Hoi zäme, melde mich nach 5 Jahren zurück, weil ich zuviel Eishockey-freie Zeit habe...
Der nachfolgende Brain-Dump ist entsprechend lang, hehe:
Für mich hat die Mannschaft unter Wallson gegenüber der letzten Saison einen Schritt vorwärts gemacht: Die Pässe sind konstant genauer und die Entscheide fallen schneller. Zudem macht es mehr Spass, dem Team zuzuschauen, auch wenn die Playoffs wieder verkackt wurden. Dass die Trainer nach einem Jahr nicht in Frage gestellt werden ist richtig, zumal sie offenbar eine im Sommer falsch trainierte Mannschaft übernehmen mussten.
Meine Bedenken zu den Trainern: Ihr Spielsystem (bereits in Skelleftea in den paar Partien, die ich geschaut hatte) lebt von "steter Tropfen höhlt den Stein", d.h. Angriff, Angriff, Angriff. Ob dieses Spielsystem mit im Skill-Berech weniger gut ausgebildeten Spielern (im Vergleich zu den schwedischen Spielern) funktioniert, muss sich erst noch weisen.
Hier kommt für mich auch der gemeinsame Nenner der drei letzten Jahre zusammen: Wir sind 3x angeblich am gegnerischen Goalie gescheitert (wir waren im Final gegen Davos, dann gegen Bern und auch dieses Jahr gegen Lugano über weite Strecken feldüberlegen, aber machten die Tore nicht). Es liegt nicht am Goalie, die Schusstechnik unserer Jungs ist penibel (selbst im Vergleich zu anderen Schweizer Teams: HCD und SCB). Natürlich ist es nicht nur die Schusstechnik alleine, sondern insgesamt fehlt mir bei unseren Jungs das Gespür dafür, was gefährlich wird und was nicht. Dass dies über so viele Spieler verteilt bei uns ein Problem darstellt, muss man auch dem Ausbildungssystem ankreiden und es besteht Handlungsbedarf (der Z darf sich nicht auf den Lorbeeren ausruhen, auch wenn man ab und zu einen Nachwuchstitel holt).
Das ist für mich im Moment das Grundübel, das bekämpft werden muss. Sowohl beim HCD als auch beim SCB setzt man seit Jahren auf Schusstrainer. Beim Z baut man auch einen eigenen Mann auf, was sicher schon mal ein gutes Zeichen ist. Ich denke man müsste aber kurzfristig als Notlösung hier intensiv nachhelfen und nicht darauf warten, dass der eigene Mann die entsprechenden Fähigkeiten angeeignet hat. Und eben: Skill-Coaching ist nicht Sache der Mannschaftstrainer. Da kann man es nicht bei den normalen Trainings belassen, wenn man heute Erfolg haben will im Profi-Eishockey!
Zum Sportchef: Ich persönlich war nie ein Fan von Salis als Sportchef (als Person schon). Die einzige wirklich geile Aktion war Auston Matthews. Diese Saison wird mir noch Jahre in Erinnerung bleiben, auch wenn wir keinen Erfolg hatten. Ganz geil! Sonst waren die Zuzüge meistens unglücklich (es gab natürlich auch Treffer, was bei der Summe an Spieler rein statistisch vermutlich jeder erreicht hätte). Dass er jetzt ausgerechnet für das Scouting zuständig sein soll, ist bitter...
Als Ersatz hätte ich am liebsten Alston oder Kläy gesehen. Auf die News von Müller reagierte ich zunächst stark verärgert, aber langsam wächst bei mir der Glaube, dass das allenfalls eine gute Wahl sein könnte. Bei den Ausländern hat er jedenfalls für weniger Geld schon mehr Leistung erhalten als Salis. Und die Trainerwahl fand ich eigentlich auch gut und mutig.
Insgesamt glaube ich, dass wir mit dieser Mannschaft auf einem guten Weg sind, falls die richtigen Schritte eingeleitet werden. Allerdings besteht auch die Möglichkeit, dass etwas mit dem Team fundamental nicht stimmt. Ich bin mir in dieser Hinsicht nicht sicher und meine Meinung ist nicht stabil. Das wäre dann aber schwieriger zu lösen (da reicht ein neuer Sportchef oder neue Trainer nicht).
Jedenfalls freue ich mich bereits auf die neue Saison, auch wenn wieder ein langer Sommer bevor steht...
Hopp ZSC
/Balz