Jeder Todesfall, jede schwere Erkrankung ist tragisch. Trotzdem steht die Hysterie in keinem Verhältnis zum Ausmass der Epidemie. Fakt ist: Das Coronavirus hat bislang knapp 2900 Todesopfer gefordert. Zum Vergleich: Weltweit sterben in jedem Jahr etwa 650 000 Menschen an einer Grippe. In der Schweiz gibt es jährlich ungefähr 2500 Grippetote, aber bis jetzt – zum Glück – kein Coronavirus-Todesopfer.
Darum ist es völlig irrational, wie Menschen, Regierungen, Unternehmen und Medien auf die Epidemie reagieren. Jedes neue Todesopfer ist eine Schlagzeile wert. Bei gerade mal rund 20 bestätigten Ansteckungsfällen rief der Bundesrat die zweite von drei Gefahrenstufen aus. Kein Land, mit Ausnahme von China und Japan, geht so weit wie die Schweiz.
Es ist ein Rückfall in die Zeiten der Pesthysterie, der nur mit gesellschaftlichen Entwicklungen zu erklären ist, die weltweit und auch in der Schweiz schon seit längerem zu beobachten sind: Angstkultur statt aufgeklärter Entscheide. Schwindende Gelassenheit. Vereinzelung statt Gemeinschaft. Absonderung statt grenzübergreifenden Austauschs. (TA)