Beiträge von snowcat
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Das ist ja das Gute im Playoff, man kann es drehen und Wenden wie man will, Game oder Serie Changer, Pech oder Glück, Härte und Provokation, was auch immer. ABER, es braucht immer 4 Siege zum weiterkommen oder den Pokal zu holen!! Wer das Glück oder alle anderen unvorhergesehenen oder was auch immer sonstige Ereignisse nicht bewältigen kann der gewinnt keine 4 Spiele!
Freunde, die Serie steht 1:1, auch Bern braucht noch 3 Siege.....
Bei nest of 7 gibts selten bis nie Zufälle!
ist schon so!aber du weisst genau so gut wie ich: im eishockey kann das momentum manchmal in sekunden wechseln, also während dem spiel. so geschehen gestern...aber so ein "momentum dreher" kann die ganze serie kippen! so geschehen beim glücklichen 5:4 von freddi gegen zug. und ich glaube, genau dass ist gestern zu gunsten von bern passiert, leider! auch wenn es natürlich immer noch 1:1 steht in der serie! da gebe ich dir recht! darum: durchaus noch berechtigte hoffnung! :razz:
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Zitat von larlf
ehrlich gseit: lieber so wie im 1. Spiel und wieder gwünne, als "1 vo de beschte Spiel in CH" und das (unglücklich) verlüre...
ich gahn devo us, dass es morn umgekehrt sie wird: mir mit (hoffentlich) 4 Linie, wieder Def. first und wänn mir nöd am Afang überrollt werdet, dänn hoffentlich wieder mit em Sieg für eus!
...wär nöd schön, wänns das Jahr nur Berner Titel gäbti
natürli, wer euis allne lieber! aber ich glaube ebe scho, dass bern i de minute nach em glückliche 1:2 gester definitiv i de playoffs acho isch. drum gsehn ich für die ganz serie eher schwarz...sie sind, wenn im playoff modus, ebe scho u huere starch...wie au de zsc! aber ebe: bern isch no es mü besser, abklärter! mir sind nume die zweitbeschte i de schwiz. ganz am budget entsprechend!Gesendet von iPhone mit Tapatalk
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Zitat von Larry
Das Schweizer Farbfernsehen zeigt ja am SA wieder Biel, zum zweiten Mal in Folge, verstehe wer will....
was? wir haben farbfernsehen in der schweiz! mein alter nordmende zeigt immer noch alles in schwarz-weiss! drum war ich ja gestern live in der halle, in farbe!
:razz:Gesendet von iPhone mit Tapatalk
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Zitat von Larry
Du verwechselst wohl die Schweizer Fussball- mit der Hockeyliga? [emoji14]
Im Hockey sind wir Zuschauermässig die Nummer 1 in Europa und die Nummer 2 der Welt, hinter der NHL!!!!!
Im Hockey wird nicht ein Team acht (!) Jahre in Folge Meister!
Das Hockey ist auch nicht lasch, auch in der NHL gibt es einen grossen Unterschied zwischen Quali und Playoff, nur ist es halt vorher schon sehr, sehr gut!
Nirgends wird vorher PO mässig gespielt - es wäre gar nicht möglich, die Spieler wären im nu total ausgelaugt oder verletzt!
alles schon klar! aber trotzdem langweilen 80% der qualispiele fürchterlich...zum fussball, siehe meine antwort oben an den weisen.
die zuschauerzahlen sind weder ein qualitätsargument noch objektiv vergleichbar mit fussball! zumal eishockey in knapp 10 ländern der welt ernsthaft betrieben wird und massentauglich ist.
gemessen an der einwohnerzahl hat die ch fussballiga den dritthöchsten schnitt der welt! hinter schottland und (überraschung) norwegen...
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Zitat von Der Weise
Das lass ich nicht gelten. 10 Teams hatten eine realistische Chance die Playoffs zu erreichen! Die Liga ist ausgeglichener denn je, es kommt halt drauf an was man daraus macht.
schoso! ABER: mit den (finanziellen) möglichkeiten und dem kader vom zsc, kann man die playoffs fast nicht verpassen! da muss man sich schon saudämlich anstellen!Zitat von Der WeiseAuch in der NHL gehts in den Playoffs nochmal 2 Stufen höher ab!
sicher korrekt! aber bereits in der quali dürfte das niveau bzw. die intensität nicht weit weg vom gestrigen mitteldrittel sein! und DAS habe ich gemeint!
ps. zum ch fussball: ja, die spiele sind auch oft schlecht, langsam und langweilig. ABER: selbst ein grottenschlechtes, scheisslangweiliges und äusserst glückliches 1:0 bringt dich 3 punkte weiter weg vom abstiegsplatz oder näher zur europaquali oder gar meistertitel! dass hält zumindest die spannung während der ganzen saison hoch, auch wenn es natürlich nichts über die qualität der spiele aussagt!
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Was wäre denn ein besserer Modus? Hätten wir in der Quali nicht so versagt, würden wir jetzt auch nicht gegen Bern spielen.
Der modus ist in jeder Hockeyliga der Welt gleich. In der Nhl spielen 16 von 30 Teams Playoffs und trotzdem ist die ganze Saison attraktiv.
ich sage nicht, dass es einen besseren modus gibt! ich sage nur, dass die quali stinklangweilig ist und zwar in jeder beziehung: lasches hockey, wenig stimmung, oft wenig (tatsächlich anwesende) zuschauer etc.in der nhl geht's - im gegensatz zur schweiz - ab der ersten runde voll ab. in der ch kannst du dich, wenn du einigermassen ein kader hast und dich nicht gerade volldämlich anstellst, fast nicht anders als für die playoffs qualifizieren.
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Diese Niederlage könnte uns noch lange lange nerven! Wie die letzte im alten Hallenstadion.
denke ich auch! wer so ein spiel verliert...
fazit:
das war gestern wieder mal ganz geiles eishockey. die ersten 15 minuten, die besten, die ich je vom zsc gesehen habe. leider lässt der z viel zu viele chancen aus. statt 4:0 stehts plötzlich und aus dem nichts 2:2.
das mitteldrittel das wahrscheinlich beste was ich je auf schweizer eis gesehen habe. von beiden mannschaften.
dass dritte drittel geht dann klar an bern.
es ist schon so, wie ich vor der serie dachte: da sind ganz klar die beiden besten schweizer mannschaften am werk. aber nach dem idiotenfehler von geering, welcher die berner wieder ins spiel brachte und dem dann doch glücklichen ende mit dem schiedsrichter assist...dass dürfte der knackpunkt zu gunsten des scb sein. moralisch sind sie nun klar im vorteil...
ps. hätten nur ein viertel der qualispiele eine solche intensität, würde ich mir eine saisonkarte kaufen und nicht erst in den playoffs wieder in der halle auftauchen! aber die quali ist - wie dieses jahr wieder mal sehr deutlich aufzeigt - ein sinnloses rumgegurke bis es endlich losgeht!
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Zitat von Larry
Trainer Karriere somit beendet!
hab ich mir auch gedacht! der hätte das chloote angebot besser abgelehnt und evt. sogar eines von einem ambitionierten nlb verein - diese saison oder im frühling - angenommen!ausser er schafft wirklich noch das wunder mit chloote. aber so ambitionslos wie die gestern aufgetreten sind...hatte das gefühl, es sitzen alle spieler den abstieg aus, um zu einem anderen a verein wechseln zu können!
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Zitat von Larry
Wenn wir in der Position von Bern wären würden wir genau gleich argumentieren. Normal.
haben wir ja auch gemacht vor 2 jahren. da nahmen wir die heimniederlage im ersten 1/4 playoff gegen bern auch als betriebsunfall. selbst nach der 2:0 führung in der serie von bern, haben nur wenige in zürich damit begonnen den scb ernst zu nehmen!das ganze was jetzt schon seit dem 1/4 abläuft erinnert sowieso stark an diese saison von vor 2 jahren. einfach mit umgekehrten vorzeichen! uns solls recht sein!
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wer die neutrale zone so beherrscht wie der z (meistens) heute und vorne genug kaltblütig ist, kann ganz, ganz weit kommen... :razz:
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bern erstaunlich ideenlos, auch fehlte irgendwie der letzte biss! hatte im letzten drittel nie das gefühl, dass bern das spiel noch kehren kann.
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us de nzz am sunntig:
Am liebsten würde er bis in alle Ewigkeit spielen
Mathias Seger erlebt die letzten Tage seiner Karriere bei den ZSC Lions. Der Gedanke an das Ende von 22 Profijahren erheitert ihn gar nicht. Von Ulrich Pickel
Mit ihm geht die letzte grosse Figur einer Generation. Sie steht für den Aufbruch des Schweizer Eishockeys ins moderne Profizeitalter. Mathias Seger war an der Heim-WM 1998 einer der jungen Wilden, die mit Rang vier zu Beginn der Ära von Ralph Krueger einen Schub auslösten. Seger hat es lange ausgehalten, er erreichte im Dezember das im Eishockey fast biblische Alter von 40 Jahren. Sein jüngster Mitspieler bei den ZSC Lions heisst Tim Berni, er ist im Februar 18-jährig geworden. Ja, Seger ist von einer selten zähen Sorte. 22 Jahre spielt er schon in der höchsten Liga, davon 19 in Zürich.
Und vielleicht kommt in den nächsten Wochen noch ein Meistertitel dazu. Die ZSC Lions erleben nach zwei enttäuschenden Jahren wieder einen beschwingten Play-off-Frühling, sie stehen ab dem kommenden Dienstag im Halbfinal gegen den SC Bern. Seger ist noch einmal voll im Element, er läuft sich die Lunge aus dem Leib, feuert an, jubelt, flucht und schreit. Aber das Ende wird mit jedem Tag absehbarer. Spätestens am 25. April wird seine Karriere zu Ende sein. Auf dann ist das siebente und letztmögliche Finalspiel terminiert.
Wie er sich fühlt, wenn er ans Ende denkt? Er sagt: «Es ist wie in einem dieser Computerspiele. Hat man ein neues Level geschafft, bekommt man ein zusätzliches Leben. Ich bekomme mit jedem Match, den wir gewinnen, ein Leben dazu.» In dieser Rechnung hat er jetzt sicher noch vier Leben im Halbfinal.
Seine Liebe sorgt für Turbulenzen
Er kostet jeden Tag aus. Der Gedanke ans Ende ist nicht angenehm. Als er vor dem Viertelfinal gefragt wurde, ob er bereit sei aufzuhören, überlegte er einen Moment, lächelte etwas gequält und sagte: «Ich liebe es zu spielen. Aber ich habe beschlossen, dass dies meine letzte Saison ist. Es ist einfach so. Es ist fertig. Ich habe abgeschlossen.» Wer ihn in diesem Moment sah, erkannte unschwer: Hier hat der Verstand gesprochen, nicht das Herz.
Seger hat Mühe mit dem Aufhören – seine Liebe zu diesem Spiel ist so gross, dass die ZSC Lions deshalb sogar in Turbulenzen gerieten. Ende Februar 2017 wurde der Vertrag noch einmal um ein Jahr verlängert, ein letztes Mal. Aber das war anders geplant gewesen, Segers Abschied war eigentlich beschlossen. Doch er wollte nicht aufhören. Und Walter Frey, der ebenso Präsident der Lions wie grosser Menschenfreund ist, brachte es nicht übers Herz, Seger zu verabschieden. Als Folge davon sah sich Edgar Salis, der Sportchef, zum Rücktritt gezwungen. Er war gegen eine Vertragsverlängerung gewesen, aus Leistungsgründen. Seger ist längst nicht mehr der überragende Verteidiger seiner besten Jahre. Die Geschichte war pikant. Salis und Seger sind alte Freunde, wurden als Spieler zusammen Meister und bildeten jahrelang eine WG in Salis’ Haus in Zürich. Segers letzte Saison stand so unter schwierigen Vorzeichen. Zumal der Trainer, der damals noch Hans Wallson hiess, nicht auf den Ostschweizer setzte. Seger hatte keinen Stammplatz mehr, also verlor er vor der Saison, nach zwölf Jahren, das Captain-Amt. Er war nicht erfreut, als ihm der neue Sportchef Sven Leuenberger die Botschaft überbrachte. Doch er nahm sie hin. Der Saisonstart war schwierig, dann war Seger eine Weile verletzt. Er kam auf 29 Qualifikationsspiele, und es gab Phasen mit vielen Verletzten, in denen die Lions gar froh waren, dass sie ihn noch hatten. Leuenberger sagt über den Verteidiger Seger diplomatisch: «Als wir ihn brauchten, war er da.» Der Trainerwechsel von Wallson zu Hans Kossmann half. Kossmann schätzt Segers Erfahrung, Führungsstärke und Ausstrahlung.
Was aber wird von Seger bleiben, wenn er nicht mehr da sein wird? Zunächst viele Zahlen und Meilensteine, die sich in den 22 Jahren angesammelt haben: WM-Silber, seine 305 Länderspiele, was Schweizer Rekord ist, und die 16 WM-Teilnahmen, die Weltrekord sind. Dann auch die fünf Meistertitel mit den Zürchern, der Gewinn der Champions Hockey League. Und Seger hat für Bilder gesorgt, die bleiben werden. Besonders jener Handy-Schnappschuss aus dem April 2012, als er nach durchgefeierter Meisternacht im Morgenverkehr mit dem Tram nach Hause fuhr, vor sich am Boden der Pokal. Wie kein anderes machte dieses Bild sein Image aus: Das war der typische Seger, tüchtig und bescheiden, ein Grosser, aber zum Anfassen, einer, der sich nicht so wichtig nimmt. Ein wenig hat er sich selber von diesem Sockel heruntergeholt, als es zur umstrittenen Vertragsverlängerung kam. Da zeigte sich, dass Seger nicht immer nur der Selbstlose ist, der zuerst an die anderen denkt, sondern – wie jeder andere Profi auch – für die eigene Karriere in Kauf nimmt, dass andere das Nachsehen haben.
Zuerst einmal ab nach Australien
Segers Abschied wird mehr als eine Lücke hinterlassen. Die ZSC Lions verlieren ihr Gesicht, ihr Herz und auch ein Stück ihrer Seele. Und wie wird es für ihn weitergehen? Er sagt: «Ich weiss es noch nicht. Ich kann mir vieles vorstellen. Ich gehe zuerst in die Ferien, da habe ich Zeit, um mir alles zu überlegen. Das Eishockey ist Liebe und Leidenschaft. Aber vielleicht wird es auch gut sein, etwas Abstand zu gewinnen.» Die Ferien, sie sind schon lange gebucht. Mit der Frau und den beiden kleinen Töchtern wird er im Wohnmobil drei Monate lang in Australien unterwegs sein. Der Abreisetermin steht schon lange fest: kurz nach dem siebenten Play-off-Final. Bis dahin wird er an den Vergleich mit dem Computerspiel denken: bitte noch möglichst viele Leben.
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us de nzz am sunntig:
Der Theaterdirektor von GC
Erich Vogel ist wieder einmal in einen Machtkampf bei den Grasshoppers verstrickt. Der Vorwurf: Er habe den Verein unterwandert. Was treibt diesen Mann an, dass er auch mit 79 noch nicht vom Fussball lassen kann?
Vor ein paar Wochen steht Erich Vogel auf dem Sechseläutenplatz in Zürich, er trägt schwere Schuhe und einen dunklen Wintermantel, über dem hochgeschlagenen Kragen schauen seine zerzausten, weissen Haare heraus. Er sagt: «Ich weiss schon, dass mich niemand gernhat.» Vogel ist ein kinderloser, 79-jähriger Mann, vor drei Jahren ist seine Frau, eine Lehrerin, an Krebs gestorben; kürzlich hat er sein Einfamilienhaus am Waldrand von Uitikon-Waldegg aufgegeben und ist in eine Dreizimmerwohnung gezogen. Er sei ein Einzelgänger, hat er am Radio einmal erzählt. Jetzt wirkt er mehr als einzelgängerisch. Er scheint einsam. Er habe nicht viele, dafür treue und jahrzehntelange Freunde. «Ich bin nicht der sympathische Typ, dem die Herzen zufliegen», sagt er und geht. Ein paar Wochen später wird sein Name wieder einmal in allen Zeitungen stehen.
Besondere 68er Biografie
Man schaut ihm hinterher, wie er mit seinem etwas schleppenden Gang Richtung Bahnhof spaziert, unter dem Arm eine Ledermappe mit einem Roman darin und mit Unterlagen über Fussball, den Grasshopper-Club und Hirnforschung. Und man denkt: Ist das wirklich dieser dämonisierte Mann, über den in diesen Tagen erzählt wird, er sei für das Chaos bei GC verantwortlich? Der an einer Rede vor einigen Jahren vor über 300 Leuten gesagt hat, er gehe über Leichen? Der ausgerechnet hat, dass ein Mensch im Durchschnitt 45 Mal pro Tag lügt? Bei ihm seien es vielleicht 46 Mal.
In diesem Moment auf dem Sechseläutenplatz wirkt er eher in sich gekehrt und gar nicht so aufbrausend, wie man ihn auch schon erlebt hat. Er geht oft in Museen, ins Theater oder ins Kino, und immer ist er am Gleichen interessiert: am Menschen in existenziellen Konflikten. Auch der Fussball zeige die Leute in Extremsituationen. Das fasziniere ihn. Vogel hat kein besonders gutes Menschenbild. Als Gott den Menschen geschaffen habe, habe er keinen guten Tag erwischt, hat er einmal gesagt. Das erklärt viel über ihn: An das Gute im Menschen mag er nicht recht glauben.
Erich Vogel ist seit Jahrzehnten einer der kontroversesten und einflussreichsten Männer im Schweizer Fussball, obwohl er seit neun Jahren gar kein offizielles Amt mehr hat. Eigentlich hatte er Theaterdirektor werden wollen, er hat Literatur- und Theaterwissenschaften studiert, auch in Paris an der Sorbonne. Genaugenommen hat er eine 68er Biografie, er verkehrte in Zürich in der Malatesta-Bar und nahm an Sit-ins mit Studenten teil, die die Weltrevolution planten. Aber eingewickelt in die politischen Zeitungen, las Vogel immer den «Sport». Und weil er für die ganz grosse Schauspielbühne zu wenig Talent hatte, wurde er eben Theaterdirektor des Fussballs und zog die Fäden hinter dem Spiel. Vogel wurde eine Art Intellektueller des Fussballs. 1953 kam er zu den Grasshoppers, zuerst als Spieler, der es zwar ins Kader der ersten Mannschaft brachte, aber nur zu ein paar Testspielen. Er war zu langsam und zu wenig aggressiv. Trotzdem verbrachte er die meisten und die besten Jahre seines Lebens bei GC, vor allem als Sportchef in den neunziger Jahren.
In den letzten Wochen ist er wieder einmal in einen Machtkampf geraten. Der GC-Präsident Stephan Anliker will ihn nicht mehr bei den Grasshoppers haben und wirft ihm vor, er habe den Klub unterwandert. Eine Art privaten Geheimdienst habe Vogel bei GC installiert. Man weiss gar nicht mehr, in wie viele Machtstreite er schon verstrickt war. Er sagt: «Dass ich nicht der Sensibelste bin, weiss ich. Ich polarisiere, und wenn ich meinen Weg gehe, kann ich Leute verletzen und vor den Kopf stossen.» Wenn man mit ihm in ein Restaurant geht, wird einem geraten, einen Tisch weit weg von den anderen zu nehmen, weil er so laut spricht. Er tut dies im Langstrassen-Slang. «Begriiffed Sie», sagt er, «begriiffed Sie», wenn er etwas wichtig findet.
Vogel hat Generationen von Präsidenten überlebt, und aus den jungen Spielern, die er einmal entdeckt hat, sind heute Trainer und Sportchefs geworden. Vogel kennt sie alle, und sie kennen ihn. Er hat Loyalitäten und Abhängigkeiten geschaffen. Er hat Karrieren ruiniert, Menschen gefördert und manipuliert. Er selber sagt, er habe sie motiviert. Es sei alles eine Frage der Interpretation, «es gibt nicht die Wahrheit», sagt er, «nur Versionen davon.» Vogel ist auch in der Kultur vernetzt; kürzlich hat er den Trainer Christian Gross ins Theater eingeladen, mit Roger Schawinski hatte er einmal den FC Zürich übernehmen wollen. Und mit dem früheren NZZ-Feuilleton-Chef Martin Meyer und dem Philosophen Peter Sloterdijk hat er im Zürcher Kaufleuten-Saal an einem Podium über Fussball geredet.
Es gibt so viele Geschichten über ihn: Fünf Mal war er mit GC Meister, vier Mal Cup-Sieger, es gab Rechtsstreits mit dem «Tages-Anzeiger» und auch mit der NZZ. Einmal ist er auf einen Hochstapler hereingefallen, 2013 sass er zwanzig Tage in Untersuchungshaft; es ging um Beihilfe zur Erpressung des YB-Sportchefs Fredy Bickel. Die verhängte Geldstrafe untersteht immer noch der Bewährung. Schlimm fand er die U-Haft damals nicht. In der Zelle hat er Sprints gemacht, und das Verteidigungsplädoyer zu halten, hat er genossen; schlimm war für ihn nur, dass er vom Richter auch als Opfer bezeichnet wurde. In seiner Welt ist Erich Vogel nie das Opfer.
Auf Investorensuche
Vogel ist ein Macher, und er hat auch jetzt noch eine fast kindliche Neugier. Wenn man ihm sagt, es gebe in einem Dorfklub ein Talent, acht oder neun Jahre alt, steht er am nächsten Tag dort auf dem Platz. Er setzt sich in den Zug, 1. Klasse, und fährt durch die Schweiz, von einem Fussballfeld zum nächsten. Er hat ein TV-System abonniert, mit dem er jeden Fussballer beobachten kann. Nachts starrt er stundenlang auf den Bildschirm.
Der letzte grosse Traum
Wenn er etwas möchte, geht er an Grenzen und darüber hinaus, nicht immer sei alles «koscher», hat er einmal bekannt. Auch im neusten Machtkampf wirft man ihm vor, mit Drohungen gearbeitet zu haben. Es sind Kampfmethoden, die Vogel immer wieder zur Last gelegt werden. Er selber bestreitet dies, sonst will er nichts zu den Vorgängen der letzten Zeit sagen, nur so viel: «Ich suche die Macht nicht, wenn ich mit 79 nicht loslassen könnte, wäre das ein Armutszeugnis.» Das einzige offizielle Mandat, das Vogel seit einem halben Jahr bei GC besitzt, ist, dass er Juniorentrainer ausbildet. Zudem sei er mit dem Einverständnis des Präsidenten Anliker auf Investorensuche für den Klub. Der Fussball hat Vogel zwar nicht steinreich gemacht, aber finanziell unabhängig. Vogel kann es sich leisten, seine viele Zeit in GC zu investieren.
Sein Einfluss bei GC gründet darauf: Er ist ein jahrzehntelanger Freund der GC-Eigentümer Heinz Spross und Peter Stüber. So lange sie bei GC sind, ist auch er bei GC – und umgekehrt. Ohne das Zureden von Vogel hätten Stüber, der grösste Mercedes-Händler der Schweiz, und Spross, ein Gartenbauunternehmer, den Klub nicht übernommen. Sie hören auf seinen Rat. Wie gross Vogels Macht bei GC aber wirklich ist, ist umstritten: Vieles, das im Verein zuletzt geschah, vor allem die vielen Transfers, trägt nicht seine Handschrift.
Der 78-jährige Stüber hat zu Vogel kürzlich gesagt: «Du, Erich, in unserem Alter müssen wir aber irgendwann schon ans Aufhören denken.» Aber Vogel hört nicht auf. Ein früherer Schweizer Sportchef sagt, Vogel höre erst auf, wenn er tot sei. Die «Sonntags-Zeitung» schrieb kürzlich von einem «kümmerlichen Leben», das Vogel führe. Aber was ist kümmerlich daran, wenn die Lebensenergie noch so gross ist, dass man kein Verlangen danach hat, sich bloss in einen Liegestuhl zu setzen? Er sei eben kein kontemplativer Mensch, sagt Vogel. Neben der Haustüre sind die Joggingschuhe angelehnt, er läuft noch immer jeden Tag; und wenn Besuch kommt, kocht er zwar nicht, aber er holt Crèmeschnitten in der Bäckerei.
Was also treibt Vogel mit seinen 79 Jahren immer noch an, was gibt ihm diese unheimliche Liebe zum Fussball, in dem er schon fast alle Rollen gespielt hat, als Spieler, Trainer, Sportchef, Vizepräsident, Ausbildner, einmal sogar als Nationaltrainer in Simbabwe? Er war bei Xamax, in Aarau, beim FCZ und in Basel. In 68 Ländern war er unterwegs, nicht als Tourist, sondern für den Fussball. Zusammengezählt verbrachte er ein Jahr in Afrika. 1976 hat ihn der spätere Fifa-Präsident Joseph Blatter zur Fifa geholt; Vogel hat eine gewisse Bewunderung für den machtaffinen Blatter, vermutlich weil er ihm nicht unähnlich ist.
In den letzten Jahren hat Vogel privat Trainer und Sportchefs ausgebildet, GC aber hat ihn nie losgelassen. Vogel hat noch etwas vor mit dem Klub, und die Zeit wird knapp. Viele Jahre hat er nicht mehr. Es ist so etwas wie der letzte grosse Lebenstraum. Wenn man verstehen möchte, warum die Grasshoppers immer noch eine so grosse Rolle in Vogels Leben spielen, muss man sehr weit zurückgehen. Vogel war immer jemand, der sich behaupten musste. Er fand, er sei benachteiligt gewesen, geboren 1939 mitten im Krieg als Metzgersohn aus dem Industriequartier im Kreis 5 in Zürich. Schlechte Lehrer habe er damals gehabt, die Matura hatte man ihm nicht zugetraut. Er machte sie auf dem zweiten Bildungsweg. Es war eine raue Umgebung damals, seine Eltern sprachen von «Tschinggen» und «Sauschwaben», nahmen 1956 aber einen jungen Ungarn auf. Sie wählten die BGB, die Vorgängerin der SVP. Vogels Vater hatte einen Kunden, dem er Fleisch lieferte, der im GC-Vorstand sass. Einer aus dem Arbeitermilieu wie Vogel wäre ohne diese Beziehungen nie zum damals noblen Grasshopper-Club gekommen. Alle seine Freunde aus dem Quartier spielten ihrer sozialen Schicht entsprechend beim FCZ. Eigentlich hat Vogel von seiner Herkunft her nie zu GC gepasst. Und etwas von diesem Klassenbewusstsein wirkt immer noch nach. Sein Herz schlage links, sagt er.
Und nun will er es nochmals allen zeigen, all den Leuten vom reichen Zürichberg und aus Zollikon, den Bankern und Wirtschaftsleuten, die es in den letzten Jahren nie richtig geschafft haben, die Grasshoppers nachhaltig auf eine finanzielle Basis zu stellen. Vogel war ja schon alles bei GC – und nun muss er das halt auch noch machen: Weiteres Investorengeld beschaffen, um den Klub wieder so gross zu machen, wie er einmal war. So sieht Vogel das. Es wäre seine letzte Genugtuung.
GC-MachtkampfAnliker glaubt, Vogel von GC fernhalten zu können
Seit über vier Jahren ist Stephan Anliker GC-Präsident. In dieser Zeit stand er immer wieder vor der gleichen Frage: Wie hält er es mit Erich Vogel?
Anliker ist ein beschäftigter Mann. Er ist in seinem Wohnort Verwaltungsrat im Eishockey-Club Langenthal, er ist Architekt und führt ein Unternehmen mit rund 70 Mitarbeitern. Gerade ist er nach einer Besprechung aus einer Tiefgarage gefahren, als er ins Telefon spricht: «Ich wollte sein Wissen für GC nutzen, aber es hat einmal mehr nicht funktioniert», sagt er. «Vogel hatte viele Ideen. Und wenn diese nicht umgesetzt wurden, dann hat er sie mit seinen Gefolgsleuten an der operativen GC-Führung vorbei durchgedrückt. Es haben sich Ansätze einer Schattenorganisation gebildet. Dem hat der Verwaltungsrat den Riegel geschoben.»
Anliker muss das so sagen. Er will, dass Ruhe einkehrt bei GC. Vor zehn Tagen liess Anliker den Vizepräsidenten Roland Klein vom Verwaltungsrat suspendieren. Klein ist ein Vertrauter Vogels und hat mit dem Segen der GC-Mitbesitzer Heinz Spross und Peter Stüber den Trainer Murat Yakin dabei unterstützt, den Klub umzubauen. Klein soll so vorgegangen sein, dass sich der CEO Manuel Huber und der Sportchef Mathias Walther hintergangen sahen. Also musste Klein gehen. Aber ist damit auch Vogel «der Riegel geschoben»?
Erich Vogel kann man nicht entlassen, weil er schon lange kein Amtsträger mehr ist. Die Situation ist komplexer, als Anliker nach aussen eingestehen will. Vogel ist ein alter und enger Freund von Heinz Spross. Und Vogel ist auch ein alter Schulfreund von Peter Stüber. Stüber und Spross besitzen mit Anliker zu je 30 Prozent die GC-Aktien und haben sich verpflichtet, in den kommenden drei Jahren mit je einer Million Franken das strukturelle Defizit auszugleichen. Will Anliker Vogel loswerden, muss er auch Spross und auch Stüber loswerden.
Anliker gibt vor, dass es anders geht. Deshalb sagt er: «Heinz Spross entscheidet selbständig. Er wird am Ende das machen, was am besten ist für GC.» Anliker versucht seit zehn Tagen, ein Treffen mit Spross und Stüber zu organisieren. Stattgefunden hat es aus Termingründen noch nicht. «Wir hatten ausführliche Telefongespräche, wir werden uns an Ostern treffen», sagt Anliker.
Seit Januar besteht die neue Besitzerstruktur. Sie kam zustande, indem die vielen Teilhaber und «Owners» auf ihre Aktien und damit auf das Mitspracherecht verzichtet haben. In diesen Kreisen herrscht nach dem jüngsten Knall Unmut, dass statt der versprochenen Ruhe Negativschlagzeilen das Bild von GC prägen. Neben Kleins Suspendierung passen der fehlende sportliche Erfolg und die Fan-Gewalt ins schlechte Bild.
Anliker könnte darauf hinwirken, dass aus den Kreisen der Unzufriedenen jemand Geld in die Hand nimmt, um die Besitz- und damit die Machtverhältnisse zu verschieben. «Es ist vorgesehen, dass weitere Aktionäre dazustossen», sagt Anliker. Wichtig ist ihm noch die Botschaft: «Wir können nun wieder normal arbeiten. Wir sind auf einem gutem Weg.»
Stephan Ramming
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geht doch!

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Zitat von Der Weise
Habe Heute den Artikel im Tagi über die Stadionbrache gelesen. Ich hab jetzt mal eine grundsätzliche Frage. Kann diese Stadionbrache und all die Dinge die dort mittlerweile vorhanden sind eigentlich ohne Bewilligung auskommen?
Es sind ja zum grossen Teil leute welche gegen das Stadion sind und über das wurde ja mehrfach abgestimmt. Oder wie ist der Status Quo betreffend der Brache?
Ende Juni 2011 hat die Stadt Zürich dem Verein Stadionbrache das Areal in Gebrauchsleihe abgegeben, für eine quartierverträgliche, nicht kommerzielle Zwischennutzung bis zum Baubeginn des neuen Hardturmstadions.http://%20http//www.stadionbrache.ch
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Zitat von Champs-de-Mars
Tatsächlich eine Niederlage der besseren Sorte. Trotz vieler kurzfristiger Umstellungen ein guter Auftritt gegen den künftigen Meister, schade wurde dieser nicht mit einem Punkt belohnt. Inzwischen aber auf Rang 5 zurückgefallen und somit nicht mehr in den EL-Plätzen.
wir holen den cup, darum dürfen wir auch 5. werden in der meisterschaft!yb kann nicht 300 jahre nichts mehr gewinnen und dann gleich das double wollen! gahts no! wer ja no schöner!

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