Bin kein Skeptiker was ihn angeht! Ich schaue sehr positiv in die Zukunft!
Beiträge von Larry
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Bitter für SL!
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Have Fun!

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Ein Platz ist noch offen, denke er sitzt bald im Flieger.
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Krüger wird Coach in Buffalo.

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16 Teams sind ein Witz! 12 wären ok. Aber siehe Fussball: Quantität vor Qualität!
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Es weiss es jetzt jeder auf der Welt:
https://www.nytimes.com/reuters/2019/0…zurich-gra.html
Bin zum grossen Teil bei Roli, möchte noch anfügen man könnte schon aber man will gar nicht! Lieber bei der PK (wo auch immer) von "Gesellschaftlichem Problem" reden und weiter machen wie bisher, beim FCB, FCZ, GC, etc. pp.
Ich habe längst resigniert!
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Über Weihnachten ist auch eine gute Zeit, aber dann kommt meist der "Winter" in Florida für ein paar Tage, es kann am Morgen mal unter 10 Grad sein, geht aber am Nachmittag wieder auf über 20 Grad. Aber Pool und/oder Strand ist dann weniger angesagt. Dagegen ist es im November immer noch heiss!
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Gerne!
Du hast schnell gelernt (Direktflug, früh buchen, etc)! Nachdem man mal eine Rundreise gemacht hat kann man das zweite Mal natürlich an einem Ort bleiben, z.B. ein Haus mieten in Cape Coral, ist allerdings auch nicht gerade billig aber je mehr Leute je mehr rechnet es sich.
Beste Reisezeit m.E. ist November: Die "Season" hat gerade erst begonnen, es hat noch weniger Leute als dann im Januar-April, es gibt noch Football neben Hockey und das Wetter in der Schweiz ist Scheisse!

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Der Spielplan kommt der Schweiz entgegen: Zuerst die Gegner die man eigentlich schlagen muss, es bleiben noch die Spiele gegen Österreich und Norwegen, und danach noch die drei Grossen gegen die man versuchen kann eine bessere Klassierung zu erreichen was für ein Weiterkommen im Viertelfinal nicht unwichtig wäre. Bis jetzt spielen sie es gut aber das durfte man auch erwarten.
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Well done!

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Nach Kloten auch GC im B! Vor 25 Jahren hätte ich drei Tage durch gefeiert, heute nehme ich es mit einem Schulterzucken zur Kenntniss, aber es schadet hüben wie drüben sicher nichts, die sollen auch mal Dreck fressen! Wenn ich die Schicksale von Servette, Xamax, Lausanne oder Lugano sehe wird GC eher früher als später wieder zurück sein. Ich will das Derby zurück!
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Wie aus dem Nobelklub Grasshoppers ein Krisenfall wurde
Der Grasshopper Club war der Sportverein der Elite. Dann erodierte die alte Ordnung. Am Ende steht der Abstieg in die Challenge League. Wie konnte es so weit kommen? Eine Zürcher Novelle.
von Flurin Clalüna, Stephan Ramming und Samuel Tanner (NZZaS)
Damit nicht vergessen geht, was den Grasshopper-Club Zürich im Innersten zusammenhält, sind die wichtigsten Werte auf seiner Website verewigt. Die zentrale Erkenntnis manifestiert sich unter dem Stichwort «Souverän». Da steht: «GC will und leistet Überdurchschnittliches: Dabei sein reicht nicht.»
GC ist mehr als ein Fussballklub. Unter seinem Namen wird auch Handball oder Unihockey oder Rugby gespielt. Fast fünftausend Mitglieder leisten ihren Beitrag. Vor allem ist GC aber ein Gefühl. GC war immer der Klub der Überlegenen: Die Athleten in den blau-weissen Shirts gewannen scheinbar, ohne zu schwitzen.
Sie waren der sportsmanship des englischen Gründers Tom E. Griffith verpflichtet, und sie wurden Rekordmeister in diversen Disziplinen. Oder in den Worten des Klubs: «GC ist der grösste und erfolgreichste polysportive Club der Schweiz.»
Die schillernde Visitenkarte des Klubs war immer die Fussballsektion. Sie gehört seit 1951 der obersten Liga an und gewann seither vierzehn Meistertitel. Ihre Spieler trugen Namen wie Günter Netzer oder Giovane Elber, trainiert wurde sie von Hennes Weisweiler oder Ottmar Hitzfeld, dem späteren Welttrainer. Zudem war GC lange der einzige Klub mit einer Fanbasis im ganzen Land – er war unser Botschafter in der Champions League.
Getragen wurde GC von einer Elite, die ein Schweizer Sonderfall war. Die Männer des Bürgertums, deren Erfolg auf einem engmaschigen Netzwerk in Wirtschaft, Politik und Militär gründete, fanden im Hardturm eine sportliche Heimat: Ihr Klub konnte nur ein Rekordmeister sein.
In diesem Frühjahr illustriert GC, was von einem Erfolgsklub bleibt, wenn der Erfolg ausbleibt. Am Samstag vor einer Woche, nach der Niederlage gegen St. Gallen, stehen die Spieler mit leeren Gesichtern im fast leeren Letzigrund-Stadion. Ein Bild, das verbreitet wird, zeigt den rechten Aussenverteidiger Bujar Lika. Er sieht aus wie von Edvard Munch gemalt. Ein ungläubiges, entsetztes Gesicht zwischen zwei Händen: «Der Schrei».Resigniert in der Goethe-Bar
Und obwohl der neue Trainer Uli Forte noch einmal die Rettung von GC beschwört, hat Andres Iten, der Zentralpräsident des Klubs, schon resigniert. Er sitzt in der Goethe-Bar am Zürcher Sechseläutenplatz und sagt: «Es bringt nichts mehr, vom Ligaerhalt zu reden. Was jetzt zählt, ist ein Plan für die Zukunft. Ich frage mich, ob es mittelfristig noch zwei Zürcher Klubs in der Super League geben kann. Ich glaube das nicht.»
Von Andres Iten gibt es im Internet nur Bilder, auf denen er Krawatte trägt. Heute hat er sich auch einen GC-Pin ans Revers gesteckt. Iten wurde in der Rudersektion von GC gross, trat dem Donnerstag-Club bei, der traditionsreichsten Gönnervereinigung, und präsidiert seit zehn Jahren den Zentralvorstand, der den globalen Fortgang des Klubs überwacht. Im Grasshopper-Club lernte er die Werte, die sein Leben bestimmen. «Das ist GC-like», sagt er manchmal, oder noch ein bisschen häufiger: «Das ist nicht GC-like.»Iten ist auf der Forch aufgewachsen und heute Inhaber und Verwaltungsratspräsident der René Faigle AG, einer Firma für Bürotechnik. Er führte mehrere Jahre den Verband der Zürcher Handelsfirmen, er machte Karriere im Militär und ist ein Gönner der freisinnigen Partei.
Er ist ein Mann der alten Ordnung, aber er sieht, wie sich um ihn herum alles auflöst. Er sagt: «Unsere Firmen sind heute viel globalisierter als früher. Wenn einer in den Militärdienst geht, fragen ausländische Manager: ‹What!? Are you playing soldiers again?› Die Schweiz hat als Identität an Bedeutung verloren. Das hat negative Folgen für unser Milizsystem und wirkt sich im Militär aus, in der Politik, in der Kirche und eben auch im GC. Wir waren der Herrenclub. Heute ist das Geschichte.»
Als Andres Iten merkte, dass der neue Präsident der GC-Fussballsektion (den er aus gemeinsamen Generalstabskursen kennt) für seine Arbeit einen Lohn bezieht, erschrak er. Iten träumt von einer nobleren Lösung: von einer «Führungspersönlichkeit», die weder auf Geld noch auf Publizität angewiesen ist und mit dem Herzen handelt. Die Rückkehr zum alten Modell.
In der Realität aber versinkt der Grasshopper-Club in den Untiefen des Schweizer Fussballs – und zweifelt Andres Iten, ob der Klub, so wie er ihn kennt, noch eine Zukunft hat.
Wie konnte es so weit kommen? Ist der Klub am Ende der Geschichte angelangt? Oder gibt es noch Hoffnung?
Wir haben mit den Zeugen der jüngeren Klubgeschichte gesprochen. Mit Erich Vogel, der Sphinx des Klubs. Mit Christian Gross, dessen Herz in Ägypten blutet. Oder mit Thomas Gulich, in dessen Amtszeit als Präsident der Niedergang einsetzte. Seinen Anfang nimmt diese Geschichte aber mit Romano Spadaro, einem Aufsteiger aus Höngg.Er fragt am Telefon: «Warum wollen Sie mit mir reden?»
«Sie waren einer der wichtigsten GC-Präsidenten.»
«Sie meinen: der erfolgreichste», sagt er.
I. Das alte GC steht im Zenit
+++ Der Stolz des Romano Spadaro +++ Champions League im Hardturm +++ Gross und das elitäre Denken +++
Romano Spadaro amtierte sechs Jahre lang als GC-Präsident, von 1993 bis 1999. «Dreimal Meister, zwei Cup-Siege und zweimal in der Champions League, als erst 16 Mannschaften teilnahmen», sagt er. Spadaro ist 70 Jahre alt, und er erinnert sich gerne an seine Zeit im Klub. «GC ist kein Fussballverein, sondern eine Institution», sagt er und wiederholt das Wort, als bedeute GC eine Philosophie oder ein Gelübde. «Gerade als Präsident habe ich für mein ganzes Leben gelernt, dass der Spadaro nicht allein erfolgreich sein kann, sondern nur im Team.»
Nach langen Jahren, in denen Spadaro keine Spiele mehr besucht hatte, war er schliesslich wieder einmal im Stadion. Aber er kannte nicht mehr viele GCler von früher, der Letzigrund mit den wenigen Zuschauern habe ein trauriges Bild abgegeben. «Die Fans waren auf der Haupttribüne», erzählt er, «und haben dieses Transparent aufgehängt: ‹Wenn ihr nicht zu uns kommt, kommen wir zu euch.› Da frage ich mich schon, wo wir hingekommen sind.»«Wir» sagt Spadaro oft, wenn er über GC spricht. Aber gibt es dieses «Wir» überhaupt noch? Mehr als 25 Jahre sind vergangen, seit sich Romano Spadaro, der Sohn eines sizilianischen Einwanderers, bei den Ur-GClern im Vorstand «zu zeigen begann», wie er es formuliert.
Aufgewachsen ist Spadaro mit Blick auf den alten Hardturm, in Höngg. Der Vater war zum Grosshändler für Gemüse aufgestiegen, er nahm seine Buben schon früh mit zu den GC-Spielen. Vom Vater lernte Spadaro: «Geld kann man verlieren, aber was du im Kopf hast, gehört immer dir.» Also studierte er wie seine beiden älteren Brüder Wirtschaft und leitete dann die Schweizer Niederlassung für Iveco-Lastwagen.
Bald hiess es, vielleicht könne «dieser Junge da» das Präsidium übernehmen. Nach zwei Meistertiteln unter Ottmar Hitzfeld und dessen Wechsel zu Borussia Dortmund hatte es Turbulenzen gegeben. Spadaro sagt: «Es war eine grosse Ehre, dass ich GC dienen durfte – das war wie bei Juventus Turin oder Bayern München.»
Bevor Spadaro «dienen durfte», hatte er mehrere Gespräche mit Leuten im Vorstand zu absolvieren. GC war nicht nur der Klub der Elite, des alten, diskreten Geldes, sondern auch der Klub für Leute, die zur Elite gehören wollten. Das alte GC war gönnerhaft, es hatte Geld und Macht, und es liess arbeiten. «Ich war keinen Tag in der Armee, ich arbeitete nie in einer Bank, ich war nie im Donnerstag-Club und kein FDP-Mitglied», sagt Spadaro.«Ich war riesig stolz, dass ich mit solchen Persönlichkeiten aus der Wirtschaft überhaupt sprechen durfte.» Zuletzt empfing ihn Werner H. Spross, der es als Gartenbauunternehmer zu Reichtum gebracht hatte und als GC-Hausbank immer wieder half, Spieler zu finanzieren. Man verstand sich sofort.
Spadaro bewährte sich, GC spielte in der Champions League. Die Stars hiessen Kubilay Türkyilmaz oder Nestor Subiat, und sie unterhielten die Stadt auch abseits des Rasens – wenn sie nach Mitternacht in der Playboy-Bar an der Badenerstrasse oder anderswo auftauchten. Als Türkyilmaz für viele Millionen verkauft werden sollte, erschien er einfach nicht zum Gespräch. Spadaro sagte später: «Ich rief ihn an und sagte: ‹Jetz chunsch du aber sofort da ane!›»
Das GC-Emblem in der Schublade
Romano Spadaro musste schliesslich gehen, weil er der Zukunft voraus war. 40 bis 50 Millionen Franken sollte das Budget betragen, um regelmässig auf der internationalen Bühne präsent zu sein. «Ich wurde für einen Phantasten gehalten», sagt Spadaro, «aber wenn man heute nach Basel oder nach Bern schaut, lag ich schon damals richtig.»
Im letzten Herbst traf Spadaro an der Zürcher Bahnhofstrasse zufällig auf Christian Gross. Gross ist der erfolgreichste GC-Trainer der letzten 25 Jahre – und als er Spadaro und die Anstecknadel an dessen Veston sah, sagte er zu ihm: «Präsi, schön, trägst du das GC-Emblem.» Gross spricht alle seine früheren Präsidenten mit «Präsi» an. Und Spadaro nahm die Nadel ab und schenkte sie ihm.
Gross ist 64 Jahre alt und schon lange nicht mehr bei den Grasshoppers, seit über 20 Jahren. Seit letztem Sommer arbeitet er in Ägypten. Aber auch er steht bis heute für das alte GC. Gross sagt: «Das elitäre Denken muss wieder zurückkehren. Jedes Jahr den Titel gewinnen zu wollen, soll wieder der Leitgedanke sein.Ob man sich das leisten kann? Natürlich! GC soll ein Verein sein, der über die Schweiz hinaus denkt.» Stattdessen stelle er fest, «dass es heute viele GCler gibt, die das Emblem nur noch in der Schublade aufbewahren». Das müsse sich wieder ändern.
Gross ist einer von vielen mit einer Vergangenheit bei den Grasshoppers. Es gibt eine Art GC-Urzelle aus dieser Zeit, die den Schweizer Fussball bis heute prägt, frühere Spieler oder Angestellte sind jetzt Trainer, Sportchefs oder Spielervermittler. Marcel Koller arbeitet als Coach in Basel, Murat Yakin offiziell noch in Sitten und Ciriaco Sforza seit kurzem in Wil, Ottmar Hitzfeld war Trainer der Schweizer Nationalmannschaft, Alain Sutter ist Sportchef in St. Gallen und Fredy Bickel in Wien. Sie alle waren einmal bei GC.
Der Drahtzieher all dieser Karrieren hat den Klub nie verlassen, auch wenn er heute offiziell nicht mehr für ihn arbeitet. Er hat einmal über sich selbst gesagt, er gehe über Leichen. Ihn gilt es zu verstehen, um den Gang der Grasshoppers zu verstehen.II. Wer hat die Macht?
+++ Die bemerkenswerte Biografie des Erich Vogel +++ Kein blauweisser Kranz auf dem Grab +++
Vor der Haustüre in Uitikon-Waldegg oberhalb Zürichs stehen ausgetretene Turnschuhe. Erich Vogel joggt wieder jeden Tag. Vor ein paar Monaten hatte er eine schwere Operation, Vogel wusste nicht, wie er sie überstehen würde. An diesem Morgen trägt er ein blaues Hemd und Manchesterhosen, die Haare sind zerzaust wie immer. Auf dem Wohnzimmertisch steht eine Flasche Randensaft. Vogel ist im Januar 80 Jahre alt geworden.
Wenn Christian Gross der erfolgreichste GC-Trainer der letzten 25 Jahre ist, dann ist Vogel der erfolgreichste Sportchef. In den neunziger Jahren gewann er mit den Grasshoppers fünfmal den Meistertitel, viermal den Cup, und der Klub spielte in der Champions League. Und doch stellt sich die Frage, ob er mitschuldig ist am Niedergang der Grasshoppers. Vogel ist nicht nur eine der bedeutendsten Figuren in dieser Geschichte, sondern auch die umstrittenste. «Ich bin der Christoph Blocher des Schweizer Fussballs», sagt er: einer mitten aus dem System mit der rebellischen Haltung des Aussenseiters.
1953 kam Vogel als 14-Jähriger zum Klub. Und doch heisst es bis heute, dieser Vogel gehöre nicht richtig zu GC. Vogel hat die falsche Biografie: Er ist Metzgerssohn aus dem Industriequartier in Zürich und nur deshalb aufgenommen worden, weil der Vater einem Kunden Fleisch lieferte, der im GC-Vorstand sass. Vogel ist inzwischen ziemlich wohlhabend geworden.
Er sagt, gemessen an seinem Vermögen sei er vermutlich der grösste Gönner der Grasshoppers. Er gewährte dem Klub Darlehen oder warf für besondere Projekte privates Geld auf. Manchmal bekam er dieses Geld zurück, manchmal nicht. Der Makel der Geburt aber ist geblieben. Zweimal ist er bei den Grasshoppers entlassen worden, sechsmal angestellt. Es ist, wie wenn jemand pausenlos durch eine Drehtüre spaziert: So kommt und geht Vogel bei GC.
Trägt er Schuld? Vogel sagt: «Verantwortung kannst du nur übernehmen, wenn du eine Machtposition in einem Klub hast.» Offiziell hat er seit Jahren keine mehr. Aber gerade hat er es wieder geschafft, einen Putsch gegen den früheren Präsidenten Stephan Anliker zu orchestrieren. Wie er das jeweils anstellt, weiss man nicht so genau. Aber es gelingt ihm immer wieder. Die eigentlichen Entscheidungsträger merken oft gar nicht, dass er hinter einer Idee steckt. Und Vogel lässt sie in diesem Glauben.
Vor wenigen Monaten war bekannt geworden, dass es einen Geheimplan gab, um unter anderem Uli Forte als Trainer bei GC zu installieren. Damals scheiterte das Vorhaben. Inzwischen ist Forte GC-Trainer.
Bei Vogel brennt noch Licht
Forte ist in Uitikon-Waldegg praktisch Vogels Nachbar. Es gibt viele wie Forte, die eine lange Beziehung mit ihm verbindet, an der Grenze zwischen Loyalität und Abhängigkeit. Auf der anderen Seite gibt es kaum einen anderen Menschen im Schweizer Fussball, über den so schlecht geredet wird.
Niemand aber sagt, Vogel habe keine Ahnung vom Geschäft. Er ist auch im hohen Alter erstaunlich modern geblieben. Wenn man nachts durch Uitikon-Waldegg geht, weiss man schnell, welches Vogels Wohnung ist. Es ist dort, wo um vier Uhr Licht brennt. Vogel sitzt dann vor dem Fernseher oder am Computer und sucht die Spieler, die GC besser machen könnten. Er tut es auch in diesen Tagen wieder.
Vogel ist Scharfmacher oder Sündenbock. Je nachdem, wen man fragt. Er sagt selbst: «GC leidet seit Jahrzehnten unter einem Vogel-Syndrom. Von wenigen geliebt, von vielen mit Misstrauen eingedeckt und von einer Minderheit gehasst.» Vogel hat den Grasshopper-Club nie zur Ruhe kommen lassen, weil er oft das Gefühl hat, es besser zu wissen als die, die wirklich entscheiden. Er verwickelte den Verein deswegen immer wieder in Machtkämpfe, die GC nicht guttaten. Manchmal führte er sie in seinem eigenen Namen, manchmal als Stellvertreter von Geldgebern, denen er nahesteht.
Bei den Grasshoppers war es in den letzten Jahren oft so: Wer das Geld hat, will nicht richtig befehlen. Und viele, die kaum Geld haben, wollen mitreden. An diesen Schnittstellen der Macht bewegt sich Erich Vogel. Er sagt: «Mir muss GC nie einen blau-weissen Kranz aufs Grab legen.» Es genügt, wenn er weiss, dass er ihn verdient hätte.III. Die Grounding-Jahre
+++ Gut und Gerber +++ Die Schweizer Elite fällt in sich zusammen +++ Der letzte Meistertitel +++
Im Sommer 1999, kurz vor der Jahrtausendwende, wurde Erich Vogel zum ersten Mal als Sportchef entlassen. Es war eine verrückte Zeit. GC wäre damals beinahe ein Klub der neuen Welt geworden. Romano Spadaro versuchte, den amerikanischen Milliardär Philip F. Anschutz für die Grasshoppers zu begeistern. Die Grasshoppers wären zu einem Modellfall geworden für die grossen Klubs, die heute, unterstützt von internationalen Investoren, die Champions League dominieren. Der Deal scheiterte.
Stattdessen wurde GC noch einmal ein Klub der alten Schweiz. Am 5. Juni 1999 fand im Zürcher Hotel Savoy, im Magnetfeld des Paradeplatzes, eine denkwürdige Pressekonferenz statt. Hinter den Mikrofonen sassen Rainer E. Gut, zuerst Präsident der Credit Suisse, später von Nestlé, und Fritz Gerber, Präsident von Roche und Ehrenpräsident der Zürich Versicherung.Sie meldeten ihren Anspruch auf GC an und setzten Peter Widmer, einen Wirtschaftsanwalt von Homburger, als Präsidenten ein. Widmer sollte seine Arbeit in den folgenden Jahren zum branchenüblichen Honoraransatz von achthundert Franken pro Stunde abrechnen.
Drei Tage nach der Pressekonferenz trat Romano Spadaro zurück. Alles, was ihm als Dank blieb, war ein Zinnbecher, auf dem seine Amtszeit falsch eingraviert war. Noch in der gleichen Woche musste Erich Vogel gehen, bald darauf wurde Spross ausbezahlt. An seiner Stelle bürgte jetzt im Grunde der halbe Swiss-Market-Index für den Grasshopper-Club.
Gut und Gerber bezahlten, wollten aber keinen Einfluss nehmen. Vor den Kulissen ihrer Leben erschien eine Niederlage in Delémont nicht allzu wichtig. Rainer E. Gut sagte: «Ich stehe mit beiden Füssen auf dem Boden und springe keinem Regenbogen nach.»Und dennoch gaben Gut und Gerber in knapp vier Jahren zwischen achtzig und hundert Millionen Franken aus – die Schätzungen schwanken stark. Die Trainer wechselten häufig, der Erfolg kam mit neuen Spielern und neuem Geld. In den Jahren 2001 und 2003 wurde GC nochmals Schweizer Fussballmeister, zum vorerst letzten Mal.
Requiem auf das vergangene Jahrhundert
In der Zeit, als Gut und Gerber den Klub am Leben hielten, begann der langsame Tod des Schweizer Sonderfalls. Mit der Swissair ging auch die heilige Dreifaltigkeit aus Wirtschaft, Politik und Militär zu Boden. Das Milizprinzip hiess nun Filz und musste weg. In der Politik löste Christoph Blocher den Freisinn als stärkste Kraft ab, die Schweizer Firmen vergrösserten nach dem Ende des Kalten Krieges ihren Aktionsradius ins Ausland, das Militär verlor in immer neuen Abstimmungen seine gesellschaftliche Stellung.
Als Gut und Gerber im Sommer 2003 mit dem Meisterpokal im Hardturm standen, lief das Requiem auf das vergangene Jahrhundert.
Björn Johansson ist der bekannteste Headhunter der Schweiz. Er sagt: «Der Geist von damals ist nicht mehr vorhanden – und wird auch nicht wiederkommen. Das wirkt sich auf GC aus.» Mehr als die Hälfte der wichtigsten Firmen im Land würden von Ausländern geführt. Tidjane Thiam, der Chef der Credit Suisse, interessiert sich für Arsenal London, nicht für den Grasshopper-Club Zürich.
Björn Johansson kommt aus Norwegen und aus einer anderen Zeit: Nachdem er in den siebziger Jahren in St. Gallen studiert und beruflich Anschluss gesucht hatte, schweizerte er sich ein. Er wurde Fan von GC und trat dem Donnerstag-Club bei. Um die Jahrtausendwende wurde er von Rainer E. Gut gefragt, ob er nicht eine jüngere Gönnervereinigung gründen könne.Es musste irgendwie weitergehen. Johansson rief den Griffith-Club ins Leben, dem er bis heute als Ehrenpräsident verbunden ist. «Viele Serviceklubs haben Mühe, neue Mitglieder zu finden. Der Druck in der Arbeitswelt ist heute grösser. Die Frauen arbeiten jetzt auch, und die Männer müssen sich am Abend um die Kinder kümmern.» Der Geist im Griffith-Club sei sehr gut, versichert Björn Johansson.
Nur mit der Zuneigung zu GC hapert es. An die Spiele geht er schon lange nicht mehr, «die sind ja eine Zumutung», auch am Fernsehen schaut er nicht mehr zu. In der Führung fehlt ihm «echte Leadership» und ganz generell fehlt ihm «echtes Geld». Am Ende seien die Pläne des Klubs immer ein Flickwerk geblieben.
Björn Johansson klingt am Telefon wie ein gut gelaunter Apokalyptiker. Er sagt: «Wir gehören ins Guinnessbuch der Rekorde für die vielen Wechsel, die wir zuletzt hatten. Es ist mühsam, es ist traurig, aber das ist the real world.»IV. Niemand sah es kommen
+++ Der Mann mit dem Rucksack +++ Neuanfang als Zauberwort +++ Der Hardturm wird abgerissen +++
Der Mann, der auf die Ära Gut und Gerber folgte, trägt einen Rucksack, als er an diesem Nachmittag im April ein Café in Zürich betritt. Thomas Gulich sieht mit seiner Läuferfigur immer noch so aus wie früher, sehr gross und sehr schlank. Gulich ist der Präsident, der vor 16 Jahren die letzte Meistermannschaft der Grasshoppers übernehmen durfte. Als er sich damals bei den Medien vorstellte, trug er ebenfalls einen Rucksack, der aussah wie ein Werbegeschenk. Da rümpfte der Donnerstag-Club schon zum ersten Mal die Nase. Ein Rucksack? Keine Aktentasche? Als er siebzehn Monate später abgesetzt wurde, fühlten sich viele bestätigt: Der Gulich kann es halt nicht.
Dabei war es viel mehr als ein persönliches Versagen. Es war eine Zeitenwende, und niemand hatte sie kommen sehen. Gulich stammt aus dem richtigen Milieu, er ist FDP-Mitglied, er war Offizier und Banker – aber er kam zu spät. Bevor er Präsident wurde, schaute er von aussen so fasziniert auf GC wie auf eine grosse, mächtige Maschine. Im Inneren funktionierte sie schon nicht mehr. Gulich sagt: «Ich war mir nicht bewusst, wie schwierig es werden würde.» Es war nicht bloss für Gulich schwierig, sondern für alle, die nach ihm kamen.
Thomas Gulich hat seine Präsidentschaft ziemlich teuer bezahlt. Er sagt: «Ich opferte meine Freizeit und setzte in gewisser Weise auch meine Familie aufs Spiel. Ich habe fast nur Prügel bekommen. Das war belastend.» Nach der Zeit bei GC war Gulichs Karriere bei der Credit Suisse ruiniert. Heute arbeitet er als Finanzchef in der Firma von Heinz Spross, einem Mann aus dem GC-Netzwerk.
Mit Gulichs Ende begann die Zeit der Neuanfänge. Die Geldgeber wechselten immer wieder, und jede neue Führung formulierte einen Dreijahresplan zurück zum Erfolg, und als die drei Jahre vorbei waren, war nichts besser als vorher. Heute erinnert man sich kaum noch an ihre Namen: Walter A. Brunner, Urs Linsi, Roland Leutwiler.
GC gehörte dem alten Establishment an, und das sollte so bleiben. Ein Verkauf kam nicht in Frage, schon gar nicht an Ausländer. Als sich der junge Denner-Erbe Philippe Gaydoul für den Klub interessierte, fühlte sich die damalige Führung von dessen Art so vor den Kopf gestossen, dass sie die Gespräche abbrach. Im Zusammenhang mit Gaydoul fiel das Wort Schnösel. Und dass man so jemandem GC nicht gebe.Die Hoffnungen ruhten in all den Jahren auf einem neuen Stadion, das GC an die Zukunft hätte heranführen sollen. Umgesetzt wurde bis heute nur der Abbruch des alten Hardturms. Als im Dezember 2007 die Bagger auffuhren, war man sich der symbolischen Kraft vielleicht zu wenig bewusst.
Es verschwand nicht nur eine eigenartige Konstruktion aus Wellblech und Beton, sondern der Ort der Selbstvergewisserung. Geplant ist jetzt ein gemeinsames Stadion mit dem FC Zürich, am alten Standort des Hardturms. Es ist ein politischer Kompromiss, erkämpft in mehreren Abstimmungen.
Wie wichtig ein eigenes Stadion wäre, merkt man in jedem Gespräch mit GClern. Irgendwann läuft es immer auf den Hardturm hinaus. Andres Iten, der Zentralpräsident, sagt: «Den Hardturm aus der Hand zu geben, war der grösste Fehler. Alles sähe anders aus, wenn wir diese Heimat hätten.»
Christian Gross sagt: «Es ist sinnbildlich: Man hat auf dem Hardturm den Nährboden der GC-Kultur zubetoniert. Früher lag da ein wunderbarer Rasen, ich habe selbst noch barfuss darauf trainiert.»
Es wirkt, nach all den Gesprächen, als sei damals mit den Mauern auch der Fixpunkt des Grasshopper-Clubs eingerissen worden. Zumal die Führungen des Klubs nicht Halt boten, sondern höchstens Unterhaltung.
Jedes Jahr ein neuer Plan
GC war jetzt ein Turnaround-Projekt, das entsprechende Manager anzog. Im März des Jahres 2012 übernahm André Dosé, der heute sagt: «Es war ein Riesenchaos, nichts funktionierte, keine Hierarchie, keine Struktur. Genau das reizte mich. Ich ging am ersten Tag in die Kabine und sagte den Spielern: Nächstes Jahr holen wir einen Titel!» GC war damals im letzten Tabellenrang klassiert.
André Dosé war ein Trümmermann der Schweizer Wirtschaft. Er war ursprünglich Pilot, aber nach dem Swissair-Grounding machte man ihn zum Chef der neuen Swiss. Er stieg aus den Ruinen und machte weiter. Heute ist Dosé auf Firmen spezialisiert, die sich in Krisen befinden. Das Geschäft scheint gut zu laufen, er ist viel unterwegs.
Der Grasshopper Club war eines seiner Restrukturierungsobjekte. Er zog sofort an allen Hebeln, entliess den Trainer Ciriaco Sforza, installierte einen neuen Sportchef und den neuen Trainer Uli Forte, transferierte den späteren Nationalspieler Roman Bürki und andere zu GC – es wurde eine gute Mannschaft. Dosé sagt: «Im Fussball brauchen Sie schnelle, drastische Änderungen, denn es gibt jeden Montag eine neue Tabelle, eine neue Wahrheit.» Im Sommer 2013 feierte GC unter André Dosé den Cupsieg, den letzten Titel der Geschichte.
Gleichzeitig hält sich bis heute die Erzählung, Dosé sei ein Gambler gewesen. Er sei im Amt zum Fan geworden, habe zu viel Geld ausgegeben und darauf spekuliert, durch den Einzug in die Champions League den ewigen GC-Kreislauf aus ein bisschen Geld und ein bisschen zu wenig Geld zu durchbrechen. André Dosé sagt: «Das ist übles Nachtreten. Meine Budgets wurden vom Verwaltungsrat immer abgesegnet – und ich hielt sie ein.»
Nach eineinhalb Jahren suchte sich Dosé neue Aufgaben. Nachhaltig war sein Erfolg nicht, nachhaltig sollte nur die hohe Kadenz an neuem Personal und neuen Konzepten bleiben.
Dosé erzählt, der damalige Verwaltungsrat Stephan Anliker – bis heute sein grösster Kritiker – habe ihm in einer Sitzung vorgeworfen, er wolle immer unbedingt Erster werden, Sechster sei doch auch in Ordnung. Im Nachhinein liest sich die Anekdote wie eine schlechte Pointe.V. Chaos und Totentanz
+++ Die Gesichter des Niedergangs: Anliker und Stipic +++ «Ich habe nichts präsentiert» +++ Wie geht es weiter? +++
Als sich Stephan Anliker im Februar 2014 als Nachfolger von Dosé vorstellte, kannten ihn die wenigsten. Noch heute sagen Leute im Klub, der Anliker sei aus Langnau. Dabei ist er aus Langenthal im Oberaargau, aber auch das passte nie wirklich zu GC. Weshalb er beim Klub in Zürich eingestiegen war, vermochte er nie schlüssig zu erklären. Jedenfalls eröffnete er mit seiner Architekturfirma ein flott wachsendes Büro an der Hohlstrasse. Bis vor kurzem wickelte er seine Finanzierung für GC über seine Firma ab.
Wenn Anliker in seinen über fünf Jahren als Präsident wieder einmal einen Trainer oder einen Sportchef entliess, sagte er Wörter auf wie «Fundament», «langfristig» oder «nachhaltig». Es war der Sound des Niedergangs. Als Anliker in diesem Frühling den Rücktritt gab, sass er vor einer riesigen Fotografie der Zürcher Altstadt mit Fraumünster, Zunfthaus zur Meise, Paradeplatz. Die grandiose Kulisse kontrastierte mit Anlikers Scheitern. Was ihm GC eigentlich bedeute, wurde er gefragt. Es war eine letzte Demütigung. «Zeit, Geld, Herzblut», das alles hatte er jahrelang hergegeben. Es blieb nichts davon übrig.
Kurz vor dem Rücktritt hatte Anliker im März noch die Kraft gehabt, einen neuen Trainer anzustellen, Tomislav Stipic, einen unbekannten Mann aus Deutschland. Stipic wollte «Tomi» genannt werden und sagte über sein Anstellungsgespräch: «Ich habe gar nichts präsentiert. Ich bin einfach durch die Türe durch und wurde willkommen geheissen.» Stipic war zu dem Zeitpunkt 39 Jahre alt und als Trainer schon zweimal in unteren Ligen abgestiegen. Er suspendierte drei seiner wichtigsten Spieler, wurde nach fünf Spielen ohne Sieg wieder entlassen und sagte, er sei doch gerade dabei gewesen, ein Siegerteam zu bilden. Totentanz in Niederhasli.
Zurück in die Champions League
Nun steigt GC also ab, ohne grosses Drama am Ende, es hat sich längst abgezeichnet. Ist eine Auferstehung möglich?
Stephan Rietiker ist Arzt, war Oberst im Generalstab, Firmensanierer und ist seit Ende März der neue GC-Präsident. Er fährt einen goldgelben Porsche Panamera und will auf bezahlter Mandatsbasis eine neue Ordnung schaffen. Der Klub scheint ausgehöhlt, um Rietiker herum arbeiten vor allem externe Berater: Ein Kommunikationsspezialist hat ihn überhaupt erst portiert, und sein bisher grösster Coup war die Verpflichtung der beiden Basler Berater Bernhard Heusler und Georg Heitz, des früheren Erfolgsduos des FC Basel.GC funktioniert derzeit im McKinsey-Modus. Das ist die Ironie der Geschichte: In der Krise ist der Klub doch noch ein Unternehmen seiner Zeit geworden. Stephan Rietikers Spezialgebiet ist Diagnostik: Die Challenge League ist für ihn eine Herausforderung, die es mit den richtigen Massnahmen zu meistern gilt.
Was es dafür braucht, zahlt Peter Stüber, ein Mäzen alter Schule. Er ist Mercedes-Generalimporteur, ein Mann mit viel Geld, der sich am liebsten im Hintergrund hält und in der Tonhalle klassische Musik hört. Er wird bald 80 Jahre alt.
Der Zyklus des erfolgreichen Grasshopper- Clubs Zürich ist beendet. Wer ihn in die Zukunft tragen soll, ist unklar. Aber die Ziele verändern sich nicht. Präsident Stephan Rietiker hat neulich gesagt, er wolle zurück in die Champions League.
Dabei sein reicht nicht.Der Niedergang in Zahlen
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So viele Trainer beschäftigte GC seit dem Cup-Sieg in den vergangenen sechs Jahren. Sie hiessen: Uli Forte, Michael Skibbe, Pierluigi Tami, Mathias Walther, Carlos Bernegger, Murat Yakin, Thorsten Fink, Tomislav Stipic. Der neunte heisst seit fünf Wochen wie der erste: Uli Forte.
57
Die Verpflichtung von Yoric Ravet im Februar war der 57. Wechsel im GC-Kader seit Juni 2018. GC ist ein Umschlagplatz
für Spieler aus allen Himmelsrichtungen. Das Team konnte nie wachsen. Den letzten Sieg erreichte GC im November.5965
Das ist der offizielle Zuschauerdurchschnitt in dieser Saison. Die Heimspiele im Letzigrund sind seit vielen Jahren
ein Verlustgeschäft. -
Zwei Herzen schlagen in meiner Brust: Hier San Jose mit Timo Meier, die noch nie den Cup gewonnen haben, dort St. Louis, ein Team der ersten Expansion 1967 und das einzige der fünf die es noch gibt das den Cup noch nie gewonnen hat. Habe die Stadt an der Route 66 drei Mal besucht auf meinen drei Reisen auf der Mother Road von Chicago nach LA. Befürchte aber Baaaaston holt den Cup.
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Was mir gefällt: Von Platz 3 bis 10 sind die Teams ja schon sehr nahe zusammen. Nun gibt Burgener in Basel bekannt er möchte nächste Saison 20 Millionen sparen. Die Kohle aus CL/EL fliesst für Teams wie YB oder FCB zum Glück für unsere Liga in Zukunft nicht mehr so üppig was die Chance wieder erhöht das wir in den nächsten 5-10 Jahren ev. mal wieder einen anderen Meister haben als immer nur Basel und YB!
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Befreiungsschlag! Hätte ich echt nicht gedacht!
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Kaum hat Grönborg beim ZSC unterschrieben verliert er mit seinen Schweden! Grönborg raus!

Lustige Ergebnisse zum Start der Vorrunde....aber von den Schweizern erwarte ich gegen die Italos einen klaren Sieg!
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Sieben Super-League-Klubs haben viel Hoffnung – und noch mehr Ängste
Vier Runden vor Schluss sind in der Super League sieben Teams innerhalb von fünf Punkten klassiert. Sie kämpfen um den Europacup – und gleichzeitig gegen den Barrage-Platz. Was läuft in diesen Tagen zwischen Lugano und Neuenburg?
NZZ-Fussballredaktion
FC Lugano, Rang 3, 41 Punkte
cov. · Als er über das Meisterschafts-Finish reden soll, lobt der Lugano-Präsident Angelo Renzetti als Erstes seine hellseherischen Fähigkeiten. «Was hatte ich unlängst gesagt?», fragt er rhetorisch. Er will es schon immer gewusst haben: Sein Team hat mit derzeit Rang 3 ausgezeichnete Perspektiven auf den Europacup.
Vor zwei Jahren hatte der Patron diesbezüglich ein Erweckungserlebnis. Mit dem Konterfussball des Trainers Paolo Tramezzani wurden die Luganesi Dritte und zogen direkt in die Europa-League-Gruppenphase ein. Deshalb hatte sich Renzetti einen ähnlichen Stil und Flow auch für diese Saison gewünscht. Dem Coach Fabio Celestini gelingt es nun, diese präsidiale Phantasie umzusetzen und womöglich das Husarenstück Tramezzanis zu wiederholen. Bei einem Cup-Sieg Basels gegen den Aussenseiter Thun hätten die Tessiner mit Rang 3 erneut die Europa League auf sicher.
Aber auch Renzetti weiss, dass er sich nach den verbleibenden vier Runden genau so gut auch auf dem Barrage-Platz wiederfinden könnte. Kritiker schulden diesen Umstand dem tiefen Niveau der Liga. Diesen entgegnet Renzetti, dass Lugano in der letzten europäischen Kampagne drei Landesmeister geschlagen habe. Genau auf diesen internationalen Vergleich käme es an. Die Super League sei «stressig», frei von Taktieren, mit hohem Laufpensum und voller Zweikämpfe. Dem Instinktmenschen Renzetti gefällt diese Zehnerliga mit akutem Abstiegsrisiko – derzeit umso mehr, da sein Team eine Gütephase durchlebt. Es steht punkto Gegentoren nur YB und Basel nach und ist seit zehn Runden ungeschlagen – eine solche Konstanz hatten die Tessiner seit dem Wiederaufstieg im Sommer 2015 nie.
FC Thun, Rang 4, 40 Punkte
bsn. · Es ist eine getrübte Vorfreude – wie wenn jemand vor Ferien steht, aber noch 1000 Pendenzen abzutragen hat. Am 19. Mai steht Thun im Cup-Final, erstmals seit 1955, ein einmaliges Ereignis, das plötzlich kaum Platz einnehmen darf. Der Klub ist gefordert, organisatorische Fragen zuhauf – aber die erste Mannschaft soll davon nichts spüren. Anderes zählt, «wir wollen im Hier und Jetzt leben», sagt der Trainer Marc Schneider vor der Partie gegen Lugano. Was er sagen will: wie wertlos es ist, dass Thun die Tessiner heuer schon zweimal besiegt hat. Aber was es halt auch heisst: dass der Cup-Final noch nicht zum Jetzt gehört.
Einen Sieg brauchten sie noch, finden etliche Thuner, ein Sieg würde die Lage entschärfen und etwas Unbeschwertheit zurückgeben – aber so ähnlich reden sie schon länger. Seit elf Spielen sind sie ohne Sieg, oft fehlte wenig, aber man kann argumentieren, wie man will: Es will etwas heissen, dass Dennis Hediger seit zwölf Spielen fehlt, der Captain, der am Kreuzband verletzt ist. Es ist offensichtlich, dass sogar dieses Team, das so sehr vom Kollektiv lebt und schon so manchen Spielerverkauf verkraftet hat, gewisse Typen kaum zu ersetzen weiss.
Lange galten die Thuner als Überraschungsteam der Saison. Deshalb trifft sie der Abstiegskampf, der ihnen jährlich prophezeit wird, diesmal eher unvermittelt. Aber mit ihrer Prägung sollten sie fähig sein, eine gewisse Routine abzurufen, einen Modus, der sie wachsam hält und doch gegen Panik feit. Die Planerei für die nächste Saison wird etwas gebremst, aber im Grundsatz ist es wie 2018: Ein Challenge-League-Szenario entwirft Thun nicht, die Energie soll möglichst bald anders investiert werden, am liebsten für die, na ja: Ferienplanung.
FC Luzern, Rang 5, 40 Punkte
abb. · Krass sei es, sagt der Luzerner Sportchef Remo Meyer, krass, das Wort benutzt er mehrmals. Meyer müsste eigentlich die kommende Saison planen, aber was ist in der kommenden Saison? Europa League? Challenge League? «Wir haben riesenviel Druck und kaum Planungssicherheit», sagt Meyer.
Er hätte diesen Druck gerne vermieden. Aber dafür spielen die Luzerner zu wenig konstant, auf ein gutes Spiel folgt bald wieder ein schlechtes, wie vergangenes Wochenende in Lugano. «Wir planen Stand jetzt für die Super League», sagt Meyer, «wir sind optimistisch.» Aber Meyer sagt auch, dass er alle Optionen durchspiele. Die Luzerner haben das vielleicht schwerste Restprogramm: am Wochenende GC, dann Basel, Zürich, YB. «Wir haben zwei Heimspiele, da müssen wir punkten», sagt Meyer. Die Luzerner haben sich damals nicht für die Wiedereinführung der Barrage ausgesprochen. Meyer sagt, heute würde der ein oder andere Klub, der damals Ja gestimmt hat, vielleicht ein bisschen anders denken. Jetzt, mit dem Riesendruck.
Ein bisschen geplant hat Meyer aber schon für die kommende Saison: Diese Woche verlängerte der Klub mit dem besten Torschützen und Fan-Liebling Pascal Schürpf. Aber die drängendste Frage hat Meyer noch nicht geklärt: wer kommende Saison den Klub trainieren wird. Thomas Häberli kam im Winter als Nothelfer, sein Vertrag läuft im Sommer aus. Meyer sagt, sie seien im Austausch miteinander, man schätze sich. «Die Idee ist, dass wir zusammen weitermachen», sagt Meyer. Aber so richtig darüber sprechen will Meyer mit Häberli erst, wenn die Luzerner Gewissheit haben, was nächste Saison kommt, Challenge League oder Europa League.
FC St. Gallen, Rang 6, 39 Punkte
ac. · Es war ein unruhiges Frühjahr rund um den FC St. Gallen. Der Stürmer Nassim Ben Khalifa zerrte seinen Klub vor Gericht. Der Star Tranquillo Barnetta kündigte den Rücktritt an und äusserte sich in der Lokalpresse dahingehend, dass er über Entscheide der Teamleitung irritiert war. In der Rückrunde gerieten die St. Galler in eine Baisse, wie so oft in ihrer Historie. Und dann ist da dieser Makel, hartnäckig wie ein Virus: Fast immer, wenn sich ihnen gegen einen angeschlagenen Gegner die Chance auf einen «Big Point» bietet, versagen sie. So geschehen auch vor drei Wochen gegen Luzern, als ihre Arena zum 140-Jahr-Jubiläum des Klubs wieder einmal ausverkauft war. «Aufbauhilfe Ost» nennen sie dieses Phänomen in der Ostschweiz – voller Selbstmitleid. Der Ausdruck ist angelehnt an das Wirtschaftsprogramm in Deutschland, mit dem der Westen die neuen Bundesländer unterstützte.
Der Trainer Peter Zeidler spürte erstmals Gegenwind. Kommentatoren hielten ihm vor, sein System sei arm an Variation, TV-Experten sprachen von «Luftibus-Fussball». Die St. Galler griffen die Gegner tief in deren Platzhälfte an, erreichten viel Ballbesitz, aber sie wurden eben auch oft ausgekontert, da der Defensive die Stabilität fehlte. Als ein Journalist Zeidler auf die schwache Zweikampfquote des Teams hinwies, hinterfragte dieser die Messmethode, dabei steht diese Statistik für den Paradigmenwechsel im Spiel der St. Galler: Maloche wird durch künstlerische Elemente verdrängt. Ihre Partien sind unterhaltsamer geworden. Doch je näher die Barrage und je negativer die Heimbilanz, desto mehr wünschten sich Fans den Pragmatismus zurück, den Zeidlers Vorgänger Giorgio Contini kultiviert hatte.
FC Sion, Rang 7, 37 Punkte
sbr. · Vor den entscheidenden Spielen der Saison sind im FC Sion die Dämme gebrochen. Nach einer langen Phase der Ruhe hat der Präsident Christian Constantin am Dienstag den Trainer Murat Yakin beurlaubt. Nun fährt er via Medien eine Kampagne gegen ihn, will ihn zermürben. Constantin sagt, er würde Yakin ab Sommer wieder als Trainer einstellen, wenn er Französisch lerne und die Arbeitsmoral ändere. Ist natürlich Blödsinn, eine grosse Show, der Zynismus eines Allmächtigen. In Wahrheit will Constantin, dass Yakin den gut dotierten Zweijahresvertrag von sich aus kündigt.
Constantin ist das maximale Risiko eingegangen, er hat Chaos angerichtet: Der U-21-Trainer Sébastien Bichard und der ewige Klub-Assistent Christian Zermatten haben das Team übernommen – streng bewacht von Constantin. Diese Art der Notrettung hat System. Viele Male in den vergangenen dreissig Jahren hatte Constantin sein Team mit Aufruhr und Provokation erweckt, vor Cup-Finals oder Barrage-Spielen. Doch beim letzten Mal ist er grossartig gescheitert: Vor dem Cup-Final 2017 entliess er den Trainer Peter Zeidler. Der Effekt blieb aus, der FC Sion war paralysiert und erlitt eine historische Niederlage.
Im Walliser Wahnsinn dieser Tage geht unter, dass der Klub den Rekurs am Sportgerichtshof in Lausanne zurückgezogen hat. Es betrifft eine Europacup-Sperre der Uefa wegen unlauteren Methoden beim Transfer des Spielers Ishmael Yartey 2014. Constantin war bereit, die Klage im äussersten Fall bis ans Bundesgericht zu ziehen. Nun beraubt er sich der Chance, in der nächsten Saison europäisch zu spielen – aus Trotz und Defaitismus. Es ist weit gekommen, wenn Constantin nicht mehr kämpfen mag.
FC Zürich, Rang 8, 37 Punkte
fcl. · Als Ludovic Magnin noch als unbeschwerter FCZ-Juniorentrainer sprechen konnte, sass er in einem Café in Schwamendingen und redete über den Abstiegskampf des FC Zürich. Magnin sagte: «Unsere direkten Gegner wussten von Anfang an, dass sie gegen den Abstieg kämpfen würden. Wir nicht. Deshalb macht es mir so grosse Sorgen. Der FCZ muss gewissermassen gegen seine eigene Art spielen, er muss Dreck fressen.» Es war Dezember 2015, ein paar Monate später stieg der FCZ ab.
Drei Jahre später könnte Magnin fast das Gleiche erzählen wie damals. Wieder weiss der FCZ nicht recht, wie in aller Welt er in diese Situation geraten ist, und wieder muss er so Fussball spielen, wie er es eigentlich nicht mag. Magnin, seit etwas mehr als einem Jahr Cheftrainer, sagt, er erwarte keinen Hurra-Fussball, «ich möchte eine Mannschaft, die bereit ist, zu kämpfen und über ihre Grenzen zu gehen». Sie müssten nun alle zusammen «den Verein retten», sagt Magnin.
Am Samstag spielt der FCZ in Neuenburg. Das verspricht wenig Gutes, nicht nur, weil Xamax die Mannschaft der Stunde ist. Sobald die Zürcher in dieser Saison die Stadtgrenzen verlassen, spüren sie ein eigenartiges Schwächegefühl. In der Heimtabelle liegen sie im dritten Rang, in der Auswärtsrangliste aber auf dem zweitletzten – mit 33 Gegentoren. So viele hat nicht einmal GC hinnehmen müssen. «Das zeigt, dass wir nicht gern reisen», sagt Magnin. Sollte die Reisekrankheit dazu führen, dass der FCZ am Ende zu wenige Punkte hat, will Magnin vorsichtshalber schon damit beginnen, die möglichen Barragegegner Aarau und Lausanne zu beobachten. Man soll ihm nicht vorwerfen können, sich nicht gut vorbereitet zu haben.
Xamax, Rang 9, 36 Punkte
cov. · Es gibt ein Faktum, das allen Kontrahenten um den Liga-Erhalt Sorgen machen und zugleich ein Mahnmal für die Mittelfeldklubs in den nächsten Saisons sein muss: Xamax, das Team, das die halbe Meisterschaft lang als Kandidat Nummer 1 für den direkten Abstieg galt, geht nun aus der Position der Stärke in die entscheidenden letzten vier Runden. Ein neuer Trainer, zwei Leihgaben aus Basel und zwei genesene Spieler – und schon ist Xamax das Schreckgespenst für alle.
Zum Rückrundenstart hatten die Neuenburger bloss ein Ziel: die Barrage. Nun könnten sie sogar ohne Umwege in der Liga bleiben. «Wenn wir das schaffen, dann bin ich der glücklichste Präsident», sagt das Kluboberhaupt Christian Binggeli. Er hatte nach der ersten Partie der Rückrunde den Trainer Michel Decastel entlassen und dessen Assistenten Stéphane Henchoz befördert. Die Rochade war Glücksgriff und Fettnäpfchen zugleich. Henchoz stellt nach YB und Basel das drittbeste Team der Rückrunde. Trotzdem wird ihn Binggeli nicht weiterbeschäftigen. «Auf persönlicher Ebene bedaure ich das jetzt», gibt Binggeli zu, «für unser Projekt bin ich jedoch froh.»
Decastel und Henchoz sollen ihm im Herbst mitgeteilt haben, dass sie nach einem allfälligen Abstieg nicht in Neuenburg bleiben würden. Deshalb handelte der Präsident und fädelte den Deal mit Joël Magnin ein. Ob es voreilig oder konsequent war, darüber lässt sich streiten. Binggeli sucht die positive Seite: «Mit diesem hervorragenden Leistungsausweis wird Henchoz bestimmt Arbeit finden. Und vielleicht wird er mir sogar einmal dafür danken.» Dankbar ist derzeit in erster Linie Binggeli selbst. Der Aufstiegs-Coach Decastel und Henchoz verdienen laut ihm eine Statue.
