Schubiger
Der Einzug des GC-Trikots
Der kleine Schubiger war ausser sich. Und Schubiger versuchte, mit seiner Niederlage klarzukommen. Es war der vierte Geburtstag des kleinen Schubiger. Aus einem Päckchen hatte er ein Trikot herausgerissen. Ein Fussball-Trikot. Ein GC-Trikot. Und der kleine Schubiger strahlte nicht nur, als er das Ding in den Händen hielt. Er kreischte, jubelte und hüpfte herum, bevor er aus einem zweiten Päckchen eine GC-Hose zog. Und aus einem dritten eine GC-Mütze. Rekordmeister stand darauf. Es war ein Stich in Schubigers Herz. Schubigers Schwester hingegen, Gotti des kleinen Schubiger, lächelte zufrieden vor sich hin.
Schubiger fragte sich, ob er den kleinen Schubiger überhaupt schon einmal so glücklich gesehen hatte wie in diesen Momenten. Und Schubiger fragte sich, wie es so weit hatte kommen können. Natürlich hatte er gewusst, dass der kleine Schubiger sein Gotti heiss liebte wie auch Cousinen und Cousins, allesamt so treue Mitglieder der GC-Family. Er hatte trotzdem nie das Gefühl gehabt, Gegensteuer geben zu müssen. Er hatte dem kleinen Schubiger in diesem Frühling nicht ganz ehrlich, aber taktisch klug nichts erzählt vom unangenehm wachsenden Rückstand des FCZ auf die neu guten Grasshoppers. Und er fühlte sich fussballerziehungstechnisch sowieso auf dem Erfolgsweg, nachdem der kleine Schubiger wiederholt und vehement den Kauf eines Liverpool-Trikots gefordert hatte.
Am Abend des Geburtstagsfestes sassen Schubiger, Frau Schubiger und Götti Schneider auf dem Balkon, es waren Trauermomente der FCZ-Fraktion. Schneider schlug vor, das Göttimandat abzugeben und beim kleinsten Schubiger zu übernehmen, weil er dort noch Hoffnung auf eine korrekte Erziehung sehe. Schubiger lächelte nur kurz. Er wusste, dass er dieses Debakel verantwortete. Mit seinen Sorg- und Nachlässigkeiten hatte er das Spiel um den kleinen Schubiger so dilettantisch verloren, dass er bestens zum FCZ 2010 passte.