Beiträge von snowcat

    Zitat von Larry

    Ich kenne im meinem Bekanntenkreis niemand der nicht mehr an die ZSC Spiele geht, im Gegenteil, heute haben alle eine Saisonkarte.


    ui, nein, gibt nicht wenige, welche seit 1998 gar nicht mehr oder nur am anfang noch regelmässig in der halle waren. aber spätestens seit mitte 00-er jahren zu reinen modefans und playofftouristen moutiert sind. klar, spreche ich hier hauptsächlich für mich, bin aber nicht der einzige! und das publikum das seither angezogen wurde ist definitiv aus einem anderen holz geschnitzt als das zsc publikum der 70-90-er jahre! was jetzt keine wertung bezüglich „besser“ oder „schlechter“ sein soll! höchstens eine in „lauter/stimmungsvoller“ und „leiser“...

    ABER: meine idee ist tatsächlich eine sk in der neuen halle. mind. das erste jahr um mir das ganze mal anzusehen. ausserdem steht dann die halle endlich in zürich! wer in zürich nord hockey sehen will, für den gibts ja chloote! :mrgreen:


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    Zitat von Larry

    Wie gesagt: GC wird es weiter geben!


    im moment sicher, aber zu 90% unter den unten beschriebenen voraussetzungen. voraussetzungen welche fürs selbstverständnis dieses clubs schlicht nicht akzeptabel sind. die letzten paar getreuen wenden sich auch noch ab, viele neue fans werden nicht mehr dazu gewonnen. man versinkt so schleichend in der versenkung. entweder liquidation oder rückstufung auf stufe red star, yf etc.

    Was aber passiert, wenn der Verkauf an Fosun doch nicht gelingt? Und GC auch nicht gleich aufsteigt? Wenn es also so ist wie immer in den letzten Jahren, dass ausserhalb der traditionellen Zürcher Kreise keine neuen Mittel zu finden sind?

    Dann gibt es den Club trotzdem weiterhin – wirtschaftlich einfach auf tieferem Niveau als bislang. In der Grössenordnung von 10 Millionen würden die Ausgaben dann noch betragen. Für die Challenge League ist das weiterhin viel Geld.


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    Zitat von Larry

    Ruhig(er) wurde es nach dem Umbau der Halle, aus Bautechnischen Gründen. Aber auch in anderen Hallen ist es nicht mehr wie in den 80er oder 90er Jahren.


    stimmt natürlich alles. ausserdem steigert (dauerhafter) erfolg die erwartungen und macht träge. der funken springt nur noch in extrem situationen und wenns tatsächlich um die wurst geht.

    aber es ist trotzdem so, dass die publikumslosen gc eishockeyaner einen nicht unerheblichen teil des zsc publikums kontinuierlich ausgewechselt haben bzw. dafür sorgten, dass heute leute in die halle kommen, welche sich noch vor etwas über 20 jahren geweigert hätten einen derartigen veranstaltungsort, wie das rauchgeschwängerte hallenstadion, mit seinem primitiven und randständigen publikum zu betreten. war halt nicht gc like so ein ort...die waren halt schon immer etwas besseres, zumindest in ihrer denkart!

    ps. ja, in der neuen halle besteht tatsächlich grund zur hoffnung bezüglich besserer stimmung. andere bauart und vor allem die 1500 stehplätze hinter dem tor.


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    Zitat von Champs-de-Mars

    Mein Kommentar diente ja lediglich der Selbstreflektion zum Thema "keine Stimmung", da ist GC lediglich ein Abbild vom grossen Bruder ZSC. Wobei ich dem GC-Trommler meinen Respekt zolle.


    leider ist es umgekehrt! die zsc lions sind das abbild von gc!

    seit gc im zsc drin ist, wurde es jahr für jahr ruhiger in der halle. aber parallel zur ruhe stieg der erfolg des (ehemaligen) zsc. erfolg gibts halt nicht gratis!


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    Zitat von Larry

    https://www.blick.ch/sport/eishocke…id15768666.htmlEs handelt sich um eine Grippe++ und nicht um Ebola!


    möglich, wäre mir da aber nicht allzu sicher!

    was in china bezüglich virus betrieben wird, ist in ihrem ausmass nicht zu übersehen. und da sie wirtschaftlich china schwer schaden, auch nicht zu bagatellisieren. die machen das nicht weil ihnen gerade langweilig ist. hier scheint tatsächlich etwas richtig gravierendes vorzufallen.

    die begründung, die epidemie sei durch das essen von fledermäusen in suppe ausgebrochen, ist derart lächerlich, dass hier zweifel an dieser aussage aufkommen müssen. zudem befindet sich das grösste hochsicherheitslabor chinas mit stufe 4 sicherheit in wuhan, also genau da, wo alles begann...


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    Zitat von larlf

    sorry, bin halt nöd us de Ultras Szene, wür mi demfall interessiere was dänn i dem Bericht alles nöd stimmt.


    das zum bispiel:

    P.S.: Eine leere Ultra-Tribüne hat am Ende auch etwas Positives: Es gibt keine Pyro-Ausschreitungen mehr!

    pyro-ausschreitungen? hä? :nixwiss: randale vo de pyros? tüend die sich gägesitig abschlah oder gar azünde? :rofl:

    de bricht chunt mer also au eso vor, als heten de redaktor vo de kultursite gschribe. eine wo ersch no no nie im läbe amene fuessball match gsi isch!


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    Zitat von Der Weise

    Einfach mal 2-3 dieser Hirntoten für minimum 5 Jahre versorgen und das ganze hört Blitzartig auf!


    hört es nicht! das einzige was man machen kann - und auch getan hat und immer wieder tut! - dafür zu sorgen dass im und ums stadion ruhe herrscht. und das ist zu 99,9% der fall. alles andere ist ausserhalb der einflussmöglichkeiten der vereine.


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    Zitat von ZSColin

    Danke Snowcat, interessanter Artikel. Aber ganz so verharmlosen würde ich die ganze Gewalt nicht. Und dass sich der Mensch in der Gruppe
    grösser und stärker fühlt ist ja nun auch keine neue Weisheit.


    ich denke nicht, dass im artikel die gewalt verharmlost wird, sondern der hooligan wird einfach (etwas) demaskiert.

    ich verstehe bis heute nicht, was daran geil sein soll sich die köpfe zu verhauen. menschen die das regelmässig tun, sind in meinen augen in der evolution irgendwo zur bravehart zeit stehen geblieben. als man auch auf dem feld aufeinander zuraste und sich beim 1:1 die köpfe für seine farben einschlug.

    den (echten) hooligans darf man immerhin noch attestieren, dass sie gegeneinander kämpfen und unbeteiligte nicht mit einbeziehen. auch sachbeschädigungen stehen nicht auf deren stundenplan. weich ist es trotzdem!

    aber probleme bereiten den fussballclubs nicht die hooligans der zkh oder ähnlichen gruppierungen, sondern die gewaltbereiten ultras, welche von demolieren von öv transportmitteln über saubannerzüge durch innenstädte, bis hin zum jagen von unbeteiligten oder wehrlosen, nichts auslassen um den eigenen club in misskredit zu bringen.


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    Zitat von Larry

    Sanggalle olé! Die zeigen was möglich wäre (für den FCZ), was möglich ist (in SG)! Habe das ja Hüppi/Sutter nicht wirklich zugetraut, aber Chapeau! Hütte ausverkauft, stehen auf dem 1. Platz und könnten Meister werden! Weiter so!


    eine schöne momentaufnahme, ja. es passt so, wie es beim fcz damals mit favre passte. aber da ist auch sehr viel glück dabei, wenn du die mannschaft nach san gallens kriterien zusammen stellen musst. zugänge durften nichts kosten und waren allesamt in den anderen verein auf dem abstellgleis! das kommt mir doch irgendwie bekannt vor...

    was san gallen jedoch ganz sicher hat (und der fcz nicht...): einen präsidenten, der rigoros aufräumte. finanziell und strukturell. der sportchef scheint freie hand zu haben bzw. die zwei entscheiden gemeinsam. und das beste: obwohl hüppi in der ch sportwelt wahrscheinlich einen bekanntheitsgrad von gegen 100% hat, rhetorisch als sportreporter äusserst geschickt ist und eine kamera ihn kaum einschüchtert, hört und sieht man nicht viel von ihm.

    SO sollte ein präsi funktionieren. womit wir bereits wieder beim kern des fcz problems wären!


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    xamax war in ihren aktionen wirklich grottenschwach. aber eben: der fcz war weder kämpferisch, spielerisch noch taktisch besser als xamax. (fast) jede andere super league mannschaft hätte gestern im letzi gewonnen. hoch gewonnen...

    nzz am sunntig:

    Der FCZ kommt nicht vom Fleck

    Der FCZ-Präsident Ancillo Canepa ist bekannt dafür, dass er besonders leidenschaftlich mit seiner Mannschaft mitfiebert. Und wenn er es nicht mehr aushält vor lauter Anspannung, geht er manchmal in die Tiefgarage des Letzigrund-Stadions und dreht mit seinem Hund Kookie eine Runde. Oder er setzt sich auf die Spielerbank und fiebert mit in der Hoffnung, den Siegtreffer mit Spielern und Staff zu bejubeln. Gestern Samstag wählte Canepa die Spielerbank. Am Ende verliess er ruckzuck seine Angestellten und verschwand im Spielertunnel. Er hatte genug gesehen. Er sah nicht zufrieden aus.

    Seit zwei Jahren ist Ludovic Magnin FCZ-Trainer. Vor kurzem verlängerte Canepa den Vertrag um zwei weitere Jahre, ein Statement, dass der FC Zürich mit dem Romand in die Zukunft gehen will. Nur: Die Zukunft ist irgendwann, die Gegenwart ist jetzt. Und die Gegenwart gegen Xamax war im Wesentlichen nicht anders als in den bisher gezeigten Partien der Rückrunde. Als sich die FCZ-Spieler zur Fankurve bewegten, wurden sie mit Pfiffen empfangen. Dem FCZ geht es gerade nicht so gut.

    Das dachte auch Magnin, als Xamax nach sechs Minuten in Führung ging. Der Xamaxien Ramizi hatte den Ball nach einem abgewehrten Corner ins Zentrum geschossen, der Ball wurde von einem Mitspieler abgelenkt und landete im Tor von FCZ-Goalie Brecher. «Wir haben die Seuche», sagte Magnin auf die Frage, was er nach dem frühen Gegentor gedacht habe. Es war wieder «ein Witz-Tor», wie es der FCZ schon gegen Luzern erhalten hatte, wieder war es ein Gegentreffer, der das Selbstvertrauen von null auf unter null sacken liess. Denn es war ja nicht so, dass der FCZ mit breiter Brust in dieses Spiel gegangen wäre.

    Einen einzigen Punkt hatte er seit der Winterpause geholt und die weiteren drei Spiele allesamt verloren. Das 1:4 vom letzten Sonntag in Genf gegen Servette hatte die taktischen und personellen Schwächen bis aufs Skelett entblösst, der FCZ klapperte nur noch mit morschen Knochen. Das hätte sich gegen die Neuenburger ändern sollen, aber am Ende war es dann eben doch so, dass auch Magnin nicht zufrieden sein konnte mit nur einem Punkt.

    Immerhin spielte der FCZ disziplinierter und etwas besser organisiert als in Genf, aber er war weit davon entfernt, dominant und mit Tempo den Ausgleich zu suchen. Xamax schien auch nicht so recht zu wissen, was es mit der Führung anfangen sollte – das zweite Tor suchen? Abwarten? Während das Team von Coach Joël Magnin noch am Überlegen war, erzielte Kramer den Ausgleich, nachdem Serey Die im Mittelfeld grosszügig Sohm den Weg frei gemacht hatte.

    Xamax hatte mit einem von FCZ-Goalie parierten Kopfball die beste Chance in der zweiten Halbzeit, die den 7700 Zuschauern etwas mehr Unterhaltung, aber nicht besseren Fussball bot. In der Schlussphase versuchte der FCZ, den Sieg zu erzwingen, doch die Aktionen blieben ungefährlich. Auf der anderen Seite stand Nuzzolo bei zwei Kontern im Zentrum des Geschehens. Und als dieser in der Nachspielzeit Anlauf zu einem Freistoss nahm, dachte der FCZ-Trainer etwas, was er später nicht aussprechen wollte. Der Ball ging über Brechers Tor. Magnin war erleichtert, nur gedacht zu haben.

    Stephan Ramming, Zürich

    nzz am sunntig:

    Ihre Gewalt ist banal

    In Basel standen elf Hooligans vor Gericht. Der Strafprozess entstellt eine Szene zur Kenntlichkeit, die von ihrer öffentlichen Dämonisierung lebt. Von Samuel Tanner

    Hooligans leben von ihrem Mythos als mächtige Gestalten aus der Unterwelt des Fussballs. In Zürich haben sie sich über die Klubgrenzen hinweg vereint und nennen sich «Kranke Horde». Im «Blick» gelten sie als «brutal und unerbittlich». Und im Internet kursieren Filmchen, auf denen sie ihre Umgebung in Angst und Schrecken versetzen. Bilder von Hooligans sind immer dunkel und erzählen von der drastischen Gewalt, mit der diese den Fussball beherrschen.

    Nur: Die Realität sieht weit banaler aus.

    In dieser Woche eröffnete das Basler Strafgericht den Prozess gegen eine Gruppe von Hooligans. Sie sollen sich am 19. Mai 2018 an einer Massenschlägerei rund um den Basler St.-Jakob-Park beteiligt haben. An dem Abend spielt Basel gegen Luzern. Erst zwei Stunden nach Abpfiff parkieren etwa vierzig Zürcher Hooligans (verstärkt durch Männer aus Karlsruhe) mit ihren Autos im Basler Lehenmattquartier und stürmen dann auf das Stadion zu, vor dem ein Fest der Basler stattfindet. Laut Anklageschrift gibt es drei Schlägereien, einige Männer werden verletzt, ein schwarzer Jeep Cherokee, mit dem einige der Zürcher fliehen, wird schwer beschädigt.

    Als nach einer halben Stunde die Polizei kommt, löst sich die finale Schlägerei auf. Die Polizisten nehmen Männer fest, die verletzt am Boden liegen, die sich in einem Gebüsch versteckt halten: Hooligans, die nicht fliehen können. Einige von ihnen sitzen wochenlang in Untersuchungshaft. Nun sind sie angeklagt wegen versuchter schwerer Körperverletzung, wegen Raufhandels oder wegen Landfriedensbruchs. Die Staatsanwaltschaft stützt sich auf unscharfe Bilder von Überwachungskameras. Es war schon Nacht, und die Männer trugen entweder eine Art Hooligan-Uniform (die Zürcher erschienen alle in weissen Shirts), oder sie hatten sich vermummt. Ob sich die mutmasslichen Taten beweisen lassen, ist schwierig abzuschätzen.

    Was der Prozess aber zulässt, ist ein Psychogramm der Hooliganszene – anhand der Angeklagten: acht Zürcher, zwei Karlsruher, zwei Basler.

    Vor dem Gerichtsgebäude blitzen ihnen die Fotografen ins Gesicht. Die Hooligans halten Schirme dagegen. Die Masken verleihen ihnen noch einmal eine geheimnisvolle Grösse. Aber im Saal 2 des Strafgerichts Basel-Stadt, wo sie nebeneinander in der ersten Stuhlreihe ­sitzen, fallen diese Masken.

    «Auf der Arbeit den Anschiss»

    Die Richterin befragt sie zu ihrer Person. Der Angeklagte H. sagt: «Ja, ich kann viel erzählen, aber eben ...» Mit drei Jahren kam er aus Syrien in die Schweiz, er lebte im Heim, hat keinen Schulabschluss, keine Lehre – gerade mache er ein Praktikum im Betrieb seines Bruders. «Ich will bei ihm bleiben, ihn unterstützen und so, weisch.» H. ist 25 Jahre alt, hat 30000 Franken Schulden, «Handyverträge und so», ist vorbestraft.

    Der Angeklagte L. hat ein verkniffenes Gesicht und die Hosen weit nach oben gezogen. Er absolvierte eine Maurerlehre, arbeitet heute aber in der Logistik. L. war Mitglied der Kranken Horde, ist vorbestraft, betont aber, die Szene inzwischen verlassen zu haben. Als seine Mutter ihn in der Untersuchungshaft besuchte, habe sie geweint, «das war ein prägender Moment, ich bin ja jetzt doch schon 36 Jahre alt». Der Ausstieg sei aber schwierig: «Das Umfeld ist weg, ich bin dran, aber an den Wochenenden jetzt halt teilweise allein, weil ich nicht so einen grossen Ding, äh, Freundeskreis habe, aber doch, es kommt gut.»

    Der Angeklagte D., ein grosser und kräftiger Mann mit Palästinensertuch und Camouflage-Hosen, hat 120000 Franken Schulden, weil er vor Jahren unter Drogen und Alkohol einen Autounfall baute, den die Versicherung nicht deckte. Ausbildung? «Tueni nohole.» D. ist 35 Jahre alt, er hat einen Privatkonkurs hinter sich und mit seiner Ex-Frau zwei Kinder, für die er Alimente bezahlen muss.

    B. hat eine geregelte Arbeit, ist aber auch vorbestraft. Ö. macht eine Ausbildung in der Informatik und lässt auf die Frage nach seinem Zivilstand protokollieren: «Glücklich verheiratet seit zwei Monaten, und habe eine wunderschöne Ehefrau.»

    Die Männer stellen sich nicht mit einem diabolischen Lächeln vor, sondern eher deprimiert über sich selbst. Es sind gebrochene Biografien, die hier verhandelt werden. Diese Gewalt hat weniger mit Fussball und mehr mit gesellschaftlichem Scheitern zu tun – und ist genau deshalb so schwer zu bekämpfen. Seit Jahrzehnten gibt es keine einfachen politischen Lösungen. Was macht man mit Leuten, die nicht viel zu verlieren haben?

    Der Angeklagte L. sagt, er habe sich überreden lassen «zu diesem Scheiss», weil er «auf der Arbeit den Anschiss» hatte. Inzwischen hat er sich von einem Gewaltberater therapieren lassen, «übers ganze Läbe, ja, es hät mer guet taa.» Der Angeklagte D. besucht einen Therapeuten, weil «meine Frau sagt Ja und Amen zu allem, was ich sage – das macht er nicht. Es ist wie Wellness.» Der Angeklagte Ö. bestreitet, extra für so eine Schlägerei aus Deutschland angereist zu sein.

    «Was haben Sie erwartet?», fragt ihn die Richterin.

    «Nicht so, also, keine Rücksichtslosigkeit, keinen Hass.»

    «Aber Sie sind ja aus einem bestimmten Grund gekommen?»

    «Net wegen so was. Ja.»

    Je länger der Prozess dauert, desto mehr wirkt es, als habe sich an jenem Abend im Mai 2018 eine Art letztes Aufgebot von Hooligans zusammengefunden. Eine seltsam heterogene Gruppe aus jungen ausländischen Kampfsportlern und alten schweizerischen Schlägern, vereint in einer sowohl hilf- wie hoffnungslosen Lust an der Gewalt.

    «Alli morn in Wiss?»

    Als es um die damaligen Ereignisse geht, lässt die Richterin immer wieder Videos an die Wand projizieren. Die Männer schauen ihren Schlägereien konzentriert zu. Man sieht zwei Gruppen, die sich gegenüberstehen, lauernde Männer, die darauf warten, dass etwas ­passiert. Manchmal wagt sich einer aus der Deckung, schlägt zu und zieht sich wieder ­zurück, dann steht man sich wieder gegenüber. Wenn einer am Boden liegt, getrauen sich noch ein paar weitere zuzuschlagen. Als die Zürcher merken, dass sie in Unterzahl ­geraten, hauen sie ab.

    Man muss es so sehen: Die Bilder von diesem Abend in Basel entzaubern die Hooligans in ihrer Selbstinszenierung. Aus Mut wird Kleinmut, sobald der Gegner stärker wird. Es gibt unter diesen Männern keine teuflische Tiefe, keine Strategie. Zu sehen ist nur einfältige, banale – und am Ende: feige Gewalt. Die Gewalt wird dadurch nicht harmloser, vielleicht im Gegenteil. Gewalt ist Gewalt. Aber die öffentliche Dämonisierung macht diese Hooligans grösser, als sie sind.

    Hooligans verabreden sich normalerweise im Wald, um zu kämpfen. Viele von ihnen besuchen gar keine Fussballspiele. Sie sind nicht zu verwechseln mit den Ultras, den gewaltbereiten Hardcorefans, die in der Schweiz die Fankurven dominieren. Hooligans verprügeln sich nicht im Namen des Vereins, sondern ihrer Hooligangruppierung.

    Der Angeklagte R. soll in der Tatnacht gegenüber der Polizei ausgesagt haben: «Es war lustig, eine gute Sache.» In den zwei Tagen davor sollen sich einige der Zürcher in einem Trainingslager für kommende Kämpfe befunden haben. Ermittlungen brachten auch eine SMS des Angeklagten H. hervor, in der sinngemäss steht: «Es lauft morn öppis mit de ZKH zeme. Alli morn in Wiss?» ZKH steht für Zürichs Kranke Horde. Einer der Basler Hooligans soll einem Zürcher Hooligan eine SMS geschrieben haben: «Wenn ihr da angreift, ist die Fussballgewalt, wie wir sie heute noch ausleben können, in Gefahr.»

    Der typische Hooligan trägt Gesichtsmaske, Zahnschutz und Quarzsand-Handschuhe, so ist es den Akten zu entnehmen. Und er trainiert Kampfsport. Die Basler Richterin spielt zwei Videos ab, die mindestens zwei der Angeklagten und ihre Kollegen bei einem Trainingsparcours zeigen. Am Boden liegen Boxsäcke, die Menschen symbolisieren sollen. Die Männer lernen, wie man am besten auf diese liegenden Säcke eindrischt.

    Auf einem der Bilder sieht man den Angeklagten Ö. Dazu sagt er, er habe inzwischen mit dem Kampfsport aufgehört und sich für eine andere Sportart entschieden.

    «Welche?», fragt die Richterin.

    «Ich spiele jetzt Fussball», sagt Ö.

    Als daraufhin einige Leute im Gerichtssaal lachen, dreht sich Ö. nach hinten um. Der dickliche Mann schaut verunsichert durch seine Goldrandbrille. Sein Anwalt betont später, wie auch andere Hooligan-Anwälte es tun, der Prozess habe seinem Mandanten stark zugesetzt. Der Prozess hat die Männer auf ihre wahre Grösse heruntergeschrumpft.

    Er stellt sich eine Mannschaft vor, «die den Gegner auf dem ganzen Feld unter Druck setzt». Eben genauso wie Leipzig, das in der Champions League gegen Tottenham eindrücklich gezeigt hat, wie moderner Pressing-Fussball aussieht.

    das machte der fcz hervorragend gegen basel beim 3:2 sieg und nachher auch meistens in den erfolgreichen spielen gegen ende der rückrunde.

    Magnin hat bloss ein Problem: Sein FCZ hat am letzten Sonntag beim 1:4 gegen Servette gezeigt, wie moderner Pressing-Fussball sicher nicht aussieht. Es ist halt ein Unterschied, ob die Spieler den Gegner hoch angreifen, am besten gleich zu zweit. Ob sie sich gierig in die Zweikämpfe stürzen und im Notfall auch nicht vor einem Foul zurückschrecken, um den gegnerischen Angriff möglichst früh zu unterbinden. Das ist, was Leipzig macht. Oder ob die Spieler einfach weit vorne stehen, ohne den Gegner unter Druck zu setzen. So machen es derzeit die Zürcher – und sie werden dafür in diesem Jahr im Schnitt mit drei Gegentoren pro Spiel bestraft.

    genau das macht der fcz sehr konsequent in der rückrunde! das sie es anders könnten, haben sie bewiesen. warum klappts nicht mehr? :nixwiss:

    Zitat von Larry

    Von den "Fussballfachleuten" beim FCZ einst abgeschoben.....

    Beim FCZ abgeschoben – jetzt ist er unverzichtbar
    Berat Djimsiti ist lange unterschätzt worden. Am Mittwoch spielt er an seinem Geburtstag im wichtigsten Clubwettbewerb.

    https://www.tagesanzeiger.ch/sport/uefa-cha…/story/11723686


    tschimcity würde ich jetzt nicht unbedingt fehlender kompetenz der damaligen sportlichen führung anlasten. hat auch im ausland erst im x-ten anlauf reussiert. solche spieler hat beinahe jeder verein. spieler, welche erst um sieben ecken wirklich einschlagen. das gibts...

    mehr sorgen macht mir die restliche saison des fcz. letztes jahr hatte xamax als neunter 37 punkte, also barrage. denke, mit 38 punkten ist man garantiert durch. das wären dann noch 2 siege und ein unentschieden. schafft der fcz (ziemlich) sicher.

    ABER: das ist und war nie der anspruch des fcz in dieser saison!

    hier meine ersten deutlichen worte gegen den trainer magnin: es kann sein, dass ein (junger) trainer 2 jahre braucht um seine ideen umzusetzen. gut wenn man ihm zeit lässt. spricht für die sportliche führung. selbst kloppo brauchte in liverpool 4 jahre um die jetzige total dominante „fussball total“ elf zu formen.

    aber es kann nicht sein, dass nach 2 jahren die totale inkonstanz (immer noch) die einzige konstante ist! es kann auch nicht sein, dass ein (für schweizer verhältnisse relativ teures) team, welches sich in der tabelle nach vorne orientiert bzw. orientieren will über ein halbes dutzend kanterniederlagen kassiert in etwas mehr als der hälfte der saison. das spricht klar gegen den trainer. das festhalten an magnin ist jetzt nicht mehr „zeit lassen“ und nachhaltiges denken. jetzt ist es sturheit. sturheit von canepa! ich bin sicher, dass bickel magnin bereits auf diese saison hin ausgewechselt hätte, aber er durfte nicht!

    die transfers auf diese saison hin sind auch nicht so schlecht, wie sie jetzt teilweise aussehen. allesamt haben schon top leistungen gezeigt. aber auch sie: ohne konstanz! generell ist das gesamte kader zu (deutlich) mehr fähig, als es im moment zeigt. ich bin mir sicher, dass ein celestini, seoane, zeidler oder bruno berner, bedeutend mehr aus dem team rausholen würden. magnin hatte jetzt exakt 2 jahre zeit und seine gefühlten 15 chancen. mehr als gelegentliche höhenflüge waren aber nicht drin. das reicht, experiment (projekt) abbrechen. von mir aus die saison noch mit magnin zu ende bringen, ausser es besteht plötzlich akute barrage/abstiegsgefahr.

    und dann alles dafür tun, dass berner ab nächster saison übernimmt, bevor er in niederhasli landet!

    die frage: kann/will cillo über seinen schatten springen?


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