, ist zunächst irritiert, bald fasziniert, irgendwann erstaunt, wie oft Ceesay Sätze wie aus dem Poesiealbum verwendet. Einmal sagt er: «Egal, wie oft du fällst, du musst immer wieder aufstehen und dich deiner Herausforderung stellen.»

    Ceesays Biografie ist ein Mutmacher für zweifelnde Menschen, weil man feststellt, wie sehr es sich lohnt, an seinen Überzeugungen festzuhalten. Mit ein paar Jahren Verspätung hat Ceesay das Versprechen eingelöst, im FC Zürich ein Torjäger zu sein. Bis im Sommer 2021 gelangen ihm in 66 Super-League-Spielen für den FCZ nur sechs Tore, in der letzten Saison waren es zwei in 32 Partien. Die Bilanz nach elf Einsätzen in dieser Saison: neun Tore, fünf Assists. Seine Verwandlung ist spektakulär.

    Es gab Assan Ceesay, der Bälle verstolperte, eine Chance nach der anderen vergab, unglücklich und mit hängenden Schultern das Sinnbild der FCZ-Krise war. Und es gibt Assan Ceesay, der explosiv, flink und torgefährlich ist, mit seinem starken linken Fuss aufregende Tore erzielt, die Symbolfigur des FCZ-Höhenflugs ist.

    Der erste Monatslohn: 30 Franken

    Die Aufsteigergeschichte Ceesays beginnt in Banjul, der Hauptstadt Gambias. Die Familie lebt bescheiden, die Mutter führt einen kleinen Shop, der Vater ist Schneider. «Wir litten nie Hunger», sagt Ceesay. «Und wenn du genug zu essen hast, ist das schon einmal gut.» Jeden Tag kickt er als Bub stundenlang barfuss auf den staubigen Strassen, für Fussballschuhe fehlt das Geld. Immer wieder muss die Mutter mit ihm zum Arzt gehen oder sogar ins Spital, weil die Haut an den Füssen tief aufgerissen ist, Nägel abgebrochen sind, Infektionen drohen.

    Ceesay wird wegen seiner langen, dünnen Beine «Spaghetti» gerufen. Als er dreizehn ist, stirbt der Vater, die Zeiten sind kompliziert. Es sind jene Jahre, die sich in seinem melancholischen Blick abbilden. In einen Fussballklub geht er erst mit fünfzehn, längst hat er sich zum Ziel gesetzt, Profi zu werden.

    Als 17-Jähriger erhält Ceesay einen Vertrag in der ersten Mannschaft des Gamtel FC. Der Monatslohn: umgerechnet rund 30 Franken. Bald wird Ceesay Torschützenkönig, mit zwanzig zieht er weiter ins Nachbarland Senegal zu Casa Sports. Die Bühnen werden grösser, «Spaghetti» schiesst weiter Tore, an Weihnachten 2015 hat er Angebote für Probetrainings bei Anderlecht und Ajaccio – sowie eine konkrete Offerte des FC Lugano. Und so landet er Anfang 2016 im Tessin. Es ist kalt, es ist ungemütlich, der erste Schnee, die Einsamkeit, die fremde Kultur.

    Slapstick und Spott

    Assan Ceesay wirkt verletzlich, schüchtern, scheut den Augenkontakt, erzählt manchmal zögerlich von seinem Werdegang. Aber er sagt: «Ich bin mental sehr gefestigt. Wenn du in Gambia als Kind nicht stark bist, wirst du auf der Strasse schlecht behandelt, man nimmt dir alles weg.» Der FCZ-Sportchef Marinko Jurendic beschreibt Ceesay als sensiblen Menschen mit feinem Charakter und hoher Sozialkompetenz. Er hat den Spieler als Stürmertrainer erlebt und schätzt dessen ausgeprägten Eifer. «Natürlich fehlte ihm in den schwierigen Phasen etwas die Lockerheit. Aber er hat immer an sich geglaubt.»

    So ist das auch im Tessin. Ceesay spielt im Team Ticino U 21 in der 2. Liga Interregional, danach leihweise beim FC Chiasso in der Challenge League, schliesslich beim FC Lugano in der Super League. Er steigt auf, er fällt auf, die Tempoläufe, der linke Fuss, der harte Schuss. 2018 verliert der FCZ mit Michael Frey und Raphael Dwamena gleich zwei starke Stürmer, kurz vor Transferschluss im Sommer wechselt Ceesay für rund zwei Millionen Franken nach Zürich.

    Thomas Bickel, der damalige Sportchef, hat in Ceesay etwas gesehen, was anderen womöglich verborgen geblieben ist. «Assan attackiert die Tiefe des Raumes mit seiner Schnelligkeit ausgezeichnet», sagt Bickel. «Er bringt vieles mit, um ein starker Stürmer zu sein.»

    Die Erwartungen an Ceesay in Zürich sind riesig. Als er nach ein paar Monaten im Derby gegen GC eines seiner wenigen Tore erzielt, rutscht er beim Torjubel aus und fliegt in eine Werbebande. Auch auf dem Rasen sind Slapstickszenen in Erinnerung geblieben, etwa als Ceesay das leere Tor verfehlte. Er spürte den Spott, hörte die Kritik. Fallen. Aufstehen. Sich der Herausforderung stellen. Der 27-jährige Gambier Assan Ceesay wirkt verletzlich, schüchtern und spricht Sätze wie aus dem Poesiealbum.

    Der 27-jährige Gambier Assan Ceesay wirkt verletzlich, schüchtern und spricht Sätze wie aus dem Poesiealbum.

    Karin Hofer / NZZ

    Ende 2019 scheint es für Ceesay dennoch keine Zukunft im FC Zürich zu geben. Er wird für ein halbes Jahr an den VfL Osnabrück ausgeliehen und erzielt in der 2. Bundesliga nur ein Tor. Danach findet der FCZ keinen Abnehmer mehr für Ceesay. Nicht im Sommer 2020, schon gar nicht im Sommer 2021. Der neue Trainer André Breitenreiter möchte sich in der Vorbereitung ein Bild von allen Spielern machen. Und wenige Tage vor dem Saisonstart sagt er im Gespräch mit der NZZ, er sehe enorm viel Potenzial bei Ceesay. «Hätte er letzte Saison seine Chancen verwertet und 20, 25 Tore geschossen, wäre er sehr viel Geld wert.»

    Nationalheld in Gambia

    Der frühere Stürmer Breitenreiter spricht regelmässig mit Ceesay, der Trainer setzt auf ein 3-5-2-System, in dem sich der Gambier wohl fühlt. «Unsere Spielidee mit gradlinigen, schnellen Angriffen kommt Assan sehr entgegen», sagt er.

    Thomas Bickel wiederum verspürt keine Genugtuung, weil sich sein teurer Transfer nach drei Jahren doch nicht als Flop herausgestellt hat. Er sagt: «Die Qualitäten von Assan waren immer da. Aber sie waren nicht ausgereift, er hat sich gut weiterentwickelt und profitiert nun davon, dass es dem ganzen Team besser läuft.» So sieht es auch der Präsident Ancillo Canepa: «Die Kritik an Ceesay war manchmal ungerecht. Was er kann, zeigt er in einer funktionierenden Mannschaft.»

    Und so hat der FC Zürich auf einmal ein Problem, das man sich vor ein paar Monaten nicht hätte vorstellen können. Der Vertrag Ceesays läuft Ende Saison aus, es droht ein ablösefreier Abgang. Der FCZ steht in Kontakt mit Ceesays italienischem Berater Massimo Grillo; einen Verkauf im Winter schliesst der Sportchef Jurendic aus. Ceesay sagt, er verspüre Dankbarkeit gegenüber dem Verein, wie jeder Fussballer möchte aber auch er einmal in einer Topliga spielen.

    An die Zukunft verschwendet der 27-Jährige dennoch nicht zu viele Gedanken. Er sagt, das Glück müsse man sich immer wieder verdienen – auch im Nationalteam, für das er in zwanzig Länderspielen elf Tore geschossen hat. Gambia, das kleine Land mit etwas mehr als zwei Millionen Einwohnern, nimmt im Januar erstmals am Afrika-Cup teil – dank Ceesays Tor beim 1:0-Sieg gegen Angola.

    Spätestens seit jenem Tor ist Ceesay ein Nationalheld. Er sagt, es sei wunderbar, könne er den Leuten in der Heimat beweisen, was man mit Willen und harter Arbeit erreichen könne. In Banjul unterstützt Ceesay nicht nur seine Familie mit Geld, er finanziert auch Projekte in Schulen, Sportvereinen und wohltätigen Organisationen. «Es gibt nichts Schöneres, als anderen Menschen zu helfen», sagt er. Es ist ein Satz wie aus dem Poesiealbum.

    Mit einem Sieg in die Natipause. Die ersten 6 der Tabelle haben alle gewonnen. Wir sind noch nicht dort wo wir sein wollen, mal schauen wie es nach der Pause weiter geht.

    Grönborg braucht Punkte und Siege, da kannst du keine Junioren einbauen, würde ich auch nicht machen.

    Für heute: So weit, so gut.

    Fabrice Herzog zum achten Mal gesperrt – nur wenn die Sanktionen teuer werden, werden sie auch wirkungsvoll

    Das Schweizer Eishockey hat sich dem Schutz seiner Spieler verschrieben. Doch noch schützt es seine Täter besser als deren Oper.

    Daniel Germann


    Fabrice Herzog wird für fünf Spiele gesperrt und muss eine Busse von 7700 Franken zahlen; es dürfte ihn kaum schmerzen.

    Fabrice Herzog wird für fünf Spiele gesperrt und muss eine Busse von 7700 Franken zahlen; es dürfte ihn kaum schmerzen.

    Imago

    Karl Knopf, der Einzelrichter der Eishockey-Nationalliga, hat den Zuger Stürmer Fabrice Herzog am Donnerstag wegen eines Crosschecks in den Nacken des Freiburgers Mauro Dufner für fünf Spiele gesperrt. Er bezeichnet das Verhalten als «rücksichtslos». Strafverschärfend war, dass Herzog ein Wiederholungstäter ist. In der Urteilsbegründung steht: «Die Sperren der letzten Saison erfolgten wegen Attacken gegen den Kopf/Nackenbereich. Und auch die vorliegende Attacke erfolgte gegen den Kopf/Nacken. Dem Beschuldigten mangelt es offensichtlich am Respekt im Allgemeinen und für den Kopf seiner Gegenspieler im Speziellen.»

    Ein langes Sündenregister

    Herzog ist 26 Jahre alt und spielt seit neun Jahren in der National League. In 368 Partien sammelte er 300 Strafminuten. Die Sperre ist die achte seit der Saison 15/16. Am vergangenen 14. Februar streckte er noch im Dress des HC Davos Eric Blum mit einem Check gegen den Kopf nieder. Der Berner Verteidiger leidet seither an den Folgen einer Gehirnerschütterung und hat nicht mehr gespielt. Ob er jemals auf das Eis zurückkehren wird, ist fraglich.

    Das sind die Rahmenbedingungen, unter denen die jüngste Sperre gegen Fabrice Herzog zustande gekommen ist. Reto Kläy ist der Sportchef von seinem neuen Arbeitgeber Zug. Er sagt: «Es wäre falsch, Fabrice nun zum Opfer zu machen. Doch wir müssen uns auch für unsere Spieler einsetzen. Es geht nicht, dass man sie an den Pranger stellt.»

    Kläy gehört zu den gemässigten Stimmen im Schweizer Eishockey. Er hütet sich davor, Stimmung gegen das Strafmass zu machen. Der EV Zug prüft, ob er gegen die Sperre Rekurs einlegen will. Die Frage, die sich dem Klub in diesem Zusammenhang stellt: Wieweit und vor allem in welcher Form darf und soll die Vorgeschichte eines Spielers Einfluss auf das Strafmass nehmen?

    Eishockey ist ein harter Sport, in dem die Emotionen öfters überkochen. Am Dienstag streckte der Lausanner Mark Barberio den Zuger Lino Martschini mit einem Check gegen den Kopf nieder. Wie Herzog ist auch er ein Wiederholungstäter. Er kam straffrei davon.

    Ähnlich wie die Schiedsrichter befindet sich auch die Verbandsjustiz unter einem ständigen Rechtfertigungsdruck. Irgendjemand ist immer unzufrieden über das Recht, das sie gesprochen hat. Zu hart, zu lasch. Befeuert vom medialen Interesse, in dem die Liga steht, kann kaum ein Einzelrichter wirklich objektiv einen Entscheid fällen. Des Volkes Zorn nimmt das Urteil meist vorweg.

    Hat Herzog Dufner gefoult? Ja. Wurde er zu Recht bestraft? Absolut. Sind fünf Spielsperren korrekt? Gemessen an vergleichbaren Vergehen liegen sie zumindest im oberen Bereich des Vertretbaren. Der Einzelrichter schreibt in der Urteilsbegründung, zwei Spielsperren wären dem Foul angemessen gewesen. Den Rest erhielt Herzog, weil er offensichtlich ein Unverbesserlicher ist.

    Zusätzlich zu den fünf Spielsperren muss Herzog eine Busse in der Höhe von 7700 Franken bezahlen – Verfahrenskosten eingeschlossen. Bei einem Salär von geschätzt 300 000 bis 400 000 Franken kostet die ihn ein Lächeln.

    Schmerzhaft würde die Sanktion für ihn erst dann, wenn er für die Dauer seiner Sperre keinen Lohn mehr erhalten würde, wie das in der nordamerikanischen National Hockey League der Fall ist. Raffi Torres von den San Jose Sharks wurde in der Saison 2015/2016 wegen eines Checks gegen den Kopf eines Gegenspielers von der Liga für 41 Partien gesperrt. Neben der halben Saison kostete ihn das 440 860 Dollar Lohn, die er deshalb nicht ausbezahlt erhielt.

    Kein verlässliches Präjudiz

    In der Schweiz sind solche Sanktionen nicht möglich, weil sie gegen das Arbeitsrecht verstossen. So zumindest lautet die gängige Argumentation. Reto Steinmann ist Strafrechtler und ehemaliger Einzelrichter der National League. Er sagt: «Wie stichhaltig das ist, könnte man erst abschliessend beurteilen, wenn sich ein ziviles Gericht mit der Frage beschäftigt hätte. Meines Wissens war das bisher noch nicht der Fall.»

    Steinmann sieht durchaus Ansatzpunkte, mit denen die Klubs die Spieler zur Verantwortung ziehen könnten. Das Arbeitsrecht bietet dem Arbeitnehmer nämlich nicht nur Schutz, es schreibt ihm auch eine Sorgfaltspflicht vor. Herzog verletzt diese mit seinen wiederholten Sperren immer wieder.

    Mehr als die fünf Partien Pause würde Herzog und all die anderen Wiederholungstäter eine empfindliche Lohneinbusse treffen. Doch kein Klub hat bisher die Konfrontation mit einem seiner Spieler gesucht, um den finanziellen Schaden, der ihm durch dessen Sperre entsteht, wieder einzufordern.

    Klubs und Liga haben sich dem Schutz ihrer Spieler verschrieben. Besonders sanktioniert werden sollen Attacken gegen den Kopf. Es gibt eine Kampagne inklusive eines griffigen Slogans: «Respect the head.» Wie Herzogs Beispiel zeigt, ist ihr Erfolg überschaubar.

    Die Rekordsperre im Schweizer Eishockey stammt aus dem Frühjahr 2012. Der Berner Verteidiger Johann Morant streckte im Play-off-Final den Zürcher Cyrill Bühler nieder. Morant wurde für 14 Partien gesperrt. Er spielt heute für die ZSC Lions. Man holte ihn, weil er einzuschüchtern versteht.

    Und nun im Ernst: Lugano in der Resega ist nicht ganz so einfach zu schlagen.

    Sie haben sogar gegen Servette in der Resega verloren. Sie sind in der Rangliste nach Heimspielen auch nur auf Platz 9. In dem Zustand im Moment muss man einen Sieg fordern, sowieso ist der ZSC bis jetzt einiges schuldig geblieben und sollte endlich in die Spur kommen!

    Lugano ist noch viel weniger dort wo sie sein möchten als der ZSC. Schlegel ist nach wie vor verletzt und sie haben keinen adäquaten Ersatz was sich rächt.

    Unter diesen Umständen ist ein Sieg schon fast Pflicht.

    TV guck.

    Corona-Kater im Schweizer Eishockey

    Diese Clubs leiden am meisten unter der tiefen Impfquote

    Leidenschaft in Ambri und Freiburg, abgekühlte Liebe in Lausanne, Status quo bei Meister Zug: So entwickeln sich die Zuschauerzahlen im Jahr 1 nach der Corona-Saison.

    Philipp RindlisbacherKristian KappSimon GrafReto Kirchhofer
    Reto Kirchhofer, Simon Graf, Kristian Kapp, Philipp Rindlisbacher

    Dank gesteigerter Kapazität im grünen Bereich: Ambri und Gottéron beim ersten Saisonspiel in der neuen Gottardo-Arena.


    Dank gesteigerter Kapazität im grünen Bereich: Ambri und Gottéron beim ersten Saisonspiel in der neuen Gottardo-Arena. Foto: Keystone

    Das Beste kam am Anfang. In der ersten Meisterschaftswoche lud Ambri zur Premiere in der neuen Gottardo-Arena: 6775 Fans waren Teil des Festspiels – ausverkauft. Die Zahl entspricht der Postleitzahl des Dorfs. Ambri besiegte Gottéron 6:2. Das hiesige Eishockey hatte seine Emotionen wieder.

    Bald zwei Monate ist das her. Einzig Gottéron und Langnau haben ihre Eishalle seither ebenfalls mindestens einmal komplett gefüllt. Für gewöhnlich prägen Lücken auf den Rängen das Bild. Zutritt erhält nur, wer ein Zertifikat vorweisen kann.

    Die National-League-Clubs spüren die Folgen von Corona punkto Zuschauer in unterschiedlichem Ausmass, wie die Erhebung der Monate September und Oktober (ohne Aufsteiger Ajoie) zeigt. Zwei Clubs verzeichnen im Vergleich zum Spätherbst 2019 gar einen deutlichen Aufschwung: Ambri und Freiburg. Allerdings basiert der Anstieg auf einer Kapazitätssteigerung: Beide Teams spielen in einer neuen respektive sanierten Halle mit grösserem Fassungsvermögen.


    Vorsicht in Lausanne, Warten in Davos

    Freiburg und Lausanne trennen 50 Kilometer Luftlinie – in der Zuschauerentwicklung aber sind es Welten. Die Lausanner liegen am anderen Ende der Skala. Ihr Schnitt ist um 29 Prozent gesunken, bei keinem Club fällt der Schwund heftiger aus. Auch beim LHC spielt die Halle eine Rolle: Die Vaudoise-Arena wurde 2019 eröffnet, entsprechend gross war die Euphorie und überproportional der Andrang dazumal im Herbst.


    CEO Chris Wolf nennt einen weiteren Faktor für den krassen Rückgang: Der Kanton Waadt sei einer der am stärksten von Covid betroffenen Kantone gewesen – entsprechend vorsichtig handelten die Leute. «Wir haben die Abonnenten, die auf ihre Saisonkarte verzichten, nach Gründen gefragt: Fast die Hälfte der Leute gab Corona als Grund an, dass sie sich nicht sicher fühlen, oder sie sind mit dem Zertifikatssystem nicht einverstanden.» Betreffend den finanziellen Schaden sei es zu früh für eine Bilanz.

    Ebenfalls eine hohe Einbusse verzeichnet Davos (minus 21 Prozent). Aus Fankreisen ist zu vernehmen, dass ein beträchtlicher Teil explizit der 3-G-Regelung wegen den Spielen fernbleibt. Viele HCD-Anhänger kommen aus dem Prättigau – das Tal hat eine der tiefsten Impfquoten.

    Der Umstand, dass die Tests mittlerweile kostenpflichtig sind, koste Davos rund 300 Zuschauer pro Match, sagt Geschäftsführer Marc Gianola. Er hofft auf Dezember: «Dannzumal werden wegen der Touristen statt 12’000 Leuten mit einer Impfquote von rund 50 Prozent um die 40’000 Menschen mit einer 75-Prozent-Impfquote in Davos sein.» Der HCD gilt als Ausnahmefall; ein gewichtiger Teil der Einnahmen basiert auf Tagestickets.

    Bern und Zürich über den Erwartungen

    Traditionell viele Abobesitzer zählen die Schwergewichte aus Bern und Zürich. Beide verzeichnen einen leichten Rückgang bei den Saisonkarten. Mit gut 13’000 verkauften Tickets pro Spiel liegt der SCB aber über den eigenen Erwartungen. «Wir hatten mit durchschnittlich 1000 Zuschauern weniger gerechnet», sagt der operative Leiter Rolf Bachmann. «Es gilt, dankbar zu sein, dass trotz der Umstände so viele Leute ein Abo gekauft haben.»

    Auch Stefan Wälchli, Bereichsleiter Spielbetrieb und Ticketing beim ZSC, hatte einen «gravierenderen Rückgang» erwartet. Die Zürcher haben 6650 Saisonabos verkauft (2019: 7350) – wobei es anzumerken gilt, dass bei der Sitzplatzwahl in der neuen Swiss-Life-Arena eine Vorzugsbehandlung erhält, wer bereits jetzt eine Saisonkarte hat.

    Dass die Covid-Tests mittlerweile kosten, hat auf das Zuschaueraufkommen in Zürich und Bern kaum Einfluss. Das Testzentrum beim Hallenstadion war mit knapp 20 Besuchern bereits äusserst tief frequentiert gewesen, ehe die Tests überhaupt kostenpflichtig wurden. Mittlerweile ist es vor Spielen nicht mehr geöffnet. Geringer Rückgang bei den Saisonabonnenten, gestiegene Zahl der «No Shows»: ZSC-Fans im Hallenstadion.


    Geringer Rückgang bei den Saisonabonnenten, gestiegene Zahl der «No Shows»: ZSC-Fans im Hallenstadion. Foto: Keystone

    Überschaubarer Rückgang beim Verkauf der Saisonkarten, unüberschaubare Lücken auf den Rängen: Wie passt das zusammen? Die Antwort liefert der EV Zug. Gemessen an den Zahlen kennt der Meister keinen Corona-Kater. Doch Geschäftsführer Patrick Lengwiler sagt: «Die No-Show-Rate ist wesentlich höher als in anderen Jahren.» Der Anteil der nicht genutzten Tickets stieg in Zug von 20 auf bis zu 35 Prozent, die Konkurrenz erwähnt ebenfalls steigende «No Shows». Bei den ZSC Lions liegt die Rate bei gewissen Spielen bei über 40 Prozent, auch wenn das niemand offiziell bestätigt.

    Wie alle NL-Clubs gibt der EVZ bei der offiziellen Zuschauerzahl die verkauften Tickets an. Gegen Bern waren trotz 7000 verkaufter Tickets aber nur 5000 Leute in der Bossard-Arena. Ein EVZ-Abo ist ein kostbares Gut, pro Jahr geben nur ein paar Dutzend Leute ihres frei. «Weshalb die Leute trotz Ticket fernbleiben? Da gibt es unterschiedliche Rückmeldungen», sagt Lengwiler. «Einige sind einfach vorsichtig, andere stören sich an den Massnahmen.»

    Kehren die Fans zurück?

    Was die Clubs verbindet: In der Gastronomie ist der Pro-Kopf-Umsatz gestiegen. Der Gesamtumsatz fällt dennoch bedeutend tiefer aus, was in direktem Zusammenhang mit den hohen No-Show-Raten steht.

    Die Ausnahme bildet Langnau: Wer ein Ticket hat, geht im Emmental grösstenteils auch ans Spiel. Allerdings war der Anhang beim Abo-Kauf zurückhaltend, der Bezug der Saisonkarten sank um 19 Prozent auf 3600. Bleibt der Schnitt unter 5000 Besuchern pro Spiel, erwartet die Tigers gemäss Geschäftsführer Simon Laager ein tiefrotes Minus im sechsstelligen Bereich.


    Das Fazit von ZSC-CEO Peter Zahner: «Rund ein Drittel der Bevölkerung ist ungeimpft. Angesichts davon fällt der Zuschauerrückgang eher geringer aus als befürchtet. Die Leute sehnen sich nach Normalität.» Und doch spricht auch Langnaus Simon Laager für die anderen Clubs, wenn er sagt: «Nicht nur der kurzzeitige Rückgang macht uns Sorgen, sondern auch, dass wir einen Teil der Abwesenden auf Dauer verlieren.»

    Entscheid im ordentlichen Verfahren: Fünf Spielsperren und Busse gegen Fabrice Herzog vom EV Zug.

    Fabrice Herzog vom EV Zug wird wegen eines Crosschecks gegen Mauro Dufner von Fribourg-Gottéron in der 42. Minute des Meisterschaftsspiels der National League vom 30. Oktober 2021 für fünf Spiele gesperrt und mit CHF 7’700.- gebüsst (inkl. Verfahrenskosten). Eine Spielsperre hat Herzog bereits verbüsst.

    Lächerlich!

    Seit der Saison 2015/16 ist es das achte Mal, dass Fabrice Herzog wegen eines Fouls gesperrt wird.. Zum sechsten Mal lautet das Verdikt Check gegen Kopf oder Nacken. In seiner Karriere kommt der Thurgauer schon auf 27 Spielsperren und hat schon über 25'000 Franken Bussgeld angesammelt. (watson)