Den ZSC Lions glückt die Revanche
Mit einem 2:1 in einem kampfbetonten zweiten Derby rehabilitierten sich die Stadtzürcher für das 0:5.
Von Simon Graf, Zürich
Als der finale Klotener Ansturm vorbei war, die Schlusssirene ertönt und der Jubel für Hallenstadion-Verhältnisse euphorisch, legte ZSC-Goalie Flüeler seinen Kopf erschöpft aufs Eis. «Es war eine chaotische letzte Minute», erzählte er später. Und: «Ich habe mich soeben bei Geering dafür bedankt, dass er auf der Linie noch für mich gerettet hat.» Flüeler war bei einem Versuch Wicks schon geschlagen gewesen, doch der Verteidiger half in letzter Sekunde aus. Die Szene war sinnbildlich für die Stadtzürcher, die im zweiten Derby zwar kein grosses Eishockey zeigten, aber eine solidarische Mannschaftsleistung. Und Flüeler frohlockte: «Wir haben es genau richtig gemacht, das Klotener Tempo mit unserer Härte gebremst.» Wie sehr sich die ZSC Lions vorgenommen hatten, das 0:5 vom ersten Kantonsduell vergessen zu machen, war vor allem im Startdrittel augenfällig. Immer wieder mussten Klotener krachende Checks einstecken, in der 8. Minute DuPont eine Attacke von Pittis am Limit des Erlaubten. Der Verteidiger sackte an der Bande zusammen, und Coaches und Teamkollegen mussten einige bange Sekunden erdulden, ehe sich der Kanadier unversehrt wieder erhob. Den Stadtzürchern gehörte das erste Drittel, in dem Cunti (14.) sie mit seinem ersten Tor für die ZSC Lions in Führung schoss. Den verhalten gestarteten Klotenern das zweite, als die Gastgeber ihren Anfangselan zu büssen schienen und Lemm (28.) zum 1:1 ausglich.
Drei Siege mit Flüeler im Tor
Die Partie hätte danach auf beide Seiten kippen können, die ZSC Lions waren glücklicher. In der 49. Minute prallte im Powerplay ein Schuss Schnyders vom Rücken Ambühls über die Verteidiger und Rüeger ins Tor. «Ich hatte keine Ahnung, wo der Puck war», sagte ZSC Coach Bob Hartley schmunzelnd. «Aber plötzlich sah ich, dass die Fans jubelten. Das ist immer ein gutes Zeichen.» Den Minimalvorsprung brachte sein Team mit zähem Kampf über die Zeit. Auch dank dem starken Flüeler, der seit drei Spielen wieder im Tor steht und seitdem acht von neun möglichen Punkten geholt hat. «Im Moment macht er mir mit seinen Leistungen die Entscheidung, wen ich ins Tor stellen soll, sehr einfach», lobte ihn Hartley.
«Das 5:0 im ersten Duell war zu hoch gewesen», sagte Flüeler. «Diesmal war es wieder ein Derby, wie wir es gewohnt sind, umkämpft bis zuletzt. Und so muss es auch sein, das gefällt den Zuschauern.» Derweil die Flyers in luftiger Höhe in der Tabelle noch um ihre Stilsicherheit ringen, arbeiten sich die ZSC Lions langsam nach oben. «Gewinnen ist eben ansteckend», stellte Hartley zufrieden fest. Und gegenüber einem schwedischen Journalisten, der ihn zu Nylander befragte, der an diesem Abend nur eine Nebenrolle gespielt hatte, schwärmte er: «Mit seiner Ruhe und Erfahrung bringt er uns unheimlich viel. Er darf so lange bleiben, wie er will.»
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Mein Senf: Wenn sie doch nur immer so spielen würden wie im ersten Drittel! Und nun bitte das Ganze während drei Dritteln, danke! 