Beiträge von Larry

    Die ZSC Lions freuen sich, die Vertragsverlängerung mit Eigengewächs Raphael Prassl um zwei Jahre bis 2020/2021 bekanntzugeben.

    Sportchef Sven Leuenberger: „Raphael ist ein junger Spieler, der grosse Fortschritte erzielt und sich bei den ZSC Lions zum Stammspieler entwickelt hat. Mit seinem Speed stiftet er in den gegnerischen Verteidigungen Unruhe. Jüngst gelangen ihm zudem seine ersten Tore in der National League.“

    Denke nur zwei Po Runden will dann doch niemand nur um die Quali spannender zu machen.

    Wie Du sagst, es ist Sport! Und es wird diese Saison sehr wohl spannend bleiben welche acht Teams in die Po's kommen, es ist alles sehr eng zusammen auf den ersten 10 Plätzen. Nur Davos und Rappi sind distanziert.

    Der Z ist sicher nicht optimal gestartet aber einigen ZSC Fans kann man es nie recht machen! Unter Crawford gewannen wir 2013/14 die Quali und wurden dann Meister aber es wurde genörgelt weil wir gegen Lausanne und Genf in den PO's nur 4:3 gewannen.....


    Germann ist eigentlich der erste Journalist, der etwas selbständig denkt und nicht einfach gebetsmühlenartig etwas nachplappert.

    Auch hoher Besuch ist da. Daniel Germann, die hoch angesehene Sport-Edelfeder der «Neuen Zürcher Zeitung», wird sich das Spiel in aller Ruhe ansehen. (Klaus Zaugg)

    Jep!

    Die Eishockey-Liga wird von einem Kartell geführt

    Der Antrag für die Erhöhung des Ausländerkontingents ist abgelehnt. Die Gegner setzten sich mit fadenscheinigen Argumenten durch und denken nur ans eigene Wohl.

    Daniel Germann

    In der Schweizer Eishockey-Meisterschaft sind pro Match und Team weiterhin vier Ausländer spielberechtigt. Die zwölf Teams aus der obersten Liga stemmten sich mit 9 zu 3 Stimmen gegen eine Erhöhung auf sechs Ausländer. Nur der SC Bern, der HC Davos und der Lausanne HC waren für den Vorschlag. Als Unikum stimmte der Genf/Servette HC, der die Diskussion zusammen mit Bern angestossen hatte, gegen den eigenen Antrag.

    Die Klubvertreter orientierten sich an dem Prinzip: Weshalb soll man etwas ändern, was hervorragend funktioniert? Die National League ist publikumsmässig die erfolgreichste Eishockeyliga Europas. Nirgendwo sind die Zuschauerzahlen besser. Allerdings zahlt ausser der russischen Kontinental Hockey League auch niemand höhere Löhne. Drei Viertel der Klubs hangeln sich dank der Unterstützung von Mäzenen über die Runden. Der EHC Kloten verhinderte den Konkurs in den vergangenen sechs Jahren zweimal in extremis, ehe er im vergangenen Frühjahr für die Misswirtschaft zahlte und abstieg. Genf/Servette wurde in der letzten Saison in letzter Minute durch die Stiftung «Fondation 1890» des Rolex-Gründers Hans Wilsdorf gerettet. Der HC Ambri-Piotta rettet sich von Rettungsaktion zu Rettungsaktion.

    Niemand will die vollständige Öffnung

    Niemand in der National League bestreitet, dass die Spielerlöhne in der Schweiz ein ungesundes Niveau erreicht haben. Fraglich ist, ob die Erhöhung der Ausländerzahl von vier auf sechs dazu beigetragen hätte, die Spirale zu stoppen. Zu einer Trendwende würde wohl nur die vollständige Öffnung führen, wie sie etwa der Fussball lange schon kennt. Die will aber noch niemand – zumindest im Moment. Inmitten des vereinigten Europa ist das Schweizer Eishockey eine Insel. Es verstösst mit seiner Ausländerbeschränkung gegen die Personenfreizügigkeit und hat sich deswegen auch schon gegenüber dem Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) rechtfertigen müssen. Das Gentlemen’s Agreement hält so lange, bis sich ein Klub dafür entscheidet, es zu brechen. Dann wird die Limitierung in sich zusammenfallen.

    Doch störend am Prozess ist weniger der Entscheid an und für sich als die Art, wie er zustande gekommen ist. Kaum jemand hat sich ernsthaft mit dem Thema auseinandergesetzt. Die Meinungen waren von Anfang an gemacht. Dabei ist das Hauptargument, unter der Erhöhung der Ausländerzahl würden am Ende die Ausbildung der Schweizer Spieler und damit die Nationalmannschaft leiden, ebenso fadenscheinig wie falsch. Konkurrenz hat noch niemand in seiner Entwicklung gehemmt – im Gegenteil. Die vergangene Länderspielesaison belegt es: Am Olympiaturnier in Pyeongchang, an dem das Nationalteam ausschliesslich aus Spielern aus der heimischen Liga bestand, scheiterten die Schweizer kläglich. Gut zwei Monate später trugen sie in Kopenhagen Spieler wie Roman Josi, Nino Niederreiter, Timo Meier oder Kevin Fiala zu WM-Silber. Sie alle spielen in Nordamerika, und mit Ausnahme von Josi haben sie das «Biotop Nationalliga» bereits im Juniorenalter verlassen.

    Egoismus statt Wohl des Sports

    Das Schweizer Eishockey wird heute von einem Kartell ehemaliger Spieler geführt: Sie sind Trainer, Sportchef, Geschäftsführer, Schiedsrichter, Spielervermittler, Fernsehanalytiker, Journalisten, und sie geben vor, im Interesse des Schweizer Eishockeys zu handeln. Dabei verteidigen sie nur mit Händen und Füssen die Pfründen, die sie sich erarbeitet haben. Und hoffen darauf, dass sich immer wieder irgendein Dummer finden lässt, der die Rechnungen zahlt, die sie hinterlassen

    Dann checkt Servettes Daniel Rubin Berns Eric Blum von hinten in die Bande und löst damit ein Chaos aus. Auslöser Rubin sagt nach Spielschluss zu seinem Check gegen Blum: «Er schaut mir in die Augen und sieht mich kommen. Dann dreht er sich ab und ich mache den Check fertig. Das hat er schon vor ein paar Wochen gegen Zürich gemacht.» Tatsächlich fiel Blum vor einem Monat gegen den ZSC verletzt aus, als er von Chris Baltisberger gecheckt wurde und sich zuvor unglücklich abdrehte. «Ich bin froh, dass ihm nichts passiert ist, aber das muss er auf seine Kappe nehmen», so Rubin.

    Blum scheint wie andere Schweizer Spieler Beratungsresistent zu sein wie man einen Check richtig nimmt. Dann müssen sie sich aber nicht wundern wenn sie eine Hirnerschütterung nach der anderen haben. :roll:

    Wir wären schläuer wäre Kossmann noch Coach. Entweder es würde gut laufen oder sie würden so spielen wie jetzt und der Fall wäre auch klar. So aber mit dem neuen Trainer wird man wohl oder übel weiter abwarten müssen aber der Verdacht das Team sein "untrainierbar" bzw. sie wissen alles besser kommt schon auf....

    Ich gebe ihnen noch Zeit bis Ende Jahr.

    Zug fehlt nur ein Titel, sonst ist dort alles 1A, das neue Stadion, der Nachwuchs, Kohle ohne Ende, etc pp.

    Lausanne wird in der neuen Halle viele Zuschauer haben, man wird investieren. Wie lange? Man wird sehen.

    Biel....eine schöne Geschichte, mal schauen wie es dort weiter geht.

    Ja, es wird über kurz oder lang nicht bei drei bis vier Teams bleiben die Meister werden können!


    Glaube nicht, dass Lüthi es so gemeint hat, dass er bzw. der SCB die Vereinbarung aufkündigen will.

    Natürlich nicht! Ich wollte nur aufzeigen das jeder Club zu jeder Zeit diese Vereinbarung sprengen könnte in dem er einfach mehr EU Ausländer einsetzt und dann vor Gericht zieht - und gewinnt!

    Schon komisch: Einen Salary Cap könnte man mit einer gleichen Vereinbarung auch einführen. Bei den Ausländern wird sich seit Jahr und Tag an die Vereinbarung gehalten, aber bei einem Salary Cap glaubt niemand daran! Warum eigentlich?

    Die Limitierung der Ausländerzahl basiert auf einem Gentlemen’s Agreement und ist rechtlich im Prinzip unhaltbar. Wie gross ist die Gefahr, dass einer dieses Agreement bricht?

    Für mich ist klar: Wir vom SCB werden nie gegen die Liga vor Gericht ziehen. Aber man kann ein Gentlemen’s Agreement auch aufkündigen.

    https://www.nzz.ch/sport/marc-lue…-uns-ld.1435960

    Wer mehr (EU) Ausländer verpflichten möchte kann dies bereits heute jederzeit machen! Das Gentlemen’s Agreement verstösst gegen EU Recht! Also soll einer der Befürworter doch dies einfach mal durchziehen!

    Ancillo Canepa ist vom FCZ besessen. Jetzt spielt er für seinen Klub das Spiel seines Lebens

    Seit 12 Jahren wartet der Präsident des FC Zürich auf ein echtes Fussballstadion. So lange schon finanziert er seinen Klub aus eigener Tasche. Warum tut er sich das an? Er hat noch einen letzten Versuch, sein Ziel zu erreichen. Es geht um alles oder nichts.

    von Sacha Batthyany (NZZaS)

    Er nimmt Anlauf, wie bei einem Elfmeter, zwei, drei schnelle Schritte, und springt dann auf die Bühne, statt die Stufen zu nehmen, wie es seinem Alter entspräche. Aber Ancillo Canepa hat sich nie um Konventionen geschert. «Wir sind heute alle hier», sagt der Präsident des FC Zürich, «weil wir uns in Zürich ein richtiges Fussballstadion wünschen.» Pause. «Einen Hexenkessel.»

    Es ist Ende September, der Abstimmungskampf um das Stadion ist in der entscheidenden Phase, in zwei Wochen wird abgestimmt. Es geht um alles oder nichts. Um eine vielleicht goldene Ära in einer neuen Spielstätte, mit der er die Zukunft seines Klubs sichern kann. Oder um Canepas bitterste Niederlage und möglicherweise auch den Beginn seines Ausstiegs aus dem Fussballgeschäft.

    Wer ist dieser Mann, der freiwillig jedes Jahr Millionen in eine Mannschaft investiert, die in den vergangenen Jahren in der Liga meist in der Mitte der Tabelle herumdümpelte und auch einmal abstieg und die in Europa kaum jemand kennt? Wieso tut man sich diesen Wahnsinn an, opfert seine ganze Zeit, sein Vermögen und seine Gesundheit diesem Klub, um dann im Nieselregen vor halbleeren Rängen seine Wochenenden zu verbringen?

    Auszug aus dem Eisschrank

    Der Auftritt Canepas an diesem Abend wurde als Fan-Talk angekündigt. Er ist 65 Jahre alt, doch aus seinem Gesicht blitzt etwas Jugendliches, dazu passen seine Turnschuhe, die Jeans mit leichtem Schlag, seine Art zu reden; er ist kein Mann mit Allüren, der sich als Mäzen inszeniert und die Nähe zur Macht sucht. Canepa ist vor allem eines: ein Fan.

    Er beklagt die «fehlende Atmosphäre» im Letzigrund, in dem sein FCZ heute seine Heimspiele bestreitet, «diesen Eisschrank», in dem der Wind pfeife und keine Stimmung aufkomme. «Gebt uns eure Stimme», sagt er und bittet die Fans um ihre Hilfe.

    Canepa sorgt sich, es könnte finanziell «sehr eng» werden, falls das neue Stadion nicht gebaut würde, von dem er sich mehr Zuschauer erhofft, mehr Einnahmen aus Catering und Vermarktung und natürlich mehr sportlichen Erfolg. Das eine ergibt in der Logik Canepas das andere, eine Kettenreaktion, die mit dem Spatenstich für die neue Arena begänne und an deren Ende die Champions League stünde.

    «Beispiele anderer Städte zeigen», sagt Canepa, der immer ins Hochdeutsche wechselt, wenn er etwas wirklich wichtig findet, dass ein richtiges Fussballstadion pro Saison bis zu fünfzehn zusätzliche Punkte einbringen könnte. «Weil die Unterstützung der Fans viel spürbarer ist», fügt er an und blickt von der Bühne im FCZ-Museum hinunter in die Runde - und was er sieht, verdeutlicht im Kleinen die ganze Fussballmisere in dieser Stadt: Es sind vielleicht 25 Menschen anwesend, einige blicken in ihre Handys, andere gähnen. Die meisten Stühle bleiben leer, die Erdnüsse in den weissen Plastiktellern unangetastet.

    Wären wir in Rom, Dortmund oder Istanbul, selbst in Bern oder Basel, kämen die Menschen in Scharen, um ihren Präsidenten zu hören, zumal es erst noch Bier gibt umsonst. Aber wir sind in Zürich, hier sieht man ausser an Spieltagen kaum Trikot tragende Menschen, kaum FCZ- oder GC-Flaggen auf Balkonen. Um halb neun ist die Veranstaltung zu Ende, es ist schliesslich Montag.

    Seit zwölf Jahren wartet Ancillo Canepa auf seinen Hexenkessel mit steilen Tribünen wie in England, seit er das Amt als Präsident im Jahr 2006 übernahm. Dass er es noch immer nicht geschafft hat, sagt viel über die Rolle des Fussballs in dieser Stadt.

    Und viel über ihn.

    Schon in seinen ersten Interviews, er war kaum eine Woche im Amt, sprach er davon, aus dem Letzigrund ausziehen zu wollen, und er war zuversichtlich, dass sich bald eine Lösung finden sollte, denn die Pläne für ein Stadion, das 30 000 Menschen hätte Platz bieten sollen, stiessen auf breite Zustimmung. Doch es kam, wie so oft in dieser Stadt der Bremser, zu Rekursen und Verzögerungen, schliesslich brachen die Investoren die Übung ab. Es war Canepas erste Niederlage.

    2013 kam ein Nachfolgeprojekt, kleiner und weniger wuchtig, die Stadt sollte das Stadion finanzieren, doch der Vorschlag ging an der Urne baden, womit es 0 zu 2 steht gegen ihn. Jetzt kommt Canepas dritter Versuch. Es ist sein letzter. Es wird das Spiel seines Lebens.

    Der Esel und die Karotte

    Auf dem sogenannten Hardturm-Areal, wo früher der Stadtrivale GC spielte, will Canepa einen neuen Tempel für sein Team. Er besitzt seit 2012 gemeinsam mit seiner Frau 90 Prozent der FCZ-Aktien, er lebt und atmet diesen Klub, 24 Stunden am Tag, FCZ total, ein Stadion wäre «ein Höhepunkt» seiner beruflichen Karriere.

    Es ist sein Antrieb, wenn er wieder einmal aus eigener Tasche (und der seiner einst so erfolgreichen Frau Heliane) ein paar Millionen Franken Defizit ausbügeln muss. Die Aussicht auf ein Stadion ist die Karotte vor den Nüstern des Esels. Doch sollten sich die Stimmbürger erneut dagegen entscheiden, sind alle Hoffnungen geplatzt, die Karotte weg, und der Esel, der heisst Canepa.

    «Dieses Mal wird es klappen», sagt der Präsident, der früher Wirtschaftsprüfer bei Ernst & Young war, wo er eine steile Laufbahn hinlegte, bis er sich von Kopf bis Fuss dem FCZ verschrieb, Loyalität ist in seiner Werteskala ganz oben, und dann kommt lange nichts. «Ich bin zu 99 Prozent sicher, dass wir es schaffen werden.»

    «Den Trömp», sagt Canepa, den erachte er «für einen Wirrkopf», einen Angstmacher.

    Es ist Samstag, ein paar Wochen sind seit dem Fan-Talk vergangen, der FCZ steht vor wichtigen Spielen. Am Nachmittag kommen die Young Boys, Mitte Woche kommt Leverkusen. Canepa ist angespannt. Er leidet, wenn sein Team verliert, einmal hat er sich einen Zahn ausgebissen, weil er zu fest auf seine Pfeife biss.

    Wie oft vor den Spielen versucht er sich auch jetzt bei einem Spaziergang mit seinem Hund Kooki abzulenken. Meist hört er dazu ein Hörbuch, keine Romane, lieber Biografien und viel über Politik. «Den Trömp», sagt Canepa, den erachte er «für einen Wirrkopf», einen Angstmacher, so wie damals die EWR-Gegner, von denen er ungefähr so viel hält wie von einer Niederlage gegen die Grasshoppers.

    Dass die Schweiz nicht dem EWR beigetreten sei, halte er für eine Tragödie, sagt er und holt eine Tabakdose aus seiner Umhängetasche. Canepa raucht Pfeife, seit er 20 Jahre alt war, auf Wunsch seiner Frau, weil sie fand, Männer mit Pfeife hätten mehr Stil. Schiedsrichter ausgenommen.

    Wer verstehen will, woher seine Beziehung zu diesem Klub stammt, die man sich vorstellen muss wie die unverhandelbare Liebe zu einem Kind, der muss mit Canepas Freunden reden. Bernhard Stricker zum Beispiel, mit dem Canepa in die Sekundarschule ging. «Wir hatten ähnliche biografische Voraussetzungen, der Cillo und ich», sagt Stricker. «Während die meisten Schüler aus Bilderbuchfamilien stammten, hatten wir abwesende Väter. Mit Fussball füllten wir aus, was uns fehlte.»

    Canepa hat schon als Kind Fussballstadien mit Hölzchen gebaut. Er hat, so erzählt es Stricker, imaginäre Spielberichte geschrieben, in denen der FCZ meist bis zur 80. Minute null zu drei hinten lag, bis Fritz Künzli viermal traf.

    Er war das einzige Kind mit italienischem Namen in der Klasse in Rüti im Zürcher Oberland, der lieber Hans-Peter geheissen hätte, wie sein Bruder, als Ancillo. «Er hat sich deshalb vielleicht mehr Mühe gegeben. War ehrgeizig und wollte nach oben.» Fussball, das war seine Leidenschaft, sagt Stricker. Und der FCZ war seine Heimat, schon als Bub. Umso naheliegender ist Canepas Wunsch nach einem Stadion. Nach eigenen vier Wänden. Der kleine Cillo will endlich ankommen.

    Der Rücktritt liegt in der Luft

    Christoph Sigrist erzählt von Facetten dieses Ancillo Canepa, die man in der Öffentlichkeit weniger kennt. Sigrist ist Pfarrer des Grossmünsters, Gründer des FC Religionen, bei dem Imame und Rabbiner mitkicken. Sigrists Kirche ist offen für alle, doch sein Fussballherz schlägt für den FCZ allein, das schweisst ihn mit Canepa zusammen.

    «Ich kenne Canepa nicht als Präsidenten. Nicht als Millionär oder Geschäftsmann. Ich bin Kirche», sagt Sigrist, «ich will nichts von ihm.» Die beiden treffen sich regelmässig und laden sich gegenseitig in ihre Häuser ein, das Grossmünster und den Letzigrund.

    Der Fussball und die Kirche, «da gibt es viele Verknüpfungen», sagt Sigrist. Es seien zivilgesellschaftliche Institutionen, die das Zusammenleben in einer Stadt prägen und Ebenen bei Menschen berühren, die über den Alltag hinausgehen. Wo sonst leide man so öffentlich? Nur in der Kirche und im Stadion.

    «Es geht aber auch um Jugendarbeit, um Gewalt und Radikalisierung. Es finden komplexe gesellschaftliche Prozesse statt im Sport wie in der Kirche», sagt Sigrist, darüber würden sie sich unterhalten. Canepa sei ein Suchender und tief betroffen, wenn ein paar Hooligans wieder mal Angst und Schrecken verbreiten.

    Er nimmt das Wort Rücktritt nicht in den Mund, aber es liegt in der Luft.

    Schon seit einer halben Stunde läuft Canepa mit seinem Hund durch den Wald, er hat noch immer den Gang des Stürmers und Wuslers, der er beim FC Rüti war: sichere Trippelschritte. Mehr als 30 Millionen Franken soll er seit seinem Antritt als Präsident eingeschossen haben, «ist ja sonst niemand da», sagt er und wirft Kooki ein Stöckchen zu.

    Dazu der wöchentliche Ärger mit Journalisten und Spielerberatern, die ihn über den Tisch ziehen wollen. Ganz zu schweigen von all dem sportlichen Leid, den Niederlagen, dem Verletzungspech und den Fehlentscheiden der Schiedsrichter. Lohnt sich das? Wäre das Leben nicht schöner ohne den FCZ?

    Canepa bleibt stehen. Eine Waldlichtung. Man sieht die Autobahn durch die Bäume. Er wisse nicht, was passiere, wenn das Stadion abgelehnt werde. Er spricht von «erheblichen Konsequenzen». Er will nicht drohen, weil es in der Abstimmung nicht um ihn gehen soll, aber die Zukunft beider Klubs stehe auf dem Spiel. Er nimmt das Wort Rücktritt nicht in den Mund, aber es liegt in der Luft.

    Einer wie er würde nicht überstürzt gehen, aber schrittweise vielleicht, weil der Funke, den es für sein Amt braucht, erloschen wäre.

    Chips und lauwarmer Weisswein stehen bereit

    Etwas deutlicher wird Canepas Kollege, Stephan Anliker, Präsident der Grasshoppers. Während sich der FCZ als Fluchtpunkt verschiedener urbaner Milieus einen Platz in dieser Stadt erspielt hat, sind die nobleren Grasshoppers in der Bedeutungslosigkeit verschwunden.

    Einst war GC im Fussball eine angesehene Adresse. Das Weiss im Wappen war immer weisser als beim FCZ, dem seit je etwas Abgerocktes anhaftet, während GC nach einer sportlich erfolgreichen Zeit in den neunziger Jahren mit dem Abriss des Heimstadions 2008 und «mit jedem Wechsel im Präsidium ein Stück seiner Identität verlor», sagt Anliker. Sollte das neue Stadion nicht kommen, dann sehe er schwarz. Er spricht von einem «Abbruch der Übung» und meint damit, dass es in Zukunft keinen GC-Profifussball mehr geben könnte.

    Canepas und Anlikers Gegner, zumindest ein Teil davon, treffen sich an einem Freitagabend in Zürich Höngg im Gemeindesaal, Chips und lauwarmer Weisswein stehen bereit. Yves Diacon, der Projektleiter des neuen Stadionprojektes «Ensemble», hält eine Präsentation, zeigt Tabellen, Grafiken und Studien über den Schattenwurf.

    Es ist ein Wort, das in Zürich alles zum Erliegen bringen kann. Denn zum Stadion würden zwei 137 Meter hohe Wohntürme dazugestellt, bezahlt vom Immobilienfonds der Credit Suisse, der man den Boden zu günstigen Bedingungen zur Verfügung stellen würde.

    An den Türmen, nicht am Stadion allein streiten sich die Gemüter: Den einen sind sie zu teuer, den anderen bieten sie zu wenig billigen Wohnraum, einigen Hönggern sind sie schlicht zu hoch.

    Weil die Türme ihren Panoramablick auf die Alpen beeinträchtigen würden, kämpfen sie gegen Canepas Vision und warnen vor einer «Manhattanisierung» von Zürich West: Was auf dem Hardturm geplant sei, stehe auf ihrer Website, sei ein Vorbote kommender Entwicklungen. «Bald sieht man von Höngg aus statt Alpen, Altstadt und See nur noch schwarze Fassaden.»

    Fussball entzweit die Zürcher

    Die Höngger sind nicht die Einzigen, die sich gegen Canepas Stadionpläne wehren. Es gibt Kritik gegen die CS, deren Logo wohl das neue Stadion zieren würde, und Protest gegen den Freiraum, der auf der Hardturm-Brache verschwände.

    Nichtfussballer fragen sich, warum es überhaupt ein zusätzliches Stadion braucht, und Nostalgiker würden sowieso alles am liebsten belassen, wie es immer war. Dazu kommen ein paar hartgesottene FCZ-Fans, die sich eher ein Bein abhacken würden, als eine neue Spielstätte zu unterstützen, die sich auf der anderen Seite der Geleise befindet, wo der Erzfeind GC früher spielte.

    Und dann gibt es die Sozialdemokraten um Jacqueline Badran, die im Stil eines Abwehrchefs am lautesten schreit, eine Milliardenabzocke wittert und deshalb eine Volksinitiative für ein von der Stadt finanziertes Stadion ohne Türme lanciert.

    Es ist ein heilloses Durcheinander, der gemeine Wähler hat den Überblick längst verloren. Anders als in Basel oder Bern bringt der Fussball die Menschen in Zürich eben nicht zusammen, sondern lässt die Stadt in einzelnen Milieus zerfallen.

    Die Fans stehen im Weg

    Canepa und Anliker müssen sich den Vorwurf gefallen lassen, dass sie es nicht geschafft haben, die Milieus zu vereinen und Allianzen zu bilden. Das hat vielleicht damit zu tun, dass sich GC gar nicht mehr als Stadtklub sieht und seit Jahren in der Agglomeration trainiert. Und Canepa sei zu wenig vernetzt, sagen viele, und zu unangepasst. Er hat unter den Mächtigen Zürichs wenig Freunde. Hat es deshalb mit den Stadien nie geklappt?

    Man kann sich natürlich darüber beschweren, dass Zürich keine Fussballstadt sei, aber man kann sich als Canepa oder Anliker auch fragen: Haben wir genug dafür getan?

    Es liegt nicht zuletzt an den Fans, dass der Fussball einen schweren Stand hat in dieser Stadt. Claudio Sulser, heute Anwalt, in den achtziger Jahren Stürmer von GC, einer Zeit, in dem es dem Klub deutlich besser ging, erinnert sich, dass auch zu seiner Zeit eine «grosse Rivalität» zwischen den Fans beider Zürcher Klubs herrschte, «die Derbys waren besondere Spiele», aber die Gewalt, die von den Hooligans heute ausgehe, sei unvergleichlich.

    Das Hooligan-Problem, mit dem sich Canepa seit Jahren herumschlägt, ist einer der Hauptgründe, warum viele Bewohner Zürichs Bedenken haben, für ein neues Stadion zu stimmen. «Warum soll man diesen Idioten eine Spielstätte erwirken?», hört man in den Diskussionen häufig.

    Es ist ein kleiner Prozentsatz von Chaoten, denen es nicht um den Fussball geht und die nicht wissen, wohin mit ihrem Testosteron und mit sich, die das öffentliche Bild der Fans prägen und die Canepas Träume nach einem echten Fussballstadion endgültig besiegeln könnten.

    «Bin ich für diese paar wenigen Idioten zuständig, nur weil sie das Leibchen unseres Klubs tragen?»

    Das schlechte Image der Fans ist Ancillo Canepas ganz persönliche Tragödie. Denn er hat ihnen vieles zu verdanken. Sie haben seinen Klub auch im Jahr des Abstiegs unterstützt und waren da für ihn, in der Provinz und im Nieselregen. Jetzt stehen sie ihm im Weg.

    Er habe alles unternommen, was möglich sei, um gegen Hooligans vorzugehen, habe auf sie eingeredet, habe sie angezeigt, sagt Canepa im letzten Gespräch in seinem Büro, in dem die FCZ-Uhr im Regal stehengeblieben ist, 5 Uhr, ewiger Nachmittag. Und doch fällt die Verantwortung auf ihn zurück, wenn vermummte Jugendliche sich auf Bahnhöfen auf die Köpfe geben. «Bin ich für diese paar wenigen Idioten zuständig, nur weil sie das Leibchen unseres Klubs tragen? Und wo sind die Eltern?», fragt er unwirsch.

    Sollte er die Abstimmung verlieren Ende November, dieses Spiel seines Lebens, dann hat das weder mit ein paar Hönggern zu tun, die um ihre Aussicht bangen, noch mit denen, die gegen die Hochfinanz wettern, sondern mit den Fans, seinen eigenen Männern.

    Das ist im Fussball bei Niederlagen ganz ähnlich.


    Wie läuft's eigentlich "unserem" Malgin? Von ihm liest man z.Z. absolut gar nix mehr.........

    Hat 10 von 12 Spielen gemacht, beim letzten Spiel gegen Edmonton aber nur 8:56 Ice Time gehabt. Denke es wird schwer mit einem neuen Vertrag!

    Congrats Jonas Siegenthaler! Einer der von A-Z vom ZSC ausgebildet wurde!