Beiträge von snowcat

    Zitat von Champs-de-Mars

    Meine Güte FCZ. Das nimmt ja fast schon groteske GCN-Züge an. Wie kann man nur so dämlich sein und innerhalb 1 Jahres den gleichen Fehler wiederholen. An einem 1. April kommuniziert man doch keine Mitteilungen wo man genau weiss, dass diese durchaus gewisse Brisanz haben. Vor einem Jahr lachten zuerst auch alle, als der FCZ die neuen Ticketpreise und die plötzlichen Preisunterschiede im D kommunizierte.

    Keine Ahnung was die genauen Gründe dafür sind. Aus sportlicher Sicht habe ich Da Costa nie als einen überragenden Goalie empfunden. Auf der anderen Seite spielte er letzte und diese Saison durchaus stabil und machte seine Schwächen aus Saison 1 durchaus wett. Brecher zeigte in Wil offenbar sehr gute Leistungen, sodass man ihm die Chance auf die neue Nr. 1 geben will. Durchaus mutig, was sich aber, wie man am Beispiel YB sieht, durchaus auch auszahlen kann.


    vielleicht sägte piu zu stark bzw. zu laut am stuhl von meier, daher wurde ein "zeichen" gesetzt...

    Zitat von ZüriBueb

    Die Nachfolgelösung muss ich gar nicht kennen, das ist die Aufgabe der sportlichen Führung. Die dürfen durchaus auch mal jemanden einstellen, der einschlägt, den noch niemand kennt..


    das gibt's nicht, ausser man holt einen 3. Liga trainer...

    Zitat von ZüriBueb

    Die habe den ZSC ja gerade nicht mit dem FCZ verglichen. Habe geschrieben, es sind andere Voraussetzungen?! Eigenartige Aussage mit den Äpfel und Birnern.


    habe ich in der eile falsch gelesen...sorry.

    Zitat von ZüriBueb

    In meinen Augen lohnt es sich einfach, wenn man irgendwo investiert, dies beim Trainer zu tun. Mushu hat doch gute Beispiele gemacht von Trainern, die bewirken, dass Vereine Fortschritte machen. Z.B. jener von Atletico Madrid. Das muss das Konzept sein. Es ist doch wie überall in der Wirtschaft. Wenn Du noch klein bist und einen Grossen (Basel) konkurrenzieren möchtest, musst Du die Intelligenz und die Kräfte bündeln und am richtigen Ort einsetzen. Teure Spieler nützen dir wenig, wenn Du keinen guten Trainer hast. Aber mit einem guten Trainer kannst Du mit mittelmässigen Spielern gewinnen.


    aber welcher gute, bestandene und renommierte trainer, also nicht einer, welcher nur ein sprungbrett fürs ausland sucht, tut sich den fcz oder einen superleague club generell an? abgesehen davon kostet so ein mann mindestens 1 million pro jahr. der fcz wählte bereits mit fischer und meier den weg der talentierten jungtrainer. wobei jung sich nicht unbedingt aufs alter, aber auf die superleague erfahrung bezieht. alles andere ist wunschdenken und nicht zu finanzieren. darum wird eine allfällige und logische meier nachfolge petrosjan oder sforza heissen...

    Zitat von ZüriBueb

    Mit deiner Denkweise wird der FCZ sportlich auf dem Niveau wie bis jetzt bleiben - was ich sehr langweilig finde.


    meine denkweise ist den (finanziellen) gegebenheiten des clubs angepasst. natürlich kann ich nach diego simeone o.ä. schreien. aber sie werden nicht kommen...

    Zitat von ZüriBueb

    Nach meiner Denkweise kann sich Meier jetzt entweder weiterentwickeln oder dann braucht es einen Neuen.


    was hast du das gefühl, er will sich nicht weiterentwickeln? was meinst du was in einem trainer vorgeht? da arbeitet es pausenlos. selbst in der nacht. seine letzte idee mit dem 3-5-2 hat voll eingeschlagen. jetzt brauchts wieder etwas zeit um sich neu zu erfinden. aber das geht nicht in 3 tagen. darum gibt's im moment auch überhaupt keine veranlassung den trainer zu entlassen.

    Zitat von Rangersfan

    Warum stimmt das nicht? Ob freiwillig oder gefeuert, er war ein arbeitsloser CH Trainer als der FCZ ihn verpflichtete.


    aber nicht einer der immer wieder aufs trainerkarussel aufsprang.

    Zitat von Rangersfan

    Also so hoffnungslos sehe ich eine Trainersuche nicht. Lucien Favre war ein arbeitsloser CH Trainer der immer wieder aufs Trainerkarussel sprang.


    stimmt nicht! ich weiss nicht mal, warum er 2002 servette verliess, ob freiwillig oder gefeuert.

    P.S. der einzige der im moment furore macht, bezahlbar wäre und auf eine chance wartet ist ciraco sforza. aber derart viel und schon beinahe penetrante insektenvergangeheit ist eigentlich ein no-go...

    http://de.wikipedia.org/wiki/Lucien_Favre

    Zitat von ZüriBueb

    Nun, Meier hat für mich noch eine letzte Chance, wenn er lernfähig und selbstkritisch ist. Ich würde ihn nicht vorschnell schicken. Aber wenn die Resultate nicht klar besser werden bis im Sommer, würde ich den Vertrag nicht verlängern.


    warum? und die nachfolgelösung hast du sicher auch schon parat...

    der fcz ist im internationalen fussball eine ganz kleine nummer. der zsc im internationalen hockey, ausserhalb der nhl, eine absolute spitzenadresse und dementsprechend in der lage einem trainer auch ein angemessenes gehalt zu zahlen. ist äpfel mit birnen verglichen.

    muss meier gehen, wird petrosjan übernehmen. alles andere ist nicht realistisch. ausser mein befürchtetes szenario: als absoluter buli fan wird canepa evt. ein buli auslaufmodell bzw. einen ewigen verlierertrainer à la skibbe oder babbel anstellen...auch hier: dann lieber de ursli meier us em seefeld!

    Zitat von Larry

    Zur Frage wie lange es Meier noch macht: Fliegen wir im Cup raus und bessert sich nichts dürfte Canepa den Finger am Abzug haben.....


    bleibt immer noch die entscheidende frage: wer soll den übernehmen? es muss ja jemand sein, welcher von anfang klar besser ist als meier. also zb. guardiola, favre, mourinho oder so...

    die arbeitslosen ch trainer, welche immer wieder aufs trainerkarussel springen, kannst du alle rauchen. dann viel lieber den ursli meier! und diejenigen ch trainer welche brauchbar sind, haben schon einen job oder sind zu teuer. aber vielleicht wird ja saibene bald frei... :nixwiss:

    Zitat von ZüriBueb

    http://www.blick.ch/sport/fussball…-id3590597.html

    Wer wäre ein guter Nachfolger für Meier?


    wenn's denn schon sein muss: artur petrosjan...und meier könnte wieder die u21 übernehmen! ein (kostenloser) trainertausch innerhalb des vereins. mal ehrlich: top trainer wachsen nicht auf den bäumen und wenn, sind sie für einen schweizer club (ausser vielleicht für basel) schlicht nicht bezahlbar. anders gesagt: wenn meier entlassen wird, wer soll dann übernehmen?

    grundsätzlich: die trainer werden jeweils viel zu schnell in frage gestellt und dann dementsprechend auch entsorgt. oft jeweils unter dem druck vom boulevard, welcher angebliche - und darum auch anonyme - aussagen aus der mannschaft veröffentlicht. diverse studien aus der bundesliga belegen aber ganz klar, dass ein trainerwechsel bestenfalls kurzfristigen erfolg bringt, aber in der regel nicht nachhaltig ist. natürlich gibt es immer wieder ausnahmen welche die regel bestätigen. gladbach zb. wäre ohne dem wechsel zu favre nie und nimmer da, wo sie heute sind. trotz alljährlichen abgängen von stammspielern und stützen der mannschaft. bayern-gladbach heute war wieder einmal eine taktische meisterleistung von lulu favre. auch der fcz hätte niemals zum erfolg zurückgefunden ohne favre. trotzdem wollten ihn nicht wenige in seiner ersten fcz saison nach der vorrunde entlassen als der fcz letzter war...

    der grösste fcz fehler der letzten jahre ist m.e. immer noch die entlassung von urs fischer. er hätte der thomas schaaf (trainer der 1. mannschaft bei bremen von 1999-2013!) der ch-liga werden können! auch bei der fischer entlassung hörte man damals in etwa die selben argumente wie bei meier heute: "er erreicht die mannschaft nicht mehr"...dankbar natürlich die spieler, welche so via die journalisten ein alibi finden für die eigenen versäumlichkeiten.

    Zitat von Mushu

    Chick spielt derzeit nicht sonderlich gut; einverstanden. Aber von anderen kommt nicht mehr!! Chick draussen macht den FCZ nicht stärker, da keiner in der Form ist, einen formlosen Chick zu übertrumpfen ...


    hm...klar ist an der baisse/krise nicht chick (alleine) schuld. aber 5 top spiele anfangs saison reichen wirklich nicht für einen mann von seinem format und lohnklasse. abgesehen von seinen topspielen fiel er vor allem durch uninspirierte und nonchalante auftritte auf. aber für mich das schlimmste: immer wieder machte er durch sinnlose und überflüssige tätlichkeiten auf sich aufmerksam. teilweise versteckte, teilweise offensichtliche tätlichkeiten. dass er diese saison nicht mehr rote karten kassierte ist den wohlwollenden schiris zu verdanken. sein ausraster heute war ja wirklich nur noch dämlich! klar wird er laufend provoziert und gefault. aber ein klassespieler muss darüber stehen. ein maradona früher oder ein messi, ronaldo heute müssten ja pausenlos selbstjustiz üben, so wie die in jedem spiel angegangen werden.

    ich bin wirklich froh, dass das nun der verband ihn pausieren lässt. meier machte es leider nicht...und ich hoffe auf mind. 3-4 spielsperren. nützen tut er der mannschaft schon lange nicht mehr wirklich, aber so wie heute schadet er ihr massiv!

    Zitat von Larry

    Ich glaube wenn er spielt glauben alle Mitspieler, er würde es dann schon richten!

    So kommt es mir vor.

    Und in SG spielten sie ohne ihn viel besser, ev. "befreit".

    Die Anzahl schlechter Spiele von Chick ist nun so gross dass Meier es probieren sollte.


    isch scho so! ohne chick, chiumiento und chermiti spielten die jungs in st. gallen um welten engagierter und daher auch viel besser. darum ja, das nächste spiel ohne die kreativ fraktion beginnen. geht dann auch nichts, kann man sie immer noch einwechseln.

    Zitat von Caro

    und das ewige hadern mit sich, seinen gegnern, dem schiri, etc. nervt einfach enorm! statt aufstehen und weiterspielen lieber noch gefühlte stunden liegenbleiben... en gränni - übrigens nicht nur er. auch etoundi (oder wars jemand anderes? sorry, war unter medis...) gegen sion in der schlussphase, stämpfele und wertvolle zeit verstreichen lassen, die notabene nicht für uns lief, statt einfach aufstehen und weiterzuspielen...


    dieses gehabe nervt mittlerweile bei fast allen im team. erinnert an die vorrunde der letzten saison. miserable körpersprache. anstatt augen zu und durch pausenloses lamentieren. nervig ohne ende! :warnix:

    Zitat von Larry

    Roli Du weisst genau wie und was ich meine...... :mrgreen:


    klaro! aber ich foppe dich nun mal gerne, wenn du wieder mal zu deinen (nicht ganz zu ende gedachten oder auch nicht ganz ernst gemeinten) rundumschlägen ansetzt... :razz:

    Zitat von Larry

    Meier ist nur Super League Trainer weil ihn Canepa zu dem gemacht hat.


    wäre auch etwas gar seltsam wenn burgermeister oder kookie den trainer bestimmt hätten... :wink:


    Zitat von Larry

    Canepa hat den Vertrag mit Chick verlängert und ist dessen grösster Fan.


    auch hier, wer sonst sollte den vertrag verlängern? und in guten chick phasen sind wir ja alle fan von ihm.


    Zitat von Larry

    Es liegt auf der Hand das Meier in der Sache Chick es sich nicht zwei- sonder eher drei Mal überlegen wird ob er ihn auf die Bank setzt.


    nur weil sich der präsi des unternehmens erdreist einen trainer anzustellen und ohne den platzwart zu fragen spielerverträge zu verlängern...ja klar, da KANN meier den chick ja gar nicht auf die bank setzen! bin ich doof... :rofl:

    im ernst: das cillo Interesse daran hat, dass chick spielt ist klar. schliesslich macht cillo die ganze kohle bei einem allfälligen verkauf. aber er wird kaum so blöd sein, den fcz erfolg seinem portemonnaie unterzuordnen. denn: je mehr erfolg der fcz hat, gar einen meistertitel mit direkter cl quali, desto besser geht es auch seinem portemonnaie...

    Zitat von Larry

    Da muss er aber vorher das OK bei Fam. Canepa einholen!


    klar, de kookie bestimmt d'ufstellig vom fcz, nöd de trainer... :facepalm:

    Zitat von Larry

    Wäre schon lange nötig, das klar beste Spiel in SG haben sie ohne ihn gezeigt!


    das isch wiederum korrekt.

    Zitat von Champs-de-Mars

    Bedenkliche Formkurve des FCZ, auch wenn der gestrige Aufritt ein Mü besser war als die uninspirierte Leistung in Vaduz. Zudem erneutes Pech, dass das Handspiel in der Nachspielzeit nicht gepfiffen wurde.


    eine schlechte vorrunde und eine hervorragende rückrunde macht irgendwie mehr spass als umgekehrt... :roll:

    ich kann es drehen und wenden wie ich will. die krise - nicht unbedingt resultatmässig, aber spielerisch und von der ganzen systemsicherheit her - begann am 22.11. das war spiel 1 nach yapis ausfall in aarau. klar, willst du meister werden, darf das nicht von einem spieler abhängen.

    aber wie schrieb es die nzz so treffend gestern im yapi artikel:

    Denn irgendwo gibt es beim FCZ eine unausgesprochene Gleichung: Mit Yapi war der FCZ ein Meisterkandidat. Ohne ihn nicht mehr.

    us de hütige nzz am sunntig:

    lolo, hansi, roger geiger...

    Was macht eigentlich? Hans Schmid

    Powerplay auf dem Zürichberg

    Hans Schmid stieg mit dem ZSC dreimal in die NLA auf und wieder ab. Heute ist er Leiter der Tierpflege im Zürcher Zoo. Von Jürg Vogel

    Im alten Hallenstadion in Oerlikon herrschten unter dem Dach die Geister. Sie schenkten dem ZSC gute und böse Zeiten. In dieser struben Epoche verstärkte sich der Kult um die typische Liftmannschaft ZSC. Der ganz gewöhnliche Name Schmid stand in den 1970er und 1980er Jahren für Unterhaltung - dank Hans und Lorenz Schmid, die aus den Bergen von Arosa in die grosse Stadt auswanderten und diese eroberten.

    Lolo Schmid, elf Monate älter als Hans, war die bekanntere Figur. Hansi, wie sie ihn nannten, war aber das Hirn der Sturmlinie, der Steuermann. Die Brüder hielten zusammen wie Pech und Schwefel. Wurde einer im Rink angegriffen, erhielt er brüderliche Hilfe, nötigenfalls auch handfest. Dabei war Hans Schmid nicht der Prototyp des rustikalen Handwerkers. Im Gegenteil: Klein von Statur, gefiel der Center mit feiner Technik. Und Spielintelligenz.

    Vor Einführung der Play-offs war vieles noch lockerer als heute. Sport und Studium schlossen sich damals nicht aus. Und die Wohngemeinschaft der Schmid-Brüder im Kreis Cheib galt als Partyzone. Als Ambri-Piotta die Aroser köderte und im Vertrag anstelle der Franken US-Dollars zum stolzen Kurs von 2 Franken 50 einsetzte, gerieten die zwei Schmids ins Grübeln. Aber sie blieben an der Limmat. Bis heute gehört ihre Zuneigung dem «Z».

    Demut und Erdung kennzeichnen Hans Schmid. Er malt keinen nostalgischen Regenbogen über seinen früheren Sport, er hat Abstand gewonnen. Heute könnten alle Schlittschuh fahren, sagt er lakonisch. «Und jesses, das Tempo, die Athletik bereits der Jungen!» Schmid fährt sich durch die krausen Haare und lacht. Die Play-offs seien ein erstklassiges sportliches Produkt, sagt er.

    Als Leiter der Tierpflege im Zürcher Zoo spielt Schmid beruflich wieder im Powerplay-Block, in der Geschäftsleitung. Als Chef von über 60 Frauen und Männern schaut er dafür, dass die richtigen Leute am richtigen Ort ihre Aufgaben gut lösen. Nachhaltig seit fast 16 Jahren. Schmid spricht nicht vom Traumjob, sondern vom Traumarbeitsplatz. Präzis, wie er einst die Flip-Pässe spielte, ist sein Urteil geblieben.

    Im EHC Urdorf ritzt er sporadisch das Eis. Schmid hat viel um die Ohren. Immer noch ist er Präsident des Jägervereins Arosa. «Sie finden keinen besseren», sagt der Ausgewanderte, der auch heute noch mit einem Bündner Kennzeichen am Auto herumfährt. Seine Beziehung zum Tier zeigt sich auch in der Freizeit. Im Besonderen kümmert er sich um die Einwanderung der Fischotter. Lieblingstiere kennt Schmid aber keine. Als Student musste er sich mit Elefanten wie Ameisen auseinandersetzen. Zum Thema Tierschutz spricht er sachlich. Er stelle sich der Kritik, er schätze den Diskurs, wenn dieser helfe, mögliche Schwachstellen zu orten. Weniger anfangen kann er mit emotionalen Tierschützern, die sich nackt an einen Pfosten fesseln und demonstrieren. «Dann rufen wir die Polizei.» Entscheidend ist für den Biologen tiergerechte Haltung. Sei diese gewährleistet, sehe er keinen Grund für Einwände gegen Zirkusse oder Delphinarien.

    Die Play-off-Phase in der NLA verfolgt Schmid mit Interesse. Er spielte noch mit hölzernen Stöcken, deren Schaufeln er mit warmem Wasser und dem Föhn bog. Heute setzen die Goalgetter auf Karbon oder Kevlar. Doch eines bleibt laut Schmid zentral: dass die Regeln und die Referees die starken Techniker schützen.

    us de hütige nzz am sunntig:

    e chli viel optimismus...

    Yapi sagt: «Es ist mein Ziel, Anfang nächster Saison auf den Fussballplatz zurückzukehren.»


    Schuld und Sühne

    Vor vier Monaten wurde Gilles Yapi bei einem Foul schwer am Knie verletzt. Der FCZ hat Strafanzeige eingereicht. Yapi unterstützt den Schritt, obwohl er seinem Gegner verziehen hat. Von Flurin Clalüna

    Man könnte diese Geschichte nüchtern erzählen wie einen Unfallrapport: Vor vier Monaten wird Gilles Yapi schwer gefoult; man zählt acht verschiedene Verletzungen in seinem rechten Knie, drei Stunden wird er operiert. Der FC Zürich reicht Strafanzeige gegen den Aarauer Sandro Wieser ein, der von sich sagte, er sei ein harter Spieler, aber kein Täter. Der Staatsanwalt eröffnet trotzdem ein Verfahren. Yapi geht es heute besser. Er kann leicht joggen, nur zehn Minuten zwar, aber Schmerzen spürt er nicht. Yapi sagt: «Es ist mein Ziel, Anfang nächster Saison auf den Fussballplatz zurückzukehren.»

    Aber niemand erzählt Yapis Geschichte so leidenschaftslos. Sie hat sich verwandelt, sie handelt nicht mehr von einem Sportunfall; es geht um Schuld, Vergebung und Gerechtigkeit, ja mehr noch: um Gut und Böse. Und das liegt vor allem daran, dass Gilles Yapi im Zentrum steht, der 33-jährige, zierliche Mittelfeldspieler aus Côte d'Ivoire, der sich überlegt, nach seiner Karriere Pfarrer zu werden, Geistlicher in seiner evangelischen Freikirche, der «Porte ouverte». Als Sandro Wieser sich öffentlich entschuldigte, betonte er vor allem, was für «ein super Mensch» Yapi sei, «ein Freund». «Da ist ein Heiliger gefoult worden», sagt jemand, der mit Yapi zusammengespielt hat. Und man weiss nicht recht, ob er es ernst oder doch vielleicht zynisch meint.

    So etwas wie eine Beichte

    Yapi hat sich erholt, es ist keine Wunderheilung, aber die Genesung verläuft schneller als erwartet. An diesem Frühlingstag ist Yapi in der Trainingsanlage des FC Zürich. Ein früherer Mannschaftskollege sagt, Yapi habe fast immer so ein «seliges Lächeln» im Gesicht, und nun sitzt er da, eingehüllt in diese fast schon träumerische Ruhe, obwohl seine Karriere als Berufsfussballer bedroht ist. Er sagt: «Es gibt Schlimmeres im Leben, ich bin nicht tot, ich habe noch meine Beine.»

    Fast alles, was Yapi an diesem Nachmittag erzählt, hat etwas Existenzielles, und vieles klingt ähnlich wie in einem Video seiner Kirche, das vor rund einem Jahr aufgenommen worden ist. Darin spricht Yapi über sein früheres Leben, es ist so etwas wie eine Beichte, ein Film mit schwarz-weissen Nahaufnahmen und sphärischer Hintergrundmusik. Yapi sagt im Video: «Ich konnte meinen Traum sehr früh verwirklichen, wurde Fussballprofi. Aber die Bekanntheit öffnet auch Türen, die nicht unbedingt gut sein müssen. Die Sünden, die Perversitäten, die Unzucht, die Pornografie, die Selbstbefriedigung.» Yapi erzählt, wie er mit der Welt des Okkultismus in Berührung gekommen sei, wie er an Selbstmord gedacht habe. Bis er sich Gott verschrieben habe.

    In diesem entblössenden Video geht es um Licht und Schatten, Richtig und Falsch. So führt Yapi sein Leben, entlang diesen Begriffen. Der Glauben durchdringt seinen Alltag, den Fussball, seine Familie: Was Yapi sagt, ist immer auch eine religiöse Andeutung. Und so wird aus dem Unfall ein Schicksalstag, dessen Sinn er zwar nicht versteht, «aber was geschehen ist, hat einen Grund, und Gott kennt ihn».

    Auch für den FCZ-Präsidenten Ancillo Canepa ist der Sonntag vor vier Monaten im Brügglifeld-Stadion mehr als ein Unfalltag; er erkennt in ihm den Auftrag zu einer persönlichen Mission: Der Schutz der Fussballer ist für ihn zur Schicksalsfrage geworden, die ein Staatsanwalt und später ein Zivilgericht prüfen soll. Die sechs Spielsperren, die gegen Wieser als Bestrafung ausgesprochen worden sind, genügen ihm nicht, die Reue und Wiesers öffentliches Bussetun können daran nichts ändern. Canepa sagte: «Ich werde gegen alles und jeden vorgehen, der so mit unseren Spielern umgehen will.» Dass er im Foul an Yapi «ein Rezept» erkennen will, wie man den FC Zürich bekämpfen möchte, erhebt den Einzelfall zur Grundsatzfrage.

    Und natürlich geht es in dieser Geschichte auch um grosse Gefühle und noch grössere Gesten. Im Februar hat das Ehepaar Canepa Yapis Vertrag trotz dessen unsicheren Zukunftsaussichten um ein Jahr verlängert, nach der Karriere soll er zum Juniorentrainer ausgebildet werden. Yapi sagt: «Das ist ein unglaublicher Vertrauensbeweis und sehr selten im Fussball.» Die grösste Geste aber kommt von Yapi selber, es ist eine Vergebungsgeste; und sie macht alles kompliziert und schwierig, vor allem für Yapi. Denn Canepa hatte unversöhnlich gesagt: «Da gibt es kein Pardon. Das lasse ich mir nicht bieten.» Denn irgendwo gibt es beim FCZ eine unausgesprochene Gleichung: Mit Yapi war der FCZ ein Meisterkandidat. Ohne ihn nicht mehr. Auch das soll irgendwie abgegolten werden.

    Die Zerrissenheit

    Yapi aber möchte verzeihen, «man muss auch jenen vergeben, die uns weh tun», er habe es längst getan. Er sagt: «Ich habe gute Gefühle gegenüber Sandro Wieser, ich spüre keine Animosität, keinen Hass. Wir können irgendwann zusammen einen Kaffee trinken, das hoffe ich sogar.» Und trotzdem sagte Yapi Ende Januar vor dem Staatsanwalt aus, er fühlte sich nicht wohl dabei, «ich mag das nicht, aber es ist Teil der Klage, also mache ich es». Man spürt Yapis Zerrissenheit: Wie kann er eine Anzeige unterstützen und damit eine Bestrafung fordern, wenn er Wieser schon vergeben hat? Yapi hat diesen Widerspruch so aufgelöst: Er tut es nicht für sich. Er tut es für den FCZ. Yapi sagt: «Im Leben braucht es Gerechtigkeit, auch dem FCZ soll Gerechtigkeit widerfahren. Der FCZ verliert einen wichtigen Spieler. Der FCZ muss einen Spieler bezahlen, der verletzt ist. Der FCZ erleidet einen grossen Verlust.» Leider treffe es nun Sandro Wieser, sagt Yapi, «es könnte auch ein anderer sein». Die Klage sei nicht gegen Wieser gerichtet, «sondern gegen den Akt». Zur Verantwortung gezogen aber wird der Mensch, Sandro Wieser, «ein Kollege von mir».

    In diesen Wochen wird diese emotionale Geschichte in der Staatsanwaltschaft neu gelesen, in nüchterner Juristensprache, und am Ende der Aufarbeitung steht vielleicht ein Urteil, das das Gerechtigkeitsempfinden befriedigen soll. Als der FCZ die Anzeige einreichte, dachte man, Yapi werde vielleicht nie mehr Profifussball spielen. Jetzt sagt er: «So höre ich nicht auf. Ich habe noch viel zu geben.»