Beiträge von snowcat

    us de nzz am sunntig:

    Fussball-Dogmatiker Peter Bosz steht vor dem Aus

    Nach einem 4:0 zum 4:4: Der BVB bricht am Samstag gegen Schalke nach der Pause ein. Trainer Bosz ist ratlos.

    Nicht einmal eine Stunde nach dem Abpfiff hätte Peter Bosz erste Texte lesen können, die sein Schaffen im BVB nach dem 13. Spieltag bilanzieren. Gerade war ein Revierderby zu Ende gegangen, das mit dem Etikett historisch gerade angemessen umschrieben ist. Das lag nicht an der Qualität, sondern am irrwitzigen Verlauf der Ereignisse: Ein krisengeschütteltes Team, jenes aus Dortmund, überrollt die seit Wochen grundsoliden Schalker eine halbe Stunde lang. Es führt mit 4:0, die Stimmung ist prächtig, die Lösung der jüngsten Probleme scheint greifbar. Und doch muss es in der zweiten Hälfte Tor um Tor hinnehmen, so dass am Ende der Ausgleich steht.

    «Gescheitert» sei Peter Bosz. So lauten nun manche Kommentare, und es ist sachlich gewiss nicht falsch. Gut möglich, dass nach diesem Match die Trennung des Klubs von dem Niederländer erfolgt, obwohl doch Klubchef Hans-Joachim Watzke jüngst erklärte, mit Fragen nach der Zukunft des Trainers laufe man bei ihm ins Leere. Aber Watzke wird sich den Mechanismen des Geschäfts nicht entziehen können, zumal Bosz nach dem Remis, dessen Wirkung wie die einer schweren Niederlage ist, ratlos erschien: «Man fühlt im Körper nur Enttäuschung.»

    Solche Sätze hörte man zuletzt mit einer gewissen Regelmässigkeit von ihm. Immer gleich klangen die Erklärungen nach Niederlagen: «Wir haben keinen Fussball mehr gespielt, waren zu schnell den Ball los, haben die Räume nicht genutzt.» Bosz konkretisierte so gut wie nie, er sagte nicht, worum es im Detail ging. Damit unterschied er sich deutlich von seinen beiden Vorgängern, den Trainern Jürgen Klopp und Thomas Tuchel. Gerade Tuchel war ein akribischer Arbeiter in Detailfragen. Seine Fokussierung auf taktische Flexibilität ergab manchmal mehrere verschiedene Grundmuster während eines Spiels.

    Bosz hingegen hielt sehr lange an einem 4-3-3-System fest, das in der niederländischen Fussball­schule als der Königsweg zum Sieg gilt. Auch nach Niederlagen verteidigte er seine Herangehens­weise vehement. Wenn sein Team verlor, dann lag es seiner Ansicht nach nicht etwa daran, dass es nicht gut genug auf die Stärken des Gegners ­eingestellt gewesen war. Bosz sah die Ursache vor allem darin, dass die Mannschaft seinen Plan unzureichend umgesetzt habe. Den Eindruck, dass er die eigenen Anwei­sungen an das Team auf ihre Tauglichkeit überprüfe, vermittelte Bosz allerdings so gut wie nie. Peter Bosz ist ein Fussballlehrer, und zwar ganz im Wortsinn: ein freundlicher, aber be­stimmter Herr, dem die Methode so wichtig ist wie das Ergebnis. Dies hat er mit manchen seiner Landsleute auf der Trainerbank gemein. Ein paar Spiele lang klappte dies in Dortmund glänzend. Bis zu jenem Zeitpunkt, an dem die Dortmunder auf ebenbürtige Gegner vom Schlage Tottenham oder Leipzig trafen. Deren Matches dienten der Konkurrenz als Vorlage, wie der BVB zu schlagen ist. Bosz vermochte nicht, gegenzusteuern.

    Und irgendwann kam auch seinen Spielern das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten abhanden. (sos.)

    us de nzz am sunntig:

    Die Kraft der Familie

    Der FC Bayern verliert zum ersten Mal unter seinem Trainer Jupp Heynckes. Das bringt den Verein nicht aus der Ruhe. Er hat sich entschieden, der neuen Fussballwelt mit alten Werten zu begegnen: Vertrauen, Loyalität, Freundschaft. Die Geschichte von Männern, die noch einmal zusammengefunden haben. Von Stefan Osterhaus

    Wundersame Dinge geschehen im FC Bayern. Menschen, denen noch vor gar nicht langer Zeit kaum ein Lächeln über die Lippen gehen wollte, würden plötzlich strahlen. Nicht einfach so zum Schein, sondern tief von innen heraus. Sie befänden sich in einem «Glückszustand», der den ganzen Klub in eine neue Sphäre erhebe: «Alle Angestellten, alle Mitarbeiter, alle Physios – die schweben nur noch.» Was ist nur los bei den Bayern, mag man sich angesichts solcher Berichte fragen, die durchaus ernst zu nehmen sind, denn ihr Urheber ist einer aus dem engsten Zirkel: Bayern-Präsident Uli Hoeness.

    Woher also kommt die plötzliche Erleuchtung im späten November, pünktlich zur Jahreshauptversammlung, an der Hoeness und seine Getreuen allerhand positive Nachrichten im Sinne des Klubs verkünden konnten? Glaubt man Hoeness, dann ist ein einziger Mann für die Wiedererweckung der Bayern verantwortlich, und das ist Jupp Heynckes, der Trainer, den Hoeness «meinen ziemlich besten Freund» nennt.

    Heynckes, so Hoeness, hat in kurzer Zeit etwas ganz Bemerkenswertes geschafft. Er hat nicht nur ein Team aus der Krise geführt. Er hat es auch an die Spitze der Bundesliga gehievt und seine Position dort gefestigt. Die Niederlage gegen Mönchengladbach ändert daran nichts. Als Heynckes die Mannschaft übernahm, hatte sie fünf Punkte Rückstand auf die Dortmunder, nun ist sie Leader vor Leipzig. Innert der sechs Wochen, die Heynckes das Team trainiert, wurden neun Spiele gewonnen – in der Liga, im Cup und in der Champions League. Er hat seinen Spielern eine Richtung vorgegeben, die schnurstracks zum Titel führen soll.

    Die Nacht von Paris

    Vor zwei Monaten spielten die Bayern bei Paris Saint-Germain in der Champions League. Ihr Coach hiess damals noch Carlo Ancelotti. Sie verloren 0:3, und die Wucht der Niederlage fegte den Trainer weg, der manchen sogar im leutseligen München eine Spur zu gemütlich erschien. Hoeness berichtete den Mitgliedern anschaulich von der «Nacht von Paris», er wirkte dabei wie ein Mythomane: Er erzählte von der Geburt einer Sieger-Mannschaft im Augenblick der Krise. Weil er aber genauso wenig wie Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge und der blasse Sportdirektor Hasan Salihamidzic für die Heldenrolle taugt, konnte die Wahl nur auf Heynckes fallen, den alten Freund, den Triple-Sieger von 2013, der den Bayern den Weg zu einem Super-Klub der Gegenwart bereitet hat. Dass Hoeness seinen Kumpel (vielleicht auch in Ermangelung anderer Kandidaten) jetzt entgegen dessen eigentlicher Absicht gerne über das Saisonende hinaus auf der Trainerbank sehen würde, kann nicht wirklich überraschen.

    Das Beisichsein eines Trainers

    Die Zukunft mit einem Mann von 72 Jahren? Erneuerung sieht auf den ersten Blick anders aus. Denn wenn Hoeness von Innovationsfreude spricht, die nötig sei, um die Bayern in der Spitzengruppe europäischer Grossklubs zu halten, dann mag man eher Trainer wie Pep Guardiola (der die Bayern schon trainierte) oder den Deutschen Thomas Tuchel im Sinn haben. Heynckes wirkt im Vergleich zu ihnen wie einer, der sich gegenüber den Moden des Fussballs nie wirklich öffnete, sondern ihnen mit gebührender Distanz begegnete, um zu schauen, was er davon gebrauchen konnte.

    Und vielleicht ist es genau dieses Beisichsein als Trainer, das selbst grossen Spielern das Vertrauen gibt – denn er vermittelt ihnen, dass sein Horizont über den Spieltag hinausgeht. Dass Jerome Boateng, der unter Heynckes den Schritt in die Weltklasse endgültig vollzog, schon vor Tagen einen Verbleib des Trainers über das Saisonende hinaus forderte, zeigt, dass dieser kein Coach ist, der mit den Ressourcen der Spieler leichtfertig umgeht. Heynckes arbeitete stets im vollen Bewusstsein dessen, dass es auch eine Zeit nach ihm gibt. Und es ist ja nicht nur das körperliche Kapital, über das ein Spieler verfügt. Ebenso wichtig ist Heynckes die geistige Verfassung.

    Als Heynckes sich 2013 von den Bayern in den vorläufigen Ruhestand verabschiedete, hinterliess er ein Kader, in dem sich nicht nur sein grösster Fan Boateng prächtig entwickelt hatte. Javi Martinez, der Spanier, war zum Klassespieler gereift, Linksverteidiger David Alaba galt als Koryphäe. Bastian Schweinsteiger spielte sein bestes Jahr, und die Entwicklung von Toni Kroos zu dem grossen Gestalter, der er nun bei Real Madrid ist, war durch Heynckes unumkehrbar angestossen worden. Insofern ist es nur verständlich, dass die Münchner diesem Coach in ihren Erinnerungen einen Sonderplatz reserviert haben – ihm, der schon zum vierten Mal ihr Trainer ist, wobei er ihnen nun zum zweiten Mal schon in einer Notlage beispringt, nachdem 2009 ­Jürgen Klinsmann im Saisonfinish entlassen worden war.

    Heynckes selber mag den Jubel um seine Person gar nicht hören. Er weiss, dass das Team noch nicht die Konstanz hat, um sich mit den Besten in Europa messen zu können. Und doch lässt sich schon jetzt festhalten, dass er von seiner Fähigkeit, dem Team eine Balance zu geben, auch in den drei Jahren des Ruhestandes nichts eingebüsst hat. Taktisch setzt er auf Stabilität, vor allem im Zentrum; und als Moderator kann er nach sechs Wochen Erfolge vorweisen, die anfangs schwer vorstellbar waren. Zunächst hatte er auf die alte Garde gesetzt: auf Arjen Robben, auf David Alaba, auf Jerome Boateng, auf Thomas Müller und auf Javi Martinez. Doch die letzten Wochen zeigten auch den von Ancelotti ins Kader geholten Kolumbianer James Rodriguez in guter Form. Noch deutlicher ist die Wirkung im Fall Arturo Vidal, dem erst kürzlich ein baldiges Aus wegen seiner Eskapaden – immer wieder war die Rede von Alkohol – prognostiziert worden war. Heynckes redete Vidal ins Gewissen. Daraufhin seien die beiden «ziemlich gute Freunde geworden», wie er der «Süddeutschen Zeitung» sagte. Gestern erzielte Vidal das einzige Tor für Bayern.

    Solche Ergebnisse sprechen für das Geschick des Fussballpädagogen Heynckes. Aber man darf sich keinesfalls verschätzen. Heynckes kann unerbittlich sein. Wer ihn beim Auswärtssieg in Dortmund erlebte, als er dem Innenverteidiger Mats Hummels die Auswechslung verweigerte, dem kam der Gedanke, dass nicht Jupp Heynckes, sondern Dirty Harry dem Ruhestand für einen Augenblick entflohen ist. Wenn er über die Arbeit seines Vorgängers Carlo Ancelotti redet, ohne diesen aber ausdrücklich zu nennen, dann klingt es ebenfalls gnadenlos – wenn er erzählt, dass er mitten in der Saison mit dem Grundlagentraining habe beginnen müssen. Dann schimmert durch, dass Heynckes hier womöglich schon vorbaut für den Fall, dass die Mannschaft unter ihm die Meisterschaft verfehlt. Das Sonderbare dabei ist nur: Es geschieht alles mit dem mimischen Repertoire einer Cäsarenbüste – was ihn, der über all die Jahre kaum gealtert zu sein scheint, wie sein eigenes Abbild aus dem Kabinett von Madame Tussauds wirken lässt.

    So wirkt Heynckes hochgradig ambivalent, weswegen es nicht wirklich erstaunt, dass er, der vielleicht grösste deutsche Trainer der letzten beiden Jahrzehnte, seinen Landsleuten immer ein wenig fremd geblieben ist. Und deshalb mutet es auch ein wenig sonderbar an, wenn dieser so distanziert wirkende Mann davon erzählt, dass er seinem Schäferhund, der auf den Namen Cando hört, via Skype eine Botschaft geschickt habe, da sich das Tier sonst zu einsam gefühlt hätte. Womöglich glaubt Heynckes, auf diese Weise nahbarer zu wirken, doch es ist ein Irrtum. Vielmehr sagt es ungewollt etwas über ihn aus, und zwar, dass der Umgang mit den Medien nach wie vor nicht zu seinen Stärken zählt.

    Es bestätigt auch, was er vor Jahren einmal einem Reporter mitteilte: «Ich glaube, dass Sie mich zu wenig kennen. Das liegt aber zweifellos auch an mir.» Und wenn Heynckes von seinen Powerpoint-Präsentationen erzählt, mit denen er seine Spieler auf die nächsten Gegner einstimmt, dann tönt dies auf eine eigentümliche Weise gleichermassen antiquiert wie angemessen. Ebenso gut liesse sich festhalten, dass im Kern des Fussballs alles beim Alten geblieben ist – und Heynckes die Neuerungen in den letzten Jahren aus der Distanz gut genug beobachtet hat, um Sinnvolles von blossen Moden zu trennen.

    «Wenn man einen Ball durch die Gegend bolzt, ohne dass er ankommt, heisst das heute Packing», spottete Präsident Hoeness an der Jahreshauptversammlung – und pries zugleich die Fähigkeit seines Trainers, den Fussball der Bayern wieder an den Puls der Zeit führen zu können. «Ich habe eben einen Leistungsanspruch, der sehr hoch ist, und ich bin eigentlich nie zufrieden», sagt Heynckes. Was für eine seltsame Melange: Empathie vermengt sich mit der Unerbittlichkeit eines älteren Herrn, der schon alles gewonnen hat. Eine Kombination, die zumindest in der Bundesliga kaum zu übertreffen sein wird.

    Zitat von rouge+jaune-1939

    kritisiere ja nicht die rangierung, nur die leistung von letzten sonntag...


    hab leider nichts gesehen, nur gelesen...

    aber auch hier: es war die leistung des aufsteigers, auswärts, bei der momentan besten schweizer mannschaft...


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    Zitat von rouge+jaune-1939

    stundelangi fahrt....
    traf auf uns für einmal nicht zu.. :suff:
    ich war sehr entäuscht vom fcz... defensiv in eine partie gegen den leader zu starten, auswärts, das ist ok....aber nur hinten reinstehen kann auch es nicht sein. so überragend war yb jetzt auch nicht. schade... kompliment den fcz fans im gästesektor. tolle stimmung :applaus: :applaus:


    aber nach fasch de helfti vo de meisterschaft 4. mit realistischer chance uf platz 3! meh als mer vome ufstieger hät chöne erwarte! mit einigermasse normaler chance uswärtig wäremer 2.!

    klar, es sind ebe au nume 8 pünkt vorsprung uf de abstiegsplatz. so eng isch es no sälte gsi churz vor de wiehnachtspause.

    aber namal: meh als mer hät chönne/dörfe erwarte!

    ps. der gästesektor war ausverkauft in bern! :razz: :applaus:

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    was habt ihr eigentlich? fige ist ja auch kein ur-klotener, sondern bülacher. bis zum 20-sten altersjahr spielte er nur in bülach.

    wäre der zsc schon 1985 die zahlungskräftige und sportlich erfolgreiche organisation von heute gewesen, jede wette, papa holenstein wäre bei uns gelandet! vielleicht noch nicht mit 20, aber sicher 2-3 jahre später. auch war er als jugendlicher nicht kloten fan.

    ausserdem hat ihn mit dem zsc eine hassliebe verbunden. das "fige-du-arschloch" fand er jeweils hammergeil!

    denis ist einfach sein sohn, aber nie und nimmer die selbe reizfigur wie sein vater! der name holenstein ist nur noch in den alten köpfen ein reizwort!


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    us de nzz am sunntig:

    «Gewaltbereite nicht gleich laufen lassen»

    Ancillo Canepa fordert nach Ausschreitungen ein härteres Vorgehen der Justiz. Mit der sportlichen Entwicklung ist der FCZ-Präsident zufrieden. Interview: Christine Steffen und Michele Coviello

    NZZ am Sonntag: Herr Canepa, der FCZ ist vor dem Spiel heute Sonntag gegen den Leader YB im 3. Rang placiert. Ist das gut oder schlecht?

    Ancillo Canepa: Wenn ich uns – wie ich es immer noch lesen muss – als Aufsteiger sehe, dann ist der 3. Rang natürlich eine ausgezeichnete Rangierung. Wären wir in der Chancenauswertung effizienter gewesen, hätten wir aber den einen oder anderen Punkt mehr auf dem Konto.

    Wie gefällt Ihnen der Fussball, den Ihre Mannschaft spielt?

    Wir spielen offensiv, schalten schnell um, stehen in der Defensive stabil. Und was man nicht vergessen darf: Wir haben seit dem Abstieg 18 neue Spieler ins Kader integriert, 17 Spieler sind gegangen. Diesen Umbruch haben wir gut gemeistert.

    Der Aufstieg hat auch negative Begleiterscheinungen. Es kam nach dem Derby vor einem Monat wieder zu Ausschreitungen.

    Ein mühseliges Thema. Ich wiederhole es gern: Im Stadion und unmittelbar um das Stadion herum ist Ruhe. Was irgendwelche Leute ein paar Kilometer entfernt veranstalten, darauf haben wir keinen Einfluss.

    Stadtrat Richard Wolff ist anderer Meinung.

    Das stimmt so nicht. Ich musste nach der Pressekonferenz, die Herr Wolff nach dem Derby gab, lesen, er habe gesagt, die Klubs sollten auch für Zusammenstösse ausserhalb des Stadions Verantwortung übernehmen. Tatsächlich sagte Herr Wolff, er erwarte, dass die Klubs die Polizei unterstützen, damit man die Situation ausserhalb des Stadions in den Griff bekomme. Das sehe ich genau gleich.

    Herr Wolff sagte: «Ich bin der Meinung, dass die Klubs nicht nur im Stadion Verantwortung haben, sondern überall, wo ihr Klub präsent ist. Hier gibt es noch Gesprächsbedarf.»

    Es gibt eine Aufgabenteilung. Für gewisse Bereiche sind Polizei und Justiz zuständig, für andere die Klubs. Bezüglich Justiz wünschte ich mir, man könnte dort zielorientierter vorgehen.

    Was heisst das?

    Dass man die gewaltbereiten Personen nach der Personalaufnahme nicht gleich wieder laufen lässt, sondern zwei, drei Tage in Untersuchungshaft nimmt. Dass sie am Montagmorgen im Geschäft oder in der Schule anrufen und sagen müssen, sie seien in Haft. Das hätte mit Sicherheit eine grosse präventive Wirkung.

    Was können Sie als Klub tun, dass es nicht mehr zu solchen Zusammenstössen kommt?

    Wir haben nur beschränkt Einfluss. Wenn einer eine Bank überfällt und Kunde der Migros ist – ist dann die Migros schuld? Sicher nicht. Aber wir suchen regelmässig das Gespräch mit den verschiedenen Fangruppierungen. Bei identifizierten Personen reagieren wir mit Stadionverboten oder die Polizei mit Rayonverboten. Wir haben in den letzten zwei, drei Jahren eine grosse Zahl von Stadionverboten ausgesprochen.

    Engagieren sich die Klubs tatsächlich genug, um solche Auswüchse zu stoppen?

    Mich ärgert, dass Leute, auch Politiker und Medienvertreter, mit wenig Sachkenntnis immer wieder die Klubs undifferenziert ­kritisieren. Wir haben in den letzten Jahren viel erreicht. Ich möchte einmal die Gegenfrage stellen: Wo sind eigentlich die Eltern? Haben sie ihre Erziehungsaufgabe wahrgenommen, oder sind sie einfach froh, wenn die Kinder aus dem Haus sind und morgens um 4 wieder heimkommen? Das gilt auch für andere Bereiche: Heute wird vieles an die Schule delegiert, Erziehung und Betreuung. Das ist ein gesellschaftliches Problem. Wir als Fussballklub sind am Ende dieser Kette und sollen die Kinder und Jugendlichen umerziehen. Das ist absurd.

    Sie sagen, Sie machten viel. Warum nimmt man das in der Öffentlichkeit nicht so wahr?

    Wir haben das öffentlich schon viele Male ausführlich erklärt. Wir haben beispielsweise zusammen mit der Liga eine mobile Videoüberwachung ausserhalb der Stadien ein­geführt. Wir pflegen das «Good Hosting»; wir wollen die Fans als Gäste empfangen. Und das mit Erfolg. Auch wenn das einige Exponenten nicht wahrnehmen wollen.

    Würden Sie das wieder so machen: Nicht an der Pressekonferenz teilnehmen, die Stadtrat Wolff nach den Ausschreitungen einberief, um gemeinsame Massnahmen zu kommunizieren?

    Wir hatten am Donnerstagmorgen ein kurzfristig terminiertes Gespräch mit den Stadträten Wolff und Lauber. Daraufhin wurde auf Freitag eine Medienkonferenz mit einem sehr engen Zeitfenster angesetzt. Ich war an einer wichtigen Sitzung des Komitees der Swiss Football League. Dort ging es um die Vorbereitung der Generalversammlung, die eine Woche später stattfand. Auch Herr Anliker war terminlich unabkömmlich.

    Aber hätten Sie nicht sagen müssen: «Hier brennt es, hier muss ich dabei sein»? Ihre Absenz ist nicht gut angekommen.

    Auch wir haben eine Agenda, die es zu respektieren gilt.

    Wie weit sind Sie mit der Bildung der Arbeitsgruppe, die der FCZ und GC gemeinsam angekündigt haben?

    Wir sind daran, Experten vor allem aus Deutschland beizuziehen. Das sind Leute aus den Vereinen, aber auch aus Spezialeinheiten der Polizei.

    Fürchten Sie, dass sich die negativen Schlagzeilen auf das Stadionprojekt auswirken?

    Diese Ereignisse helfen nicht. Aber leider gibt es in allen Lebensbereichen Personen, die unbelehrbar sind und sich gewaltbereit zeigen. Es kann aber wohl nicht sein, dass wir uns von ein paar wenigen terrori­sieren lassen und ihnen die Möglichkeit zugestehen, unser Abstimmungsverhalten zu beeinflussen.

    Kehren wir zum Sportlichen zurück. Der FCZ hat heute andere Spielertypen als früher. Spektakelspieler wie Chikhaoui fehlen.

    Das würde ich so nicht sagen. Wir haben einige Spieler, die das Potenzial haben, Spektakelspieler zu werden. Aber Spektakel allein genügt nicht mehr. Wir brauchen auch Spieler, die andere mitziehen, wenn es einmal nicht so gut läuft. Unsere Philosophie bleibt jedoch dieselbe. Wir wollen attraktiven Fussball. Aber er soll auch erfolgreich sein.

    Trotzdem: Mit Davide Chiumiento ist der Letzte gegangen, der den «alten» FCZ verkörperte. Sie mögen doch diese Art von Spielern.

    Das ist unbestritten. Technisch überdurchschnittliche Spieler haben aber die Tendenz, nicht immer an ihre Leistungsgrenze zu gehen – auch im Trainingsbetrieb. Der beste Spieler der Welt, Ronaldo, trainiert mehr als alle anderen. Diese Arbeitseinstellung erwarten wir von unseren Spielern, egal, wie talentiert sie sind.

    Hat man diesen Aspekt in der Vergangenheit vernachlässigt?

    Wir recherchieren heute sicher noch intensiver, ob ein Spieler wirklich bereit ist, für den FCZ an die Schmerzgrenze zu gehen.

    Sie haben in der Vergangenheit immer wieder talentierte Spieler verloren.

    Leider. Junge Spieler haben in der Ver­gangenheit bei uns nicht immer die Chance bekommen, die sie verdient haben.

    Es muss ärgerlich sein, Dimitri Oberlin, bei Basel oder Djibril Sow bei YB zu sehen.

    Ich habe gerade persönlich mit Dimitri einige Gespräche geführt. Am Schluss hat ihm im FCZ die Geduld gefehlt.

    Aber etwas ist doch schiefgelaufen.

    Jeder Spielerabgang hat seine eigene Geschichte. Dimitri stand oft kurz vor einem Einsatz in der ersten Mannschaft. Leider kam er dann häufig verletzt von den Einsätzen in der Nachwuchs-Nationalmannschaft zurück. Da hat der Verband leider jeweils wenig Rücksicht auf seine körperliche Befindlichkeit genommen, obwohl wir dies wiederholt moniert haben. Aber natürlich braucht es auch einen Trainer, der den Mut hat, junge Spieler einzusetzen.

    Sie haben gesagt, Sie möchten die Juniorenabteilung nach dem Vorbild von Ajax strukturieren. Was heisst das?

    Wir wollen eine einheitliche FCZ-Spielphilosophie, die sich durch alle Teams zieht. Das erleichtert die Ausbildung und die Suche nach neuen Spielern. Die Idee ist ein Resultat der Analyse, die wir nach dem Abstieg gemacht haben. Es war eine Art Marschhalt – was wir vor zwei Jahren erlebt haben, soll sich schliesslich nicht wiederholen. Aber bevor Sie fragen: Die Struktur, die Arbeitsweise im Verein ist genau gleich wie früher.

    Wieso ist das derart wichtig?

    Weil ich immer wieder höre: «Jetzt haben sie endlich das Organigramm geändert.» Aber der Arbeitsprozess funktioniert gleich.

    Sie stört, dass es hiess, Sie rissen alles an sich.

    Diese Behauptung war und ist falsch.

    Aber die Arbeit ist doch tatsächlich auf mehr Schultern verteilt.

    Es sind andere Schultern, das ist der grosse Unterschied.

    Dann müssen Sie sich vorwerfen, dass Sie nicht immer die richtigen Leute im Boot hatten.

    Im Nachhinein würde ich bei gewissen Personalien auf Führungsebene sicherlich anders entscheiden, das stimmt.

    Ein anderes Thema: In den letzten Monaten hat die Swiss Football League mit viel ­Aufwand den Modus im Schweizer Fussball analysiert. Jetzt bleibt alles gleich. Das erscheint wenig mutig.

    Ich bin – wie meine Kollegen in der Liga – mit Euphorie in das Projekt gestartet. Wir wollten mehr Spannung. Wir sind das Projekt professionell angegangen und haben unter anderem eine niederländische Beratungsfirma mit der Analyse beauftragt. Es wurden zahlreiche Stakeholder kontaktiert, enorm viele Informationen gesammelt und verarbeitet. Ideen waren da. Aber der Teufel steckt oft im Detail. Wir mussten uns am Ende eingestehen, dass die Rahmenbedingungen in der Schweiz nicht vorhanden sind, um einen anderen Modus einzuführen.

    Nicht einmal die Barrage wird eingeführt.

    Ich habe zwei Seelen in meiner Brust. Als Fussballfan hätte ich die zusätzliche Spannung im Abstiegskampf begrüsst. Aber ich bin, wie meine Kollegen der anderen Super-League-Vereine, auch Klubpräsident und weiss, welche wirtschaftlichen Konsequenzen ein Abstieg mit sich bringen kann. Die mathematische Gefahr, dass man aus der Super League absteigt, wäre auf 20 Prozent gestiegen. Das ist nicht verantwortbar.

    Ist es auf Dauer nicht kontraproduktiv, wenn man sich für Sicherheit entscheidet?

    Wenn Sie persönlich die Lohnfortzahlung sicherstellen, können wir die Barrage gerne wieder einführen.


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    für dich natürlich eine tolle nachricht!

    so steigen die chancen massiv das der nächste schiesst-den-puck-in-eine-ecke-und-rennt-hinterher-aber-eigentlich-bin-ich-eh-viel-zu-gut-für-diese-liga-obwohl-ich-kein-konzept-habe-da-ich-nur-auf-das-telefon-aus-übersee-warte-trainer schon bald unterschreibt!

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    snowcat
    Wieso sollte man ihnen zu diesem Zeitpunkt einen 2 Jahresvertag anbieten ?
    Was haben Sie bisher erreicht ?


    man kann den angelsächsischen weg der wirtschaft gehen und nur noch quartalsweise denken. wer im ersten quartal keine milliardengewinne vorweist und nicht mindestens 10% der bestehenden arbeitsplätze vernichtet hat ist der feind der sharholder und somit eine pfeiffe und muss zwingend, sofort ersetzt werden.

    auf das hockey umgemünzt: wer in der ersten saison die quali nicht mit 20 punkten vorsprung gewinnt und nachher nicht in 12 spielen meister wird in den playoffs ist somit eine pfeiffe und muss zwingend, sofort ersetzt werden.

    oder man geht eben nicht den angelsächsichen weg und legt wert auf kontinuierlichen, nachhaltigen aufbau. und dieser braucht zeit, mindestens 1-2 saisons. nachdem man diesen weg bei den lions nun schon 1 1/2 saisons gegangen ist und die ersten früchte zur zeit eingefahren werden ist es für mich nur logisch, dass man den zwei schweden mit einem neuen vertrag die wertschätzung, das vertrauen und vor allem den willen zeigt, dass man den eingeschlagenen weg unbedingt fortsetzen will.

    hat man diesen willen nicht wirklich oder nur bedingt auf zusehen hin oder vielleicht dann doch nur wenn man dann halt doch meister wurde, ist diese unsicherheit und fehlende rückendeckung bis aufs eis spürbar und in jedem fall kontraproduktiv. dann würde man die zwei besser sofort in die wüste schicken. wäre ehrlicher.

    nur mit einem neuen vertrag vor weihnachten würde man ein eindrückliches zeichen setzen. und nur so liesse sich wirklich etwas grosses, in der hockey schweiz noch nie da gewesenes aufbauen. nur wer unter solchen bedingungen arbeiten kann, ist langfristig und nachhaltig zu top leistungen fähig. unter dieser idiotischen, ami geprägten, hire and fire kultur geben sich die trainer einfach die klinke in die hand und dank des geldes der lions organisation ist man ja immer irgendwie vorne dabei...

    Zitat von ZSC4E

    Die Frage ist auch, wie gut es ihnen gefällt. Wollen sie nun zeigen dass sie sich anpassen können und ein Schweizer team zum erfolg coachen können. Oder schauen sie auch schon nach angebote, da man ihnen ja nicht so richtig vertraut und nicht an sie glaubt.


    und genau darum sollte man ihnen einen 2-jahres-vertrag, ohne wenn und aber und irgendwelche klauseln, noch vor weihnachten anbieten!


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    Der zudem bei der ersten NHL-Entlastung Schweissausbrüche produziert und Tag und Nacht glaubt, dass doch eigentlich jederzeit sein Telefon läuten sollte ....


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    genau so ist es! :wink:

    während die schweden wirklich etwas nachhaltiges aufbauen wollen hier und gedanklich nicht pausenlos in einer anderen liga sind.


    Hartley war der richtige mann zum richtigen zeitpunkt, sonst wären unser team wohl noch mehr zerfallen wie in der saison vorher...
    es brauchte damals einen harten hund...
    und heute...?


    heute würde ich - um ein zeichen zu setzen - den zwei schweden einen vertrag bis 2020 anbieten. und zwar noch vor weihnachten. und die ganze sportliche klubkultur, angefangen bei den kleinsten, nach dem schwedischen vorbild ummodeln bzw. einen gesunden schweizerisch-schwedischen mix finden.

    die alternative sonst ist nur wieder der nächste "schiesst-den-puck-in-eine-ecke-und-rennt-hinterher-trainer"...

    Zitat von rouge+jaune-1939

    gebongt. hoffe mushu passt es auch....


    mushu hat immer gerne intelligente begleitung. darum will er auch nie mit mir alleine fort... :razz:

    und usserdem hät er angscht vor mir! :fight:


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    Zitat von rouge+jaune-1939

    wenn mal an einem samstag zsc-ehcb wäre, würde ich mich gerne anschliessen :suff:


    kein problem, aber das machen wir nach der saison, also ohne hockey visite!


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    Zitat von Mushu

    Gehen halt wir beide; finden schon einen Grund, oder ...?

    :geil:


    logo!

    aber ich wür säge mier stossed dänn uf de titel und uf die glichzitig vertragsverlängerig vom wallson ah! :applaus:


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    Schwedische Disziplin nach hinten und spielerische Ordnung. Doch; ist an der Zeit auf nächsten Sommer etwas zu verändern ..,


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    ich würde nach wie vor gerne auf larrys kosten japanisch essen gehen. meinst du, er schlägt doch noch in die wette ein?

    ich an seiner stelle würde (auch) nicht, denn so wie die saison bisher verlief sagt mir mein bauchgefühl, dass dieses jahr garantiert nicht schluss ist in den 1/4 finals...

    die krise diesen herbst - und das festhalten an den trainern - hat die mannschaft genau dahin gebracht, wo sie hin musste: in die selbstverantwortung und damit in die playofftauglichkeit. ausserdem beginnt jetzt auch das system und die ordnung zu greifen. immer noch mit luft nach oben. erfreuliche aussichten! :nick:

    Zitat von Studi66

    Mit Ach und Krach gäge Herisau de Abstieg verhinderet und im Aaschluss e Party als wär mr grad Meister worde. Scho geil, aber öb sone Leistig hüt no glichermaasse zie würd? Ich glaubs nöd


    das sind aber scho d'lions gsi, nüme de zsc!


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