Beiträge von Larry

    Geil, jetzt müssen vom 27.11. bis 04.12. innert 8 Tagen 5 Spiele absolviert werden

    Absolut Hirnverbrännt! Nöd emal i de NHL wird das gmacht. Jede Arzt oder Sportarzt wird das bestätige. Us gsundheitlicher Sicht en

    totale Schwachsinn!!

    5 Spiele in 8 Tagen gibt es auch in der NHL! Aber was viel schlimmer ist sind die back-to-back Games, die gibt es auch in der NHL, aber nicht in dieser Häufung! Der ZSC muss 29./30.11., 3./4. 12., 9./10.12. und 19./20.12. ran! Krass!

    Bin immerno de Meinig, dass de Blini es verdient gha hetti, dass sini Nummere ufezoge worde wär!

    Das chunt viellich no. Aber Nummer 5 isch au am Cesi Zehnder sini gsi, und de hetts m.E. au verdient! De isch binere Fan Umfrag nach em Sulo und em Segi uf Platz 3 glandet!

    Die Lebenserfahrung ist das was uns ausmacht.

    Und ja , die Zeit läuft! Es sterben nicht nur die Sport- und Musikhelden unserer Jugend sondern auch Leute aus unserem Umfeld, sogar hier im Forum.

    Gestern war es schon 10 Jahre her seit sich Peter Jaks das Leben genommen hat.

    Da Anfang Jahr ein langjähriger Freund auch mit Depressionen aus dem Leben geschieden ist sehe ich solche Fälle heute differenzierter, aber wer selber keine Depressionen hat wird das nie begreifen können.

    Tim Berni in der AHL

    Tim Berni hat keine Aufnahme in der NHL-Mannschaft der Columbus Blue Jackets gefunden. Der 21-jährige Zürcher Verteidiger wird von der Organisation nach Cleveland in die AHL geschickt. Grégory Hofmann und Dean Kukan, die weiteren Schweizer Spieler der Blue Jackets, sind nach wie vor im Camp der Mannschaft.

    Bei den Arizona Coyotes muss Janis Moser ebenfalls den Umweg über die AHL nehmen. Der Bieler Verteidiger wird die Saison im Farmteam der Coyotes, den Tucson Roadrunners beginnen. (abu/sda)

    Das Shirt würde zu 1860 München passen aber nicht zum ZSC, wir sind Blau-Weiss-Rot nicht Blau-Weiss.

    Als Warm Up Shirt ok, mehr aber nicht.

    PS: Bin aber auch der Meinung in Sachen Shirts könnte unsere Kreativ Abteilung mal Gas geben, seit Jahr und Tag das Gleiche!

    Severin Blindenbacher nimmt Abschied

    «Dann brausten sechs Polizisten auf Motorrädern auf mich zu»

    Als kleiner Junge träumte er nie von einer Hockeykarriere. Nach 20 Jahren als Profi blickt Severin Blindenbacher (38) zurück auf die schönsten, bittersten und skurrilsten Momente.

    Simon Graf
    Simon Graf (TA)

    Verabschiedung am Samstag im Hallenstadion: Severin Blindenbacher mit seiner Freundin Séverine.


    Verabschiedung am Samstag im Hallenstadion: Severin Blindenbacher mit seiner Freundin Séverine. Foto: Claudio Thoma (Freshfocus)

    Sie verschickten zu Ihrem Abschied Postkarten an Menschen, die Ihnen in Ihrer Karriere begegnet sind. Wie viele haben Sie versendet?

    Das kann ich nicht genau sagen. Ich bin auch immer noch dran. Ich habe nicht jedem eine Karte geschickt. Aber den wichtigsten Leuten aus den bedeutenden Stationen. Es war eine Schnapsidee, dann sagte ich es so nebenbei einer Künstlerin, und sie fand es genial und gestaltete die Karte. Die Aktion kam gut an bei den Leuten. Einige meldeten sich und bedankten sich, Wladimir Jursinow hat beispielsweise angerufen. Er hatte grosse Freude.

    Waren diese Karten auch ein Teil Ihrer Verarbeitung?

    Deshalb tat ich es. Und damit kann ich das Kapitel Eishockey langsam abschliessen. Die Schlittschuhe an den Nagel gehängt: Mit dieser Postkarte verabschiedete sich Blindenbacher.


    Die Schlittschuhe an den Nagel gehängt: Mit dieser Postkarte verabschiedete sich Blindenbacher.

    Wer hat Sie am meisten geprägt, berührt in all den Jahren?

    Hockeytechnisch war das definitiv Jursinow. Einige 100 Spieler haben ihm ihre Karriere zu verdanken. In der Schweiz mindestens 30. Eine Zeit lang hätte man locker ein Team dieser Spieler aufs Eis gebracht. Mit Emanuel Peter, Martin Höhener, Gianni Ehrensperger und wie sie alle heissen.

    Jursinow trieb Sie als Junior in Kloten an Ihre Grenzen. War es eine Hassliebe?

    Eine Zeit lang schon. Er liebte uns alle, wie ein Grossvater. Aber er verlangte auch extrem viel von uns. Unter ihm nahm Eishockey sehr viel Zeit in Anspruch. Bei den Kanadiern wärmst du 30 Minuten auf, trainierst und gehst dann wieder nach Hause. Bei ihm war es so: Zuerst absolvierten wir den Vita-Parcours und umarmten alle Bäume, dann folgten eine Stunde im Kraftraum und zwei auf dem Eis. Dazu hörten wir klassische Musik …

    … klassische Musik?

    Ja, manchmal liess er dazu klassische Musik laufen. Er wollte die Schönheit, die Eleganz der klassischen Musik aufs Eis transferieren. Und fürs Mittagessen hätte er am liebsten Spaghetti für die Garderobe organisiert, damit wir hätten dortbleiben können, um nachmittags gleich wieder loszulegen. Was er nicht checkte: Wir wollten alle nur noch nach Hause und schlafen. (lacht) Er hatte unheimlich hohe Erwartungen an uns, speziell an mich. Er fand, ich müsse mit 17, 18 gleich gut sein wie Marko Kiprusoff, der gerade aus der NHL kam. Unter diesem Druck zerbrach ich zeitweise. Aber eben: Wer durch seine Schule ging, machte seinen Weg. «Einige 100 Spieler haben ihm die Karriere zu verdanken»: Blindenbacher über seinen Klotener Förderer Wladimir Jursinow.


    «Einige 100 Spieler haben ihm die Karriere zu verdanken»: Blindenbacher über seinen Klotener Förderer Wladimir Jursinow. Foto: Jürg Müller (Keystone)

    Sie bestritten im Januar 2020 Ihr letztes Spiel …

    … am 14., richtig.

    Sie konnten sich also schon länger aufs Karriereende vorbereiten. Gab es trotzdem einen Moment, in dem es Sie nochmals einholte?

    Der speziellste Moment war, als mich Sekretärin Nicole Brechbühl aus dem Chat der ZSC Lions entfernte. So zwei Wochen nach der Saison. Da wurde mir so richtig bewusst: Wow, jetzt ist es fertig! Ich weiss noch: Es war kein so guter Tag, ich sass bei mir auf dem Balkon und wusste nicht genau, was ich noch tun sollte. Ich öffnete ein Bier, und dann kam die Message, ich sei aus dem ZSC-Chat entfernt worden. Da wusste ich: Okay, tschau zäme! (lacht)

    Wie stellten Sie sich als kleiner Junge Ihre Hockeykarriere vor?

    Ich stellte sie mir nie vor, sie ergab sich einfach. Das Heldentum, das der Spitzensport auch hat, nahm ich nie so bewusst wahr. Meine Helden waren die Spieler des EHC Bülach, Urs Bärtschi und Co. Nie die Stars der Nationalliga A. Ich wollte einfach Hockey spielen, weil es mir grossen Spass machte. Mit 14 ging ich ins Probetraining beim EHC Kloten und merkte: Da weht ein anderer Wind! Dann ging es relativ schnell, plötzlich war ich Profi.

    Was bleibt Ihnen am meisten in Erinnerung?

    Der Zusammenhalt in der Mannschaft, in einem Kollektiv zu sein, wo alle gleich denken, die Hierarchie klar ist, jeder weiss, was er zu tun hat. Und natürlich, zusammen zu gewinnen. Das ist das Schönste! Von Bülach bis zum Titel in der Champions League, es fühlte sich immer ähnlich an. Dieses Gefühl nochmals zu erleben, spornte mich stets an.

    Sie wurden mit den ZSC Lions viermal Meister, gewannen die Champions League, holten WM-Silber. Was sticht heraus?

    Schon der erste Meistertitel, 2008 im Hallenstadion gegen Servette. Natürlich die Champions League. Und die U-18-WM in Finnland (2001), wo wir Silber holten.

    «Wenn die Schweden nicht Spieler hätten nachmelden können, hätten wir sie im WM-Final so richtig weggeputzt.»

    Und WM-Silber bei den Grossen 2013 in Stockholm?

    Ja klar, aber diesen Final hätten wir schon sehr gern gewonnen. Wenn die Schweden nicht die Möglichkeit gehabt hätten, Spieler nachzumelden, hätten wir sie so richtig weggeputzt. Davon bin ich überzeugt. Die hätten keine Chance gehabt! Aber die beiden Sedins und Loui Eriksson machten dann den Unterschied. Es war trotzdem mein schönstes Turnier. Spiel- und Trainingsplan waren so gut aufeinander abgestimmt, das Wetter stimmte in Stockholm, wir konnten jeden zweiten Tag etwas unternehmen, in der Stadt spazieren, shoppen gehen. Und auf dem Eis liefen wir durch, Josi trug uns in den Final. Schade, hat es am Schluss nicht gereicht. Es wäre zu schön gewesen, die Schweden in Schweden zu schlagen.

    Apropos Schweden: 2009 wechselten Sie zu Färjestad, im folgenden Jahr spielten Sie bei den Texas Stars in der AHL. Wie waren diese Erfahrungen im Ausland?

    Ich möchte sie nicht missen. Sie haben mich weitergebracht. Wenn nicht hockeytechnisch, so sicher menschlich. Ich wollte einfach mal weg von der Schweizer Liga, dann ergab sich Schweden. Da lernte ich eine ganz andere Kultur kennen, eine andere Herangehensweise ans Eishockey. Nicht so dieses Brachiale. In der Schweiz stehst du die ganze Zeit unter Druck. Leistung, Leistung, Leistung! In Schweden geht man diesen Sport ganz anders an. Wohl auch, weil er da zur DNA gehört. Es zählen nicht nur die Siege, der Weg ist das Ziel, es ist ein Prozess. Das provoziert viel weniger negative Emotionen.

    «Die NHL war nie mein grosses Ziel gewesen. Wer weiss, vielleicht hat es auch deshalb nicht geklappt.»

    Trotzdem zogen Sie nach einem Jahr weiter.

    Ich hätte bei Färjestad bleiben können, hatte eine Option auf ein weiteres Jahr. Aber dann kam das Thema Nordamerika auf. Die NHL war nie mein grosses Ziel gewesen. Wer weiss, vielleicht hat es auch deshalb nicht geklappt. Jedenfalls kam ich dann plötzlich in dieser ganz anderen Welt an. Ich und die Amis oder die Kanadier, das passte nie so recht. Ich habe das Gefühl, die übertreiben mindestens um 50 Prozent. Ich war bei Dallas unter Vertrag, wurde bald mal abgeschoben ins Farmteam. Es klappte nicht so recht, zumal ich mich zweimal verletzte. Einmal krachte ich mit dem Kopf in die Bande, später hatte ich noch diesen Autounfall. Dann zog es mir den Boden unter den Füssen weg. Aber auch Nordamerika war eine spannende Erfahrung. Ich lebte in Austin, einer megacoolen Stadt, die ich gerne nochmals besuchen möchte.

    Wie gravierend war jener Autounfall?

    Ich wollte einkaufen gehen, es regnete heftig, ich geriet ins Schleudern und krachte voll in ein anderes Auto. Durch den Aufprall wurde ich gestoppt. Dann brausten sechs Polizisten auf Motorrädern auf mich zu, wie im Film, ein Krankenauto, ein Feuerwehrauto. Der Lenker des anderen Fahrzeugs war ein Fussballtrainer, ein Latino, er nahm es easy. Zum Glück hat es ihm nichts gemacht. Mir schmerzte der Nacken, ich war sowieso sensibilisiert wegen meiner Gehirnerschütterungen. Ich brach die Saison dann frühzeitig ab. Der ZSC hatte zu jener Zeit Mühe, wollte mich unbedingt zurückholen, und so war Nordamerika plötzlich weit weg. Ich hätte – im Nachhinein betrachtet – mehr investieren müssen, um dort drüben Fuss zu fassen und zu reüssieren.

    Mit den ZSC Lions wurden Sie 2011/12 dann gleich wieder Meister unter Bob Hartley. Die Rückkehr zahlte sich aus.

    Absolut. Unter Hartley wehte ein anderer Wind. Es tat dem Verein gut, dass einer kam, der genau sagte, wie alles laufen solle. Der auf jedes Detail achtete. Der sagte: Dieser Rucksack muss bestickt werden, da fehlt das Logo! Oder: auf keinen Fall Truthahn zum Essen, das gibt saure Beine! Es war eine kleine Diktatur. Aber das war nicht schlecht für den Club und auch nicht für die jungen Spieler, die extrem viel profitierten. Wie Geering, Schäppi, Kenins, Cunti, die beiden Baltisberger. Hartley hat sehr gut mit den Jungen gearbeitet. Und jetzt ist er mit Omsk ja wieder Meister geworden. Unglaublich! Er hat in jeder Liga, in der er war, den Titel geholt. Sein Schema X funktioniert.

    Bereuen Sie etwas, wenn Sie auf Ihre Karriere zurückschauen?

    Nein. Für mich war es gut so, wie es war.

    «Ich wusste, dass es knapp werden würde, wenn ich nochmals in einen Check reinlaufe. Aber ich fand, es sei zu früh, um aufzuhören.»

    Dass Sie 2018 nach Ihrer sechsten Gehirnerschütterung nochmals zurückkehrten und eine siebte einsteckten, die Ihre Karriere beendete? Denken Sie nicht manchmal: Das wäre nicht nötig gewesen?

    Ich wusste schon, dass es ein heisser Ritt ist. Dass es knapp werden würde, wenn ich nochmals in einen Check reinlaufe. Aber ich fand, es sei zu früh, um aufzuhören. Ich wollte mir nochmals beweisen, dass es geht. Sehr wahrscheinlich war das unnötig, ja. Es ist wichtig, dass man zu sich Sorge trägt, dass man sich auch einmal eingesteht, wenn es nicht mehr geht.

    Schwierig, nicht?

    Ja, schwierig. Ich war zu wenig feinfühlig mit mir. Gery (Büsser, der Teamarzt) zitierte mich damals ins Büro und sagte: «Vielleicht ist es besser, wenn du aufhörst.» Ich ging nach Hause und dachte: was, jetzt aufhören? Es fühlt sich nicht richtig an, so aufzuhören. Also versuchte ich es nochmals. Auf in neue Abenteuer: Severin Blindenbacher hat das Kapitel Eishockey abgeschlossen.


    Auf in neue Abenteuer: Severin Blindenbacher hat das Kapitel Eishockey abgeschlossen. Foto: Kurt Schorrer (foto-net)

    Wie geht es Ihnen heute? Haben Sie noch Nachwirkungen von den Gehirnerschütterungen?

    Ich habe manchmal einen Druck im Kopf und bin empfindlich auf Licht. Das ist geblieben. Aber ich möchte es nicht dramatisieren. Es ist, wie es ist. Zum Glück habe ich keine Schmerzen. Sport kann ich auch wieder treiben. Einige können nicht einmal mehr mit ihren Kindern spielen, weil die ihnen zu laut sind. Das ist krass.

    Wie fühlt sich Ihr Körper an nach 20 Jahren Profihockey?

    Ich merke schon, dass ein Übergang stattfindet vom Profiathleten zum Normalo. Ich spüre den Körper auch nicht mehr gleich gut wie vorher. Ins Fitness gehe ich kaum mehr, aber ich treibe schon regelmässig Sport, gehe oft joggen und spiele Padel-Tennis (eine Mischung aus Tennis und Squash).

    Mit Roman Wick, mit dem Sie am Samstag im Hallenstadion von den ZSC Lions verabschiedet wurden.

    Genau, mit Roman oder anderen. Wir gehen ins Padel-Center in Schlieren, das Timo Helbling mitbesitzt. Es macht Spass, diesen Sport zu entdecken. Früher spielte ich Tennis, jetzt Padel. Ein faszinierender Sport, der mit den Winkeln und dem Teamspiel Parallelen zum Eishockey hat. Kürzlich spielten Roman und ich gegen zwei Frauen. Wir wurden gottsjämmerlich eingeteilt. (lacht)

    War ein unterhaltsames Mätschli bei nochmals schönem Wetter zusammen mit Kollegen vor guter Kulisse.

    Der FCZ ist gut unterwegs, so macht es wieder Spass! War die letzten Jahre nicht so!

    Die Verwandlung des Ceesay, was der richtige Trainer ausmachen kann!

    Weiter so!

    t |Eishockey |

    Interview mit Rikard Grönborg – «Es ist genial, das ist der Grund, wieso wir spielen»

    Interview mit Rikard Grönborg

    «Ich bin doch auch lustig, nicht?»

    So gut seien die ZSC Lions unter ihm noch nie besetzt gewesen, sagt Rikard Grönborg. Wenn sich die Kreativspieler gefunden hätten, seien sie kaum mehr zu schlagen.

    Simon Graf
    Simon Graf (TA)

    «Der Challenge ist, für alle genügend Minuten zu finden.» Das Luxusproblem des Rikard Grönborg.


    «Der Challenge ist, für alle genügend Minuten zu finden.» Das Luxusproblem des Rikard Grönborg. Foto: Michael Buholzer (Keystone)

    0:1 gegen Fribourg, 0:1 gegen den SC Bern – Ihre ZSC Lions haben in den letzten vier Spielen zweimal kein Tor zustande gebracht. Wie ist das möglich bei einem solch offensiv talentierten Team?

    Das waren zwei völlig unterschiedliche Spiele. Gegen Fribourg waren wir die ganze Zeit unter Druck, spielten wir überhaupt nicht unser Spiel. Gegen Bern erspielten wir uns ein klares Chancenplus, aber wir hatten kein Glück im Abschluss und scheiterten an einem grossartigen Goalie. Diese Partie hätten wir gewinnen müssen. Man kann nicht nur das Resultat anschauen. Unsere Spielweise war ganz unterschiedlich in diesen zwei Partien.

    Ihr Team wurde auf diese Saison hin weiter verstärkt, mit Weber, Malgin, Azevedo, Quenneville. Doch die Konstanz fehlt noch. Wieso?

    Wir haben sehr viele kreative Spieler. Und diese brauchen einfach Zeit, um Chemie zu entwickeln. Es ist einfacher, wenn man Jungs hat, die simpel spielen, den Puck ins Drittel schiessen und ihm nachjagen. Sie finden schneller zueinander. Aber mir ist es lieber so. Es macht viel mehr Spass, kreativen Spielern zuzuschauen. Und langfristig wird sich das auszahlen. Wenn sie sich gefunden haben, werden wir sehr stark sein. Wir sind in einer Entwicklungsphase, zeigen noch nicht das, was wir könnten. Oder noch nicht oft genug. Zwischen den beiden 0:1-Spielen hatten wir ja zwei gute Auftritte.

    «Es macht viel mehr Spass, kreativen Spielern zuzuschauen. Und langfristig wird sich das auszahlen.»

    Sind dies die besten ZSC Lions in Ihren drei Jahren?

    Was die Skills betrifft, die technischen, läuferischen, spielerischen Fertigkeiten, ganz bestimmt. Wir haben sehr viele Elemente in diesem Team. Auch Spieler, die vors Tor gehen, wie Quenneville, Chris Baltisberger und Krüger.

    Manchmal scheint es aber, als brauchten die ZSC Lions zwei Pucks.

    Ja, aber da sind wir wieder beim Thema Chemie. Wir brauchen Jungs, die den Puck länger führen, und andere, die vors Tor preschen. Wir müssen die Rollen finden. Was mir gefällt: Dieses Team gibt nie auf. Sowohl gegen Fribourg wie auch gegen Bern haben wir am Schluss nochmals mächtig Druck gemacht. Es gibt noch vieles, woran wir arbeiten müssen. Aber es ist auch noch früh in der Saison.

    Sie sind es gewohnt als schwedischer Nationalcoach, viele Stars zu haben. Wie gehen Sie damit um?

    Die Herausforderung ist, für alle genügend Minuten Eiszeit zu finden. Und du musst den Kreativspielern Freiraum gewähren und akzeptieren, wenn mal etwas nicht klappt. Sie müssen sich finden in der Gruppe. Wenn das einmal klappt, werden wir nur noch schwer zu schlagen sein.

    Das Zürcher Spiel scheint oft noch zu kompliziert. Müssen Sie Ihre Spieler manchmal zu Einfachheit mahnen?

    Wenn wir den Puck haben, lassen wir die Spieler spielen. Sie sollen die Entscheidungen treffen. Ich lege niemandem Handschellen an. Ohne Puck treten wir aber sehr strukturiert auf. Wir lassen nicht viele Chancen zu, nicht viele Gegentore. Das ist eine gute Basis.

    Ist es ein gutes Rezept gegen die ZSC Lions, hinten zuzumachen?

    Wer das versuchen möchte: gern! Denn dann haben wir den Puck. Und den haben wir gern. Gegen Bern hatten wir wirklich genügend Chancen, um das Spiel zu gewinnen.

    «Ich will so wenig wie möglich über das Virus reden. Aber natürlich existiert es noch und müssen wir uns smart verhalten.»

    Ist das Coronavirus immer noch präsent bei den ZSC Lions?

    Ich probiere, so wenig wie möglich darüber zu reden. Aber natürlich existiert das Virus noch und müssen wir uns smart verhalten. Am Montag reisen wir nach Tschechien für die Champions League. Wir befolgen alle Richtlinien, tragen Masken, wenn wir müssen, waschen unsere Hände und so weiter.

    Wie fühlt es sich an, wieder vor Zuschauern zu spielen?

    Es ist genial. Es macht alles viel schöner. Vor Leuten aufzutreten, ist der Grund, wieso wir spielen.

    Peter Popovic, der jahrelang Ihr Assistent war im Nationalteam, ist dies nun neu bei den ZSC Lions. Was bringt er ein?

    Wir haben schon gegen zehn Jahre zusammengearbeitet. Er bringt sehr viel Erfahrung mit, spielte ja auch lange in der NHL. Und er bringt auch viele Emotionen rein in den Trainings und in den Spielen.

    Man hört, er könne auch ziemlich lustig sein.

    Ich bin doch auch lustig, nicht? (lacht) Ja, Peter ist ein lustiger Typ. Aber wenn es ums Eishockey geht, ist er sehr fokussiert. Ich bin happy, ist er hier.

    Ihr Vertrag bei den ZSC Lions läuft noch bis 2023, Sie haben aber eine NHL-Ausstiegsklausel für den nächsten Sommer. Ist das in Ihrem Hinterkopf?

    Nicht wirklich. Ich lebe im Hier und Jetzt. Ich bin sehr glücklich, hier zu sein. Und ich tue alles, um dem Team und der Organisation zu helfen.

    Hatten Sie im Sommer Kontakt mit NHL-Teams?

    Man redet immer mit Leuten. So wie sich Sven Leuenberger (der Sportchef) auch immer umschaut. Aber wie gesagt: Ich bin sehr happy, hier zu sein.

    Ist die neue Arena eine Motivation für Sie, in Zürich zu bleiben?

    Das neue Stadion ist grossartig für die ZSC Lions, für die Stadt Zürich. Es wird eine unglaublich schöne Hockeyhalle, eine der besten der Welt. Natürlich möchte ich da gern dabei sein.

    Haben Sie die Trainerkabine in Altstetten schon inspiziert?

    Ja, wir waren schon ein paarmal dort. Ich habe mir alles angeschaut. Die Fans können sich freuen auf diese Halle.