ah ja, gestern war ja noch das zürcher fussball derby...
der text, aus der nzz am sonntag, deckt sich genau mit meinen eindrücken. dem gibts daher nichts mehr hinzuzufügen!
vielleicht noch das: brecher, der beste zürcher! souveräner match von ihm!
Nicht nur die Spielfreude fehlt
Am ersten warmen Frühlingsabend erlebten die 14100 Zuschauer im Letzigrund ein Zürcher Derby mit zwei gegensätzlichen Halbzeiten: eine erste, in der die Grasshoppers wie gelähmt über den Rasen stolperten, und eine zweite, in welcher dem FCZ nicht nur die Grundordnung, sondern auch jegliche Spielfreude abhandengekommen war. Beiden Halbzeiten gemein war das spielerisch bescheidene Niveau.
Dass GC völlig verunsichert und ohne jegliche spielerische Linie begann, war nicht erstaunlich. Die Unruhe neben dem Platz ist nicht spurlos an der Mannschaft vorbeigegangen. Der «Blick» hatte eine Lohnliste der Spieler publiziert, der Trainer Murat Yakin hatte sich abschätzig über Spieler geäussert, nach der Heimniederlage gegen Thun ist GC im Abstiegskampf.
So teilnahmslos, wie die Mannschaft auf dem Platz agierte, sass Yakin denn auch in der ersten Halbzeit am äusseren Rand der Spielerbank. In der 27. Minute schüttelte er den Kopf. Dwamena hatte den FCZ nach einem klugen Pass in die Tiefe in Führung gebracht. Es war die einzige erwähnenswerte Szene in den ersten 45 Minuten, in denen der FCZ das Spiel kontrollierte, aber zu wenig unternahm, um ein zweites Tor zu erzielen. «Ich habe im Moment auch keine Erklärung, weshalb wir danach 40 Meter tiefer standen und das Spiel aus der Hand gegeben haben», sagte der FCZ-Trainer Ludovic Magnin. Im Gegensatz zu Yakin hatte Magnin «kein besonders interessantes Spiel gesehen, ich habe etwas die Derby-Stimmung vermisst». Das sagte auch der Trainer, der am Ende froh sein musste, das Spiel nicht verloren zu haben.
Denn nach der Einwechslung von Jeffren, der wegen Knieproblemen nur wenig trainiert hatte, bekam das GC-Spiel mehr Qualität. Nachdem Kodro drei sehr gute Chancen vergeben hatte, traf der Stürmer beim vierten Versuch zum Ausgleich. Kodro hatte auch seine Füsse im Spiel, als FCZ-Keeper Brecher in der 90. Minute einen Kopfball von Basic über die Latte lenkte. Am Ende gab es für jeden einen Punkt, der keinem viel nützt. Auch Yakin nicht.
«Selbstverständlich haben wir einen Plan B», hatte der GC-Sportchef Mathias Walther im TV gesagt auf die Frage, ob GC auf Trainersuche sei. «Wir haben diesen Plan B nur schon deshalb, weil Murat Yakin wegen seiner Sperre die nächsten drei Spiele nicht auf der Bank sitzen wird.» Ein Bekenntnis zum Trainer tönt anders. Der GC-Präsident Stephan Anliker gratulierte Yakin per Handschlag. Dass die Geste eine Bedeutung für die Zukunft hat, scheint unwahrscheinlich.
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