Beiträge von Larry

    Zitat von Gysino


    lächerlich. de datsyuk isch viel s'bessere gsamtpaket. top 5 spieler uf de welt.

    Man kann immer über alles anderer Meinung sein.

    Datsyuk war sich mal Top, IMHO aber zusammen mit den anderen DET Helden von 2007/2008 auf dem absteigenden Ast.

    Letzte PO's in der ersten Runde 4:1 raus gegen NSH.

    Werden auch diese Saison, so sie dann die PO's überhaupt machen, keine Stricke (mehr) zerreissen, siehe 7:1 Klatsche gegen CHI.

    Zitat von Caro

    andere verantwortlich zu machen und die schuld anderen zuzuschieben zeugt nicht gerade von grosser stärke.

    würde vom verhalten noch gut ins team von tambellini passen; und das erst noch in seiner heimat

    Der ideale Typ für Lugano!

    Zitat von Sbornaja


    - Leeri Harras isch wiedermal wege unspektakulärem Spiel entlah worde

    Larry Huras, der nach dem Saisonende im Tessiner Fernsehen von Präsidentin Vicky Mantegazza öffentlich demontiert worden war, ist nicht mehr Trainer des HC Lugano. Der Verwaltungsrat beschloss, den noch ein Jahr laufenden Vertrag des Kanadiers aufzulösen.

    Lugano hat seit dem letzten Meistertitel im Jahr 2006 keine Playoff-Serie mehr für sich entscheiden können. In den sieben Jahren waren zehn verschiedene Trainer engagiert. (TA)

    Frau Gigi Oeri vo Lugano würd gschider mal i de Garderobe ufruume!

    Aber für das isch sie viel zviel Fan vo dene Tuble.

    Aber au egal, Lugano isch und blibt erfolglos!

    Mark Streit is unlikely to agree to extension with NYI.Isles may keep him for playoff race, but unless there's change, Streit will be a UFA.

    With Streit negotiation stalled, expect teams to make a play for trade. Isles don't want to trade him. Could change overnight.

    (TSN Tradecentre)

    Zitat von Caro


    egal, ob einer dieser beiden punkte zutreffen oder etwas anderes der auslöser war, dies war alles andere als ein professionelles verhalten

    Sackschwach!

    Zitat von Adm. Bööf


    ..wir werdens wohl nie erfahren was mit Tambellini los war..

    Versuch:

    a) unter Hartley kaum in der Kritik, weil sein Vater ein grosses Tier in der NHL ist und Hartley diese Türe offen lassen wollte. Unter Crawford nur noch einer von vielen, damit konnte er schlecht umgehen.

    b) scheinbar hatte er noch Puff mit seinem Weib das nach Vancouver abgereist war und er wollte die Beziehung retten :roll:

    Zitat von Gysino


    würder au nöd sägge wänner die playoffs mal in fribourg (aka guantanamo) gsi wär.

    1980 händs no i de "Les Augustins" gspielt.

    En üble huere Chuestall! :haare:

    Ja es häd eini, Dinamo Riga.

    Händ weniger Zueschauer (6228) als de Z und s Budget isch öppe gliich (15 Mio. CHF).

    Macht vo mir us null Sinn wänner würd gah!


    Das Landei auf dem Laufsteg

    Marco Schönbächler ist erst 23-jährig, aber der dienstälteste Spieler beim FCZ. Nach einer langen Durststrecke ist er unter dem neuen Trainer Urs Meier wieder aufgeblüht.

    Von Peter Bühler, Zürich

    Rote Turnschuhe, tief sitzende schwarze Schlabberhose, weisses, ärmelloses, knielanges T-Shirt, darüber ein JeansGilet samt schwarzem Halstuch und auf dem Kopf eine Schirmmütze: Gut sieht es aus, wie Marco Schönbächler einem Model gleich über den Laufsteg schreitet – an diesem Mittag ist es der Flur in der schmucklosen Saalsporthalle auf der Allmend Brunau. Und wie er danach geduldig für den Fotografen posiert. Das ist er gewohnt, wie ein Blick auf seine Website zeigt. Dort grüsst er seine Fans in schön inszenierten Schwarz-Weiss-Fotos. Schönbächler sagt mit einem Schmunzeln: «Ich lege Wert auf einen guten und gepflegten Auftritt.»

    Da sind Äusserlichkeiten natürlich ein Thema. Ein wenig Daniel Gygax, ein wenig David Beckham: Beide beeindrucken ihn, als Fussballer wie als Persönlichkeiten. Sie hätten den Hang und den Mut zum Unkonventionellen und zur Extravaganz. Den hat auch Schönbächler, nur wird er ihm ab und an auch übel genommen. Als er einst mit seinem Spitznamen «Schönbi» auf dem FCZ-Dress antrat und keine Leistung zeigte, wurde er von den eigenen Fans verhöhnt. Und Anlass zu Diskussionen bietet auch immer wieder seine stetig wechselnde Frisur.

    «Schönbi ist nicht Messi»

    Er gerät ins Lachen. Er sei eben ein kreativer Typ. Gern stellt er sich in seiner Wohnung in Urdorf vor die Staffelei und malt, mit Vorliebe Porträts. Seine Schwester ist Coiffeuse. Sie beide liebten es, die Haare immer wieder mit viel Gel neu zu stylen. Doch eines betont Schönbächler: Im Gegensatz zu anderen Spielern stelle er sich vor dem Match nie vor den Spiegel. Bleiben noch die verschiedenen Tätowierungen, die, wie er erklärt, einiges an Schmerzen und 2200 Franken Bares gekostet haben. An seinem rechten Arm prangen neben anderem sein Spitzname, die Geburtsdaten der Eltern und der Schwester, ein Schutzengel sowie in Latein ein Sprichwort des Dichters und Philosophen Seneca: «Vivere militare est» – «Zu leben heisst zu kämpfen».

    Er hat sich die Worte zum Leitmotiv seiner Karriere gemacht, sie dazu machen müssen. Lange fiel dem Fussballer Schönbächler alles ganz leicht, viele sagen, zu leicht. Er galt als Wunderkind des Zürcher Fussballs, als er mit 12 Jahren vom FC Urdorf zum FCZ wechselte. Von da an spielte er immer in einer höheren Alterskategorie, weil er bei den Gleichaltrigen unterfordert war. Mit 16 holte ihn Lucien Favre in die erste Mannschaft, mit 17 war er bereits Schweizer Meister. Der Trainer erinnert sich: «Er war beidfüssig, schnell, dribbelstark, unbekümmert, aber mit einem feinen Gespür für das Spiel – ein Ausnahmetalent.»

    Heute kämpft Schönbächler dagegen, als ewiges Talent zu gelten. Denn nach Favres Abgang in die Bundesliga geriet sein Aufstieg ins Stocken. «Schönbi ist nicht Messi», pflegte Bernard Challandes zu sagen und setzte den kleinen und filigranen Techniker oft auf die Ersatzbank. Unter Urs Fischer, den ihm wohlbekannten Trainer aus den diversen Jugendmannschaften, hatte er dann seine stärkste Zeit. Als die Zürcher in der Saison 2010/11 den Meistertitel nur um einen Punkt verpassten, hatte Schönbächler 29 von 34 Partien bestritten und fünf Tore erzielt – diese Bilanz trug ihm eine gut dotierte Verlängerung seines Vertrags bis 2015 ein.

    Bis anhin konnte er sie nicht mit entsprechenden Leistungen rechtfertigen. Er stagnierte, er verlor den Platz in der Mannschaft. Rolf Fringer schickte ihn im letzten Herbst sogar vorübergehend zurück in die U-21. «Er sagte mir, ich solle dort einmal gründlich meinen Kopf durchlüften», erklärt Schönbächler. Auch im Nachwuchs traf er mit Urs Meier auf einen langjährigen Weggefährten. Der teilte ihm schonungslos mit: «Wenn du als Lehrling in der Firma bleibst, dann musst du mehr tun als andere, um in der Firmenhierarchie nach oben zu klettern.»

    Einen Monat später war Meier Trainer in der Super League – und Schönbächler drei Monate später Stammspieler beim FCZ. Er hatte die Botschaft verstanden, seit der Winterpause sehr hart gearbeitet. In der Rückrunde stand er stets in der Startformation. Meier aber betont: «Marco darf jetzt nicht mit sich zufrieden sein. Er muss für uns ein entscheidender Spieler werden, einer, der Tore vorbereitet und auch selber schiesst.» Bei vier Treffern und zwei Assists ist Schönbächler in dieser Saison angelangt. Ein wenig nachdenklich sagt er: «Es könnten ein paar mehr sein.»

    Es ist zu spüren: Er will die wohl letzte Chance auf den Durchbruch nutzen. Mit seinen erst 23 Jahren ist er mit Abstand der dienstälteste Spieler in der ersten Mannschaft. Er hat viele junge Spieler kommen und gehen sehen, die mittlerweile in ausländischen Vereinen unter Vertrag sind: einen Rodriguez, einen Mehmedi, einen Nikci. Doch mit ihnen mag sich Schönbächler nicht vergleichen. Er denkt, sie alle hätten den Schritt ins Ausland zu früh gemacht: «Mein Ziel muss sein, beim FCZ einmal ein, zwei Saisons durchzuspielen.»

    Urdorf, der Nabel der Welt

    Der FCZ ist sein Verein, Urdorf seine Heimat. Dort ist er aufgewachsen, dort lebt er noch heute, einen Steinwurf nur von der elterlichen Wohnung entfernt. Seit sechs Jahren ist er mit seiner Freundin aus dem nahen Geroldswil zusammen, seine Kollegen aus dem Dorf sind ihm wichtig. In der Freizeit zieht es ihn seltener nach Zürich, lieber bleibt er im Limmattal, trifft sich mit Freunden zum Fussball- und Basketballspielen oder Skateboarden auf einem Pausenplatz. Und auf dem «Chlösterli» ist er bei den Begegnungen der Urdorfer Fussballer in der 2. Liga wenn immer möglich dabei. Schönbächler sagt lachend: «Vielleicht bin ich ja doch ein Landei.» Ein ziemlich ausgefallenes, so oder so.


    © Tages Anzeiger

    Da noch die Analyse von Simon Graf vom Tagi:


    Kommentar

    Ein Schritt zurück

    Von Simon Graf


    Es ist im Schweizer Eishockey die Regel, nicht die Ausnahme, dass der Meister im Folgejahr früh scheitert. Die ZSC Lions überstanden immerhin eine Runde. Mit Rang 4 und dem Halbfinal erreichten sie ihre Saisonziele. Trotzdem können sie nicht zufrieden sein. Das Team hatte viele Voraussetzungen, um erneut sehr weit zu kommen, war mit Wick, Trachsler und Maurer verstärkt worden. Doch es gewann gegen ein starkes Gottéron nur ein Spiel. Dies allein mit der Qualität des Gegners und fehlendem Wettkampfglück zu erklären, greift zu kurz. Zum einen gelang es Coach Marc Crawford nur mangelhaft, sein Team auf Fribourg und dessen Paradelinie einzustellen. Zum anderen geriet den Zürchern ihre ungeschickte Ausländerpolitik zum Verhängnis.

    Meisterschaften gewinnt man dank des starken Schweizer Kerns. Aber gute Ausländer sind eine notwendige Ergänzung. 2008 waren dies Sulander, Suchy, Sejna und Pittis. 2012 brillierte Tambellini, sorgten McCarthy und Pittis für Stabilität, gab Kolnik den Anstoss. Nun genügte einzig Shannon höheren Ansprüchen. Sportchef Edgar Salis muss sich vorwerfen lassen, zu lange an eine wundersame Erstarkung Lashoffs geglaubt und keinen zusätzlichen Ausländer fürs Playoff engagiert zu haben. Crawford verzichtete sogar oft darauf, das Kontingent auszuschöpfen, weil Tremblay vom Farmteam nicht genügte. Der früh wieder nach Übersee entschwundene Brulé war ein Risiko gewesen, das sich nicht auszahlte. Dass auch Tambellini plötzlich abreiste, Lehtonen die hohen Erwartungen nicht erfüllte und McCarthy ausfiel, war eine Ansammlung ungünstiger Umstände.

    Wenn man sich vor Augen führt, was mit besseren Ausländern hätte sein können, erscheint diese Saison als eine verlorene. Zumal der konservativ coachende Crawford einen zu kurzfristigen Fokus hatte. Routiniers hatten ihren Platz garantiert, die aufstrebenden Jungen wie Cunti, Kenins oder Schäppi mussten sich ihre Eiszeit mühsam verdienen, die Teenager Hächler und Phil Baltisberger wurden nicht oder zu spät eingebaut. Crawfords Team wusste zwar oft spielerisch zu gefallen, aber es gelang dem Kanadier nicht, es aufs Playoff hin weiterzuentwickeln. Nun gehen mit Ambühl und Monnet die besten Torschützen. Nilsson kommt, ist aber eher ein Vorbereiter. Die Aufgabe von Salis ist es, die Lücken mit Ausländern zu schliessen – mit einem spielstarken Verteidiger und zwei Goalgettern. Wenn er ein besseres Händchen hat als zuletzt, sind die Perspektiven gut. Denn das Schweizer Korsett ist stabil. Vielleicht war diese Saison ja auch nur der Schritt zurück, um zwei vorwärts zu machen.

    © Tages Anzeiger
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    Die ZSC-Spieler in der Einzelkritik

    Fehlgriff Lashoff, Überraschung Maurer und Playoff-MVP Kenins

    (sg.)


    Tor Lukas Flüeler (24): Eine solide Saison, doch im Vergleich zum Vorjahr konnte er sich im Playoff nicht mehr steigern.

    Tim Wolf (21): Ohne Zweifel ein Goalietalent, obschon er bei seinen wenigen NLA-Einsätzen nicht so glücklich agierte.

    Verteidigung Severin Blindenbacher (30): Abgesehen vom Faustschlag gegen Reto von Arx eine ruhige Saison. Man darf mehr erwarten.

    Patrick Geering (23): Er ist einer der besten NLA-Verteidiger geworden. Seine Fehler sind an einer Hand abzuzählen.

    Cédric Hächler (19): Der nächste junge Stammspieler. Aber unerklärlich, wieso er als Powerplay-Spezialist spielte.

    Matt Lashoff (26): Im Umgang mit der Gitarre filigraner als mit dem Stock. Rechtfertigte den Ausländerplatz nicht.

    Marco Maurer (24): Eine positive Überraschung. Erstaunlich diszipliniert, tut der ZSC-Defensive mit seiner Masse gut.

    Steve McCarthy (32): Der Pechvogel. Bestritt nur zwei Playoff-Spiele und dürfte kaum einen neuen Vertrag erhalten.

    Daniel Schnyder (27): Erkämpfte sich mit seinem Eifer und seiner Vielseitigkeit einen neuen Einjahresvertrag.

    Mathias Seger (35): Eine sehr gute Saison des klaren Leaders auf und neben dem Eis. Er scheint nicht zu altern.

    Andri Stoffel (24): Bis zu seinem Ausfall im Januar (Rücken) fiel er kaum auf – für einen Verteidiger kein schlechtes Zeichen.

    Sturm Andres Ambühl (29): In der Qualifikation der beste Torschütze, im Playoff aber nicht mehr so stark wie im Vorjahr.

    Chris Baltisberger (21): Der dankbare Flügel etablierte sich in der NLA – schnell und kräftig, aber nicht torgefährlich.

    Patrik Bärtschi (28): Am Einsatz mangelt es bei ihm nie, aber nach dem Kreuzbandriss fehlt die nötige Explosivität.

    Mark Bastl (32): Der Allrounder trug mit seiner Cleverness und Gradlinigkeit zum Funktionieren der Linie mit Monnet bei.

    Dustin Brown (28): Der Lockout-Gast liess sich hier zum Dribbeln und Künsteln verleiten. Und das ist nicht sein Spiel.

    Gilbert Brulé (26): Nach 14 torlosen Partien hatte er genug. Die Fortsetzung seiner Karriere ist noch offen.

    Cyrill Bühler (29): Der Teamspieler musste sich die Gunst Crawfords hart erkämpfen. Nun kehrt er zu Kloten zurück.

    Luca Cunti (23): Zeitweise überragend, aber nicht mehr im Playoff. Sein Potenzial ist noch längst nicht ausgeschöpft.

    Ronalds Kenins (22): Der beste Mann im Playoff. Unermüdlich und kräftig – an ihm wird der ZSC noch viel Freude haben.

    Mikko Lehtonen (25): Er hat Qualitäten im Abschluss, erzielte dafür aber zu wenig Tore. Erstaunlich zweikampfschwach.

    Thibaut Monnet (31): Verabschiedete sich mit einer starken Saison. 115 Tore in sechs Jahren – man wird ihn vermissen.

    Reto Schäppi (22): Fiel nach einem guten Start in ein Loch, überzeugte aber im Playoff. Kann er Trachsler verdrängen?

    Ryan Shannon (30): Ein guter Transfer. Allerdings konnte sich der smarte Center im Playoff nicht mehr so oft durchsetzen.

    Jeff Tambellini (28): Ihn hätten die ZSC Lions im Playoff gut gebrauchen können. Spielt nächste Saison im hohen Norden.

    Morris Trachsler (28): Der clevere Zweiweg-Center trug zur Stabilität bei. Unspektakulär, aber wertvoll.

    Roman Wick (27): Mit seinem Spielwitz, Speed und seiner Reichweite ein grosser Gewinn. Bester Punkteschnitt.

    Nicht beurteilt: Phil Baltisberger, Camperchioli, Gobbi,Tremblay, Ulmann,Widmer,Zangger.

    © Tages Anzeiger

    Das seit de Chef:


    "Ich hoffe, dass Crawford bleibt"

    ZSC-Sportchef Edgar Salis blickt nach dem Halbfinal-Aus gegen Fribourg bereits wieder nach vorne.

    Mit Edgar Salis sprach Simon Graf, Zürich

    Haben Sie das Ausscheiden gegen Fribourg schon verdaut?

    Verdaut? So schnell geht das nicht. Und man realisiert das Ausscheiden ohnehin erst richtig, wenn man sieht, dass die anderen noch weiterspielen.

    Welches Gefühl überwiegt bei Ihnen nach dieser Saison?

    Es ist eine Mischung. Kämpferisch und spielerisch kann ich dem Team nichts vorwerfen. Es ist schwierig, zu akzeptieren, dass wir den Titel nicht verteidigen konnten. Aber im Grossen und Ganzen müssen wir zufrieden sein.

    Obschon die ZSC Lions im Playoff 7 von 12 Spielen verloren haben?

    Auf dem Papier sieht das nicht gut aus. So wie das 1:4 gegen Fribourg nicht gut aussieht. Fribourg war besser. Das müssen wir akzeptieren. Aber das Ergebnis täuscht. Wir waren extrem nahe dran.

    Was fehlte?

    In gewissen Schlüsselszenen das Glück, das wir bei unserer Wende gegen Davos gehabt hatten. Und das uns auch letztes Jahr hold gewesen war. Man kann im Sport nicht alles steuern. Manchmal braucht man auch etwas Glück.

    Wie erlebten Sie die Mannschaft am Donnerstag spätabends?

    Die Enttäuschung war riesig. Und ich spürte auch das Unverständnis über die Schiedsrichterleistung. Eine verlorene Schlacht tut immer weh. Wenn man da in die Garderobe kommt, sind alle am Boden. Auf dem Massagetisch lag einer, der zusammengenäht werden musste. Einem anderen musste der Finger geschient werden. Es war eine Mischung aus Schmerzen, Enttäuschung und Hilflosigkeit. Man trainiert das ganze Jahr auf ein Ziel hin, und plötzlich ist alles vorbei. Das zu akzeptieren, ist nicht einfach.

    Was machte Meistertrainer Bob Hartley besser als Marc Crawford?

    Die Fakten sagen, dass wir letztes Jahr Meister wurden und diesmal im Halbfinal scheiterten. Aber ich finde nicht, dass Hartley den besseren Job gemacht hat als Crawford. Beide sind sehr gute Trainer, sind gut strukturiert, tun alles für den Erfolg. Ich sehe in ihrer täglichen Arbeit keinen grossen Unterschied.

    Müssen Sie bei Crawford auch befürchten, dass er trotz laufenden Vertrags (bis 2014) abspringt?

    Hartley hatte keine Ausstiegsklausel und ging trotzdem, Crawford hat eine. Stand heute gehe ich davon aus, dass er bleibt. Und das hoffe ich auch. Denn wir wollen auf dem Trainerposten endlich Stabilität hineinbringen. Aber wenn man Trainer mit einem gewissen Renommee hat, muss man damit leben, dass NHL-Clubs die Fühler nach ihnen ausstrecken.

    Hand aufs Herz: Was wäre mit besseren Ausländern möglich gewesen?

    Das ist eine hypothetische Frage. Wir hatten gegen Davos und Fribourg nicht die schlechteren Ausländer. Aber natürlich ist es bei den Ausländern nicht so gelaufen, wie wir uns das vorgestellt hatten.

    Jeff Tambellini war Hartleys Liebling gewesen. Konnte man nicht vorhersehen, dass er unzufrieden sein würde unter einem neuen Trainer?

    Dafür gab es keine Anzeichen. Kurz bevor er davonlief, war noch eine Vertragsverlängerung andiskutiert worden. Seine Abreise kam aus heiterem Himmel. Er war in der Pause noch mit Flüeler in London gewesen. Ich weiss immer noch nicht genau, was wirklich vorgefallen ist. Was er uns sagte, dass er die Lust verloren habe, nicht zufrieden sei mit seiner Rolle, klingt für mich nach einer faulen Ausrede.

    Bereuen Sie, dass Sie statt Tremblay nicht noch einen zusätzlichen Ausländer verpflichteten?

    Eigentlich nicht. Man muss auch schauen, was der Markt hergab. Davos holte Polak, Lugano Linglet und Rosa, Fribourg Suschinski. Keiner hatte einen Lottosechser. Jeder Spieler, der so spät erhältlich ist, hat eine Geschichte. Der beste Transfer war jener des SCB mit Bednar. Ich verstehe die Frage nach den Ausländern. Es ist nicht alles rundgelaufen. Aber was kann man tun, wenn zwei davonlaufen? So etwas hatte ich noch nie erlebt.

    Ihre grosse Herausforderung ist nun, drei gute Ausländer zu finden.

    Ja, das ist so.

    Was schwebt Ihnen vor?

    Wir sind in Kontakt mit einigen Spielern, aber es ist noch nichts spruchreif.

    Ihre Erfolgsquote bei den Ausländern ist nicht gerade gut. Woran liegt das?

    Diese Aussage will ich so nicht stehen lassen. Manchmal hatte ich ein glückliches Händchen, manchmal weniger. Es gibt keine Garantie, dass ein Ausländer reüssiert. Nehmen wir das Beispiel von Cory Murphy. Er kam mit grossen Vorschusslorbeeren und fand bei uns zwei Jahre sein Spiel nicht. Und jetzt ist er in Russland einer der besten Verteidiger.

    Ist es besonders schwierig in Zürich für Ausländer?

    Wenn man zurückschaut, sieht man, dass wir meist Erfolg hatten mit mannschaftsdienlichen Ausländern. Der einzige Goldhelm-Typ war Robitaille. Aber der war ein sehr eigenwilliger Charakter. Der ZSC hat nicht so viel falsch gemacht bei den Ausländern. Sonst hätten wir nicht die erfolgreichste Mannschaft im neuen Jahrtausend sein können. Wir hatten immer einen starken Stamm von Schweizern. Die beanspruchen auch ihren Platz im Powerplay, in den ersten beiden Linien. Bei uns steht der Ausländer im Powerplay nicht zwei Minuten auf dem Eis. Das muss man auch bedenken.

    Was suchen Sie nun? Zwei Flügel und einen Verteidiger?

    Das ist noch offen. Es könnten auch zwei Verteidiger und ein Flügel werden.

    Wie ersetzen Sie die Tore von Ambühl und Monnet?

    Von Nilsson versprechen wir uns schon einiges. Dann kommt sicher noch ein torgefährlicher Ausländer. Zudem zeigt der Weg von Jungen wie Kenins, Cunti oder Schäppi nach oben.

    Hartley baute viele junge Spieler ein, unter Crawford hingegen schaffte kein Junger den Durchbruch. Ein Kritikpunkt?

    Nein. Man kann nur einbauen, was da ist. Man hat nicht jedes Jahr einen Cunti oder Kenins. Crawford hat den Weg weiterverfolgt, den wir unter Hartley eingeschlagen hatten. Aber wir können nicht davon ausgehen, dass wir immer zwei, drei Junge einbauen. Sonst hätten wir ja alle fünf Jahre eine neue Mannschaft. Aber unser Weg stimmt. Wir haben die meisten eigenen Spieler und das jüngste Team. Was bei uns Walter Frey und Simon Schenk vor 15, 16 Jahren begonnen haben, beginnt Früchte zu tragen.

    Was ist Ihnen lieber: eine Saison mit Rang 7 und dem Titel oder eine solche geruhsame Saison wie die vergangene und mit dem Halbfinal?

    Für meine Gesundheit war die vergangene Saison wahrscheinlich besser. (lacht) Aber logisch, wenn man Meister wird, ist egal, ob man vorher vier, fünf Monate unten durch musste.

    Wer wird nun Meister?

    Wenn Zug in den Final kommt, tippe ich auf Fribourg. Aber wenn die Berner nochmals das Ruder herumreissen, schlagen sie auch Gottéron.

    Was kann man nächste Saison von den ZSC Lions erwarten?

    Dass wir spielerisch dort weiterfahren, wo wir waren. Und dass wir eine hungrige, kämpferische Mannschaft präsentieren. Wer ein Ticket kauft, soll Freude haben an unserem Team. Das ist uns in dieser Saison nicht so schlecht gelungen.

    © Tages Anzeiger