Beiträge von Larry

    Wieder ein ZSC-Transfercoup: Der NHL-Verteidiger Yannick Weber kommt mit einem Dreijahresvertrag und soll das Powerplay beleben

    Die ZSC Lions reagieren auf den Abgang von Tim Berni und engagieren den Nationalmannschaftsverteidiger Yannick Weber. Der Berner ist ein weiterer klingender Name im starken ZSC-Kollektiv.

    Nicola Berger (NZZ)

    Die ZSC Lions reagieren auf eine enttäuschende Saison so, wie man sich das von ihnen gewohnt ist: mit einem starken Signal auf dem Transfermarkt. Sie engagieren den Verteidiger Yannick Weber mit einem bis 2024 gültigen Vertrag. Weber, 32, spielte in den letzten 14 Jahren vornehmlich in Nordamerika, er absolvierte für Montreal, Vancouver, Nashville und Pittsburgh 541 NHL-Partien. 2012/13 kehrte der Berner während des Lockouts temporär in die Schweiz zurück, zu Genf/Servette.

    Der ZSC hatte in der Abwehr Handlungsbedarf, da Tim Berni in die Organisation der Columbus Blue Jackets wechselt. Weber ist ein grosser Name – und der zweite Schweizer, der in diesem Sommer die NHL verlässt und zurück in die Heimat wechselt, nach Mirco Müller, der in Lugano einen sündhaft teuren Sechsjahresvertrag unterschrieb. Weber bekundete im Herbst Mühe, noch einmal eine Anstellung in der NHL zu finden. Via Try-out fand er Unterschlupf in Pittsburgh, bestritt dort aber nur 2 von 56 Partien, die restlichen Spiele verpasste er überzählig oder verletzt.

    Für den ZSC ist Weber ein weiterer Prestigetransfer, nachdem dem Sportchef Sven Leuenberger im Sommer 2020 bereits die Verpflichtung des neuen Aushängeschilds Sven Andrighetto gelang. Weber und Leuenberger kennen und schätzen sich seit mehr als 15 Jahren. Es kam vor, dass Leuenberger beim Nationalspieler eine Meinung einholte, wenn er Ausländer aus Nordamerika verpflichtete. Die Strahlkraft Andrighettos hat Weber nicht, trotz deutlich mehr NHL-Einsätzen, doch die Erwartung ist, dass er das Powerplay des ZSC beleben wird. Er verfügt über einen starken Schuss und eine gute Übersicht, im ZSC hoffen sie, dass der Rechtsschütze die Abhängigkeit vom kanadischen Dirigenten Maxim Noreau verringern wird. Bei seinem Genfer Intermezzo gelangen Weber in 32 Spielen 21 Punkte.

    Die Frage ist, wie viel Angewöhnungszeit er benötigen wird nach so vielen Jahren in Übersee und einer in den letzten Jahren fast exklusiv defensiven Rolle. Leuenberger sagt: «Ein bisschen Zeit wird er sicher benötigen.» Mit Weber ist dessen Kaderplanung weitgehend abgeschlossen, der ZSC sucht nur noch einen fünften Ausländer.

    Der FC Zürich im Umbruch

    Ein Abgang mit Getöse – und viele offene Fragen

    Der FCZ sucht noch immer einen Trainer und fragt sich, was mit Becir Omeragic geschieht. Zugleich ärgert sich das abgewanderte Talent Toni Domgjoni über Ancillo Canepa.


    Christian Zürcher (TA)

    Sieben Wochen vor dem Saisonstart ist beim FCZ vor allem klar, was unklar ist. Noch immer fehlt ein Trainer, noch immer wartet man auf die ersten namhaften Zugänge für den angekündigten Umbruch, der erst durch die Abgänge skizziert ist.

    Adi Winter muss gehen, Fabian Rohner darf bleiben. Benjamin Kololli wird seinen Vertrag nicht verlängern, ebenso Hekuran Kryeziu. Bereits einen neuen Club hat Toni Domgjoni. Der 22-Jährige hat sich nach 12 Jahren beim FCZ für einen ablösefreien Wechsel zu Vitesse Arnheim in die Niederlande entschieden. Es war ein Abgang mit ordentlichem Getöse.

    Der Ligavierte hatte Domgjoni vor der U-21-EM kontaktiert Interesse gezeigt (neben Vereinen aus Italien und Belgien). Domgjoni ging auf Besuch nach Arnheim, war begeistert und unterschrieb einen Dreijahresvertrag. Er sagt: «Die Menschen sind freundlich, der Trainer will auf mich setzen, in der Liga wird offensiver Fussball gespielt. Es ist der perfekte Ort, um mich sportlich weiterzuentwickeln.»

    Brisante Indiskretionen

    Der Abgang hat sich für Domgjoni abgezeichnet. «In mir wuchs im vergangenen Jahr der Wunsch, den nächsten Schritt zu machen», sagt er. «Dies sagte ich im November dem FCZ.» Alles klar also? Nicht ganz. Denn der Abgang war begleitet von Indiskretionen.

    Wie der Blick schrieb, habe Domgjonis Seite in den Verhandlungen fast eine halbe Million Franken verlangt, dazu 5000 Franken monatlich für den Vater und mehrere Hunderttausend Franken für den damaligen Berater. Dies wollte Ancillo Canepa nicht bestreiten, der es gar nicht mag, wenn seine Spieler ablösefrei wechseln. Der Präsident sprach davon, wie ihn die finanziellen Forderungen und eine monatelange Hinhalte-Taktik irritiert hätten. Er bezeichnete Domgjoni als guten Jungen, der lernen müsse, sein Leben in die eigene Hand zu nehmen.

    Domgjoni findet es schade, wie seine Zeit beim FCZ endet. «Es ist unschön, von solchen Dingen in der Zeitung zu lesen. Vor allem auch, wenn meine ganze Familie reingezogen wird. Das zeugt von mangelndem Respekt.» Domgjoni sagt, dass er selbst die besagten Forderungen nie gestellt habe – und seine Familie schon gar nicht. «Der FCZ kennt meine Familie seit über zehn Jahren. Man hätte auch auf uns zukommen können.» Weil er bei den Verhandlungen nicht dabei gewesen sei, könne er nicht ausschliessen, dass sein damaliger Berater diese Summen gefordert habe. Domgjoni war zuletzt nicht immer zufrieden mit seinen Beratern. Das zeigt auch die Tatsache, dass er in den vergangenen Jahren zweimal den Berater gewechselt hatte, auch auf Anraten des FCZ.

    «Ich werde nie ein schlechtes Wort über Ancillo Canepa und den FCZ verlieren, auch jetzt nicht. Da bin ich viel zu dankbar dafür, was der Verein mir ermöglicht hat», sagt Domgjoni.

    Omeragic soll viel Geld einbringen

    Ungeklärt bleiben drei Personalien. Der Trainer, sowie die Zukunft von Marco Schönbächler und Becir Omeragic. Der Genfer gehört zu den grössten Verteidigertalenten seines Jahrgangs. Der FCZ möchte bei einem Verkauf davon profitieren. Im zweistelligen Millionenbereich soll die Ablösesumme zu liegen kommen, insgeheim orientiert man sich am Transfer von Manuel Akanji nach Dortmund für 21,5 Millionen Euro. Es sind aber andere Zeiten als damals im Jahr 2018, Corona hat die Clubfinanzen verwüstet, die Vereine sparen und warten, was im finanzstarken England geschieht. Es ist darum fraglich, ob Omeragic überhaupt geht.

    Bei Schönbächler läuft der Vertrag aus, er würde gerne bleiben und wäre bereit, dem Verein finanziell entgegen zu kommen. Der FCZ hat sich aber noch nicht entschieden, das hat auch mit der Trainersuche zu tun. Der neue Mann soll eine Meinung abgeben dürfen.

    Bei der Trainerwahl gibt es zwei Möglichkeiten, eine interne oder eine externe Lösung. Was für eine externe spricht: Die internen Varianten (Ludovic Magnin, Massimo Rizzo) haben zuletzt nur mässig funktioniert, eine neue Sichtweise im Club würde guttun. Auf dem Schweizer Markt wären Giorgio Contini, René Weiler, Bruno Berner, Maurizio Jaccobacci. Was dagegen spricht: Die Vergangenheit und die Frage, ob Präsident Canepa mit einem unabhängigen Trainer arbeiten kann.

    Zuletzt brachte die «Luzerner Zeitung» das Gerücht auf, dass der FCZ den FCL-Assistenztrainer Genesio Colatrella als U-21-Trainer holen werde. Dies würde entweder (und mit etwas Fantasie) auf den bisherigen U-21-Trainer Artur Petrosyan als Cheftrainer hindeuten. Oder auf einen Abgang eines sehr loyalen Vereinsarbeiters. Tendenz: zweiteres.

    und beide Stadien bis zum letzten Platz gefuellt.

    Boston war quasi voll aber Isles lassen nur 12'000 rein (86%). Tampa könnte füllen wenn es nach dem Staat Florida geht, das muss ein Entscheid des Clubs sein nur 72% rein zu lassen.

    Grönborg hat eine NHL Klausel ab Saison 22/23. Fragt sich also ob ihn der ZSC freigeben würde falls ihn die Sabres wollen. Würde/sollte man ihm diese Chance verbauen? Aber ein Bewerbungsgespräch heisst noch nicht den Job bekommen.

    Wenn es um Nummer 1 Draft Picks geht muss man bedenken das diese zu den schlechtesten Teams gehen müssen, und es braucht nun mal Zeit bis aus diesen Teams (vielleicht!) ein Stanley Cup Contender wird. In der Liste der Nummer 1 Picks muss man runter gehen bis 2008 (Stamkos) um einen Stanley Cup Sieger zu finden. Dann allerdings findet man auf der Liste abwärts div. Leute die den Pokal gestemmt haben. Aufwärts (ab 2009) jedoch (noch) keinen!

    Jetzt USA vs Canada. Beim Team USA spielen u.a. der 36 jährige Brian Boyle (ex Panthers) der letzte Saison gar nie gespielt hat (!) neben dem 18 jährigen Matthew Beniers, ein möglicher Nummer 1 Draft Pick. Denke die US Boys haben mehr Talent, aber wenn das letzte Aufgebot von Canada die Russen schlagen kann, dann.....

    KOMMENTAR

    Die Schweizer Eishockey-Nationalmannschaft hat eine einmalige Gelegenheit sträflich verpasst

    Die Schweiz scheitert im WM-Viertelfinal. Dabei wäre ihr Weg in den Final so einfach wie selten gewesen. Aber auch diese kolossale Enttäuschung ändert nichts daran: Der Nationaltrainer Patrick Fischer ist der perfekte Botschafter für diesen Sport und inzwischen so unantastbar wie einst die Lichtgestalt Ralph Krueger.

    Nicola Berger, Riga (NZZ)

    Die Türe zur dritten Medaille seit 2013 stand weit offen. Ein schwächerer Gegner als dieses biedere Deutschland hat sich den Schweizern in einem Eishockey-WM-Viertelfinal noch nie entgegengestellt. Und auch sonst war die Chance einmalig: Es sind kaum Stars in die «Bubble» nach Riga gereist; die Gelegenheit dazu, erstmals in der Geschichte Weltmeister zu werden, war günstig. Das macht das Scheitern, diese unnötige Niederlage gegen den Erzrivalen Deutschland, umso bitterer.

    Denn an den grundsätzlichen Stärkeverhältnissen im internationalen Eishockey hat sich wenig geändert. In der Schweiz gibt es knapp 27 000 lizenzierte Spieler, zu wenige, um dauerhaft an die Weltspitze zu preschen. Zum Vergleich: Das in Riga bereits in der Vorrunde eliminierte Schweden zählt 64 000 Aktive, Russland knapp 100 000 und Kanada eine halbe Million. Die Schweiz wird nie auf eine vergleichbare Breite zurückgreifen können wie die Elite.

    Es ist darum umso wichtiger, dass einmalige Gelegenheiten wie nun an der WM 2021 genutzt werden. Die hohe Volatilität der jährlich stattfindenden WM ist für Aussenseiter wie die Schweiz ein Segen. Es ist keine Ketzerei, wenn man sagt, dass das Land an einem Turnier, an dem alle Equipen in Bestbesetzung antreten, kaum Medaillenchancen hätte.

    Es ist äusserst unberechenbar, welche Nation in welchem Jahr auf welche Spieler zurückgreifen kann – WM-Teilnahmen haben für viele Spieler etwas Beliebiges. Dass das in der Schweiz anders ist, darf man dem Trainer Patrick Fischer zuschreiben. So umstritten seine Ernennung 2015 auch war: Sie hat sich als richtig erwiesen. Fischer brach alte Denkmuster auf, sein Wirken hat etwas Identitätsstiftendes, und anders als beispielsweise beim Vorgänger Glen Hanlon rücken die Profis unter ihm gerne in die Nationalmannschaft ein.

    Unter Fischer treten die Schweizer mit so breiter Brust auf wie nie zuvor. Gegen nominell schwächere Gegner zeigen sie eine Stilsicherheit, die es früher nicht gegeben hat. Fischer ist der perfekte Botschafter für diesen Sport und inzwischen so unantastbar wie einst die Lichtgestalt Ralph Krueger. Er wird de facto selber bestimmen können, wie lange er diesen Job noch ausüben will. Daran ändert auch diese kolossale Enttäuschung gegen Deutschland nichts.

    Aber es ist eine sträflich verpasste Chance – zumal die Sorgen im Hinblick auf die Zukunft nicht weniger werden. Die Resultate der Nachwuchsnationalteams sind seit längerem miserabel, an der U-20-WM im Dezember etwa kassierte die Schweiz ein 0:10 gegen Kanada. Noch gibt es junge Spieler, deren Zukunft sich golden ankündigt, aus dem WM-Team beispielsweise Janis Moser, Philipp Kuraschew und Nico Hischier. Und doch bereitet der Unterbau vielen Beobachtern Kummer.

    Für die in Riga abwesende Überfigur Roman Josi, 31, ist kein Nachfolger in Sicht. Und nachdem der Stürmer Hischier 2017 von den New Jersey Devils als Nummer 1 ausgewählt worden war, gab es keinen einzigen Schweizer NHL-Erstrunden-Draft mehr. Auch darum wäre ein Halbfinaleinzug so wertvoll gewesen: weil die TV-Geräte in der Nation am Wochenende massenweise eingeschaltet worden wären. Und die Chance bestanden hätte, dass sich ein paar Knirpse in diesen Sport verlieben, Lizenzen lösen und zu den nächsten Hoffnungsträgern des Schweizer Eishockeys erwachsen.

    ----------------------------------------------------------

    Mein Senf: Für mich der beste Kommentar in den Medien, vor allem was die Zukunft betrifft!

    Objektiv gesehen ist ein VF-Aus die Regel wenn man in der Weltrangliste auf Rang 7/8 steht. Eine Halbfinalteilnahme ist möglich, Finalteilnahme eine Ausnahme.

    Im Normalfall bin ich gleicher Meinung. Aber dieses Jahr war speziell: Viele Teams sind mit dem letzten Aufgebot angereist, die Schweiz aber musste nur auf wenige gute Spieler verzichten (Josi, Niederreiter, Suter), es wäre (wäre!) einiges drin gelegen, das Halbfinale, das Finale, der WM Titel (sage nicht ich, sagen die Spieler!). Wäre, wäre, Fahrradkette......

    Wenn sie hart spielen, keine Strafen generieren, lange das Spiel offen halten können oder sogar in Führung gehen könnte es

    gegen die Schweiz zu einem Sieg reichen.

    Jep. Ich sag jetzt mal wer das erste Tor schiesst gewinnt. Eine Niederlage wäre eine grosse Enttäuschung! Tippe aber auf einen Sieg der Schweiz.

    Nicht die besten Spieler gewinnen, sondern das beste Team!

    Genau! Dachte schon es handle sich bei Eishockey um eine Einzelsportart.....

    PS: Noch interessant das unter den 15 Top Verdienern keiner von Champion Tampa ist!

    14 der 15 teuersten Spieler in der NHL haben sich entweder nicht für die Playoffs qualifiziert oder sind in der 1. Runde ausgeschieden. Der einzige, der noch mit dabei ist, ist Montreals Torhüter Carey Price........:shock:

    ...und die Bolts marschieren weiter.....