scho nöd easy so ganz allei is usland, niemert wo richtig kännsch und alles sind Konkuränte! Miis wärs nöd!
Pius Suters NHL-AussichtenWeihnachten mit der Playstation im Hotelzimmer
Pius Suter startet sein NHL-Abenteuer in Chicago in Quarantäne. ZSC-Coach Rikard Grönborg ist überzeugt, dass er reüssieren wird.
Simon Graf
Publiziert heute um 15:03 Uhr
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Nicht zu stoppen: Pius Suter in seinem vorerst letzten Spiel in der Schweiz gegen die Lausanner Kenins (links) und Grossmann (rechts).
Foto: Pascal Muller (Freshfocus)
Für viele ältere Menschen gibt es wegen des Coronavirus einsame Weihnachten. Auch für Pius Suter gibt es diesmal ein spezielles Fest: alleine im Hotelzimmer in Chicago. Am Dienstag reiste er mit dem einzigen Swiss-Direktflug des Tages in die «Windy City», dort muss er nun zuerst einmal sieben Tage in Quarantäne und wird er viermal getestet, obschon er die Corona-Erkrankung im Oktober schon durchgemacht hat. «So ist das Protokoll der NHL», sagt Suter. «Erst dann darfst du aufs Trainingsgelände.»
Immerhin hat er eine kleine Küche in seinem Zimmer im Residence Inn Chicago Downtown, und um sich die Zeit zu vertreiben, hat er die Playstation eingepackt. Zudem helfen Netflix und natürlich Facetime, um mit den Liebsten zu Hause in Kontakt zu bleiben.
Es ist für Suter ein seltsamer Start in sein NHL-Abenteuer, doch ihn scheint das nicht gross zu stören. «Ich hatte nicht erwartet, an Weihnachten noch zu Hause zu sein. Und ich bin offen für alles.» Um sich im Zimmer fit zu halten, hat er Therabänder mitgenommen. Und in den Corona-Zeiten verinnerlichten die Hockeycracks ja die zahlreichen Übungen mit dem Eigengewicht.
Am 3. Januar beginnt das kurze Trainingscamp der Blackhawks, am 13. startet die auf 56 Spiele verkürzte Regular Season. «Es ist für Suter ein grosser Vorteil, dass er in der Schweiz gespielt hat», sagt Chris Johnston, NHL-Experte beim kanadischen Broadcaster Sportsnet. «Die meisten im Team haben seit August keine Partie bestritten.» Johnston ist überzeugt: «Er wird auf jeden Fall seine Chance bekommen. Die Blackhawks befinden sich im Neuaufbau. Allerdings sind sie im Sturm noch am stärksten besetzt.»
Die Covid-Regeln würden zudem begünstigen, dass der 24-Jährige die ganze Saison mit Chicago verbringen werde. Denn als Spieler mit einem Entry-Level-Vertrag könne er auch problemlos in die sogenannte Taxi-Gruppe versetzt werden, ohne dass sich sein Status ändere. Weil damit zu rechnen ist, dass immer mal wieder Spieler wegen des Coronavirus ausfallen, darf jedes Team zu den 23 Spielern im Kader noch vier bis sechs weitere Spieler mitführen. Und diese trainieren auch regulär mit und können jederzeit einspringen. Ob die Farmliga AHL überhaupt spielt, ist ja noch offen.
Suter kennt keinen zukünftigen Teamkollegen in Chicago näher, auch nicht Philipp Kuraschew oder Dominik Kubalik. Dafür aber Marc Crawford, einen der drei Assistenzcoachs. Für den Kanadier war 2015/16 die letzte ZSC-Saison, für Suter die erste. Und mit 14 Toren fügte er sich damals als 19-Jähriger gleich blendend ein. Als er in Chicago unterschrieb, hatte Suter mit Crawford Kontakt per SMS. In den letzten Monaten indes nicht mehr.
Neben Superstar Kane?
Der wertvollste National-League-Spieler der letzten Saison stürzt sich also relativ unbelastet in sein NHL-Abenteuer. Wer seine direkten Konkurrenten um einen Platz im Team seien, habe er nicht analysiert. «Ich muss einfach schauen, dass ich meine Leistung bringe.» Einer seiner Konkurrenten, Alexander Nylander, verpasst jedenfalls wegen einer Knieoperation die ganze Saison. Die Hockey-Site «Daily Faceoff» sieht Suter in der zweiten Linie mit Superstar Patrick Kane.
In den vergangenen Monaten investierte der Zürcher noch etwas mehr ins Krafttraining und arbeitete während der beiden ZSC-Quarantänen, während der er trainieren konnte, individuell an Schlittschuh-, Stock- und Schusstechnik. «Dass ich ab November mit dem ZSC spielen konnte, war sicher gut», sagt er. «Und es war auch spassiger, als die Zeit alleine zu überbrücken.»
Acht Spiele, acht Siege
Auch für die ZSC Lions lohnte sich sein Engagement: Sie gewannen mit ihm inklusive Cup alle acht Partien, nahmen Schwung auf. «Er hat uns sehr geholfen», sagt ZSC-Coach Rikard Grönborg, «in allen Bereichen des Spiels.» Der Schwede gab ihm pro Spiel rund 18 Minuten Eiszeit, in allen Situationen. Nur Sven Andrighetto spielte von den Stürmern ein paar Sekunden mehr.
Grönborg ist sehr zuversichtlich, was die NHL-Chancen von Suter betrifft: «Seine grösste Stärke ist sein Hockey-IQ. Ich habe nur wenige Spieler gecoacht, die so smart sind wie er. Und ich habe als schwedischer Nationalcoach einige gute Spieler gecoacht.» Suter müsse nichts gross verändern, einfach seine Stärken ausspielen, sagt Grönborg. «Er ist keiner, der die Gegner mit seiner Wucht wegdrückt. Aber ist im Kopf wie mit den Beinen sehr schnell. Und in diese Richtung bewegt sich das Spiel in der NHL.»
«Wenn Kubalik ist wie Messier, ist Suter wie Gretzky. Seine grösste Stärke ist sein Hockey-IQ.»
ZSC-Coach Rikard Grönborg
Der Tscheche Kubalik, Suters Vorgänger als Schweizer Topskorer, zeigte vergangene Saison ja, wie man sich auf Anhieb in der NHL profiliert. «Sie sind beide grossartige Spieler, aber auf unterschiedliche Weise», sagt Grönborg. «Kubalik spielt physischer, Suter ist noch cleverer. Wenn ich sie charakterisieren müsste, würde ich sagen: Kubalik ist wie Mark Messier, Suter wie Wayne Gretzky.»
Klingt gut. Man darf gespannt sein, wie schnell der Schweizer Gretzky in der NHL ankommt.