Beiträge von Larry

    Ich nehme an, du hoffst vor allem auch auf Wick? Da würde ich, in den Worten von Colin, keine 250.- drauf wetten..

    Nilsson sollte man nicht mehr erwähnen. Wick hat gerade mal 10 (!) Spiele gemacht, Cervenka 12! Die haben die ganze Saison verpasst, die kann man vergessen. Und ob Blindenbacher nochmals rechtzeitig zurück und in Form kommt?

    Nun ja YB sehe ich noch länger Top, Basel wird wohl wieder in die Spur kommen, bleibt Platz 3. Mit Abstand, ich denke nicht das man wirklich nahe an die beiden ran kommt, es sei denn einer versagt.

    PS: Wenn Magnin so weiter macht geht er bald in die BuLi.....auch wenn er im Tagi etwas anderes sagt.

    Anliker hat in der ganzen Zeit nichts auf die Reihe gebracht, ich denke er ist der falsche Mann für GC. Stüber hätte genug Kohle ist aber zu alt wie er selber sagt. Es bräuchte einen wie Frey der einerseits Geld hat und andererseits sich nicht ins Geschäft einmischt sondern kompetente Leute verpflichtet die den Laden erfolgreich schmeissen. Bei GC braucht es m.E. ein House cleaning, die Leute dort sind unfähig. Aber es ist keiner da der übernehmen will also wird Anliker weiter wursteln wie bisher, das könnte allerdings ins Verderben führen.

    MedicalReport

    Unser Verteidiger Severin Blindenbacher wird mit einer Adduktoren- und Knieverletzung mehrere Wochen ausfallen. Zugezogen gestern im Heimspiel gegen Lausanne.

    Gute Besserung, Blindi!

    Wie weiter ? Die Grasshoppers verlieren den Investor Heinz Spross und sind stark überschuldet

    GC braucht sofort neues Geld. Der Präsident Stephan Anliker und der Automobilhändler Peter Stüber werden nach dem Ausscheiden von Heinz Spross dafür aufkommen müssen. Wie kann es sein, dass GC schon wieder so nahe am Konkurs steht?

    Flurin Clalüna (NZZ)

    Nur gerade ein Jahr hat das Trio durchgehalten, das die Grasshoppers in eine bessere Zukunft führen wollte. Nun ist die gemeinsame Zeit von Präsident Stephan Anliker, von Gartenbauunternehmer Heinz Spross und von Automobilhändler Peter Stüber als Besitzer des Klubs bereits vorbei. Dies, obwohl Anliker unlängst gesagt hatte: «Ohne uns drei würde es GC über kurz oder lang nicht mehr geben.» Nun müssen Anliker und Stüber zu zweit auskommen, weil Spross ausscheidet.

    Je 45 Prozent
    Gescheitert sind sie an einem hausgemachten Knatsch. GC gehörte ihnen zu je einem Drittel, doch die drei Geschäftsleute zerstritten sich bereits nach wenigen Monaten, weil sie sich uneinig waren über den sportlichen und wirtschaftlichen Kurs. Die frühere Männerfreundschaft zwischen Anliker und Spross ist daran zerbrochen. Ende Jahr gab es einen vergeblichen Versuch der drei, sich noch einmal zusammenzuraufen. Er ist Geschichte.

    Heinz Spross, seit 1962 in verschiedenen Rollen bei GC, trägt die Politik des Klubs nicht mehr mit und hat sich entschlossen, seine Aktien den beiden Mitbesitzern abzutreten. Die Verträge für den Ausstieg liegen unterschriftsbereit vor, bald soll informiert werden. Neu gehört GC Anliker und Stüber zu je 45 Prozent. Die restlichen 10 Prozent liegen bei einzelnen Gönnern. Die nun gefundene Lösung klingt einleuchtend, weil der Bruch in der Führung nicht mehr zu kitten war. Und doch ist alles kompliziert, weil es um die Finanzen von GC viel schlechter steht als bisher angenommen. Wer Spross' Aktienpaket übernimmt, übernimmt vor allem Schulden und die Verpflichtung, diese abzubauen.

    Als die drei Männer den Klub vor einem Jahr übernahmen, verpflichteten sie sich, ihn zu sanieren und in den nächsten drei Jahren insgesamt neun Millionen Franken einzuschiessen. Es waren die Millionen, die für die Übergangszeit bis zum Bezug des neuen Stadions zur Verfügung stehen sollten. Doch dieses Geld ist bereits verbraucht. Ausserdem haben die Grasshoppers wieder ein massives Liquiditätsproblem. Es geht darum, sicherzustellen, dass nur schon die Löhne bezahlt werden können. GC ist erneut überschuldet. Es braucht wieder einen Kapitalschnitt und eine Kapitalerhöhung. Sechs bis acht Millionen Franken, also je drei bis vier Millionen Franken, müssen Stüber und Anliker für die neuerliche Sanierung aufwerfen. Sonst droht die Deponierung der Bilanz.

    Peter Stüber ist im Automobilhandel reich geworden. Er ist der grösste Mercedes-Händler der Schweiz, die Bilanz schätzte sein Vermögen im November auf 800 bis 900 Millionen Franken. Er kann sich das Engagement bei GC spielend leisten. Ausserdem würde er sich nicht verzeihen, wenn sein Name im gleichen Atemzug mit einem allfälligen Konkurs genannt werden würde. Hingegen wissen Leute, die Anliker nahestehen, nicht genau, wie dieser das Geld aufbringen kann. Er lässt die Zuschüsse an GC meistens über seine Firma laufen, eine Architektur-Unternehmung. Dass er jetzt noch mehr investieren muss als gedacht, muss ihn nicht nur schmerzen, sondern auch überraschen. Es ist nicht lange her, da hatte Anliker ganz anders geredet.

    Erst im letzten Sommer hatte Anliker gesagt: «Ich war zu diesem Zeitpunkt der Saison noch nie so relaxed wie jetzt, was die Finanzen betrifft. Die Saison ist gesichert.» Anliker ist seit bald fünf Jahren GC-Präsident, und sportlich ist seine Ära mit den Rängen 8, 4, 8 und 9 nicht einmal mittelmässig. In dieser Saison steht GC bisher auf Platz 9. Umso mehr hatte Anliker sich für seinen Leistungsausweis auf anderes berufen. Er sagte vor wenigen Monaten, «die Organisation sowie die finanzielle Lage» hätten sich unter seiner Führung gut entwickelt. Daran bestehen nunmehr erhebliche Zweifel. Auch der kürzliche Verkauf des Verteidigers Souleyman Doumbia nach Rennes für knapp drei Millionen bringt nur bedingt Linderung. Einerseits kann es bis zu zwei Jahre dauern, bis die ganze Summe überwiesen ist. Andererseits gibt es neben GC andere Beteiligte, die mitverdienen.

    Die grosse Frage ist: Wie konnte es so weit kommen, dass der Klub wieder zu viel Geld ausgegeben, sich an den Rand des Ruins gebracht hat? Offensichtlich ist, dass die Grasshoppers nicht oder kaum geführt werden. Im Verwaltungsrat sitzen nach dem Ausscheiden des Zürcher Volleyballklub-Präsidenten Stav Jacobi neben dem Präsidenten Anliker nur noch zwei Mitglieder. Es fehlt im Gremium nicht nur Sport-, sondern auch Finanzkompetenz, um die Operative mit dem Geschäftsführer Manuel Huber und den Sportchef Mathias Walther zu kontrollieren.

    Die Verantwortung des Duos
    Bisher sind Huber und Walther den Nachweis schuldig geblieben, dass sie GC vernünftig steuern können. Huber war 26 Jahre alt, als er sein Amt antrat. Seit fünf Jahren übt er es aus. Es war keine erfolgreiche Zeit. Walther wurde im Mai 2017 zum Sportchef ernannt. Sportlich ist GC seither dauernd in der Krise. Der Präsident Anliker pflegt einen Führungsstil, der die Operative an der langen Leine lässt. Spross hingegen hatte den Verwaltungsrat mit neuen, starken Persönlichkeiten besetzen wollen – auch um Walther und Huber stärker zu kontrollieren. Er fand kein Gehör.

    Die Verantwortung liegt nun bei Anliker und Stüber. Sie sollen den Klub in die Zukunft tragen. Die Frage bleibt, wie nachhaltig die Lösung diesmal ist. Das Vertrauen ins Führungspersonal hat jedenfalls einmal mehr gelitten. Und wenn dies immer auch auf die Leistungen auf dem Rasen abfärbt, wie Anliker kürzlich am Radio sagte, dann steht GC eine schwierige Rückrunde bevor. Sie beginnt am Sonntag mit dem Match gegen den FC Basel.

    «Arno hat die Schraube angezogen»

    ZSC-Captain Patrick Geering war beim 3:1 in Ambri mit zwei Toren der Matchwinner. Er erklärt, was sich unter Arno Del Curto verändert hat. Und wie er Mathias Seger als Assistenzcoach wahrnimmt.

    Simon Graf

    Wieso haben Sie bis zum 25. Spiel gewartet, um Ihre ersten Tore zu schiessen?
    Ich hätte natürlich gerne schon früher getroffen. Aber ich habe allgemein das Gefühl, dass wir Verteidiger uns bisher schwer­ taten mit dem Toreschiessen. Von den Ausländern abgesehen. Und ich hatte keinen idealen Sommer, dann kam noch die Gehirnerschütterung dazu. Aber jetzt fühle ich mich wieder gut. Die Weihnachtspause hat mir gut getan; da konnte ich gut trainieren.

    Wie schätzen Sie die Leistung beim 3:1 in Ambri ein?
    Es war genau das Spiel, das ich erwartet hatte. Ein Arbeitssieg. Momentan ist es ein Kampf. In Ambri sowieso. Samstagabend, volle Hütte. Da ist es schwierig, Punkte zu entführen.

    Nach dem 2:7 in Freiburg hat das Team mit zwei Siegen reagiert. Wie haben Sie diese Blamage aufgearbeitet?
    Als Arno zu uns kam, sagte ich, mir sei es lieber, wenn wir einmal sang- und klanglos untergehen. Statt immer zu probieren, mit Ach und Krach zu gewinnen, und es reicht trotzdem nicht. Das Spiel in Freiburg war einfach ein Totalausfall. Es passierten viel zu viele individuelle Fehler. Wir wussten, dass wir am Wochenende liefern müssen. Arno hat die Schraube angezogen. Das hat uns gut getan.

    Wie äussert sich das, wenn Del Curto die Schraube anzieht? Wurde härter trainiert? Wurde er laut in der Kabine?
    Nein, er wurde nicht speziell laut. Er sagte einfach klipp und klar, was er von uns erwartet. Aber ihr Journalisten müsst ja nicht alles im Detail wissen. (lacht)

    Del Curto ist seit knapp zwei Wochen ZSC-Trainer. Was hat sich unter ihm verändert?
    Die individuellen Gespräche mit den Spielern haben enorm zugenommen. Arno hat da ein gutes Gespür, auch im Umgang mit den Jungen. Er kann ihnen vermitteln: Wir brauchen dich. Er sagt, wenn du etwas gut machst. Aber er sagt auch, wenn du etwas nicht gut machst. Das Individuelle hat stark zugenommen. Es sind oft nur Details, aber wenn man die nicht anspricht, macht man es immer falsch.

    Sorgt er für mehr Emotionen im Team?
    Das sicher auch. Er ist sehr aktiv auf der Bank. Das überträgt sich auf die Spieler. Wie er herum­tigert und gestikuliert, das gibt es nicht zweimal.

    Inzwischen gibt es mit Mathias Seger noch einen Zweiten, der an der Bande herumtigert. Wie erleben Sie ihn?
    Es ist gut, dass wir sein Know-how haben. Er kann auch Einzelgespräche führen, am Video zeigen, wie man es machen soll. Das ist sehr wertvoll, vor allem für junge Spieler. Das kam etwas zu kurz in den letzten Jahren.

    Wie war es für Sie, als der Ex-Teamkollege Seger als Coach zurückkehrte?
    Ich redete mit Segi im Vorfeld darüber. Er fragte mich, wie ich es sehe. Und ich unterhielt mich mit zwei, drei anderen Spielern. Aber bei seiner Rolle sehe ich kein Problem. Es ist ja nicht so, dass er der Headcoach ist. Es ist ähnlich wie letztes Jahr, er berät und motiviert uns. Mit dem Unterschied, dass er nun an der Bande steht und nicht mehr auf dem Eis.

    Wie hat sich das ZSC-Spiel unter Del Curto verändert?
    Grundsätzlich kann man sagen, dass wir schneller von der Verteidigung auf Angriff umschalten, unsere läuferische Fähigkeiten mehr ausnützen wollen. Da waren wir teilweise zu statisch. Du darfst auch einmal einen Fehler machen. Aber wenn du die Beine bewegst, bist du auch wieder schneller zurück. Solange wir Vollgas geben, ist Arno zufrieden.

    Das heisst, Sie müssen den Puck als Verteidiger schnell nach vorne spielen?
    Genau. Wir halten den Puck nicht lange. Es gibt höchstens einen Querpass zum anderen Verteidiger, und dann muss der Puck nach vorne. Wenn wir mit vier ­Linien so spielen, können wir den Gegner zermürben. Wenn wir in der Vergangenheit Erfolg hatten, war es immer unsere Stärke, dass wir über 60 Minuten mit vier Linien Tempo machten.

    Wie lange dauert es, bis das Team diese Spielweise verinnerlicht hat?
    Das dauert mehrere Wochen. Es geht noch nicht automatisch. Noch liegt viel Arbeit vor uns, aber wir dürfen uns nicht verunsichern lassen, wenn es wieder einmal einen Rückschlag gibt.

    Inwiefern haben die fünf Punkte vom Wochenende geholfen, das Vertrauen in diesen Weg zu stärken?
    Logisch hilft das. Wir nehmen die Punkte dankend an. Aber es sind alle Teams so nah beisammen, dass das nicht viel heisst. Und wenn man die ganze Woche anschaut, haben wir von neun Punkten nur fünf geholt. Wir dürfen nicht zu weit vorausdenken. Aber wenn wir so weiterarbeiten, schaue ich positiv in die Zukunft. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

    Könnte aber auch sein, dass das mit dem bereits getätigten Transfer zu tun hat ...

    Glaub ich nicht. Genoni in Bern, Hofmann in Lugano und viele andere die auf nächste Saison wechseln hocken auch nicht auf der Tribüne. Pestoni funktioniert nur als Dorfkönig, wenn das Spiel auf ihn ausgerichtet ist, mit guten Nebenleuten. In Bern wird er das gleiche Schicksal erleben wie in Zürich. In Davos wollte Arno ihn fördern aber seine Tore bei all den Niederlagen waren nutzlos und ohne Arno ist er wieder gleich weit wie in Zürich.


    Keine Mannschaft ist in dieser ausgeglichenen Meisterschaft konstant genug um von Favoriten zu sprechen.

    Also Bern und Zug sind m.E. konstant und für mich auch Favoriten auf den Titel.

    Ab Platz 3 beginnt der Strichkampf der bis Platz 10 geht. Der ZSC wird auf Platz 3 enden da bin ich mir ziemlich sicher. Lugano wird die PO's schaffen und dann wie der ZSC sehr gefährlich werden. Die übrigen Teams werden sich um die Plätze balgen, Fribourg ist für mich sehr gefährdet, dito Lausanne und Genf. Sehe aber auch SCL und Ambri noch lange nicht im Ziel. Noch nie musste man so viele Punkte machen um in die PO's zu kommen! Von wegen langweilige Quali, geht um nichts!

    Warum gibt es im Schweizer Eishockey kaum Schweizer Trainer?

    Unseren Eishockeyklubs fehlt der Mut, auf einheimische Trainer zu setzen. Aber auch die Coaches sind mitverantwortlich. Sie agieren zu zurückhaltend.

    von Nicola Berger (NZZaS)

    Am 14. Januar ist etwas Erstaunliches passiert: Ein Schweizer Eishockeyklub hat einen Schweizer Trainer eingestellt, Arno Del Curto ist zu den ZSC Lions zurückgekehrt. In der National League beschäftigen nur der ZSC und Ambri-Piotta einheimische Trainer. Sonst: Norweger, Finnen, Kanadier, Dänen, Letten. Im europäischen Klubeishockey stellt die Schweiz damit eine Kuriosität dar, zusammen mit Deutschland. Überall sonst setzen die Vereine mit überwältigender Mehrheit auf lokale Kräfte. In der finnischen SM-Liiga etwa coacht kein einziger Ausländer.

    Beim nationalen Verband Swiss Ice Hockey bemängelt man seit langem, dass zu wenig auf Schweizer Trainer gesetzt werde. Der Nationalcoach Patrick Fischer sagt: «Es braucht ein Umdenken.» Und Raeto Raffainer, der Nationalmannschaftsverantwortliche, sagt: «Wenn wir einmal eine eigene Spielphilosophie und Identität entwickeln wollen, brauchen wir mehr Schweizer Trainer in der Nationalliga. Ich wünsche mir von den Klubs mehr Mut.»

    Raffainer hat beim Verband praktisch jede relevante Trainerstelle mit hiesigen Trainern besetzt, von Fischer bis zu den Juniorennationaltrainern Christian Wohlwend, Thierry Paterlini und Martin Höhener. Es entbehrt nicht einer gewissen Ironie, dass Raffainer von Mut spricht. Denn das Wort Mut taucht auch auf, wenn es um die Charakterisierung der Schweizer Trainer geht.

    Sven Leuenberger arbeitet seit 2006 als Sportchef, er hat für den SC Bern und die ZSC Lions, die beiden Premiumorganisationen im Schweizer Eishockey, etliche Trainer gesucht und angestellt. Wann immer es eine Stelle zu besetzen gab, machte Leuenberger die gleiche Erfahrung: Die nordamerikanischen Bewerber traten sehr forsch auf, sie riefen oft an, sandten E-Mails, waren proaktiv. Und die Schweizer Kandidaten übten sich in Zurückhaltung. Leuenberger sagt: «Vielleicht fehlt den hiesigen Trainern ein bisschen der Mut.»


    Es ist eine dieser Huhn-oder-Ei-Diskussionen, was fehlte wem zuerst. Doch die Probleme liegen tiefer. Der Nationalcoach Fischer sagt, es gebe eine irrationale Skepsis gegenüber hiesiger Trainerarbeit. Bei den Spielern, bei den Medien, bei den Managern. Er sagt: «Womöglich ist es Neid, ich kann es mir nicht erklären. Schweizer Trainer sind fachlich nicht schlechter als ihre ausländischen Kollegen, im Gegenteil, wir kennen die hiesige Kultur, die Liga, die Nuancen. Das sind entscheidende Vorteile. Wir müssen dafür nur endlich ein Bewusstsein schaffen.»

    Fischer ist nicht der Einzige, der mit Vorbehalten zu kämpfen hatte. Lars Leuenberger, der ehemalige Trainer des SC Bern, sagt: «Uns fehlt die Geschichte, die Tradition. Wenn man als Schweizer Coach angestellt wird, beginnt man im Minus. Bei den Spielern, bei den Journalisten. Ich habe das in Bern deutlich gespürt.» Für den Aspekt der mangelnden Tradition ist Leuenberger selber der beste Beweis: Als Stürmer war er zwischen 1994 und 2006 in der Nationalliga aktiv - und wurde nie von einem hiesigen Trainer betreut.

    Typischer Kleingeist

    Den SCB führte Leuenberger 2016 zum Titel, er war der zweite Schweizer Coach, dem das seit der Einführung des Play-off-Modus von 1985/86 gelang - sofern man die eingebürgerten Kanadier Hans Kossmann und Jim Koleff nicht mitzählt. Leuenberger schrieb Geschichte, doch seither hat er nicht mehr im Trainerberuf gearbeitet, er fand keinen Job mehr, es ist ein galoppierender Irrsinn. Im Dezember hätte er fast sein Comeback gegeben, Swiss Ice Hockey wollte ihn als Assistenztrainer für den Lucerne Cup nominieren, doch der Plan scheiterte am Widerstand der Klubs: Die Gefahr, der im SC Bern als Stratege angestellte Leuenberger könnte Spieler abwerben, sei zu gross.

    Lars Leuenberger sagt: «Uns fehlt die Geschichte, die Tradition. Wenn man als Schweizer Coach angestellt wird, beginnt man im Minus.»

    Mit kleingeistigem Denken wird die Förderung von Trainern aktiv verhindert. Leuenbergers Beispiel muss abschreckend wirken für jeden, der sich den Einstieg ins Metier überlegt. Für den Manager Raffainer zeigte sich das jüngst in zwei Fällen exemplarisch. Er sagt: «Für mich gab es 2018 zwei hoch attraktive Stellen für Schweizer Trainer: in Bern Assistent von Kari Jalonen zu werden. Und in Zug das Farmteam EVZ Academy zu übernehmen. Als junger Coach hätte ich diesen Organisationen die Türe eingerannt. Aber das ist offenbar nicht geschehen.» In Bern ging die Stelle an den Finnen Mikko Haapakoski, in Zug an den Kanadier Jason O’Leary. Den ZSC-Sportchef Leuenberger überrascht das nicht, er sagt: «Wahrscheinlich fehlt auch ein bisschen der Mut zum Risiko, die Bereitschaft, voll auf eine Trainerkarriere zu setzen.» Bei Gerd Zenhäusern, einem der hoffnungsvollsten Exponenten der Gilde, traf das zu: Er trat 2016 bei Gottéron zurück, um im gleichen Klub Nachwuchsverantwortlicher zu werden. Es war ein Entscheid der Vernunft, für die Familie und gegen die Unsicherheit des Trainerberufs.

    Ein Problem ist die überschaubare Halbwertszeit einer Trainerlaufbahn - was auch dem begrenzten Markt geschuldet ist. Wenn ein Coach in der National League auf drei verschiedene Stationen kommt, ist das sehr viel. Und im Ausland gibt es keinen Markt für Schweizer Trainer. Als Del Curto in Zürich vorgestellt wurde, wollte ein Reporter von ZSC-CEO Peter Zahner wissen, ob er nicht befürchtet habe, dass ein Klub aus der Fremde Del Curto hätte wegschnappen können. Zahner schüttelte den Kopf und sagte bestimmt: «Da hatten wir keine Bedenken, nein.»

    Die Crux mit dem Geld

    Das Problem ist nicht etwa fehlende Qualität, in den meisten Ländern besteht kein Bedarf. Und selbst wenn es anders wäre: Das sehr hohe Lohnniveau in der Schweiz macht es unattraktiv, anderswo zu coachen. In der finnischen SM-Liiga etwa verdient ein Headcoach 80000 Euro. In der Schweiz werden selbst Elite-Junioren-Trainer mit über 100000 Franken entlöhnt. Im Ausland aktive Coaches gibt es kaum: Hans Kossmann trainiert in Wolfsburg, Christian Weber in der Anonymität der Alps Hockey League in Lustenau. In den Dunstkreis der NHL schaffte es bisher kein Schweizer - für Patrick Fischer wäre es vermutlich der logische Karriereschritt, nach der Heim-WM 2020.

    Fischer ist die beste Werbung für den Berufsweg, er hat sich vom mit 20000 Franken entlöhnten Nachwuchs-Assistenztrainer in Lugano zur Lichtgestalt hochgearbeitet. Es fragt sich nur, wie viele ihm nacheifern angesichts der düsteren Perspektiven. Und doch: Es gibt durchaus Talente im Land, den früheren Profi Marcel Jenni zum Beispiel, der in Zug die Elite-Novizen coacht. Sein Name dürfte bei Trainersuchen bald fallen, er wäre eine dieser mutigen Optionen, von der ständig alle reden. Fischer plädiert dafür, Trainern wie Jenni in der Swiss League eine Chance zu geben: «In einer perfekten Welt wäre die Liga das Sprungbrett für unsere Coaches.»

    Aber die Welt ist nicht perfekt. Dem Namen zum Trotz gibt es in der Swiss League bei elf Teams nur vier Schweizer Trainer. Es bleibt viel zu tun.

    Maxim Noreau rückt wieder in die Aufstellung, dafür bleibt Victor Backman draussen. Arno setzt heute auf acht Verteidiger und zwölf Stürmer.

    ZSC Lions ohne Flüeler, Cervenka, Nilsson, Ulmann, Wick (alle verletzt), Herzog (gesperrt), Backman (überzählig).

    Die neusten Absenzen von Lukas Flüeler (verletzt, day to day), Fabrice Herzog (heute und morgen gesperrt), Roger Karrer (krank) sowie Maxim Noreau (überzählig) bedeuten folgende Aufstellung für den Match gegen Leader Zug. Yannick Brüschweiler kommt zu seinem zweiten Einsatz in der National League!

    ZSC Lions ohne Flüeler, Cervenka, Nilsson, Ulmann, Wick (alle verletzt), Herzog (gesperrt), Karrer (krank), Noreau (überzählig).