passend zur diskussion über die vollweichen, aus dem heutigen zürich-west, quartierecho:
«Der Preis für ein neues Fussballstadion ist zu hoch»
Die IG Hardturmquartier (IGH), die sich schon mal erfolgreich gegen ein Fussballstadion gewehrt hat, lehnt auch das neue Projekt ab.
Als Sprachrohr des Quartiers hat man die IGH früh in die Planung des Projekts «Ensemble» mit einbezogen, sodass diverse Anliegen der Quartier- bevölkerung ins Projekt eingeflossen sind. Trotzdem kommt die IGH zum Schluss, dass das Gesamtprojekt der Stadt und der Bevölkerung unter dem Strich keinen angemessenen Mehrwert bringe. Konkret beanstandet sie «zwei unansehnliche überdimensionierte Wolkenkratzer, eine intransparente indirekte Finanzierung und zu erwartende Fan-Exzesse im Wohn- quartier». Das alles zusammen sei ein zu hoher Preis für ein neues, ein reines Fussballstadion auf dem Hardturmareal, heisst es in der Medienmitteilung der IGH.
Höher als der Prime Tower
Die beiden 137 Meter hohen Türme, die das neue Stadion querfinanzieren sollen, überragten sogar den Prime Tower um 11 Meter, lautet ein Kritikpunkt. Die IGH fordert eine Reduzierung auf die generelle Hochhaushöhe von 80 Metern gemäss den Richtlinien für Hochhäuser in Zürich. Auch überzeuge die intransparente indi- rekte Finanzierung des Null-Franken-Stadions nicht. «Zum einen verzichtet die Stadt für das Hochhaus-Areal jährlich auf 1,7 Millionen Franken Baurechtszins, zum anderen ist die verschachtelte HRS-Defizitgarantie als Stadion Zürich AG zugunsten der Stadion Betriebs AG, dem Zusammenschluss des FCZ und des GC, nicht überzeugend.» Undurchsichtig sei auch die Unterstützung der zwei Klubs durch den Generalunternehmer HRS mit jährlichen Zahlungen in unbekannter Höhe. «Sicher ist nur, dass am Ende der Finanzierungskette stets die Stadt, und damit wir, die Steuerzahlerinnen und -zahler, stehen», schreibt die IGH. Sie fordert deshalb «marktgerechte Zinsen und eine direkte Subventionierung der Klubs gemäss unserer demokratischen Tradition».
Angst vor Gewalt im Wohnquartier
Angesichts der exzessiven Gewaltent- wicklung ausserhalb der Stadien wachse zudem in der Wohnbevölkerung die Angst vor Gewaltexzessen im Quartier. Die «ständig neuen Vorfälle in jüngster Zeit geben den schlimmsten Befürchtungen aufs Neue Nahrung», so die IGH. «Vanda- lenzüge» direkt durchs Wohnquartier seien für die Wohnbevölkerung nicht annehmbar. «Grundsätzlich stellt sich sogar die Frage, ob ein Stadion inmitten eines Wohnquartiers überhaupt noch zeitgemäss ist.»
Auch die Erschliessung des Stadions über die Hardturmstrasse – beim Vorgängerprojekt war die Erschliessung einzig über die Pfingstweid-/ Aargauerstrasse vorgesehen – bereite den Quartierbewohnerinnen und -bewohnern Sorgen. «Immerhin ist das Tram Zürich-West 2011 eigens auf das damalige städtische Stadionprojekt ausgerichtet worden», hält die IGH fest. «Wir fordern deshalb zumindest die Beibehaltung der Erschliessung des Stadions einzig über die Pfingstweidstrasse.» (ho.)
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