Beiträge von Larry


    Verlängeret endlich de Vertrag!

    Der Artikel zum Mann:


    DJ Baltisberger legt auf zum Sieg

    Chris Baltisberger setzt den Ton beim überzeugenden 5:0 der ZSC Lions in Davos. Der Stürmer spielt im Spitzenkampf die verschiedensten Rollen.

    Der Gameplan ging für Chris Baltisberger auf: «Wir zeigten eine sehr gute Reaktion.»

    Kristian Kapp (TA)

    Zunächst drangen Jauchzer aus der Gästegarderobe, dann ertönten laute Beats, die, als die Tür aufsprang, auch den Gang ausfüllten. Heraus kam Chris Baltisberger, mit einem Lächeln entschuldigte er sich fürs Wartenlassen: «Sorry, ich musste noch die Musik machen.» Torschütze, Provokateur, mühsamer Gegenspieler, Kabinen-DJ – Baltisberger spielte an diesem Abend eine Vielzahl von Rollen.

    Für die Musik hatte im Match die ganze Mannschaft gesorgt. 5:0 gewann der ZSC in Davos beim Team der Stunde, das zuvor inklusive der Siege im Cup gegen Lugano und Bern 13 von 14 Spielen gewonnen hatte. «Davos ist derzeit die beste Mannschaft, darum war dieses Spiel für uns sehr wichtig, ein echter Gradmesser, weil wir zuletzt in wichtigen Spielen Mühe gehabt hatten», sagte der Flügelstürmer.

    «Angst vor dem Verlieren»

    5:0, fünf Tore, das tat den Zürchern so richtig gut, nachdem die Resultate in der Meisterschaft zuletzt 1:2, 3:1, 1:3, 1:2 gelautet hatten. Und mittendrin in diese kleine Flaute hatten die Lions auch noch dieses schlimme 3:6 im Cup gegen Ajoie ­platziert, ein Spiel, in dem der NL-Leader gegen den Unter­klassigen gar 0:5 in Rückstand geraten war.

    Das war letzten Dienstag, und nein, das habe man nicht einfach so als Aus­rutscher ad acta legen können, sagte Baltisberger. «Die Art und Weise gab vor allem zu denken. Wir haben es analysiert und ­kamen zum Schluss, dass es ein mentales Problem war – als hätten wir Angst gehabt vor dem Verlieren.»

    «Wir mussten über die Bücher und zeigten eine sehr gute ­Re­aktion.»
    Christ Baltisberger

    Es folgte das 1:2 zu Hause gegen Genf in der Meisterschaft am Abend vor der Reise nach ­Davos. Vor der Abfahrt nach Graubünden bat Trainer Rikard Grönborg die Mannschaft zum Team-Meeting, forderte der Schwede mehr Aggressivität, vor allem beim Forechecking. Und was Grönborg wollte, das bekam er in Davos auch – und noch vieles mehr. «So gesehen hatten diese zwei Spiele nicht nur Schlechtes», sagte Baltisberger. «Wir mussten über die Bücher und zeigten eine sehr gute ­Re­aktion.»

    Die Lions starteten bissig, liessen im erstmals ausverkauften Davoser Stadion gar kein Startfurioso der Bündner zu und wankten auch dann nicht, als der HCD besser ins Spiel fand. Die 3:0-Führung nach 40 Minuten war vorentscheidend, die Bündner zeigten im Schlussdrittel gar erstmals überhaupt in dieser ­Saison Zerfallserscheinungen. Begonnen hatte alles mit einem Treffer Chris Baltisbergers nach acht Minuten, es war so ein typisches Ding des ZSC-Stürmers.

    Denn die Formulierung «Chris Baltisberger schiesst ein Tor» ist bei seinen Treffern oft falsch. Dann nämlich, wenn er seinen Stock in Weitschüsse von Mitspielern hält, den Puck nur minim touchiert, was aber meistens reicht, um die gegnerischen ­Goalies zu irritieren.

    Üben mit der Ballmaschine

    Er übe das während der Saison praktisch täglich und auch im Sommer – ob mit Schüssen seines Bruders Phil oder mit einer Ballmaschine für Tennisbälle. Diese unscheinbare und doch so wirkungsvolle Fähigkeit hat ihm den Stammplatz im Powerplay beschert. Er darf dort öfter ran als ein Filigrantechniker wie Wick – Baltisberger ist im Überzahlspiel der einzige stets eingesetzte Zürcher, der kein klassischer «Skill Player» ist, also kein klarer Kandidat für ­offensive ­Rollen.

    Bei «normalem» 5-gegen-5-Hockey spielt Baltisberger in der 4. Linie, wo er defensiv arbeiten und den Stars der Gegner auf die Nerven gehen muss. Beides tat er in Davos. Dass sein Tor gegen die Linie mit Topskorer Perttu Lindgren fiel, freute ihn besonders.

    Es war ein guter Abend für Baltisberger, an dem er auch Argumente sammelte für einen neuen Vertrag. Denn sein auslaufender Kontrakt wurde im Gegensatz zu jenem seines Bruders, Roman Wicks oder Severin Blindenbachers noch nicht verlängert.

    Provozieren, selber angegangen werden, austeilen, einstecken, das gehört zu Baltisbergers Spiel, auch da war er in Davos im Element. «Du musst wissen, wann du was tun darfst», umschrieb er diese Rolle, vergass aber nicht anzufügen, dass er einmal genau das Gegenteil tat, als er vor den Augen der Refs den Stock im Gesicht eines Gegenspielers platzierte: «Eine blöde Strafe.» Die war am Ende aber Makulatur, für Baltis­berger zählte am Ende vor allem das: «Unser Gameplan ging so richtig auf.»
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    Vertrag: Denke Sven ist schon dran aber Chris dürfte Pokern, aber am Schluss bleibt er beim Z!


    Und soll mir niemand kommen mit Champions-League, Euroliga. Aber Hauptsache die CH-Meisterschaft wird wieder etwas spannender.

    Sehe ich auch so! :nick: Ich habe null Interesse daran das die anderen Teams (YB/Basel) sich via CL / EL bereichern können und der Abstand zum Rest so bleibt wie er nun seit 10 Jahren ist!

    Der FCZ bezwingt Xamax 1:0 – es ist der fünfte Meisterschaftssieg in Folge. In der Super League ist es bald sechs Jahre her, dass die Zürcher eine solche Serie hingelegt haben. Ihr Trainer hiess damals Urs Meier.

    :shock: schon eine Weile her! Läuft beim FCZ!

    Läuft auch in Güllen! Die werden doch nicht.....! :shock:

    Hobeln und Schleifen für den ZSC-Erfolg

    Sven Leuenberger machte einst eine Schreinerlehre, nun baut er am nächsten Meisterteam. In bald 13 Jahren als Sportchef hat er schon vieles erlebt.

    Simon Graf (TA)

    Kürzlich schreinerte Sven Leuenberger einen Holztisch. Er hatte es seiner Frau im Sommer versprochen und hielt Wort. «Ich finde ihn gleich, Moment», sagt er, als er das Foto auf dem Handy sucht. «Hier ist er!», sagt er und zeigt stolz das Foto. Es ist ein langer Tisch aus hellem, edel wirkenden Holz. Er macht einen robusten Eindruck.

    Als Leuenberger einst mit 20 seine vierjährige Schreinerlehre abschloss, spielte er bereits in der ersten Mannschaft des SCB. Das Handwerk hat der Ostschweizer nicht verlernt, doch sein Hauptjob besteht heute darin, mit Spielern Teams zu bauen und nicht aus Holz Möbel. Wobei es durchaus Gemeinsamkeiten gibt: Auch Hockeyteams sollen beim Betrachter Freude hervorrufen, und auch sie sollten stabil sein, einiges aushalten können.

    Gut, es gibt auch Unterschiede: Ein Tisch ist irgendwann fertig, ein Team bedarf täglicher Pflege. Und manchmal muss man auch hobeln und schleifen für den Erfolg. Sportchef ist ein reizvoller, aber anspruchsvoller Job. Die letztjährigen ZSC Lions seien auf dem Papier wohl das beste Team gewesen, das er je zusammengestellt habe, sagt Leuenberger. Aber dann ging alles schief. «Was wieder einmal zeigte, dass man im Sport nicht alles planen kann.»

    In seiner dritten ZSC-Saison kann der 50-Jährige erstmals etwas durchschnaufen. Die Lions führen die Liga an, man hat das Gefühl, sie seien beim Schweden Rikard Grönborg in guten Händen. Und das Cup-Aus in Ajoie ist zwar ärgerlich, aber auch bald vergessen. Zurücklehnen könne er sich nicht, betont Leuenberger. Das entspricht wohl auch nicht seinem Naturell. Aber erstmals habe er in Zürich Zeit, etwas weiter nach vorne zu blicken, auch einmal ein Spiel des Farmteams zu schauen oder andere Spieler zu scouten.

    «Letzte Saison getraute ich mich fast nicht, den ZSC allein zu lassen. Und die Medien wollten ja auch nach fast jedem Match ein Statement von mir.» An Spieltagen sei er schon morgens nervös gewesen, da es ums sportliche Überleben ging. Im Moment sei er etwas gelassener.

    Den Ärger wegatmen

    «Aber natürlich kribbelt es immer noch, wenn ein Spiel ansteht», sagt er. Und während der Partien ist seine Anspannung greifbar. Bei misslungenen Aktionen fallen Kraftausdrücke, oder er klopft mit der Faust auf den Tisch. Das bekommen Journalisten allerdings nur bei Auswärtsspielen mit, wenn er auf der Pressetribüne sitzt. Die Heimspiele verfolgt er im Regieraum des Hallenstadions. «Das ist besser so. Es ist nicht alles spruchreif, was ich sage. Aber es ist schon viel besser als früher. Ich habe Atemübungen gelernt, um mich zu beruhigen.»

    Schon als Spieler habe er nicht gut verlieren können und manchmal mit dem Kopf durch die Wand gewollt. Er war aber kein Haudegen, sondern ein spielerisch versierter Verteidiger, gesegnet mit Spielintelligenz und einer gewissen Eleganz. Was ihn heute am meisten ärgert, sind «dumme Aktionen». Das kann ein Puckverlust oder eine Strafe zur Unzeit sein. «Fehler können immer passieren, aber es gibt schlechte und weniger schlechte Momente dafür.»

    «Im Tram konnte es sein, dass zwei so laut über den SCB redeten, dass ich sicher hörte, was für eine Pfeife ich bin.»

    Er wurde mit dem SCB viermal Meister (1989, 1991, 1992, 1997), ehe er 2003 mit 33 zurücktrat, Nachwuchschef wurde und 2006 zum Sportchef aufstieg. Die Berner waren im Viertelfinal gescheitert, Alpo Suhonen musste gehen, und Leuenberger konnte seinen Trainer wählen. Mit John Van Boxmeer verstand er sich vom ersten Telefongespräch an gut, der Kanadier coachte den SCB im ersten Jahr in den Final und danach zweimal auf Rang 1. Doch im Playoff klappte nichts mehr. Nach dem erneuten Viertelfinal-Aus 2009 musste Leuenberger erstmals einen Coach entlassen. «Van Boxmeer machte es mir aber einfach. Er sagte schon vor dem Playoff zu mir: Wenn wir wieder im Viertelfinal verlieren, musst du mich schicken.»

    Leuenberger wehte eine «steife Brise» entgegen. Die fühle sich in Bern und Zürich ähnlich an, sagt er. «In Zürich ist die Medienpräsenz noch grösser, in Bern ist das Eishockey bei den Leuten präsenter. Da gehst du nicht mehr so gerne in die Stadt.»

    Direkt angesprochen worden von unzufriedenen Fans sei er selten. «Aber wenn ich im Tram war, konnte es sein, dass zwei so laut über den SCB redeten, dass ich sicher hörte, was für eine Pfeife ich bin.» Am Anfang habe ihn das sehr getroffen, inzwischen versuche er sich einzureden, dass es ja nichts Persönliches sei.

    «Charakter schlägt Talent»

    Mit Larry Huras und einer neuen Philosophie schaffte Leuenberger den Befreiungsschlag. «Meine Lehre war: Charakter schlägt Talent. Ich merkte: Wenn es darauf ankommt, braucht es noch etwas anderes als in der Qualifikation.» Er holte Ausländer wie Jean-Pierre Vigier und Brett McLean, die selten brillierten, aber immer kämpften. So arbeitete sich der SCB 2010 zum ersten Meistertitel Leuenbergers als Sportchef.

    Gegen seinen Willen wurde Huras dann aber im Oktober 2011 entlassen. Leuenberger bekam die Pläne des Verwaltungsrats erst im Laufe jenes Heimspiels gegen die ZSC Lions (1:2) mit und protestierte, doch es half nichts. Geschäftsführer Marc Lüthi gab die Massnahme bekannt, Leuenberger distanzierte sich davon.

    «Charakter schlägt Talent. Wenn es darauf ankommt, braucht es noch etwas anderes als in der Qualifikation.»
    Sven Leuenberger, ZSC-Sportchef

    Als ihn Lüthi und Präsident Walter Born tags darauf zum Gespräch aufboten, fragten sie ihn, ob er mit ihnen weiterarbeiten könne. Er antwortete: «Ja, aber nur, wenn ich öffentlich sagen darf, dass es nicht meine Entscheidung war.» So konnte er sein Gesicht wahren.

    Fünf Jahre später setzte er sich dann durch, als es um die Nachfolge von Guy Boucher ging – ­allerdings auf Kosten seines Jobs. Denn er schlug seinen jüngeren Bruder Lars vor, und einen doppelten Leuenberger wollte der VR nicht. Sven Leuenberger trat zurück ins zweite Glied und bekam recht: Bern wurde Meister.

    «Ich habe noch heute mit allen Trainern Kontakt, die ich oder jemand anders entlassen hat», sagt er. «Ausser mit Hans Wallson.» Doch selbst dessen Zürcher Assistent Lars Johansson wisse nichts Genaueres über ihn.

    In Grönborg hat Leuenberger einen Trainer gefunden, der ihm punkto Arbeitshaltung und Temperament ähnlich ist. «Und zum Glück sind wir beide schon etwas erfahrener. Früher wären ab und zu die Fetzen geflogen zwischen uns.» So spürten beide, als sich Leuenberger am Dienstagabend nach der 3:6-Blamage gegen Ajoie mit dem Schweden unterhalten wollte: Es ist wohl besser, wenn sie zuerst eine Nacht darüber schlafen.


    haha chinesische khl club....tönt jetzt nöd so nachem wahnsinns leistigsnachwiis aber ich känn dä club ja nöd....ich wag eifach mal zbezwiifle, dass dä viel besser isch als dä schlegel, wänn ihn defense au so im stich lönd wie dä niklas!....we'll see ;)

    3x Meister in Finnland, doch denke schon dass der besser ist als Schlegel!

    Schlegel ist ein guter Backup oder eine Nummer 1 bei einem Team ohne Ambitionen. Für mehr ist er zu klein! Geht er auf die Schoner runter öffnet sich bei ihm der "Briefkasten" und gute Spieler füllen so das Netz. Zur Zeit macht er auch viele Eigenfehler, kassiert faule Tore. Kritik ist berechtigt!


    Dann soll doch bitte die Vereinsführung den Fans bereits vor dem Spiel mitteilen, dass sie dem ZSC bitte nicht hinterher reisen sollen, da man viel zu wichtig ist für den Cup und man sich nur viel höheren Ziele zuwenden möchte.

    Im Swiss Ice Hockey Cup wollen die Löwen eine bessere Rolle spielen als in den letzten drei Jahren, in denen sie jeweils bereits in der zweiten Runde ausschieden. «Jetzt, wo keine Champions Hockey League stattfindet für uns, rückt der Cup als zweiter Wettbewerb neben der Meisterschaft in den Fokus», so Zahner. Fünf Partien gilt es zu gewinnen – einen schnelleren Weg für einen Titel gibt es nicht.

    So hat es vor der Saison getönt. Tja, schwach was da heute geboten wurde! Aber eben: Da sind wir nicht die ersten!


    https://www.zsclions.ch/news/detail/ne…-die-zsc-lions/

    Heineken, Calanda oder Eichhof..... :kotz: Haldengut kenne ich zuwenig.

    Hoffentlich werden die Fans wirklich befragt.

    Wir möchten an dieser Stelle darauf hinweisen, dass wir sehr wohl auch lokale Anbieter angeschrieben haben. Diese können jedoch die Anforderungen der Bierförderanlage im neuen Stadion nicht erfüllen, entsprechend die dereinst umgesetzten Mengen gar nicht bewältigen. Deshalb kamen am Ende nur die sogenannten Grossen in Frage. Danke für die Kenntnisnahme! (ZSC FB Page)

    Fakt:

    "Das Bier mit dem schlechtesten Ergebnis in unserer Blindverkostung war das alkoholfreie Produkt. Die Teilnehmer der Verkostung bemerkten, dass es ihm an Aroma und Geschmack fehlte; sie wussten zum Zeitpunkt des Tests jedoch nicht, dass ein Bier alkoholfrei sein würde. Andre Euphrasio, Research Analyst, bemerkte: „Es war lustig, zu sehen, wie enttäuscht jeder vom alkoholfreien Bier war. Jeder wusste, dass an diesem Bier etwas anders war, obwohl es niemand erraten konnte.“

    https://de.mintel.com/blog/getraenke…f-dem-biermarkt

    Die traurigste Heimreise des ZSC

    Im Cup-Viertelfinal gastieren die ZSC Lions am Dienstag in Ajoie. Das weckt Erinnerungen an ein schwarzes Kapitel, das doch sein Gutes hatte.

    Simon Graf (TA)

    Sogar der alte Fritz habe Tränen in den Augen gehabt, sagt Peter Meier. So sei es ihm vorgekommen, als er bei Courgenay hochgeblickt habe zu Fritz, dem Soldatendenkmal aus Stein. Der TK-Chef fuhr an jenem 26. März 1988 mit Walter Scheibli, der «Stimme des ZSC», aus Pruntrut zurück nach dem verpassten Aufstieg. Die Stimmung im Auto war gedrückt. Die Zürcher hatten in einem aufwühlenden Spiel gegen Ajoie 4:5 in der Verlängerung und die Serie mit 1:3 verloren.

    Das entscheidende Tor in der Overtime ist auf Youtube zu sehen, in verschwommenen Bildern. Nach verlorenem Bully in der eigenen Zone und einem Wirrwarr in der ZSC-Defensive stand Ajoies Stürmerstar Daniel Métivier plötzlich alleine vor Goalie André Mürner, liess ihn mit einer Körpertäuschung aussteigen und traf ins leere Tor. «Ja, dieser Kanadier war zu viel für uns», sagt Alpo Suhonen, der damalige ZSC-Trainer.

    Der 71-Jährige lebt im finnischen Forssa, nachdem er 2017 als Verbandsdirektor Österreichs aufgehört hat. Aktuell bekleidet er keine Position im Eishockey. «Das ist eine alte Geschichte mit dem ZSC», sagt Suhonen. «Wir waren das beste Team der Qualifikation, aber im Playoff hatten wir Mühe.» Der «Tages-Anzeiger» analysierte gnadenlos: «Suhonens Musterschüler bemühten sich, mit ihrer unbestreitbaren spielerischen Potenz allein zum Erfolg zu kommen, und spürten nicht, dass sie den Weg des geringsten Widerstands gingen.»

    Für Bruno Vollmer, heute der operative Leiter des Stadionprojekts in Altstetten, war es die erste Zürcher Saison. Mit 19 hatte er mit Daniel Bünzli und Roger Meier den Sprung vom EHC Dübendorf zum ZSC gewagt. «Wir hatten viel mehr Spielanteile, aber zwei, drei dumme Fehler kosteten uns den Match», sagt er. Und Vollmer kann sich noch gut erinnern an den Geruch: «Die ganze Halle roch nach Würsten.»

    Der fatale Königstransfer

    Es war für den ZSC eine Niederlage mit gravierenden Folgen. ­Peter Meier war im Januar als TK-Chef angetreten und hatte den Job, zweigleisig zu fahren. Noch während der Ajoie-Serie wurde das Engagement des vormaligen NLA-Topskorers Ron Wilson vom HCD bekannt. «Für eine NLB-Saison plante ich nicht», sagt Meier. «Die ergab sich dann einfach.»

    «Ich hätte ihn gerne behalten, bekniete ihn sogar»
    Peter Meier über den damaligen Trainer Alpo Suhonen.

    Suhonen kehrte nach dem Scheitern nach zwei ZSC-Saisons nach Finnland zurück, obschon sein Vertrag noch ein Jahr gültig gewesen wäre. «Ich hätte ihn gerne behalten, bekniete ihn sogar», erzählt Meier. Doch Suhonen war nicht mehr zu halten, zumal seine Frau wegwollte.

    Vollmer schwärmt noch heute vom Finnen: «Unter ihm zelebrierten wir die zweite Angriffswelle. Die trainierten wir schon im Sommer mit dem Basketball.» Puckkontrolle und gepflegtes Passspiel waren die Maximen Suhonens, aber sein Designerhockey hielt dem rauen Playoff-Alltag nicht stand.

    «Im Jahr zuvor waren wir an Zug gescheitert, dann an Ajoie», stellt er heute nüchtern fest. «Der ZSC brauchte einen neuen Impuls.» Suhonen empfahl Meier seinen Landsmann Timo Lahtinen vom SC Bern als Nachfolger. Der TK-Chef folgte dem Rat, doch Theoretiker Lahtinen fehlte das Gespür. Er machte den im Team verhassten Wilson zum Captain, zwischen Weihnachten und Neujahr mussten beide gehen.


    Alpo Suhonen ist ein europäischer Pionier in der NHL. Doch mit dem ZSC verpasste er den Aufstieg zweimal.

    Meier schaffte es, Wilson dem HCD als Trainer schmackhaft zu machen, für Lahtinen kam Agent Neil Nicholson, der eigentlich einen Coach hätte bringen sollen und sich dann den Job gleich selber zutraute. Der wenig erfahrene Kanadier wurde anfangs von Meier an der Bande assistiert, damit der ihm einflüstern konnte, wer welcher Spieler sei.

    Beim HCD verkrachte sich Wilson innert Kürze mit allen, beim ZSC kam der friedfertige Pole Henryk Gruth. Irgendwie raufte sich das Team zusammen und war fortan nicht mehr zu bremsen. Der ZSC gewann 1989 die Auf-/Abstiegsrunde vor Ajoie, das die Klasse halten konnte. Der HC Davos stieg ab.

    «Im Nachhinein betrachtet war es besser, dass wir erst ein Jahr später den Aufstieg schafften», sagt Peter Meier. «Ich hatte mehr Erfahrung, und auch die jungen Dübendörfler waren alle ein Jahr älter.» Es war, wie er festgehalten haben möchte, der bis dato letzte Aufstieg des vormaligen Liftclubs ZSC.

    Chicago statt ZSC

    Suhonen kehrte 1996 als zweifacher Klotener Meistertrainer zum ZSC zurück, für eine Saison. Gerne wäre er länger geblieben, doch nach der Fusion mit der GC-Eishockeysektion wollte die neue Führung die harte Hand des Hans Zach. Suhonen wechselte im Jahr darauf als Assistent zu den Toronto Maple Leafs und wurde 2000 bei Chicago der erste europäische NHL-Headcoach.

    «Schon witzig, wie das Leben manchmal spielt», sagt er. Oft kommt es eben so, wie es kommen muss. So war die bittere Niederlage des ZSC an jenem denkwürdigen 26. März 1988 auch nur eine Episode auf dem Weg zu Grösserem.

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    Meine traurigste Heimreise war 1980, als wir in Fribourg in der alten Patinoire des Augustins scheiterten. Grausam! Die Niederlage in Ajoie habe ich am Radio (24) miterlebt, war auch schlimm!


    Mach mal den Blindtest mit allen Marken (Lager Bier). Ich wette mit Dir, Du wirst die Marken vom Geschmack her nicht zuverlässig bestimmen können (nur Zufallstreffer).
    Wir haben schon mal eine solche Blindverkostung durchgeführt. Kein Bündner hat sein geliebtes Calanda, kein Innerschweizer sein Eichhof und kein Zürcher das Hürlimann bestimmen können, obwohl alle vorher darauf geschworen haben.

    Sie finden nicht mal das Alkoholfrei raus!

    Da ich kein Biertrinker (mehr) bin ist es mir egal, aber Zürcher Bier (Hürlimann obwohl nicht mehr in Zürich gebraut) wär halt schön gewesen, aber money talks!

    Pius Suter: Der «schlaue Pius» ist der Mann, der bei den ZSC Lions beinahe alles kann

    Pius Suter verblüfft als einer der aussergewöhnlichsten Stürmer beim ZSC – die Frage ist: Wie lange noch?

    Ulrich Pickel (NZZ)

    «Ich war nie das offensive Talent, das denkt, es könne einfach so kommen, alle ausdribbeln und ein paar Tore schiessen.» Das sagt einer, der reihenweise Tore schiesst und vorbereitet. Als er auftauchte, war er ausser bei Insidern unbekannt – und kaum war er da, verblüffte er alle. Pius Suter ist einer der aussergewöhnlichsten Spieler, die aus den Reihen der ZSC Lions seit deren Gründung vor 22 Jahren hervorgingen. Er ist 23 Jahre alt und steht schon in seiner fünften Saison mit den Zürchern. Seine statistischen Werte schwanken zwischen sehr gut und hervorragend. Im Hallenstadion hat er seinen eigenen Fanklub («Sektion Pius»).

    Suter mag sich zurückhaltend beurteilen, doch das heisst nicht, dass es ihm an Selbstbewusstsein mangelt. Er ist nicht der Grösste, er ist nicht der Stärkste, er hat nicht den härtesten Schuss und ist auch nicht berühmt für magische Laserstrahl-Pässe. Aber Suter skort und skort. Auch am Dienstag im Cup-Viertelfinal wird der Gegner Ajoie gewarnt sein: Suter war im umkämpften Achtelfinal gegen Servette mit einem späten Tor und einem verwandelten Penalty die grosse Figur.

    Er weiss genau, was er kann: «Ich muss viel mit dem Kopf spielen: sehen, überlegen, schnell reagieren. Man sieht meiner Postur an, dass ich so sein muss. Ich kann nicht einfach vors Tor stehen und einen 1,90 Meter grossen Verteidiger wegstossen.» Die richtigen Schlüsse aus dem zu ziehen, was der Körper ermöglicht, ist das eine. Weil er diese Schlüsse auch scheinbar mühelos umsetzt, hat sich Suter durchgesetzt.

    Harry Potter in der Eishalle

    Als er im Herbst 2015 bei den ZSC Lions auftauchte, rieb man sich die Augen, wenn man ihn ohne Ausrüstung sah: ein schmächtiger Jüngling mit wuscheligem Haar und Brille, den man eher für einen Studenten hielt, der sich auf dem Weg in den Hörsaal in eine Eishalle verirrt hatte. Er sehe aus wie Harry Potter, sagten die Leute. Suter kam aber nicht aus einer Fantasy-Welt, sondern aus dem kanadischen Junioren-Eishockey. Zwei Jahre hatte er dort gespielt. In Zürich war geplant gewesen, dass er sich erst die Sporen bei den GCK Lions abverdienen würde. Doch der Trainer Marc Crawford hatte sofort etwas Besonderes in Suter gesehen. Er schaffte den Sprung ins Kader auf Anhieb – und seither liess ihn jeder seiner mittlerweile sechs ZSC-Trainer eine Hauptrolle spielen. Intern war er von Anfang an akzeptiert. Als Typ ist er der Junge von nebenan, unkompliziert und ohne Allüren. In der Kabine ist er beliebt. Er schwingt keine grossen Reden, beobachtet aber das Sozialleben im Team hellwach. Der Suter wisse über alles Bescheid, heisst es. Vom «sneaky Pius», dem schlauen Pius, ist gern die Rede.

    Seine Trainer und Sturm-Partner hätten in Bezug auf Persönlichkeit und Spielvorstellungen teils unterschiedlicher nicht sein können. Aber immer behauptete sich Suter. Er ist vielseitig. Und passt sich an. Das lerne man instinktiv, sagt er. «Als ich vor zwei Jahren mit Fredrik Pettersson spielte, kam ich zuerst immer in Positionen, wo er schon war. Er hat den viel besseren Schuss. Also wurde ich eher der, der ihm die Pässe auflegte. In dieser Saison mit Garrett Roe ist es anders. Er ist ein grossartiger Spielmacher, da bin ich wieder mehr vor dem Tor wie damals bei Robert Nilsson und Patrick Thoresen.»

    Es ist kaum möglich, Suter in eine bestimmte Schublade zu stecken. Er ist ebenso Vorbereiter wie Vollstrecker. Er spielt untypisch für einen Schweizer: immer schnörkellos vors Tor. Die Zone zwei Meter rund um das gegnerische Gehäuse ist quasi sein natürliches Habitat. Kaum einer schlaumeiert sich schöner heran, kaum einer lauert und wühlt besser, kaum einer setzt mehr Nadelstiche. Es erstaunt, dass er sich mit seinen bloss 77 Kilos dort so durchsetzt, wo es besonders ruppig zu und her geht und eigentlich mehr Muskelmasse nötig wäre. Doch das täuscht.

    Der NHL-Traum lebt weiter

    Suter sagt: «Man muss auch wissen, wann man seine Kraft einsetzt. Ich kann nicht jemanden fünf Sekunden lang wegdrücken. Aber eine Sekunde lang geht das. Ich muss überraschen und sofort handeln.»

    Der Verteidiger Phil Baltisberger kennt Suter seit Jahren, zusammen spielten sie schon in Kanada. Baltisberger sagt, er sei nicht überrascht gewesen, dass Suter den Sprung zu den ZSC Lions auf Anhieb geschafft habe: «Ich kenne fast niemanden, der einen so hohen Hockey-IQ hat wie er.» Den Weg ins Team ebnete ihm nicht etwa sein Torriecher. Es war eine defensive Rolle. Mit seiner Cleverness überzeugte Suter zuerst im Boxplay, im Spiel mit einem Mann weniger. So war das auch schon in Kanada. Die beiden Jahre dort seien prägend gewesen, sagt Suter. Das ABC lernte der Zürcher in seinem Heimatort Wallisellen, später ging er nach Dübendorf, von wo er zu den ZSC Lions kam. Bis er zwölf war, spielte er Eishockey und Fussball, darüber hinaus nahm er gern an Läufen teil. Ausserhalb der heimatlichen Komfortzone reifte Suter schnell. «Nach dem ersten Testspiel wäre ich am liebsten wieder nach Hause gegangen. Ich wurde etwa viermal auf dem offenen Eis umgehauen und lag auf dem Bauch.» Das erste Jahr war schwierig, im zweiten aber konnte er auftrumpfen. Die NHL schien zum Greifen nah. Doch im Draft wurde er übergangen. «Da war ich schon einen Moment angefressen. Jetzt muss ich beweisen, dass sie damals falsch lagen.»

    Den Traum von der NHL behält er im Auge: «Ich glaube, es wäre richtig, diesen Schritt einmal zu machen. Ob es nächstes Jahr, in zwei, drei oder vier Jahren sein wird? Wer weiss. Ich muss langfristig denken.» Gedraftet wurde er noch immer nicht. Aber zwei Mal war er schon zu Vorbereitungs-Camps eingeladen. 2017 in Ottawa hatte ihm Crawford die Türe geöffnet, der damals Co-Trainer war. Im letzten Jahr war Suter bei den New York Islanders.

    Die Möglichkeit eines Wechsels gibt es. Der Vierjahresvertrag, den er letzte Saison unterschrieb, enthält eine Ausstiegsklausel. Aber einen heissen Draht gibt es nicht. «Ich habe mir in diesem Jahr noch keine Gedanken darüber gemacht», sagt Suter. Der Lions-Coach Rikard Grönborg traut Suter den Schritt zu. Er sagt, die NHL sei in den letzten Jahren immer schneller geworden. Das sei für kleinere, technisch und läuferisch beschlagene Spieler günstig.

    Suter braucht viele Skorerpunkte, vor allem auch international, um sich in Nordamerika wieder interessant zu machen. Das Wort «wieder» ist hier angebracht, weil auch sein sonst so makelloser Karriereverlauf nicht nur eine Einbahnstrasse nach oben war. Die letzte Saison, sie hatte auch ihm nicht viel Gutes gebracht – ausser dem neuen Vertrag, dank dem auch er nun zu den Besserverdienenden der ZSC Lions gehört. Suter hatte als Center den ersten Block angeführt und wurde zum ersten Mal hinterfragt. Da und dort hiess es, diese Rolle sei eine Schuhnummer zu gross für dieses junge Leichtgewicht. Die Kritiker sehen sich nun bestätigt, da er neben dem überragenden Roe am Flügel spielt und seine Skorerwerte wieder nach oben geschnellt sind.

    Diese Kritik weist Suter vehement zurück. Es stimme schon, in der letzten Saison sei man in ein Hamsterrad geraten, alles habe eine negative Dynamik angenommen. Er verweist auf das Jahr davor: «Da hatte ich die Rolle des ersten Centers auch, und es ging gut. Wir wurden Meister.» In den Play-offs 2018 hatte er drei entscheidende Treffer, im Fachjargon Game-Winning-Goals, darunter das goldene Tor in der Verlängerung des sechsten Halbfinals gegen den SCB, das die Lions in den Final brachte.

    «Ich fühle mich als Center»

    Flügel, Center, Boxplay, Powerplay – die Vielseitigkeit macht Suter für jeden Trainer interessant, auch für Patrick Fischer. Der Nationalcoach hält viel vom polyvalenten Zürcher. Am Olympiaturnier 2018 zum Beispiel war er der beste Schweizer Skorer, jüngst am Deutschland-Cup glänzte er mit dem Siegtreffer im Prestigeduell gegen Deutschland. Ein Platz im Kader für die Heim-WM im Frühling ist Suters grosses Ziel.

    Wenn Fischer seine Auswahl treffen wird, dürfte nicht zuletzt die Vielseitigkeit für Suter sprechen. Aber sie fühlt sich für ihn auch wie Segen und Fluch zugleich an. Mit fast einem Skorerpunkt pro Spiel ist er glücklich auf der Seite neben Roe. Aber weil er dort so erfolgreich ist, sieht er auch die Gefahr, dass man ihn nun plötzlich auf die Rolle des Flügelspielers reduziert – und so möchte der gelernte Mittelstürmer nicht schubladisiert werden. «Ich fühle mich als Center», sagt er.

    Ob in der Mitte oder auf der Seite, für Pius Suter, den offensiven Wunderknaben, geht es darum, die Hochform in den kommenden Monaten zu behalten. Eine erfolgreiche Saison, dann die WM-Teilnahme – und dort seine Nadelstiche setzen: So könnte der NHL-Traum schnell wieder greifbar werden. Sollte eine Chance kommen, wird er nicht zögern. Angst vor grossen Tieren kennt «sneaky Pius» nicht.

    Er ist der perfekte Lückenbüsser

    Der finnische ZSC-Goalie Joni Ortio spielt nicht oft. Aber wenn er spielt, brilliert er. Das Porträt eines Mannes, der mit 28 schon viel erlebt hat im Eishockey.

    Simon Graf (TA)

    Der Weg Joni Ortios zum Hockeyspieler war früh vorgezeichnet. Sein Vater Kai nahm ihn in Turku schon als kleiner Junge oft in die Eishalle mit. Er durfte auch mit in die Kabine und war auf Anhieb fasziniert von der Goalieausrüstung. Hin und wieder durfte er auch eine anprobieren – und geschehen war es um ihn.

    «Ich verliebte mich in diese Position, wollte unbedingt Goalie werden», sagt Ortio, heute 28-jährig. «Mein Vater tat alles, um mich davon abzubringen. Er spielte in der höchsten und zweithöchsten Liga Finnlands als Verteidiger. Doch ich war stur genug, mich durchzusetzen.»

    Der ZSC ist sein 13. Team

    Ortio hat es nicht bereut. Dank dem Eishockey hat er viel gesehen von der Welt. Er spielte in Finnland, Nordamerika, Schweden und Russland, die Schweizer Liga ist seine achte als Profi, die ZSC Lions sind sein 13. Team. Von der East Coast Hockey League bis zur NHL und der russischen KHL hat er alles erlebt. Das prägt. Vom Wesen her sei er ein typischer Finne, sagt er. Aber inzwischen sei er viel offener und umgänglicher geworden.

    Er schaffte es bis nach Calgary in die NHL und duellierte sich da von 2013 bis 2016 auch mit den Schweizern Reto Berra und Jonas Hiller. Sein Coach war Bob Hartley, der ZSC-Meistertrainer 2012. «Er spaltet die Leute, weil er eine solch harte Linie hat», sagt Ortio. «Alte Schule. Aber ich hatte nie wirklich Probleme mit ihm. Er ist ein guter Coach, und das Wichtigste ist, dass man seinem Stil treu bleibt.»

    «Die Leute sind freundlich und helfen dir, so gut sie können»
    Joni Ortio über sein Leben in der Schweiz.

    Ortio ist einer von 32 Goalies aus Finnland, die mindestens ein Spiel in der NHL bestritten haben. Die Schweiz kommt auf 6. Wie erklärt er sich die scheinbar nie versiegende Quelle finnischer Spitzentorhüter? «Diese Frage habe ich schon oft gehört», sagt er. «Die Goalies werden bei uns von sehr jungem Alter an spezifisch gecoacht. Uns werden die Grundlagen früh vermittelt.» Er wurde in Turku unter anderem vom legendären Urpo Ylönen trainiert, der auch Miikka Kiprusoff herausbrachte.

    Ortio kam in drei Saisons auf 37 Spiele mit den Flames, kehrte 2016 nach Europa zurück, spielte zwei Jahre beim schwedischen Skellefteå und zuletzt bei Podolsk in einer Vorstadt Moskaus. «Was das Leben in Russland betrifft, kann ich mich nicht beschweren», sagt er. «Die Leute sind freundlich und helfen dir, so gut sie können. Aber natürlich gibt es die Sprachbarriere.»

    Seine Frau begleitete ihn nach Podolsk, die Auswärtstrips machte sie natürlich nicht mit. Aber auch die seien nicht so heftig gewesen wie befürchtet. Teams aus dem Grossraum Moskau haben viele Gegner in der Nähe. Nur einmal reiste Ortio nach China.

    Schäferhund und Bulldogge

    In Zürich ist er, der zwei ungleiche Hunde besitzt, einen Deutschen Schäferhund und eine Französische Bulldogge, in einer beschaulicheren Welt gelandet. Die Herausforderung liegt für ihn in seiner Rolle: Er ist der Lückenbüsser, der Lukas Flüeler ab und zu einen freien Abend verschaffen soll. «Wenn du so selten spielst, musst du die Trainings wie Spiele angehen», sagt er.

    Es gelingt ihm gut, seine Form zu konservieren. Beim 3:1 gegen Biel holte er am Samstag im vierten Meisterschaftsspiel den dritten Sieg. Wenn er spielt, brilliert er. Seine statistischen Werte sind exzellent: 1,51 Gegentore und 94,83 Prozent Fangquote.

    Ortio sagt zu seinen Leistungen: «Ich bin glücklich, aber nicht zufrieden.» Ein Satz, den jeder Coach gerne hört. Und er lobt seine Mitspieler: «Jedes Mal, wenn ich spielte, haben es mir die Jungs einfach gemacht.»

    Er wird weiterziehen

    Die Schweizer Liga mache Spass, nicht nur den Zuschauern, auch den Spielern. «Es passiert viel auf dem Eis, es geht in hohem Tempo auf und ab. Es ist ähnlich wie in Schweden, wenn auch eine Spur weniger strukturiert. Aber man spürt hier den Einfluss der schwedischen Coaches.»

    Mit 28 stuft er seine Chancen, nochmals in die NHL zurückzukehren, als gering ein. «Wenn sich die Möglichkeit ergeben sollte, wieso nicht?», sagt er. «Aber es wird so viel gutes Eishockey gespielt ausserhalb der NHL. Und sowieso liegt mein Fokus derzeit auf Zürich.»

    Fest steht, dass er nach dieser Saison weiterzieht. Denn die Lions haben mit Flüeler/Waeber ihr Goalieduo für den nächsten Winter. Mit Leistungen wie gegen Biel empfiehlt sich Ortio für weitere Engagements in der Schweiz. Vielleicht sogar in Biel, wo Jonas Hiller zurücktritt? Er zuckt mit den Schultern und sagt schmunzelnd: «Ich habe mir bisher sicher nicht geschadet.»