Beiträge von Larry

    Wurde noch spannend! Aber der Favorit hat sich ein erstes mal durchgesetzt.

    Mal schauen was weiter geht, die Hawks sollten das auch schaukeln.

    Wichtiger Mann auf und neben dem Eis! Ist oft der der dem Goalie die Sicht nimmt (Screen), in der Kabine ein wichtiger Mann. der ist nicht einfach so zu ersetzten! Schwerer Verlust!

    PS: Mit 9 Toren der zweitbeste Skorer!

    Und auf einmal sind Geisterspiele Alltag geworden. Der Mensch gewöhnt sich eben an alles. Noch nie war es so einfach zu sagen: verloren? Na und?

    https://www.watson.ch/sport/eismeist…ssion_624671186

    Kommentar:

    "Ich bin eigentlich seit Jahren ein Hockey-Fan. An Geisterspiele vor dem TV gewöhne ich mich sicherlich nie. Das ist einfach zu langweilig, ja fast eine andere Sportart.
    Was mich aber mehr irritiert ist die Tatsache, dass es mir mittlerweile fast egal ist, ob mein Lieblingsclub heute spielt oder nicht. Oder anders gesagt, ich vermisse das Hockey gar nicht!"

    Ich bin nicht der Meinung das TV Hockey langweilig ist! Trotzdem ist da dieses sich-entfernen: Heute Match? Verloren? Who cares.......

    Meinungen?


    Es ist ja schon ungeheuerlich das die Clubs (unser zum Glück ja nicht!) dies genau dann anzetteln wenn die eigenen Fans im Stadion dagegen nicht Sturm laufen können! Man muss sich mal vorstellen was da los wäre! Aber die Fans haben es in der Hand: Je nach dem was entschieden wird halt für nächste Saison die SK mal nicht bestellen! Wird aber vermutlich auch nicht passieren....

    Öchslin hat mal das ZSC Shirt von 1961 im NY Rangers Style lanciert, das sieht man noch heute im Hallenstadion. Ich denke aber der ZSC hat ihm Eigenprodukte auch abgeklemmt. Vieles das er damals machen konnte wäre heute unmöglich (Copyright!). Das Nachmachen von Shirts aus aller Welt z.B.

    KOMMENTAR

    Im Schweizer Eishockey ist es Zeit, mit einem Tabu zu brechen

    Das Schweizer Eishockey ist ein Premiumprodukt, das sich kaum jemand mehr leisten kann. Der abgekapselte Markt treibt die Kosten immer weiter in die Höhe. Eine Lohnobergrenze und mehr Ausländer könnten das ändern.

    Daniel Germann (NZZ)

    Die Corona-Krise hat die strukturellen Probleme im Schweizer Eishockey schonungslos offengelegt: 18 der 24 Eishockeyklubs aus der National und der Swiss League haben bis zum 24. Dezember des vergangenen Jahres Darlehen vom Bund beantragt. Ausserdem werden alle die Möglichkeit nutzen, für die Spiele ohne Zuschauer auf die A-fonds-perdu-Beiträge zurückzugreifen, die der Bundesrat und das Parlament im Herbst bereitgestellt haben. Am Mittwoch orientierte das Bundesamt für Sport die Klubs an einer Videokonferenz über die konkreten Modalitäten, an die die Direkthilfe geknüpft ist.

    Dass der professionelle Mannschaftssport mit Steuergeldern unterstützt wird, ist in der Schweiz ebenso einmalig wie die Pandemie, die das Land weiter im Würgegriff hält. Doch Gratisgeld erhält nur, wer sich gleichzeitig zu einem Lohnabbau verpflichtet. Sämtliche Saläre, die den versicherten Maximallohn von 148 200 Franken übersteigen, müssen um 20 Prozent gesenkt werden.

    Aussergewöhnliche Umstände erfordern aussergewöhnliche Massnahmen. Doch gerechtfertigt ist die staatliche Intervention nur dann, wenn die Liga die dramatische Situation zum Anlass nimmt, ihr drängendstes Problem endlich in den Griff zu bekommen. Seit Jahren klagt die Szene über überrissene Spielersaläre. Zehn der zwölf Klubs mussten im vergangenen Vierteljahrhundert mindestens einmal saniert werden. Traditionsmarken wie der Zürcher SC, der HC Davos oder der SC Bern existieren nur noch, weil ihnen im letzten Moment Gönner oder Investoren zu Hilfe eilten. Der EHC Kloten hatte in 15 Jahren fünf verschiedene Besitzer mit einer gemeinsamen Sorge: die explodierenden Kosten. Der Abstieg vor drei Jahren war die logische Konsequenz jahrelanger Misswirtschaft.

    Eine hervorragende Ausgangslage

    Dabei wäre die Ausgangslage des Schweizer Eishockeys eigentlich hervorragend. Im europäischen Vergleich ist die National League ein Sonderfall. Im Gegensatz zu anderen europäischen Ligen steht sie auf Augenhöhe mit der Konkurrenz aus dem Fussball. In der letzten Corona-freien Saison 2018/19 bewegte sie 2,5 Millionen Menschen in die Stadien. Die Durchschnittslöhne sind im Eishockey höher, der internationale Ruf ist besser als im Fussball. Wer es als Spieler nicht in die nordamerikanische National Hockey League (NHL) schafft und die schwierigen Lebensbedingungen in der russischen Kontinental Hockey League (KHL) scheut, den zieht es in die Schweiz – oder er bleibt im Fall von Schweizer Spielern da.

    Die Attraktivität der National League hat ihren Preis. Mit einem Durchschnittslohn von rund 250 000 Franken ist die National League nicht die beste, aber die teuerste Eishockeyliga ausserhalb von NHL und KHL. In sportlich erfolgreicheren Ligen wie jenen in Schweden, Finnland oder Tschechien verdienen die Topverdiener oft nur die Hälfte oder weniger von dem, was die National League offeriert. Die Schweizer Klubs zahlen die überrissenen Saläre ohne Not.

    Die rigide Ausländerbeschränkung verhinderte bisher die Massenzuwanderung in die Schweiz. Erlaubt sind pro Team und Match nur vier Spieler, die weder einen Schweizer Pass noch eine Schweizer Lizenz besitzen. Die National League ist auch in dieser Hinsicht ein Unikat. Während die restlichen Ligen Europas längst keine Grenzen mehr kennen, igelt sich das Schweizer Eishockey weiterhin ein. Das Ausländerkontingent ist das letzte Reduit und basiert auf einem Gentleman’s Agreement, das den bilateralen Verträgen im Prinzip widerspricht. Die Fussball-Super-League hat die Limitierung längst abgeschafft, ohne dass die Nationalmannschaft dadurch Schaden erlitten hätte. Im Gegenteil: Sie ist konkurrenzfähig wie nie zuvor.

    Corona ist nicht schuld an den finanziellen Problemen, unter denen das Schweizer Eishockey leidet; sie hat diese aber offensichtlich gemacht. Seit die Liga die Löhne im Zuge der A-fond-perdu-Hilfe gegenüber dem Parlament offenlegen musste, wissen wir, wie hoch das Lohnniveau ist. Die total 524 Angestellten der zwölf National-League-Klubs verdienen durchschnittlich 215 000 Franken – vom Topskorer bis hinunter zum Video-Coach. Das ist dreimal mehr als der nationale Durchschnittslohn und lässt sich weder mit der Kürze der Karriere noch dem hohen Preisniveau in der Schweiz rechtfertigen.

    Den Spielern ist kein Vorwurf zu machen. Sie nehmen, was man ihnen offeriert. In der Corona-Krise zeigten sie Solidarität und verzichteten auf Lohn. Trotzdem wird der Druck auf sie in den kommenden Jahren mutmasslich zunehmen. Selbst wirtschaftlich solide Klubs wie der EV Zug oder der HC Lugano, die innerhalb der Liga lange als Lohntreiber galten, machen sich für das sogenannte Financial Fairplay stark, eine Gesamtlohn-Obergrenze, mit der die einzelnen Klubs diszipliniert werden sollen. Wer das Limit überschreitet, muss eine Luxussteuer zahlen.

    Eine solche Salärobergrenze ist rechtlich fragwürdig und wohl auch nicht einfach umzusetzen. Im Prinzip ist es nicht mehr als ein kompliziertes Regelwerk, das dazu dient, die Klubs und ihre Funktionäre zur Vernunft zu zwingen. Wer Schlupflöcher sucht, wird sie weiterhin finden. Auch mit dem Financial Fairplay werden die SCL Tigers nie mit den gleichen Mitteln kämpfen wie die ZSC Lions. Doch ernsthaft umgesetzt, sorgt die Lohnobergrenze zumindest für einen gewissen Ausgleich.

    Ohne regulativen Eingriff droht dem Premiumprodukt National League in absehbarer Zukunft der Kollaps. Die wahre Krise ereilt die Liga erst, wenn das Virus besiegt und die Bundeshilfe versiegt ist. Die Verträge mit den beiden Hauptpartnern Postfinance und UPC laufen im Frühjahr 2022 aus. Ähnlich wie die Klubs kämpfen auch die Sponsoren mit Corona und dem wirtschaftlichen Schaden, den das Virus hinterlässt. Sie werden ihre Engagements zweimal überdenken, ehe sie sie erneuern. Und dass das Publikum in Massen in die Stadien zurückströmen wird, sobald diese wieder geöffnet sind, ist alles andere als garantiert.

    Das Schweizer Eishockey hat in den vergangenen zwanzig Jahren sportlich einen Quantensprung gemacht. Es ist international vom belächelten Sparringpartner zum ernsthaften Konkurrenten gewachsen. David Aebischer, Martin Gerber und Mark Streit brachen das Eis in der NHL. Nico Hischier war 2017 die erste Schweizer Nummer 1 in der Geschichte des jährlichen Spieler-Drafts, an dem die NHL-Teams die Rechte der Talente unter sich aufteilen. Roman Josi wurde im vergangenen Sommer als bester Verteidiger in Nordamerika ausgezeichnet. Getragen von diesen Pionieren gewann das Nationalteam in den letzten acht Jahren zweimal WM-Silber.

    Flucht ins Ausland

    Doch Tatsache ist auch: 11 von 15 Schweizern in der NHL haben sich nicht in ihren ursprünglichen Klubs zu dem entwickelt, was sie heute sind. Die besten Talente verlassen die Schweiz bereits im Juniorenalter und setzen ihre Karrieren in Übersee oder in Schweden fort, weil ihnen in der Schweiz der nötige Konkurrenzkampf fehlt. Die Klubtrainer loben die technischen Fähigkeiten der jungen Schweizer und setzen sie trotzdem nicht ein – nicht weil ihnen ein Ausländer den Platz wegnimmt, sondern weil ihnen die taktische Ausbildung und die physische Reife fehlen, um auf diesem Niveau zu spielen.

    Entsprechend zeigt die Leistungskurve des Schweizer Nachwuchses nach unten. Das wichtigste Nachwuchs-Auswahlteam, die U-20, beendete die Weltmeisterschaft über den Jahreswechsel mit einem Torverhältnis von 5:20 punktelos auf dem letzten Platz. Das deutsche Eishockey, in der Schweiz lange mitleidig belächelt, produziert heute trotz offenen Grenzen mit vergleichbaren Mitteln mehr und bessere Talente.

    Das Schweizer Eishockey krankt nicht an einer Überfremdung, sondern an der Abschottung, die es sich mit dem scheinheiligen Argument der Nachwuchsförderung selbst auferlegt hat. Mit rund 3000 lizenzierten Spielern hat es nicht die Breite, um mittelfristig 12, vielleicht bald schon 14 Teams bedienen zu können. Profiteure dieser Situation sind die Spieler und ihre Agenten, in deren Taschen zwei Drittel der Einnahmen fliessen. Dieses Geld fehlt dort, wo es tatsächlich gut investiert wäre: in der Nachwuchsförderung.

    Es gibt keine Garantie, dass die Löhne sinken, wenn die Zahl der Ausländer erhöht wird. Doch die Erfahrung lehrt, dass sie weiter steigen werden, wenn der Schweizer Spielermarkt abgekapselt und geschützt bleibt. Es ist deshalb Zeit, mit einem Tabu zu brechen und den Artenschutz für Schweizer Eishockeyspieler aufzuheben

    Danke Larry, hani aber ei siite wiiter obe au scho postet ;) Sogar mitem Bildeli ;)
    Aber isch scho guet so, chamer nöd gnueg erwähne! ich hoff dä Widerstand wird no grösser und mit Aktione unterstützt!

    Fluech! Bin halt immer chli spat drah am "Morge". So wiit hani nöd zrugg glueged!

    Aber da no e anderi Meinig vom German vo de NZZ:

    Proteste gegen die Ligareform

    Die Hockeyclubs brüskieren ihre Fans

    Um auf die Rückerstattung der Saisonabos zu verzichten, sind die Fans gut genug. Doch bei der Zukunft der Liga werden sie übergangen. Nun wehren sie sich.


    Simon Graf, Kristian Kapp, Philipp Muschg (TA)

    Es muss Liebe sein. Zum achten Mal in Serie zog die höchste Schweizer Eishockeyliga im vergangenen Winter am meisten Zuschauer in Europa an. Über 7000 pro Partie, die Geisterspiele der letzten Runden ausgeklammert. Die Clubs sind zu Recht stolz darauf – und doch setzen sie diese Liebe nun ohne Not aufs Spiel. Derweil die Zuschauer den Stadien wegen der Corona-Pandemie fernbleiben müssen, basteln die Clubs an einer Ligareform, die bei der Fanbasis auf breite Ablehnung stösst.

    So provozierten die Pläne einer Erhöhung auf zehn Ausländer und der Abschaffung des Abstiegs kurz vor Weihnachten einen noch nie da gewesenen Schulterschluss unter den Fanszenen: 18 von ihnen protestierten in einem längeren Statement gemeinsam gegen die Vergrösserung der Ausländerkontingente und die Verringerung der Durchlässigkeit zwischen den Ligen. Verbunden mit der Drohung des Liebesentzugs, falls man nicht erhört werde.

    Die Erklärung wurde unterstützt von Fanclubs von acht National-League-Clubs, auch des SC Bern (Curva Bern, Szene Bern) und des EV Zug (Herti Nordkurve Zug), welche die Treiber dieser Reformen sind. Explizit gutgeheissen werden in diesem Paper indes die Pläne eines Financial Fairplay, also Salärbeschränkungen pro Team.

    Die Fans verhalten sich in diesen schwierigen Corona-Zeiten sehr solidarisch mit ihren Clubs. So erklärten beim SC Bern, der mit Sport und Gastro gleich doppelt gestraft ist, rund zwei Drittel der Saisonabonnenten, ganz oder teilweise auf eine Rückerstattung zu verzichten. Auch bei den anderen Clubs dürften jene, die ihr Geld zurückfordern, in der Minderheit sein. Beim HC Davos sammelten die Fans überdies fast 100’000 Franken. Doch wenn es um die Gestaltung der Zukunft geht, werden die Supporter schnöde übergangen.


    Remo Pinchera ist seit 1992 HCD-Fan und seit elf Jahren Fandelegierter des Rekordmeisters. Er sagt: «Wenn du die Fans zu stark verärgerst, kommen sie vielleicht wirklich nicht mehr.» Ihn treibt vor allem das Thema «zehn statt vier Ausländer» um. Er sagt: «Ich bin ganz klar dagegen.» Die meisten HCD-Fans würden so denken: «Mit zehn Ausländern könnten sich viele nicht mehr mit dem Club identifizieren. Lieber ein 20-Jähriger, der ein paar Fehler mehr macht, als Ausländer, die nur kurz wegen des Geldes zum Club kommen.»


    Darum suchten die HCD-Anhänger das Gespräch mit dem Club. Am 2. Januar informierten CEO Marc Gianola und Sportchef Raeto Raffainer eine Handvoll Vertreter der Ultras. Am 16. Januar ist eine Video-Konferenz mit allen Davoser Fanclub-Präsidenten geplant, an der auch Verwaltungsratspräsident Gaudenz Domenig teilnehmen wird. «Wir werden uns bei den Punkten einbringen, für die wir kein Verständnis haben», sagt Pinchera.


    Bei Fragen wie der Trikotfarbe werde die Meinung der Fans eingeholt, sagt Sven Treichl von der «Fanszene ZSC». «Aber hier werden wir einfach übergangen. Sollte die Reform so durchkommen, es könnte einen Graben aufreissen zwischen den Clubs und den Fans.» Der feine Unterschied bei Treichl: «Seine» ZSC Lions stemmen sich als einziger der zwölf National-League-Clubs gegen die Erhöhung der Ausländer.

    Die Fanszene Langnau wandte sich Anfang Jahr noch in einem offenen dreiseitigen Brief («Diese Ligareform wird unserem Sport nicht gerecht») eindringlich an die Clubführung der SCL Tigers. Dabei wird nicht nur die Erhöhung der Ausländer, sondern auch die Abschaffung des Abstiegs gegeisselt. Gerade ein Club wie die SCL Tigers lebe auch vom sportlichen Überlebenskampf. Da zu reüssieren, sei wie ein kleiner Meistertitel. Falle dieser weg, fehle ein wichtiges Spannungsmoment. Zudem sei ein Abstieg auch eine Chance, sich wieder neu aufzustellen.

    Der Brief schliesst mit den Worten: «Das Bekenntnis zum Verzicht der Rückerstattung von Saisonabonnenten ist rechtlich nicht bindend. Hoffen wir also, dass es sich nicht viele doch noch anders überlegen.» Die Mahnung wirkte. Verwaltungsratspräsident Peter Jakob liess tags darauf auf der Website ein Interview mit sich publizieren, in dem er festhielt, vieles sei falsch interpretiert worden. Da aber Stillschweigen vereinbart worden sei, könne er zur Kritik nicht im Detail Stellung nehmen. Immerhin: Für Donnerstag wurde die Fanszene «Sektor 46» zu einem Gespräch mit der Clubführung eingeladen.

    Abseits stehen bei der Ligareform die Swiss-League-Clubs, doch betroffen sind sie ebenso. So unterzeichneten auch sechs Fanbewegungen der zweithöchsten Liga das Statement. Sie stört vor allem, dass die National League eine geschlossene Gesellschaft werden möchte. «Was bringt ein B-Meistertitel, wenn man nicht aufsteigen kann?», sagt Samuel Renggli von den Supporters Longvalley, einer Fanvereinigung des SC Langenthal, stellvertretend für diese Bewegungen. «So wird den Swiss-League-Clubs die Perspektive geraubt. Es gehört zu unserer Sportkultur, dass man auf- und absteigt.»

    Noch im Januar dürften die National-League-Clubs den Aktionärsbindungsvertrag unterschreiben, in dem die Rahmenbedingungen festgeschrieben werden. Dass ein Last-Minute-Austausch mit Fans noch etwas Substanzielles verändert, ist unwahrscheinlich. Kommt dazu, dass die noch viel zahlreichere Gruppe von Hockey-Interessierten, die nicht in Fanclubs organisiert sind, in dieser Frage gar keine Stimme hat.

    Dass die Liga ihr Produkt so massiv verändert, ohne mit den Konsumenten Rücksprache zu halten, ist ein Spiel mit dem Feuer. Zumal in diesen Corona-Zeiten, in denen es gilt, die Zuschauer wieder in die Stadien zu locken, wenn die Pandemie vorüber ist. Vielleicht kann sich die National League schon bald nicht mehr damit brüsten, die Liga mit den meisten Zuschauern in Europa zu sein.

    Nachruf auf «Heini» Oechslin

    Das Zürcher Fussballparadies verliert seinen Patron

    Er gründete mit seinem Fussball-Corner Oechslin das Schlaraffenland für Hobbykicker. Nun ist er verstorben.


    Thomas Wyss (TA)

    Es war der beste Tag in meinem ganzen Leben. Mit Abstand!

    Gut, ich war erst 12 oder 13, doch das spielte keine Rolle. Denn erstens erwarb ich in diesem Laden ein Trikot von Ipswich Town (ich hatte noch nie von diesem Verein gehört – ich hatte aber auch noch nie ein Fussballleibchen in einem schöneren Blau gesehen). Und zweitens schrieb mir im selben Laden der Herr Grob – er war der Goalie des FC Zürich und mein damals grösster Held – eigenhändig «Von Karli für Thomas» auf die Autogrammkarte (neben ihm sass übrigens Roger Berbig, der GC-Keeper, und seine Karte nahm ich nicht, obwohl mein Vater sich bestimmt darüber gefreut hätte).


    Dieser Laden, das war die Filiale des Fussball-Corner Oechslin am Lochergut. Also faktisch das zweite Schlaraffenland für fussballvernarrte Buben aus Stadt und Kanton – und später aus der ganzen Schweiz.

    Eines Tages hatte Heini Oechslin die Idee, seine Leidenschaft mit dem Job zu verknüpfen, sprich, aus Bally salopp gesagt einen Fussbally zu machen. Weil sich die Begeisterung auf der Teppichetage in Grenzen hielt, nahm er das Glück in die eigenen Hände.

    Das erste und grössere hatte Heinrich Oechslin, den alle, die ihn kannten, nur liebevoll «Heini» nannten, 1976 in der ehemaligen Bally-Filiale am Schaffhauserplatz eröffnet, wo es bis heute steht.

    Die Wahl war kein Zufall, der bekannte Schuh- und Accessoires-Hersteller aus Schönenwerd war nämlich quasi die Schaltzentrale seines ersten Berufslebens: Bei Bally absolvierte er das KV, leitete die Filiale am Stauffacher, wurde Chefeinkäufer für Handtaschen, und fürs Füllen des Erfahrungsrucksacks schickte man ihn nach London und nach New York.

    Eines Tages hatte Heini Oechslin dann die Idee, seine Leidenschaft mit dem Job zu verknüpfen, sprich, aus Bally salopp gesagt einen Fussbally zu machen. Weil sich die Begeisterung auf der Teppichetage in Grenzen hielt, nahm er das Glück schliesslich in die eigenen Hände – und eröffnete im Schuhgeschäft Wegmann beim Milchbuck einen «Shop im Shop».

    Bereits zwei Jahre später ging er dann «all in», wie es im Pokerjargon heisst, und zügelte das Jungunternehmen an den Schaffhauserplatz – obwohl ihm etliche Fachleute abgeraten hatten, exklusiv auf Fussballutensilien zu setzen.

    Ein Teilzeitmitarbeiter namens Urs Fischer

    Nach dem Erfolgsgeheimnis gefragt, sagte er dem «Tages-Anzeiger» einmal: «Mein Laden ist voll gepackt mit Artikeln, aber ich glaube, genau das gefällt den Kunden.» Tatsächlich konnte das «Mehr ist mehr»-Konzept bisweilen ein wenig überfordern – und doch staunte man als Kunde immer wieder beseelt über die kaum noch zählbaren Originaltrikots aus buchstäblich aller Welt, über Pins und Wimpel und Bälle und Leuchten und Taschen und Pullis oder über Fussball- und Trainingsschuhe in allen Farben und Formen.

    Primus Greile, der frühere Top-800-Meter-Läufer, der 1984 als Geschäftsführer zu Oechslin stiess (und dessen Söhne Ralph und Primus Junior heute den Fussball-Corner leiten), betont, dass aber auch die lebendige, positive Atmosphäre zur Beliebtheit des Ladens beigetragen habe. «Heini war ein Patron alter Schule: fordernd, aber grosszügig, mutig und gewieft.»

    Letzteres zeigte sich, als er am 5. Juni 1988 Fussballzauberer Ruud Gullit – der holländische Superstar hatte wenige Tage zuvor mit dem AC Mailand den Meistercup gewonnen und dabei zwei Tore erzielt – für eine Autogrammstunde engagierte.

    Solche PR-Aktionen waren damals alles andere als Usus, der Andrang war entsprechend gigantisch (und der Werbeeffekt wahrscheinlich auch nicht gerade klein), «wir mussten mit Absperrgittern arbeiten, und rausgehen mussten die Fans durch den Personaleingang», so Greile lachend.

    Bedeutender als solcher Pomp war für den bescheidenen Unternehmer indes die «Nachwuchsförderung» … deshalb stellte er auch damalige FCZ-Talente wie Urs Fischer – aktuell Erfolgstrainer bei Union Berlin –, Gianpietro «Frank» Zappa oder Urs «Longo» Schönenberger als Teilzeitmitarbeiter an.

    Er radelte mitsamt Zelt zum WM-Final nach Bern

    Die Liebe zum Fussball manifestierte sich bei Heini Oechslin jedoch nicht nur im Beruf, sondern auch in der Freizeit. Zum Beispiel 1954, als er mit Velo und Zelt von Zürich nach Bern radelte, um sich da den WM-Final Deutschland - Ungarn anzusehen.

    Fast noch wichtiger als die Hauptstadt der Schweiz war für Oechslin jedoch das Stadtrandquartier Zürich-Wollishofen: Da absolvierte er nicht nur die Primar- und die Sekundarschule, da wurde er 1952 auch zur treibenden Kraft bei der Gründung des FC Wollishofen.

    Als er die erste Mannschaft des FCW viele Saisons danach von der 4. in die 2. Liga coachte, gehörte auch Geri Keller zum Team – der spätere Vereinspräsident sagt am Telefon, er sei 1968 als Neo-Libero direkt in eines der «legendären Trainingslager an der Riviera» eingerückt. Und da unten in Italien realisierte er rasch, wie kreativ sein neuer Ausbilder zu Werke ging: «Damals wurden die stehenden Bälle in der Regel ja einfach hoch vors Tor gebracht, ohne wirkliche Spielidee. Heini aber hatte für uns vier verschiedene Eckball-Varianten einstudiert!» Libero Keller trabte dann jeweils nach vorn, rief «drei» oder «eins», der Trick wurde ausgeführt, und er habe erstaunlich oft zu Toren geführt.

    «Der Mann war schlicht ein Visionär, im Profi-Fussball wurden solche Standardvarianten nämlich erst viel später eingeführt», so Keller lachend. «Vor allem aber war er ein feiner, geselliger Mensch.» Aus Trainer und Spieler wurden enge Freunde, die sich bis ins hohe Alter verbunden blieben. Verbunden blieb Heini Oechslin auch «seinem» FC Wollishofen; das Ehrenmitglied war noch bis vor wenigen Jahren regelmässiger Gast auf der Sonnau.

    Am 4. Januar ist der Patron unseres Fussballparadieses im Alter von 87 Jahren verstorben.

    Back to Topic NHL:

    Wir haben nun Tickets für die Spiele gegen Chicago und Detroit. Mein Buddy wurde gegen Corona geimpft und hatte wohl noch Nebenerscheinungen:mrgreen:denn er hat zuerst statt für am Dienstag 19. Tickets für Sonntag 17. gekauft, aber dann ist NFL Playoffs und ev. spielen dann die Bucs. Nun hockt er bzw. wir auf diesen Tickets.....:suff:

    Hoffentlich schafft Pius das Team!

    Hätte ich jetzt nicht gedacht. Kanada rauschte extrem souverän in den Final. Aber ich hab den Match nicht gesehen.

    Hätte das auch nicht gedacht! Kanada war die ganze WM nie im Rückstand. Als das passierte waren sie sichtlich geschockt. Mit zunehmender Dauer des Spiels haben sie dann Druck aufgebaut aber ohne Spencer Knight (Panthers) bezwingen zu können. Die USA zum fünften mal Weltmeister. :applaus:

    Kanada und die USA stehen im Final der U20 WM. Favorit Kanada rauschte 5:0 über die Russen, Panthers Draft Pick Devon Levi kassierte im ganzen Turnier nur 4 Tore. Die USA besiegte die Finnen 4:3.

    Meine 18 Jahre mit dem FCZ und GC: Abschied von den grossen Kindern

    Unser Autor blickt zurück auf fast zwei Jahrzehnte Berichterstattung über den FC Zürich und die Grasshoppers. Was bleibt? Die Beziehungen zu den Menschen. Sie verraten mehr über den Fussball als alles, was auf dem Platz passiert.

    Flurin Clalüna (NZZ)


    «Fragen Sie doch den Clalüna, der hat diesen Mist geschrieben», sagte Ancillo Canepa. Es war Anfang 2007, Canepa war erst seit ein paar Monaten Präsident des FC Zürich. Wir standen in der Zürcher Saalsporthalle in einer grossen Journalistenrunde zusammen, und Canepa war mit meiner Berichterstattung nicht zufrieden. Als alle anderen gegangen waren, setzten wir uns auf Klappstühle und redeten, ein paar Minuten später bot er mir das Du an: «Ich bin der Cillo.» Cillo ist der Mann im Schweizer Fussball, den ich am längsten begleitet habe. Mochten wir uns? Wahrscheinlich schon. Hatten wir Konflikte? Immer wieder. So ist das als Journalist im Sport. Es ist eine kleine Welt, es menschelt, man kennt sich, man hält Distanz und sucht Nähe. Man schafft Vertrauen und verspielt es wieder.

    Achtzehn Jahre lang habe ich mich als Sportjournalist um den FC Zürich und den Grasshopper-Club gekümmert und ihre Titel, Abstiege, Siege und Niederlagen miterlebt. Aber was am Ende bleibt, sind nicht die Zahlen, es sind die Beziehungen, die guten und die weniger guten. Sie verraten mehr über den Fussball als alles, was auf dem Platz passiert. Sie zeigen die Verrücktheiten dieses Geschäfts, die versuchten Einflussnahmen, die Abhängigkeiten, die schwierige Balance zwischen Nähe und Distanz, manchmal die Verlogenheit. Immer wieder aber auch, wie liebenswürdig die Menschen sein können, die das Spiel auf dem Rasen spielen oder es von ihren Büros aus steuern, wie grosse Kinder.

    Ohne Unvernunft geht es nicht.

    Am Anfang war der alte FCZ-Präsident Sven Hotz, der hinter seinem Bürotisch zwischen Unmengen von Papier hervorguckte und zum Abschied immer sagte: «Schreiben Sie gut über den FC Zürich.» Das war und ist das Verständnis der Fussballklubpräsidenten: Journalisten und Vereine sitzen im gleichen Boot. Dass dem nicht so ist, haben die meisten nicht verstanden. Hotz hatte damals bloss charmanter und unschuldiger formuliert, was bis heute erwartet wird: eine wohlwollende Berichterstattung. «Positivität» nennt es der Schweizer Nationaltrainer Vladimir Petkovic. Nachdem Canepa vor ein paar Jahren in einen Machtkampf im Verwaltungsrat des FCZ verwickelt gewesen war, sagte er, ich (also die NZZ) hätte nichts getan, um ihm zu helfen.

    Tollhaus GC

    «Wenn Sie so weiterschreiben, sind Sie der Totengräber von GC», hatte der frühere GC-Präsident Urs Linsi zu einem meiner Redaktionskollegen gesagt. Der gleiche Linsi, der mich einmal spätabends anrief und meinte, ich schriebe so, als sei GC ein Irrenhaus. Aber das interessiere ihn gar nicht. Es sei für ihn nicht wichtig, was in der Zeitung stehe. Das war die Spannweite: Als Journalist konnte man in seinen Augen einen Klub zerstören. Oder was man schrieb, war irrelevant. Beides stimmt nicht. Der GC-Funktionär Adrian Fetscherin fragte mich kürzlich, was eigentlich unsere «Agenda» sei, weil er einen Artikel für rufschädigend hielt. Es gibt keine Agenda. Er hat mir nicht geglaubt.

    Linsi hat übrigens ein paar Tage nach seinem Rücktritt als GC-Präsident noch einmal angerufen und gemeint, GC sei tatsächlich ein Tollhaus gewesen. Manchmal bekommt man als Journalist erst im Nachhinein recht. Oder gar nicht. Es kam immer wieder vor, dass eine Analyse nicht richtig oder sogar anmassend war. Über Erich Vogel, den langjährigen GC-Manager, hatte ich 2009 geschrieben, er habe seinen Instinkt verloren und werde im Fussball wohl keine Rolle mehr spielen. Vogel ist immer noch da und hat weiterhin Einfluss. Vor ihm wurde ich als junger Journalist von vielen Kollegen gewarnt. Er werde mich anlügen und manipulieren. Soweit ich es habe nachprüfen können, ist das nie passiert. Oder ich habe es nicht gemerkt.

    Und es gab die Trainer, die ich falsch einschätzte, allen voran Urs Fischer. Als er FCZ-Chefcoach wurde, schrieb ich ein wenig vorteilhaftes Porträt über ihn, in dem ich ihm fehlendes Gespür für Menschen unterstellte. Auch den damaligen GC-Trainer Ciriaco Sforza kritisierte ich einmal zu hart, er sei nicht authentisch. Ich merkte erst viel später, was sich dahinter verbarg und was für ein sensibler Mensch er ist. Fischer stauchte mich nach der Veröffentlichung des Porträts im persönlichen Gespräch zusammen, wir sassen auf einer Treppe, er fluchte und sagte dann: «So, und jetzt ist alles wieder gut. Jetzt fangen wir von vorne an.» Fischer hat viel mehr erreicht, als ich ihm zugetraut hatte. Und er ist der uneitelste und ehrlichste Trainer, dem ich begegnet bin. Kurz nach seiner Entlassung beim FC Zürich tranken wir in einer Autobahnraststätte einen Kaffee. Er sagte, er habe Angst, keinen Job mehr zu finden, «mein Telefon klingelt nie».

    Andere waren selbstbezogener und unsicherer, als man es vielleicht erwartet hätte. Der frühere FCZ-Trainer Lucien Favre rief mich einmal in meinen Ferien an. Christian Gross war am gleichen Tag beim VfB Stuttgart entlassen worden. Favre meldete sich, um zu sagen, wenn ich etwas über diese Entlassung schriebe, dürfe ich sie keinesfalls mit ihm und seiner Zeit bei Hertha Berlin vergleichen. Man könne Gross nicht in den gleichen Topf werfen wie ihn. Favre ist der spannendste Trainer, den ich kennenlernen durfte. Ganz verstanden habe ich ihn nie. Er war offen und verschlossen zugleich, einmal sassen wir mit ihm in seinem Haus in Saint-Barthélemy im Waadtland, lernten seine Frau kennen und tranken Tee. Ein paar Tage später nahm er das Telefon nicht mehr ab, als wir ihn nochmals erreichen wollten. Es war wieder wie damals, als er den FC Zürich trainierte, interessante Dinge sagte und dann doch immer anfügte: «Aber das schreiben Sie nicht.»

    Andere wollten dagegen unbedingt, dass man etwas schreibt, Einflüsterer, bei denen ich erst später merkte, worum es ihnen wirklich ging. Es gibt dazu eine Episode. Sie ist auch viele Jahre später noch so heikel, dass sie nur anonymisiert wiedergegeben werden kann. Aber sie zeigt, wie das Geschäft manchmal funktioniert. Ein Manager hatte mir erzählt, seinem Klub fehle es an ein paar Millionen Franken, «aber das haben Sie nicht von mir». Ich rief beim Präsidenten und beim Medienchef an, und sie sagten, wir müssten uns sofort am Flughafen treffen. Dort sassen wir dann, der Präsident, der Medienchef und der Manager, der mir diese Information vom fehlenden Geld überhaupt erst zugetragen hatte. Er sagte an mich gewandt: «Woher haben Sie das bloss? Was machen wir denn jetzt?» Am Ende stand es in der Zeitung, und ein reicher Mäzen beglich den Fehlbetrag. Es war das, was der Manager gewollt hatte: öffentlich Druck auf den Geldgeber zu machen.

    Druckversuche erlebt man als Journalist im Fussball immer wieder, einige sind charmant, andere weniger. Der frühere GC-Präsident Stephan Anliker hatte mir einmal geraten, einen Wirtschaftskurs zu besuchen, damit ich endlich verstünde, wie gut es eigentlich um die Finanzen seines Klubs stehe. Und der ehemalige FCZ- und GC-Coach Uli Forte fragte mich 2016 am Telefon verärgert, ob ich selber eigentlich auch Fussball gespielt hätte. «B-Junioren, höchstens B-Junioren», meinte er. Wir lachen inzwischen darüber.

    Was ist wahr?

    Es kam auch vor, dass sich jemand für einen Artikel bedankte. Fredy Bickel, der Manager, der für Journalisten immer erreichbar ist, schrieb mir einmal als FCZ-Sportchef, er habe sich über ein Porträt über ihn gefreut. Das wunderte mich, weil es nicht nur freundlich war. Bickel ist der menschlichste Funktionär, den ich im Schweizer Fussball erlebt habe. Aber man sagt allerlei böse Dinge über ihn, auch kürzlich wieder, als er bei GC entlassen wurde. Man weiss im Fussballgeschäft nie recht, was wahr ist und was nicht. Man sagt, eine Krähe hacke der anderen kein Auge aus. Im Fussball schon.

    Es wird oft schlecht übereinander gesprochen. Und im Fussball wird gemacht, was anderswo schon längst verboten ist, verdeckte Zahlungen, Hinterzimmergeschäfte unter Komplizen. Einmal sass ich mit dem Agenten eines früheren GC-Trainers in einem Flughafenhotel. Er erzählte mir, wie Vertragsverhandlungen ablaufen, es klang wie eine Geschichte aus dem Milieu. Schliesslich sagte der Agent zu seinem Trainer: «Hör zu, wir haben jetzt jahrelang die Leute über den Tisch gezogen. Jetzt machen wir einmal etwas Gutes und unterschreiben für weniger Geld.»

    Die Hochstaplergeschichte rund um GC und Volker Eckel aus dem Jahr 2009 zeigt vielleicht am besten, wie anfällig der Schweizer Fussball für merkwürdige Geschäfte ist. Wir sassen damals im Hotel Dolder hoch über Zürich und warteten in der Bar auf den vermeintlichen Geldgeber, der den Grasshoppers Hunderte von Millionen Franken versprochen hatte. Eckel kam nicht, und das Geld kam auch nie. Es war ein Geldversprechen gegen jede Wahrscheinlichkeit, aber bei GC hatte man daran geglaubt, ein kleines bisschen wenigstens, ein «Millimü», hatte Erich Vogel damals gesagt.

    Es wird getrickst, auf dem Platz und daneben.

    Es gibt auch die Seriösen, und vielleicht sind sie in den letzten Jahren mehr geworden, weil die Kontrollen schärfer sind. Aber es gibt immer noch Raum für die, die das Geld versickern lassen und sich bereichern. Als Journalist weiss man zum Teil davon, aber beweisen kann man es fast nie. GC gehörte eine Zeitlang zu den Klubs, bei denen solche Geschichten herumgeboten wurden, beim FCZ unter Canepa gab es solche Gerüchte kaum. Canepa ist neben Christian Constantin vom FC Sion vielleicht die schillerndste Figur im Schweizer Fussball, er ist emotional, im Umgang manchmal schwierig, er macht Fehler, aber er ist seriös, wenn es um das Geschäftsgebaren geht. Auch er hat schon zu viel Geld für einen Spieler ausgegeben, aber das waren emotionale, keine unredlichen Geschäfte.

    Einmal sass ich mit dem Ehepaar Canepa in ihrer Loge des Letzigrundstadions, der FCZ war in der Saison zuvor abgestiegen. Es herrschte eine eisige Atmosphäre, ich hätte mich mit meiner Berichterstattung mitschuldig gemacht, sagte Heliane Canepa, «wir sind uns vorgekommen wie Mörder». Heliane Canepa, die oft so freundlich gewesen war, war unversöhnlich. Bis Ancillo sagte: «Komm, lass gut sein.» Wir liessen es in all den Jahren immer wieder einmal gut sein, beim FCZ und auch bei GC. Irgendwie ging es immer weiter.