Bissige Löwen, souveräner Sulander
Die ZSC Lions ringen Lugano 3:2 nach Penaltyschiessen nieder und stoppten ihre Negativserie.
Von Simon Graf, Lugano
Die Playoff-Aufstellung haben die Lions offenbar gefunden. Jetzt fehlt nur noch die Playoff-Form. Zwei Tage nach dem Heimdebakel gegen Ambri machten sie in Lugano einen Schritt in die richtige Richtung. Mit einem 3:2 nach Penaltyschiessen beendeten sie ihre Niederlagenserie bei drei Spielen. Matchwinner war wie schon Ende September beim ersten Trip ins Südtessin Ari Sulander, der vier von fünf Penaltys hielt und sich nur von Hamilton bezwingen liess, dem besten Penaltyschützen der Liga. Für die Lions trafen Alston und zum Abschluss Gardner, der sein Siegestor enthusiastisch bejubelte und an der Seite von Rückkehrer Wichser einen seiner besseren Abende in jüngerer Zeit hatte.
Die zwei Punkte bedeuten zwar, dass die ZSC Lions im Kampf im Rang 4 gegen das siegreiche Davos weiter zurückfielen. Doch dieser Wettlauf wird im direkten Duell entschieden: Heute empfangen die Zürcher den HCD, gleich nach der Pause gastieren sie im Kurort. Mit zwei Dreipunkte-Siegen würde sich der ZSC Heimrecht im Playoff sichern – und erst noch einen psychologischen Vorteil für die wahrscheinliche Serie gegen den Meister.
Alstons Geniestreich
Gegen Lugano zeigten sich die Löwen bissig wie schon lange nicht mehr. Sie teilten in den ersten zwei Dritteln zahlreiche krachende Checks aus und drängten die Tessiner immer mehr zurück. Doch weil ihre Schussqualität Wünsche offen liess, lagen sie nach 40 Minuten 1:2 zurück. Alston glich in der 49. Minute mit einem Geniestreich aus, danach lieferten sich die beiden Teams einen intensiven Schlagabtausch vor zwei überzeugenden Goalies.
Sulander rechtfertigte in seinem erst vierten Einsatz 2010 die Wahl der Coaches, die planen, mit ihm ins Playoff zu steigen. Die gestrige Formation mit Sulander, Suchy, Pittis und Down als Ausländern soll nun jene des Vertrauens sein. Das heisst, dass Trudel und Sejna, zwei Stürmer von grossem Renommée, bis auf weiteres zuschauen müssen. Und dem Vernehmen nach sollen sich die ZSC Lions mit Down, der für einmal wirkungslos blieb, auf einen Zweijahresvertrag geeinigt haben. Doch wohl, um nicht für noch mehr Unruhe zu sorgen, wurde dies nicht kommuniziert.
Dass fürs Erste klar ist, wer spielt und wer nicht, schien einen positiven Einfluss auf die Leistungsbereitschaft zu haben. An jenen, die nun dabei sind, ist es, bis zum Playoff zu zeigen, dass sie die Richtigen sind. Pittis gelang gestern die stärkste Leistung seit seiner Rückkehr, Suchy zeigte leicht steigende Tendenz, Sulander stellte wieder einmal unter Beweis, dass er nicht allzu viel Spielpraxis braucht, um in Form zu bleiben.
Mein Senf: Dänn mues ich also Gott sei Dank de Flüeler nüme länger erträge.....Danke!
