Beiträge von Larry

    Wenn ich das mit dem nicht geahndeten Crosscheck von Weber gegen Corvi vergleiche

    Weber hatte Glück gestern, er hat ziemlich oft ausgeteilt ohne eine Strafe zu kassieren. NHL Bonus.

    Hab das Spiel am TV verfolgt, in der Studio Runde wollte der Kommentator von den Experten wissen was denn mit Zug los sei, die haben aber nur abgewunken: Saison dauert noch lange, man kann nicht jedes Spiel gewinnen, bla bla bla.....

    Das gilt natürlich auch für uns! Von da her gesehen stehen wir Ende September gut da!

    Was hätte man bis zum 2:3 und der 5 Minuten Strafe hier alles schreiben (nörgeln) können!

    Und dann der Auftritt von Denis Malgin!:geil::geil::geil:

    Sie haben das Ding noch gedreht im Stil von "das isch oise :zsc:"

    :applaus::applaus::applaus:

    PS: Nach Verlustpunkten auf Platz 1......

    Spektakuläre Wende

    Und dann brausen die ZSC Lions plötzlich davon

    Vom 1:3 zum 4:3 innert sieben Minuten: Die ZSC Lions bezwingen ihren Lieblingsgegner HC Davos zum neunten Mal in Serie. Für den Höhepunkt sorgt Denis Malgin.

    Simon Graf
    Simon Graf (TA)

    Abklatschen mit den Kollegen: Sven Andrighetto lässt sich für sein Tor feiern.


    Abklatschen mit den Kollegen: Sven Andrighetto lässt sich für sein Tor feiern. Foto: Marc Schumacher (Freshfocus)

    Davos ist nicht nur die liebste Feriendestination der Zürcher, Davos ist in jüngerer Zeit auch der Lieblingsgegner der ZSC Lions: Zum neunten Mal in Serie siegten sie gegen die Bündner, gegen die und ihren Erfolgscoach Arno Del Curto sie einst drei Playoff-Finals verloren. Es ist kein Geheimnis, wie man gegen die Lions zum Erfolg kommt: mit rigorosem Defensivspiel. Doch das ist nicht die DNA des HCD. Auch unter Christian Wohlwend spielen die Bündner schwungvoll nach vorne, und das liebt der mit Offensivkünstlern bestens bestückte ZSC.

    Die 7700 Zuschauer mussten sich aber etwas gedulden, bis sie den Zürchern zujubeln durften. Diese gerieten 0:2 und 1:3 in Rückstand und verpassten in ihren zahlreichen Powerplays Chance um Chance. Doch dann ging es plötzlich schnell: Roe (48.), Malgin (50.) und Hollenstein (55.) drehten die Partie mit drei Toren innert sieben Minuten. Der emotionale Höhepunkt war Malgins Ausgleich in Unterzahl, als er mit dem Puck davonbrauste, HCD-Abwehrchef Nygren mit seinem Tempo überforderte und Senn bezwang.


    Interessant war der Vergleich der Jungstürmer Sigrist und Simic, die sich vorletzte Saison bei den ZSC Lions noch in Schwamendingen eine schmucklose WG teilten. Sigrist profitierte vergangene Saison bei den Zürchern von den Ausfällen auf der Centerposition, machte markante Fortschritte und erhielt kürzlich eine Vertragsverlängerung bis 2026. Simic kam letzten Winter kaum mehr zum Zug im Hallenstadion und unterschrieb schon früh beim HC Davos. Nun spielten sie erstmals gegeneinander.

    Dass Simic über einen exzellenten Direktschuss verfügt, hatte schon Rikard Grönborg erkannt, weshalb er ihn manchmal in Überzahl in der Pettersson-Position links oben einsetzte. Auf diese Idee ist beim HCD nun auch Christian Wohlwend gekommen. Und Simic dankte es ihm mit einem Kunstschuss ins Lattenkreuz zum 1:0 (19.). Sigrist kam derweil nicht gross dazu, sein Können zu zeigen. Denn weil die ZSC Lions so oft Powerplay spielten und da für den versierten Stürmer in diesem Starensemble kein Platz ist, sah man ihn kaum.

    Für die ZSC Lions war das an diesem Abend kein Problem. Sie haben so viel Klasse, dass sie dieses Spiel gegen die Davoser noch spektakulär drehten. Was man bei ihnen aber noch vermisst, ist die Konstanz. An schlechten Abenden sieht diese Mannschaft aus wie eine Ansammlung von Stars, die nicht recht wissen, wie sie zusammenspielen sollen. Aus ihnen ein funktionierendes Team zu formen, ist eine schwierigere Aufgabe für Grönborg, als man denkt. Glanzpunkte bieten diese ZSC Lions aber schon jetzt immer mal wieder.

    Wann die Zürcher Mühe bekunden

    So entzaubert man den ZSC

    Nicht die 0:1-Niederlage in Freiburg, sondern ihre Art und Weise muss für die Lions ein Alarmzeichen sein.

    Kristian Kapp
    Kristian Kapp (TA)

    Wenn die Zürcher Offensive gestoppt wird: Hier wird ZSC-Topskorer Garrett Roe vom Freiburger Verteidiger Benjamin Chavaillaz abgedrängt.


    Wenn die Zürcher Offensive gestoppt wird: Hier wird ZSC-Topskorer Garrett Roe vom Freiburger Verteidiger Benjamin Chavaillaz abgedrängt. Foto: Anthony Anex (Keystone)

    Der Samstag war der Abend der Premieren. Es erwischte gleich alle drei Top-Teams mit bislang weisser Weste: Sowohl Biel, Zug als auch die ZSC Lions verloren erstmals diese Saison ein Spiel nach 60 Minuten und blieben damit ohne Punktgewinn. So gesehen ist für die Zürcher das 0:1 in Freiburg kein Beinbruch. Zumal die Defensivleistung einmal mehr ordentlich war, was für Struktur und Stabilität des Teams spricht. Der ZSC ist sogar jenes Team, das gemäss der offiziellen Liga-Datenbank «49ing» den Gegnern bislang am zweitwenigsten Torgefahr zugesteht. Das ist für ein spielerisch derart starkes Team alles andere als selbstverständlich.

    WEITER NACH DER WERBUNG Wie diese Grafik zu lesen ist: Sortiert nach der Spalte ganz rechts (xGA60,=zu erwartende Gegentore pro 60 Spielminuten) belegen die ZSC Lions Platz 2 der National League. Gemäss der Expected-Goals-Statistik (zu erwartende Gegentore) kassieren sie pro 60 Spielminuten nur 2,16 Gegentore – ein Spitzenwert, der nur von Ambri geschlagen wird.


    Wie diese Grafik zu lesen ist: Sortiert nach der Spalte ganz rechts (xGA60,=zu erwartende Gegentore pro 60 Spielminuten) belegen die ZSC Lions Platz 2 der National League. Gemäss der Expected-Goals-Statistik (zu erwartende Gegentore) kassieren sie pro 60 Spielminuten nur 2,16 Gegentore – ein Spitzenwert, der nur von Ambri geschlagen wird. Grafik: 49ing

    Expected Goals – was ist das?

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    Wenn wir aber genauer hinschauen, finden wir zwei erstaunliche Fakten, die den ZSC Lions etwas Sorgen bereiten müssten. Die anderen beiden defensiv stabilsten Teams der Liga waren bislang Ambri und Fribourg. Dass die Tessiner bislang in der Tabelle im hinteren Mittelfeld anzutreffen sind, liegt wohl schlicht an der vergleichsweise mangelnden Klasse in der Offensive und der damit verbundenen Abschlussschwäche. Dennoch: Die bislang einzigen Teams, die die Offensive der ZSC Lions zu entzaubern vermochten, waren: Ambri (1:2 nach Verlängerung) und Fribourg (0:1).

    Wo der ZSC besonders stark ist

    Kein anderes Team ist in der Offensive personell so potent besetzt wie die ZSC Lions, niemand hat derart viele technisch und läuferisch starke Stürmer, kaum irgendwo anders ist so viel Spielintelligenz unter der Angreifern zu finden. Dies schlägt sich in einer Statistik besonders krass nieder: Kein anderes Team generiert nur annähernd so viel Torgefahr nach Druckphasen in der Offensivzone. Es ist das Spiel der ZSC Lions: Den Gegner dank individueller Klasse in dessen Zone einschnüren und müde spielen. Andere wie Meister Zug oder Davos brillieren bei schnellen Gegenstössen, Lugano ist besonders gefährlich nach eroberten Pucks nach erfolgreichem Forechecking. Die Zürcher sind in diesen beiden Kategorien jeweils nur Mittelmass. Hier ist nur jene Torgefahr berücksichtigt, die bei 5-gegen-5-Hockey (also ohne Powerplay) nach Druckphasen in der Offensivzone generiert wurde. Die Lions sind hier doppelt die Nummer 1: Sie generieren pro 60 Spielminuten mit Abstand am meisten zu erwartende Tore (Spalte ganz rechts: 1,22). Und kein anderes Team generiert seine Torchancen verhältnismässig so oft auf diese Weise wie die Lions (Spalte Mitte: 43,5 Prozent der ZSC-Torgefahr entsteht nach Druckphasen in der Offensivzone. Also nicht nach Forechecking oder schnellen Gegenstössen).


    Hier ist nur jene Torgefahr berücksichtigt, die bei 5-gegen-5-Hockey (also ohne Powerplay) nach Druckphasen in der Offensivzone generiert wurde. Die Lions sind hier doppelt die Nummer 1: Sie generieren pro 60 Spielminuten mit Abstand am meisten zu erwartende Tore (Spalte ganz rechts: 1,22). Und kein anderes Team generiert seine Torchancen verhältnismässig so oft auf diese Weise wie die Lions (Spalte Mitte: 43,5 Prozent der ZSC-Torgefahr entsteht nach Druckphasen in der Offensivzone. Also nicht nach Forechecking oder schnellen Gegenstössen). Grafik: 49ing

    Warum das dem ZSC Sorgen machen muss? September und Oktober sind jeweils die Monate, in denen viele Teams noch auf der Suche nach ihrem Spiel sind und taktische Defizite noch eher vorkommen. Spätestens im Playoff werden gerade Teams wie die ZSC Lions garantiert auf Gegner treffen, die genau das tun werden: Den Fokus auf die defensive Disziplin legen, den Technikern der Zürcher viel weniger Platz zur Entfaltung geben.

    So wie das Ambri tat, so wie das Fribourg tat. Es waren jene beiden Spiele, in denen die Lions mit Abstand am seltensten zu Torchancen nach Druckphasen oder nach erfolgreichem Forechecking kamen. Oder salopp formuliert: Die Lions bekundeten bislang gegen jene Gegner Mühe, die in der Defensive kratzen und beissen und darauf bedacht sind, den Puck so schnell wie möglich wieder aus der eigenen Zone zu bringen – man nennt das oft auch Playoff-Hockey.

    Die Unterschätzten: Marcus Krüger …

    Schauen wir aber auch noch eine Stärke der Lions vertieft an: Ihre defensive Stabilität und ihre Stärke, im Vergleich mit der Konkurrenz nur wenig Torgefahr zuzulassen. Dies trotz offensiver Spielausrichtung. Natürlich hängt dies mit der Teamleistung und der Struktur im Spiel einer Mannschaft zusammen. Es gibt trotzdem je einen ZSC-Verteidiger und einen ZSC-Stürmer, die speziell wenig zulassen, wenn sie auf dem Eis stehen. Es sind keine Spieler, die wegen Skorerpunkten häufig genannt werden: Patrick Geering und Marcus Krüger. Im Element: Marcus Krüger unterbindet einen gegnerischen Pass.


    Im Element: Marcus Krüger unterbindet einen gegnerischen Pass. Foto: Marc Schumacher (Freshfocus)

    Beginnen wir mit Krüger, dem schwedischen Center mit der grossen Spielintelligenz, der regelmässig auch bei der «Drecksarbeit» glänzt, Schüsse blockt und im Unterzahlspiel überzeugt. Zunächst ein Beispiel aus dem Gottéron-Match, bei dem die ZSC-Stürmer nun wahrlich nicht brillieren konnten.

    Am mit Abstand wenigsten Torgefahr generierte Gottéron, wenn Krüger auf dem Eis stand. Bemerkenswert: Zwei Drittel lang waren die jungen Justin Sigrist und Kyen Sopa seine Linienpartner, das hatte aber keinen Einfluss auf die defensive Stabilität. Grafisch dargestellt zeigt sich das besonders gut: Wie diese Grafik zu lesen ist: Je kürzer der Balken, desto besser. Mit Marcus Krüger auf dem Eis hätte der ZSC in Freiburg gemäss Expected-Goals-Statistik hochgerechnet auf 60 Spielminuten nicht einmal einen halben Treffer zugelassen. Die beiden jungen Stürmer Kyen Sopa und Justin Sigrist haben hier darum ebenfalls so gute Werte, weil sie zumeist neben Krüger spielten.


    Wie diese Grafik zu lesen ist: Je kürzer der Balken, desto besser. Mit Marcus Krüger auf dem Eis hätte der ZSC in Freiburg gemäss Expected-Goals-Statistik hochgerechnet auf 60 Spielminuten nicht einmal einen halben Treffer zugelassen. Die beiden jungen Stürmer Kyen Sopa und Justin Sigrist haben hier darum ebenfalls so gute Werte, weil sie zumeist neben Krüger spielten. Grafik: 49ing



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    Das Spiel in Freiburg ist aber keine Eintagsfliege. Solange es um das Verhältnis Torgefahr vor dem gegnerischen und vor dem eigenen Tor geht, ist kein ZSC-Stürmer effizienter als Krüger und schon gar keiner defensiv stabiler als der Schwede.

    Hier ein paar Beispiele mit Zahlen aus der ganzen Saison graphisch dargestellt: Hier sehen wir wieder das prozentuelle Verhältnis zwischen Torgefahr vor dem gegnerischen und vor dem eigenen Tor, wenn ein Spieler auf dem Eis steht: Hinter Denis Hollenstein, der in Freiburg erkrankt fehlte, ist Marcus Krüger die Nummer 2 der ZSC-Stürmer: Steht er auf dem Eis, wird Torgefahr in 76,16 Prozent der Fälle vor dem gegnerischen Tor notiert.


    Hier sehen wir wieder das prozentuelle Verhältnis zwischen Torgefahr vor dem gegnerischen und vor dem eigenen Tor, wenn ein Spieler auf dem Eis steht: Hinter Denis Hollenstein, der in Freiburg erkrankt fehlte, ist Marcus Krüger die Nummer 2 der ZSC-Stürmer: Steht er auf dem Eis, wird Torgefahr in 76,16 Prozent der Fälle vor dem gegnerischen Tor notiert. Grafik: 49ing



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    … und Patrick Geering

    Patrick Geering ist quasi Krügers Pendant in der Abwehr. Der Captain ist generell zuvorderst zu finden, wenn es darum geht, welcher Verteidiger auf dem Eis am meisten positiven Einfluss aufs ZSC-Spiel hat. Hier zwei Beispiele: Die Balance stimmt bei Patrick Geering: Mit ihm auf dem Eis wird Torgefahr in 60,25 Prozent der Fälle vor dem gegnerischen Tor generiert. Nur Neuzugang Yannick Weber ist da leicht besser.


    Die Balance stimmt bei Patrick Geering: Mit ihm auf dem Eis wird Torgefahr in 60,25 Prozent der Fälle vor dem gegnerischen Tor generiert. Nur Neuzugang Yannick Weber ist da leicht besser. Grafik: 49ing



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    Geht es um rein defensive Aspekte, ist Geering bislang unantastbar die Nummer 1 der Lions, wie diese beiden Zahlen zeigen: Defensiv klar die Nummer 1 unter den ZSC-Verteidigern: Mit Patrick Geering auf dem Eis kassieren die Lions bei 5-gegen-5-Hockey pro 60 Minuten nur 1,67 zu erwartende Gegentore.


    Defensiv klar die Nummer 1 unter den ZSC-Verteidigern: Mit Patrick Geering auf dem Eis kassieren die Lions bei 5-gegen-5-Hockey pro 60 Minuten nur 1,67 zu erwartende Gegentore. Grafik: 49ing



    1 / 2 Gewonnener Zweikampf: ZSC-Verteidiger Patrick Geering trennt den Freiburger Stürmer Sandro Schmid vom Puck.


    Gewonnener Zweikampf: ZSC-Verteidiger Patrick Geering trennt den Freiburger Stürmer Sandro Schmid vom Puck.

    Was ich nicht verstehe, ist dass Luki wie andere die Chance hat sich als zweiter Goalie aufzudrängen.

    Welche anderen (Goalies) meint Sven L? :/:nixwiss:

    Da sein Vertrag ausläuft (!) sind andere Goalies gemeint die seinen Platz bei uns einnehmen könnten in der nächsten Saison. Wer das sein könnte ist völlig offen.

    Hier nochmals den Text über unsere Goalies von Simon Graf:

    Im Tor zeigte Lukas Flüeler am Tag, an dem sein Goaliekollege und Konkurrent Ludovic Waeber einen neuen Vertrag bis 2025 erhalten hatte, eine tadellose Leistung. Pikant: Der Kontrakt des vierfachen Zürcher Meistergoalies läuft per Ende Saison aus. Sportchef Sven Leuenberger sagt dazu: «Flüeler hat wie andere die Chance, sich als zweiter Goalie aufzudrängen.»

    Dem 32-Jährigen, dessen Klasse unbestritten ist, der in jüngerer Zeit aber oft verletzt war, wurde vom Club fürs Sommertraining ein Personal Trainer zur Seite gestellt. Und dieser kümmert sich nun auch während der Saison individuell um Flüeler.

    Keine Bedenken, was die Fitness betrifft, haben die Zürcher bei Waeber. Doch ob der 25-Jährige tatsächlich das Format hat, um die Nummer 1 bei einem Spitzenclub zu sein, ist noch unklar. Leuenberger bezeichnet den Freiburger denn auch nicht als künftige Nummer 1, sondern sagt: «Mit Waeber werden wir in Zukunft ein gutes Goalietandem haben. Auch er weiss, dass wir zwei gute Torhüter haben werden. Und es ist an ihm, sich durchzusetzen. Waeber zählt sicher zu den fünf, sechs Goalies der nächsten Generation hinter Genoni und Berra. Und er ist ein lockerer Typ, kann gut mit dem Druck in Zürich umgehen.»

    Und Druck wird es geben. Die Erwartungen werden mit dem Umzug in die Swiss Life Arena im Herbst 2022 weiter steigen.

    Beschwingter Auftritt gegen Lugano

    So machen die ZSC Lions Spass

    Beim 5:2 über ihren Lieblingsrivalen Lugano spielen die Zürcher phasenweise gross auf. Und erstmals seit langem kommt im Hallenstadion Stimmung auf.

    Simon Graf
    Simon Graf (TA)

    Hoch hinaus: Akrobatische Einlage von ZSC-Stürmer Azevedo, um Luganos Schlegel auszuweichen.


    Hoch hinaus: Akrobatische Einlage von ZSC-Stürmer Azevedo, um Luganos Schlegel auszuweichen. Foto: Walter Bieri (Keystone)

    Ach, wie schön war es, endlich wieder einmal ein bisschen Stimmung im Hallenstadion zu erleben! Auf Lugano als Lieblingsrivalen ist eben doch Verlass. Sogar die Schmährufe der Anhänger der Bianconeri waren eine Wohltat für die Ohren. So viele Fans hatten sich letztmals Ende Februar 2020 in der Halle eingefunden, als das Coronavirus hierzulande erst eine dunkle Vorahnung war. 7657 Zuschauer klingt zwar noch nicht nach viel, aber vor den Eingängen entstanden vor dem Match lange Schlangen. Einen solchen Aufmarsch für ein Eishockeyspiel ist man sich nicht mehr gewohnt.

    Jene, die primär wegen der ZSC Lions gekommen waren, dürften wiederkommen. Denn die hochkarätig besetzte Mannschaft brachte ihre grosse Klasse für einmal auch aufs Eis und siegte letztlich ungefährdet 5:2. Eindrücklich war das Tempospiel im Startdrittel, das noch unbelohnt blieb, und wie schnell der Puck phasenweise zirkulierte.

    Doch nebst Filigrantechnikern wie Malgin oder Roe braucht es auch noch Stürmer mit direktem Zug zum Tor wie Quenneville. Der Kanadier traf acht Sekunden vor der zweiten Pause zum 3:1 und später zum 4:1 (50.) und sorgte dafür, dass die zuletzt wieder etwas überheblichen Zürcher nicht mehr zittern mussten.

    Im Tor zeigte Lukas Flüeler am Tag, an dem sein Goaliekollege und Konkurrent Ludovic Waeber einen neuen Vertrag bis 2025 erhalten hatte, eine tadellose Leistung. Pikant: Der Kontrakt des vierfachen Zürcher Meistergoalies läuft per Ende Saison aus. Sportchef Sven Leuenberger sagt dazu: «Flüeler hat wie andere die Chance, sich als zweiter Goalie aufzudrängen.»

    Dem 32-Jährigen, dessen Klasse unbestritten ist, der in jüngerer Zeit aber oft verletzt war, wurde vom Club fürs Sommertraining ein Personal Trainer zur Seite gestellt. Und dieser kümmert sich nun auch während der Saison individuell um Flüeler.

    Keine Bedenken, was die Fitness betrifft, haben die Zürcher bei Waeber. Doch ob der 25-Jährige tatsächlich das Format hat, um die Nummer 1 bei einem Spitzenclub zu sein, ist noch unklar. Leuenberger bezeichnet den Freiburger denn auch nicht als künftige Nummer 1, sondern sagt: «Mit Waeber werden wir in Zukunft ein gutes Goalietandem haben. Auch er weiss, dass wir zwei gute Torhüter haben werden. Und es ist an ihm, sich durchzusetzen. Waeber zählt sicher zu den fünf, sechs Goalies der nächsten Generation hinter Genoni und Berra. Und er ist ein lockerer Typ, kann gut mit dem Druck in Zürich umgehen.»

    Und Druck wird es geben. Die Erwartungen werden mit dem Umzug in die Swiss Life Arena im Herbst 2022 weiter steigen.

    Die ZSC Lions verlängern den Vertrag mit Goalie Ludovic Waeber um drei Jahre bis und mit Saison 2024/25.

    Ludovic Waeber stiess auf die Saison 2020/21 von Fribourg zu den ZSC Lions und absolvierte in seiner ersten Saison sogleich 46 Meisterschaftsspiele (37x Qualifikation, 9x Playoffs) für den Zett. Dazu kamen vier Einsätze im Swiss Ice Hockey Cup. In der laufenden Saison stand der 25-Jährige in drei Meisterschaftsspielen und zwei Partien der Champions Hockey League zwischen den Pfosten der Zürcher.

    «Wir vertrauen den vielseitigen Fähigkeiten von Ludo, die er eindrücklich unter Beweis gestellt hat. Mit der Vertragsverlängerung sorgen wir für Kontinuität auf der Goalieposition», freut sich Sportchef Sven Leuenberger. «Ludo als Jahrgang 1996 gehört zu jener Torhütergeneration, der die Zukunft gehört.»

    Für die Schweizer Juniorennationalmannschaft nahm Ludovic Waeber an zwei U20- und einer U18-Weltmeisterschaft teil.

    https://www.zsclions.ch/news/detail/ve…ludovic-waeber/

    ZSC Lions: John Quenneville

    Eine skurrile NHL-Episode hat ihn nach Zürich geführt

    Für den ehemaligen Erstrundendraft der New Jersey Devils war eine Karriere in der besten Liga der Welt vorgesehen. Weshalb John Quenneville mit 25 Jahren nun bei den ZSC Lions spielt.

    Kristian Kapp
    Kristian Kapp (TA)

    Torjubel in Langnau: John Quenneville (rechts) feiert mit ZSC-Captain Patrick Geering.


    Torjubel in Langnau: John Quenneville (rechts) feiert mit ZSC-Captain Patrick Geering. Foto: Marcel Bieri (Keystone)

    Wenn es läuft, dann läuft es. John Quennevilles 6:1 am Samstag in Langnau hatte zwar keine Relevanz mehr, das Spiel war längst entschieden. Und dennoch dokumentierte der Treffer, wie hoch des Kanadiers Vertrauen in seine Fähigkeiten zu diesem Zeitpunkt war, mit welchem Selbstverständnis er die klitzekleine Lücke unter der Latte fand, die kaum grösser als der Puck selber war.

    Aber eben: Es lief an diesem Abend bei Quenneville, er hatte nach nur gut zwei Minuten das 1:0 erzielt, dort musste er nur noch einen Abpraller ins offene Tor einschiessen. Und so konnte er nach dem 6:2-Sieg schwärmen. Schwärmen vom Powerplay, das fünfmal erfolgreich war, auch wenn offiziell nur drei als Überzahl-Tore notiert wurden, weil zweimal der bestrafte Langnauer just im Moment des Torschusses aufs Eis zurückkehrte. Quenneville konnte auch vom «hochwertigen Talent» in dieser ZSC-Mannschaft schwärmen, von dieser Unmenge an Offensivpower.

    Und er konnte vor allem mitteilen, wie er sich mit jedem Spiel in der Schweiz besser fühle, wie er immer mehr lerne, mit diesem für ihn neuen Spiel auf dem grossen europäischen Eisfeld umzugehen. Denn in Quennevilles Karriere war kein Europa-Abenteuer eingeplant, schon gar nicht im Alter von nur 25 Jahren. Und doch spricht er von einer Chance, die er gern gepackt habe. Einer Chance, die ihm der ZSC nur offerieren konnte, weil er eine in dieser Saison letztmals praktizierte, umstrittene Regel ausnützt: Weil Pius Suter in der NHL spielt, aber auch einen gültigen Vertrag mit den Lions hat, darf der ZSC fünf statt vier Ausländer einsetzen. Mit Zug profitiert dank Grégory Hofmann ausgerechnet ein weiterer Grosser von dieser Klausel.

    Das skurrile Erlebnis mit Seattle

    Aber zurück zu Quenneville, der diesen Sommer endgültig an einem Scheideweg seiner Karriere angekommen war und sich wie in einem falschen Film vorkam. Das neue NHL-Team in Seattle stellte sein Kader zusammen, indem es von jedem Konkurrenten einen Spieler übernehmen durfte. Ihre elf besten Kräfte durften zwar alle vor einer Übernahme schützen, dennoch stand Seattle bei allen 30 Mannschaften genug namhaftes Spielermaterial zur Auswahl. Von den Chicago Blackhawks wählte es dennoch Quenneville. Er kommentiert diesen Vorgang wie fast jeder Beobachter der NHL: «Ich war völlig überrascht.»

    Bis heute kennt er die Hintergründe nicht. Einerseits spielte er letzte Saison auch wegen diverser Verletzungen keine einzige Partie in der NHL. Andererseits konnte er auch in der Farmteam-Liga AHL nur sporadisch ran und erzielte in sechzehn Spielen nur ein Tor – es war Quennevilles schlechteste Saison der Karriere. Es ging skurril weiter: Seattle bot ihm gar keinen Vertrag an, und so stand er plötzlich ohne Verein da. Einer, der vors Tor geht: Dieses von den ZSC Lions gesuchte Spielerprofil erfüllt John Quenneville nicht nur in dieser Szene gegen fünf Langnauer vorbildlich …


    Einer, der vors Tor geht: Dieses von den ZSC Lions gesuchte Spielerprofil erfüllt John Quenneville nicht nur in dieser Szene gegen fünf Langnauer vorbildlich … Foto: Marcel Bieri (Keystone)



    Er habe nach wie vor keine Ahnung, was hinter den Kulissen abgelaufen sei, sagt Quenneville. Aber auch das sei die Glitzerwelt der NHL: «Ein Business, in dem du als Spieler nicht immer alles mitbekommst.» Handfest war das Angebot aus Zürich, also nahm er es an. Den Lions gefielen seine Masse (188 cm / 86 kg), Sportchef Sven Leuenberger suchte nach seiner Analyse der Vorsaison generell Spieler, die physisch intensiv spielen und den Weg vors Tor nicht scheuen.

    5 Jahre AHL und die kleine Chance in Chicago

    Quenneville ist ein Erstrundendraft von 2014 der New Jersey Devils, vorgesehen war also eine gute Karriere in der besten Liga der Welt. Doch dann folgten fünf Jahre des Durchbeissens für den Flügelstürmer. Die Devils setzten ihn drei Jahre lang vorwiegend in der AHL ein, wo er stets ein dominanter Stürmer war. «Ich war ein All-Star in dieser Liga, ich sehe mich generell als hochwertigen Stürmer», sagt Quenneville selbstbewusst. Wenn er hin und wieder in der NHL randurfte, war aber nicht Nico Hischier sein Linienpartner. Die Devils schickten ihn in Defensivrollen aufs Eis.

    Die letzten beiden Jahre verbrachte Quenneville nach einem Transfer in der Organisation Chicagos, 2019/20 erhielt er in neun Spielen seine Chance auf eine NHL-Karriere. Er war zumeist Teil einer Linie mit 30-Tore-Stürmer Dominik Kubalik und Captain Jonathan Toews. Doch Quenneville traf nie, er verbrachte die meiste Zeit wieder in der AHL. Er spricht rückblickend erneut von «Business» und von «Logistik», auch in der NHL würden nicht immer die besten Spieler die besten Rollen erhalten. Denn als das sah er sich bis letzte Saison immer noch: als einen Spieler, gemacht für die beste Liga der Welt.

    Jetzt aber sei er happy, in Zürich zu sein. Als Teil eines Prozesses und eines Teams, das immer stärker werde und in dem er auch selber sich immer besser zurechtfinde. An die Karriere in Nordamerika denke er nicht mehr. Er wolle beim ZSC immer mehr lernen und am Ende der Saison den Pokal stemmen. Weil es am Ende im Eishockey ja um nichts anderes gehe

    Danke für den Matchbericht aus Fansicht!

    Das grösste Ärgernis ist für mich das Spiel gegen Ambri, jenes Ambri das nun gegen Ajoie abgeschossen wurde!

    Goalie Duell: Flüeler hat in der CHL gut gespielt, sein Vertrag läuft aus, er MUSS performen! Sollte er sich allerdings wieder verletzen sehe ich schwarz für einen guten Vertrag, sei es beim Z oder anderswo.

    Bin am Freitag gegen Lugano wieder dabei.